lc per Uler 10 9 ** 1 L 2 8 S 5 — n 2 1 heft, Nr. 1 U 10⁵ ee 30 Pfg. ie der deutsche strie. lid, dauerhaft, ittun 9. jehörden Hebo aaten mit den nungen pe lers tr. 5 teile. eigen: 1406 chendste Garant, off elbe Solatbohues I Killdlk che, 1 guten 0 elm eue 2 S — — p 0 allt 00 Schon 1 Blut. hne/ ahl ö tellun Nr. 169 Gießen, Donnerstag, den 22. Juli 1897. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Hessische Landeszeitung. Ausgabe Gießen. Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile. ebition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 84 *„ Lokales und Provinzielles. * Gießen, 21. Juli. Darf man bei Gewittern Rad fahren? Diese Frage wurde bisher immer bejaht, weil sich die Rad⸗ fahrer durch den Gummireif des Rades isoliert glaubten. Aber neuerdings erfolgte Blitzschläge auf radfahrende Personen gaben Veranlassung, daß man sich mit dieser Frage in letzter Zeit wieder sehr viel beschäftigte, umsomehr, als ja auch der Fahrradsport eine ganz bedeutende Ausdehnung genommen hat. Nach einer Mit⸗ des Patent- und technischen Bureaus von Richard Lüders in Görlitz zieht das Fasirrad sehr leicht an, deshalb soll man bei Gewittern ur im Gehölz, aber nicht auf freien Flächen fahren. Es ist daher ratsam, wenn man sich auf freien Ebenen befindet, anzuhalten und das Rad platt auf die Erde zu legen.— Wir glauben kaum, daß ein Radfahrer sich bei einem Gewitter— vielleicht im strömenden Regen— steben sein Rad stellt. Die meisten werden ver⸗ suchen, so schnell als möglich unter Dach und Fach zu kommen. Gießen, 21. Juli. Von einer Mücke gestochen wurde ein Radfahrer aus Alsfeld, der auf einer Tour nach hier begriffen war. Er uchtete wenig darauf, doch schon nach einigen Stunden schwollen Hand und Arm derart an, daß ein Arzt zu Rate gezogen werden mußte, welcher Blutvergiftung konstatierte. Gießen, 21. Juli. Unsere Garnison hat heute Morgen zwischen 7 und 8 Uhr in zwei Sonderzügen die Stadt verlassen, um bis zu Anfang August im Griesheimer Lager zuzu⸗ bringen. Gießen, 21. Juli. Zu dem bevorstehen⸗ den Kaiser⸗Manöver in Oberhessen scheint man u. a. auch Gewicht auf die Wasser⸗ bersorgung zu legen. Es wird amtlich be⸗ lannt gemacht, daß der Oberstabsarzt Dr. Plagge hom 16. Infanterie⸗Regiment in Köln demnächst die mit Einquartierung oder Durchmarsch be⸗ dachten Orte besuchen wird, um ein Urteil über die Wasserversorgung während des Kaiser⸗Ma⸗ nöbers zu gewinnen. * Gießen, 21. Juli.( Marktbericht.) Der gestrige Markt zeigte ein ruhiges Geschäft, der Handel ging trotz der vorhandenen vielen käufer schleppend. Trotz des überaus großen Futterreichtum zogen die Preise nicht an. Nur leste schwere Milchkühe in jüngeren und älteren Schlägen, welche für die Badeplätze stark begehrt, wurden erheblich besser bezahlt als am letzten Markt. Die Preise für mittel und geringere Ware hielten sich in gleicher Höhe. Der Auf⸗ rieb bestand aus etwa 700 Stück Rindvieh, harunter ca. 150 Kälber. Es wurden bezahlt für Milchkühe: Beste Ware 450—525 Mark, 2. Qualität 400—450 Mark, geringe Ware 300 Is 350 41 pro Stück. Der Fettviehhandel war tau. Die Preise blieben bei Rindern sowohl bie bei Kälbern die alten. * Gießen, 21. Juli. Vilbel kaufte von dem Landwirt Dietz von Nieder⸗Erlenbach ein Kalb zum Preise von 35 A1, um es zu schlachten. Nach zwei Tagen kam Grünebaum zum Verkäufer und teilte ihm mit, das Tier sei kaput gegangen, worauf jener sich vom Kaufpreis 16& abziehen lies. Thatsäch⸗ lich war das betreffende Kalb notgeschlachtet worden. Das Schöffengericht Vilbel sah in der Fin mei keinen Betrug und sprach den 5 Jahre alten Grünebaum, der noch nicht be— straft ist, frei. Die Strafkammer, welche si 1 Berufungs-Instanz mit der Sache eschäftigte, war aber anderer Meinung. Die vorgenommene Notschlachtung bedinge noch lange nicht einen so hohen Abzug vom Kaufpreis, wie er vom Angeklagten vorgenommen. Unter dem Ausdruck, das Tier sei kaput gegangen, sei zu verstehen, daß das Fleisch als nicht ladenrein auf der Freibank verkauft wurde, also minder⸗ wertig gewesen sei. Der letztere Fall habe aber nicht vorgelegen, sodaß also alle Merkzeichen des Betruges vorlägen. Das Urteil lautete unter N mildernder Umstände auf 60.. Zeldstrafe event. 12 Tage Gefängnis.— Jean Wunderlich aus Frankfurt a. M. war vom Schöffengericht Vilbel wegen Beamtenbelei⸗ digung freigesprochen worden. Der Angeklagte war mit dem Schalterbeamten der Eisenbahn⸗ station Nieder⸗Wöllstadt wegen der Abfertigung seines Fahrrades in Differenzen geraten und hatte in der Aufregung darüber eine Aeußerung gethan, durch die sich der Stationsvorsteher und der Billetschaffner beleidigt fühlten. Das Schöffen⸗ gericht stellte fest, daß an dem betreffenden Tage der Sohn des Stations-Borstehers— der gar kein Beamter ist— den Billetschalter bedient hatte. Da nur mit diesem der Ange⸗ klagte einen Wortwechsel gehabt, so war das Schöffengericht der Meinung, daß von einer Be⸗ amtenbeleidigung leine Rede sein könne. Anders, wenn auch sehr milde, faßte die Strafkammer den Fall auf und erkannte auf eine Geldstrafe von 10& event. zwei Tage Gefängnis. W. Grünberg, 20. Juli. Seitdem die ob er⸗ hessischen Eisenbahnen in preußisch⸗ hessische Verwaltung übergegangen sind, machten sich mehrfache Uebelstände bemerkbar, die zu berechtigten Klagen Anlaß geben. Der um 9 Uhr 28 Minuten hier fällige Zug von Fulda traf heute erst um 10 Uhr abends auf hiesiger Station ein, sodaß Passagiere, die event. noch weiterreisen wollten, gezwungen waren, infolge des nicht erreichten Anschlusses die Weiterfahrt zu unterbrechen. Dies sind jedenfalls Uebelstände, die auf einer so wenig verkehrsreichen Strecke wie Gießen⸗Fulda nicht vorkommen dürften. Zu den Seltenheiten gehört es weiter nicht, daß Passagiere der 4. Wagenklasse an Sonntagen, wo der Verkehr stärker als an Wochentagen ist, gezwungen sind, die Reise infolge Mangels an 0(Strafkammer.)] ziehungen Hohn sprechendster Weise mitzumachen. Der Viehhändler Moses Grünebaum aus Hierin Wandel zu schaffen thut dringend not. Dekanationsmissionsfest des evangelischen Dekanats Grünbergs findet am kommenden Sonntag in unserem Orte statt. Das Misstons⸗ fest, welches bei günstiger Witterung im Freien abgehalten wird, nimmt seinen Anfang nach— mittags um 2 Uhr. Als Festprediger fungieren Hofprediger a. D. Stöcker aus Berlin und Missionar Autenrieth aus Kamerun. * Darmstadt, 21. Juli. Nun ade, du mein lieb Heimatland! Die Spar- und Hilfskasse zu König, deren Rechner unter Hinterlassung eines bedeutenden Kassenmankos plötzlich verschwunden ist, gehört keinem Revisionsverbande an, ist auch keine eingetragene Genossenschaft, sie hat also einer Reviston durch den Gerichtsrevisor oder durch den Verbands— revisor niemals unterstanden. Zum Glück bestehen im Großherzogtum Hessen nur noch sehr wenige nicht eingetragene und keinem gesetzlichen Revisionsverbande angehörige Kassen; leider aber verstehen es die maßgebenden Persönlichkeiten in solchen Kassen trotz allen Mahnungen von seiten der Behörden, die Unterstellung unter das Reichsgenossenschaftsgesetz und die dadurch be— dingte Revision zu hintertreiben. * Worms, 20. Juli. Im Zirkus Im⸗ mans geriet gestern Abend der Maschinist, der eine vor dem Zirkus aufgestellte Dampfmaschine zu bedienen hatte, durch die Exploston einer Petroleumkanne in Flammen und eilte unter fürchterlichen Hilferufen aus dem die Maschine umhüllenden Zelte. Beherzte Männer eilten herzu und erstickten mit Mühe das Feuer. Der Mann trug indessen anscheinend schwere Ver⸗ wundungen davon. * Mainz, 20. Juli. Gestern passierte zum ersten Mal ein neuer Schleppkahn, der Firma Jos. Stenz in Mainz gehörig, die Stadt. Das Schiff, das eine Tragfähigkeit von 31 000 Zentnern besitzt, ist das größte, das unter hessischer Flagge den Rhein befährt; es heißt:„Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen.“ Vermischtes. — Ein Bühnenunfall vor Gericht. Ein in der Berliner Theaterwelt seiner Zeit vielbesprochener Unfall, den die Schauspielerin Frau Theresina Geß⸗ ner in einer Vorstellung des Berliner Theaters erlitt, hat jetzt ein merkwürdiges Nachspiel erhalten. Frau Geßner spielte am 16. April v. J. in Wildenbruchs „König Heinrich“ die Königin. Als sich ihr, während sie mit dem Kinde auf dem Schemel saß, der König in den Schoß warf, brach der leichtgebaute Stuhl zusammen; Frau Geßner geriet mit dem linken Fuß unter die Last und zog sich einen Knöchelbruch und eine Verrenkung des Fußgelenkes zu. Sie befand sich infolgedessen bis Mitte Oktober in ärztlicher Behandlung und war nicht im Stande, aufzutreten. Die für die Kur und Pflege not⸗ wendigen Ausgaben beliefen sich auf 694 Mark. Ihren * Londorf, 20. Juli. Das 1— Ausfall an Gehalt und Spielhonorar berechnete die Künstlerin unter Berücksichtigung des Umstandes, daß ihr Versöhnt! Eine Erinnerung aus dem Eisenbahn⸗Betriebsdienste von Albert Roß. (Fortsetzung.) f Zu der Angst um seine gefährdete Arbeiter- schaar gesellt sich bei den Bahnmeister noch eine indece Sorge. Wie mag es in diesem Augenblick in dem nahen Dörschen Breitleben ausschauen? Ist eine Christel glücklich geborgen oder umtosen die dasenden Berggewässer wie schon einmal wieder die Hasthofsmauern, und haben die geängstigten Be⸗ dohner abermals vor der Gewalt des alles über⸗ Cutenden Wassers bis in die höchsten Stockwerke Lüchten müssen? Scharzfeld hat es versucht, die zertrümmerten Fensterscheiben notdürftig mit alten Sackstücken zu zerstopfen, aber schon hat der Orkan ausgetobt, zer Regen beginnt zu versiegen und in der Ferne eigen sich die Spitzen der anrückenden Arbeiter⸗ olonne. „Böses Wetter gewesen, Guntermann! Leute och alle heil davongekommen?“ Scharzfeld klopft einem völlig durchnäßten Vorarbeiter freundlich auf die Schulter.„Und wie sieht's beim Einschnitt in zer Kurve aus?“ „Die Böschungen hielten noch, als wir flüchten mußten; glaube auch, daß morgen nur kleine Aus⸗ esserungen nötig sein werden. Leute alle mobil, ein Malheur bei dem kolossalen Gewitter passiert!“ „Gott sei Dank!— Und nun Guntermann, ussen Sie uns noch einmal Ihre und meine No⸗ azen über unsere Bestände zusammenstellen. Was Ar gestern heraus rechneten, kann unmöglich richtig ein] Wohe. a e r sollte denn das erhebliche Mehr auch genügenden Wagen unter den sanitären Be⸗ „Herr Bahnmeister, meine Zahlen find richtig, ich habe die Vorräte auf der Strecke heute noch- mals mit einem Buch verglichen, und da hat alles geklappt!“ 5 „Und ich habe hier im Depot ebenfalls wieder⸗ holt revidiert, meine Angaben stimmen auch! Kreuz Bomben Element, wie ist es nur möglich, daß wir — hier sehen Sie zu, Guntermann— im ganzen 200 Unterlagsplatten, 100 Paar Laschen, 40⁰ Hakennägel, 50 Schraubenholzen, 60 Winkeleisen und 20 alte Schienenstühle mehr haben, als wir nach den Büchern haben sollen? Sind doch die Schienen-, Schwellen- und Weichenbestände mit den Buchbeständen übereinstimmend!“ „Kann mir nicht anders denken, als daß das Kleineisenzeug zuviel geliefert und bei der Abnahme nicht ordentlich gezählt ist! Möglich ist's ja auch, daß die auf der Strecke beschäftigt gewesenen Leute mir nicht ganz richtige Angaben über den Verbrauch gemacht haben. Wer soll das jetzt noch feststellen? — ga, ja, das ist alles ganz schön, aber wir geraten in Teufels-Küche, wenn uns der Revisor über den Hals kommt und das Plus findet! Wie helfen wir uns da aus der Patsche?“ — Guntermann, ein in der Bahnunterhaltung ergrauter Praktikus, kraute sich hinter den Ohren, dann lächelte er pfiffig, sein Rat war fertig. „Es ist nicht das erste Mal, daß so etwas beim Streckenumbau passiert ist! Aber es giebt ein altes Sprichwort, Herr Bahnmeister, das heißt: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not! und das lassen Sie uns auch hier anwenden. Sehen Sie, mit solchen Materialien⸗Revifionen— ich habe sie oft genug durchgemacht— ist das eine eigene Sache, heute stimmt's zufällig und in 4 Wochen fehlt's an ö allen Ecken und Enden. Sie wissen ja selbst aus der Praxis, die Materialien liegen zu zerstreut herum und das können wir nicht ändern. Ein Teil von dem kleinen Zeug ist im Depot, ein anderer liegt im Freien aufgestapelt, wieder anderes befindet sich in den Bahnwärterbuden oder bei den Strecken⸗ arbeitern, es ist sehr schwer, ja schier unmöglich, bei der räumlichen Entfernung das alles zu über⸗ sehen und genau zu notieren. Fehlt es nun mal bei der Revision an den Oberbau-Materialienbe— ständen, namentlich an Kleineisenzeug, dann ist der Babumeister der Verantwortliche und muß, wenn er den Verbleib des Fehlenden nicht glaubwürdig nachweisen kann, abgesehen von der Nase, die ihm von der Verwaltung droht, den Wert bar ersetzen. Ist's nicht so?“ „Allerdings! Ach und die Schreibereien darüber, die vielen Vernehmungen, Verantwortungen und mündlichen Auseinandersetzungen! Na, dem Himmel sei Dank, mir ist das ja noch nicht begegnet, habe aber auch noch keinen Umbau zu leiten gehabt! Nein, das mir so etwas zum ersten Mal passieren muß! Guntermann, es ist zu dumm!“ „Angenehm ist's freilich nicht, aber man muß sich zu helfen wissen, ohne unehrlich zu werden! Sparen Sie in der Zeit, so haben Sie in der Not, Herr Bahnmeister!“ „Wie soll ich denn das verstehen?“ „Na, kurz gesagt und gemacht! Passen Sie auf: Was wir jetzt über haben, verwahren wir un⸗ gebucht und zwar so, daß außer uus beiden keiner was davon weiß! Fehlt's dann mal bei der Re⸗ vision an diesem oder jenen Kleineisenkrum, dann läßt sich das leicht einrichten, daß wir aus unserm geheimen Depot decken. Das ist das einfachste und für eine gewisse Zeit der Dienstunfähigkeit schon vor dem Unfalle ein Urlaub bewilligt war, auf 3258, Da nun nach dem Vertrage die Direktion bei Unglücksfällen, ab⸗ gesehen von weiteren Entschädigungsansprüchen, zur Zahlung des gesamten Einkommens für die Dauer der Dienstunfähigkelt verpflichtet ist, erhob Frau Geßner gegen Direktor Prasch eine Forderung von im Ganzen 3958 Sie sei in Ausübung des Dienstes und auch durch eln Verschulden der Angestellten des Beklagten insofern ver⸗ unglückt, als der Aufseher über die Möbelarbeiter und der „Inspizient“ hätten wissen müssen, daß ein Stuhl, wie der verwendete, eine so schwere Belastung mit so starken Bewegungen nicht tragen konnte. Direktor Prasch erkennt die Forderung der Künstlerin als durchaus berechtigt an, muß aber trotzdem sich verklagen lassen. Nach einem Un⸗ fall versicherungsvertrage mit der Gesellschaft„Allianz“ ist er nämlich nicht berechtigt, den Entschädigungsanspruch ohne vorherige ausdrückliche Genehmigung der Gesellschaft anzuerkennen oder durch Zahlung abzufinden, wenn er nicht alle Ansprüche an die Gesellschaft aus dem fraglichen Unfalle verwirken will. Er muß sich nun auf Grund dieses Vertrages verklagen lassen, um dann seinerseits für den der Klägerin erwachsenen Schaden die„Allianz“ in Anspruch nehmen zu können. Der Rechtsstreit ist vor das Landgericht J gekommen, das einen gerichtlichen Sachver⸗ ständigen darüber hören will, ob ein Verschulden des Direktors oder seiner Angestellten vorliege. — Ein Bühnenschriftsteller über die Bühnenlaufbahn. Der Figaro veröffentlicht folgen⸗ den Brief Alexander Dumas des Jüngeren an eine Dame, die ihn bat, ihrer Tochter den Eintritt in die theatralische Laufbahn zu erleichtern.„Madame! Wenn ein den niedrigsten Klassen der Gesellschaft entstamniendes Mädchen mich bittet, ihr den Eintritt in den Bühnen⸗ beruf zu erleichtern, so gebe ich ihm die verlangte Unter⸗ stützung, falls es hübsch und begabt ist. Aber einem wohlgeborenen, ehrbaren und mit Mitteln versehenen Fräu⸗ lein schlage ich das immer ab, in Anbetracht, daß für ein junges, in solchen Verhältnissen lebendes Mädchen alles, selbst der Tod, einem so abscheulichen Dasein vorzuztehen ist.“ Dumas muß es wissen, er war Theaterschriftsteller und lebte in beständiger Fühlung mit den Theaterkreisen. Neueste Telegramme. Hd. Wien, 21. Juli. Der Abgeordnete der deutsch⸗mährischen Stadt Iglau, Dr. Groß wurde wegen Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe und Ver⸗ gehens der Aufreizung gegen behördliche An⸗ ordnungen in einer in Iglau gehaltenen Rede in Untersuchung gezogen. Dr. Groß war einer der Anführer der Obstruktion im Parlament. Hd. London 21. Juli.„Daily News“ meldet aus Kanea: Die Lage sei sehr bedenklich. Die Admirale haben gedroht die Stadt zu bom⸗ bardieren, wenn die türkische Bevölkerung sich noch länger weigere, sich den Ordnungsmaßregeln zu fügen. Hd. London, 21. Juli. Die„Times“ meldet aus Konstantinopel: Die Bot⸗ schafter hätten erklärt, die Unterhand⸗ lungen nicht eher wieder aufzunehmen, bis die Pforte der Grenzregulierung zuge⸗ stimmt habe. Derleger: Paul Dader in Marburg, Derantw. Nebat⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmannschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13. —...... K praktischste, was wir thun können und— ehrliche Leute bleiben wir deshalb doch!“ „Guntermann! Guntermann!“ Ihr Rat ist zwar praktisch, aber— gefährlich! Kann solche Heimlich⸗ keiten durchaus nicht leiden und wer weiß, wie es mir ausgelegt wird, wenn zufällig die Geschichte ruchbar wird oder gar der Revisor unser Privat⸗ Depot aufspürt!“. „Das lassen Sie mich nur machen, Herr Bahn⸗ meister! Finden soll keiner, was ich verstecke, können ruhig darüber schlafen! Morgen Abend sehen Sie von dem Plus kein Stück mehr, und der Revisor kann kommen, wann er will!“ Scharzfeld hatte die Hände auf den Rücken ge⸗ legt und war in dem kleinen Zimmer unruhig hin und her gewandert. Guntermanns Plan war zu verlockend, als daß er ihn ohne weiteres zurückge⸗ wiesen haben sollte. Es leuchtete ihm ein, daß die unangenehme Plusdifferenz auf diese Weise am zweckmäßigsten beseitigt werden konnte und vor allen Dingen beruhigte es sein Gewissen, daß er dabei nicht aus Eigennutz handeln oder die Ver⸗ waltung schädigen würde. „Nun, Herr Bahnmeister, wie ist's, soll ich den überzähligen Kleineisenkram verbuddeln? Am besten ist's, ich gehe gleich darüber her, die Leute sind alle fort, und wir können ungestört die Geschichte abmachen! Weiß schon, wie ich es am sichersten bewerkstellige!“ Ein tiefer Seufzer entrang sich Scharzfelds Brust, der Versucher hatte gesiegt. „Nun, meinetwegen, Guntermann, aber daun auch gleich los an die Arbeit!“ ** 0 (Fortsetzung folgt.) U Giessener Ruder- Gesellschaft. Sl. Ruder- mit Achter⸗Reunen um den Ehrenpreis Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, Sonntag, den 253. Juli, auf der Lahn, Ruder⸗Verein Kassel. Emser Ruder⸗Verein. rankfurter Ruder⸗Gesellschaft„Sachseuhausen“. ranflurter Ruder⸗Club. Feat Ruder⸗Verein. Programm Preise der Plätze: Eintrittskarten im Vorverkauf bis Samstag, den 24. Juli, abends, bei Herrn Erust i 0 für den Festplatz sind zum ermäßigten Preise von Mk. 0.50 bei Herrn G. Ph. Fillmann, Marktstraße 17, in Empfaug zu nehmen. Belkarten zu Mitgliederkarten Harte Niemand gestattet. N Während der Regatta: unter Beteiligung folgender Vereine: Ruder⸗Club„Weser“, Hameln. Hanauer Ruder⸗Gesellschaft v. 1879. Kreuznacher Ruder⸗Verein. Limburger⸗Ruder⸗Verein. Mainzer Ruder⸗Verein. Sonntag. den 25. Juli. vormittags 8 ½ Uhr: 4 1 17 17 1 nachmittags 4 Uhr: R OSS ES Samstag, den 24. Juli, abends 8 Ubr: Gesellige Vereinigung im Boothaus der Gießener Ruder-Gesellschaft. Vorrennen(gegen Vorzeigung der Regatta-Eintrittskarten freier Zutritt). Regatta, hierauf Preisverteilung. abends 8¼ Uhr, am Boothaus(,Festplatz): Konzert.— Illumination. Oberrader Ruder⸗Gesellschaft. Offenbacher Ruder⸗Gesellschaft„Undine“. Ruder⸗Club Witten. Gießener Ruder⸗Gesellschaft. IA O NZ ER T. 2037 Gegen Vorzeigen der Regatta-Eintrittskarten freier Zutritt, sonst 50 Pfg. Festplatz am Boothaus„ 1.—,„ 5 Schürz'sche Bleiche 30 Pfg. Näheres durch die Tagesprogramme. Nummerierter Sitzplatz Mk. 2.30, im Vorverkauf Mk. 2.—. „ 0.80. Kinderkarten 30 Pfg. Balser, Mäusburg, Daniel Heil, Lindenplatz, Adolf Geisse, Seltersweg, Heinrich Hettler, Südanlage, Der Zutritt ist ohne Bekanntmachung. Damit die zum weiteren Ausbau der Stabtfernsprecheinrichtung in Gießen erforderlichen Vorbereikungs— arbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Per⸗ sonen, Firmen po. welche ihre Woh— nungen oder Geschäftsräume im Laufe dieses Jahres mit der vorbezeichneten Fernsprecheinrichtung verbinden lassen wollen, ersucht, ihre Anmeldungen spätestens bis 3. August d. J. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den 2. Bauabschnitt des laufenden Rechnungs- jahres bestimmt in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete An— schlüsse können erst im 1. Bauabschnitt des am 1. April 1898 beginnenden nächsten Rechnungsjahres zur Ausfüh rung gelangen. Darmstadt, 5. Juli 1897. Der Kaiserliche Ober-Poftdirektor. Maier. Nord Verdingung. Die Weißbinderarbelten zur laufenden Unterhaltung der Gebäude der höheren und erweiterten Mädchenschule, sowie die Lieferung und Besestigung von Zug⸗ jalousten an 33 Fenster der Schule sollen Montag, deu 26. dss. Mts., vormittags 9 Uhr, oͤffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden zur Einsicht auf Zimmer Nr. 7 bel uns offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhält⸗ lich, find bis zum genannten Termin einzu⸗ reichen.— Zuschlagefrist 10 Tage. Gießen, den 20. Juli 1897. Das Stadtbauamt. Schmandt. Bekanntmachung, betr. 1 Absperrung der Wasserleitung. Wegen des Straßenumbaues in der Frank⸗ furterstraße sind wir genötigt, dasalbst die Hy⸗ dranten zu versetzen, und am nächsten Freitag, den 23. Juli, von nachmittags 1 Uhr bis gegen Abend 5 Uhr die Wasserleitung in der oberen n e (deuseits der Wilhelmstraße) bis zur Irrenklinik, in der Hosmaun⸗ aße, der Klinikstraße, der Zu⸗ uhrstraße nach der Bahn, sowie u der Zufuhrstraße nach der Irrenklinik abzusperren, was wir hiermit zur gefl. Kenntnisnahme der betreffenden Anwohner 1 Gießen, den 12. Juli 1897. Städtisches Gas⸗ und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Wa Lohholz⸗Verkauf. Oberförsterei Krofdorf. Dieutag, deu 3. August, vormittags 10¼ Uhr, werden in der Schmidtschen Wirtschaft auf dem Kirschen wäldchen, aus dem Schntzbezirk Stoppelberg, Distrikt 85 I, 90 XII und Totalität: 10, Rm. Eichenreiser 3. Klasse, sowie 11 Fichtenstämme = 3,52 Fm., öffentlich meistbietend verkauft. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladeurein, pro Pfund 52 Pfg. Siche ein junges Mädchen ev. aus achtbarer Familie, welches perfekt kochen kann. Familienanschluß zugesichert. 2054 Gefl. Offerten unt. WW. MI. an die Exped. d. Bl. K eines Logis, wegen Umzug in die Ka serne, zu vermieten 2057 J. Retter Wwe., Schillerstraße 9 II Submissionen. Gießen. Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk und Krankenkleidern für die Großh. neuen Kliniken soll auf dem öffentlichen Submisstonswege vergeben werden. Die Lieferungs- bedingungen und Musterstilcke sind auf dem Verwaltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen nachmittags von 3—5 Uhr einzusehen. Offerten mit der Aufschrift„Lieferung von Weißzeug“ sind verschlossen bis zum Donnerstag, den 5. August 1397, mittags 12 Uhr, unter Beifügung von Stoffmustern an die Großh. Verwaltung der neuen Klinikeu einzu— reichen. Zuschlagsfrist bis zum 12. August 1897. Gießen. Die Lieferung von 6300 ebm Basalt-Kleinschlag zur Geleisunterhaltung für die Strecken Friedberg Lollar und Gießen— Lauterbach soll öffentlich verdungen werden. Termin am 11. August 1897, vormittags 10 Uhr, in den Geschäftsräumen der Großh. Hess. Eisenb.⸗ Betr.⸗Jusp. 1. Angebote mit Aufschrift:„Angebot auf Lieferung von Basalt⸗Kleinschlag“ sind verschlossen und bis zum obengenannten Termin postsrei einzusenden. Die Bedingungen können bei der Betriebsinspektion 1 eingesehen, auch gegen kostenfreie Einsendung von 50 Pfg. von da bezogen werden. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Rödgen. Samstag, den 24. l. M., mittags 12 ¼ Uhr, sollen in der Gemeinde Rödgen nachbenannte Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Akkord gegeben werden: Pflaster⸗ und Chaussterarbeiten, veranschl. zu 1134.25 Mk, Steinlieferung, veranschl. zu 532,50 Mk., Steinsetzen, veranschl. zu 25.— Mk., Eisen- und Zementröhrenlieferung, veranschl. zu 30,80 Mark, Maurerarbeiten, veranschl. zu 19,88 Mk., Kieslieferung, veranschl. zu 50,— Mk. Hausen. Samstag, den 24. d. Mts., nachmittags 7 Uhr, sollen nachfolgende, zur Herstellnng eines Pissoirs bei der Schule nötigen Arbeiten öffentlich auf dem Rathause an den Wenigstnehmenden in Akkord gegeben werden: Maurerarbeiten, im Voranschlag zu 339,94 Mark, Zimmerarbeit, im Voranschlag zu 20,66 Mk., Schreinerarbeit, im Voranschlag zu 19,40 Mark, Weißbinderarbeit, im Voranschlag zu 69,80 Mk., Lieferung von Eisengegenständen, im Voranschlag zu 14,68 Mk. Der Voranschlag liegt zur Einsicht bei der Großh. Bürgermeiste rei daselbst offen. Holzheim. Die zur Restauration des Kirchendaches notwendigen Arbeiten sollen Mittwoch, den 28. lfd. Mts., vormittags 8 Uhr, durch Versteig rung im Rathause ver⸗ geben werden Die Versteigerungsbedingungen liegen auf der Bülrgermeisterei zur Einsicht offen. Tafel- Service, Kassee-Service, Chrystall-Ser vice aus den renommiertesten deutschen und französischen Fabriken empfiehlt in größter Auswahl und jeder Preislage 1557* Gg. Ph. Fillmann, Marktstr. IT. 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