5 wwurg, Vetantw Ned „ Redal⸗ Ottmann, belde in Gießen. Ves Chambord“, f iert) 1.— Mark, f en bei den Herren: onrad, Mzusburg, Ez . Sunselff. d Ttreusand, z der- Sand 5 2 nder-San eihbi ab eholt und 1 7 bei mir abg f fahrt du ei guter Wah 1840 worden. In den Ruhestand versetzt wurde er, mit Wirkung vom 1. Februar l. J. ab, auf sein Nachsuchen. * Gießen, 23. Januar. Der hessische Landtag wird, wie bereits gemeldet wurde, Dienstag, den 9. Februar zusammentreten.„Bei dieser Tagung“, so schreibt das nationalliberale „Mainzer Tagblatt“,„wird es sich nicht um die Be⸗ ratung des de für 1897/99, sondern um die Wahl der beiden Präsidenten und um die Bildung der Ausschüsse handeln. Was den ersten Präsidenten anbelangt, so ist es als feststehend zu betrachten, daß er aus der natio— nalliberalen Partei hervorgehen wird, da auch die sozialdemokratische Fraktion entschlossen ist, die erste Präsidentenstelle einem National⸗ liberalen, als einem Vertreter der stärksten Partei, zu übertragen. Nur in der Personen⸗ frage bestehen noch Meinungsverschiedenheiten, die jedoch kaum in Betracht kommen werden. Ueber die Person des zweiten Präsidenten ver— lautet noch nichts bestimmtes. Doch dürfte die Wiederwahl des seitherigen zweiten Präsidenten Wolfskehl außer Zweifel stehen. In den ver— schiedenen Ausschüssen, für welche die Kandidaten schon bestimmt sind, wird von jetzt an auch die sozialdemokratische Fraktion vertreten sein. Die Beratung des Staatsbudgets, dessen Aufstellung und Drucklegung noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen wird, soll, soweit be— kannt, in diesem Frühjahr nicht mehr erfolgen. Dagegen wird die Regierung eine Verlängerung des Pn ee auf ein Jahr beantragen und, falls das Gesetz in der zweiten Kammer Geneh— migung findet, was nach dem Stande der Ver⸗ staatlichung der Hessischen Ludwigsbahn außer Zweifel steht, soll die Beratung des Staats⸗ budgets bis in den Herbst d. J. verschoben werden. Demgemäß wird die erste Tagung des — 771 voraussichtlich nur von kurzer Dauer ein.“ * Gießen, 23. Jan. Die Dienststunden des Hauptpostamts sowie der Stadtpost⸗ stelle für den Verkehr mit dem Publikum an den Sonntagen und gesetzlichen Feier⸗ tagen werden vom 24. d. M. ab auf die Zeit von 7—9 Uhr vormittags im Sommer, von 8—9 Uhr vormittags im Winter und von 5 bis 6 Uhr nachmittags festgesetzt. * Gießen, 23. Januar. Ueber die Be⸗ schaffenheit der Briefumschläge und ihre Zulässigkeit zur Beförderung sind neuerdings Bestimmungen getroffen worden. In kaufmän⸗ nischen Kreisen hat sich in letzter Zeit der Brauch befinden. Solche Briefsendungen sollen fernerhin nicht mehr befördert, sondern dem Absender zu⸗ rückgegeben werden. Nach den Bestimmungen der Postordnung sollen auf der Außenseite(dem Briefumschlag) nur noch auf den Stand, die Firma oder das Geschäft des Absenders bezüg⸗ liche Angaben und Abbildungen insoweit zulässig sein, als dieselben etwa in der Ausdehnung den sechsten Teil der Vorder- oder Rückseite der Umschläge nicht überschreiten. Auf der Spitze der Verschlußklappe können Zeichen oder Ab— bildungen enthalten sein, welche als Ersatz für einen Siegel⸗ oder Stempelabdruck anzu— sehen sind. * Gießen, 23. Jan. Nachdem erst gestern die nochmalige Aufführung des äußerst ge⸗ lungenen Programms des Winterfestes des Veteranenvereins zum Besten seiner Unter⸗ stützungskasse bekannt gemacht, ist, wie wir er⸗ fahren, die Nachfrage nach Eintrittskarten be⸗ reits eine sehr starke. Es dürfte daher unseren werten Lesern und Leserinnen zu empfehlen sein, sich alsbald mit Eintrittskarten zu versehen. Nach allem, was wir immer mehr über die erste Aufführung erfahren, steht auch ein wirklich genußreicher Abend in Aussicht, zumal ebenfalls für den instrumentalen Teil sehr gesorgt ist. Unsere Regimentskapelle unter persönlicher Leitung des Musikdirektors Herrn Krauße, wird konzertieren und somit dürfte allen An⸗ forderungen Genüge geleistet werden. Wir em⸗ pfehlen nochmals den Besuch der Vorstellung allen Kunstfreunden. * Gießen, 23. Januar. Der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen hätt seine dritte Monats versammlung am Montag, 25. Januar, abends 6¼ Uhr, im Hause der Vereinigten Gesellschaft zu Darmstadt ab. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag des Herrn Beck, Obersten und Kommandeurs des Großh. Gendarmeriekorps:„Die Errichtung des Kreis⸗ regiments im Jahre 1867 und sein erster Kom⸗ mandeur Hartmann Samuel Hoffmann von Löwenfeld.“ * Gießen, 23. Jan. Wie man uns mit⸗ teilt, hat Herr Ludwig Sier in Gießen ein Schreibpult mit endlosem, über die Schreib⸗ fläche geführtem Rollenpapier konstruiert und die Eintragung desselben in das Gebrauchsmuster— Register bewirken lassen. * Gießen, 23. Jan. Man schreibt aus dem Odenwald: Eine Thatsache, die unbestritten den Vorzug hat, vereinzelt dazustehen, ist wohl von allgemeinem Interesse. Der durch seine * Gießen, 22. Januar. Am 26. d. Mts. findet infolge des Eutscheides des Großh. Ministeriums die Neuwahl noch eines Mitgliedes zur Handelskammer statt. Bei der jüngsten ersten Wahl zu dieser Körperschaft erregte es be⸗ sonders in Detaillistenkreisen allgemein kein ge⸗ ringes Kopfschütteln über den ganz unbegreif⸗ lichen Wahl⸗Modus. Doch stützt sich die vorsündflutliche Wahlmethode auf das am 17. November 1871 erlassene Handelskammergesetz für das Großherzogtum. Der Artikel 12 dieses Gesetzes bestimmt nämlich: „Jeder Wähler zieht in dem Wahlzimmer einen der auf der einen Seite mit fortlaufen⸗ den Nummern versehenen Stimmzettel und legt denselben, nachdem er auf jener Seite die Bezeichnung derjenigen, welche er zu wählen beabsichtigt, eingetragen hat, in den verschlossenen Stimmkasten. Ueber die ganze Wahlhandlung ist ein Protokoll aufzu⸗ nehmen, welches die Namen der Abstimmen⸗ den, jede Abstimmung mit Angabe der Nu m⸗ mer des betreffenden Stimmzettels, sowie auch das Ergebnis der Zusammen⸗ stellung der Stimmen enthalten muß ꝛc. Das Wahlprotokoll nebst den Stimmzetteln muß nach Art. 3 des Gesetzes öffentlich für die Wahlberechtigten ausliegen, so daß sich jeder ge— nau überzeugen kann, wie Hinz oder Kunz ge⸗ wählt hat. Der ganze Wahlakt ist also hiernach ein geheimer, aber— kontrollierbarer! Damen, welche Inhaberinnen eines Geschäfts sind, können ihre Stimme nach Art. 3 des Ge⸗ setzes in eigener Person nicht abgeben, es sei denn, daß sie fich den Luxus eines handelsge— richtlich eingetragenen Prokuristen gestatten; der berechtigt ist, sich an der Wahl zu beteiligen. Gießen, 23. Jan. Der gestrige Amberg⸗ Vortrag hatte einen noch stärkeren Zuspruch zu verzeichnen. In den Gängen, selbst im kleinen Saal standen die Zuhörer Kopf an Kopf. Das Interessanteste war unstreitig die Vorführun der Röntgenschen X⸗Strahlen in dem voll⸗ ständig dunklen Raum. Reicher Beifall wurde besonders dieser Piece des Programms zuteil. Der Vortrag war erst gegen 11 Uhr zu Ende. * Gießen, 22. Januar. Im Café Krämer in den Neuen Bäuen hielten heute Nacht die Kellner eine Versammlung ab. Die Be⸗ ratungen begannen um 2 Uhr. Es drehte sich um die Begründung einer Vereinigung. * Gießen, 22. Jan.(Schöffengerichts⸗ sitzung.) Gegen die angeklagte Dienstmagd Elisabethe Fleischer wurde wegen Nicht- g „ delch 2 1 lte. Nr. 20 Gießen, Sonntag, den 24. Jaunar 1897. 4 U und trat 8 alle dnl ba N 9 66 9 f 1 N 4* rofessor 8 1 Lei gegen die 1 d genomm 1 8 l uin 4 A en a0 l elt f Parten J n 5. mene de 8 konswez 7 für Au west fire den öbreitun 9 zu wollen 0 Pofigtg. Nr. 3239 a. Postztg. Nr. 32392. henwürdz,,„der Telephon⸗Nr. 112. Telephon⸗Nr. 112. rdige 3 1 6 2. 8. wiener Wie Redaktion: 7 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.* Expedition: Kegletz aus Kreuzplatz Nr. 4. 88 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. dortigen 8. ein. N 5 0 einfa nt. 2 1 1 herausgebildet, die Briefumschläge auf der Außen- originellen Einfälle weit bekannte Musiker Nik.] erscheinens trotz Ladung Haftbefehl erlassen. Hung zu 9 0 Lokales und Provinzielles. seite zum Zwecke der Reklame mit Angaben und Priester ist mit acht Söhnen gesegnet, die im— Es wurde sodann die Verhandlung gegen u, sondern 10* Gießen, 23. Jan. Dem Pfandmeister] Abbildungen usw. zu versehen, welche nach Art Alter je ein Jahr von einander und von denen den Schuhmachermeister Friedrich Weißen⸗ in Stilltand bei dem Rentamt Friedberg, Jakob Debo und Größe den Bestimmungen der Postordnung vier am 18. Oktober und vier am 21. Oktober[bach von hier wegen Betrugs fortgesetzt. Wie gegenwärtig nur u Friedberg, ist das Silberne Kreuz des Ver- nicht entsprechen und sich an unrichtiger Selle geboren sind. Das ist wohl trotz Ben Akiba wir schon einmal erwähnt haben, ließ sich der e dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen auf der Vorderseite oder Rückseite der Umschläge noch nicht dagewesen. Angeklagte im vorigen Jahre im Laden des Schuhmachermeisters Nicolai dahter während dessen Abwesenheit ein Paar neue Stiefel verab⸗ reichen, wobei er einen falschen Namen angab. Weißenbach erklärte heute, er sei zur fraglichen Zeit betrunken gewesen, hätte auch die Stiefel schon bezahlt gehabt, ehe ihm Mitteilung von der Anzeige angegangen sei. Die heute neu ge⸗ ladenen Zeugen können nichts wesentliches be⸗ richten. Das Gericht erkennt mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten auf 3 Monate Gefängnis. Der Amtsanwalt hatte 6 Monate Gefängnis und Haftbefehl beantragt.— Die Dienstmagd Marie Jans von Arfurt ließ sich am 7. Juni v. J. von der Frau Postassistent Kammer von hier, welcher sie vorspiegelte, sie wolle bei ihr in Dienst treten und sei mit dem Schutzmann Schäfer verwandt, 3& verabreichen. Ferner gab Jans einen falschen Namen an. Die Angeklagte, welche zur Zeit 2 Monate Ge⸗ fängnis verbüßt, erhält eine Gesamtstrafe von 2 Monaten und 14 Tagen Gefängnis.— Der Kutscher Johann Tag von hier geriet am 19. November v. J. mit dem Kommis Freundlieb in Streit, wobei Letzterer dem Tag einen Hieb mit seinem Stock versetzte. Tag verfolgte daraufhin den Freundlieb und versetzte ihm mehrere Stiche gegen die Brust, die jedoch nicht durchwirkten. Ferner brachte ihm der Angeklagte mittels eines Bierglases eine Handwunde bei. Das Gericht erkannte gegen Tag auf 6 Wochen Gefängnis. * Gießen, 23. Januar.(Besitz wechsel.) Das früher Fillmannsche Haus am Kirchenplatz, welches im Zwangsverkauf für 13 500 4 in den Besitz des Herrn Johann Schmückert übergegangen war, erwarb Herr Dachdeckermeister Carlé für den gleichen Preis.— Das dem Herrn Zimmermann Feuster(Liebigstraße) ge⸗ hörige Haus ging für 21000. in den Besitz des Herrn Heinrich Einhäuser über. * Grünberg, 19. Jan. Ob der Sper⸗ ling zu den der Landwirtschaft schädlichen Vögeln gehört oder ob sein Nutzen, den er durch Vertilgung der verschiedensten Insektenarten bringt, den Schaden überwiegt, ist bis jetzt noch eine Streitfrage. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß er bei massenhaftem Auftreten von großem Nachteil für die betreffende Gegend ist. Um der allzugroßen Vermehrung der Sperlinge vorzubeugen, fordert die hiesige Bürgermeisterei die Einwohner zur Vertilgung derselben auf und läßt für jeden eingelieferten Vogel 3 Pfen⸗ nige vergüten.— Der in unserer Stadt be⸗ stehende Versicherungsverein für Schweine hat während seiner kaum 1½ñ jährigen Wirksamkeit Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wie wenig ließ Regine es sich träumen, daß ihr so poesieempfängliches Ideal so prosaisch handeln könne! Als sie sich jetzt eben wieder jede Einzel— heit ihres kurzen, unvergeßlichen Zusammenseins mit Lossen zurückrief, umspielte ein leises Lächeln ihre Lippen. Sie, die einen Lothar von Lossen liebte, sollte Felix Helling heiraten? Dennoch dachte sie öfter daran im Laufe des Tages, als sie selbst für möglich gehalten hätte. Frau von Helling beobachtete sie den ganzen Tag über gespannt, ohne ein weiteres Wort zu äußern. Als kluge Frau wußte sie, daß zu großer Eifer der Sache nur schaden könne. Viel Hoffnung schien sie für die Erfüllung ihrer Wünsche vorläufig nicht hegen zu dürfen. Regine hatte ihre Lippen fest auf einander gepreßt und sah sehr bleich aus— so intensiv war die Blässe ihres Antlitzes geworden wie sie jetzt, über die Abendzeitung gebeugt, der Mutter gegenüber saß, daß diese erschrak und eine Frage nicht unterdrücken konnte:„Fehlt Dir etwas, Regine?“ Aber die Antwort klang kurz und abweisend: „Garnichts! Was sollte mir denn fehlen?“ und Frau von Helling gab sich resigniert zufrieden. Desto größer war ihr Erstaunen, als sich die Tochter am nächsten Morgen mit etwas heiserer Stimme erkundigte, ob Vetter Felix für diesen Tag zu erwarten sei. Auf die bejahende Antwort hin äußerte sie mit verlegen abgewendetem Gesicht: „Dann will ich rasch noch einen Citronencréme machen lassen, den ißt er ja so gern!“ und entfloh hastig aus der Nähe der überraschten Mutter, die sich diese schnelle Wendung zum Guten nicht zu deuten wußte. Sie ahnte die Ursache nicht. Eine — kurze Notiz im Abendblatte hatte das Wunder be— wirkt, zwei Namen nur, die in der Liste der Ver— lobten standen: Constanze Pottmüller und Premier- lieutenant Lothar von Lossen. Eine Verwechslung war ausgeschlossen, das wußte Regine. Der Lossens gab es zwar viele in der Armee, aber nur einen Lothar unter ihnen. Er hatte selbst im Scherze gegen sie geäußert, daß er als der einzige seines Stammes diesen Namen trage. *** Eine feuchte laue Maiennacht war es gewesen, in der Regine den schwersten Seelenkampf ibres jungen Lebens durch drang. Draußen träufelte der warme Regen nieder auf die jungen Blätter und ließ die Knospen schwellen. Ein weicher, träume— rischer Lenzhauch lag in der Luft, die durch das geöffnete Fenster hereinströmte; alles in der Natur rüstete sich zum Feste, zur Blütezeit— aber ihr Leben erschien ihr welk, öde, inhaltslos. Die ganze glühende, schwärmerische Liebe ihres jungen Herzens hatte sie ihm geschenkt, und er hatte keine Erwide— rung gehabt für die Tiefe dieses Gefühls, ihm war ihre Unterhaltung wohl nur eine angenehme Zer— streuung gewesen, die ihm über ein paar müßige Stunden hinweg half. Ein Gefühl unsagbarer Bitterkeit schwoll in ihrem Herzen auf und schnürte ihr die Kehle zu. Der Gedanke, mehr Liebe zu geben, als sie empfing, war ihr immer unerträglich gewesen. Aengstlich hatte sie sonst stets ihre Zuneigung abgewogen— und hier war ihr für alles— nichts geworden. Sollte sie nun suchen, ob sie in einem anderen Manne die Ergänzung ihres eigentlichsten Selbst finden würde, wie sie es damals in Lossen fand? Ach, sie wußte genau, daß es keinen Ersatz für das Verlorene gab. Drei Jahre lang war sie Männern aller Art begegnet, und alle blieben ihr fremd. Wohl las sie in ihren Blicken Bewunderung, aber diese galt nur ihrer Schönheit. Keiner batte ihr die Lippen erschlossen, wie jener eine, und die Schätze ihres Geistes, die sie sorglich verborgen hielt vor profaner Berührung, ans Tageslicht ge— zogen Wenn sie einmal im Eifer einen eigenen Gedanken laut werden ließ, sich ein selbständiges Urteil erlaubte, dann sahen die einen sie bestürzt an: eine denkende Frau, ein Schöngeist, wie un⸗ heimlich! Die anderen aber lächelten mitleidig, spöttisch; was konnte eine Frau denn von Dingen verstehen, die nicht in ihr Fach schlugen! Küche, Haushalt, Toilette, das war ihr Reich, damit hatte sie sich zu bescheiden. Wollte sie noch dilettieren in Musik, Malerei, nun gut! so wurde ihr das ver— ziehen. Aber alles weitere war vom Uebel. Nur einer hatte ihr zuzuhören verstanden, einem hätte sie alles sagen können, was ihr Herz bewegte — aber jener eine fragte ja garnicht danach. O wie war es möglich, daß er nicht wie sie ihre innere Zusammengehörigkeit gefühlt hatte! Laut auf— schluchzend sank sie in die Kniee und barg das thränenüberströmte Gesicht auf den Armen. Dann ward sie ruhiger, dachte weiter. Wie sollte ihr Leben sich nun gestalten? Ein Mann hatte seinen Beruf, der ihm nicht Zeit ließ, über eine Enttäuschung lange zu grübeln. Aber sie? Frau von Helling hatte ihre Tochter erzogen, wie es die meisten Frauen ihres Standes thaten, das heißt sie trug Sorge, daß ihre Talente und Fähig— keiten gut ausgebildet wurden. Erstere Pflichten hatte sie nicht zu erfüllen, nützliche Thätigkeit be⸗ anspruchte man nicht von ihr. So würde sie denn auch in Zukunft ihre Tage hinbringen mit Malen, Musizieren und Lesen. Aber was ihr bisher Freude gemacht, erschien ihr nun zwecklos. Hatte sie doch bei allem nur an„ihn“ gedacht. Für ihn wollte sie ihr Wissen bereichern. Wenn sie ihren Beet hoven übte, fiel ihr ein, wie er die neunte Sym⸗ phonie ein Meer genannt, in dem man zuerst ver⸗ sinkt und dann allmählich schwimmen lernt; und mit eisernem Fleiße lernte sie die gewaltige Flut mit kundigem Arme teilen, ohne daß ihr von den überstürzenden Wellen der Atem verging— für wen sollte sie sich nun abmühen? Ob sie malte, las und spielte oder ob sie schlief und den ganzen Tag garnichts that, das erschien ihr plötzlich unendlich gleichgültig. Verzweifelt rang sie die Hände. Sie wollte fort, hinaus aus den alten Verhältnissen— war denn keiner, der ihr dazu verhalf? Aber ja doch, einen gab es ja, der gar nichts Besseres begehrte, als sie mit sich zu nehmen. Ein paar treue, blaue Augen schienen sie plötzlich aus dem Dunkel anzublicken, als versprächen sie ihr Rettung. Sollte sie dennoch die Frau von Vetter Felix werden? Was sie noch am Morgen für un⸗ möglich gehalten, erschien ihr jetzt der Erwägung wert. Einmal heiraten mußte sie doch wohl— warum denn ihn nicht so gut wie jeden anderen? Gerade weil er so ganz verschieden war von Lossen, aber auch von allen anderen Herren ihrer Bekannt⸗ schaft, weil er sie in einen fremden, weit entfernten Wirkungskreis verpflanzen würde, wo sie schaffen und sich betäuben konnte, gerade darum war er jetzt vielleicht der Rechte für sie. Sie seufzte. Der gute Felix! Jener, dem sie sich ganz offenbart, hatte sie verschmäht. Dieser, der von dem nichts wußte, das sie für das Beste an sich hielt, liebte sie. Sie stand vor einem Rätsel. Müde vom Sinnen stützte sie den Kopf. Aber ihren Weg sah sie nun klar vor sich. Sie wollte Felix glücklich machen, wollte aus seinen liebevollen Augen Vergessen trinken— und was sie ernstlich wollte, hatte sie noch immer gekonnt. 1 1 1 1 1 5 3 281 ansehnliche Erfolge aufzuweisen. Von den 107 Mitgliedern wurden für rund 107000 Mark Schweine versichert; für 17 gefallene Schweine wurde Schadenersatz geleistet. Auch können bei dem Verein fette Schweine, die nach auswärts, z. B. nach Frankfurt, Gießen usw. verkauft werden, versichert werden. Da die Schweine⸗ zucht einer der lohnendsten Zweige der Land⸗ wirtschaft ist, dürfte auch andern Gemeinden zu empfehlen sein, zur gegenseitigen Unterstützung solche Vereine zu gründen.(D. 3. k. Garbenteich, 23. Januar. Ein eigen⸗ artiger Diebstahl wurde in der Nacht vom 21. zum 22. d. M. bei dem hiesigen Gemeinde⸗ 1 chäfex verübt. Einem Ortsbürger war die Kuh 15 Kalben erkrankt, sodaß deren sofortige Tötung notwendig wurde. Der Gemeindeschäfer kaufte das Fleisch der Kuh zur Fütterung seiner Hunde. Als er am andern Morgen nach seinem Fleisch sah, war es spurlos verschwunden. Von dem Dieb, der es hoffentlich mit Appetit ver- zehrt, hat man bis jetzt noch keine Spur. R. Bernshausen(Kr. Lauterbach), 23. Jan. Was nicht alles zu Wetten Anlaß geben kann! Anfangs dieser Woche saß in einer hiesigen Wirt⸗ schaft eine Anzahl fideler Burschen, die über alle möglichen Dinge ihre„Schnurren“ rissen, U. a. entspann sich auch eine„Ziegendebatte“. Als einer aus der Gesellschaft die Behauptung auf⸗ stellte, ein Ziegenbock könne einen halben Schoppen Schnaps vertragen, wurde ihm wider⸗ sprochen und es kam— zur Wette. Der Ziegen⸗ bock, der gewisser Vorzüge wegen gerade nicht zu den niedlichsten Haustieren gehört, wurde in die Wirtsstube gebracht. Er muß die Einladung zum Schnapstrinken nicht gar so tragisch auf⸗ genommen haben, denn gleich den übrigen Zech⸗ brüdern ließ er ebenfalls 2 Viertelliter Schnaps ohne eine Miene zu verziehen die Kehle hinunter⸗ rollen. Der Wettende hatte zur größten Ver⸗ blüffung des Andern die Wette gewonnen. * Mainz,. 21. Januar. Der Sohn eines wohlhabenden Landwirtes in dem Nachbar⸗ ort Alsheim wurde wegen des Verdachtes der Brandstiftung ver haftet. Der junge Mann hatte mit seinem Vater Streit, und die Nachbarn kamen dem Alten zu Hilfe. Als der Sohn kaum flüchtig gegangen war, loderte die Scheuer seines Vaters in hellen Flammen auf, worüber der alte Mann, den Thäter ahnend, ohnmächtig zusammenbrach. Die in dem Hause anwesenden Leute eilten in den Keller, um dem Ohnmächtigen etwas Wein heraufzuholen; wie erstaunte man aber, als sämtliche Fässer in dem Keller geöffnet worden waren, so daß der gelder nicht unbeträchtliche Weinvorrat in dem Keller ausgelaufen war. 1055 5 * Mainz, 22. Jan. Der städtische Finanz⸗ ausschuß hat in Sachen der Polizeiver⸗ waltung einen Antrag an die Stadtverordneten⸗ 1 50 beschlossen. Der Antrag geht da⸗ hin, die Stadtverordnetenversammlung wolle die Bürgermeisterei beauftragen, die Regierung zu ersuchen, in den Haushaltvoranschlag des Groß⸗ herzogtums für die Rechnungsjahre 1897/1900 als Zuschuß des Staates zu den Kosten der nne der Stadt Mainz einen Be⸗ trag von 45, A für jedes Rechnungsjahr einzustellen. Der seitherige Zuschuß beträgt nur 12,000 l. * Mainz, 23. Januar. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung sämt⸗— liche Anträge, die Lehrmittel an alle Schüler unentgeltlich abzugeben, abge⸗ lehnt hat, machte der Oberbürgermeister fol⸗ gende Vorschläge:§ 1. Seitens der Stadt wird für die ee ere Lieferung aller notwendigen Lehr- und Lernmittel an unbemittelte Kinder der hiesigen Volksschule Es bedarf in der e n gesorgt. Regel nur eines kurzen mündlichen Antrags beim Lehrer oder dem Oberlehrer, um schnell und ohne jede beschämende Form für den Empfänger in den Besitz des Erwünschten zu kommen. S 2. Hat der Lehrer irgend welchen Zweifel über die Dürftigkeit des Petenten, so ä—'—ʃP“———I—P) hat er die Verhältnisse in wohlwollender Weise zu prüfen.§ 3. Die Oberlehrer sind befugt, auch in anderen Fällen, in welchen die Verhält⸗ nisse solches angezeigt erscheinen lassen, unent⸗ eltlich Lehr⸗ oder Lernmittel zu verabfolgen. Von diesen Fällen ist der Bürgermeisterei regel⸗ mäßig Mitteilung zu machen.§ 4. Die Lehr⸗ oder Lernmittel, welche an unbemittelte Kinder unentgeltlich abgegeben werden, dürfen in keiner Weise als von der Stadt her⸗ rührend gekennzeichnet sein. Dieselben gehen in das Eigentum des Kindes über. * Mainz, 21. Januar. Die Tüncher, Maler und Lackierer hielten gestern Nach⸗ mittag eine gut besuchte Versammlung ab. Es wurde über die vor längerer Zeit ausgesandten Fragebogen eingehend Bericht erstattet. Derselbe ergab ein sehr trauriges Bild von der gegen⸗ wärtigen Lage der obigen Brauche. Fragebogen wurden ausgesandt 180 Stück und ebensoviel beantwortet. Der durchschnittliche Lohn schwankt nach der statistischen Zusammenstellung der Fragebogen zwischen 28 und 32 Pfg. pro Stunde, der Akkordlohn von 28 bis 45 Pfg. pro Stunde. Die Arbeitslosenstatistik ergab, daß die 180 Fragebogenaussteller stets eine längere Zeit im Laufe des Jahres arbeitslos sind. Die Gesamtsumme der Arbeitslosen-Tage der 180 Arbeiter innerhalb eines Jahres betrug zwanzig Jahre. Der Referent bemerkte, daß diese Statistik ein trauriges Bild von der Lage der Arbeiter dieser Branche gebe und sei es wahrlich hohe Zeit, daß die Tüncher, Maler und Lackierer sich endlich aufrafften, um einem derartigen unwürdigen Zustande ein Ende zu bereiten. Alle Anwesenden waren der Meinung, daß in nächster Zeit eine Regelung der Lohn⸗ verhältnisse stattfinden müsse. Die Versamm⸗ lung wählte sodann eine Lohnkommission von 8 Mann, die die nächsten Schritte zur Ein⸗ leitung einer Lohnbewegung machen soll. Auch wir begrüßen es mit Freuden, daß endlich auch die Arbeiter dieser Branche sich wieder ermannen. — Auch in anderen Branchen gährt es hier. Es dürfte mit Sicherheit darauf zu rechnen sein, daß den kommenden Frühjahr die Arbeiterbe⸗ wegung hier kräftige Wogen schlägt. Vermischtes. — Von einem Gensdarmen erschossen. In dem Dorfe Nordwalde bei Osnabrück erschoß ein Gensdarm einen Handwerksburschen, welcher aus Hunger ein Stückchen Brot bettelte und bei seiner Verhaf⸗ tung flüchtete. f 5 —„Remischen“ nennt man in einigen Gegen⸗ den der Rheinpfalz das kleinste Maß Wein, ein Viertel Liter. Ueber die Entstehuug des Wortes geht folgende Geschichte: In Kreuznach lebte vor ungefähr 200 Jahren ein alter Winzer„in seinem Vorbehalt“. Er hatte eine Wirtschaft sich gewählt, wo er jeden Tag seine 15 bis 16 gute halbe Schoppen trank. Da merkten andere Gäste, welche da saßen, daß er, während die Gäste noch bei ihrem Weine saßen, so drei- bis viermal kam. Daun lachten sie ihn sehr oft aus. Dieses kränkte den alten Winzer sehr. Jetzt dachte er darüber nach, was machen? Gut, bei dem Wirtsgebäude an der anderen Seite ging man durch die Wagenremise in den Keller. Da sagte er zu dem Wirte:„So, da stellst Du mir ein Tischchen und einen Stuhl hin; ich brauche mich von den Buben nicht auslachen zu lassen. So trinke ich mein Wein hier“. Als dies so eine Zeit lang dauerte, sagten sie zu dem alten Winzer Remise und später Remischen, und so pflanzte sich der Name„Remischen“ bis zur jetzigen Zeit fort und ist jetzt noch in der ganzen Umgegend ge⸗ bräuchlich. — Dr. Greniers Streiche. Da der musel⸗ manische Abgeordnete Grenier in der französischen Depu⸗ tiertenkammer die Waschbecken der Abgeordneten zu seinen Fußwaschungen benutzte, erhob sich ein Entrüstungssturm seiner angeekelten Kollegen gegen ihn und die Quästur verbot ihm diesen Mißbrauch des Toiletteraumes. Gre— nier begab sich daher nach der„Voss. Ztg.“ am Dienstag zum Seineufer, entkleidete sich bis auf das Notdürftigste und wusch sich im Flusse angesichts eines großen Auf⸗ laufs von Gaffern, die von herbeigeeilten Schutzleuten im Zaum gehalten werden mußten. — Die Rache des Elefanten. In London hat jüngst ein Elefant, der dem Zirkusbesitzer George Die Nacht war still dahingeschwunden. Kalt und nüchtern dämmerte der junge Tag herauf— und mit ihm begann für sie ein neues Leben. —* * Nein, Frau von Helling hatte nicht gewußt, daß sie eine so lenksame Tochter besitze. Regine war ja wie ausgetauscht. Sie hörte zu, wenn Felix erzählte, schenkte ihm ein, wenn er ausge— trunken hatte, fragte voll Interesse, wieviel Geld er auf dem Remontemarkte für seine Fohlen gelöst, wie viele Hühnchen in Mamsell Christinchens Stall ausgekommen seien, und wie sie dieselben ernähre. — Regine, die es bisher nie der Mühe wert ge— funden, die Gerste vom Weizen unterscheiden zu lernen. Aber Felix war nicht weniger erstaunt, als sie selbst! Kaum wagte er, an sein so unerwartet aufkeimendes Glück zu glauben. Er vermied es ängstlich, die jungen Triebe desselben durch unzar— tes Berühren zu zerstören, aber Reginens warme Blicke schienen ihm anzudeuten, daß dieselben lebeus— fähig seien. Seine Pflichten daheim riefen. Dieses Mal konnte er nicht scheiden, ohne Gewißheit zu haben. Zunächst wandte er sich an Frau von Helling. Aber diese war schon ihrer Sache sicher, und als Regine eintrat, noch ehe sie Zeit zum Ant— worten gefunden, rief sie ihm ermunternd zu: „Frag sie nur selbst, mein Junge!“ und verließ behaglich lächelnd das Zimmer, um in aller Eile ein kleines Verlobungsdiner zu rüsten. Er war mit raschen Schritten auf sie zuge— gangen und ergriff ihre beiden Hände. „Regine“, sagte er tief bewegt,„Du weißt dielleicht schon, was ich Dir jetzt sagen will— daß ich Dich lieb habe, ganz unbeschreiblich lieb— darf ich“, er stockte,„glaubst Du, daß Du mit einem — einfachen Menschen, wie ich es bin, glücklich werden könntest, daß Du mir folgen könntest ohne Reue.“— Sie war toͤtenblaß geworden, als er begann. Aber seine rührende Bescheidenbeit erschütterte sie. Rasch faßte sie seinen Kopf mit beiden Händen zog ihn näher und sah ihm übermütig lächelnd in die Augen: „Meinst Du denn, daß es so furchtbar schwer sei, mit Dir friedlich Haus zu halten, Du mein lieber, guter Felix, Du?“„Mein Felix“, wie be— seligend das klang! Jubelnd zog er sie in seine Arme und küßte sie, erst leise, zaghaft, dann stürmischer. Sie schmiegte sich an ihn und schloß die Augen. Seine naive, innige Zärtlichkeit that ihrem wunden Herzen wohl. ** * Ende August, als die Ernte vorüber war und der gewissenhafte Gutsherr sich ein paar Tage Ferien vergönnen konnte, fand die Hochzeit statt. Felix und Regine hatten sich bis dahin nicht wieder— gesehen. Ihn hielt daheim die Arbeit fest, sie war mit der Mutter ins Bad gereist. Felix war kein Held im Briefschreiben, aber ein paar herzliche Worte sandte er ihr doch täglich. Der bedeutungs— volle Tag kam und ging vorüber wie ein wirrer Traum. Regine war in beständiger Hetze. Jetzt mußte sie sich ankleiden zur standesamtlichen Trau— ung, daun Toilette machen für die kirchliche Feier. Nun hörte sie wie aus weiter Ferne das Orgelspiel an ihr Ohr schlagen, dann die Worte des Geist⸗ lichen, daheim die Glückwünsche, Toaste, das Gläser⸗ klingen— endlich saß sie mit Felix im Koupe, und ein seltsames Gefühl durchzuckte sie— jetzt fuhr sie in die Welt hinaus als die Frau eines Mannes, den sie nach ihren Begriffen eigentlich garnicht kannte. Jortsetzung folgt.) Sanger gehört, einen Mann getötet, indem er dessen Kopf mit einem seiner Stoßzähne an die Wand drückte. Als am 14. d. Mts. die Sache vor den Leichenbeschauer kam, erklärte sowohl der Besitzer wie der Wärter des Elefanten, das Tier habe einen Racheakt verübt.„Charlie“, ein sehr gelehriger und ruhiger Elefant, wurde am Sonn⸗ tag Abend gerade gefüttert, als der vor 10 Monaten entlassene frühere Wärter des Elefanten im Stall erschien, um seinen Kollegen zum Thee abzuholen. Kaum hatte jener einige Worte gesprochen, als„Charlie“ mit seinem rechten Stoßzahn den Kopf des früheren Wärters so an die Wand preßte, daß sofort der Tod eintrat.„Ich glaube,“ erklärte der Elefantenwärter,„daß das Tier seinen früheren Wärter, den es seit 10 Monaten nicht gesehen, an der Stimme erkannt hat, und da es ihm vielleicht um einer Grausamkeit willen böse war, brachte es ihn um.“„Lord“ George Sanger bekundete, daß er den Elefanten seit 31 Jahren in seinem Besitz habe und daß derselbe, neun Jahre alt, aus Indien importiert worden sei. Der getötete Mann hatte vier Jahre lang die Wärterstelle bei ihm, verlor sie aber, da er mit der Polizei in Konflikt geriet. Das Tier war immer ruhig. Der Leichenbeschauer fragte, ob die Elefanten es im Ge⸗ dächtnis behielten, wie sie behandelt würden?„Sicher⸗ lich“, sagte Herr George Sanger,„ich spreche aus 45⸗ jähriger Erfahrung. Das Tier wurde von dem Getöteten nicht ordentlich behandelt. Elefanten haben für freund- liche Behandlung ein gutes Gedächtnis. Ich erinnere mich, wie ich einmal einen Elefanten wieder traf, dan ich zwei Jahre lang nicht gesehen hatte. Das Tier war über das Wiedersehen so erfreut und gerührt, daß Thränen über sein Gesicht rollten. Einmal spielte mein Neffe zwischen„Charlies“ Füßen, da hob der Elefant ihn mit dem Rüssel auf, schüttelte ihn sacht und setzte ihn auf die Seite.„Charlie“ hat fünfmal an der Lord Mayors Schau mitgewirkt und wurde immer bei den Vorstellungen im alten„Amphitheater“ verwendet, ist aber nie bösartig gewesen.“ Die Jury erkannte darauf Unfall als Todesursache. — Melken mit Hindernissen. Eines Tages begab es sich, daß einer arbeitsamen Bäuerin im Reichs⸗ lande„etwas ins Kreuz fuhr“ und sie das Krankenlager aufsuchen mußte. Das war nun gar arg für die Bäuerin, ärger für den Bauer, am ärgsten aber für das Geißlein im Stalle. Im Anfange zwar machte das undankbare Vieh sich nicht viel aus den Gebresten seiner Nährmutter, es fraß gottlos des Tags über darauf los und freute sich sogar, daß es abends seinen kontraktlichen Verpflich⸗ tungen nicht nachzukommen brauchte, denn der Herr des Hauses kannte nicht das Geheimnis, aus strotzend ge⸗ schwollenem Euter durch leichten Druck und sanftes Streicheln die schäumende Milch abzuzapfen. Er hatte im Dämmerlicht zwar einen schwachen Versuch gemacht, war aber gleich mit mißtrauischen Blicken empfangen worden und hatte nach einigem unsicheren Tasten einen schlagenden Beweis von der Feinfühligkeit des Geißleins erhalten. Und nun war guter Rat teuer. Es fehlte zum Kaffee das kräftig duftende Naß, das in Verbindung mit Zichorie und einem schwachen Anflug von Bohnen so sehr die Nerven stärkt. Es schrie gar jämmerlich das Geißlein im Stalle ob des Ueberflusses an Milch. Da verfiel der Bauer auf die schöne Idee, die Geiß auf die ausgehobene Stallthür zu stellen und sie so auf diesem Präsentierbrett der Frau aufs Bett zu stellen. Damit war geholfen. Die gewandten Finger der Bäuerin hatten bald den Schatz gehoben und es lachte Bäuerlein, Bäuerin und Geißlein, das nach vollbrachter Operation wieder in den Stall gebracht wurde. — Wie sich ein biederer Plattdeutscher eine gute Hausfrau verschaffte. Allgemein be⸗ sprochen wird in der Umgegeud von Brainerd(Amerika) die Hochzeit des biederen schleswig⸗holsteinischen Farmers L. D. Katson. Die heiratsfähigen Damen der Umgegend gefielen ihm nicht und so kam er auf den Gedanken, die Wahl seines Hauskreuzes dem blinden Zufall zu überlassen. Also schrieb er, als er vor einiger Zeit wieder einmal eine größere Sendung Eier für den Kommissionshändler einpackte, auf eines derselben im geliebten Platt, daß er ein ansehnlicher Junggeselle sei und heiraten möchte. Seine Adresse fügte er auch hinzu. Ist's eine irische, die das Ei schließlich erhält, so versteht sie nicht die Inschrift, so spintisierte er, ist's aber eine Deutsche, so beißt sie viel⸗ leicht an, und jedenfalls versteht sie auch etwas vom Haushalt. Das Ei geriet dem, dem Hausstande vor- stehenden Töchterlein des deutschen Uhrmachers Zennen in Chicago in die Hände; sie setzte sich mit dem Ehekandi⸗ daten in Verbindung und kurz darauf war sie plötzlich verschwunden. Sie fuhr nach Brainerd, wo Katson sie am Bahnhofe empfing und als eheliches Gemahl heim⸗ führte. Nach der Hochzeit erhielten auch die„Herren Eltern“ in Chicago die Nachricht von dem Vorfall und daß Ludwig Detlef ein ganz prächtiger Ehemann sei, nur mit dem Hochdeutschen hapere es. — Auch eine Ansichtsendung. Die Ver⸗ breitung von Bildung ist an sich sehr löblich und dem deutschen Buchhandel haben wir in dieser Beziehung gewiß sehr viel zu verdanken. Nur darf die Art und Weise des Verschickens der Bücher„zur Ansicht“ nicht lästig werden. Ein Zimmermeister in einer Stadt des deutschen Ostens wurde von einem Buchhändler fortgesetzt mit der⸗ artigen Ansichtssendungen überschwemmt. Mehrere Auf⸗ forderungen, diese Sendungen zu unterlassen, blieben er⸗ folglos. Da erschienen kürzlich zwei Arbeiter des Zimmer⸗ meisters in dem Geschäftslokale des Buchhändlers und legten dort einen starken Balken nieder mit der Mitteilung, den schicke ihr Meister dem Herrn Buchhändler„zur ge⸗ fälligen Ansicht“. — Ein Bischof als Wirtshaus ⸗Refor⸗ mator. Bischof Egger von St. Gallen hat, wie schweizerische Blätter berichten, eine Reihe von Vorträgen über:„Das Wirtshaus, seine Entartung und seine Re⸗ form“ gehalten. Nach seiner Ansicht soll versucht werden, das heutige Wirtshaus auf gütlichem Wege umzugestalten, anstatt ihm den Krieg zu erklären, dadurch, daß man ihm Wettbewerbanstalten entgegenstellt. Das Wirtshaus sei nun einmal ein gesellschaftliches Bedürfnis geworden, sollte aber deshalb auch Jedermann zugänglich gemacht werden, auch denjenigen, die entweder keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen oder auch gar nichts genießen wollen. Die Interessen des Wirtes könnten gewahrt werden durch Bezahlung eines Stundengeldes für den Aufenthalt im Wirtschaftsraum. Der Bischof verhehlt sich nicht, daß diese Neuerung bei den Wirten auf Widerstand stosten werde, aber das Volk habe das Recht, und die Macht bekanntlich auch, dieselbe zu erzwingen. — Engelmacherinnen. Ein sensationeller Prozeß beschäftigte das Bezirksgericht in Jekaterinenburg. Angeklagt waren drei Schwestern Terentjew, welche im Laufe von fünf Jahren gegen 150 ihnen zur Pflege übergebene kleine Kinder haben Hungers sterben lassen. Denjenigen Kindern, welche wahrscheinlich ein zuͤheres Leben hatten, wurde einfach der Schädel ein⸗ geschlagen. Die drei Angeklagten wurden zu 4, 6 und 8 Jahren Zwangsarbeit und demnächstiger Ansiede⸗ lung in Sibirien verurteilt. Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Am 12. Jan. Dem Schlosser Bernhard Weidenhaus ein Sohn. Dem Bahnarbeiter Philipp Balser ein Sohn, Karl. Dem Hülfsdiener Franz Xaver Andreas ein Sohn, Franz Xaver Sebastian.— Am 13. Jan. Dem Heizer Heinrich Hammel eine Tochter, Charlotte. Dem Metzger und Wirt Jakob Diel eine Tochter.— Am 16. Jan. Dem Taglöhner Joseph Frey ein Sohn, Franz. Dem Bäckermeister Ernst Muth eine Tochter, Marie.— Am 18. Jan. Dem Schreiner Philipp Rühl eine Tochter, Marie Christine.— Am 20. Jan. Dem Gastwirt Joseph Stahl eine Tochter, Maria Theresia. Aufgebote. Am 18. Jan. Karl Kraft, Eisendreher zu Rödelheim, mit Susanna Kollsseus zu Sindlingen.— Am 20. Jan. Wilhelm Weber, Landbriefträger zu Grünberg, mit Marie Rühl zu Burkhardsfelden. ö Sterbefälle. Am 15. Januar. Wilhelm Seipp, 28 Jahre alt, Landwirt von Trais-Münzenberg.— Am 16. Januar. Johannette Franz, geb. Herbert, 56 Jahre alt, Witwe von Reallehrer Karl Franz dahier.— Am 17. Januar. Johann Bischoff, Portefeuiller von Hausen, Kreis Offen⸗ bach, Musketier 7./116. dahier. Katharine Schmidt, 58 Jahre alt, von Wetzlar.— Am 18. Jan. Christine Dörmer, geb. Schütz, 58 Jahre alt, Ehefrau von Kol⸗ porteur Hermann Dörmer dahier.— Am 20. Januar. Elise Bott, 19 Jahre alt, Näherin dahier.— Am 21. Januar. Georg Zeiß, 49 Jahre alt, Wagner dahier.— Am 22. Jan. Robert Sparr, 39 Jahre alt, Dienstmann dahier. Kirchliche Anzeigen.* Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 24. Januar, 3. nach Epiphanias. In der Stadtkirche: Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Nachm. 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemeinde. Anmeldung bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Donnerstag, den 28. Januar, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal, Neustadt 61: Bibelstunde. Pfarrer Dr. Grein. Nächstkünftigen Sonntag, den 31. Januar, wird Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgemeinde im Abendgottesdienst gehalten. Anmeldung bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche: Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Din geldey. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lulasgemeinde. Pfarrer Din geldey. Nachm. 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, Bibel⸗ stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Zweiter Johannesbrief Mahnung zu Wahrheit und Liebe. Pfarrer Dr. Naumann. Sonntag, den 31. Januar, Beichte und heil. Abend⸗ mahl für die Lukasgemeinde im Abendgottesdienst. Anmel⸗ dungen bei dem Pfarrer erbeten. Neueste Telegramme.“ Hd. Berlin, 23. Jan. Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung einstim⸗ mig eine Petition an den Minister des Innnern, um Aufhebung der Verord⸗ nung bezüalich der äußeren Heilig hal⸗ tung der Sonntage zu richten. Hd. Berlin, 23. Jan. Die Konferenz im kaiserlichen Reichsgesundheitsamt in Angelegenheit der Pestgefahr wird heute Vormitttaga 9½ Uhr unter dem Vorsitz des Direktors Köhler stattsinden. Hd. Stettin, 23. Jan. Eine gestrige Versammlung der pommerschen Land⸗ wirte beschloß die Gründung einer Ge⸗ treide⸗Verkaufs. Zentrale mit dem Sitz in Stettin. Hd. Budapest, 23. Jan. Die Minen und das Dynamitmagazin in Anina werden militärisch bewacht. Der Ausstand dauert fort. Insgesamt feiern 5000 Bergleute. Hd. Rom, 23. Jan. Die Polizei in Civita Vecchia beschlagnahmte die Streikkasse der Hafenarbeiter. Hd. Paris, 23. Januar. Das englische Frachtschiff„Mabel“, welches für ein hie⸗ siges Geschäftshaus indische Teppiche an Bord hatte, wurde auf Anorduung des Ministeriums in Bougival mehrere Tage zurückgehalten und beaufsichtigt. Hd. Brüssel, 23. Januar. Am nächsten Dienstag beginnt die Debatte über die Revision des Kgammer-Reglements. Die Sozialisten werden die Vorlage mit großer Heftigkeit bekämpfen. Hd. London, 23. Januar. Ein heftiger Schneesturm wütete gestern in London und vielen Gegenden Englands. Auch im Kanal wütete der Sturm heftig. Der Dampfer „Salisbury“ stieß mit einem noch unbekannten Zweimaster zusammen. Dem„Salisbury“ wurde der Bug eingestoßen. Der Zwei⸗ master ist anscheinend untergegangen. Hd. Madrid, 23. Jan. General Wehler hat Befehl erteilt, daß alle Pflanzungen, welche den Aufständischen den Nutzen sein könnten, zerstört werden. Die Handelskammer hat die Abberufung des Generals Weyler wegen Ueberschreitung seiner Machtbe⸗ fug nisse beantragt. Gießen, den 23. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 75—95, Hühner⸗ eier 1 Stück 7—8, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 70—90 Pfg., Hühner p. St. 1,00— 1,20, Hahnen 1,20— 1,50, Enten 1,50— 1,70, Gänse per Pfund 48 54, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 50—65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50— 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. . * rr r r mitt zen A Gießen, Groß olshe im Gieh den nne 0 sollen int Gießenel dalbornenbütte erde uche eie 23,15 59 Eiche 13 Ficht 8 m 6 3„9 5. 157„9 11 1 E 96„ 450 Well 29010„ de Zusummen in der krsten E Am Sblusse de aufen starkes olg aus den Er weg in der Nähe versteigert. Gießen, den 19 Großb Fr Stute Otis nicht lodentei N * Verf Mittwoch morg läßt der Unter nung am Ste gleich baare 3 nomiegerät 2 gute Fah lalb(weites Pflüͤge, I E b 1 Nn müble(neu, 1 Vagentuch wurzeln, Kor stroh, Spreu gebrauchte S sonsige Gege 5 2— Ein fr stauration großen Et. berkehrsre fixe M tüchtige fähigen mieten. 6 man unter Erped. d. 1* 11 8 t * Auers Für eini— lach in ade T. koa cslau 5 Oran dw Aale Austch N * a 1 . richte ser Ver te. Eiendith g er 8 dingen. A bckhen, u Grünbetg 0. Jan. mit N . 5 g Seip 9 „ 28 Ja O An 15. 5 alt, . N 555 1 anuar . 5 An 0 * Hausen, 5 5 N nab Ehn r al, Chen r 8 Ehefrau von 15 iherin dahier.— 5 1 te alt, Wagner dahl 2 393 Mig Juhre alt, Duenstmann lnzeigen. Remeinde. r g. nach Epi 1 phanlaz. Grein. Pfarttt V. Grein osser. Veichte d a häusgemeinde. A 5 geinde erbeten. e Januar, abends 8 Uhr, im : Bibelstunde, Pfarrer den 31. Innuar, wird für die Markusgemeinde im inmeldung bel dem Pfarter ineskirche: age ldeh. für die Lulasgemeinde. che. u, abends 8 Uhr, Bibel⸗ der Johanneskirche. Zweiter Jahrheit und Liebe. Pfarrer „Beichte und heil. Abend⸗ 1 Abendgottrdlenst. Aumel⸗ en. legramme. an. Der Nagistrat gen Sitzung einstim⸗ u den Minister des ung der Verord⸗ zeren Heilig hal zu richten. an. Die Konferenz sgesundheitsamt Pestgefahr wird ihr unter dem Vorstz ttfinden. 7 Eine gestrige me schen ge 4 dung ein 5 trale mil den Sitz Die Minen und in in Anina werden Der Ausstand dauert 5000 Bergleute, in. Die Polizei 7 schlagnahmte die 14 79 5 710 che 0 15 wut für ein gie tig. 4 bekannten t eine nen., e Der Pei⸗ Bekanntmachung. Die Dienststunden des Hauptpostamts sowie der Stadtpoststelle für den Verkehr mit dem Publikum an den Sonntagen und gesetz⸗ lichen Feiertagen werden vom 24. d. Mts. ab auf die Zeit von 7—9 Uhr vormittags im Sommer, von 8—9 Uhr vormittags im Winter und von 5—6 Uhr nachmittags festgesetzt. Gießen, 21. Januar 1897 1 Postamt. 0 5 (gez.) B altru sch Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß nach dem Ausschreiben Großh— Kreisamts Gießen vom 18. d. Mts,, abge— druckt im Gießener Anzeiger Nr. 16, die fülr den Monat Februar l. Is. vorgesehenen Vieh⸗ märkte zu Gießen verboten sind. Gießen, den 21. Januar 1897 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 25. Januar 1397, vor⸗ mittags 9½ Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, in den Distrikten Katbarinenhütte, Heegstrauch und Unterhaag versteigert werden: 57 Kiefern- und Fichtenstämme mit 23,75 fm, 53 Eichenstämme mit 16.70 fm. 13 Fichtenstangen mit 1,07 fm, 8 xm Eichenscheitholz, 303„ Nadelscheitholz, 8„Eichenknüppelbolz, 157„Nadelknüppelholz, 11„Eichenstockholz, 96„Nadelstockbolz, 450 Wellen Eichenreisig, 2910„ Nadelreisig. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der ersten Schneise. Am Schlusse der Versteigerung werden 42 aufen starkes Erlen⸗Durchforstungs⸗ olz aus dem Erlenwäldchen am Steinberger. weg in der Nähe des städtischen Kadaverplatzes 1 Gießen, den 19. Januar 1897. 5 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. „ Itädt. Schlachthaus 5 25 each Stierfleis⸗ nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Mobilien⸗ Versteigerung. Mittwoch, 27. Jan. 1897, morgens 11 Uhr, läßt der Unterzeichnete in seiner Woh⸗ nung am Steinweg freiwillig gegen gleich baare Zahlung folgende Oeko⸗ nomiegerätschaften versteigern: 2 gute Fahr⸗Kühe, eine mit Mutter⸗ kalb(zweites), 1 leichter Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge, 1 Häckselmaschine (neu), 1 Pfulfaß(neu), 1 Dickwurz⸗ mühle(neu), 2 Kuhgeschirre(aut), 1 Wagentuch(neu), Ketten, Dick⸗ wurzeln, Korn-, Hafer und Erbsen⸗ stroh, Spreu(alles Handdrusch), 1 gebrauchte Schuhmachermaschine und sonstige Gegenstände. 124 Grünberg, 21. Januar 1897. Heinrich Eifert. Sc Ein frequentes Re⸗ staurationslokal in Gießen mit Logirwirtsehaft und großen Stallungen in guter, verkehrsreicher Lage gegen fixe Miete an einen tüchtigen kautions⸗ fähigen Wirt zu ver⸗ mieten. Offerten beliebe man unter R. 20 an die Exped. d. Bl. zu richten. 0 Hesse Landwirtschaftliche Maschinen; d aus bestrenommierten Fabriken empfiehlt billigst Hch. Gilbert II. 123 Heuchelheim. Futterschneidemaschinen stets auf Lager Für einige Tage in der Woche ist noch ein Vereinslokal zu vergeben. Restaurant und Cafe Oranien- Bräu. Ludwigstraße 6. 120) Einfach möbliertes Zimmer billig zu verm. Seltersweg 35, Hiuterh., 2. St. Strickbeutel gefunden. Näheres in der Exped. d. Ztg. 12⁵ ine Dezimalwaage und eine neue Zeutesimalwaage, welche 30 Zentn, wiegt, billig abzugeben. Zu erfragen in der Exped. d. Ztg. 89 Guter, billiger Mittagstisch in und außer Abonnement 1842 bei J. J. Sorger,„„Deutscher Hof“. Holzversteigerungen. 1 Oberförsterei Laubach. Moutag, den 25. Januar, I) im Hirschroth leine Stunde von Villingen entfernt): 460 rm Buchenscheiter 1. Cl., 130 rm Scheiter 2. Cl., 177 rm Prügel, 130 im Stöcke, 86 rm ⸗Stammreiser(Schichten), 450 rm Astreiser; 2) aus Silbach(unvurgezeigt): 12 xm Buchenscheiter 2. Cl., 8 rm Nadel- und Weichholzpriülgel, 70 rm Buchenstöcke, 90 xm-Reiserprilgel; Kohlreiser flächenweise; 3) aus Dörnberg(an der neuen Kreisstraße zwischen Gonterslirchen und Ulfa gelesen): 55 xm Buchenstöcke, 54 1m ⸗Reiserprügel, 6¹ rm Stammreiser(Schichten), 18 rm Fichtenstammreiser(Bohnenstangen), Kohlreiser flächenweise. Dberförsterei Nieder⸗Ohmen. Freitag, den 29. Januar werden aus den Distrilten Erlen, Flensungerkopf Kammerwald, Lehnheimer Linnes, Linnes 4b, 5, 6a, 11, 12, 13a, 13b, Zaunbach und Kratzbach der Forstwartei Lehnheim versteigert: Stämme: 2 Eichen 1,63 km, 90 Kiefern S 47 fm, 33 Fichten= 18 tm(1 Stamm mit 3,16 fm), 6 Lärchen 2,5 km, 6 Fichtenderbstangen= 0,56 fm. Ferner Scheiter xm: 1 Eiche, 147 Nadelholz (meist Kiefer). Knilppel rm: 166 Nadelholz. Reisig rm: 4 Eiche, 168 Nadelholz. Stöcke rm: 48 Nadelholz. Zusammenkunft: Vormittags 9 Uhr auf dem sogenannten Klopphammerweg im Distrikt Erlen. 0 Ober⸗Ohmen. Montag, den 25. Januar soll am Freiherrlich Riedeselischen Revier Ober⸗Ohmen in den Distrikten Mauer, Hasenrain und Vollwinkel versteigert werden: 272 rm Buchenscheiter, 42 rm ⸗Prügel, 64 rm Stöcke, 293 rm-Oberholzreis, 76 rm Fichten— Reis in Schichthaufen, 167,5 rm ⸗Prügel in Schichtbaufen, zu Leiterbäumen und Latten ge⸗ eignet, 10 Stück Buchenwerkholzstämme von 3—12 m Länge und 36-61 em mittl. Durchm., 128 Stück Fichtenbauholzstämme von 8-11 m Länge und 12-18 em mittl. Durchm. Zu⸗ sammenköonft vormittags 9 Uhr im Distr. Mager bei Brennholz Nr. 1. Werdorf(Gemeindewald). Freitag, den 29. d. Mts. t Distrikte Streitenberg, Preußkopf und Fichten. 0,11 fm Eichenstammholz, 98,73 km Kiefernstammholz, 16,10 fm Stangen, 0,16 im Eichenstangen. Zusammenkunft morgens 10 Ubr beim Vorsteher. Steinbach Gemeindewald) Mittwoch, den 27. Januar: Distrikt Hegheck: 350 Kiefern- und Fichtenstämme, von 14—35 ͤ em Durchm., 4—20 m Länge= 140 fm, 260 Fichten⸗ stangen, von 8—12 em Durchm, 9—14 m Länge= 20 fm, 6 fm 3—4 m langes Run). scheitholz.— Donnerstag, den 28. Januar in den Distrikten Helgenwald und Seeheck: 160 rm Buchenscheiter, 106 rm-Knüppel, 70 xm⸗Stockholz, 3200-Buchenwellen, 10 xm Eichen⸗ Knüppel, 2 rm Stockholz, 400 Wellen, 70 rm Nadelknüppel, 48 rm Stockholz, 2400 Wellen. Der Anfang und die Zusammenkunft ist am ersten Tage im Distrikt Heegheck am Fernewald und am zweiten Tage im Distrikt Helgenwald bei der Lebmkaute. Ballersbach. Montag, den 25. Januar l. J.: In dem Distrikt„Hirschgrube, Hohl, Bomm, Rothestein und Menzetbal“: Eichen 54 Stämme= 9,00 Fm. 15 Stangen 1. und 2. Klasse, 45 Rm. Eichen- und Buchen-Derbholz, Kirschbaum und Erlen: 3 Stämme 1.47 Fstm, Lärchen: 10 Stämme= 14,55 Fstm., Fichten: 141 Stämme= 73.10 Fstm., Fichten: 14 Stangen 1. und 2. Klasse. Kiefern: 130 Stämme= 44 Fstm., Kefern: 139 Rm Scheit und Knüppel, Kiefern: 17 Rm. Stockholz, Kiefern: 1200 Laub- und Nadelwellen Sammelplatz punkt 10 Ubr Morgens au der Brunnenkammer beim Wiesberg. Bicken. Dienstag, den 26. Januar d. J.(Gemeindewald.) 372 Kiefern⸗ Stämme zu 129 Fstm, 18 Eichen Stämme zu 6,30 Fstm., 20 Fichten⸗Stämme zu 9,— Fstm., 4 Buchen⸗Stämme zu 1,25 Fstm., 100 Rm. Tannen⸗Scheit und Knüppel. Beginn der Ver⸗ steigerung Vormittags um 10 Uhr an No. 1 des Stammholzes im Distrikt„Kring“. Oberförsterei Lich. Montag, den 1. Februar, von vormittags 9 ½ Uhr an, in den Distrikten Fuchsstrauch und Höler(Kolnhäuserhofseite;: Buchen: 99 rm Scheiter, 182 rm Knüppel, 101 rm Stöcke, 3040 Wellen; Eichen: 155 rm Knüppel, 168 rm Stöcke, 4390 Wellen; Nadelholz: 16 rm Knüppel, 26 xm Stöcke, 810 Wellen.— 88 Fichtenderbstangen S 2,89 km. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Fuchsstrauch beim Bahnübergang zwischen Goppelts und Herzbergers Bahnwärterhaus.— Dienstag, den 2. Februar, von vormittags 9¼ Uhr an, im Distrikt Riedwald: Buchen: 276 rm Scheiter, 217 rm Knüppel, 107 xm Stöcke, 5100 Wellen; Eichen; 12 xm Scheiter, 120 rm Knilppel, 108 xm Stöcke, 2900 Wellen; Nadelholz: 81 rm Knüppel, 56 rm Stöcke, 4700 Wellen.— 543 Fichtenderb⸗ und Reisstangen mit 13,42 fm; 1 Kirschbaum⸗Abschnitt, 30 em Durchm., 4 m Länge, 0,28 fm. Die Zusammenkunft ist auf der sogen alten Laubacherstraße bei den ersten Brennholz-Nummern. Fraukenbach(Gemeindewald). Dienstag, den 26. und Mittwoch, den 27. Jauuart Distrikt Dünsberg: 12 Eichenstämme mit 14 fm Inhalt von 33—61 em Durchm. Distrikt Hungersberg: 235 Fichtenstämme mit 97 fm, 34 Stangen 1. Kl., 59 Stangen 2. Kl., 190 Stangen 3. Kl. Mittwoch, Distrikt Steinen: 391 Fichten⸗ und Kiefernstämme mit fm, 71 rm K.⸗Schichtholz, 2 und 3 m lang. Zusammenkunft an beiden Tagen um 9½ Uhr im Ort, Anfang am Dünsberg. Oberförsterei Hohensolms. Montag, den 1. Februar 1897, vormittags 10 Ubr, in der Gastwirtschaft von J. Führer zu Hohensolms: Distrikt Pfaffenmark, Eichenstamm⸗ holz: 1. und 2. Kl. 32 Stck mit 34,31 fm, 3. Kl 5 Stck. mit 1,73 fm, 4 rm Eichennutz⸗ scheite. Distrikt Scheuernwald la, Eichenstammholz: 26 Stck. 1. und 2. Kl. mit 22,71 fm, 12 Stück 3. Kl. mit 4,35 fm, 3 Kiefernstämme mit 1,93 fm. Abteilung 1: 1 Lärche mit 0,48 fm. Abteilung 4: Eichenstammholz 2. Kl., 10 Stck, mit 6,38 fm, 35 Stck. 3. Kl. mit 10,54 fm. Distrikt Junkerwald, Eichenstämme: 1. und 2. Kl. 20 Stck. mit 29,84 fm. Distrikt Anne⸗ wald, Eichenstämme 1. und 2. Kl., 29 Stck. mit 27,69 fm, 4 Stck. 3. Kl. mit 1,62 fm, 1 rm Eichennutzscheite. Distrikt Eichelsberg, Eichenstammholz: 3. Kl. 4 Stck. mit 0,49 fm, 2 Stangen mit 0,16 km. Fichtenstammholz: 2 Kl. 141 Stck. mit 43,96 fm, Fichtenstangen mit 10—14 em Mittendurchmesser, 8— 12 m lang: 184 Stck. mit 19,36 fm. 1 Lärchenstaum mit 0,42 fm. Kiefernstammholz: 9 Stck. mit 2,44 fm. Kiefernstangenholz: 23 Stck. mit 2,59 km Distrikt Bleidenberg, Kiefernstämme: 62 Stck. mit 7,67 fm, Stangen: 3 Stck. mit 0,26 km, 10 rm Kiefernnutzscheite in Rollen. Zahlungsfrist gegen Bürgschaft bis Martini 1897. Ausschreibungen. Naunheim. Donnerstag, den 28. d. Mts., Vormittags 9 ¾ Uhr, soll die An⸗ lieferung von eirca 54 obm Basaltpflastersteinen und die Anfertigung von circa 336 qm Rinnen⸗ pflaster am Vicinalweg dahier, auf dem Rathaus hierselbst öffentlich wenigstnehmend vergeben werden. Die Maurerarbeit nebst Lieferung von Postamentsteinen zur Anlage eines Ringofens, sowie einer Maschinenhalle in Mücke soll vergeben werden. Zeichnung und Bedingungen können eingesehen werden bei Heinrich Schmidt Lr in Mücke. Offert, bis Ende dieses Monats Eenzureichen UnUredpypreise— vom 24. Januar bis 7. Februar 1897. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg.(2 Pfd.) Tafelbrod 8 5 27 Pfg. 2 Kg.(4 Pfd.) Tafelbrod 5 5. 8. g l 5 54„ 1 Kg.(2 Pfd.) Weißbrod 5 8 5 5 a 5 a 5 25 1 Kg.(2 Pfd.) Weißbrod bei Emil Noll, 5 l 5„ 8 241 2 Kg.(4 Pfd.) Weißbrod 8 8 5 5 5 5 50„ 2 Kg.(4 Pfd.) Weißbro bei Emil Noll 8 5 5 5 s 48„ 1 Kg.(2 Pfd.) Schwarzbrode. 5. 1. 5. 5 28„ 1 Kg.(2 Pfg.) Schwarzbrod bei Emil Noll. 5 g a 22 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod. 5 2 g g 8 8 5 46 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod bei Emil Noll 8 g 4. 44„ 2 Kg.(4 Pfd.) Kornbrod bei Georg Keil und Karl Spamer. 42 2 Kg.(4 Pfd) Roggen⸗Schwarzbrod bei Ernst Muth und W. Amend 441 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod. f 5 69 Der auswärtigen Bäcker. 2 Kg(4 Pfd.) Weißbrod bei W. Weitzel von Lang⸗GHöns„ 46„ Ludwig Steinmüller von Or.⸗Linden und L. Schmidt von Gr.⸗-Linden 8 42 Aug. Deibel von Wieseck und Wilh. Fabel von Wieseck.: 5: 50 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod bei Joh. Kd. Velte von Kirch⸗Göns, L. Steinmüller von Großen⸗Linden und L. Schmidt von Gr.-Linden 5 40„ Wilh. Weitzel von Lang⸗Göns und W. Steinmüller von Lang⸗Göns. 5 42„ Gustav Jacobi von Alten⸗Buseck 5 44% Ernst Deibel von Wieseck. 5 a 46 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod bei Ernst Christ von Wieseck und Gustav Jacoby von Alten- Buseck 5 66 Wilh. Fabel von Wieseck. 5 5 69 5 Der Brodverkäufer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 23. Januar 1897. i 15 5 . Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Hiermit zur Kenntnisnahme, daß die unterzeichnete Versicherungs⸗ Gesellschaft die Prämien für Schweine von Mark 1,— auf 70 Pfennig herabgesetzt hat. Die Prämiensätze für die übrigen Thiergattungen bleiben unverändert und zwar für Ochsen Mark 8,50 „ Rinder, Stiere, Kühe Mark 3,— bezw. 53 „Kälber, Hämmel und Seha e„ 0,20. Gießen, den 21. Januar 1897. Die Schlachtviehversicherugs⸗Gesellschaft zu Gießen. K. Vogt, Vorsitzender. 11⁵ Vernage Gesuche und Eingaben aller Art fert. bill. an W. Poppels⸗ dorf, Hammstr. 12. Sprechzeit: Mittags von 12—2 Uhr und Sonntags Vorm. 90 „Zum Gambrinus“. Guten bürgerlichen Mittagstisch empfiehlt 2 A. Albold.(110 Steins Saalbau. Sonntag. den 24. 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