a gerunreinigung der Usa betreffend, mit vafeish 8.8 c 16 Pig. A D grünen M und goldener Ha Kränzen, Kreuß blumen, Wack , Olitet, dum cler. A Gießen, Mittwoch, den 27. Oktober 1897. Postztg. Nr. 3819. Telephon⸗Nr. 112. sclüche d Ausgabe — 0 Gießen. kgzeilung. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. E au den jag-— uf 5* 7 e 2 Ar 6 Auklage, sich eines icht f 2 1 Lokales und Provinzielles. haben, f de le ch. Nate dr Gießen, 26. Oktober. Bei der tammer ist eingegangen eine Vor don 207 Einwohnern von Friedberg, die dem Ersuchen, die Kammer wolle die Angelegen⸗ eit prüfen und bei großherzogl. Regierung eine Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. reis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige hatte da— weiten mals mit Erfolg vorgeschützt, er habe das un⸗ selingg 1 Geh— eigenen Gebrauche verwendet. Gegen das öffen⸗ gerichtliche Urteil ale schaft Berufung eingelegt worden, welche zur Folge hatte, daß Sch. zu der geringsten Strafe eine Metze nur zu seinem war von der Staatsanwalt— scleunige Abstellung der betreffenden Mißstände von 1 verurteilt wurde. beantragen. * Gießen, 26. Oktober. Eine preußisch⸗ sessische Eisenbahnidylle. Das„Mainzer Journal“ schreibt:„Die Zugverspätungen auf er königlich preußischen großherzoglich hessischen Essenbahn werden chronisch. Seit vier Wochen fährt man auf der Linie Mainz⸗Worms nicht ihr fahrplanmäßig, sondern so wie es eben echt, mit ein, zwei auch dret Stunden N Herspätung, und zwar Tag für Tag; die Leute bringen die schönste Zeit des Tages auf ben Bahnhöfen oder in den Eisenbahnwaggons zu und freuen sich, wenn sie mit heller Haut burch fünf, sechs Güterzuge hindurch, die auf steiem Felde die Geleise versperren, endlich lach oder von Mainz sortkommen. Nach An⸗ sicht des Schreibers dseses wäre es an der Zeit, baß die Eisenbahnverwaltung bekannt macht, „wir sind außer Stande, den Fahrplan aufrecht zu erhalten, fahre Jeder, wie es ihm gut dünkt.“ Am Freitag Abend um 6 Uhr ist der Zug von Worms an der Station Laubenheim sogar ein⸗ sach vorbeigefahren, ohne zu halten. 6 Uhr b Minuten sollte derselbe fahrplanmäßig ein⸗ laufen, der Lokomotivführer störte sich aber an keine Signale, sondern fuhr an der Station mit einer Stunde Verspätung vorbei. Ein Passagier oll sich sofort mit Recht telegraphisch eine Droschke von Mainz habe kommen lassen und fuhr auf Kosten der Bahn nach Mainz. Wo jsoll diese ae hinaus; es ist eine voll⸗ ständige Verwirrung in dem Eisenbahndienst ein⸗ getreten, die Beamten sind abgespannt, schlaff, nervös, kommen nicht mehr zur Nachtruhe und werden gegen die Beschwerden des Publikums harthörig oder gereizt. Wann werden die Klagen 7 2* * Gießen, 26. Oktober.(Stadttheater.) Der am Montag mit durchschlagendem Erfolge aufgeführte Schwank„Bocksprün ge“ wird m Mittwoch auf vielfachen Wunsch wiederholt. Donnerstag gastiert Herr Georg Hacker hom Hoftheater zu Darmstadt als„Eg⸗ mont“. Gießen, 26. Okt.(Eine Premiere.) Dem Gießener Stadttheater ist ein bislang noch an keiner öffentlichen Bühne aufgeführter einaktiger Schwank„Der Vagabund“ von Walther Rofener eingereicht worden. Das Stück ara⸗ bestiert in burlesk⸗drastischer Manier die Sucht der modernen Mütter und Töchter nach einer guten Partie. Gießen, 26. Oktober. Daß die sogen. Metze, ein Hohlmaß, das auf dem Lande beim Getreideverkauf noch vielfach benutzt wird, als lein vorschriftsmäßiges Maß anzusehen sst, hat gestern die Strafkammer in schieden. Der Krämer Peter Sch. VII. von Wetzlar ent⸗[H * Gießen, 26. Oktober.(Besitzwechsel.) Das Wohnhaus des Herrn Mylius, an der Rodheimerstraße Kauf für den Preis von 22 000% in den Be⸗ sttz des Herrn Brauereibesitzer Bichler über. gelegen, ging heute durch * Gießen, 26. Okt. Ein neues Material für Fahrräder, speziell für die Rahmen wird in Kürze von Amerika aus auf den Markt gebracht. Dasselbe ist von einem Agenten der amerikanischen Regierung entdeckt wegen seiner Leichtigkeit und Stärke ganz her⸗ vorragend sein. worden, es soll dasselbe Wie uns das Patentbureau von H. und W. Pataky in Berlin mitteilt, wird das Material aus Fasern des indischen Bambus hergestellt. Es ist ganz bedeutend leichter und stärker als Stahl, weshalb es auch sich in jeder Weise für die Fahrradrahmen eignet. Versuche haben gezeigt, daß es bedeutend mehr aushält wie die Stahlrahmen und daß die Leichtigkeit eines derartig hergestellten Rades wesentlich größer ist. Ein anderer großer Vorteil besteht noch darin, daß die Herstellungskosten viel ge⸗ ringer sind, als die des Stahles. * Grünberg, 25. Oktober. Zu der Ein⸗ weihungsfeier der hiestgen Turnhalle sind zwei Tage vorgesehen. Des Samstags findet als Vorfeier ein Festkommers unter ge⸗ fälliger Mitwirkung hiesiger Vereine usw. statt, sodaß ein recht abwechselungsreiches Programm geboten ist. Des Sonntags vollzieht sich der zugesagt hat. Die Musik stellt die Hanauer Ulanenkapelle. * Bad Nauheim, 24. Okt. der Nähe es Kurhospitals soll ein liche Soole abgiebt. * Darmstadt, 25. Okt. ist nunm wurf,„ chuldbuches“, Schuldverschreibungen der 20—F Staatsanleihen vorgelegt worden. Die Eintragun habens und 1 als Gläubiger bezeichneten Person. fähig sind: einzelne physische Personen, andelsfirmen, Schwalbach war vom Schöffengericht von der Fritze. Humoresle von Martha Renate Fischer. (Nachdruck verboten). Dr. phil. Hugo Störmer sprang heraus, sah sich auf dem sehr wenig be⸗ dölkterten Perron um und erblickte an der Hausecke einen jungen Radfahrer im grauen Jackenanzug mit Sirandmütze, der da unbekümmert wartete. —— Der Zug hielt. Störmer schritt auf den jungen Menschen zu, geg grüßte und fragte liebenswürdig:„Fritz Wenzel?“ „N— na— a—“ f „Ich bin der Doktor Störmer, mein lieber Frit Dein Schwager schreibt mir, daß Du mich heil nach Karzig bringen wirst.“ Fritz antwortete geringschätzig:„Das kommt doch überhaupt auf Sie an. Ich weiß ja nicht, ob Sie was können.“ N Störmer lachte, denn er war selber mit vier⸗ zehn Jahren, und so alt Menschen nach Statur und naseweiser Schlingel gewesen. Unverfrorenheit, ein 1 Er ließ sich sein Fahrrad verabfolgen, suchte Fritz Wenzel wi auf und beide begaben sich 70 weiß schon weiter“, unterbrach ihn der 8 3 g Junge 7 angebunden. Daß Störmer vor sich „Wie weit ist es nach Karzig?“ hinlächelte, verdroß ihn, und er fing an, mit der „Eine Meile.“ Sie fuhren neben einander Störmer fing die Unterhaltung an. her. schätzte er den jungen Doltor juristische Personen. habe?“ „Ja.“ 71 Das ist doch sonderbar.. funden. lachte hell auf und sagte:„Ja— Fritz ist schnurrig!“ meinte eifrig:„ egangen, mit der Else Müller, ein Menschenalter nicht gesehen.“ „Du bist doch aber in 5 „sagte Störmer lächelnd. — von meiner Schwester her.“ Richtig! Da war eine Fritze gerufen wurde. Sie eingeladen, daß Sie wahr?“ N „Ja, und da er seine braucht Zunge eine Melodie zu knallen. Es war auf die Störmer fragte, um der „Weißt Du“, fragte er,„daß ich mit Deinem „Was lest Ihr in der Schule?“ eigentliche Weiheakt, zu dem bereits eine statt⸗ liche Anzahl auswärtiger Turner ihr Erscheinen Der hiesige Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung in Gemäßheit eines Wunsches der Frau Ko⸗ nitzky im Kurhospitale 15 Freistellen für gänzlich Unbemittelte gestiftet und die Plätze der Schenkerin zur freien Verfügung gestellt. In eigenes Soolbadehaus errichtet und Winterkur darin eingeführt werden, wenn die Badeverwal⸗ tung, die darum angegangen wurde, die erforder— Den Landständen ehr der in Aussicht gestellte Gesetzesent⸗ die Einrichtung eines Staats⸗ Es sollen und Zprozentigen des Großherzogtums in Buch- schulden des Staates umgewandelt werden können. geschieht auf Antrag des In⸗ den Namen der in dem Antrag Eintrags⸗ einzelne einzelne eingetragene Genossen— Wetitzeile. * Drpedition: 8 Kreuzplatz Nr. 4. — ́——— — innerhalb des Deutschen Reiches. Auch können Vermögensmassen, wie Stiftungen, Anstalten, Familienfideikommisse, deren Verwaltung einer öffentlichen Behörde untersteht, eingetragen werden. Mehr als ein Konto wird einem Gläubiger nicht eröffnet. Weitere Artikel regeln die rechtlichen Folgen der Eintragung.—, Der Finanz⸗Aus⸗ schuß der Zweiten Kammer tritt am 2. November zu weiteren Beratungen zusammen. * Darmstadt, 23. Okt. Bei dem heutigen Wettrennen auf dem Weitstädter Exerzierplatz stürzte der Rittmeister a. D. von Köppen in Gegenwart der russischen und großherzoglichen Herrschaften. Das Pferd blieb tot, der Reiter wurde bewußtlos vom Platze getragen. * Darmstadt, 23. Okt. Die am Frank⸗ furter Fruchtmarkt vom hessischen Land— wirtschaftsrat errichtete Preisnotierungs⸗ stelle hat 144 Abnehmer für ihre Notierungen gefunden, davon kommen auf Oberhessen 52, Rheinhessen 49 und Starkenburg 43. Die Land⸗ gemeinden stellen 59 pCt. der Besteller. Die Ausdehnung der Preisfeststellung auf andere Erzeugnisse bleibt vorbehalten, da erst die Ent⸗ wickelung der Sache abgewartet werden soll. * Darmstadt, 25. Okt. Eine prinzipiell wichtige Entscheidung, die das Justizministerium den Justizbehörden zur Kenntnisnahme mitgeteilt hat, hat das hiesige Oberlandesgericht gefällt. Eine Hanauer Baufirma hatte im Jahre 1895 einen Kasernenbau in Worms übernommen, der erst in diesem Jahre vollendet wurde. Der Auf⸗ forderung, in Hessen ein Gewerbspatent zu lösen, kam sie nicht nach. Es erging wegen Gewerbesteuerkontravention ein Strafbescheid, in der Folge kam die Sache vor dem Schöffengericht Worms zur Verhandlung, was auf eine Geld⸗ strafe erkannte. Auf Berufung legte die Straf⸗ Angeklagten eine Geldstrafe von 313,60. auf, die im lineinbringungsfalle mit 31 Tagen 997 zu verbüßen waren. Die Staatsanwaltschaft ergriff wegen der eventuell erkannten Haftstrafe zugunsten der Angeklagten Revision, die das Oberlandesgericht für begründet und die Um⸗ wandlung uneinziehbarer Geldstrafe in Haftstrafe für unzulässig erklärte. In der Urteilsbegrün⸗ dung wird ausgeführt, daß die hessischen Finanz⸗ behörden stets eine derartige Strafumwandlung für unstatthaft erachtet haben. Der Rechts⸗ zustand, welcher unter der Herrschaft des hessi⸗ schen Strafgesetzbuchs bestanden, set durch Ein⸗ führung des Reichsstrafgesetzbuchs nicht berührt worden, eine Umwandlung von uneinbringlicher Gewerbesteuergeldfrage in Haftstrafe sei nur platzgreiflich, wenn das Gesetz sie ausdrücklich normiere. Eine derartige Bestimmung sei jedoch in dem Gewerbesteuergesetz vom 8. Juli 1884 nicht enthalten. * Offenbach, 25. Okt. Zur städtischen Baupolizeiordnung wurde ein Nachtrag erlassen, wonach mindestens ein zusammenhängen— des Viertel der Gesamtfläche eines jeden inner— halb des Bebauungsplans liegenden Bauplatzes unbebaut bleiben soll und bei Häusern, die mehr als drei Stockwerke und einen Kniestock von über 1,25 Meter haben, mindestens drei Achtel der kammer des Landgerichts in Mainz den beiden sollen. Auf bebauten Grundstücken mit Höfen von geringerem Flächeninhalte darf im Falle des Neu- oder Umbaues, die frühere Größe des Hofes unter der Bedingung beibehalten werden, daß die Hofseite der Neubauten die bisherigen Höhenmaße nicht überschreitet. Eine Verkleine⸗ rung solcher Hofräumagzunter die bisherige Größe ist unzulässig. Vor der Hauptfront bewohnbarer Hinterhäuser und sog. Flügelbauten muß eine gewisse Fläche unbebaut bleiben, und schließlich müssen Gebäude, die auf demselben Grundstück erbaut werden, in einem freien Abstand von min— destens 5 Meter liegen. * Mainz, 24. Okt. Heute wurde hier ein 50⸗Kilometer-Match ausgefahren zwischen dem Meisterschaftsfahrer von Thüringen Willy Koch⸗Frankfurt und Josef Seyschab, Meisterschaftsfahrer von Hessen. Das interessante Rennen endigte mit einem glänzenden Siege von Koch, der seinen Gegner in 1 Stunde 23 Min. 20 Sek. um 7 Runden überholte. Der Preis betrug 500. Im Vorgaberennen, 2000 Mtr., blieb Grüne wald-Mainz in 3 Min. 14½ Sek. Erster. Als Zweiter folgte Fürst⸗Mainz als Dritter Willius-Mainz. Treber-Rüsselsheim, von Fürst angefahren, stürzte in der Kurve ab und zog sich Verletzungen zu. * Mainz, 25. Oktober. Der vergessene Unter⸗ suchungs gefangene? Das„Darmstädter Minister⸗ organ“ berichtet offlzlös:„Durch verschledene Zeitungen ist vor kurzem die Nachricht gegangen, daß ein Untersuchungs⸗ gefangener im Gefängnis zu Mainz ordnungswidrig in Haft gehalten worden sei. Der Sachverhalt ist folgen⸗ der: Am 3. April l. J. wurde der Taglöhner P. Wolf aus Mainz unter dem Verdacht, Geldbeträge in Höhe von 400% zum Nachteil der Aktienbrauerei Mainz ver⸗ untreut zu haben, durch den Untersuchungsrichter verhaftet; schon am 21. April wurde die Voruntersuchung ge⸗ schlossen und dies dem Angeschuldigten bekannt gegeben; bereits am nächsten Tage(22. April) war von der Staatsanwaltsschaft Anklage erhoben worden und noch am nämlichen Tage Entscheidung der Strafkammer dahin er⸗ gangen, daß Wolf dem Schöffengericht zur Aburteilung zu überweisen sel und die Untersuchungshaft fortzudauern habe. Die Akten wurden darauf am folgenden Tage (23. April) dem Amtsgerichte Mainz mitgeteilt. Mit den Akten war eln Portemonnale des Wolf samt Inhalt an das Amtsgericht abzuliefern; der Empfang dieses Ueberführungsstücks ist in dem Register der Staatsan⸗ waltschaft durch den Gehilfen Nuß, der bei dem Amts⸗ gericht die Llste der Ueberführungsstücke führte, unter⸗ schriftlich bescheinigt, wie dies seit Jahren üblich ist. Nuß unterschlug das Geld und beseitigte in den Akten und auf dem Aktendeckel die auf das Ueberführungsstück bezüglichen amtlichen Vermerke der Staatsanwaltschaft. Nuß wußte sich in den Besitz der Alten zu setzen. Maßregeln, die verhindern, daß Gehilfen, die in einer Reglstratur beschäf⸗ tigt sind, alle dort verwahrten Akten erhalten, sind un⸗ denkbar. Die Akten wurden dann von Nuß zurückbehalten und gelangten bei dem zuständigen Amtsrichter, der von der Existenz dieser Akten und der stattgehabten Ueber⸗ weisung des Wolf keine Kenntnis hatte, nicht zur Vor⸗ lage. Fälle, in denen die Untersuchungshaft Monate lang dauert, sind nicht allzuselten. Bezüglich jedes einzelnen der durchschnittlich 90 Untersuchungsgefangenen kann die Verwaltung des Untersuchungsgefängnisses über den Stand der Untersuchung nicht aufgeklärt sein; sie hatte auch zu⸗ nächst keinen Grund, sich über die Dauer der Haft des Wolf zu erlundigen. Wolf selbst hat während der ganzen Dauer der Haft niemals ein Gesuch um Beförderung seiner Angelegenheit oder elne Beschwerde vorgebracht, ob⸗ schaften mit beschränkter Haftung und einzelne Vorbedingung ist der Sitz Schwager zusammen auf der Schulbank gesessen „Wir verloren uns aber zeitig ganz aus den Augen und haben uns jetzt unvermutet wieder ge⸗ das Zugleich aber wurde er ernst und Na— so war mirs mg rade auch die hatte ich rein keine Mädchenschule ge— Zwillingsschwester, die itz fragte inqulsitorisch:„Mein Schwager hat e g uns besuchen sollen; nicht Gespanne alle zur Ernte Dauer nicht auszuhalten und Sache ein Ende zu machen: Gesamtfläche des Bauplatzes unbebaut bleiben „Iphigenie.“ „So— o— o—— Und privatim?“ „Undine“— und—„Bob, der Schiffsjunge“— und so mehr——, genossen, der munter sein Rädlein vorwärtstrat. der Racker war erkältet! gangen——, f Er fuhr unverzüglich neben seinen Wegkameraden „Ich?! Fritz wurde 0 15 78 fenden und sagte mit sehr geschickt gemachter Betretenheit: meinte man so—— man ken,„Mein lieber Fritz, ich habe Sie gewissermaßen um fragen darf—— „Ach nee!“ fiel Fritze erschrocken ein. „— oder daß ich Dich Sie nenne.“ „Ja, das ist besser.“ wohl er genau über die Art der Anbringun Störmer blieb zurück, musterte seinen Fahr⸗ Wo hatte er nur seine Augen und seinen Ver⸗— stand gehabt? Das da vor ihm war doch ein Mädel— ohne Zweifel Friederikchen ihrer rüpel— haften Aufführung halber Fritze geheißen. Aber die kratzende halbflügge Stimme?—— Nun— Verzeihung zu bitten für— meine etwas sehr kordiale Anrede— Ich habe Dich ohne Umstände Du genannt, sehe nun aber zu meiner Beschämung, daß ich es mit einem vielseitig gebildeten jungen Mann zu thun habe. Wie alt bist Du, wenn ich „Sechzehn gewesen“, antwortete Fritze prompt. „Da ist der Altersunterschied ja garnicht so bedeutend; ich bin Vieründzwanzig.— Da wir nun sozusagen pari sind, bleibt eigentlich nichts übrig, als daß Du ebenfalls„Du“ zu mir sagst.“ ig von solchen „Er grüßte und sagte:„Also nochmals Ent schuldigung!“ zog sein Zigarettenetui und bot an. Fritze langte ohne Umstände zu und schmauchte munter neben ihm her. Dabei tummelte sie ihr Rad auf bewunderungswürdige Weise. Sie saß darauf mit gekreuzten Armen, fuhr Bogen, Schleifen und sauste im Kreise, saß, stand, hing daran und konnte mit ihrer Bewegungsfreude nicht zu Ende kommen. Störmer beobachtete sie mit Vergnügen, beinah mit Entzücken. Als sie dann aber gemach an seiner Seite fuhr, nahm er die alte Komödie wieder auf. „Beschäftigen Sie sich mit Politik?“ „Nee „Aber doch sonst mit öffentlichen Fragen?“ „Was denn?“ „Frauenemancipation zum Beispiel.“ „Na ja!— Sehen Sie... wenn die Mädchen so Arzt werden oder Bankbeamter, das würde ich sehr schön finden; aber Lehrerin—“ „Na?——“ „Einfach scheußlich.“ „Wieso?“ „Denken Sie bloß an—— den ganzen Tag — doch so mindestens vier oder fünf Stunden eingesperrt sitzen, mit fünfzig, sechzig Kindern, die einen garnicht interessieren und die schlecht riechen, weil sie zu Hause nicht ordentlich gewaschen werden.“ (Fortsetzung folgt.) unterrichtet und täglich Zeuge davon war, daß andere Gefangene, insbesondere auch seine Zechgenossen, sich zwecks Erkundigung über den Stand ihrer Angelegenheiten und Vorbringung von Gesuchen vorführen ließen. Gerade die Dauer der Haft bildet täglich und besonders auch bei der Revision der Anstalt den Gegenstand von Beschwerden. Unter diesen Umständen ist es nicht auffällig, daß der Arresthausverwalter der Sache nicht früher als im Sep⸗ tember näher trat, als er nach mehrwöchiger Erkrankung bei Wiederantritt seines Dienstes den Wolf noch vorfand; er veranlaßte nunmehr se in erseits den Wolf, sich zwecks Erkundigung über den Stand der Sache zu melden und trug, als Wolf hierzu seine Zustimmung gegeben hatte, dessen Anliegen in das Meldebuch ein, das zur Vorlage bei dem zuständigen Amtsrichter gelangte. Dieser verwies das Gesuch an die Gerichtsschreiberei, und hier wurde von dem Gehilfen Nuß schriftlich in dem Buche vermerkt, der Verhandlungstermin sei auf den 25. Sep⸗ tember anberaumt; als Wolf an diesem Tage nicht zur Aburteilung gelangte, wurde alsbald wieder auf der Ge⸗ richtsschreiberei angefragt, und es wurde hier— immer wieder durch Nuß— die Auskunft erteilt, die Sache komme in einer der nächsten Sitzungen zur Verhandlung. So wußte Nuß— den Verwalter so lange hinzuhalten und zu täuschen, bis am 9. Oktober gelegentlich einer Revision der Bücher die Angelegenheit zur Sprache kam und sofortige Aufklärung fand, was zur Folge hatte, daß Wolf am 14. Oktober d. J. von dem Schöffengericht ab⸗ geurteilt wurde. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden. Die alsbald seitens der Auf⸗ sichtsbehörde veranlaßten Ermittelungen haben hiernach er⸗ geben, daß der höchst bedauerliche Fall lediglich auf das verbrecherische Thun des Gehilfen Ruß zurückzuführen ist, andere Beamte aber kein Vorwurf trifft.“ Etwas anderes, als was hier zugegeben wird, hat ja gar keine Zeitung behauptet. Was gerügt worden ist, ist der Umstand, daß für einen gewöhnlichen Schreibgehülfen die Möglich⸗ keit vorlag, einen Untersuchungsgefangenen monatelang der Freiheit zu berauben. Hier muß Abhilfe geschaffen werden. Der offiziöse Bericht kann dieses Verlangen nur bestärken. Submis Gr.⸗Nechteubach. lindener Markwald in bis zum 30. d. M., vormittags 10 Uhr, an das hiesige sind dafelbst einzusehen. Geschäftz-Verlegung un Empfehlung. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum sowie meiner ich mit dem Heutigen mein Eröffnung findet dann statt. Bedingungen werten Kundschaft zur gefl. Nachricht, daß in meinen neu erbauten Laden sionen. Wer die Holzhauerarbeiten und das Aufsetzen des Holzes im Lützel⸗ 1897/98 ausführen will, hat seine Forderungen schriftlich und verschlossen aattlergeschäft Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 26. Oktober. Ueber eine Strafexpedition der 8. Kompagnie der Schutztruppe für Deutsch⸗Ostafrika in das Hinterland von Lindt und Mikindani hat der Führer der Expedition Premierlieutenant Engelhardt einen Bericht erstattet. Nach demselben wurde der Zug ausgeführt, um künf⸗ tige Einfälle der Wangonie vorzubeugen. Bei den Verhandlungen mit den Häupt⸗ lingen mußte zur Ver haftung derselben ge— schritten werden, da auf gütlichem Wege die Herausgabe der in den letzten Jahren geraubten Menschen und Güter nicht zu erreichen waren. Die am meisten Schuldbeladenen 5 Akidas be⸗ zahlten einen Fluchtversuch aus dem Lager mit dem Leben. Hd. Budapest, 26. Okt. Die Geschworenen verurteilten gestern den soztalistischen Agitator Redakteur Israel, welcher in einem Zeitungsartikel dem Baron Banffy vorgeworfen hatte, daß er das Arbeiter volk vor die Kugeln und das Bajonett eie, zu sechs Monaten Gefängnis und 50 fl. Geldstrafe. Hd. Cadix, 26. Okt. Das Schiff Buenos Ayres von Kuba kommend, ist gestern mit 1162 Kranken, 61 Verwundeten und 200 im Sterben liegenden Soldaten hier angelangt. 19 Soldaten sind während der Ueber⸗ fahrt gestorben. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten⸗ Versammlung, Donnerstag, den 28. Oktober 1897, nachm. 3½ Uhr pünktlich. 1. Uebersicht über den Bestand der städtischen Schulen (als Mitteilung). 2. Die Prüfung der Löberschen Stiftsrechnung pro 1896/97. 3. Der Voranschlag derselben Stiftung pro 1897/98. 4. Erläuterung der Revisionsbemerkungen zur Rech⸗ nung der Armenkasse für 1895/96; hier: Revisionsbemer⸗ kung Nr. 6. 5. Die Aufnahme des Ernteertrags pro 1897; hier: Kostendekretur. 6. Umänderung von Straßenkandelabern Moltkestraße und in der Südanlage. 7. Voranschlag der katholischen Kirche für 1898/99. 8. Gesuch des Fritz Teigler um Erlaubnis zum Wirt⸗ schaftsbetrieb im Hause Rodheimerstraße 2. 9. Desgl. des Friedrich Lehrmund für das Haus Liebigstraße 64. 10. Die Kanalisation der Stadt Gießen. Handelsnachrichten. Marktpreise. Gießen, 26. Oktober. Auf dem heutigen Wochen, markt kostete: Butter p. Pfd. 0,90— 1,00 Mk., Hühnereier 2 St. 14— 15 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Gänseeier 12 Pfg. Käse 5— 8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,50— 0,70, Hühner p. St. 1,00— 1,20, Hahnen 0,50— 0,85, Enten 1,50— 1,80, Gänse per Pfund 4454, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64— 72, Schweinefl., gesalzenes 76, Kalbfleisch 60—64 Pfg., Hammelfleisch 50— 60, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,00— 4,75, Zwiebeln per Zentner 4,00 bis 5,00 Mk., Milch ver Liter 16 Pfg. Getreidemärkte. Frankfurt, 25. Oktober. Weizen, hiesiger und Wetterauer 19,25 19,40, kurhessischer 19,20— 19,35 , norddeutscher—,.—, russischer 20,25— 21,25&, Redwinter 21,00— 21,25, Laplata—,— /, Kansas 21,00- 21,25, Roggen, hiesiger 14,25— 14,60 l, Pfälzer—,.—, russischer 15,00- 15,60&, Western⸗ roggen 15,25 15,75, Gerste, hiesige 18,00- 19,25 l, Pfälzer 18,75— 19,25 ,, fränkische—,— 4, Riedgerste 18,75 19,50, ungarische—,—, Hafer, hiesiger 14,00 14,50, Württemberger—,—, bahyerischer 14,00— 15,00&, russischer 14,00— 15,75 l, ameri⸗ in der kanischer 14,00 14,75, Mais mixed 9,60 9,90 Blürgermeisteramt einzureichen. Städt. Schlachthaus e e Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 52 Pfg. bestimmt: und 1 Spiegel. 3026 Mittwoch, den 27. Okt. 1897, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz im„Adler“ öffentlich gegen Barzahlung 1 Brandkiste, 1 Waschtisch mit Marmorplatte Alles so gut wie neu. Engel, Gerichtsvollzieher. Separate Zimmer 1312 0 3 , Donaumais 10,00- 10,50, Laplata 10,00 bis 10,50. Alles per 100 Kilo netto effektiv Loco hier. — Mehl höher und fest. Es notiert nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges Nr. 0 30,25— 31,25, feinere Marken 32,25— 33,25 4, Nr. 1 28,25— 29,25 feinere Marten 29,25 30,25, Nr. 2 26,7528 4, feinere Marken 27,75— 28,25, Nr. 3 25,25 bfg 25,75, feinere Marken 26,25— 27,25 4, Nr. 4 23,75— 24,25, feinere Marken 24,75— 25,75 Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 23,50— 24,25 4, Nr 1 20,75— 21,75 4, Nr. 2 17,00 18,00&. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loco hier.— Futterartikel befestigz. Es notieren: Weizenschalen 3,90— 4,10, Weizenkleie 3,85— 4,00&, Roggenkleie 4,75— 4,95, Futtermehl 5,50 6,75, Biertreber, getrocknet 4,75 5,25 4 le nach Qualität. Alles per 50 Kilogramm netto effektiv loco hier. Mannheim, 23. Okt. Weizen, guter, inländischer kostet 20,00— 20,25, südrussischer Winterweizen 20,75 bis 22,50, Chirka 20,75— 21,25, alter rumänischer 22,50, amerikanischer Redwinter 21,50— 21,75, Kansag 21,50— 21,75, Roggen, inländischer 15,00, russischer 15,25— 15,50, Gerste, Pfälzer Brauware 18,50 bis 19,00, Hafer, inländischer 14,25— 14,50, russischer 14.50— 15,50, amerikanischer 14,25&, Mais, amer⸗ kanischer mixed 10,00, Laplata effektiv 10,75&. Alles per 100 Kilogramm. Viehmärkte. Frankfurt, 25. Okt. Der heutige Viehmarkt war mit 433 Ochsen, 52 Bullen, 739 Kühen, Rindern und Stieren, 211 Kälbern, 737 Hämmeln, 1551 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. 67— 70, 2. Qual. 60—64&, Bullen 1. Qual 53—55, 2. Qual. 48— 50, Kühe, Rinder und Stilen 1. Qual. 58—62, 2. Qual. 44—48. Alles per 50 Kilogramm Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 78—78, 2. Qual. 63—68 3, Hämmel 1. Qual. 58—60 4, 2. Qual. 46—52 3, Schweine 1. Qual. 65—66, 2. Qual. 63—64. Alles pro Pfund Schlachtgew icht, Aus Oesterreich standen 80 Ochsen zum Verkauf. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redal⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanpschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 18. Restauraut und Café 4 Oranien⸗ Bräu 6 Ludwigsstraße 6. Diners von 12—2 Spelsen à la carte zu jeder Tageszelt. Mittag hr. stisch im Abonnemet 68—83 Pfg. für Gesellschaften. HT. Weine. Biere und Lidueuer. voraussichtlich 2 3023 Restaurant Westendhalle Bahnheofstraße 48 u. 50 ein gutes Glas Gier sowie garantiert reine Weine, empfiehlt Sten Hildebrand-Pfungstadt, Beauerei 5 ferner ein vorzügliche N = — N * 1 les d en, — srbohn Aaltonen al, e z heralassen, 0* 4. 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