ferner in de nter den türkiscen z. Außer den en Truppen beseh rchie verfallen. weder Cibil⸗ not — le. Will, 62 Juhre Grog Wil von Gestorben in der 33——— — urg, Verantw. Reha tmann, beide in Gleßen zav os 88 914 8 uod SUnne u- ua ubntanlu gas ich und . E 702 K. —— Telegraphen 1 acke Gießen. e dtheit gen 25. März 190 5 Gastspiel Jon LInkhaumd lische. in 4 Akten ziel Madelbuß an und Stellen 0 0 0 l 1 und abwärts, ach 05* 2 rau Schmidl Meufladt 59 nale gu, lad! Ichlosset Sf sadt 59. Gießen, Freitag den 26. Mürz 1897 Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. 0 Ausgabe ul Gießen. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzelle. Lokales und Provinzielles. Gießen, 25. März. Von 22 Schülern der Real chule bestanden 21 das Examen, welches sie zum einjährig⸗freiwilligen Dienst be⸗ rechtigt. 10 Examinanden waren vom münd— lichen Examen dispensiert. Gießen, 25. März. Als Beisitzer für das Gewerbegericht fungieren im Monat April für die Arbeitgeber Fabrikant L. Heyligenstädt, für die Arbeitnehmer Johannes Schäfer. Gießen, 25. März. Der Führer der deutschen Reformpartei im Kreise Friedberg⸗ Büdingen, der bei der letzten Reichstagswahl auch als antisemitischer Kandidat in Aussicht genommen war, Lieutenant a. D. Kaiser, ehe— maliger Hofrat des Grafen v. Leiningen, ist auf Antrag des Letzteren in Hanau wegen angeblicher Unterschlagung verhaftet und nach hier in Untersuchungshaft verbracht, wie übereinstimmend eine Anzahl von Tageszeitungen berichtet. * Gießen, 25. März. Der Vortrag, welcher gestern Abend im Café Leib auf Veranlassung des Kaufmännischen⸗ und des Ortsgewerbevereins von Dr. Pohlmeyer Berlin gehalten wurde, war von etwa 60 Personen besucht. Der Redner Wage in der von ihm bekannten meisterlichen eise über das letzte Jahrhundert preußisch— deutscher Geschichte. * Gießen, 24. März.(Stadttheater.) Die nächste Vorstellung im hiesigen Stadttheater, zum Benefiz für den Charakterdarsteller James Kunert, findet morgen Freitag Abend statt. Zur Aufführung gelangt das Anzengrubersche Volks⸗ stück„Der Pfarrer von Kirchfeld“. Wir machen im Interesse des durch seine Leistung so rasch beliebt gewordenen Künstlers auf diese Vor⸗ stellung ganz besonders aufmerksam. * Gießen, 25. März. Wie wir hören, sind die Verhandlungen zwischen dem hiesigen Theater— verein und der Direktion Kruse⸗Helm zu einem für beide Teile günstigen Abschluß gelangt. Es ist dadurch die Gewähr geboten, daß unserer Stadt das Theater ständig erhalten bleibt. Wir können dies nur mit Freuden begrüßen. * Gießen, 25. März. Einen Mordver⸗ such gegen seine in der hiesigen neuen Klinik beschäftigte Ehefrau unternahm gestern Nach⸗ mittag der in Fulda wohnende August Koch. Er feuerte auf seine Gattin, von der er getrennt lebt, mehrere Revolverschüsse ab und verletzte ste Waben doch ist Hoffnung vorhanden sie am Leben zu erhalten Der Thäter ist flüchtig.— Zu der Mordaffäre in der neuen Klinik wird uns noch folgendes mitgeteilt: Der Thäter ist Kaufmann und mit der Verletzten seit einem Jahr verheiratet. Beide wohnten seither in Frankfurt, bis die Frau am 1. März die Stellung als Oberköchin in der neuen Klinik annahm, nachdem sie sich schon früher von ihrem Ehemann getrennt hatte. Gießen gewesen, doch hat dessen Frau seine Be⸗ suche nicht mehr annehmen wollen. Sie beauf- tragte vor mehreren Tagen einen hiesigen Rechtsanwalt, ihrem Ehemann, der in Fulda Wohnung genommen, zu schreiben und der Erhaltung ihrer Stellung sich seine Besuche verbitte. Gestern kam nun ihr Mann von Fulda Klinik aus in das Küchengebäude der neuen Klinik ein, um seinem Opfer in dessen eine Treppe hoch gelegenen Zimmer aufzulauern. Von vier abgegebenen Schühen haben drei im Rücken und Hals getroffen. Nach vollbrachter That entfloh der Mörder auf der Straße nach Kleinlinden zu. Koch hat sich jedoch gestern Abend freiwillig der Behörde gestellt. * Nidda, 24. März. Um das Bad Salz⸗ hausen mehr und mehr zu heben, hat sich hier ein Kurverein für Salzhausen gebildet. Er geht zunächst vom hiesigen Ortsgewerbe— verein aus und bezweckt im Einvernehmen mit hoher Staatsbehörde, mit der er bereits ins Be— nehmen getreten ist, Mittel und Wege zu suchen, sowie Einrichtungen zu treffen, wodurch das Bad Salzhausen, das nunmehr durch die bald zu eröffnende Bahn Nidda— Friedberg mehr in den öffentlichen Eisenbahnverkehr gezogen wird, in einer Weise zu heben, daß es mehr als seither benutzt werden kann. Die Quellen von Salz⸗ hausen sind bekanntlich sehr heilkräftig, die Um⸗ gebung sehr schön, und es dürfte selten einen Ort geben, der so wie Salzhausen im⸗ stande wäre, wirklich Ruhe Suchenden dieselbe zu bieten. * Darmstadt, 23. März. Den Landständen ging ein Gesetzentwurf über die Organisation der Staatsschuld zu. Im Jahre 1879 wurde die Staatsschuldentilgungskasse mit der Hauptstaatskasse vereinigt, die Leitung der Ge— schäfte des Staatsschuldenwesens besorgl eine Kommission(Direktor der Hauptstaatskasse, land⸗ ständisches Mitglied mit Kontrolleur). Mit Rück⸗ sicht auf die gesteigerte Geschäftslast und zur organisatorischen Durchführung der prinzipiell wichtigen Trennung der Kasse und Verwaltung sieht der neue Gesetzentwurf eine besondere Be⸗ hörde vor, die großh. Staatsschuldenverwaltung, bestehend aus einem Mitgliede des Finanzmini⸗ steriums als Vorsitzenden und einem abwechselnd von den beiden Kammern der Landstände auf sechs Jahre zu wählenden Mitgliede. In gleicher Weise, jedoch ohne Beschränkung auf Mitglieder der Ständekammer, wird der Kontrolleur ge— wählt, die Kassengeschäfte und die Rechnungs— stellung besorgt die Hauptstaatskasse. Aus der Begründung geht u. a. hervor, daß die im Jahre 1879 rund 46 Millionen betragende hessische Koch ist mehrfach in 5 5 2 ihn darauf hinzuweisen, daß sie schon im Interesse Staatsschuld, die sich durch Tilgungen vorüber⸗ Expedition: . ̃ Kreuzplatz Nr. 4. E gehend bis auf ca. 39 Millionen ermäßigt hatte, zur Zeit auf etwa 60 Millionen gestiegen ist und sich durch den Ankauf der Ludwigsbahn demnächst um 190 Millionen auf ca. 250 Mill.“ erhöht. * Darmstadt, 24. März. Handel und Industrie dahier beschloß in ihrer heutigen 44. Generalversammlung acht 0 n ka[Prozent Dividenden für das Jahr 1896 hierher und schlich sich von der pfsychiatrischen zu verteilen. Es ergiebt dies im Ganzen 6400 000% An Tantiemen erhalten die 14 Mitglieder des Aufsichtsrats zusammen 331134 und der Vorstand 613 177 ¼ An Stelle des aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Herrn Eugen van Reth in Köln wurde Herr Theodor Guillaume in Mühlheim a. Rh. neu gewählt. * Mainz, 24. März. Im Hotel Taunus in der Bahnhofstraße tagte gestern Nachmittag eine Versammlung von Delegierten der Handwerker⸗Vereinigungen der Städte Mainz, Wiesbaden, Heidelberg, Mannheim, Worms, Darmstadt und Offenbach, um Stellung gegenüber dem neuen Gesetzentwurf über die Organisation des Handwerks zu nehmen. Nach mehrstündiger Beratung des Entwurfes kamen die Delegierten dahin überein, daß der⸗ selbe für das Handwerk vollständig unan⸗ nehmbar sei. Man beschloß, diese Angelegenheit einer größeren Handwerkervertretung zu unter⸗ breiten. Auf Sonntag den 2. Mai soll nach Mainz ein mittelrheinischer Handwerkertag und auf Sonntag den 9. Mai nach Karlsruhe ein südwestdeutscher Handwerkertag einberufen werden. * Mainz, 24. März. Die Stadtver⸗ ordnetenversammlung hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, eine Summe von 2090% für die Bewirtung der von hier abziehenden und nach Worms verlegten Truppenteile des 4. großh. hessischen Infant.⸗Regts.(Prinz Karl) Nr. 118 bewilligt. Die Bewirtung der Truppen findet nunmehr nach beiderseitigem Uebereinkommen Samstag den 27. März in der Stadthalle statt, und zwar um 5 Uhr nachmittags das Abschieds⸗ mahl für die Offiziere, um 7 Uhr abends für die Mannschaften. 35 * Mainz, 23. März. Zwischen den hiesigen Zimmergesellen und den Zimmermeistern find Differenzen ausgebrochen. Die Lohn⸗ kommission hatte den Meistern ein Schreiben zu⸗ gestellt, worin 10 stündige Arbeitszeit(seither 11 Stunden), Lohnerhöhung um 7 pro Stunde, Bezahlung der Ueberarbeit mit 10 und der Nacht⸗ und Sonntagsarbeit mit 15, Erhöhung, Abschaffung der Akkordarbeit und wöchentliche Lohnzahlung gefordert wurden. Die Einführung dieses Tarifs wurde für den 1. April, die Ant⸗ wort bis zum 20. März erbeten. Die Meister Die Bank für — Punkte wurden unbeantwortet gelassen. Die Lohnkommission schrieb zurück, daß sie die ge⸗ stellten Forderungen aufrecht erhalten müsse, dagegen sei sie zu einer Besprechung erbbötig, worauf die Meister erwiderten, in diesem Falle sei eine Unterredung zwecklos. Eine öffentliche Zimmerversammlung beschloß, zum gütlichen Ausgleich der Sache die Meister nochmals um eine Zusammenkunft zu ersuchen. Der seitherige Durchschnittslohn der Zimmergesellen beträgt 33-35„ für die Stunde. Permischtes. — Gegen die Denkmalswut schresbt die „Köln. Volksztg.“:„Die kürzlich aufgetauchten Entwürfe zur Errichtung eines steinernen Kriegs⸗Albums in Berlin dürften, nach den abfälligen Beurteilungen aus den ver⸗ schiedensten Kreisen, demnächst wohl bald hinfällig werden. Die Erörterung dieser Angelegenheit scheint jedoch inso⸗ fern nicht ganz nutzlos zu verlaufen, als hierbei ein Gegenstand von allgemeinerer Bedeutung die öffentliche Aufmerksamkeit gebührend in Anspruch zu nehmen beginnt. Es ist dieses die immer mehr sich ausdehnende Sucht, Denkmäler zu errichten, welche allmählich einen derartigen Umfang annimmt, daß namentlich diejenigen nunmehr beginnen, stutzig zu werden, welche ohne Unterlaß zur Bestreitung der erwachsenden Unkosten herangezogen werden. Die Veranstalter der zahlreichen Denkmals-Unternehmungen erhalten ja oft Anerkennung für ihre Bemühungen d Orden, Titel oder sonstige öffentliche Auszeichnunge⸗ Unter denjenigen, welche zur Aufbringung de nötigen Geldmittel herangezogen werden, befinden sich jedoch viele, die mit Unmut in die Tasche greifen, sich in einer Zwangslage befinden und oft nur zahlen, um einer ungünstigen Beurteilung zu entgehen. Hierzu gehören viele vermögenslose Beamte, Militärs, Vereine und sonstige Genossenschaften, namentlich die Kriegervereine, deren Mitglieder vielfach selbst unterstützungsbedürftig find, und unter denen sich viele Veteranen befinden, die für das öffentliche Wohl das Ihrige bereits hinlänglich gethan haben. Kürzlich ging sogar eine Nachricht durch die Zei⸗ tungen, daß in einer schlesischen Stadt von kaum 50 000 Einwohnern den Ueberschüssen der städtischen Sparkassen eine größere Summe— wenn ich nicht irre, war von 40 000 4 die Rede— entnommen sei, um das ge⸗ wünschte Reiterstandbild zustande zu bringen. Vergeblich habe ich bisher nach einer Widerlegung dieser offenbar unrichtigen Nachricht gesucht, da doch andererorts der Grundsatz festgehalten wird, Ueberschüsse städtischer Spar⸗ kassen nur für solche Zwecke zu verwenden, welche dem Nutzen der kleinen Leute dienen.“ — Die Röntgenstrahlen als Beweismittel. Die Blätter berichteten unlängst von einem Veteranen aus Weißenburg, dem durch eine Beweisführung mittels Röntgenstrahlen zu einem Invalidensold verholfen wurde. Einen ähnlichen Fall erfährt der„Epping. Volksb.“ aus Landshausen in Baden. Ein dortiger Bürger be⸗ mühte sich seit Jahren um eine Invalidenpension, weil ihm vom letzten Feldzuge her eine Gewehrkugel im Ober⸗ schenkel steckte. Die Aerzte konnten trotz mehrfacher Unter⸗ suchung nichts von einer Kugel entdecken, und so blieben antworteten, sie seien zu einer Lohnaufbesserung die Gesuche des Mannes erfolglos. Dieser Tage nun von 2& pro Stunde bereit: sämtliche anderen — Dürre Blätter. Nach dem Englischen v. John Strange Winter. Deutsch von B. T. Koner. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Dieser Vorschlag wurde natürlich von mir mit Freuden angenommen. Und wäbrend der paar Minuten, die mir zum Gespräch mit den Damen blieben, ehe der letzte Akt begann, trat die Aehn⸗ lichkeit Frl. Gordon's mit meiner Jugendgeliebten noch mehr hervor. Nur schlanker und etwas kleiner war sie. Ich hätte Hans um den Hals fallen mögen, als ich hörte, wie er sie halblaut fragte: „Ich wollte mir erlauben, morgen einen Besuch bei Ihrer Frau Mutter zu machen. Darf ich meinen Freund mitbringen?“ „Oh, gewiß, Mutter wird sich außerordentlich freuen“, rief sie aus.“ „Sie ist wirklich allerliebst, die Phyllis Gordon“, sagte Villiers draußen im Foyer zu mir. „Du“, sprach ich, ihn scharf von der Seite ansehend,„hast Du etwa—“ „Absichten auf sie?“ lachte er gutmütig. alter Junge. Daran denke ich nicht.“ So sagten wir einander guten Abend, und am nächsten Tag trafen wir uns, wie wir verabredet hatten, im Klub, um zusammen nach der in der Green⸗Straße gelegenen Gordon'schen Wohnung zu gehen. Freund Villiers schien dort wie zu Hause. Er nickte dem öffnenden Diener mit der gemütlichen Anrede zu:„Na, Simmons, wie geht's?“ Worauf derselbe geschmeichelt lächelnd uns Beiden das Ge— eilte vom Vorplatz nach dem Salon gab. Dann riß er die Thür auf und meldete mit lauter Stimme: „Herr Oberst Villiers! Herr Oberst Starkey!“ „Nein, Was ich nun zu erzählen habe, ist fürchterlich. Aus dem Halbdunkel, welches nach heutigem Ge— schmack in dem großen Zimmer herrschte, kam mir die Dame des Hauses entgegen— Marian Chatter⸗ ton, meine alte Liebe! Ich war dieses Mal nicht im Zweifel, daß sie in Wirklichkeit vor mir stand. Aber die— Zeit war nicht gnädig mit ihr ver⸗ fahren. Freigebig hatte sich die Zeit allerdings und das nur allzu sehr, gegen sie erwiesen. Denn Marian wog sicher gegen zwei Zentner. Sie begrüßte mich mit wahrhaft rührender Er— kennungsfreude, verleugnete auch keinen Augenblick unsere Bekanntschaft. „Ja, ja, Kind“, sagte sie zu ihrer Tochter, „Oberst Starkey und ich sind alte Freunde. Laß uns hier ein wenig ungestört mit einander plaudern. Du kannst unterdessen Oberst Villiers eine Tasse Thee reichen.“ Während sich Haus und Phyllis an das andere Ende des Zimmers verfügten, wandte Marian sich mit der Frage zu mir:„Was hat Ihnen denn das Leben gebracht?“ „Mehr als ich verdient habe“, erwiderte ich. „Ihre glänzenden Erfolge sind mir bekannt“, sagte sie.„Ich las alle Berichte über Ihre Thaten. Und als Sie das Viktoria-Kreuz erhalten hatten, war ich stolz, daß ich einst zu Ihren Bekannten gehört habe.“ „Oh, das ist nicht der Rede wert gewesen“, entgegnete ich mit dem Unbehagen, welches wohl jeder empfindet, der viel Aufhebens wegen einer Sache machen hört, die er im Grunde zumeist nur dem Zufall verdankt hat. „Ja, ja, ich weiß; das Viktoria-Kreuz zu be⸗ kommen, war immer das leichteste von der Welt — für die, welche es haben, Charlie.“ Sie nannte mich beim Taufnamen, als müsse das so sein. Ich konnte mich bei ihrer zutraulichen Art überhaupt eines peinlichen Gefühls nicht er— wehren. Um das Gespräch von meiner Person ab— zulenken, bemerkte ich: „Ihre Tochter sieht Ihnen sehr ähnlich.“ „Ja, das sagt man mir allgemein. Das heißt, sle sieht so aus, wie ich in meiner Jugend aus— gesehen habe. Sie finden mich entsetzlich gealtert, nicht wahr?“ Sie blickte mich fast flehend an, und ich— ich hätte ja ein Barbar sein müssen, wenn ich nicht einige beruhigende Redensarten gemacht hätte. Nur ein bischen stärker sei sie geworden, setzte ich hinzu. Sie lächelte und schlug die Augen nieder — da merkte ich, was für ein Tölpel ich gewesen. Doch, was half's? Die Ungeschicklichkeit war ein— mal begangen, um dieselbe nicht durch eine Ver— legenheitspause zu vergrößern, sagte ich: „Das Vergnügen, Sie wiederzusehen, kam mir ganz unerwartet. Ihr jetziger Name war mir nicht bekannt, ich hatte gehört, Ihr Gatte hieße Mackenzie.“ „Ganz richtig, aber wir mußten eines Besitz— tums wegen, das uns durch Erbschaft zufiel, den Namen Gordon annehmen.“ „Und Herr Gordon— ich hoffe— er befindet sich wohl?“ fragte ich etwas befangen. „Oh, mein Mann ist seit vier Jahren sot.“ Sie sagte das, ohne die geringste Bewegung zu verraten. Hätte sie wenigstens ein bischen geweint oder auch nur die Augen niedergeschlagen! Sie verlangte aber offenbar nicht ein Wort des Beileids von mir. Wenn sie sich über das Hinscheiden des seligen Gordon gegrämt hatte, so war ihr Gram jedenfalls längst überwunden. Hier unterbrach sie das Gespräch durch die Frage, ob ich eine Tasse Thee wünsche, und ich war froh, von meinem Sophaplatz und den Remi —— wurde er nach Heidelberg ins Krankenhaus beschieden, niscenzen erlöst zu sein, die nur eine Mahnung an die größte Dummheit meines Lebens waren. Als wir das Zimmer darchschritten hatten und au dem kleinen Theetisch standen, wo Phyllis unsere Tassen zu füllen bereit war, erblickte ich mich zufällig neben Marian in dem hohen Spiegel, der den Pfeiler zwischen den Fenstern deckte. War's denn möglich, daß Frau Gordon nur drei Jahre mehr zählte, als ich? Allerdings sah ich für meine acht⸗ unddreißig auffallend jung aus, während sie ein Dutzend Jahre älter erschien, als sie war. „Oberst Starkey war Ihnen also kein Unbe⸗ kannter?“ fragte Villiers munter. „Nein“, sagte sie mit einem kleinen Seufzer, während sie mit ihrer Theetaffe auf dem nächsten Sessel Platz nahm.„Wir kennen uns seit langer, langer Zeit. Wir waren damals fast noch Kinder. Wie alt man sich doch vorkommt, wenn man so weit zurückdenkt!“ Als der Besuch beendet war, gab Villiers mir auf der Straße einen kleinen freundschaftlichen Rippenstoß und nannte mich einen schlauen Hund Ich hätte den Menschen verwünschen mögen, wie er Das sagte. Am folgenden Tage erhielt ich von Frau Gordon eine Einladung zum Diner und zu gemeinschaft⸗ lichem Theaterbesuch; sie habe auch meinen Freund Villiers gebeten. Ich konnte mich nicht zu einer Absage entschließen. Die Aussicht, Phyllis Gordon wiederzusehen, war zu verlockend, obwohl ich mir sagen mußte, daß zwischen ihr und mir die Ver⸗ gangenheit, und wohl auch ein wenig die Gegen— wart stand. Und als ich dann die liebliche Phyllis wiedergesehen und stundenlang in hrer Nähe ge⸗ weilt hatte, da ging ich mit dem ewußtsein fort, daß ich liebte, leidenschaftlich, aber hoffnungslos liebte. Die dürren Blätter meiner ersten, längst erstorbenen Liebe hatten mir den Weg zu meinem Herzensglück erschüttert.(Schluß folgt.) Stickereien und Blumenzier fangen Andererseits werden rote Unterröcke Auch noch andere Neuerungen wer Bolero wird immer mehr erweitert, und Falten durchschossen und f wo bei einer Photographie mittels Röntgenstrahlen die Kugel deutlich sichtbar wurde. Jetzt wird man ihm wohl die ausstehenden Penstonsbeträge nachzahlen müssen. —„Keine Zahnschmerzen mehr!“ Der eldgenössische Postdirektor Bovet in Genf hat einen amtlichen Erlaß über Zahnschmerzen an die Post⸗ angestellten gerichtet. Er lautet: Es begegnet häufig, daß die Angestellten, die gar keine Sorge um ihre Zähne tragen, krank werden infolge von hohlen Zähnen und davon herrührenden Entzündungen. Das Ausziehen der Zähne ist das einzige Mittel, das Uebel verschwinden zu machen.(Die Ansicht wird im Sinne der modernen Zahnheilkunde schwer zu begründen sein. Die Red.) Allein die Angestellten ziehen vor, zu leiden, statt sich der Operation zu unterwerfen. Sie können nicht arbeiten und verursachen Auslagen wegen der Stellvertretung. Dieser Zustand muß aufhören. Dem Personal wird zur Kenntnis gebracht, daß Zahnweh fortan nicht mehr als eine Krankheit angesehen wird und Diejenigen, welche von ihrer Beschäftigung wegbleiben, auf ihre Kosten ersetzt werden. E Neue Modelaunen. schwarze Strümpfe bei den Pariserinnen. Jetzt sollen sie durch weiße, gestickte, mit kleinen Blümchen verzierte Seidenstrümpfe ersetzt werden, dieweil es die Mode also gebietet. Auch graue, rosa, blaßblaue Strümpfe mit Bekanntmachung. Samstag, den 27. März 1897, vormittags 9 Uhr, findet zu F Wieseck auf der Straße nach Gießen eine Vormusterung des Pferdebestandes statt. 5 4 des Reglements vom 16. November 1886, die Beschaffung der Mobilmachungsvpferde betreffend, ist jeder Pferdebesitzer bei Meidung einer Geldstrafe bis zu 150 Mark verpflichtet, zu diesem Termin seine sämtlichen Pferde zu gestellen mit Ausnahme a) der Fohlen unter 4 Jahren, b) der Hengste, e der Stuten, die entweder hochtragend sind, oder noch nicht länger als 14 Tage abgefohlt haben, d) der Pferde, die auf beiden Augen e) der Pferde, welche in Bergwerken Von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde sind ausgenommen: a) Beamte im Reichs⸗ oder Staatsdienst, hinsichtlich der zum Dienst⸗ gebrauch, sowie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufs notwendigen Pferde, b) die Posthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß, c) Offiziere und Militärbeamte hinsichtlich ibrer überetatsmäßigen Pferde. Unter besonderen Umständen namentlich in dringenden Fällen kann Großh. Kreisamt Gießen Befreiung von der Vorführung eintreten lassen. Wir fordern hiernach sämtliche Pferdebesitzer hiesiger Stadt unter Hinweis auf die obige Strafvorschrift auf, ihre Pferde in dem augegebenen Termin vorzuführen bezw. vorführen zu lassen und zu diesem Zweck/ Stunde vor Beginn der Musterung zur Stelle zu sein. Die vom 1. März ab bis zum Musterungstermin durch Zu- oder Abgang eingetretenen bezw. eintretenden Veränderungen im Pferdebestand sind von den Pferdebesitzern sofort auf dem Bllrgermeistereiburean— Zimmer Nr. 15— anzuzeigen. Gießen, den 15. März 1897. Groß. Bürgermeisterei Gießen. Guau t h Y Neuntheilen! Sonnen⸗ und Negenschirme 0e in großer Auswahl billigst A. Fangmann, Bahnhofstr. 29. 880 Tur Frühjahrssaison. Herren⸗ und Knaben⸗Garderobe uach Maß erhältlich auf 7 Ratenzahlung. Anzüge von 30—70 Mark sollen. schleicherei. Unter dem Verdach ist in Wien eine reiche Frau, worden. Die jetzt 59jährige Frau Manne getrennt, einen jungen, Millionär, Namens diesem angeblich 2 1891, das zweite, im April 1892 a setzt worden und Mutter und Kind Nachträglich stellte sich jedoch heraus unterschobenes war, jetzt gemeldet hat. erstes Kind gestorben war, Seit Jahren herrschten Kind als eigenes anzunehmen, und Taufschein für das Nach blind find, dauernd unter Tag arbeiten. Knaben⸗Anzüge von 12—30 Mark Hosen von 5— 30 Mark. Schneidermeister K. Schnell 64 Frankfurterstrasse 64. Nachweislich gute Ausführung. Modernster Schnitt. 1 Die 189 r Fahrräder der Kronrad-Werke werden in Oualität, Ausführung und Eleganz von keiner anderen Marke über- troffen. 8 Grösste Auswahl in jeder Preislage. Vertreter: Konrad Hamel, f i . . pots Bunggvkuf Muster stehen jeder Zeit zur Verfügung S 8 . Nordanlage 29. 727 Zum bevorstehenden Frühjahr erlaube mir die A ti 6 Sante een, Bla, un alen age unh eder n pete eb geen Ae 24 Hochachtungsvollst Aug. Helfenbein, Marburgerstraße Nr. 68. in empfehlende Erinnerung zu bringen. Fr. gegenstand der Bemühungen der Modeschöpfer werden zu Kindes ⸗ Unterschiebung aus Erb⸗ Barbara Hörl, Walcher, zum Geliebten und gebar Kinder. Das erste starb im Jahre von Walcher bei dessen Tode zum Universalerben einge⸗ U von einer Arbeiterin gekauft, die sich Frau Hörl wurde wegen Betrugs ein⸗ gesperrt, behauptet aber jetzt, Walcher selber habe, als ihr darauf bestanden, ein fremdes Kenntnis der Dinge, seine Millionen vermacht. die Hörl sprechen jedoch ihre Bemühungen, Kind auf den Namen Walcher zu er⸗ — zu erscheinen.] langen, und dann die Wahrscheinlichkeit, daß schon das bei welcher der Führer der hiesigen an einzuführen gesucht.erste gestorbene Kind ein unterschobenes war. Hafen arbeiter, Jansens, der auch Nuit e 9 zugleich zweiter e der Liga der mit allerlei Besa 8 9 5 We cheint ein Haußt⸗ Neueste Telegramme.. 0 e Hd. Berlin, 25. Professor zur Zei Denkmals, t der Erbschleicherei welchem der verhaftet von ihrem verstorbenen hatte, seither reiche Künstler und Nach einem Prolog uswärts geboren, ist lebten in Reichtum. daß das Kind ein Blumenspende. Hd. Berlin, Tagebl.“ meldet aus Häfen anfang in richtiger kieren. Gegen einen falschen diesem, Nachmittag fand sammlung fand ein Fest für den t hier weilende deutsche Bot⸗ schafter in Madrid, Professor Schweninger, zahl⸗ Ober⸗Regisseurs Grube aufgeführt. wurde nach allen Seiten hin Kaiser, welcher nicht erschienen war, 25. März. dahin übereingekommen, s nächster Woche zu blo⸗ Hd. Antwerpen, 25. März. Gestern der hiesigen R März. Gestern Abend Schöpfer des National⸗ Reinhold Begas, statt, handlungen ging hervor, daß sowohl die Hafenarbeiter wie die Arbeit⸗ geber einen Streik ähnlich dem Ham⸗ burger verhindern wollen, daß aber, wenn ein Streik wegen Lohn⸗Diffe⸗ renzen ausbrechen sollte, derselbe sich 73 05 auf andere Häfen ausbreiten rde. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 27. März 1897. Vorabend: 6.15 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Sabbathausgang: 7.30 Uhr. Schriftsteller beiwohnten. wurde ein Festspiel des Der Meister gefeiert. Der sandte eine Das„Berliner Rom: Die Mächte seien die griechischen Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ Verleger: Paul Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. die erste Ver⸗ teur: Wilhelm Sell, hier heder statt, Bekanntmachung. Nachdem der Beschluß der Stadtverordneten Versammlung vom 21. Januar d. J., wonach die Bergstraße auf nur 10 Meter statt der bis⸗ ber vorgesehenen 11 Meter verbreitert werden soll, von Großh. Kreisamt Gießen genehmigt worden ist, bringen wir dies in Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung mit dem Anfügen zur allgemeinen Keuntnis, daß die Einsicht des bezüglichen Planes auf dem Stadtbauamt Jedermann freisteht. Gießen, den 24. März 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Die Listen über die während der Zeit vom 1. April 1897 bis Ende März 1898 für die Pflichtfeuerwehr heranzuziehenden Personen liegen vom Erscheinen dieser Bekanntmachung ab während acht Tagen auf unserem Bureau⸗ Zimmer Nr. 15 zu Jedermanns Einsicht offen. Es wird dies unter dem Anfügen zur öfsent⸗ lichen Kenntnis gebracht, daß während dieser Offenlegungsfrist Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Listen, so⸗ wie Befreiungsansprüche auf Grund der Orts— feuerlöschordnung vom 12. Juli 1892, auch Wünsche hinsichtlich der Einteilung in eine be⸗ stimmte Abteilung de Pflichtfeuerwehr münd⸗ lich oder schriftlich bei uns vorgebracht werden können. Gießen, den 20. März 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnautb. Verdingung. Die zum Auf- und Abschlagen des Frei⸗ bades, sowie zur Umzäumung der Pferde⸗ schwemme erforderliche Zimmer⸗ und Schreinerarbeit soll Montag, den 5. April l. J., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. 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