N 2 jeden bei mit gere iche Garanist.% 5 lig und gu hahe A mache in 3 Akten u Schönt las 1 öde ppel-Ellel ima rf artoffel(Mi 3 * weise) Sonnenffraße b. die bereits lit 1 Mäbmeschinen 11 i alletbiligen Nahe Fr. clan aupscst d enden a acherarbell bee 1 sch guter 7 stzüglichte. 77 mah. Masch dune 15 —— Gießen, Freitag, den 22. Oktober 1897. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. 0 Ausgabe undeszeitun Gießen. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.. 2 1 1 8 7 7 2 Lokales und Provinzielles. * Gießen, 21. Okt. Am 16. Oktober ist der außerordentliche Professor bei der philo— sophischen Fakultät der Landes⸗Universität Dr. Lothar Heffter in Gießen auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen worden. a. Gießen, 21. Oktober.(Theater.) Zum ersten Male arbeiteten gestern Abend der hiesige Theater⸗Verein und die Direktion Kruse⸗ Helm Hand in Hand. Der Versuch ist vor⸗ züglich gelungen. Unter Hinzuziehung eines Gastes, des Herrn Hermann vom Frankfurter Stadttheater, wurde Molieres„Der einge⸗ bildete Kranke“ gespielt. Der Klägersche Einakter„Der Präsident“ wurde nur von Angehörigen der hiesigen Bühne zur Darstellung gebracht. Im„Präsident“ spielte Herr Helm die Rolle des sächsischen Theaterdirektors Walter. Er war gut disponiert und spielte ausgezeichnet. Dasselbe können wir von Frl. Marloff sagen, die eine prächtige Landratsgattin war. Herr Janson als Landrat v. Elmhorn hatte eine etwas zu jugendliche Maske gewählt. Solch junge Landräte dürfte es kaum geben. Im übrigen war er aber bestens am Platze und ent⸗ ledigte sich seiner Aufgabe gut. Herr Forsch war als landrätlicher Sekretär gleichfalls zu⸗ friedenstellend. Besonders zu loben war das horzügliche Zusammenspiel. Es klappte alles wie am Schnürchen. Das Publikum belohnte das gute Spiel durch reichliche Beifallsspenden. — Bei dem Lustspiel„Der eingebildete Kranke“ von Molieère kam wohl jedem Theater⸗ besucher so recht der Unterschied zum Bewußtsein zwischen dem französischen Lustspiel dichter aus dem 17. Jahrhundert und unseren deutschen Lustspielfabrikanten am Ende des 19. Jahr⸗ hunderts. Wie trefflich schildert Moliere den ein⸗ gebildeten Kranken, diesen sich selbst und sein ganzes Haus tyrannisterenden Mixturenverschlinger. Und mit welch beißendem Hohn werden die gelehrten Rezeptverschreiber und Klystierverordner über⸗ schüttet! O könnte man alle die Tausende ein⸗ gebildeter Kranke doch ins Theater schicken, um sie dort sehen zu lassen, wie naturgetreu Moliére das Geschlecht„derer von der Einbildung“ ge⸗ kennzeichnet hat. Allerdings wünschten wir dann, daß sie auch alle den Argan von Herrn Her⸗ mann dargestellt sehen können. Das war wirk⸗ lich ein Kunstbeitrag ersten Ranges, die der geschätzte Frankfurter Gast bot. Bis ins kleinste Detail wußte er alle die hundert Schwächen des Einbildungskranken nachzuahmen. Der lebhafteste Beifall wurde Herrn Hermann zuteil. Aber auch unsere heimischen Kräfte sind ob ihren Leistungen im„Eingebildeten Kranken“ nur zu loben. In erster Linie ist Frl. Natusius zu nennen. Meisterhaft wußte sie sich mit ihrer keineswegs leichten, jedoch sehr dankbaren Rolle abzufinden. Die Damen Würdig und Viotti waren gleichfalls gut. Dasselbe gilt von den erren Boehm und Fritzschler. Die Herren Liebscher, Albrecht, Forsch und Doser mußten sich mit kleinen Rollen zufrieden geben, die sie aber recht wirksam zu gestalten wußten. Herr Fellner, der gestern Abend als Apotheker Fleurant mit der schon geladenen Klystierspritze wieder abziehen mußte, machte sich auch nicht .—T—VXÜ—ĩ.2ö..— übel. Wir haben selten so befriedigt das Gießener Theater verlassen, wie gestern Abend. Wir be⸗ glückwünschen die rührigen Herren Kruse und Helm wie auch den Theaterverein zu dem gestrigen gelungenen Abend aufrichtig. Gießen, 21. Okt. Kranken versiche⸗ rung im Großherzogtum. Nach den neuesten statistischen Zusammenstellungen der großh. Zentralstelle bestehen im Großherzogtum 988 Krankenkassen, von denen 699 auf die Ge⸗ meinde⸗Krankenversicherung entfallen. Sämtliche Kassen zählen durchschnittlich 185 182 Mitglieder (135 350 männliche und 49 832 weibliche), von denen im Berichtsjahre 58 933 Erkrankungsfälle mit 1 054 559 Krankheitstagen zu verzeichnen sind. Die Aktiva sämtlicher Kassen betrugen am Schluß des Jahres 2 026 072., denen die Passiva mit 189 735 4 gegenüberstehen. Von den 988 Kassen haben 598 mit einem Einnahme⸗ Ueberschuß abgeschlossen. Sämtliche Kassen im Deutschen Reich zählen über 7 200 000 versicherte Mitglieder, also etwa 14 Prozent der Gesamt⸗ bevölkerung. * Gießen, 21. Okt. Laut Verfügung der Eisenbahnbehörde werden nunmehr die Ab⸗ steckungen bezüglich Anlegung eines Doppel⸗ geleises auf der Strecke Gießen⸗Fulda vorgenommen. Wenn man bedenkt, daß sich der Verkehr seit Uebergang in preußisch-hessische Ver⸗ waltung mehr als um das Doppelte vergrößert hat, so wird man das Bedürfnis für ein Doppel⸗ geleise leicht erklärlich finden. Angeführt als Beispiel sei hier nur die Station Grünberg, wo gegenwärtig an 28 Züge einlaufen. Es dürften infolgedessen wohl noch weitere Veränderungen bevorstehen, so z. B. dürfte auf der genannten Strecke eine Vermehrung des Bahnpersonals ein⸗ treten, da unter gegenwärtigen Verhältnissen der Bahndienst kaum zu bewältigen ist und in An⸗ betracht der langen Dauer, von morgens ½7 Uhr bis abends 10 Uhr, die vielen Instruktionen nicht vorschriftsmäßig ausgeführt werden können. Mit dem neuen Etatsjahr tritt auf genannter Strecke auch die Perronsperre in Kraft. * Gießen, 21. Okt.(Zur Konkurrenz der Gefängnisarbeit.) Die„Darmst. Ztg.“ schreibt offiziös:„Unter der Ueberschrift„Zur Hebung des Mittelstandes“ oder„Zur Konkur⸗ renz der Gefängnisarbeit“ und ähnlich haben vor einiger Zeit mehrere hessische Zeitungen Artikel gebracht, deren wesentliche Behauptung darin be⸗ stand, daß die Verwaltung des hiesigen Gefäng⸗ nisses die daselbst hergestellten Bürstenwaren zu Schleuderpreisen in Vertrieb bringe und durch diese Unterbietung der freien Arbeit den Mittel⸗ stand in empfindlichster Weise schädige. Die hierüber gepflogenen Ermittlungen haben ergeben, daß die für die Bürstenwaren des Gefängnisses angesetzten Engros⸗Preise zum Teil höher, jeden⸗ falls aber nicht niedriger sind, als die Engros⸗ Preise der einheimischen Bürstenfabrikanten, daß also von Schleuderpreisen nicht die Rede sein kann. Insbesondere ist es unrichtig, daß, wie dies in einem der Artikel angegeben war, die Gefängnisverwaltung Darmstadt fast bei allen Submissionen den Zuschlag erhalte. Insoweit in dem fraglichen Artikel besonders Lieferung von Bürstenwaren für die hiesige Garnisonver⸗ waltung und die Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. Irrenanstalten in Heppenheim Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. und Hofheim angeführt waren, hat sich ergeben, daß für die Garnisonsverwaltung hier und die Irrenanstalt in Heppenheim die Gefängnisver⸗ waltung überhaupt noch keine Bürstenwaren ge— liefert hat. Die Versendung von Preisverzeich— nissen der Bürstenwaren an Privatpersonen, die keinen Bürstenhandel treiben, war ohne Kennt⸗ nis der Aufsichtsbehörde erfolgt und ist für die Zukunft untersagt worden.“ X Lollar, 21. Okt. Vom Ertrinken gerettet hat am Dienstag Mittag der hiesige Sandformer H. Kaiser ein dreijähriges Kind, das in die Lum da gefallen war. W. Steinbach, 21. Okt. Plötzlich vom Tode ereilt wurde gestern die Ehefrau des Landwirts Philipp Haas J von hier. Dieselbe klagte längere Zeit über innere Schmerzen und sollte gestern auf Anraten des Arztes per Wagen in die Klinik nach Gießen überführt werden. Die Stätte, in der die Frau Heilung suchte, sollte sie indessen nicht mehr erreichen, denn sie wurde bereits auf der Fahrt nach Gießen vom Tode ereilt, ohne daß sich vorher irgend welche Anzeichen des Todes eingestellt hatten. Man vermutet Schlaganfall. * Aus dem Kreise Alsfeld, 20. Oktober. Einen losen Streich begingen einige Burschen aus Vadenrod in den Nächten am 1. und 2. September d. J. Sie zündeten auf dem ab⸗ geholzten Distrikte Hachberg sitzendes Los- und Steigholz, ungefähr 100 Raummeter Knüppel und Reisig an und wollten damit wohl ein Sedanfeuer abbrennen. Geschädigt sind meist arme Leute aus Storndorf und Meiches. Die Burschen haben ihre That nunmehr eingestanden und werden sich vor dem Strafrichter zu ver⸗ antworten haben. * Friedberg, 20. Oktober. Es dürfte die Leser wohl interessieren etwas über den nun end⸗ lich genehmigten Verlosungspla n zu Gunsten unserer alten Stadtkirche zu hören. Nachdem seitens der preußischen Regierung die Ge⸗ nehmigung zum Vertrieb der Lose in den Pro⸗ vinzen Hessen⸗Nassau, Rheinprovinz und West⸗ falen erfolgt war, schritt man sofort zu Unterhandlungen mit verschiedenen Unternehmern und wird wohl in nächster Zeit der Vertrag mit einem derselben abgeschlossen werden. Ueber den Verlosungsplan sei folgendes gesagt: Es werden 300000 Lose à 2 A ausgegeben= 600 000 KA. Davon kommen auf den Zweck 18 Prozent = 110 000 A, ferner kommen anf Gewinne 412½ Prozent= 250 000, auf Spesen 30 Prozent= 180000 4, auf Stempelgebühren 10 Prozent= 60 000 4, zusammen 600 000 Mark. Die Gewinne zerfallen in 5 Haupt⸗ und 8135 andere Gewinne. Die Hauptgewinne be⸗ stehen aus: 1 Gewinn zu 50000 4, 1 Gewinn zu 40000 A4, 1 Gewinn zu 30000 4, 1 Ge⸗ winn zu 20 000, 1 Gewinn zu 10000 Kl. Der Ziehungstag ist noch nicht festgelegt; voraus⸗ sichtlich fällt er in die Monate Januar oder Februar 1898. Einer der Unternehmer, wohl der bedeutendste, hat sofort bei Beginn der Ver⸗ handlungen 10 000 ½ mehr für den Zweck ge⸗ boten, also daß der Reingewinn für die Stadt⸗ kirche 120 000 4 betragen würde. * Büdingen, 20. Okt. Heute hat hier die feierliche Einweihung des neuerbauten Spar⸗ kassegebäudes stattgefunden, und 7 ge⸗ legentlich der Generalversammlung dieser Kasse. * Reichelsheim i. d. W., 18. Okt. Am Freitag Nachmittag fiel zwischen Staden und Leidhecken ein zerplatzter Luftballon nieder. Im Felde beschäftigte Leute wurden durch ein eigentümliches Geräusch in der Luft aufmerksam und gewahrten einen großen zerfetzten Gegen⸗ stand, der in tollem Wirbel von Süden kommend durch die Luft trieb, und als er kaum die Nidda passiert hatte, mit rasender Schnelligkeit zur Erde stürzte. Landwirt König von Leidhecken, der zuerst zur Stelle war, hat die zerrissene Hülle mitgenommen. Eine Gondel war nicht mehr am Ballon. * Darmstadt, 19. Okt. Das im gemeinen Recht überaus bestrittene Frage über den Umfang der Haftpflicht des Richters bei Ver⸗ letzung der Amtspflichten wird wohl demnächst zu höchstrichterlicher Entscheidung gelangen. In einem Preßbeleidigungsprozeß war der angeklagte Redakteur auf Privatklage vom Schöffengericht zu 50 Mark Geldstrafe und den Kosten des Ver⸗ fahrens verurteilt worden. Der vorsitzende Richter des Schöffengerichts übersah, dem Ange⸗ klagten das in seiner Abwesenheit verkündete Urteil zustellen zu lassen, wodurch erst die Be⸗ rufungsfrist in Lauf gesetzt wird. Nachdem die sechsmonatige Frist der Verjährung des Prozeß⸗ delikts verlaufen war, ließ der Angeklagte gegen das Urteil des Schöffengerichts Berufung ein⸗ legen, die denn auch den Erfolg hatte, daß das Privatklageverfahren wegen Verjährung eingestellt wurde. Auch die vom Beleidigten zum Ober⸗ landesgericht erhobene Reviston war ohne Erfolg. Die Privatklägerin erhielt nicht nur keine Sühne für die ihr angethane Ehrverletzung, sie mußte auch noch sämtliche Kosten zahlen.— Nun hat sie die sogenannte Syndikatsklage wegen Ersatz der Kosten gegen den Vorsitzenden des Schöffen⸗ gerichts beim Landgericht angestrengt, das Justiz⸗ ministerium hat von Einholung einer Vorent⸗ scheidung des Verwaltungsgerichtshofs abgesehen, sodaß die Sache zur Verhandlung vor dem ordentlichen Gericht erwuchs. Das Landgericht hat die Klage abgewiesen, da es der Ansicht war, der Richter hafte nur für grobes Ver⸗ schulden(culpa lata), als welches es die Nicht⸗ befolgung des§ 355 Str.⸗P.⸗O. im Fragefalle nicht angesehen hat. Gegen dieses Urteil ist Be⸗ rufung an das Oberlandesgericht erfolgt, dessen Entscheidung noch aussteht. * Mainz, 20. Okt. Der Lokomotivführer Jakob Marther aus Mainz und der Hilfs⸗ rangierer Valentin Schwarz aus Guntersblum standen heute vor der Strafkammer, angeklagt der Gefährdung eines Eisenbahntrans⸗ portes. Am 26. November abends kam Marther mit dem Zug 47 von Frankfurt auf dem hiesigen Zentralbahnhof an, mit 14 Min. Verspätung. Auf der Kreuzungsweiche 69 stieß er mit einm Rangierzug zusammen, wodurch zwei Wagen zertrümmert wurden. Schwarz war Rangierer des letzteren Zuges und soll an dem Zugzusammenstoß deshalb mitschuldig sein, weil er entgegen der Vorschrift des Reglements keine Laterne getragen hatte. In der Verhand⸗ lung wies aber die Verteidigung nach, daß die Bahn verwaltung aus Sparsamkeits⸗ In Seenot. Skizze von Hermann Rückner. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung). „Ja, Edith, wir gehen hinauf. Aber sieh Dir das Schiff einmal ordentlich an! Nun?“. „Du, lieber Onkel, mir scheint, daß auf diesem Lootsenschooner nicht alles so ordentlich aussieht wie auf anderen Schiffen...“ 3 Schroff klang die Antwort:„Ich sagte Dir ja, daß er erst gestern von einer längeren Kreuztour bei Norderney zurück ist.“ „Die Taue und die Bläcke hängen so und die Segel sind auch nicht gerollt... und sieh nur— da ist ja die ganze eine Seite des Schanzkleides zertrümmert und fortgeschlagen!“ Ihr ängstlich fragender Blick fiel auf den Alten, der kalt und sie fest ansehend erwiderte: b „Ihm lief beim Halsen von Steuerbord eine See auf Deck und die nahm das Schanzkleid im Lee mit.“ Wie wegwerfend und wie gräßlich! bel diesen Worten am Gangspill lehnte, mit starrem Griff und starrem Blick, den breiten kücken etwas nach vorn gekrümmt, als wolle er einer drohenden Gefahr gerüstet entgegen treten. „Komm an Bord, Edith!“ Sie zauderte:„Onkel— ich—“ herum Und wie er fest, massig, „Komm an Bord des Schooners! So, siehst Du hier den Fackmast? Er stehl so schräg zur Seite, nicht wahr? Ihm lief eine See halb von achtern ins Segel und brach ihm den Baum, die Gaffel, riß ihm luwarts die dicken Wants durch bis auf eine, die nur durch Notblöcke gehalten wird und knickte den starken Mast, den Du mit Deinen Armen nicht umspannen afk War das ihr Oheim, der da sprach, nicht wie ein erzählender, schildernder Mensch, sondern wie ein drohendes, raunendes, schweres Verhängnis? Sie vermochte die gräßlichen Beweise der Sturmes⸗ wut nicht anzusehen, ihre Blicke wurden magisch wieder und immer wieder von dem grauköpfigen Manne an der zersplitterten Bordwand angezogen. „Eine See lief ihm ins Segel... ihre Phantasie arbeitete mächtig...„eine See lief ihm von achtern ins Segel“.... da, das waren die Wanten, hier, ja hier mußte das Wasser herüber⸗ gekommen sein— wie gräßlich, wie furchtbar und da waren wieder die Bilder. Ihr Oheim, halb vornübergebeugt, statt des schwarzen Rockes mit glitzerndem Oelzeug bekleidet, von dem das salzige Wasser herabrinnt, mit schwerem Südwester statt des weichen Filzhutes und mit hohen See— stiefeln lehnt sich fest anklammernd und scharf hinauslugend am Luvbord, und da und dort lehnen noch andere triefende Gestalten, scharf hinausspähend, mit leichter Besorgnis in den Mienen, denn dort —— kommt es, ein wogendes Gebirge, schwärzlich mit hohlem peitschenden Tone, rollend und gurgelnd.. „Vorsicht, schwerer Brecher kommt über“ wie sie es unter einem Bilde gelesen hatte, tönte es von irgend woher heiser warnend— und da war es schon sich überkugelnd und brüllend bis zum halben Mast sich erhebend...„schwerer Brecher kommt über“... und dann mit wildem Gestöhn zu— sammenbrechend, übertönt von dem Krachen des Holzes, von dem Bersten der schweren Segelbäume, dem Knirschen der Masten und der Decksbalken, dem Brechen der Stahltrossen, der Wanten, der eisernen Jungfern und der dicken Bootsringe— und der Lootsenschooner senkt sich, neigt sich schwer, bis das Segel mit lautem Krach nachgiebt, platzt und aus den Licken fliegt. Das einzige Boot ist über Bord, doch die schwarzen glitzernden Gestalten im Oelzeug haben kaum Zeit, befreit aufzuatmen, kaum Zeit mit „flüchtigem Blick zu sehen, ob etwa einer der Plätze, an denen soeben noch eine starke Männergestalt dem Tode zu trotzen suchte, leer geworden sei. —„Ihm lief eine See von hinten ins Segel.“ O wie dürftige, schlichte Worte und was besagten sie! Sie fühlte einen Stich in der Herzgegend und preßte die Hand auf den Busen:„Onkel, komm zurück an Land“. „Nein, bleib noch. Siehst Du dort die Bretter? Das war das Skylight und der Nieder gang. Nun guck da hinunter. Dieser Trümmer⸗ haufen, dieses Gerümpel von Bohlen, Brettern, Geschirr und Bettzeug war die Lootsenmesse, dort in den Kojen liegen zentnerschwere Stücke, Ballast⸗ eisen und dort oben auf dem Spind liegt der eiserne Ofen.“ „Gerechter Gott“.. „Ihm lief eine schwere See auf Deck und der Schooner lag zum Kentern. Das Ballasteisen ist durch den Kajütenboden geschlagen.“ Auf Editbs Wangen war jeder Blutstropfen gewichen, ihre Hand zitterte auf der Schulter des alten Mannes, der mit ruhiger kalter Stimme diese grausigen Bilder vor ihr entrollte. „Himmel— wie zersplittert...“ „Da peitschte der gebrochene Großbaum und die gerissenen Taue mit ihren schweren Blöcken über Deck beim Ueberholen des Schiffes, und wehe, wen die Stöße krafen. Sieh hier die Notleinen, die neuen Reservetaue, die die Männer um die herumrasenden Trümmer geschlungen haben um die totbringenden Stöße zu verhindern und die von dem erbittertsten Kampfe ums Leben Zeugnis ab⸗ legen, und dies hier ist... 7“ „Blut!“ (Schluß folgt) rücksichten keine Laternen herausgab. Erst nach dem Unfall wurden von der Verwal⸗ tung Laternen geliefert. Das Gericht sprach die beiden Angeklagten frei. Vermischtes — Eine Wasserprobe fand dieser Tage auf dem Genfer See statt. Mehrere hundert Personen nahmen daran Teil. Ein großer Dampfer fuhr die Gesellschaft von Ouchy weit in den See hinaus. Es handelte sich um die Versorgung der Stadt Lausanne mit Trinkwasser aus dem See. Professoren, Doktoren, Vertreter der kan⸗ tonalen und Gemeindebehörden und ein auserwähltes Publikum kosteten das aus einer Tiefe von 50 Metern heraufgepumpte Naß, das sehr gut geschmeckt haben soll, wenngleich die Gesellschaft für gut befunden hat, eine nicht geringe Zahl von Gläsern der besten Marken Waadtländerweins darauf zu gießen, so daß die Wasser⸗ probe einen sehr fröhlichen und stark belebten Ab⸗ schluß fand. — Küßzt keine Hunde! Diese oft wiederholte und wenig beachtete Warnung muß oft wiederholt werden; stets muß von Neuem bewiesen werden, welch schreckliche Folgen die Unsitte haben kann. So ist auch jetzt wieder ein blühendes Leben dadurch vernichtet worden und es steht zu fürchten, daß andere ihm folgen werden. Die Tochter eines in Paris sehr bekannten italienischen Restaurantbesitzers, Fräulein Santarsiero, besaß einen kleinen Hund, den sie sehr liebte. Eines Tages verweigerte das Tier die Nahrung und biß mehrere Personen. Er wurde getötet und als tollwütig erkannt; die Gebissenen, u. A. auch der Vater des jungen Mädchens, begaben sich daher in das Institut Pasteur. Seine Herrin selbst hatte der Hund nie gebissen, so daß diese für sich keine Unruhe empfand, auch noch nicht, als ein leichtes Uebelbefinden sich einstellte, daß sie auf eine Erkältung schob. Aber bald verschlimmerte sich ihr Zustand, sie erkannte selbst Symptome an sich, die ihr Hund gezeigt, und als ihre Mutter sie küssen wollte, wehrte sie es ihr, da sie fürchtete, ihr die Krankheit zu geben, denn sie hatte sie sich durch das Küssen ihres Hundes zugezogen. Im Institut Pasteur wurde daraufhin auch erklärt, daß die leiseste Berührung mit der Zunge eines tollen Hundes genüge, um das schreckliche Uebel mitzuteilen. Nie sollte man es gestatten, daß der Hund dem Gesicht nahe kommt, ja wenn er die Krankheit bereits in sich trägt und die Hand, die er leckt, den geringsten Riß aufweist, kann dies den furchtbaren Tod herbeiführen. Der Vater des unter den entsetzlichen Qualen gestorbenen jungen Mädchens ist, als er die Nach⸗ richt davon erhielt, wahnsinnig geworden und man fürchtet, daß er nie wieder gesundet; die Mutter hatte darauf be⸗ standen, die Tochter zum Grabe zu geleiten, aber in das verwaiste Heim zurückgekehrt, mußte sie sich sofort zu Bette begeben, von dem sie sich, nach Ansicht der Aerzte, kaum wieder erheben wird. — Vudapester Eindrücke. Aus den Buda⸗ pester Kaisertagen erzählt L. Pietsch noch in der„Voss. Ztg.“: Weniger befriedigend als der Anblick für die Augen war übrigens die Wirkung der Festversammlung — Dank den Nationaltrachten— auf den Geruchsinn. Wenn sonst in solchen, von einer Festgesellschaft durch⸗ wogten Räumen der Duft der Parfüms und Blumen jeden anderen zu überwiegen pflegt, so beherrschte und verdrängte hier, anfangs zur großen, peinlichen Ueberraschung meiner Nase, der, ihr kaum erträglicher und angenehmer als der des Jodoforms dünkende, Geruch des Naphtalins jedes sonstige Arom. Die Erklärung der fatalen Erscheinung ist leicht gefunden. Alle diese magyarischen pelzverbrämten Prunktrachten werden doch nur bei besonders festlichen Anlässen und gewiß nur sehr selten während der toten sommerlichen Saison angelegt. Um sie in ihrem Ver⸗ wahrsam nicht den Motten zur Beute werden zu lassen, müssen sie„eingemottet“ werden. Kein Wunder also, wenn auch die edelsten Kavaliere, sobald sie sich in die wieder hervorgeholten Kleider hüllen, einen Duft um sich verbreiten, der zum Verwechseln jenem gleicht, welcher die Wohnungen vorsichtiger bürgerlicher Familien zu erfüllen pflegt, wenn diese, aus der Sommerfrische heimgekehrt, die so lange abgenommen gewesenen Vorhänge wleder „angemacht“ und die eingepackten Teppiche wieder ausge⸗ breitet haben. Glücklicher Staat. Unter diesem Titel schreiben die„Neuen Tyroler Stimmen“: Ein Herr hatte im Jahre 1873 in einer Gemeinde der Umgebung Inns⸗ brucks ein Baugesuch überreicht und dazu den Bauplan vorgelegt und letzteren mit einem 15 Kr.⸗Stempel ver⸗ sehen. Der betr. Herr ist inzwischen in das bessere Jen⸗ seits abberufen worden. Heuer, i. J. 1897, also nach 24 Jahren, erhielt sein Nachkomme von der Gebühren⸗ abteilung der k. k. Finanz⸗Bezirksdirektion die Mitteilung, daß der damals vorgelegte Bauplan die Normalgröße von 1750 Quadrat⸗Zentimeter übersteigt und daher der Fiskus damals um 15, sage fünfzehn Kreuzer⸗Stempel zi kurz gekommen sei. Nach Paragraph(folgen drei Zeilen Ge⸗ setzes⸗-Zitationen) hat also der Erbe des damaligen Gesuch⸗ stellers 15 Kreuzer verkürzte Gebühr und 15 Kreuzer Steigerung, in Summa 30 Kreuzer bei Androhung der Exekution usw. beim Steueramte in Innsbruck zu erlegen, wenn er nicht vorzieht, den Rekurs zu er⸗ greifen. Neueste Telearamme. Hd. Cleve, 21. Okt. Unter dem Verdacht, einer internationalen Falschmünzer-Gesell⸗ schaft anzugehören, wurde der in glänzenden Vermögensverhältnissen lebende Guts besitzer v. B. zu Niedermörmter verhaftet. Man kam demselben dadurch auf die Spur, daß die falschen Scheine meistens von unbemittelten Leuten ausgegeben wurden. Hd. Aachen, 21. Oktober. Der eines Er- pressungsversuchs an dem Herzog von Ujeß verdächtige Rittmeister Schmitz, der sich hier in Untersuchungshaft befand, wurde nach Bekanntmachung. Die mit 1897 leihfällig gewordenen 145 Triebviertel in den Gewannen 14, 15, 26, 30, 36, 37, 40 und 41, sowie ein Stilck Land neben den neuen Kliniken sollen Freitag, den 27. d. Mis. vom Jehre 1898 ab auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Die Zusammenkunft ist vormittags 8/ Uhr an der Gabelung der Grünberger- und Licher⸗ straße und des nachmittags 2 Uhr an der Wolfstraße. Vormittags kommen die zwischen der Licher⸗ und Grünbergerstraße gelegenen Triebviertel und nachmittags die links der Grünbergerstraße gelegenen Triebviertel zum Ausgebot und am Schlusse das Selände neben den nenen Kliniken. Gießen, den 18. Oktober 1897. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Verdingung von Chaussierarbeiten. Die Herstellung der Chaussierung von Teilen des Wismarer-, Lehmkauter und Mittelwegs, sowie des Querweges Vim konsolidierten Teil des Neustädter Feldes— im Ganzen rd. 3960 qm— soll Dienstag, den 26. d. M., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns während der Dienststunden zur 200%%%%%%%%%, Wegen unvorhergesehener baulicher Veränderung meines Ladens muss ich mein Lager nebst den letzt erschienenen Neuheiten räumen und biete ich dadurch den geehrten Damen eine günstige Gelegenheit, ihren Bedarf außergewöhnlich billig zu decken, da mein Lager fast nur aus Neuheiten besteht. Submissionen. Watzenborn.(Arbeitsvergebung.) Die nachstehenden, im Orte Watzenborn zur Aus- führung kommenden Bauarbeiten sollen im Submisstonswege vergeben werden und zwar Maurerarbriten zu 1376,43 Mk., Zimmerarbeiten zu 160,86 Mk., Dachdeckerarbeiten zu 194,92 Mk., Spenglerarbeiten zu 30,21 Mk., Schreinerarbeiten zu 137,79 Mk., Glaserarbeiten zu 4,80 Mk., Schlosserarbeiten zu 60,.— Mk., Weißbinderarbeiten zu 101,62 Mk., Pflasterarbeiten zu 75,84 Mk., Eisen⸗ und Röhrenlieferung 117,52 Mk. den 25. d. Mts., nachmittags 2½ Uhr, auf großh. Bürgermeisterei Steinberg abzugeben, wo— selbst auch Plan und Voranschlag eingesehen werden kann. Ausverka Die Offerten sind bis nächsten Montag, A. Docter Manufaktur- und Modewaren, Weisswaren und Wäsche, Damen- und Mädchen-Konfektion. Zurückgesetzte Waren gebe unter Einkaufspreis ab. FF . Einsicht offen. Angebote auf Vordruck find bis zum genannten Termin einzureichen.— Zuschlagsfrist 18 Tage. Gießen, den 19. Oktober 1897. Das Stadtbauamt. Flüdl. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Sehweinefleisch nicht ladeurein, pro Pfund 52 Pfg. Täglich frische i Fastenbretzel 8 L. Kronenberg „(früher Emil Noll) Löw-wengasse 23. Darmstädter Haus. 1 Logis, sowie vorzüg⸗ N lichem Mittagstisch mpfleblt Peter Weilrieh.(44 0 Deutscher Hof. 5. sowie vorzüg⸗ lichen Mittagstisch 2979 Wirtschafts-Uebernahme und Empfehlung. Einem geehrten Publikum Gießens und Umgegend, sowie meiner werten Nachbarschaft zur gefälligen Nachricht, daß ich mit dem Heutigen die von Frau Witwe Harms seither betriebene Wirtschaft „Zum TLahnthal'“ 48 Neustadt 48 übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, durch gute Speisen und Ge⸗ tränke mir das Vertrauen der mich beehrenden Gäste zu erwerben und sehe ich einem zahlreichen Besuche gerne entgegen. mache ich darauf aufmerksam, daß ich neben meiner Wirtschaft auch 2 betreibe, in der Lage bin ein vorzügliches und billiges Frühstück sowie Mittagstisch zu liefern. Metzgerei Achtungsvoll Friedrich Wenzel. Slenerer Heiler folg! Gleichzeitig . e ο Schrapenborg's „ Rheumatica“ per Fl. 70 Mk. incl. Schafswolle. Anerkannt bestes Mittel gegen Rheumatismus. Angemeldet beim Kaiserl. Patentamt 1641/2. Dieses aus stark ätherischen, flüchtig und scharf durchdringenden Pflanzenstoffen und Kräutern zusammengesetzte, mit Weinrückständen destillierte Extrakt hat sich, wie aus täglich eingehenden Attesten ersichtlich, auf's Beste gegen rheumatische Leiden bewährt. Die An sind derart gross, dass schon überaus viele an Rheumatismus leidende Personen geheilt wurden, bevor nur Reklame oder aber auch nur durch den Fabrikanten selbst Propaganda gemacht wurde. stätigen, dass schon nach 4 oder 5 maligem Einreiben die Beulen gelqst und die Schmerzen gelindert wurden, ja sogar bei vielen Krauken die Schmerzen vollständig we 1872 Zu 100 L. Alk. vin 10 Ko. Aesculus Hypocastanum, Arnica mon- tana, Malva rotundifolia, Semen Cochlearin, Baccae Juniperi, Herba zer- billy, Bryonia alba, je 5 Ko. + 2 Ko. Resina Pini. Zu bezlehen in versehiedenen Apotheken und Alleiniger Fabrikant: J. Schrapenborg, Main;. Wiederverkäufer gesucht. Ratibor überführt, wo voraussichtlich die Ver⸗ handlung gegen ihn stattfindet. Hd. Graz, 21. Okt. Gestern fand hier eine große Studenten 2 stration statt. Die Studenten brachten dem Professor Frischauf wegen seiner feindseligen Haltung gegen den deutschen Alpenverein eine Katzen musik. Die Polizei schritt mit ge, zogen em Säbel ein. Hd. Rom, 21. Oktober. Die„Tribung“ will aus guter Quelle wissen, daß Eng land und Italien überein gekommen sind, dem Mä hten ein direktes Eingreifen zur Erwi kung der Autonomie Kretas vorzuschlagen. Hd. Paris, 21. Oktober. In dem Dorfe Qoueux hat eine Feuersbrunst 15 Häuser⸗ sowie einen großen Teil des Viehes und del Ernte vernichtet. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Sterbefälle. Am 19. Okt. Richard Schneider, 1 Jahr alt, Sohn des Taglöhners Peter Schneider dahier. Gestorben in der neuen Klinik. 19. Okt. Adam Menz, 5 Monate alt, Sohn des Fabrikarbeiters Adam Menz von Lindenstruth. Gestorben in der neuen Klinik. Am Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Nedaß teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanyschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13. „eee * 2 2686 ö ö Alle Atteste be- Waren. Droguerieen. i uadhln,j,§sse und bun ain —————U— 1 ͤ— empfiehlt H. Otto.(2026 Bürgerlichen Mittagstisch im Rebstock. Westanlage. 1824 Nestatmr ant uαποπ,ν Cu Oranien Mr 5 S G6 Lumoidstrusse 1 Guter bürgerlicher Mittagstisch Zünden und Löschen der Gas- flammen durch Druckknopf von der Wand aus. Bequemlichkeit und Sicherheit des elektrischen Lichtes Keparaturen I Nan Uhren werden 0 Garantie gut und billig »ausgeführt. 461 org Koch, Uhrmacher, Neue Bäue 5(Süßen Grund) Friedberger Pferdemarkt Loose. unter wird prompt und billig Krautschneiden besorgt von J. 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