Gießen, Sonntag, den 28. November ——— rt g s on Das 9 5 c in d Licherheith a Raser ne Postztg. Nr. 3319. 90 0 — Telephon⸗Nr. 112. Postztg. Nr. 3319. e— 5 4 Telephon⸗Nr. 112. Her Text Ihres d ö uus wunden Idle 5 schreihe, e wehe Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ i schreiben. Ou 10 f a 9 n⸗ und Feiertagen. Das Abonnement ilialen: Alten⸗Buseck, Daubringen, Fellingshausen, Fleusungen, Garbenteich, Or Buseck techfffn 10 beträgt durch die Post bezogen: für die Ausgabe Gießen 1,90 resp. 2.30 Mk. Preis Redaktion und Expebition: indes Grünberg, Hausen, Sete Schechen, Aaazenbag, 8. aden, e beg u ud mne der Anzeigen: 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile. Kreuzplatz Nr. 4. Göns Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen⸗ 1 bc Wu 1 rod, Staufenberg, Steinbach, Steinberg, Ulrichstein, Watzenborn, Wetzlar, Wieseck, Wißmar. 9 eisteg— 5———y—„———————— 2————— CC*—— S——u—————— ͤ——— Arg Verantp. K 1 1 1 N ba g dim A U b 0 1 ch 0 S ch im Anschluß an die amerikanische Gesetzgebung] vor einem Jahre die Nachricht, daß in Boscoreale bei] man schließlich zur Küche und den Baderäumen, an die 15 aupcce nent E 1 1 9 1 en. der Stadtrat Dr. Flesch aus Frankfurt a. M. Pompeji ein antiker Silberschatz gefunden sei, welchen unmittelbar die Ställe anstoßen, wo die Skelette von drei eee Der Reichstag hat aus Anlaß der Exledigung auf dem Kongreß für Armenpflege 1890 verlangt der Baron Edmond de Rothschild für eine halbe Million] Pferden, zwei Hunden, einem Schwein und einem Huhn 8 Franken angekauft und dem Louvre zum Geschenk gemacht gefunden wurden. Auch sonst lagen noch Ferkel⸗ und des bürgerlichen Gesetzbuches die verbündeten Regierungen aufgefordert, bei der Anpassung der Zibilprozeßordnung an das neue bürgerliche Recht den Kreis der unpfändbaren Gegenstände zu er⸗ peitern. Im Plenum des Reichstags hat dar⸗ über eine Verhandlung nicht stattgefunden; der Bericht der Kommission beschränkt sich auf die Bemerkung:„Der Antrag wurde mit den Be⸗ dürfnissen des Lebens und der Praxis begründet, als billig anerkannt und einstimmig ange⸗ nommen.“ Da der Reichstag somit keine über den Wort⸗ laut hinausgehende Direktive gegeben hat, so muß man sich anderweitig nach den Vorschlägen um⸗ ehen, die von Sachverständigen gemacht worden nd. Wir finden diese in erster Linie in den erhandlungen und Schriften des Deutschen Vereins für Armenpflege, der sich 1880 und 1890 aus Anlaß der Besprechung der Woh⸗ gungsfrage vom Standpunkte der Armenpflege uch mit dem Pfandrecht beschäftigt und sich allgemein dahin ausgesprochen hat, daß, um die Wohnung dauernd zu halten als das, was sie sein soll, als das Heim der Familie, die zum Haushalt nötigen Gegenstände pfandfrei sein Rüssen in größerem Umfange als bisher nach 715 der Zivilprozeßordnung. Die Vorlage, die dem Bundesrate gemacht ist, entspricht nur iu ganz geringem Maße den Wünschen, die im zialen und wirtschaftlichen Interesse geltend gemacht sind, denn sie enthält fast gar keine Er⸗ beiterung des Kreises der nicht pfändbaren 5 5 behält abel die eee 555 daß diese Sachen„unentbehrlich“ sein müssen, bei. igsquelle Diese Bestimmung zwingt den Vollstreckungs⸗ heamten, im gegebenen Falle den Kreis der un⸗ entbehrlichen Sachen möglichst eng zu ziehen, hren, das um so leichter wird, als der 8 715 der Zivilprozeßordnu ganz allgemein die 3351 0 ng nur g Heul n, Gegenstände bezeichnet, die pfandfrei sein sollen. An- Uhe Als entbehrlich wird man einen zweiten Anzug, 1 sowie reine Leibwäsche neben der getragenen be⸗ 1 en. zeichnen können vom Standpunkte des Gläubigers aus, dessen Anschauungen die Gerichtsvollzieher Loch Bohl meistens folgen werden, wenn ihnen keine ö sesten Vorschriften gegeben sind. Die Vorlage erwähnt ausdrücklich die Wäsche, cher. die künstlichen Gliedmaßen, die Brillen ꝛc., auch mhlen und) den Trauring, um den jahrelang prozessiert uhr vim 2 lahr scnistihe worden ist. Aber diese Dinge wird man wohl geleitet immer als unentbehrlich betrachtet haben, wenig. cen ata stens seitens der Gerichte. Es kommt darauf 11 an, ob mit der Wendung, daß die Gegenstände 9 unentbehrlich sind„für den Bedarf des Schuld⸗ 8 ners oder zur Erhaltung seines Hausstandes“ ewas Weitergehendes bezeichnet werden soll als mit den Worten:„Für den Schuldner, seine Familie und sein Gesinde unentbehrlich“. Wenn 9 damit z. B. gemeint sein sollte, daß zur Erhal⸗ tung des Hausstandes auch reine Leib⸗ und Bett⸗ hat: zwei vollständige Anzüge, drei Stück von jeder Art Leibwäsche und zwei Paar Stiefel oder Schuhe. Aehnliche bestimmte Vorschläge hat er bezüglich des Haus⸗ und Küchengerätes gemacht und dabei wiederum im Anschluß an die amerikanische Gesetzgebung vorgeschlagen, daß außer diesen als unentbehrlich namhaft gemachten Sachen„der sonstige Hausrat, von dem der Schuldner glaubhaft macht, daß er sich in seinem und seiner Familie täglichen Gebrauch befindet“, bis zum Wert von 200 Mark pfandfrei bleiben soll. Die Auswahl bei höherem Gesamtwerte soll dem Schuldner zustehen. In Amerika gilt ein Wert von 25, 50, 100, ja 250 Dollars für Mobilien und 1000, 1500, ja 3000 Dollars für die home stead(Heimstätte) als pfandfrei. So weit wird man nun allerdings im Reichstage kaum gehen, noch einen über den Kreis der un⸗ entbehrlichen Gegenstände hinausgehenden Wert⸗ betrag pfandfrei zu lassen. Es ist schon sehr viel, daß man sich dazu aufgeschwungen hat, einen Geldbetrag, der ausreicht, um für zwei Wochen Nahrungs- und Feuerungsmittel zu be⸗ schaffen, als pfandfrei zu belassen, während bis⸗ her nur diese Vorräte selbst von der Pfändung ausgeschlossen waren. Aber wenn die pfandfreien Gegenstände besonders aufgezählt werden, dann muß auch dem Schuldner, falls er mehr als das Unentbehrliche besitzt, die Auswahl gelassen werden. Es ist vorgekommen, daß ein Gläubiger statt des gepfändeten, vom Gericht aber beim Mangel einer anderen Uhr als unentbehrlich bezeichneten Regulators dem Schuldner eine billige Wecker⸗ uhr aufdrängen wollte. Solche Willkürlichkeiten müssen durch eine ganz unzweifelhafte Fassung des Gesetzes von vornherein ausgeschlossen werden, denn ein Schuldner, dem nur das Unentbehr⸗ lichste gelassen wird, ist nur selten in der Lage und Laune, vor dem Gerichte sein Recht zu er⸗ streiten, wie ja überhaupt unsere Kostengesetz⸗ gebung in vielen Fällen für die ärmere Bevölke⸗ rung zur Rechtsverweigerung geworden ist. Ge⸗ schieht einem solchen Schuldner Unrecht, so ver⸗ gißt er das niemals und seine Freunde und Bekannten ebenfalls nicht; die sich ansammelnde Unzufriedenheit richtet sich dann gegen den Staat, der es zuläßt, daß die Wirtschaft des armen Mannes, sein bischen Hab und Gut, an das er, so ärmlich es auch sein mag, seit Jahren gewöhnt war, zerstört und verschleudert wird. Denn das ist eine bekannte Thatsache, daß die gepfändeten und zur Versteigerung gebrachten Sachen keinen ihrem Gebrauchswerte entsprechenden Ertrag liefern. Es ist nicht wahrscheinlich, daß der Bundes— rat eine diesen Ausführungen entsprechende Ver⸗ besserung der Vorlage vornehmen wird; diese Aenderung muß daher seitens des Reichstages erfolgen. habe. Ueber die Fundumstände wußte man nur, daß das Skelett eines Mannes gefunden sei, der, beladen mit vielem baren Gelde, mit Schmucksachen und dem Silber⸗ gerät des Hauses, auf der Flucht vor dem Aschenregen des Vesuvs zusammengebrochen sei. Umfassende Aus⸗ grabungen auf der Stelle des Vesuvs haben nunmehr folgendes ergeben. Nicht auf der Flucht aus seinem Hause, sondern im Keller seines Hauses unter der Oelpresse, wohin er sich mit seinem Schatz von Silbergefäßen und tausend Goldstücken geflüchtet hatte, ist der Besitzer vom Tode ereilt worden. Ueberhaupt bietet diese Villa, fern von der Stadt Pompejt einsam gelegen, ein so ergreifendes Bild von der schrecklichen Katastrophe der Verschüttung mit so zahlreichen Einzelheiten, wie es keines der längst wieder aufgedeckten Häuser bisher ergeben hat. Es ist ein einfaches Bauernhaus, wie es die alten Osker be⸗ wohnten. Unter demselben Dache wohnten in den sehr sehr bescheidenen Räumen Mensch und Hund und unweit Pferde, Schweine und Hühner, und es waren dort auch Oel⸗ und Weinkeltern. Nur ein paar gute Stuben sind eine Treppe hoch, die zur Zeit der Katastrophe zum Teil unbenutzt standen. Tritt man hinein durch die bescheidene Hausthür, so öffnet sich links das Zimmerchen des Thür⸗ hüters. Auf der Schwelle lag noch das Skelett des treuen Haushundes, der, wie die weit gespannte eiserne Halskette beweist, vergebliche Anstrengungen gemacht hatte, dem Erstickungstode zu entrinnen. Schreiten wir weiter, so treten wir in den weiten Vorraum oder Flur des Hauses, das sogenannte Peristyllum, das wie bei uns der Flur zur vorübergehenden oder dauernden Aufbewahrung von allerlei Hausgerät diente. Dort wurden gefunden eine hölzerne Truhe, angefüllt mit rohgearbeiteten thöner⸗ nen Gefäßen, vielleicht bestimmt zum Gebrauche des Sklaven, der den Wein und das Oel aus den Kelter⸗ fässern in die großen Vorratsgefäße zu füllen hatte, ferner ein 1,70 Meter hoher und fast 1 Meter breiter hölzerner Schrank aus Kastanienholz, in welchem eine Menge Flaschen aus Glas und Thon standen von den verschie⸗ densten Größen und Formen, ferner Trinkbecher, Toiletten⸗ geräte und chirurgische Instrumente. Dicht neben dem Schrank lag ein Petschaft mit dem Namen Tiberius Claudius Ausion, möglicherweise dem des Hausherrn. Gegenüber steht ein zweiter Schrank mit schönen Bronce⸗ beschlägen, auch er voll Gläsern und Schüsseln. Auch zwei riesige Badewannen aus Bronceblech waren auf den Flur gestellt, offenbar weil im Schlafzimmer dafür nicht genügend Platz war. Auch hier lagen Skelette von zwei Hunden und drei Hühnern, die sich wohl in das Innere des Hauses geflüchtet hatten. Links vom Flur befinden sich die Wohn⸗ und Schlafräume, während die Räumlich⸗ keiten rechts für den Wirtschaftsbetrieb bestimmt waren. In dem kleinen Schlafzimmer, das an die Pförtnerstube stößt, bemerkte man beim Ausräumen an der Wand in Manneshöhe ein großes rundes Loch, das die Dicke der Wand nach dem Pförtnergelaß hin fast durchbohrte. An der Erde lagen noch die heraus gebrochenen Mauerstücke und unter ihnen zwei große eiserne Keile. Offenbar hatte im Augenblick der Katastrophe ein Bewohner des Hauses versucht, sich hier ein Loch durch die Wand zu brechen, und als ihm dies nicht gelang, seine Werkzeuge liegen lassen, um auf einem anderen Wege zu entkommen. Doch war er nicht weit gelangt, denn in dem schmalen Gange, der neben dem Schlafzimmer herläuft, fand sich sein Leichnam. In der linken Hand hielt er krampfhaftszeinen großen eisernen Ring mit einem geschnittenen Stein, dicht Vermischtes. — ueber neue Funde in Italien schreibt ßells wäsche zum Wechseln gehört, dann wäre das sehr waren erfreulich, obgleich dabei immer noch Willkürlich⸗ chuh keiten unterlaufen können. Besser wäre es, wenn 5 1 bestimmte Angaben gemacht würden, wie dies . Er» PPP A . 0 2 0 8* 1 e e Die Mausefalle. und en; 2 bel, done Novelle von Frida Storck. eupautof N b 5 0(Nachdrud verboten). danobenen(Fortsetzung.) f 1 ven J Am Thorweg holt sie die alte Dame ein. u„ Prei.„Warum rennen Sie nur so, liebes Kind? Sie 9 fürchten sich doch nicht vor einem harmlosen Tou⸗ Aisten?“ flüstert sie neckend. Theo lacht gezwungen. be Veaa, fie fürchtet sich nicht, ihr war nur, als folgten ihr jene duntlen Augen und hielten sie im Banne. 5 f mer nach de Schfinxe, bei de ö 0„So, da gehen b 6— net der kundige Führer an, in — Wpolodempel“, ord pf ein ündä i Parkpfad wen 4 suume r en gründämmerigen Parkp Nea — — — Tol. J zun 1 00 Die Sphynxe, sechs an der Zahl, bb. d 5% hiater 111 Kaslade aufsteigenden Apollotempel. 1 440 6—.— Durch das Blattgewirr gedämpfte Sonnenstrahlen 11. R- 5 ungleißen die üppigen, zwanglos hingestreckten „ ide Telber. In den klassisch geschnittenen, rätselvollen 11 Agen liegt es wie ein Mahnen, diesem Orte fern Das Mädchen weigert sich, unter ie„ider Teneite n 5 hade einem bänglichen Gefühl, a PWollotempels zu betreten. uler⸗ 5 nk warten. 1. die Tunnelgänge des Sie wolle auf einer Reise muß man „Sind Sie thöricht! Auf der b tadelt die uner⸗ is Sehenswertes versäumen“, müdliche Begleiterin. ann verhallen i 1. 0 setzt sich so, daß stie von den hre und des Buben Schritte. unheimlichen 01 rar 4 alete 0 10 f mts aa, öbeln, — 10% gung 9 Belech r el —. ̃7˖—Ä——— man der„Köln. Ztg.“:„Gewaltiges Aufsehen erregte neben ihm lagen fünf Denare aus der Zeit der römischen Republik und drei Goldstücke mit dem Kalserbildnis, wohl Hühnerskelette überall im Hause verstreut, wie sich die Tiere eben zu retten versucht hatten. Die Wirtschafts⸗ räume bestehen hauptfächlich aus einer Wein⸗ und einer Oelkelter. Hier waren die Mauern verstärkt und besonders solide, und diesen Raum hatte man deshalb für eine be⸗ sonders sichere Zufluchtsstätte vor dem Aschenregen gehalten, denn hier lagen dicht neben dem Eingange drei Skelette übereinander, wie sie in der Todesangst in den Raum hineingestürzt waren. An den Ohrringen und anderen Anzeichen erkannte man das eine als das einer Frau. Und hier fand man auch am 13. April 1895 an einer vertieften Stelle, die wohl zum Auffangen des Weines diente, auf dem Bauche und den Knieen liegend, den Be⸗ sitzer oder Verwalter der Villa und neben ihm in einer Art Tasche aus Leder wohlgezählte tausend Goldmünzen aus der Zeit von Nero bis Domitian und unter seiner Brust jenen herrlichen Silberschatz, den er treulich gehütet hat durch die Jahrhunderte hindurch. — Ein neues Wunderwerk der Inge⸗ nieurkunst. In Brüssel geht man schon seit Jahren mit dem Plan um, die hochgelegene obere Stadt mit der tief gelegenen unteren Stadt zu verbinden. Der Ingenieur Ficheset will diese Verbindung durch eine 800 Meter lange, ganz aus Stahl erbaute Brücke herstellen. Diese Brücke, die am Boulevard Central ihren Anfang nimmt, überschreitet die Häuser der Unterstadt und endet an der Place des Palais gegenüber dem Stadtpark; ste ist für den Fußgängerverkehr und für eine elektrische Bahn, die die ganze Strecke innerhalb vier Minuten durchläuft, eingerichtet. Fahrstühle, die in den Pfeilern der Brücke angebracht sind, befördern die Fahrgäste der unteren Stadt nach der Brücke hinauf in noch nicht einer Minute. Ficheset verpflichtet sich, diese Brücke, die ein Wunder der Baukunst werden soll, binnen zwei Jahren fertigzustellen. — Flucht einer Nonne. Eine romantische Liebesaffafre spielte sich vor einigen Tagen in Nach od ab. Dort war, wie ein in Königgrätz erscheinendes tschechisches Blatt berichtet, der Geschäftsleiter des tschechi⸗ schen Nationalvereines für Nordböhmen, der Glasmaler Wenzel Horyna aus Braunau, wegen einer Verletzung, die er bei einem nächtlichen Konflikt erhalten hatte, im allgemeinen Krankenhause in Behandlung und knüpfte dort mit einer Pflegerin, der Nonne Huberta, deren Familien⸗ namen Philomena Simczak ist, ein Liebesverhältnis an. Nachdem er das Spital verlassen hatte, fuhr er zu den in Bilowitz bei Ungarisch⸗Hradisch wohnhaften Eltern der Nonne, die dort eine große Wirtschaft besitzen, und hielt um die Hand ihrer Tochter an. Die Eheleute verweigerten aber ihre Einwilligung, und Horyna kehrte nach Nagod zurück, wo er vergeblich versuchte, Schwester Huberta im Krankenhause zu sehen, denn der Eintritt wurde ihm ver⸗ wehrt und die Nonne streng überwacht. Nun kaufte Horyna einen Revolver und erklärte öffentlich, es müsse Blut fließen. Jetzt trat die Polizei dazwischen, nahm ihm die Waffe ab und trug ihm auf, Nachod unverzüglich zu verlassen. Am 10. d. M. erschien ein Fiaker vor dem Krankenhause. Schwester Huberta kam im Ordenskleide zum Gartenzäune. Horyna half ihr, über diesen zu steigen, und beide fuhren nach Politz. Dort legte die Nonne weltliche Kleider an, worauf sich das Paar nach Braunau begab, wo Philomena des Tags über bei Horyna, des Nachts bei einer befreundeten Familie weilt. Sie ist großjährig und hat im Orden 1000 Gulden deponiert. Die Angelegenheit beschäftigt gegenwärtig die Behörden. —— sein einziger Besitz, den er zu retten versucht hatte. An Speisezimmer und weiteren Schlafzimmern vorbei gelangt —— P- — — Sphynxgestalten durch hohes Boskett getrennt ist. Nur undeutlich schimmert das Gestein herüber. „Gedenkst Du noch des Mäusleins in der Falle, schöne Rumänin?“ tönts da plötzlich wie Geisterhauch durch die Stille. Des Mädchens Augen weiten sich in jähem Entsetzen. Wer spricht hier? Wer kennt jene Karnevalepisode? Hat sie etwa laut gedacht? Und wieder:„Du bist es, ich kenne Dich gut! Ein Rätselwesen war die Sphynx schon im grauen Altertum, nichts ist ihr verborgen. Ich lese in Deiner Seele, das Bild des Armeniers lebt noch darin.“ Jähe, heiße Glut steigt ihr in die Wangen. Sie möchte fliehen und die bebenden Glieder ver⸗ st. Sie legt die schlanken Hände sagen den Dienf 8 vor die Augen. Beleben sich nicht die unheimlichen Steinkolosse? Giebt es ge in dieser nüchternen Welt! Ihr ginnt sich zu verwirren. „Höre Mädchen!“ heimnisvolle, übernatürliche Dinge klares Denken be— „Er“ hat die liebliche Rumänin nicht vergessen. Er sah ihre reinen Züge und hofft auf die Zukunft. Das goldene Mäuslein ist sein Talisman geworden.“ l 5 Wie in Fieberschauern lauschte sie, die Augen geschlossen. Ein Rauschen geht durch die Zweige, sie will das Schreckliche nicht sehen, sie ist wie hypnotisiert. Dann fällt es leicht und kühl auf ihre Hand. Sie schaut auf, ein Sträußlein von Anemonen und Vergißmeinnicht ist es. Also kein Traum der schwülen Mittagsglut, sie hält Sichtbares in den bebenden Fingern. Ihr scheuer Blick streift riugsrum, die Steinkolosse liegen in ihrer starren, toten Ruhe. Denn be⸗ —————— dann nochmals grüßend zurücktreten, er fährt also nicht mit e „Nun sagen Sie, liebes Fräulein, haben Sie nicht Glück gehabt? Sogar den verlorenen Mantel bringt man rechtzeitig zurück. Sie sind ein zweiter schleicht sie unfaßbares Grauen, sie flieht dem Apollotempel zu. Da kommen die Beiden schon die äußeren Stufen herab. Das unvermeidliche: „Ist das schön!“ tönt ihr entgegen.„Sie hätten mitkommen sollen!“ Erst am Bahnhof— der Schnellzug ist schon gemeldet— vermißt Theo ihren Kragen. Was nun? „Wo ließen Sie ihn liegen? Können Sie sich besinnen?“ forscht die alte Dame. „Ju der Moschee hatte ich ihn noch“, beharrt Theo. Weiter weiß ich nicht.“ „Gewiß haben Sie ihn verloren als Sie die Blumen suchten.“ „Nein, nein!“ Sie kann sich nicht überwinden von der geheimnis oollen Spende zu berichten. Da biegt eine hohe Gestalt um die Ecke, der Fremde aus dem Vorhof der Moschee. Auf seinem Arm liegt der verlorene Kragen. Mit lächelndem Gruß tritt er auf die Damen zu. „Ich bin so glücklich Ihnen dies zurückzugeben. Ich sah den Mantel bei dem gnädigen Fräulein, da Sie aus der Moschee traten und fand ihn später auf einer Bank beim Apollotempel.“ Es bleibt kaum Zeit einen Dank zu stammeln, da braust der Zug herau. Theo sieht den Fremden Polytrates, das Glück verfolgt Sie“, plaudert die Reisegefährtin, behaglich in die Polster geschmiegt. % Glück?“ Theo ist es eben durchaus nicht so zu Mute. Wären nicht die Vergißmeinnicht, die sie Asorglich am Busen gebettet, sie wähnte es sei alles ein toller Traum. Und in diesem Traum ist nur eins klar, das Bild des Fremden von Schwetzingen. 1 * Natürlich ist Tante nicht am Bahnhof in Karlsruhe. Sie hätte doch depeschieren sollen, denkt Theo besorgt. Die Reisegefährtin verabschiedet sich fast herzlich. Sie gab Theo sogar ihre Schweizer Adresse. „Falls Sie mir in den nächsten Wochen etwas Wichtiges zu melden hätten, liebes Fräulein!“ Auf dem Bahnhofsplatze nimmt sie eine Droschke. 8 a Amalienstraße Nr... Der Wagen hält. Eine Stiege hoch. Als ob es bei der verblüffenden Gleichförmigkeit dieser schlichten Häuserreihe mehr gäbe. Nun steht sie vor der geschlossenen Glasthüre, niemand zu Hause. Wie fatal. Tante erwartete sie offenbar nicht mehr. (Fortsetzung folgt.) —— e Lokales und Provinzielles. * Gießen, 27. Nov. Die Generalver⸗ fsammlung der Ortskrankenkasse findet morgen, Sonntag Nachmittag, auf Lenz Felsen⸗ keller statt. Gießen, 27. Nov. Der Weltmeister auf dem Billard im freien Carambol-Spiel Hugo Kerkau⸗Berlin wurde, als er von Der natürliche Zuwachs betrug danach 14 109 oder(nach dem Bevölkerungsstand vom 2. Dezember 1895) 1,36 Prozent. * Darmstadt, 26. Nov.„Aus der Provinz Starkenburg“ wird der D. Z. geschrieben: Als ein Zeichen wirtschaftlichen Aufschwungs ist zu berichten, daß die Nutzholzpreise für das kommende Erntejahr bedeutend in die Höhe gegangen sind. So wurde z. B. allein für das hoben werden soll. Er bezahlte die Nachnahme und entdeckte, als er seine Waren öffnete, daß nicht allein ein großer Teil der Waren ver⸗ dorben war, sondern daß er auch sonst in schändlicher Weise betrogen worden. Also Vorsicht vor diesem neuen Schwindel! Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Am 19. Nov. Dem Posthilfsboten Johannes Volprecht Denselben. Philipp Heinrich Grün, Witwer, ch zn efskirchen, mit Elise Amend, Tochter des Lehrers Philipp Daniel Amend zu Gießen. 1 0 Am 23. Nov Mart. Ruch Am 23. Nov. Ma uch, geb. Benner, Witwe verstorbenen Eisenbahnaspiranten Adam N 4 alt, starb am 20. November. 1 1 Am 24. Nov. Marie Schmidt, geb. Ulm, Witwe! verstorbenen Maschinenstrickers Ferdinand idt, Jahre alt, starb am 22. November.— 8 0 seinem Tournee aus Amerika heimtehrte, von] aus den hessischen Staatswaldungen auf dem 5 ri. 2 E Markusgemeinde. 4 dem bayrischen Billard⸗Champion, A. Woerz⸗] Submissionswege verkaufte Schnitt⸗ Schwellen⸗, an Babe en Sehn. den Sa Polo Taufen. 95 München, welcher auf der Tournierreise durch] Gruben und Pfahlholz usw. ein Mehrerlös von] Appel eine Tochter, Emma Karoline Elisabethe 21. 3 9. 1 90. da e War Set 8„ a, 9 am* er. 1 3 e 2 ee geschiltzt. Werkstatt, 6 Taglöbner, 1 Taglöbner für Perlkrän 2. g g Die Wassermesser nächst dem nächstabschlie ßenden Theil der Rohrleitung dauernde Arbeit, 5 Diensimädchen für Küche ze, Eigene Binderei sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu und Hausarbeit, 1 Schreibgehülfe(Anfänger). Metallkrän e von umtleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. Die Herstellung aller Lebrlinge: ze, rünen Myrten⸗ Wassermesser, die infolge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, 3 Bäcker-, 2 Buchbinder, 2 Drechsler, 2 Metallkreuze 9 iße erfolgt auf Rechuung der Hausbesitzer. Gärtner, Kupferschmied-, 1 Maschinen⸗ ze, und weißen ö Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung des bauer-, 1 Sattler-, 3 Schlosser-, 2 Schmiede-, Mooskränze Orangen⸗Braut⸗ Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesiter aber werden Beschädigungen an Leitung 3 Schneider, 4 Schreiner-, 3 Schuhmacher⸗, ze,„Kränze silberner und Gebäude fern gebalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln 1 Setzer-, 1 Wagner⸗-Lehrling. künstl Stoffkrän 5 4 ze, allen Fe 7 0 9 8 besonderen 0—— u„ ze, und goldener Hoch⸗ eparaturen und Auftauen von Hauswasserleitungen werden am schnellsten von den- 88 5 1 5 2 3 ita. jenigen Installations⸗Geschäften besorgt, welche die betreffenden Hauswasserleitungen s. Z. aus- Städt. Sch! acht aus präparierte zeits⸗Kränze, geführt haben. 55 reibank. Natur krän ze Makart⸗Bouketts, Gießen, 5 November 1897. Kränzen, Kreuzen Städtisches 1 0 9 1 Wasserwerk Gießen. Heute uud morgen und 5 5 5 tto Bergen. 2 Ochsenfleisch, Bouketts. Kronen. —— Europa alle seine Gegner schlug und die be— deutenden ungarischen Billardmeister Anderjan und Trebar wiederholt bestegte, herausgefordert. Es galt ein Carambol⸗Cadre⸗(Balkline)⸗Tournier auf 20000 Points, um die Meisterschaft im Cadre⸗Spiel— Einsatz 1000 Mark— mit der Bedingung daß 10000 Points in Berlin und 10000 Points auf neutralem Boden in ver— schiedenen deutschen Städten gespielt werden. In Berlin sind bereits 8000 Points dieser Partie gespielt und soll in Gießen am Freitag, den 3. Dezember ein Teil der auf neutralem Gebiet zu spielenden Bälle gestoßen werden. Die letzten 2000, der Rest der 10000 in der Reichshauptstadt zu spielenden Bälle werden zum Schlut in Berlin in Hugo Kerkaus internatio⸗ naler Billard⸗Akademie gespielt werden. Kerkau sowohl, als auch Woerz werden sich nach Be⸗ endigung des Cadre⸗Spiels in ihren großartigen Triks auf dem Billard produzieren. Billard⸗ freunden, die besonders auf nummerierte Plätze reflektieren, ist zu raten, sich im Vorverkauf jrühzeitig mit Karten zu versehen, da nur eine beschraukte Anzahl dieser Plätze zu vergeben sind. * Gießen, 27. Nov. Rückfahrkarten zum Weihnachtsfest. Der Eisenbahnminister hat verfügt, daß im Bereich der preußischen Staatsbahnen die Rückfahrkarten von sonst kürzerer Gültigkeitsdauer in diesem Jahr zum Weihnachtsfest vom 18. Dezember bis ein⸗ schließlich 6. Januar Geltung haben sollen. Die Rückfahrt muß spätestens am letzten Gültig⸗ keitstage bis um 12 Uhr Mitternacht angetreten werden und darf nach Ablauf dieses Tages nicht mehr unterbrochen werden. * Gießen, 27. Nov. Zur hessischen Bevölkerungsbewegung. Die Zahl der Eheschließungen betrug im Jahre 1896 im Großherzogtum Hessen 8817. Die Zahl der über 200 000 Mark gegen das Vorjahr erzielt. Am meisten ist das Schwellen- und Pfahlholz im Preise gestiegen. Auch nach Brennholz, be— sonders Kiefernholz, ist lebhafte Nachfrage, sodaß die Versteigerungen im kommenden Winter vor⸗ aussichtlich ein bedeutendes Mehr über die Taxe ergeben werden. Der Reinerlös wied allerdings dadurch etwas gemäßigt, daß auch die Hauer⸗ löhne in die Höhe gegangen sind, durchschnittlich etwa um 8—10 Prozent, oder im ganzen 50⸗ bis 60 000 Mark. Die jetzige gelinde, trockene Witterung fördert den Fällungsbetrieb zwar sehr, hält aber auch noch viele Arbeiter in den Städten zurück. * Mainz, 26. Nov. Heute Abend wurde aus dem Basel-Frankfurter Schnellzug Nr. 17 hier ein Franzose ausgesetzt und zur Polizei gebracht, weil er während der Fahrt zwischen Oppenheim und Mainz in einem Koupee erster Klasse sämtliche Fensterscheiben zer— trümmert hatte.— Der hatte wahrscheinlich zwei zu viel getrunken.— Das hiesige„Tagbl.“ meldet in bestimmtester Form, daß der Plan, die Festungswerke von Mainz niederzu⸗ legen, im preußischen Kriegsministerium defini⸗ tiv gefaßt worden sei. Die Entscheidung werde noch im Laufe des Januar hierher mitgeteilt werden. Ferner soll der Plan bestehen, Mainz zum Sitze eines Generalkommandos zu machen. * Mainz, 27. Nov. Neuer Sch windel. Zu einem hiesigen Geschäftsmanne kamen un⸗ längst zwei distinguiert aussehende Herren, die angaben, im Auftrage eines bedeutenden nord⸗ deutschen Exporthauses in Seefischen, Kon⸗ serven usw. zu reisen, und Waren zum Verkaufe anboten. Der Geschäftsinhaber fand die Waren, die stie anpriesen, preiswürdig, und außer einer Tonne Heringe bestellte er noch eine größere Anzahl Fische in Konservenbüchsen, zusammen Dem Handelsmann Heinrich Schäfer XIII eine Tochter, Elisabethe.— 22. Dem Taglöhner Heinrich Nau eine Tochter.— 24. Dem Former Wilhelm Pletsch ein Sohr Wilhelm Elwin.— 25. Dem Hilfstelegraphisten Paul Kretschmann ein Sohn, Ernst Ludwig. Aufgebote. Am 8. Nov. Johannes Kullmann, Stadtbauassistent zu Landau, mit Elisabeth Herrmann hierselbst.— 20. Emil Adolf Johann Stieber, Viehtransporteur dabier, mit Katharine Elisabethe Frischholz hierselbst. Johannes Hoßfeld, Knecht dahier, mit Emma Hartmann von Grün⸗ berg. Adolf Repp, Sergeant dahier, mit Marie Lich hierselbst. Wilhelm Volkmann, Taglöhner zu Hattenrod, mit Margarethe Eisenfeller daselbst.— 22. Auguft Wil⸗ helm Horn, Lackierer dahier, mit Christine Horn zu Burckhardsfelden.— 24. Justus Jakob Konrad Christian Karl Horn, Eisendreher dahier, mit Friederike Marie Eleonore Erb hierselbst.— 26. Johannes Peter Balser, Fabrikarbeiter dahier, mit Marie Krieger von Allendorf an der Lumda. Eheschließungen. Am 20. Nov. Wilhelm Schneider, Schneider dahier, mit Katharine Hisgen hierselbst. Jakob Kohlhepp, Vize⸗ feldwebel zu Butzbach, mit Katharine Schmitt hierselbst. Konrad Eisenauer, Fuhrknecht dahter, mit Elisabethe Erb hierselbst.— 24. Philipp Heinrich Grün, Lehrer von Reiskirchen, Kreis Gießen, mit Elise Amend hierselbst. — 25. Jean Julius Ernst, Postsekretär zu Marburg, mit Wilhelmine Henriette Elisabetha Ceßner von Darm⸗ stadt. Feist Krämer, Kaufmann von Höchst i. O., mit Bertha Levi hierselbst. Sterbefãlle. Am 20. Nov. Marie Ruch, geb. Benner, 36 Jahre alt, Näherin dahier, Witwe des Musikers Adam Ruch.— 21. Johannes Römer, 38 Jahre alt, Fuhrmann zu Trais⸗Horloff.— 22. Marie Schmidt, geb. Ulm, 48 Jahre alt, Witwe des Maschinenstrickers Ferd. Schmidt dahier. Sophie Kreiling, geb. Rodner, 57 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Johannes Kreiling X dahier.— 25. Wilhelmine Pfeiffer, geb. Damm, 27 Jahre alt, Ehefrau des Streckenarbeiters Ludwig Pfeiffer dahier. Denselben. Dem Schaffner Heinrich neider Tochter, Emilie Dorothea Katharine, 5. 23. O Neuefte Telegramme. Hd. Wien, 27. November. In der Sul herrschte große Aufregung über die Vit gänge im Parlament. Für die Noch waren, da man Unruhen befürchtete, Sicherhel maßregeln getroffen. Die Volksmenge braß nachmittags vor der Wohnung des Ab Wolff diesem Sympathiekundgebungen da Im ganzen sind neun sozialistische Abgeordie⸗ sowie Schönerer und Wolff von drei itzunger ausgeschlossen. Die nächste Sitzung findet hen! Vormittag um 10 Uhr statt. 1 eit 2 Ri Kreu — ö Privattelegramme der Hessischen Landeszeitung. Wien, 27. Nov., 2 uhr 30 Min. Neef Beginn der heutigen Abgeordnetensitzung ua das Parlamentsgebäude, sowie die Universal von einer kolossalen Mengenmenge besetzt. Ein 2 starkes Polizeiaufgebot mußte wieder bol Wer Ni einschreiten. Eine Menge Verhaftungen wurden vorgenommen. Im Parlament wiede holten sch die gestrigen Szenen, sodaß die Verhandlunge unmöglich wurden. Der Präsident 105 als- bald die Sitzung. Der ausgeschlossene A geord nete Wolff erschien im Sitzungssaal, wude aber sofort verhaftet und auf das Polise 0 f e 5 war vor der Ui ersität ein heftiger usammensto wischen Polizei und Studenten. aun dung Gießen, 27. November. Auf dem heutigen Wo markt kostete: Butter per Pfb. 1.— 1,15 Mk., Hähnen N ehhaltis 2 St. 14715 sg. Enameler 7 Pfg., Gänferter 12 Ph. c wand Lale o. ailenctees, Erben per der 20, Sunen 0 P. U — Geborenen war 34955, davon waren 10738 für über 100 Mark Waren. Nach der Bestel⸗ Auszug aus den Kirchenbüchern Tauben per Paar 0,50— 0,65, Hühner per St. 90— 1,10 5 männlich, 10 108 weiblich. Totgeboren waren lung mußte der Käufer einen Schein unter⸗ der evangelischen Gemeinde. Fahnen 601.00 Enten 1.60- 2 Mk., Gäne per Pfau suxusmo davon 1280 Kinder, wovon 727 männliche und schreiben, wonach er durch seine Unterschrift be⸗ Matthäusgemeinde. e Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 50 8 553 weibliche. Unehelich wurden 2740 Kinder stätigte, daß er thatsächlich die Bestellung gemacht Tausen. Ane 64—72, Schweinefl., gesalzenes 78, J Herrenschreibf geboren, davon 123 totgeborene. Mithin waren habe. Nach kurzem kam auch die Sendung an, Am 21. November. Dem Schneider Karl Dechert eine 855 13 e e 14 Kartoffun Nahen, Zigarren von sämtlschen Kindern 7,9 Prozent uneheliche. aber unter Nachnahme, mit der Bemerkung, daß. Tochter, Elise Marie, e W Ib 10 4 cen e e 5 157 1 00 Von den ehelichen Kindern waren totge⸗Nachnahme gewünscht worden sei. Der Kauf⸗ Am 20. November. Konrad Eichmann, Fuhrtnecht Liter 16 Pfg. g g Th. borene 3,6 Prozent, von den unehelichen mann besah sich nun nochmals den Bestellschein, zu Gießen, mit Elisabethe Erb, Tochter des verstorbenen 4,3 Prozent. Gestorben sind 1896 insgesamt] und fand in ganz kleiner, kaum leserlicher] Arbeiters Johannes Erb II zu Beuern. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Rebe ee 20,846 Menschen leinschließlich der Totgeborenen),[Schrift, auf dem sonst großgedruckten Zettel die Denselben. Jakob Kohlhepp, Vizefeldwebel zu Butz⸗ ter: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanuschen 0 davon 10 738 männliche und 10 108 weibliche. Bemerkung, daß die Ware mit Nachnahme er⸗ bach, mit Katharine Schmitt zu Gießen. Buchbrackerel, Gießen, Schloßgasse 18 G — 1. TTT———ũ—..—pͤ——— 5 7 5 Hiermit Bekanntmachung Gefunden—.*„„er 100 0 2 1 20 vom 28. November bis 12. Dezember 1897. Vorkehrungen i e 151 a See Der hiesigen Bäcker. 2 1 1 e, ing, aar weiße Damenhand⸗ 5 g brod 5 2 5 5 29 6 N 67 gegen das Einfrieren der Haus⸗Wasserleitungen. scute, 1 einz. Handschub, 1 Töschchen, 1 2. 59 40 Unter Hinweis auf die„Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen“ Taschenmesser, 1 Rehfell, 1 Schürze und ein 1 Kg.(2 Pfd.) Weißbrod d g 5 27 machen wir darauf aufmerlsam, daß, um dem Einfrieren des Wassers in den Haus⸗ Pferdeteppich. Zugeflogen: 1 Hahn. 1 Kg.(2 Pfd.) Weißbrod bei Heinr. Plank„ wasserleitungen bei eintretender Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Haus⸗ Gießen, den 27. November 1897 2 Kg.(4 Pfd.) Weißbrod 54„ wasserleitungen des Abends filr die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, Großherzogliches Polizeiamt Gießen. 2 Kg.(4 Pfd.) Weißbrod bei Heinr. Plank ee eee 9 6 15 e 1 8 5 e e dae este und dann das v. Bechtold. 1 Kg.(2 Pfd.) Schwarzbrod... ee eitlich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, ge⸗ 1 Kg.(2 Pfd.) Schwarzbrod bei Heinr. Plank. 5 5 4 g 24„ öffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Sansa stehende Bekanntmachung. 2 49 4 9959 Swen 5 5 g 5 6 8 8 g l 5 Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf oben bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Die Rechnung der Armenkasse und der 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod bei Heinr. Plank... 48„ Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselbenu das in Plockischen Stiftung für 1896/97 liegt vom 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod l g g 8 5 4 78 dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen 26. d. Mts. ab auf acht Tage zu Jedermanns Der auswärtigen Bäcker. zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte.— Ein größerer Theil des Wassers Einsicht offen. 1 Kg.(2 Pfd.) Weißbrod bei L. Steinmüller(Gr.⸗Linden) 7 283„ kann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Ent⸗ Gießen, den 22. November 1897. W. Weitzel(Langgöns) 1 leerung im Keller vereinfacht wird.— Nach stattgehabter Entleerung find die beiden Zapf⸗ Die Armen⸗Deputation Wilh. Fabel(Wiesech) 0 f g 28 liehe welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu der Stadt Gießen. 2 Kg.(4 Pfd.) Weißbrod bei J. Kd. Velte(Kirch Göns) u. W. Stein⸗ 4 schließen. müller(Gr.⸗Linden) g l 5 6„ Das Schließen des Hauptabsperrhahus erfolgt durch Aufsetzen des bei⸗ 2 W. Wege angabe). 1. 50„ gegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung in der Richtung Städtischer Wilh. Fabel(Wieseck) a 5 8 52„ von links nach rechts— im Sinne des Uhrzeigers— bis Widerstand erfolgt.— 9 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod bei Joh. Kd. Velte(Kirch⸗Göns). 42„ Das Oeffnen des Hauptabsperrhahnes geschieht durch Drehung im eutgegen⸗ Arbeitsna weis L. Steinmüller(Gr.⸗Linden) und W. gesetzten Sinne, bis Widerstand erfolgt. Steinmüller(Lang⸗Göns).. 44„ Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder vollständig W. Weitzel(Lang⸗Göns) e 0 46„ geöffnet werden. f a 8 N Gießen, Gartenstraße 2. Gustav Jacoby(Alten⸗Buseck) 48„ Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hofräumen, Gärten usw. sind Angebot der Arbeitnehmer 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod bei Ernst Christ(Wieseck), Wilhelm Fabel während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren 1 2 0 1 Brot- und Freinbäcker, 1 S vist⸗(Wieseck) 5 2 g 1 g 70„ und ertheilt hierüber im besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die fene 1 Spen 1881 2 1 1 Bunschlosser Gustav Jakoby(Altenbuseckck;) 72„ betr. Leitungen gefertigt hat. 2 Maschinenschlosser 4 Daneben 1 Garten- Der Brodverkäufer. l N Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es fich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere sestgesetzte Zeit zu beschränken und während der Übrigen Tageszeit die Hauswasserleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohn⸗ ungen geflübrt sind, kann man durch Unterhalten eines kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Closet⸗ oder sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschlltzt ist, die Temperatur durch ein Oefchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abnestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Closets(wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwasser des Syphons(Wasserabschlusses gegen Auffrieren der Schülsseln Bureaudiener, 1 Kesselschmiede, und lohnende arbeiter, 1 Einkassierer, 1 Krankenpflegerin, 1 Bureau⸗ gehülfen, 1 Köchin, 1 Kindermädchen, 2 Dienft⸗ mädchen, 1 Weißzeugnäherin, 1 Kommis. Nachfrage der Arbeitgeber. 3 Drechsler, 2 Spengler, 1 Installateur, 5 5 Stemmer, Monteure, 5 Nieter, 3 Vorzeichner für dauernde Akkordarbeit in Werk; 2 tüchtige Bauschlosser, 2 tücht. Schuh- macher auf Werkstatt, 1 tüchtiger Schneider auf und 2 Schreib- Gießen, den 27. November 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. von Bechtold. En gros. 3 Schlosser, 3 ein großes Submissionen. In den Gemarkungen Atzbach und Dorlar soll ein Feldweg planiert Pl ojeftstücke können auf dem hiesigen sind bis zum 10. Dezember einzureichen. Krofdorf. und teilweise chausstert werden; Kostenanschlag 2250 Mk Bülrgermeisteramt eingesebhen werden. Angebote nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 52 Pfg. in Stoff-, Sonnenstraße 26 ist der Parterre ⸗ Stock, bestehend aus zwei Zwieback (feiuster Friedrichsdorser), beste Nahrung Guter Füllofen Friedrich Rüger Giessen, Kreuzplatz 4. Grosses Lager Glasperlen in verschiedenen Farben, Blätter, Gummi⸗ schläuche, gefärbtes Gras und Moos. En detail. Wachs⸗ und Porzellanblumen, Wachs⸗ und Hestickte Brautschleier, sowie 4 2908 National- Bander in allen Farben. Zimmer nebst Zubehör sofort anderweit zu vermieten. 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W N Nr. 1 1897. 0— 1 2 COlOrchecker —— 1155 könn d da diefe& allschaft eine een dg vom Schiwverein unabhängige Vereinigung bildet, die n Mittwoch im Schützenhause ihre Schieß⸗ übun abhält. zießen, 31. Dez. Während in Hessen, daues weisen Eisenbahnvertrags mit Preu— ßenne Erhöhung der Fahrpreise auf dem preuhen Tarif— 4 5 für die dritte, 6 für zweite und 8„ für die erste Klasse be⸗ vors, treten jetzt auf den bairischen Bal besondere Vergünstigungen in Kraft. Wiesen darüber: Der Antrag der Handels⸗ undzewerbekammer für Unterfranken und Ascknburg auf Einführung von 1000 Kilo⸗ methrscheinheften bei den bairischen Staats⸗ eisehnen nach dem Borbilde in Baden, mit Falken von 2 Pfg. für die 3., 4 Pfg. für die und 6 Pfg. für die 1. Wagenklasse der Pernzüge pro Kilometer, sowie 1 Pfg pro Killer Zuschlag für alle Klassen der Schnell⸗ zügat die Frage der Personentarifreform neings wieder in Fluß gebracht, nachdem sich diedische Einrichtung inzwischen bewährt 0 Wahrscheinlich gelingt es, in Baiern 000 durchzuf etzen nnd zwar nidur für 1000 Kilometer-Fahrscheinhefte, son für alle Fahrten überhaupt. In Hessen 25 bekanntlich jetzt großherzoglich hessische, N N Nu pie A 4 er 121 Hoe D I. 1 ür Erstürmung der pscherer Höhen 12 außerdem kämpfte er siegreich in 5 großen Schlachten, 4 Belagerungen und zahlreichen Ge— fechten. 1880 wurde er Gouverneur von Mainz und 1887 trat er in Pension. Er wird auf seinen Wunsch hier beerdigt. * Mainz, 30. Dezember. Der berüchtigte Friedrich Peter Teufel, der in der Nacht vom 18. zum 19. November in dem benachbarten Gonsenheim einem Landwirt ein Schwein aus dem Stalle trieb und dasselbe in Mainz ver— kaufte, wurde heute von der Strafkammer des Landgerichts wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Teufel hat sich noch in Wiesbaden, Mannheim, Würzburg und Aschaffenburg wegen weiterer Einbruchsdiebstähle]? zu verantworten. Gestern und heute wurde eine aus vier Personen bestehende Hehlerbande verhaftet. Der Hausbursche eines großen Warenhauses hatte im Laufe der Zeit umfang⸗ reiche Diebstähle verübt und die gestohlenen Waren teils bei sich und teils bei Hehlern versteckt. * Mainz, 29. Dezember. Am Neujahrs⸗ tage tritt man hier in das Zeichen des Karne— vals. Die närrische Saison wird eröffnet durch den Umritt von 12 Herolden, Trompetern des 27. Feldartillerie-Regiments, in Kostüm durch die Straßen der Stadt.. 1 und Nächte der Finsternis. toman von Helmuth Wolfhardt. (Nachdrud verboten.) (Fortsetzung.) h begreife diese Empfindung nicht nur“, ver⸗ sich Bernhard eifrig,„sondern ich teile sie voll⸗ kol. Wenn jenes Gerede wirklich die Wahr— heift, und wenn der Schuldige noch unter den Lell weilt, so kann jeder ehrliche Mann nur win, daß sein Verbrechen endlich ans Licht koiund daß ihn die härteste, furchtbarste Strafe trevelche menschliche Gesetze nur immer ver— bämnag.“ 8 ẽ hatten die Erinnerungen an den düstersten unkeckenvollsten Tag ihres jungen Lebens einen lei Schatten in die sonnige Helle der Glück— sel geworfen, welche die beiden Liebenden um⸗ firder sie waren doch nicht im Stande, ihnen dirschwängliche Wonne dieser paradiesischen Si dauernd zu trüben. Wie im Fluge ral ihnen die wenigen Tage dahin, welche sie d O em 1 2 3 4 * 6 7 6 8 J Achtes Kapitel. Nan. mider verleben ee und als n — perrörer übernehmen.— In der Nähe von i Partenheim wurde bekanntlich auf Pfingsten d. J. ein Landwirt Namens Kunkel ermordet aufgefunden. Die Untersuchung wurde einge⸗ stellt, da sie zu keinem greifbaren Resultate führte. Seit einigen Tagen ist nun die Unter⸗ suchung wieder aufgegriffen worden, da sich neue Verdachtsmomente ergeben haben. * Mainz, 30. Dez. Zwischen Nackenheim und Nierstein ereignete sich gestern Abend gegen ½10 Uhr ein höchst merkwürdiger Un⸗ glücksfall. Ein Fuhrmann aus Laubenheim, Namens Görlich, hatte einem Fuhrwerk der Kreuznacher Glashütte in der Richtung nach Nierstein Vorspanndienste geleistet. Beim Rück⸗ weg mußte er zwischen obigen Stationen den Bahnübergang passieren. Von hier schwenkte das Pferd ab und trabte den Schienen entlang, was der Lenker des Pferdes, der auf demselben saß und eingeschlafen war, gar nicht merkte. Plötzlich wurde er aus seinem Schlummer durch einen schrecklichen Stoß aufgerüttelt. Der um diese Zeit fällige Worms-Mainzer Personenzug erfaßte Roß und Reiter und schleuderte beide zur Seite; das Pferd blieb sofort tot und der Fuhrmann wurde schwer verletzt, sodaß er gestern Abend noch in das hiesige Hospital verbracht werden mußte. Der Mann soll gar nicht wissen, wie sich das m eigentlich ereignet hat. un: Nr. 4. (Aus Gram zeit war der em hiesigen Ein⸗ chweines nach flich. Da ge⸗ und Klauen⸗ zeige gebracht l.. Geldstrafe achte auf dem berden, jedoch daß ihm noch nzen zur Last ärte er nach erkrankte für ihn nicht eine Prophe⸗ er starb am der auf Renn⸗ hte Versuch, ein n zu lassen, hat welches Charles rch ein ameri⸗ Dasselbe besteht beren plattform⸗ iguren besetztem pie solches beim inen Schnurzug, und technischen von einer der den sowohl auch die Beine des — Waänn trägt die Eisdecke? ucber die Tragens des Eises sind vielfach ganz irrige Vor⸗ stellungen verbreitet, die nicht selten todbringende Unfälle zur Folge haben. So giebt es Waghalsige, die das Eis schon betreten, wenn es 2 bis 3 Centimeter dick ist, während es erst bei einer Stärke von 4 Centimeter ein zelne Personen, aber keine Anhäufung von solchen, sicher zu tragen im Stande ist. Hat es eine Stärke von 8 Centimeter erreicht, so mag man sich ihm sorglos anvertrauen und bei einer Stärke von 12 Centimetern können es selbst leichte Wagen befahren. Wenn die Dicke des Eises 35 Centimeter überschreitet, so vermag es selbst die größten Lasten zu tragen, aber nur bei Frostwetter. Das Eintreten von Tauwetter löst das innere Gefüge des Eises so rasch, daß selbst noch dickes, sonst gut tragfähiges Eis nicht mehr ohne Gefahr betreten werden kann. Marktpreise. Gießen, den 31. Dezember. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1— 1,20, Hühner⸗ eier 1 St. 7—8, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg. Tauben per Paar 50—60 Pfg., Hühner p. St. 90— 1,00, Hahnen 60— 100, Enten 1,50— 1,70, Gänse per Pfund 44-64, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh- und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 50— 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50— 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen Aequinoktialstürme kaum jemals vom Meer her über das flache Land dahingefegt als in diesem Jahre. Es war, als solle noch einmal wie zur Zeit der großen Sintflut dem tobenden Gewässer die Herrschaft eingeräumt werden über das feste Land, denn die Schleusen des Himmels waren nicht nur Tag und Nacht geöffnet, sondern auch die ge— waltigen Schneemassen in den Gebirgen kamen so plötzlich ins Schmelzen, daß die Flüsse, die von den Bergen herab dem Meere zuströmten, in ihren altgewohnten Betten kaum noch Raum genug hatten für ihre reißenden Wasserfluten. Die Bewohner von Rothhaide machten in diesen Tagen ernste Gesichter, denn der Warnungsruf, welcher den ganzen Küstenstrich durchhallt hatte, war für sie von einer besonderen mahnenden Be— deutung. Die älteren unter ihnen erinnerten sich noch deutlich genug und mit geheimem Grauen der furchtbaren Wassersnot, welche dereinst einen erheb— lichen Teil ihrer Stadt in Trümmer gelegt und alles urbare Land in weitem Umkreise auf Jahre n in unfruchtbare Sandwüsten verwandelt Au N Damals hatte man lch vor dem 5 des breiten Stromes überall scheinbar im besten Wilder und ungeberdiger waren die! ungewöhnlichen Regengüsse und der bedrohlichen! leisten. ginge Gerüchte aus del höher gelegenen Gegenden, in denen ein Wolkenbruch auf den anderen folgte, keineswegs außer aller Gefahr, und an denjenigen Stellen, die einen etwaigen Durchbruch des Wassers am ehesten befürchten ließen, war eine große Anzahl von Männern unausgesetzt mit der Befestigung und Verstärkung der Deiche beschäftigt. Die dadurch bethätigte Vorsicht schien in Wahrheit dringend ge— boten; denn der Spiegel des Flusses, der seine gelben schlammigen Wogen mit ungestümer Schnellig— keit dahinwälzte, war fortwährend im Steigen, und das im Gegensatz dazu immer tiefer sinkende Baro— meter kündete eine Fortdauer der so gefürchteten stürmischen und regnerischen Witterung an. In deu späten Abendstunden eines dieser bangen Tage war es, als durchnäßt und vom Winde zer— zaust ein halbwüchsiger Junge das Herrenhaus von Sandhofen betrat. Er wünschte den Gutsherrn selbst zu sprecheu, und als er zu Rodewald geführt wurde, meldete er, daß er von der Aufwärterin des Herrn Milow, den man noch immer allgemein nur den Packmeister nannte, geschickt worden sei. Es demselben heute sehr schlecht, und er hätte eee e. ahn- Arn I 0 war nach der Art der Beziehungen, welche bisher zwischen ihm und dem ehemaligen Packmeister Milow bestanden, natürlich genug. Früher war er mit dem Manne öfter in eine ganz oberflächliche Berührung gekommen, und etwas Näheres über ihn hatte er eigentlich nur an jenem Abend er— fahren, als man sich im Wartezimmer des Bahn— hofs zu Rothhaide über den entlassenen Beamten seine unglückselige Leidenschaft und seinen gemei— gefährlichen Charakter unterhielt. Dann hatte er ihn gänzlich aus den Augen verloren, und erst durch Elisabeths Verlobung mit dem Sohne war es ihm bekannt geworden, daß Milow immer noch am Leben sei und in seinem einsamen Häuschen ein jammer volles, sieches Dasein von Tag zu Tag müßhselig weiterschleppe. Nach der Heimkehr von der be⸗ deutungsvollen Sommerreise war er in Elisabeths Begleitung zu dem Kranken gegangen, um ihm die künftige Schwiegertochter selbst vorzustellen; aber er hatte den ehemaligen Packmeister in eine fassung gefunden, die selbst die schlimmsten& wartungen noch sehr weit hinter sich lie hohläugiger, vom Fieber geschültelter und zam zer Ver 20 2 55 So lonnte er der unerwarteten Aufforder— geben. Tosen und Brausen kündete der Lenz sein[Zustande waren, fühlte man sich doch angesichts der] ung, welche da an ihn erging, ohne Zögern Folge Daß ibn dieselbe in hohem Grade über— 0 abarmagerter Greis war es, der da zusammengesunken— in dem Lehn ter saß, und wenn auch die Auf scklich versicherte, daß er bel vollem so war doch sein Benehmen ganz an, dies ernstlich bezweifeln zu 24 25 ur 0 (Fortsetzung folgt.) T———— igen Preisen, 90 en Stoffen. die J derte! gsquelle hen, euren, ul. uni hren. Loch ier. len Grund virb 2 gahte schftlich. b leistet. g g neuer Werlfätte dompl aran'ie ausgefb