Gießen, Freitag, den 26. November Postztg. Nr. 3819. Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe Gießen. bi Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. 1 3 — — r — —— — 2 n etoffn, di g deres Wettergag berwenden, weiß aber „derobe 1 Kinder⸗Ausüge enen Heilstäete Alter von 3 big — uptgewin subventionieren, di der Versicherung zu errichten Lottecte „000 „U Stüc Ni... I Buchacher haben durch einfa Privatinstituts, we Verhältnisse so weit klärte Kapitalanlage von Se rechtfertigt erscheint. als eine gute Lösung keiten betrachtet werden. Gießen, treffend die Wiederher zu Friedberg, Stadtkirchenbauverein laubnis zur Veranstaltun das großherzogliche Minister die großh. Kreisämter unterm Ausschreiben gerichtet, worin dieselbe schluß an die ministerielle Verf Juli 1895 benachrichtigt werden, Lotterieunternehmen nunmehr zur kommen und daß fragliche Verlos 18988 stattfinden wird. * Gießen, 25. Nov. Bei der demnächst zur Ausgabe neuen Serie von Kartenbriefen so etzigen Kartenbriefen befundene seitigt werden. g zweckmäßiger durchlocht sein und auch in f l ˖ 5 orsch 1910 Aen. An peer wi e di f 110 Alprecht(Triddelfitz. Namentlich der unternahmen die zur Eröffnungsfeier geladenen Beispiel Württem⸗ Letztere war gesterr j. anden sich recht b 8 Gd fett derun 9 Richard wurde wiederholt bei offener Szene hörden und Körperschaften und der Presse 25. Nov. — Leppla, en Chevio! b iu bompl, Amgen 0 stelten, zer. Wallthortr. und Aufpolieren alten Am besten wür wenn man in diesem Fall dem bergs folgen und gar keine N Das Publikum mu lchem 5 Hartenbrfefe 9115 Ap den Altschluß wurde er vier⸗ bis fünfmal gerufen. aus über die Hauptbahnhöfe nach dem Böllen⸗ Auf den Postkarten findet sich doch auch Vermerk über ihre Verwen erkaufen, Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Das Abonnement beträgt durch die Post bezogen: für die Ausgabe Gießen 1,90 resp. 2.30 Mk. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die öspa —— ͤ— ltige Petitzeile. Nedaktion und Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. ilialen: Alten-Buseck, Daubringen, Fe r.-Linden, Grünberg, Hausen, Heuchelheim, Göns, Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen⸗ rod, Staufenberg, Steinbach, Steinberg, Ulrich lingshausen, Flensungen, Garbenteich, Or Buseck, Hochelheim, Kinzenbach, Kl.⸗Linden, Krofdorf, Lang⸗ stein, Watzenborn, Wetzlar, Wieseck, Wißmar. 1 g Lokales und Provinzielles. * Gießen, 25. Nov. Die Invaliditäts- been besubet f des Großherzogtums Hessen befindct sich zur Diese er f 5 f ügen. aua e wüͤchte gerne 5 10 5 se ersten Kartenbriefe sahen zwar ganz schön vier Sommeromnibusse verfügen eil der großen Kapitalien, die sich bei ihr an⸗ esammelt haben, zur Errig tung von Volks⸗ eilstätten behufs Bekämpfung der Tuberkulose sehr wohl, daß sie nur dann berechtigt ist, Kranke auf ihre Kosten in flege zu nehmen, wenn zu erwarten steht, daß in Pflege Genommenen auch wieder erwerbs⸗ fähig werden, und so sich die aufgewandten Hellungskosten durch den späteren Ausfall von Invaliden renten lohnen. Nun ist die Institution der Volksheilstätten noch zu neu, um statistisches Material bezüglich der Heilerfolge bei Tuber⸗ sulose bereits geliefert zu haben, das allein die Aufbringung großer Kapitalien für den Bau rechtfertigen könnte. eabsichkigt der Vorstand der hessischen Anstalt durch die Gewährung eines relativ kleinen 8 den Bau einer Privatheilanstalt zu e ausschließlich für die Zwecke und außerdem jeder⸗ lbstkostenpreis von dem Besitzer an die Versicherung abzutreten wäre, im Laufe der Zeit vorziehen sollte, Anstalt zu besttzen. hessische Invalididätsve Vorteile einer eigenen A und könnte jed Auf diese Weis wenn diese es benf g eine eigene herrscht. Gespielt wurde„Onkel Bräsig“,] recht flotter. Begehrt wurden hauptsächlich Ein⸗ e hätte die Lebensbild nach Fritz Reuter.„Ut mine legschweine, bei denen sich die hohen Preise des rsicherung vorläufig alle Stromtid“, bearbeitet von Emil Richard. letzten Marktes auch infolge davon erhielten. ustalt, ohne deren Risiko Fer! 1 erzeit eine eigene Anstalt stehenden gemütstiefen Erzählungen Fritz Reuters, eine Kleinigkeit gegen den letzten Markt zurück⸗ ———— land. Es ist das nun schon die dritte Serte Rohmeiser und Co., Wagenfabrik, Fried⸗ von Kartenbriefen, die in der nächsten Zeit berg, einen 24 sitzigen Sommerwagen herauskommen wird. Die erste Serie hat nie⸗ gekauft. Die Gesellschaft wird nach Lieferung mand aus dem Publikum zu Gesicht bekommen. deselben, welche im April k. J. geschieht, über aus, doch konnte man nicht darauf schreiben, da* Gießen, 25. Nov.(Feuer.) In der die Tinte sofort, wie auf einem Löschblatte, Nacht vom Montag zum Dienstag hatten sich auslief. Man konnte daher diese Kartenbriefe in der Neustadt bei Bäcker Weber mit Mehl gar nicht in den Verkehr bringen. Daß solche gefüllte Säcke, die neben dem Backofen Mängel möglich waren, liegt fast ausschließlich adden durch die Hitze entzündet. Das Feuer an der Kürze der Zeit, in der die acht Millionen konnte jedoch durch die Hausbewohner gelöscht Kartenbriefe hergestellt werden sollten. werden.— Gestern Abend gegen 8 Uhr brannte * Gießen, 24. Nov.(Aus zeich nung.) es in der Mansarde der Schmied Walterschen Der Apotheker A. F. H. Pascoe zu Mühlheim Hofratte. Feuerwehr⸗Inspektor Loos, der im an der Ruhr, ein geborener Gießener, von dem Hause wohnt, konnte auch hier den Brand mit wir kürzlich meldeten, daß derselbe für von ihm] Hilfe der Hausbewohner löschen. Beschädigt erfundene aromathische Eisentinktur auf wurde ein Nachttisch und die Tapeten der Zimmer. der Brüsseler Ausstellung mit der goldenen* Gießen, 25. Nov. Auf dem gestrigen Medaille prämiiert worden sei, hat in Paris] Ochsen markt waren etwa 80—90 Stück Vieh wieder einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen. aufgefahren. Der Handel entwickelte sich für Der Pascoeschen Eisentinktur, auf welche bereits einen Novembermarkt verhältnismäßig sehr gut. Patent angemeldet, wurde nämlich auf der in] Bezahlt wurden für Gangochsen in guter Ware Paris stattfindenden medizinischen hygienischen 700800 4 pro Paar. Auch der Vorrat von Ausstellung die goldene Medaille nebst] Mastochsen wurde verhältnismäßig gut verkauft. Diplom zuerkannt. Es wurden für gute Ware 31—33 1 pro a, Gießen, 25. Nov.(Stadttheater.) Zentner Lebendgewicht angelegt. Geringere Ware Eine solche beifallsfröhliche Stimmung wie gestern] war für 2930. zu haben.— Der Handel Abend hat lange nicht im hiesigen Theater ge⸗ auf dem Schweinemarkt war ebenfalls ein Wer kennt nicht die einzig in ihrer Art da⸗ Bei den Ferkeln waren jedoch die Preise um che käufliche Uebernahme des wer nicht den herzerfrischenden, reinen, urwüch⸗ gegangen. Ferkel kosteten: 6 Wochen alt 34 bis un sich eben allmählich die stgen, plattdütschen Humor, der uns aus den 38, 12 Wochen alt 45—52. Läufer ins Sie sollen besse Verlosung. 8 Friedberg um die iner Verlosung, hat 5 155 des 1 15 niederdeutscher Witz unverständlich blieb. Ge- Schafe.) Unter der Schafherde des Schäfers 18. Nobember ein] spielt wurde ganz vorzüglich. Wir haben lange Daniel Eckhardt ist die Räude festgestellt worden, n im An⸗ keine bessere eistung 110 30.] sehen. Die Schwierigkeiten, welche das Platt⸗ mußte. Derselben wird ein bestimmter Weide⸗ daß rubriziertes deutsch den Schauspielern machte, wurden ver⸗ bezirk angewiesen, welchen sie nicht überschreiten Ausführung hältnismäßig leicht und gut überwunden. Herr darf. Die Ausführung von Schafen aus der ung im März Richard scheint selbst Mecklenburger zu sein. Gemarkung Mainzlar ist nur zum Zwecke so⸗ ügung vom bei] find wohl Norddeutsche. Sie sprachen perfekt 4. 9 e be⸗ lot wenn wir nicht irren, holsteiner. Alle des Betriebes der städtischen elektrischen r gummiert, künden Spieler und Spielerinnen sprachen[ Bahn fand gestern in feierlicher Weise statt. der] hoch n Mängel udet werden können. kein dung nach dem Aus⸗ n, daß eine derartige Reuterschen Werken entgegensprudelt? Alles wurden gehandelt:/ jährig 90—100 4, ten der Versicherung ge⸗ Natur, keine künstliche Mache. Und wir müssen jährig 140-180 4 pro Paar. Die nächsten Es kann dieser Gedanke gestehen, daß es Herrn Richard vortrefflich ge⸗ Markttage sind am 7. und 8. Dezember. der momentanen Schwierig- lungen ist, den, nkel Bräsig“ auch für die K. Staufenberg, 25. Nov. Das neue Bühne zu bearbeiten.— Herr Hofschauspieler[ Schulhaus ist soweit fertiggestelllt, daß Be⸗ Emil Richard aus Stuttgant spielte die]ses seiner Bestimmung übergeben werden kann. stellung der Stadtkirche Titelrolle selbst. Und wie spielte er!„Daß Die Einweihungsfeier, zu der die Vor⸗ besondere das Gesuch des Du die Nase in's Gesicht behältst.“ Wir haben bereitungen beretts getroffen sind, soll am nächsten Er⸗ Falsche Abend Thränen gelacht und unsere Nach⸗ Samstag stattfinden. arschaft auch, trotzdem gar vielen ein kerniger„Mainzlar, 25. November.(Räudige der hiesigen Bühne ge⸗ sodaß die Sperre der Herde verfügt werden Sein Spiel, seine Sprache— einfach zum Kugeln. fortiger Abschlachtung und nur mit jedesmal f tenbriefe.] Jochen Nüßler und dessen Frau Brigette wurden besonders einzuholender polizeilicher Erlaubnis gar Anne gespielt von Herrn und Frau Keßler. Beide zulässig. * Sarmstadt, 24. Nov. Die Eröffnung eutsch. Besonders gut spielten die Herren In den hübschen, mit Tannengrün und den (Gutsinspektor), Liebscher(Moses) hessisch⸗coburgischen Farben geschmückten Wagen a vorzüglich. Auch die Damen Vertreter der Regierung, des Hofes, des Offtzier⸗ gut mit ihren Rollen ab.— korps, des Handelsstandes, der städtischen Be⸗ mit wahren Beifallsalven überschüttet, nach jedem zunäckst eine Rundfahrt, die vom Louisenplatz * Gießen, 25. November. Die Gießener fallthor führte. Nachdem dort die große Wagen⸗ digen sollte. zurück, wo ein von der Stadt gespendetes Früh⸗ die Mühsalen der Fahrt * Offenbach a. M., 23. November. Morgen stürzte der 26 jährige Dachdecker Val. Triebfürst vom Dache eines vier Stock hohen Neubaues in der Goethestraße auf die Straße und wurde schwer verletzt in bewußtlosem stande in das städtische Krankenhaus verbracht. er Unfall soll hauptsächlich durch den in dieser Jahreszeit auftretenden, für Dachdecker so ge⸗ fährlichen Reif veranlaßt worden sein.— War denn der Verunglückte nicht angeseilt? entschä⸗ Heute dem Theater zu. Betty Gerard a Vermischtes. — Der Roman einer Amerikanerin. Vor etwa zehn Jahren tauchte in Wien eine junge, entzückend schöne und überaus elegante Amerikanerin, Mrs. Padel⸗ ford, in Begleitung ihres Gatten, eines amerikanischen Milltonärs, auf, die nach Wien gekommen war, um hier zum Vergnügen Gesangstudien zu vervollkommnen. Amerikanerin die Generals Ordway sei, und so öffneten fich ihr die vor⸗ nehmen Zirkel Wiens. Sie erschlen auf zahlreichen Elite⸗ bällen, und auf dem ersten Balle der Rettungsgesellschaft machte ihre glänzende Toilette Sensation. Herrenwelt aller Altersabstufungen lag der herrlichen Frau zu Füßen, und man erzählte damals von einem hoch⸗ stehenden jungen Aristokraten, dem die schöne Fremde förmlich den Kopf Monaten verließ das amerikanische Paar plötzlich Wien. Es hieß, daß die Gesangsmethode Wiener Sängers, den die junge Frau für ihre künstle⸗ rischen Studien gewonnen hatte, dem Gatten derselben so wenig behagt habe, daß er sich mit der Absicht trage, seine kaum geschlossene Ehe wieder scheiden zu lassen. Thatsächlich erfolgte nach der Rückkehr nach Amerika die Trennung der Ehe, und Mrs. Padelford wendete sich nun Ihre künstlerischen Erfolge waren zwar keineswegs sehr bedeutend, sie„zog“ aber doch, da in Amerika, dem Lande der Sentsationen, ihr junger Ehe⸗ Roman den notwendigen Lärm machte. an der Conrad Opera Company in Newyork, verliebte sich dort in den Tenor Jack Raffael und heiratete den⸗ selben. Die zweite Ehe dauerte wenige Monate länger als die erste, dann ging auch diese in die Brüche. Mrs. Padelfort⸗Raffael nahm ein Engagement in ihrer Vater⸗ stadt Washington au, zum großen Miß vergnügen ihres dort lebenden Vaters, und verehelichte sich dort in kurzer Zeit mit dem Leiter des New National Theatre, John Harrison Wolf. Auch dieser dritten Ehe war keine lange Dauer beschieden, und die Scheidung erfolgte mit einer gewissen mathematischen Pünktlichkeit. Mrs. Padelford⸗ Raffael⸗Wolf befand sich bald wieder auf der Suche nach einem vierten Gatten und fand diesen in der Person des Sängers Willtam Beech. Von diesem ließ ste sich aber nicht mehr scheiden, soudern sie gab ihm eines Tages eiufach den Laufpaß und führte nun eine wechselvolle Existenz, wobei ihre moralische wie ihre materielle Stel⸗ lung arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Verheiratete und beinahe ebenso viel Geschtedene begann zu trinken, und ihre Gesundheit litt erheblich. Nun griff der Vater ein; er warf der Tochter eine Wochenrente von 25 Dollars aus und bestimmte sie nach England zu gehen. Als gehorsame Tochter folgte Mrs. Padelford⸗ Raffael⸗Wolf⸗Beech diesem Rate; es gelang ihr aber noch vor ihrer Abreise, einen Herrn Schuyler seiner Gattin abspenstig zu machen und auf die Reise mitzunehmen. Gehelratet wurde dabei ausnahmsweise nicht. In London fiel die Dame, die der Kürze halber den Theaternamen ngenommen hatte, gänzlich durch, und ste verdreht hatte. zu machen und ihre Man erfuhr, daß die des angesehenen Die elegante Nach etwa drei eines bekannten Zuerst sang sie Die viel Omnibus⸗Gesellschaft hat bei der Firma remise besichtigt war, ging es zur„Traube“ —— lat so Schell, Da hilft schon gar nix. richsfeld 0 agel Achselzuckend dreht de 175 Schaffner das Rundreiseheft um, und knipst sein Curkerube „gesehen“ in den Schein„Darm „Aber das kann ja nicht 0 direkt nach Karlsruhe“, versetzt da lein im hellfarbigen Reisekleid un. einen angsterfüllten Blick auf den Mann werfend. „Glaub schon, daß Sie deß gewollt habbe. hättens halt über Heide warens in drei Stund' in Karlsruhe. Die Mausefalle. Novelle von Frida Storck. (Nachdruck verboten). Sie müsse in Fried⸗„Schwetzi der] weiter. 10 aust unbarr Esel, der 1 stadt⸗Schwetzingen. ein, ich 5 b. blonde Mägd⸗ a ebe 1 dito Hütchen,„Das ists ja eben, nachher] Zähne. u lber faßn med e Thür t ein zweites nmal, als sich nicht ihrer achtzehn hab ich das Nest noch nicht nennen hören.“ Die barmherzig schne hr solch eine in das Rundreiseheft vorschrieb! Der Stationsbeamte, de diesem verlorenen Posten in An“ un uptleistung auf * 8 Ausziehen grollt sie. des sorglich geschonten Dienstrockes besteht, strebt„Warum grämen Sie sich so, liebes Fräulein? schon sedem Stillleben im Büreau zu. Theo ver-] Auf Reisen nimmt man jedes Mißgeschick als tritt ihm entschlossen den Weg. Glücksfall, sonst hat man ja keinen Genuß vom Wann kann ich nach Schwetzingen fahren?“ Reisen.“ 5 5 1 ingen?“ In einer Stund'. Er strebt Theo wendet sich, und gewahrt erst jetzt die Sprecherin, eine destinguiert aussehende, alte Dame, Habe ich dort direkten Anschluß nach] die sich auf der Bank vor dem Hause niederge— lassen hat. Ihre klugen Augen lächeln wohl⸗ Ja, wollte Sie denn nach Karlsruhe? Da wollend. Diese Art Reisephylosophie ist Theo in hätte Sie ja ebe gar nit aussteige brauche!“ ihrer achtzehnjährigen Praxis noch nicht vorge⸗ mein Schein lautet über] kommen, aber fie imponiert ihr. 5 5 Schwetzingen.“ Sie ist gerade zu wütend.„Welcher Glücksfall ließe sich aus dreistündigem Der Mann pfeift verständnisinnig durch die Warten in Schwetzingen herausklügeln?? fragt sie „Schau, schau, Sie habbe so ein verflixt] dennoch ungläubig.„Ich finde es tötlich lang⸗ Heftel! Da wolle als d' Leut die Mark spare, un weilig.“ g b g nachher sitzens dann vier Stund' auf dene Bahn⸗„Ja, kennen Sie denn Schwetzingen? „Nein, trage auch keine Sehnsucht nach der a 5 ge ac le Eine v anch ice des 15 Vier Stunden. Das wird doch nicht Bekanntschaft, zumal wenn es ein Abklatsch der in die Kissen zurück. Eine ne 5„Vier Natürlich r Tante nich Mal sie] wahr sein? abzuholen. Und sie war erst einmal Karlsruhe, kennt sich dort also nicht aus. möchte weinen, wenn ste Jahre erinnerte.— ö Da steht sie nun auf dem o den Der Schnellzug br Friedrichsfelder Herrlichkeit ist.“ Aber Schwetzingen ist eine kleine Berühmtheit.“ l s mal, hier ein Stund', in Schwetzinge „ Se 10 W er 0„Ich weiß, die dicksten Spargel“, spottet Theo „Dieses einfältige Schwetzingen! Mein, Leben verächtlich. „Nicht doch, Sie kleine Voreilige, Schwetzingens Thränen kommen ihr nun doch. herrlicher Schloßpark, die Wasserwerke, machen es ane bro desch is aber n Beleidigung. Schwetzinge, berühmt. Und dann im Park zu Schwetzingen Route] deß isch ja deß berühmscht Spargelland!“ schmunzelt] nahm Kronprinz Friedrich Abschied von seiner der Beamte gutmütig. Schwester, als er anno siebzig zu den Truppen Mir gilts gleich, wo die Spargel herkommen“, nach Speier ging.“ l„Ah, das wußt ich nicht!“ ——— zu sehen. ansteckend wirkt. Schwetzingen den Zug verlassen, ftrahlt Theos jugendfrisches Gesichtchen in eitel Frosinn. Sie hat ihrer Gönnerin die Hälfte ihrer duftenden Maiblumen an die Reisetasche gebunden und sie plaudern mitsammen wie alte Bekannte. Ein Bube wird als Führer geworben. „Eigentlich unnötig“, denkt Theo, denn die breite ungemein saubere Straße mündet direkt auf Dann beginnnt alles sogleich das Entzücken der alten Dame über die kraftvollen, prächtigen Baumgruppen, die saftstrotzenden Rasen⸗ flächen und die, aus künstlerischen Marmorgruppen aufsteigenden, im Sonnenlicht zerstiebenden Wasser⸗ das Schloß. r— (Fortsetzung folat.) Als die „Sehn Sie, der Aussteller Ihres Rundreise⸗ heftes wollte Ihnen Schwetzingens Herrlichkeiten erschließen. Ich wählte auf meiner Tour Dresden⸗ Basel, direkt diese Nebenbahn, um Schwetzingen Segnen Sie den klugen Mann, der Schicksal für Sie spielte.“ Halb war Theos Zorn schon verraucht. Sie erwog nur noch, soll ich Tante telegraphieren: „Komme Abendzug“, oder nicht. „Ach Tante wird schon daheim sein, und ich nehme eben einen Wagen entschied sie dann.—— Merkwürdig, wie liebenswürdige Sorglofigkeit beiden Damen in ͤ tte, an Leib und Seele gebrochen, nach Washington rück. Den letzten Sommer verbrachte sie, immer von Schuyler begleitet, in der Nähe der kleinen nordameri⸗ kanischen Ortschaft Kairo. Schwer krank und gänzlich heruntergenommen, ist sie, wie die letzteingetroffenen Newyorker Blätter melden, nun vor Kurzem wieder in Newyork angelangt und einer dortigen Maison de santè übergeben worden, als Paralytikerin, als eine Sterbende. — Durch die Sahara zum Niger. Der Versuch, von Algerien durch die Sahara nach dem Niger vorzudringen, ist schon von manchen Afrikarelsenden ge⸗ macht worden, kürzlich erst wieder von dem Franzosen Foureau. Dieser hielt hierüber in der letzten Sitzung der Pariser Geographischen Gesellschaft einen interessanten Vortrag, worin er es, wie dem„Hamburger Korresp.“ aus Paris geschrieben wird,„als gar nicht schwer“ hin⸗ stellte, Innerafrika in der genannten Richtung zu durch⸗ queren, wenn den Reisenden nur die nötigen Mittel an Geld und Bedeckungsmannschaften zur Verfügung ständen. Herr Foureau kennt die Sahara und die Tuaregländer zu genau, als daß ihm nicht zu glauben wäre. Er er⸗ zählte, daß im vorigen Jahre eine große trans saharische Expedition ausgerüstet worden sei, an deren Spitze er stand. Aber unvorhergesehene, von ihm nicht abhängige Umstände gestatteten nicht, das Programm, das er sich gestellt hatte, vollständig durchzuführen. Die Schwierig⸗ keiten einer Reise durch die Wüste während der heißen nicht, die das Projekt scheitern ließen. Der Reisende traf hinter Ain el Hadjadi zuerst auf die Tuaregs, jenes teils wilde Nomadenvolk, das in letzter Zeit schon wiederholt von sich reden machte. Sie waren bereit, die Karawane bis zur Oase von Tassindja im Tasili⸗Lande zu begleiten, wo man auf Mulay, einen der ersten Tuareg⸗Häuptlinge, stieß. Nun fanden eine Reihe von Palavern statt, um die Tuaregs zu bestimmen, der Expedition Führer und Kamele zu liefern zum Ersatz für diejenigen, die unterwegs zugrunde gegangen waren. Nach langen Verhandlungen wurde erreicht, daß der oberste Häuptling der Tuareg⸗ Azdier mit sechs anderen Häuptlingen sich einverstanden erklärte, die Expedition zu führen und zu geleiten— ein immerhin bedeutungsvolles Resultat. Aber Guidassen, so hieß er, verlangte 500 Franks pro Mann, 2000 Franks für sich selbst, und 500 Franks für ein Kamel, wenn es gekauft, 250 Franks, wenn es gemietet wurde. Die ganze Summe sollte im Voraus gezahlt werden. Diesen hohen Bedingungen war die Kasse des Herrn Foureau nicht ge⸗ wachsen. Die Tuaregs indes waren nicht zu bewegen, auf eine Bezahlung nach der Rückkehr der Karawane nach Algerien einzngehen, So blieb der Expedition nichts anderes übrig, als umzukehren. Guidassen begleitete sie drei Tage lang, aber das war alles, wozu er sich herbei⸗ ließ. Herr Foureau teilte mit, daß die Tuaregs von den Franzosen keine günstige Meinung haben, weil sie den Tod ihrer zahlreichen Landsleute nicht rächen, die auf in der Wüste noch weitere Verbreitung fänden, die Fran⸗ zosen vergäßen nicht, und wenn die Zeit käme, würde das gerechte Schwert Frankreichs diejenigen, die das Blut der französischen Forscher vergossen hätten, zu erreichen wissen, wo es auch sei. Nach der Meinung Foureaus wird es jeder Expedition gelingen, die Sahara zu durch⸗ queren, die über eine Eskorte hon wenigstens 150 Mann und über Geldmittel von einigen Tausend Franks verfügt, sodaß sie nicht auf die Unterstützung der Tuaregs an⸗ gewiesen ist. Er sprach die Hoffnung aus, es werde sich in Frankreich wohl ein Mäcen finden, der die Mittel für eine solche Expedition hergebe. Dann würde der Lösung des in Rede stehenden Problems nichts mehr im Wege stehen. Neueste Telegromme. Hd. Berlin, 25. Nov. Ein endgül⸗ tiges Resultat über die Reichstags ⸗ ersatzwahl im Kreise Oldenburg⸗ Plön liegt immer noch nicht vor. Nach den letzten Meldungen erhielt von Tungel(kons.) 7507, Weinheber(Soz.) 2760, Damaschke(natl.) 2403, Schmidt Jahreszeit, wo Menschen und Tiere außerordentlich unter der Hitze und dem Mangel an Wasser litten, waren es Forschungsreisen in der Sahara geblieben seien. Er ant⸗ wortete ihnen. um dem vorzubeugen, daß diese Ansichten Stimmen. (frs. Vp.) 1839, Hoeck(frs. Vgg.) 1394 Es fehlen noch 5 Bekanntmachung. Auf Beschluß der Stadtverordneten ⸗Ver⸗ sammlung vom 18. ds. Mis. bringen wir hierdurch zur öffentlichen Keuntnis, daß die am 30. Dezember 1887 veröffentlichten Be⸗ stimmungen bezüglich der bei der Ausfuhr von Fleisch und Fleischwaren zwecks Oktroi⸗ rüldvergütung einzuhaltenden Förmlichkeiten eine Aenderung dahin ersahren haben, daß die Kontrole bei der Ausfuhr der Ware nicht mehr von dem Oktroiinspektor, sondern von dem Erscheinen dieser Bekanntmachung ab ausschließlich von den vier Oktroierhebern aus⸗ geübt wird, bei den letzteren also Fleisch und Fleischwaren, bei deren Ausfuhr Rückvergütung beansprucht wird, vorzuzeigen und anzumelden nd. 5 Gießen, den 19. November 1897 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekauntmachung. Diejenigen hiesigen Einwohner, welche im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschaft haben, wollen dies spätesteus bis zum 31. De⸗ zember d. J. entweder schriftlich oder mündlich in Selbstperson bei der unterzeichneten Stelle anzeigen, indem sonst die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundeabgaben auch im folgen⸗ den Jahre und so lange fortdauert, als diese Anzeige versäumt wird. Gießen, den 24. November 1897, Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff. Beigeordneter. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse und der Plockischen Stiftung für 1896/97 liegt vom 26. d. Mts, ab auf acht Tage zu Jedermanns Einficht offen. Gießen, den 22. November 1897. Die Armen ⸗ Deputation der Stadt Gießen. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Rindfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 52 Pfg. Freitag, den 26. Nov. 1897, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 zu Gießen öffent⸗ lich gegen Baarzahlung: 1 Sopha, 1 Regulator, Partie Zigarren. 3346 ngel, Gerichts vollzieher. Ein Achrling sofort gesucht. rich Sack, Schreinermeistec, 3347 Große Mühlgasse 5. M Zimmer (event, mit Kost) zum 1. Dez. zu mieten gesucht. Offert. unt. R. 23 an d. Exped. d. Ztg. Steppdecken werden angefertigt sowie alte wie neu aufgearbeitet. Näheres 3348 Brandzgasse 7 III. Der Hauptgewinn bei der vom 2.—8. Dezember stattfindenden Schlußziehung der 3248 J eimar- Lotterie UM. 50, 000. 8. sammen 3000 Gewinne. Lose à Mk. 1.—, 11 Stück Mk. 10.— empfiehlt so lange Vorrat Richard Buchacker Neue Bäue 11. Reparaturen 7 an UÜUbren werden unter Garantie gut und billig ausgeführt. 461 Georg Koch, Uhrmacher, Nene Bäue 5(Küblen Grund) Nestaum ant umd Café Oranien Hrn 8 6 Ludioigstrusse 6. eine große Local-Polizei-Reglement für die Provinzial⸗Hauptstadt Gießen, die Ausführung des Art. 57 der Allgemeinen Bau⸗ Ordnung betr. Auf Grund des Art. 2 und 57 des Gesetzes vom 30. April 1881, die Allgemeine Bau⸗ Ordnung betr., und des§ 6 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der All⸗ gemeinen Bau Ordnung betr., wird nach Anbörung der Stadtverordneten⸗Bersammlung unter Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Inneru zu Nr. M. J. 24747 vom 9. November 1897 unter Aufhebung des 8 20 der Localpolizeiverordnung vom 6. Juli 1888 für die Provinzial⸗Hauptstadt Gießen verordnet, wie folgt: 5 1. Alle an Straßen oder Plätzen stehende Gebäude, deren Dachtraufen nach der Straße oder dem Platz gehen, find mit Schutz⸗ resp. Schueefangvorrichtungen an den Dächern in geeigneter Weise nach der Straßenseite hin zu versehen, ksofern die Dachneigung steiler ist als 1: 3. Bei vorhandenen Gebäuden hat dies innerhalb sechs Monaten nach Erscheinen dieses Loealpolizeireglements zu geschehen. 8 2. Verfehlungen gegen die Vorschrift des 8 1 unterliegen den Rechtsfolgen der Art. 79 und 80 der Allgemeinen Bauordnung. Gießen, den 15 November 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf vorstehendes Localpolizeireglement fordern wir die Eigenthümer der in Betracht kommenden Gebäude auf, längstens bis zum 15. Mai k. Js. die Dächer ihrer Hänser mit geeigneten Schneefangvorrichtungen versehen zu lassen. Gießen, den 15. November 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Submissionen. Gießen. Die Lieferung und betriebsfähige Aufstellung eines Ueberladekrahns von 20000 kg Tragfähigkeit für Bahnhof Wetzlar soll im öffeutlichen Verding vergeben werden. Die Angebote sind unter Augabe der Liefer- bezw. Aufstellungsfrist, deren Dauer bei der Zu⸗ schlagserteilung Berülcksichtigung findet, bis zum Eröffnungstermin am 10. Dezember 11 Uhr verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen an die großh. hessische Eisenbahn⸗ Maschinen⸗Inspektion zu Gießen einzureichen. Die erforderlichen Bedingungen und Zeichnungen können gegen postfreie Einsendung von 1 Mark von derselben bezogen werden, Zuschlagsfrist 5 Holzverkauf. Büdingen. An den Kreisstraßen Selters— Ranstadt und Ranstadt— Nidda werden Mittwoch, den 15. Dezember, von vormittags 10 Uhr an, bei Conradsdorf beginnend: 60 Ahornstämme= 20 Fm., 45 Kirschestämme= 22 Fm. und 3 Eschestämme= 0,87 Fm. an Ort und Stelle meistbietend versteigert. Nähere Auskunft erteilt der Versteigerungs⸗Kom⸗ missär, Kreisstraßenmeister Kraft zu Nidda. Gas ⸗Cokes. Durch Stadtverordneten⸗Beschluß vom 30. September bezw. 28. Oktober d. J. wurden die Preise unserer Gascokes bis auf Weiteres festgesetzt sowie die Verkaufsweise eingerichtet, wie folgt: v. Bechtold. für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stũck⸗Cokes 1.10 Mk. Nuß⸗Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofen⸗ schächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korn⸗ größe des Anthracit, gangbarste Sorte Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit 125 5 Für Anfuhr an das Haus werden 8 Pfennig für den Zentner erechnet. * Sofern das Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze(Keller, Stall pp.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschiebt dies ohne besondere Vergütung. Eine Preisermäßigung bei Entnahme von Wagenladungen erfolgt nicht mehr. Der Verkauf unserer Gascokes unter und bis einschließlich 3 Zentner findet bis auf Weiteres im Gaswerk nicht mehr statt und werden daselbst nur Quantitäten von über 3 Zentner verabfolgt. — Dagegen ift bei folgenden hiesigen Firmen ein Klein⸗ verkauf unserer Gascokes eingerichtet worden, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße Nr. 19, Jacob Kahl, Frankfurterstraße Nr. 151, Ed. 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Jeden⸗ falls hat Stichwahl zwischen dem konservativen und sozialdemo⸗ kratifschen Kandidaten stattzusfin den. Hd. Rom, 25. November. Offiziös verlautet, der Ministerpräsident und der Kriegsminister hätten beschlossen, das Gesuch des Staatsanwalts von Bologna um die Erlaubnis zur Strafverfolgung Crispis der Kammer vorzulegen. Hd. Athen, 25. Nov. Der Kronprinz über⸗ reichte dem Krieg sminister seine nunmehr beendete sehr umfangreiche Darstellung des Krieges in Thessalien. Hd. Lagos, 25. Nov. Die französische Expedition, welche von Puerto Nuovo aus⸗ ging, hat Nikki besetzt. Dieses Ereignis hat in Puerto Nuovo große Freude hervorgerufen. Der Gouverneur ist mit einer großen Anzahl Anzahl von Trägern in das Hinterland ab⸗ gegangen. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. 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