I in ziger urn rn, Calle Polsewate. 5 5 jestellten Preisen Gießen, Sonntag, den 21. November 1897. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. U iche deszeilung. Ausgabe Gießen. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 20. Nov. Die gestern von uns ingekündigte General⸗Versammlung der 1 gen Orts⸗Krankenkasse findet nicht am 1, sondern erst am 28. November statt. * Gießen, 20. Nov. Aus der in der letzten Sitzung den Stadtverordneten vorgelegten Ueber⸗ icht über die Einnahmen und Ausgaben ber Armenkasse Gießen pro 1896/97, welche In der Einnahme 101 181,13, in der Ausgabe 101 037,58% aufweist, dürften nachfolgende ahlen allgemeines Interesse haben: Geldunter⸗ kütungen und sonstige Gaben 31 583,49. (4983,49% mehr wie im Vorjahr), Anschaffung für Schulbedürfnisse 603,79 4. beche waren 800%), ärztliche Behandlung und Arzneien 13 943,65 4(1043,65% mehr wie verans lagt), Begräbniskosten 594,10, Kosten des städtischen Hopi 9258,82„(766,88% weniger wie beranschlagt), Kosten für Verpflegung armer tungen für die Armenpflege 2023,22, Unter⸗ digen Gemeinden 19 117,46 KA. —— willkommen. „Gießen, 20. Nov. Vorgestern Nachmittag hielt der Gastwirte⸗Verein für Gießen und Umgegend eine Generalversammlung ab, in welcher sehr lebhaft über die Angelegenheit der Sterbe⸗Unterstützungskasse des Bundes deut⸗ scher Gastwirte debattiert wurde. Es wurde der Beschluß gefaßt, die Mitglieder des Vereins, welche Angehörige dieser Sterbekasse sind, zu er⸗ suchen, die Beiträge für die Kasse vor⸗ läufig weiter zu leisten, dagegen dieselben zu bitten, keinerlei Erklärung, wie es von der Kasse berlangt werde, abzugeben. Eine aus sieben n d bestehende Kommission soll mit dem Vorstand des Vereins gemeinsam Material von ähnlichen Sterbekassen behufs Gründung Liner solchen auf Gegenseitigkeit für die Provinz Ober⸗ hessen mit dem Sitze in Gießen einfordern, die Grundlagen einer solchen Einrichtung beraten und dahingehende Vorschläge in einer im De⸗ zember einzuberufenden Generalversammlung vor— —4 in! Dorf⸗Gill, Treis⸗Münzeberg, Vor g scheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Das Abonnement sewögt durch die Post bezogen: für die Ausgabe Gießen 1,90 resp. 2.30 Mt. Preis a der Anzeigen: 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile. Redaktion und Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Hessen. In den Monaten Juli und August sind im Großherzogtum insgesamt 3491 Todes⸗ fälle vorgekommen. Auf den Kreis Gießen kommen davon 226. An Lungenschwindsucht sowie Tuber⸗ kulose anderer Organe, Lungenentzündung und sonstige Erkrankungen der Atmungsorgane kamen insgesamt 718 Sterbefälle vor. Krankheiten starben von den 226 Personen im Durch gewaltsamen Tod lle und Selbstmord) gingen im Groß⸗ in den beiden genannten Monaten 126 Personen durch Tod ab, Gießen entfielen 18 solcher Todesfälle. * Gießen, gericht zu Butzba den 38 Jahre alten, stand gegen An denselben Kreise Gießen 56. (Unglücksfä auf den Kreis Das Schöf ch hatte im Oktober d. Is. wegen Diebstahls, Wider⸗ tͤgewalt, verbotenen Glück⸗ Körperverletzung vorbestraften Kauf⸗ Wern aus Elberfeld, manns Emil ängnis bestraft. Betrugs zu drei Monaten Gef ses Urteil legte Wern sowohl, als auch ter der Staatsbehörde Berufung ein, serer Strafkammer zur Ver⸗ 8 Schöffengericht hatte fol⸗ den der Ange⸗ für richtig auch Geisteskranker 39, desgl. von Epileptischen und Idioten 2779,39, Ausgaben aus Stif- welche heute vor un bringung armer Kinder in Familien 6778,11, 12 orge für verwahrloste, blinde und taub⸗ hatbestand festgestelt, 1 roßen und ganzen Im August d. Is. hatte f der einen Hausiergewerbeschein für in Friedberg einen Wagen genom⸗ Tage in der Wetterau folgende einem Handel ausgeübt. Er fuhr bot den Leuten Handtücher⸗ ür 5 oder 10 Pfg. und ein Der wie ein Groß⸗ chwindelte den umme Kinder 2412,30, Lehrgelder 125 K. klagte im g — An Kapitalzinsen flossen der Armenkasse zu 10 148,16 l, als Zuschuß aus anderen Kassen 43 758,22, Ersatz von aufgewendeten Ver⸗ pflegungsgeldern von anderen unterstützungspflich⸗ Angeklagte, Hessen besaß, men und zehn Praktiken bei seine! von Dorf zu Dorf, stoff, das Handtuch f Bettkoller für eine Mark an. ftretende Mann, s ein Vater, bei dem er beschäftigt bor dem Konkurs, den alten Mann 5 noch unter die Erde, er wolle nun leunigst zu Geld machen und milie übers Wasser eien bereits in Hamburg; denen der Angeklagte teils mit eine rührige Geschichte die mindeste Lust, von unter reellem ten Handtücher und Bettkoller, zu klärte der schlaue Hausierer, diese n könne er nicht abgeben. eierlei Sortimentspakete auf seinem ch und zwar Stoff andtücher und ein Bettk m Selbstkostenpreis von 20. Sortiment Stoff zu drei An⸗ Handtücher nebst einen Bett⸗ stenpreis von 35. Wern der Anzugstoff sei das beste echteste und beste Ware von olches Paket habe einen reellen p. 180 A. Er brauche jedoch 8 für die Hälfte geben, er ich ein Gebot auf solch en und schlug natürlich d zwar selbst wenn ihm timent 20% geboten wur⸗ jelte er jedoch weit mehr. In ngeklagte in ihm nach⸗ in den Orten Gambach, Dauernheim * Gießen, 20. November. Am kommenden Sonntag, den 28. d. M., nachmittags 4 Uhr, findet im kleinen Gesellschaftssaal des Café Leib eine Hauptversammlung des Vereins für Vogel⸗ und Geflügelzucht für Gießen und Umgebung statt. Herr Lehrer Schneider— Heuchelheim wird in derselben einen Vortrag über die Geflügelzucht halten, worauf Herr Södler⸗Medergemünden einen Stamm echten Rassegeflügels vorführen und deren Merkmale erläutern wird. Freunde der Geflügel⸗ und Vogelzucht sind in dieser Versammlung herzlich kaufmann au Leuten vor, s eine Ware noch sch dann mit s eine Kinder s zeigten die Leute, Thränen in vortrug, nur Wert offerier einer ganzen Ja den Augen s nämlich zw 0 zu zwei Anzügen, er behauptet, zu und ein anderes 1 Dutzend sagte den Leuten, Offizierstuch, die Wert von 120 res Geld und wolle es suchte den Leuten förml Warensortiment abzulock ort den Handel für das billige Weise hat der A gewiesenen zwölf Fällen, ———— sein Geschäft getrieben. Der Kutscher, der ihn dabei fuhr, erklärte, der Angeklagte habe immer, wenn er in einem Ort sein Geschäft gemacht, zur eiligsten Weiterreise getrieben. In mehreren Fällen ist dem Angeklagten nachgewiesen, daß er behauptet habe, er wohne in Frankfurt, trotzd m er seinen Wohnsitz in Elberfeld hat. Der An⸗ geklagte gesteht heute zu, daß sein Handel, den er in der Wetterau getrieben, kein reeller ge⸗ wesen. Er glaubt aber, sich trotzdem nicht straf⸗ bar gemacht zu haben, er habe nichts anderes gethan, als was seine Kollegen, die auf dem Lande veräußern, auch thun. Er habe sich nur allgemeiner Anpreisungen bedient und wenn er die Anzugstoffe mit Offiziersstoff bezeichnet, so läge darin nichts strafbares, denn dies sei nur eine Phantasiebezeichnung für die aus Kratzwolle und Baumwolle hergestellte Ware, die der Sach⸗ verständige als den größten Schund bezeichnet hat, von dem das Meter höchstens im Verkauf 2 4. 25„ gelte. Wenn die Zeugen vor dem Schöffengericht behauptet haben, daß die in den Paketen enthalten gewesenen Stoffabschnitte und erkannte auf dessen Antrag. Die Visitenkarte wird immer umfangreicher! — ̃ nicht zu zwei resp. drei Anzügen gelangt hätten, so könne man ihm daraus keinen Vor⸗ wurf machen, denn die Schneider auf dem Land hätten es sicher dann nicht verstanden, den Stoff rationell zuzuschneiden. Der Angeklagte erklärt weiter, er habe bei dem Handel auch nur einen kleinen Gewinn erzielt, denn die Handtücher, die er mit 5 und 10 Pfg. angeboten habe, hätten einen reellen Verkaufswert von 40 Pfg., die Bettkolter aber kosteten mindestens reell 5 Mark, hierzu komme noch der Wert des Anzugsstoffes, sodaß keiner seiner Kunden die Waren über dem Wert bezahlt habe. Der Vertreter der Staats⸗ behörde plaidierte dafür, daß das Urteil des Schöffengerichts aufzuheben und der Angeklagte wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu verurteilen sei. Der Ange⸗ klagte habe mit großem Raffinement planmäßig die Leute in der Wetterau betrogen, er habe den Anschein eines besonders vorteilhaften Kaufs zu erwecken gewußt, habe den größten Schund als bestes Offtzierstuch angepriesen und es verstanden, die Abnehmer glänzend reinzulegen. Der Ge⸗ richtshof machte sich bei der Urteilsbegründung die Ausführungen des Staatsanwalts zu eigen R. Langsdorf, 20. November.(Noch zwei Aemter.) Unser Bürgermeister, Reichs- und Landtagsabgeordneter Köhler hat noch z wei weitere Aemter erhalten. Er wurde gestern vor dem Amtsgericht in Lich zum Ortsgerichts⸗ Vorsteher und Standesbeamten verpflichtet. „Alsfeld, 17. Nov. Zwei aus der Straf⸗ anstalt Ziegenhain entwichene Sträflinge verübten in Wehlen bei Alsfeld einen Einbruchs⸗ diebstahl und nahmen hauptsächlich Kleidungs⸗ stücke an sich. Ihre Sträflingskleider vergruben sie auf dem Felde, wo sie zufällig von dem Be⸗ sitzer des Ackers gefunden wurden.— Im nord- westlichen Vogelsberg wird zur Zeit viel Getreide aufgekauft und nach Bahnstation Mücke verladen. lialen: Alten⸗Buseck, Daubringen, Fellingshausen, Flensungen, Garbenteich, Gr.⸗Buseck, r.⸗-Linden, Grünberg, Hausen, Heuchelheim, Hochelheim, Kinzenbach, Kl⸗Linden, Krofdorf, Lang⸗ Göns, Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen rod, Staufenberg, Steinbach, Steinberg, Ülrichstein, Watzenborn, Wetzlar, Wieseck, Wißmar. * Nidda, 18. Nov. Der gestrige Markt war allseitig recht gut besucht und der Umsatz sowohl auf dem Schweinemarkt wie auch auf dem Krämermarkt ein erfreulicher. Nur hinsicht⸗ lich des Angebots von Rindvieh merkte man den schädigenden Einfluß der in unserer Nähe aus⸗ gebrochenen Seuche; übrigens war auch wegen der kürzlich anderwärts stattgehabten Märkte die Nachfrage sehr gering. Der Krämermarkt war nachmittags sehr belebt. Auch die einheimischen Geschäftsleute konnten mit ihrer Einnahme wohl zufrieden sein. Vermischtes. — Europäische Eisenbahnen. Nach einer Veröffentlichung des französischen Ministeriums der öffent⸗ lichen Arbeiten über die Eisenbahnen Europas waren Ende 1896 in Europa 256 493 Kilometer Eisenbahnen in Betrieb, d. i. eine Zunahme von 5072 Kilometer oder zwei Prozent gegen Ende 1895. Die größte Zunahme wies Oesterreich⸗Ungarn auf, nämlich 1300 Kilometer, wovon 304 Kilometer auf Oesterreich und 996 Kilometer auf Ungarn entfallen. Nachher kommt Deutschland mit 935 Kilometer, wovon 624 auf Preußen kommen, dann Rußland 895 Kilometer, aber ohne die Transkaukasische Bahn(1613 Kilometer) und die Trans⸗ sibirische Bahn(3038 Kilometer), wovon die Hälfte er⸗ öffnet war. Vergleichsweise mit seinem Ländergebiet hat in Europa Belgien die meisten Eisenbahnen, 1960 per 1000 Quadrat⸗Kilometer, dann Großbritannien 1090, Deutschland und die Niederlande 880, die Schweiz 870, Frankreich 770. Die Gesamtlänge des Eisenbahnnetzes der einzelnen Länder war die folgende: 31. Dez. 31. Dez. Zunahme Staaten 1895 1896 1896 Deutschland ee 788 935 Oesterreich⸗Ungarrn.. 30 880 32 180 1 300 Belgien 6 687 5 777 90 Dänemark 2267 2 267— Spanien 12 052 12 282 230 Frankreic cg 40 230 40 951 721 Großbritannien u. Irland 34 058 34 221 163 Griechenland 8 930 952 22 Italien 15 057 15 079 22 Niederlande 2 667 2 694 27 Luxembug 435 435— Portugal 2 340 2 340— Rumänen 2 741 2 879 138 Rußland„ 36 218 895 Finnland 2 394 2 394— Serben 540 540— Schweden 9 75⁵ 9 895 140 Norwegen 1772 1938 159 Schwe: 3 509 3 563 54 Türkei, Bulgarien und Rume lien 2 254 2 430 176 Inseln Malta, Jersey und Man 110 110— 251 421 256493 5 072 — 25,000 Dollars für ein krankes Män⸗ nerherz. Ein merkwürdiger Fall des sogenannten Bruchs des Eheversprechens beschäftigte unlängst den Ge⸗ richtshof in Auburn in dem Staate Maine in Nord⸗ amerika. Auf der Anklagebank befand sich zur Abwechs⸗ lung einmal eine Dame, und zwar die Nichte Mr. Dingleys, des Verfassers der Tarifbill. Der Kläger, ein hübscher junger Mann, sagte aus, daß Miß Dingley ihm einen regelrechten Heiratsantrag gemacht und sich auch mit ihm verlobt hätte. Ohne einen Grund anzugeben, habe sich die wankelmütige Braut nach einigen Monaten von Der Preis, der für Weizen und Gerste gezahlt wird, ist fast um 25 pCt. höher als im Vorjahr. ihm losgesagt und jetzt einen andern Mann geheiratet. 5 B t 2 rr Gießen, 20. Nov. Todesfälle 5:. ˙ A Der Handschuh. Von Heinrich von Lautern. (Nachdruck verboten.) Das leugne einer, daß Hans Cramer, eine wunderliche Seele ist! Statt die Saure ⸗Gurkenzeit wie die Mehrzahl der Kollegen im Hochgebirge zu derbringen und mit einem Schatze großartiger Ein⸗ drücke und einer wohlgefüllten Skizzenmappe heim⸗ mulehren, verkriecht er sich als ein simpler Sommer- frischler in einem lächerlich reizlosen deutschen Klein⸗ gebirge und schlägt sein Ferienheim gar in einen Bahnwärterhäuschen auf. Wahrhaftig in einem Bahnwärterhäuschen! Das war so gekommen: Er fuhr im letzten Herbst einmal zu einem Vetter nach Tannenhof. Die Bahn stieg zwei Meilen hinter der Residenz mälig in die Bergthäler hinauf. Er schaute müßig durchs Koupeefenster. Der Zug fuhr langsam, denn es galt eine starke Steigung zu überwinden. Zur Rechten, ein weniges in der Tiefe, wellte das kleine dunkle, poetische Waldflüßchen hin, um moosige Steinblöcke schäumend, und links prallte die Sonne an der Böschung auf die bloß gelegten Felsen... Eidechsen krochen darüber und die Brombeerranken standen voll saftiger Beeren. Dann lam der Wald, schöner, schattiger Laubwald, und gerate zwischen den ersten Stämmen lag in der grünen Dämmerung das Bahnwärterhäuschen. Reizend! Und die weißgestrichenen Schlagbäume, den guten Alten davor mit der roten Fahne, die hellen Mauer, das Fähr⸗ das Dorf drüben mit der d den roten Ziegeldächern s prächtiger Obstbäume— er nnen, beim Vetter nicht, die Residenz zurückgekehrt Geisblattranken an der haus unten am Flüßchen, schlanken Turmspitze inmitten eines Kranze at es nicht vergessen kö ch nicht als er in nur das Zimmerreinigen könne er übernehmen. hellen Akademiesälen in den hohen, 1 imnisse des Freilichts ent⸗ seinen Jüngern die Gehe sagt— als die Ferien kamen, zog ler Soumerfrischler. ntube, nicht einmal ein Skizzen⸗ und den kleinen Bleistift, den er der Westentasche fand, zerbrach Er wollte Ruhe, Erholung; ein Schuljunge einer einzigen, wochenlangen ssen und schlafen und sonst bummeln, rauchen und träumen.— ihm dabei die Bahnstrecke mit als eine Störung erschienen ollte sich im Gegenteil ein ein schmunzelndes Schnippchen, r sich ruhelos nach dem ewinn hasten sah und er war Nichtsthun eingewiegt,— ohne Titel— ein stiller Und wie ge eine einzige Farbe buch im Ranzen, schließlich noch in er gleich im Koupee. urwüchsigen Behagen Glaubt ihr, daß ihren rasselnden Zügen, wäre! Bewahre! Er Schnippchen f wenn er die Men Glück und dem Gew daneben so behaglich ins ohne Zwang, ohne Rang, ntägiger Me f e ärter schüttelte zwar an aber da er seit lange Witwer war uen Kopf; f J gra 1 1 0 85 allein bewohnte, verstand er sich und das Häu Frühpromenade machen. Züge rasseln vorüber, schwarz, von weißem Dampf umwallt, eisenschuppige Riesenschlangen eine Reihe offener Koupeefenster und— flüchtig—— ein paar Menschengesichter darin. aufgeschluckt haben. Sonnenschein, voll Blumen, Schmetterlinge, Heu⸗ schließlich dazu, dem Herrn das Oberstübchen abzu⸗ treten. Aber er müsse sich alles allein besorgen, So entzog denn Haus Cramer aller Welt sein gefeiertes Künstlertum und seine angenehme Person und lebte nun wie ein Maulwurf in diesem grünen, sonnigen Erdenwinkel. Ach, wie hübsch hat ers getroffen! Das Aufstehen morgens ist Sache der Laune, mit behaglicher Umständlichkeit wird am offenen Fenster gefrühstückt: Schwarzbrot, Butter und Käse, grobe Wurst, derber, fetter Schinten Draußen Sonnenschein, viel Sonnnenschein, in den Aesten aus ungezählten Vogelkehlen ein unauf⸗ hörliches Zirpen und Schlagen, um das Haus unten das Gackern der Hühner, die im winzigen Gärtchen und über die blanken Schienen ihre Kleiner und kleiner, stiller und stiller wird die eilige Schlange, bis der Wald und die Ferne sie Dann ein Bad unten im Flüßchen und jeden Tag ein anderes Ruheplätz chen im Laub, im Gras, im Moose. Wie köstlich liegt sichs im grünen Schatten, im Munde die Zigarre, die Arme unterm Kopfe und die Beine ausgestreckt, so lang sie gewachsen sind! Draußen ist die Welt voll duft, Wellenrauschen und Glockenklingen, und er zwischen seinen grünen Büschen hat nichts zu thun, garnichts, als ruhen, schauen und träumen. Uje— Du gesegnetes Nichtsthun!— Aber über Nacht kamen die Regentage, Teufel, welche Dummheit! Nun hängt die Welt voll Wolken und Nebel, zum Verzweifeln gleichmütig tropft es daraus nieder, alles trieft, alles ist naß, man muß zu Hause bleiben und— oh! welche Langeweile zu Hause. Ja und die Langeweile ist Schuld daran, daß er dann auf die barocke Idee verfällt, dem Wärter ein wenig in den Dienst zu pfuschen. Wirklich steht am anderen Tage der schlanke, elegante, dunkelbärtige Mann vor der geschlossenen Schranke, stramm, kerzengrade, in den Fäusten die rote Fahne..... Und der Zug saust heran. An einem Koupeefenster zweiter Klasse schimmert es hell, es ist eine Damm im Zugwind flattern blonde Löckchen. Der ungewöhnliche Bahn⸗ wärter muß ihr aufgefallen sein, sie wendet sich lächelnd in das Koupee zurück, und eine zweite Dame auf das Kuriosum aufmerksam zu machen. Da flattert etwas Weißes aus ihrer aufgestützten Hand uud fällt dicht vor Hans Cramer auf den Kies. Aber er darf sich nicht rühren, unverwandt behält er den vorhergleitenden Zug im Auge und sieht die beiden lächelnden und winkenden Damen immer kleiner und undeutlicher werden, bis ihm die Biegung alles entzieht. (Bortsetzung folgt.) Der Betrogene verlangte nun, um sein krankes Herz zu heilen, eine Entschädigungssumme von 25 000 Dollars. Die Jury entschied zu Gunsten des Klägers und verur— tellte die junge Frau dazu, ihrem einstigen Verlobten 2000 Dollars Reugeld zu zahlen. — Konstantinopel im Schnee. Aus Kon⸗ stantinopel macht man unterm Datum des 12. November der„N. Fr. Pr.“ folgende Mitteilungen, die noch mehr als ein bloß meteorologisches Interesse beanspruchen: Vorgestern, Mittwoch, begann es ein wenig zu schneien; selten genug, daß wir das hier zu so früher Jahreszeit erleben. Man tröstete sich: das hört bald auf. Aber es hörte nicht auf und schneite fort und fort und schneit noch heute. Alles ruft, seit Menschengedenken wäre solcher Frost, solcher Schnee in Konstantinopel nicht dagewesen. Infolge dieses Schneefalles, mußte der Verkehr in der Stadt fast eingestellt werden, die Häuser verschlossen sich vor dem kalten Elend, nur Hunger und Not wanderten durch die Gassen, sonst war alles wie ausgestorben. Auf solches Wetter ist man hier nicht vorbereitet, man hat noch nicht einmal seinen Ofen oder den landesüblichen Mangal, den offenen Kohlenherd, angeschafft— und plötz⸗ lich kommt daher der Schneesturm, und es fehlt an Wärme und Licht, an Brot, Kleider und Schuhen. Die Kohle ist unerschwinglich teuer, Holz gar nicht zu bekom⸗ men und das Geld, das Geld fehlt vor allem. Die Zeitungen mogen offiziell verkünden, daß„Geld im Ueber⸗ fluß“ vorhanden, daß„nächstens wieder ein Monatsgehalt den Beamten(und wer ist hier nicht Beamter?) ausge⸗ zahlt werden solle“— wahr ist das aber nicht. Giebt es dafür ein krasseres Belspiel als die plötzliche Rückkehr des Botschafters in Berlin, Ghalib Bey? Er kam zurück, weil er nicht mehr die Schande der Schulden, weil er nicht mehr den Hunger ertragen konnte. Erst hatte er aus Mangel an Kostgeld— den dritten Sekre⸗ tär heimgeschickt, dann den zweiten. Dann bat er tele— graphisch, man möge wenigstens seine seit Januar nicht bezahlten Depeschenspesen und die Wohnungsmiete be⸗ gleichen. Aber er bekam keine Antwort, und da zog er einfach ab. In dem Briefe eines andern Botschafters heißt es:„Wagen und Pferde habe ich verkauft. Wir leben fast von trockenem Brot, und bald werden wir auch das nicht mehr geliehen bekommen!“ Und ein dritter meldet lakonisch dem Minister:„Ich bin zu Ende. Ich könnte mir nicht einmal ein Paar Handschuhe an⸗ schaffen, wenn ich irgendwo erscheinen müßte!“ — Frauen als Rechtsauwälte. Man schreibt auß Helsingfors: Die Frauenfrage nimmt in Rußland jetzt insofern ein besonderes Interesse in Anspruch, als es sich darum handelt, den Frauen die Befugnis zur An⸗ waltschaft einzuräumen. Die Masorität in der besonderen Kommisston, welche damit beauftragt worden ist, die gel⸗ tenden Rechtsstatuten zu revidieren, hat sich zu Gunsten der Frauen ausgesprochen. Auch hier in Finnland ist die Frage brennend geworden, ob es nach den bestehenden Gesetzen Frauen gestattet werden könne, vor den Gerichten als Anwaltgehilfen aufzutreten. In der Praxis geschieht die selt langem fast täglich und bisher wurde von keiner Seite aus dagegen protestiert. Unlängst indessen fand eine streltende Partei sich veranlaßt, gegen das Erscheinen eines weiblichen Anwaltgehilfen der gegnerischen Partei Einspruch zu erheben, und der Richter sah sich genötigt, diesen Pro⸗ test gutzuheißen.— denn im betreffenden Gesetzpara⸗ graphen steht, daß„diejenigen, welche für andere plädieren wollen, ehrliche Männer sein sollen.“ Der abgewiesene weibliche Anwaltgehilfe hat sich natürlich mit der Ent⸗ scheldung des Richters nicht begnügt und die Angelegen⸗ heit vor den Senat gebracht. Wie verlautet, gehen die Meinungen der Senatoren auseinander; die einen halten am Buchstaben des Gesetzes fest, während die übrigen, die Mehrzahl, eine mehr zeitgemäße Auslegung des Gesetzes befürworten. Sie machen mit Recht darauf aufmerksam, das Gesetz verlange auch, daß testamentarlsche Zeugen Männer seien; indessen interpretiere man in der Gerichts⸗ praxis schon seit langem„Männer“ als„Personen“ und gegen weibliche testamentarische Zeugen werde von seiten der Gerichte kein Protest mehr erhoben. — Das Aeroplan, ein neues Dampf⸗Luftschiff, wurde von den beiden Franzosen V. Tatin und Charles Richet konstrulert und neulich vor der Pariser Akademie der Wissenschaften beschrieben. Die mit diesem neuen Apparate angestellten Versuche sind zwar nicht von solcher Bedeutung, daß sie einen Wendepunkt in der Technik der Luftschiffahrt bedeuten könnten, aber sie sind immerhin bemerkenzwert, iudem das Aeroplan sowohl an Gewicht als an Geschwindigkeit schon jetzt die bisherigen Dampf⸗ Luftschiffe übertrifft. Der Apparat wiegt 33 Kilo, wobei das Gewicht von 3 Liter Wasser und 600 Gramm Kohle eingerechnet find, und er legte bei dem letzten Versuche 140 Meter in gerader Linie unter der bedeutenden Ge⸗ schwindigkeit von 18 Meter in der Sekunde, also fast mit Kourierzug⸗Geschwindigkeit, zurück. Die angenommene Wasser- und Kohlenmenge würde für eine Fahrt von 5000 Meter genügen. Das Aeroplan besteht aus einem sehr leichten Rahmen von dünnem Holz, der mit Seide überzogen ist. An diesem Körper sitzen zwei feste Flügel, auf dieselbe Weise hergestellt, vou 12 Quadratmeter Ober⸗ fläche. Die Flügel sind mit dem Körper durch Stahldraht verbunden, außerdem besitzt das Fahrzeug einen Schwanz, der ebenso gebaut und befestigt ist wie die Flügel. Die kleine Dampfmaschine treibt zwei Schrauben, von denen eine auf der Vorderseite, die andere auf der Hinterseite angebracht ist und die sich in entgegengesetztem Sinne drehen. Die Erfinder berechneten die wahrscheinliche Ge⸗ schwindigkeit dieses Apparates in freier Luft auf ungefähr 18 Meter in der Sekunde, jedoch handelte es sich darum, demselben vor seinem Aufstieg in die Luft eine genügende Geschwindigkeit zu geben. Dazu wurde eine geneigte Ebene hergerichtet, 75 Meter lang und 10 Meter hoch. Das Luftschiff wird auf einen Wagen gesetzt, der auf Schienen die geneigte Ebene hinab läuft. Sobald das Ende derselben erreicht, werden die Seile, die den Apparat an den Wagen befestigen, automatisch durchgeschnitten, und dieser kann sich frei in die Luft fortbewegen. Der helkelste Punkt an diesem Versuche liegt in der Not⸗ wendigkeit, dem Apparate beim Herausfliegen in die Luft eine durchaus horizontale Richtuug zu geben, denn da derselbe eine große Oberfläche besitzt, so muß er sich bei der geringsten Neigung überschlagen. Wegen dieser großen Oberfläche, die das Aexoplan der Luft darbietet, ist es auch vorläufig nicht möglich, es in die Luft zu senden. außer bei gänzlicher Windstille. Die bisher erreichten und oben bezeichneten Erfolge stellen jedenfalls nur die allerersten Anfänge dieser Versuche vor, die deshalb einen langsamen Fortschritt nehmen, weil jede Wiederholung des Experimentes bedeutende Vorbereitungen erfordert. Es hat sich bisher noch nicht vermeiden lassen, daß das Luftschiff schließlich von der waagerechten Bewegung etwas nach oben abgelenkt und dadurch in seiner Bewegung gehemmt wurde, sodaß es sich in der Luft überschlug und zu Pariser Sternwarte. Der„Köln. Ztg.“ wird ge⸗ schrieben: Eins der großartigsten und wissenschaftlich wich⸗ tigsten Unternehmen, an dessen Möglichkeit man vor zwei Jahrzehnten nicht denken konnte, hat die Pariser Stern⸗ warte mit großem Erfolg in Angriff genommen: die Her⸗ stellung eines lediglich auf photographischen Aufnahmen beruhenden Mondatlas. Die erforderlichen photographischen Aufnahmen sind von den als geschickte Astronomen und Optiker rühmlichst bekannten Gebrüdern Henry von der Pariser Sternwarte ausgeführt worden und ihre Auf⸗ nahmen übertreffen an Schärfe und Detailreichtum selbst die berühmten Mondphotographien der Lick⸗Sternwarte. Die einzelnen Blätter werden durch direkte Vergrößerung der Originalklichés auf großen Platten erhalten und die Glaspositive in Heliogravüren umgewandelt. Auf diese Weise sind Karten zustande gekommen, die auch äußerlich an Prägnanz und Treue der Wiedergabe nicht übertroffen werden können. Die Vergrößerungen der photographischen Aufnahmen sind 14 bis 15fach, entsprechend einem Durch⸗ messer des Mondbildes von 2,4 bis 2,6 Metern, während die große Mondkarte von Schmidt nur einen Durchmesser von 2 Metern besitzt. Der Hauptzweck dieses photo⸗ graphischen Atlas ist, ein absolut treues Bild des Aus⸗ sehens der einzelnen Mondlandschaften bei bestimmter Be⸗ leuchtung zu geben, wie solches eine selenographische Karte mit ihrer Wiedergabe des Terrains durch Striche und Linien niemals geben kann. Sehr viele Gegenden des Mondes, vor allem die südliche Hälfte desselben, sind so gebirgig und zeigen ein so wild zerrissenes Aussehen, und außerdem ist der scheinbare Zusammenhang der einzelnen Bodenerhebungen je nach der Beleuchtung oft ein so wechselvoller, daß jedes blos zeichnerische Verfahren nur höchst un vollkommene Ergebnisse liefern kann. Hier ist die Photographie ein unersetzliches Hilfsmittel, besonders auch deshalb, weil sie einer späteren Zeit die Mittel an die Hand giebt, mit unfehlbarer Sicherheit zu entscheiden, ob und welche Veränderungen seitdem etwa auf dem Monde stattgefunden haben. Als ich vor zwanzig Jahren nahe der Mitte der Mondscheibe eine große kraterförmige Einsenkung entdeckte, die nach meinen Erfahrungen früher dort nicht vorhanden gewesen, bedurfte es geraumer Zeit und eines großen Aufwandes von Mühe, um der Be⸗ hauptung, es handele sich thatsächlich um eine Neubildung, wissenschaftlich Geltung zu verschaffen. Daß es sich aber wirklich in diesem Falle um eine Neubildung handelte, hat sich später auch dadurch erwiesen, daß eine zweite kraterförmige Vertiefung östlich neben der ersteren in den letzten Jahren sichtbar geworden ist. Hätte 1877 ein photographischer Mondatlas wie der im Erscheinen be⸗ griffene der Pariser Sternwarte vorgelegen, so wäre die Entscheidung über die Neubildung leichter gewesen. Die Herausgeber dieses Atlas sind die rühmlichst bekannten Astronomen Loewy und Puiseux, die sich damit ein neues Verdienst um die Wissenschaft erwerben. — Der japanische Schneider. Das beweg⸗ liche, umsichtige, rastlose Volk des Reiches der aufgehenden Sonne sucht immer mehr seinen Einfluß geltend zu machen. Der englischen Konfektionsbranche ist, wie dem„B. L. A.“ aus London geschrieben wird, eine neue Konkurrenz ent⸗ standen, die, kaum zwei Jahre alt, schon beträchtlichen Umfang angenommen hat und sich gar bald auch in Berlin, Wien und Paris fühlbar machen dürfte. Kurz nach Be⸗ endigung des japanisch⸗chinesischen Krieges setzte der Reisende einer japanischen Firma Londoner Großkonfektionären aus⸗ einander, daß Japan bereisende Europäer stets besonderen Gefallen an den leicht wattierten, seidenen Schlafröcken des Landes gefunden hätten und solche neuerdings mehrfach durch private Vermittlung von Engländern aus Japan bezogen wurden. Er bot deshalb gleichzeitig eine größere Lieferung des fraglichen Artikels an. Zwei große Kon⸗ fe tionshäuser waren einverstanden. Seitdem ist der Um⸗ satz bereits so stark geworden, daß, nachdem dieser Tage ein Schiff mit tausend Schlafröcken und 600 Negligé⸗ Jaquets eingetroffen ist, die betr. Firmen umgehend die doppelte Anzahl bestellt haben. Sitz der neuen Export⸗ industrie ist Yokohama. Die Japaner, die noch vor Kurzem den Stoffen nur eine beschränkte Farbenauswahl zu geben verstanden, haben es seitdem zu einer vollendeten Meisterschaft mannigfaltiger Nüanzierung gebracht. Unter den Stücken, die ich sah, waren am hübschesten und ge⸗ schmackvollsten Türkisenblau mit cremefarbiber Fütterung, Waldgrün, dunkelrosa gefüttert, und Scharlachrot mit Changeant⸗Futter. — Eine Reise um die Welt in 34 Tagen. In der Pariser„Revue Scientifique“ wird in einer eigen⸗ artigen Weise daran erinnert, welche fabelhaften Fort⸗ schritte unsere Verkehrsmittel in dem letzten Jahrhundert und besonders in den letzten Jahrzehnten desselben ge— macht haben. Es ist noch nicht nicht 25 Jahre her, daß das Werk von Jules Verne„Eine Reise um die Welt in 80 Tagen“ von allen Leuten als eine Fabel verstanden wurde. Heutzutage ist eine Reise um die Welt in 80 Tagen nicht nur keine Fabel mehr, sondern unsere Ver⸗ kehrsmittel haben diese damals erdichtete Geschwindigkeit weit übertroffen. Wenn man die neuesten Fahrpläne von Eisenbahnen und Dampfschiffen zu Rate zieht, so kann man sich folgende Weltreise zusammenstellen: Von Mar⸗ seille durch den Suezkanal über Aden, Singapore, Saigon nach Yokohama 33 Tage, von Yokohama nach San Fran⸗ zisto 14 Tage, von San Franzisko nach Newyork 4½ Tage, von Newyork nach Paris 7 Tage, von Paris nach Marseille dreiviertel Tage, macht zusammen 59 Tage. Freilich würde sich diese wohl nicht ganz in dieser Ge⸗ schwindigkeit wirklich ausführen lassen, da man noch einige Zeit für die Ein⸗ und Ausschiffung der Passagiere und des Gepäcks rechnen muß, auch muß man wohl in Poko⸗ hama zwei Tage vor Abfahrt des Parcifischen Dampfers eintreffen, um diesen nicht zu verfahren. Man kann jedoch mit ziemlicher Genauigkeit behaupten, daß man heute die 360 Längengrade des Erdumkreises in rund 60 Tagen durchmessen kann. Das ist die Gegenwart. Aber es ist schon jetzt mit Bestimmtheit auszusagen, daß in einer nahen Zukunft, sagen wir in 20 Jahren, die Weltreise bedeutend kürzer sein wird. Nach Vollendung der großen Eisenbahn durch Sibirien wird man in 12 Tagen von Paris bis zum Stillen Ozean gelangen, dann bei der heutigen Geschwindigkeit der Dampfer in 11 Tagen nach San Franzisko, in 4 Tagen nach Newyork und in 7 Tagen von dort nach Paris zurück— also zusammen nur 34 Tage. — Unser Sonnensystem und die Firsterne. Ueber die Geschwindigkeit, womit siey die Fixsterne auf uns zu oder von uns fort bewegen, war es nach lang- jährigen vergeblichen Versuchen auf der Greenwicher Sternwarte neuerdings auf dem Potsdamer Observatorium gelungen, durch photographische Aufnahmen der Stern⸗ spektra sehr genaue Ergebnisse zu erzielen. Von einer großen Zahl der helleren Fixsterne ist es danach bekannt geworden, um wie viel Kilometer sich diese Himmelskörper in jeder Sekunde von uns entfernen, oder um wie viel Boden sank. — Der photographische Wandatlas der sie sich uns nähern. So ergab sich, daß der hellste Stern am Himmel, Sirius im großen Hunde, sich uns in jeder Sekunde um 16 Kilometer nähert, und Procyon im kleinen Hunde um 9 Kilometer. Dagegen entfernt sich der hellste Stern im Stier, Aldebarun um 49 Kilometer in jeder Sekunde von uns, und die helle Kapella im Fuhrmann um 24 Kilometer in der Sekunde. Der Polarstern nähert sich uns um 26 Kilometer in jeder Sekunde, während sich der helle Stern in der nördlichen Krone, Gemma, um 32 Kilometer von uns entfernt. Die helle Spica in der Jungfrau nähert sich uns um 16 Kilometer, der hellste Stern im Adler, Atair sogar um 37 Kilometer in der Sekunde. Vor Kurzem ist es aber dem Amerikaner J. E. Keeler gelungen, diese Fortschritte in der Kenutnis der Bewegungen der Himmelskörper noch bedeutend da⸗ durch zu erweitern, daß er zum ersten Mal diese Unter⸗ suchungen mit bestem Erfolg auf jene ferne Nebelwelten ausbehnte, die man als Bildungsstätten neuer Weltkörper betrachtet. Diese schwierigen Messungen der durch die Ge⸗ schwindigkeit verschobenen Spektrallinien gegen ihre Nor⸗ mallage haben bei dem wundervollsten Gebilde am ganzen Himmel, dem berühmten Orionnebel, erkennen lassen, daß sich dies Objekt mit einer Geschwindigkeit von 18 Kilo⸗ metern in der Sekunde von uns entfernt, und zwar be⸗ trägt die Unsicherheit dieser Bestimmung nicht viel mehr als 1 Kilometer. Dies Ergebnis ist noch besonders da⸗ durch merkwürdig, daß es feststellt, der Orionnebel bewegt sich mit derselben Geschwindigkeit von uns fort, die den hellen Orionsternen im Durchschnitt zukommt. Bei mehreren anderen von Keeler gemessenen Nebelflecken sind aber noch bedeutend größere Geschwindigkeiten zu Tage getreten; so fand er bei einem eine Fortbewegung von 48 Kilometern, bei einem anderen eine Annäherung an unsern Standpunkt von 65 Kilometern in jeder Sekunde. — Das Dukatenbad. Wie die„Bosnische Post“ berichtet, ist seit 29. Juli der Einwohner von Zolo m im Nevesinjer Bezirk, Stojan Cabrilo, spurlos verschwunden. Die Nachforschungen, die nach ihm angestellt wurden, er⸗ gaben, daß Cabrilo ein Opfer seines Aberglaubens ge⸗ worden sein dürfte. Er hatte sich schon lange darüber gekränkt, daß seine Ehe kinderlos sei und deshalb leicht den Worten eines Nachbars, Namens Marko Boskovices, Glauben geschenkt, der ihm riet, er solle in einem Wasser, in dem sich Dukaten befänden, baden, dann werde seine Frau sicher ein Kind bekommen. Cabrilo nahm that⸗ sächlich am Tage seines Verschwindens hundert Stück Dukaten zu sich und entfernte sich mit ihnen. Es tauchte nun sofort der begründete Verdacht auf, daß Boskovies dem leichtgläubigen Bauern nur deshalb riet, Dukaten mit sich zu nehmen, um sich dann derselben zu bemäch⸗ tigen. Da Jabrilo nicht mehr zurückkehrte, wurde an⸗ genommen, daß er nicht nur seine Dukaten, sondern auch sein Leben verloren habe. Diese Annahme hat nun ihre Bestätigung erhalten. Wie nämlich aus Nevesinje ge⸗ schrieben wird, haben vor einigen Tagen Gendarmen im Walde Debelaljut auf der Crvanj Planina den Leichnam Cabrilos gefunden. Derselbe wies deutliche Spuren eines gewaltsamen Todes auf, und es kann kein Zweifel mehr bestehen, daß Cabrilo ermordet worden sei. Boskovies befindet sich schon seit Wochen in Haft, leugnet aber jede Schuld. Letzte Nachrichten. „Gießen, 20. Nov. Eine elektrische venetianische Gondel bahn ist hier einge— troffen, um für die nächsten Tage etwas Leben in die seitherige Eintönigkeit auf unserem städ⸗ tischen Juxplatz zu bringen. Diejenigen, die sich seither den Luxus einer Gondelfahrt auf dem Golf von Venedig noch nicht leisten konnten, werden von morgen ab Gelegenheit haben, für 10 Pfg. auf Os walds Garten zu„gondeln“. Die Bahn, die viele Aehnlichkeit mit einer sog. „Berg⸗ und Thalbahn hat, wird mittelst Dampf maschine betrieben und ist von elegantem Aeußeren.(Siehe Inseret.) n. Krofdorf, 20. Nov. Eine häßliche Scene spielte sich gestern Nachmittag in unserem Orte ab. Ein Reitersmann aus Gießen, der einen Spazierritt nach hier unternommen, hatte anscheinend des Guten zu viel gethan. Zu Pferde sitzend, geberdete er sich wie wütend und attakierte die Straßenpassanten. Einige Leute verfolgte dieser Herr bis in die Gehöfte hinein. Man mußte flüchten, um nicht unter die Hufe des Pferdes zu kommen. Der Ortspolizei, die seinem Gebahren Einhalt gebieten wollte, drohte der„wilde Reiter“, er werde sie nieder- rennen. Schließlich mußte der Gensdarm ge⸗ holt werden, um dieser widerlichen Scene ein Ende zu machen. Eingesandt. Staufenberg, 19. November. Obwohl Staufenberg schon seit dem Jahre 1876 eine Wasserleitung besitzt, so muß doch die Anlage der Brunnen als sehr mangelhaft bezeichnet werden. Da man bis heute noch in 3 Ortsstraßen überhaupt keinen Brunnen hat, so sind die Bewohner dieser Straßen genötigt, ihren ganzen Wasserbedarf auf große Entfernungen herbeizuschaffen. Bis anfangs dieses Jahres hatten wir im ganzen Orte nur vier Brunnen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich Staufenberg nach allen Seiten vergrößert, weshalb sich u. a. ein Teil der Bewohner dos unteren Ortsviertels genötigt sah, bei der Geme inde⸗ vertreiung wegen Anlegung eines Anschlußbrunnens nach⸗ zusuchen, da ihre Wohnungen von dem nächsten Brunnen 300—350 Meter entfernt waren. Die Gemeindever⸗ tretung beschloß hierauf, einen Anschlußbrunnen im frag⸗ lichem Ortsviertel aufzustellen, jedoch wurde dieser Brunnen so aufgestellt, daß ein Teil der Bewohner ihr Wasser immer noch 100— 150 Meter weit zu tragen hat. Hätte man diesen Brunnen in der Mitte der betreffen⸗ den Häuserreihe hergerichtet, dann wäre wenigstens in einem Teile unseres Ortes Abhülfe geschaffen. Wer die unebene Lage Staufenbergs kennt, der wird sich leicht denken können, mit welcher Mühe, hauptsächlich im Winter, wenn die Straßen voll Eis sind, ein großer Teil der Einwohner seinen Wasserbedarf für Menschen und Vieh von den weit auseinanderstehen⸗ den Brunnen sich herbeischaffen muß. Da sich un sere Ge⸗ meinde bekanntlich in guten finanziellen Verhältnissen be⸗ findet, so wäre es doch sehr zu wünschen, wenn Staufen⸗ berg bald in die glückliche Lage käme, in jeder Straße, bezw. in den entsprechenden Entfernungen, einen Brunnen zu besitzen. Es handelt sich doch nur um Anschluß⸗ brunnen an die bestehende Leitung und um einen ein⸗ maligen Kostenaufwand. . Standesamtliche Nachrichten. 6 und Geburten. J bene ie um 8. Nov. Den Schlesser Gustao Nel en Sehn, ge. Ernst Karl Emil Wilhelm.— 9. Dem Glasermeistn, 1 Wese 1 fe Balthasar Bierau eine Tochter, Karoline. Dem Buch⸗ Ig fal gun, halter Karl Friedrich Gemmecker ein Sohn.— 11. 5 m Spenglermeister Christian Arnold ein Sohn.— 12. 9 1 dn 1 0 Arbeiter Franz Rentmeister ein Sohn, Heinrich Karl ge Joseph Franz.— 14. Dem Hilfsweichensteller Joseph Simmer eine Tochter, Johanna. Dem Taglöhne: ume Wilhelm Gelzenleuchter eine Tochter, Frieda Christlane Teka 9 Dem Stabsarzt Leo Richter ein Sohn, Leo Nichd bee le 1 dun 6. Ju Julius.— 15. Dem Pfarrer August Dingeldey ein Sohn. n b. enn Dem Kaufmann Jacob Jung ein Sohn.— 16. 8 17 edge ang Schreiner August Böcher ein Sohn, Otto. Dem Grave: L dagegen Eduard Michaelis eine Tochter. ö 255 an e hn nämli W erllärt 90e Aufgebote. n ace, zwischen Am 16. Nov. Wilhelm Maximilian Zwesch, Kamm. Pnfts gehn feger dahier, mit Wilhelmine Louise Emma Schweitzer 0 N 0 5 Weilburg. Ludwig Josef David van Engelen, Schlosser dahter, mit Dorothea Neusel zu Niederwetter. Josey Zeiler, Kellner zu Usingen, mit Lisette Antonie Sommer aße daselbst.— 17. Emil Friedrich Richard Schudt, Am fre uh richter zu Homberg a. d. O., mit Wilhelmine Lina Natalle Eunsiabe, N dert Emma Weiffenbach hierselbst. 5 b. dwisch Eheschlieungen.„ blurzer Am 13. Nov. Dr. Ludwig Jakob Karl Hermann aße(urch Römheld, Oberarzt zu Heppenheim a. d. B., mit Pauline ee aabeperwe Emilie Louise Bapst hierselbst. Johann Niepoth, Institus⸗ ed. wie 0 dem Diener dahier, mit Margarethe Fuchs hierselbst.— 17 in un 1 Heinrich Friedrich Ferdinand Jung, Kellner zu Aschaffen⸗ H wit burg, mit Elisabethe Becker dahier. Halktobe,, iche Sterbefälle. debe, ze Am 13. Nov. Gustav Martin Hofmann, 70 Jahre ebulag wische alt, großh. Landgerichtsdirektor i. P. dahler. Elisabethg Alk 91 der Panz, geb. Momberger, 50 Jahre alt, Ehefrau des Dach⸗ 0 Wiesen, deckers Hermann Philipp Ludwig Panz dahier.— 1 bun, ii Anna Elisabethe Mahr, geb. Schwalb, 82 Jahre i dicherstraße, Privatin dahier. Karl Feldhaus, 54 Jahre alt, L e wichen dahier. Philipp Henß, 49 Jahre alt, Bahnarbelter dahg., a 16. Louis Kuttner, 50 Jahre alt, Handelsmann; fed, Bellersheim.— 17. Eugen Levi, 7 Monate alt, Sof Kabahn v des Schirmfabrikanten Moses Levi dahier.— 18. Erne⸗ Ulneg, ie, zie stine Johanna Julie Bertha Kaiser, 33 Jahre alt, Tochle dag des Prlvatmanns Wilhelm Kaiser daher.— 19. Sohle Tünsuß, wis Bindewald, geb. Schmidt, 64 Jahre alt, Lehrerswine. Melange von Dreieichenhain. 1 dbenfraße, nordwe haßt, 9 Auszug aus den Kirchenbüchern ee 2 4 1 ergasse, der evangelischen Gemeinde. N ai, wüten 9 Matthäusgemeinde. 6 Trauungen. Am 17. November. Heinrich Friedrich Ferdinand Jung, Kellner zu Aschaffenburg, mit Elisabethe Becker zu Gießen. Beer digte. Am 15. November. Gustav Martin Hofmann, Land⸗ gerichts⸗Direktor i. P., verheiratet, 70 Jahre alt, starb am 13. November. Am 16. November. Anna Elisabethe Mahr, geb. Schwalb, Witwe des verstorbenen Bahnwärters Philiyp längs on der Lul ulizt. 2 19. Novenb Vtroßh. Bürger One e In der Süitung des Oer e babroisse ist im Deze ani an Id arme Fam Talbungen werden a Tann. d. Mt. ent, Feen, den I7. Robemb Mahr, 82 Jahre alt, starb am 13. November. Die Ar 6 Am 1 November. Elisabethe Panz, geb. Mom⸗ der erger, efrau des Dachdeckers Philipp Ludwig Pam, 51 Jahre alt, starb am 13. November.. Bekauntma Markusgemeinde. eke Ailelungen des! Taufen. Ua und sorstwirtsche Am 14. November. Dem Schneider Seibert Möhl eine Tochter, Mathilde Karoline, geb. am 20. September. Denselben. Dem Glaser Heinrich Baum eine Tochter, Anna, geboren am 21. September. dmosenschaft, sortgefüh eta lang, nämlich een dis aum 4. Dezen e epastci zur Ein cg, daa Einsprüche Denselben. Dem Taglöhner Justus Wenzel ein Sohn, Wen d fer Heinrich Emil, geboren am 9. Oktober. in N fal Beerdigte. Am 16. November. Karl Feldhaus, Tapezierer, ein Witwer, 54 Jahre alt, starb am 14. November. Denselben. Philipp Henß, Bahnarbeiter, verhelratet, 49 Jahre alt, starb am 14. November. Neueste Telegramme. Hd. Posen, 20. Nov. Die hiesige Polizeibehörde untersagte die für morgen angekündigte Aufführung der Dramen„Kaspar Karlinski“ von Kondratrowicz und die„Konföde⸗ N N bund er lab, und orf Wassgenesescen in Darn lerer Mahadtichtigur Hecsen den Ja Rovem Saßhenegl. Bütger J. 8. Itheitsn Gießen, Gar kugchot der fl rierten“ von Lar Mizeiwicz im pol tn! Schiffe nischen Theater hierselbst. E angle, Hd. Rom, 20. Nov. Bei einem in Verona e dure, stattgehabten Duell auf Säbel zwischen einem en, Feat Maler und dem Chefredakteur eines Blattes er 1 Une! hielt der letztere eine schwere Wunde. Auch der i Maler wurde verletzt. Hd. London, 20 November.„Daily Telegraph“ meldet aus Wien, daß dem türkischen Gesandten seit mehreren Monaten kein Gehalt ausbezahlt eter, 4 worden sei. 0 an 177855 un Hd. London, 20. November. Eine graßee n Tah. Feuersbrunst wütete gestern in der Citg. n de h Etwa 300 Warenlager sowie eine Kirche sind en, I fg. Mö niedergebrannt. Der Schaden dürfte sich auf Na ohen do 125 Millionen belaufen. 0 5 fir dez Hd. Sosiia, 20. Nov. Im Prozeß gegen kehre die Mörder des Dichters Constantinog Ute, 2 dich wurden Minkow und Topalow zum Tode, die d Keen übrigen Schuldigen zu schwerem Kerker ver⸗ 3 80 urteilt. Hd. Kaunea, 20. Nov. Die Einschiffun des deutschen Truppendetachements auf die„Kaiserin Augusta“ vollzog sich gestern unter ehrenden militärischen Kundgebungen seitens der türkischen und der übrigen Truppenabteilungen. Die„Kaiserin Augusta“ wird in Suda weitere Befehle erwarten. f Marfipresse. ö Jae Gießen, 20. November. Auf dem heutigen Wochen— 3 f. —— ö f markt kostete: Butter per Pfd. 1,— 1,10 Mk., Hühnereler per St. 7—9 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Gänseeier 12 Pfg. Käse 4—9, Käsematte 3, Erbsen per Liter 20, Linsen 30 Pfg.“ Tauben per Paar 0,50— 0,65, Hühner per St. 901.10, Hahnen 60— 1,00, Enten 1,60—2 Mk., Gänse per Pfund 46—56, Ochsenfleisch 6674, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64— 72, Schweinefl., gesalzenes 76, Kalbfleisch 60—64 Pfg., Hammelfleisch 50— 60, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50—5,00 4, Weißtraut per Stück“ bis 10&, Zwiebeln per Zentner 6,00 4, Milch per Liter 16 Pfg. 7 4 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. dtedal teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. 7 1 Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 18. illan e Em Emma 80 han oel NI Eagle ga! Mieder 1 Slot 8 Hen 0 i ö ont ds a Mtth Inde ic hiersabst 57 „ Kellner zu Age f Hofmann, 70** . dalia, E alt, Cheftau D0 90 anz dahiet. 9 hwalb, 82 Ich J Jahr all, In „ Bchnatbetke h ut, Handelswan 7 Monate alt, 6. daher.— 18. fr 39 Jahre alt, Jg dahir.— 19, 6 hre al, Kchrenh — rchenbüchen Gemeinde. nde. a i Frierich Feth it Elisabethe Bechern sartin Hofmann, Lan „70 Jahre alt, fe Eltsahethe Mahr, g. 1 Bahnwärters Nhl 3. Wbember. he Panz, geb. Mer Philipp Ludwig Paz mber. inde. chnelder Seibert geb. am 20. Sehlente rich Baum eint Toghe ustus Wenzl ein Seh tober. bhau, Tapesteret, ch 14. Nobembet. Unarbeiter, berhelnge Aber. 80 dad Gefunden. 2 Portemonnaies und 1 Geldbeutel mit In- halt, 1 Taschenuhr, 1 Brosche, 1 Arbeitsbeutel, 1 Fächer, 1 Korsett, 1 Kindermülfchen, ein Striczeug, 1 Weste, 1 Halstuch, 1 Kinder⸗ mltze, 2 Fensterläden, 1 Peilsche und 1 Laterne. Zugelaufen: 1 Gans. Gießen, den 20. November 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. In Ausführung des 8 2 des Ortksbau— satuts vom 6. Juli 1888 bringen wir hier— kurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Stadt- verordneten ⸗Versammlung die nachstehenden Straßen und Straßenstrecken förmlich als„zum Bebauen erklärt hat, nämlich: 1. Hammstraße, zwischen den Neustädterthor und der Unterführung bei Geilsfus, 2. Dammstraße, a. östlich der Nordanlage, 55 b. westlich der Steinstraße, 3. Schillerstraße, westlich der Steinstraße, 4. Weserstraße, zwischen Nordanlage und Steinstraße, 5. Steinstraße, a. zwischen Nordanlage und Ederstraße, 5 b. zwischen Schott⸗ u. Mar⸗ burgerstraße, 6. Gartenstraße,(durch Steins Garten) bis zum Schiffenbergerweg, J. Ebelstraße, zwischen den Oberhessischen Bahnen und dem Leibgesternerweg, 8. Wilhelmstraße, zwischen Ludwig⸗ und Ebelstraße, 9, Goethestraße, zwischen Seltersweg und Süldanlage, 10. Moltkestiraße, zwischen Ostanlage und Wieseck und von der Grünbergerstraße bis zu den Wiesen, Landmannstraße, zwischen Grünberger⸗ und Licherstraße, Bruchstraße, zwischen Bleich- u. Stephan⸗ siraße, „Riegelpfad, läugs der Oberhessischen Eisenbahn von der Ludwigstraße bis zum Aulweg, Wetzsteinstraße, zwischen Wetzsteingasse und Nordanlage, Schanzenstraße, zwischen Bahnhofstraße und Westanlage, Grabensiraße, nordwestlich der Bahnhof⸗ straße, Hofmannstraße, zwischen Franlfurterstraße und Hollergasse, 18. Diezstraße, zwischen Neuenbäue und Ost⸗ anlage. Gießen, den 19. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Aus der Stiftung des Gemeinderatsmitglieds bouis Labroisse ist im Dezember d. J. Brenn- material an 15 arme Familien zu vergeben. Bewerbungen werden auf den Armenamt bis zum 24. d. Mt s. entgegengenommen. Gießen, den 17. November 1897. Die Armen ⸗ Deputation der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Beide Abteilungen des Umlagekatasters der lande und sorstwirtschaftlichen Berufs⸗ genossenschaft, fortgeführt für 1897, liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 21. Novem⸗ ber bis zum 4. Dezember d. Is. auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Offenlegung bei dem Vor⸗ stande der land⸗ und forstwirtschaftlichen Be⸗ rufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 19. November 1897. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. B.: Wolff. 14. 15. 16. 17. —— Namme. ov. Die glesse ersagte deu Aufführung da arlinski“ bo die„Ronföde keiwiez im paß t. 5 gei einem in Veron abel zwichen eilen ur eines Blattes Wunde. Auch da br.„Daill Tae rlischen Sesanbie in Gehalt auben bet. Eile 1 — Städtischer Arbeitsnachweis Gießen, Gartenstraße 2. Angebot der Arbeitnehmer. 1 Bäcker, 1 Schriftsetzer, 1 Spengler, 1 Tapezier, 1 Bauschlosser, 1 Schneider, 1 Schuh- macher, 4 Hausburschen, 1 Bureaudiener, 3 Lauffrauen, 1 Einkassierer, 1 Kindermädchen für feinere Herrschaft, 1 Köchin, 3 Dienst⸗ müdchen, 1 Bureau⸗ und 2 Schreibgehülfen, 1 Kommis, 1 Näherin, 1 Krankenpflegerin. Nachfrage der Arbeitgeber. 1 Drechsler, 1 Buchbinder, 1 Spengler, 1 Installateur; 5 Kesselschmiede, 5 Stemmer, 6 Schlosser, 6 Nieter, 4 Monteure, 3 Vor⸗ zeichner für dauernde und lohnende Akkord⸗ arbeit in ein großes Werk; 2 tüchtige Bau⸗ schlosser, 6 Taglöhner, 2 tücht landwirtschastl. Dienftboten bei hohem Lohne auf Weihnachten nach Gießen, 1 tücht. Mädchen für Küche und Hausarbeit bei hobem Lohne nach Bad Nau⸗ heim, 2 Mädchen für desgleichen nach Gießen, 1 jüngeres Kindermädchen nach Gießen. Lehrlinge: 9 Böcker, 2 Buchbinder⸗, 2 Drechsler⸗, 1 Gürtner⸗, 1 Kupferschmied⸗, 1 Maschinen⸗ bauer⸗, 1 Sattler⸗, 3 Schlosser-, 2 Schmiede 9 Schneider⸗, 2 Schreiner⸗, 4 Schuhmacher, 1 Setzer⸗, 1 Wagner⸗Lehrling. Städt. Schlachthaus 1 Schweinefleis ch nicht ladeurein, pro Pfund 52 Faselochfenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 48 Pg Sonnenstraße 20 il der Parterre ⸗ Stock, bestehend aus zwei Zimmer nebst Zubehör sofort anderweit zu vermieten. Näheres bei der Bürger⸗ meisterei— Zimmer Nr. 15. * Ein großer 3264 Restaurations⸗Herd zu verkaufen bei 5 J. Brunner, Seltershöhe. Braune Stute, neunlährig, fromm und zugfest, für Lando schaft geeignet, preiswert zu verkaufen. 3229 Brauerei Röhrle, Gießen. Gesehäfts⸗Exoffnung. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich mit dem 22. No⸗ vember im Hause des Herrn Chr. 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Juli 1888 für die Provinzial⸗Hauptstadt Gießen verordnet, i Igt: 22. 115 1. Alle an Straßen oder Plätzen stehende Gebäude, deren Dachtraufen nach der Straße oder dem Platz gehen, sind mit Schutz⸗ resp. Schueefangvorrichtungen an den Dächern in geeigneter Weise nach der Straßenseite hin zu versehen, sofern die Dachneigung steiler ist als 1: 3. 5 8 8 5 15 Bei vorhandenen Gebäuden hat dies innerhalb sechs Monaten nach Erscheinen dieses lzeireglements zu geschehen. g 2 1 gegen die Vorschrift des 8 1 unterliegen den Rechtsfolgen der Art. 79 und 80 der Allgemeinen Bauordnung. Gießen, den 15. November 1897. 02 5 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Bekanntmachung. ezugnahme auf vorstehendes Localpolizeireglement fordern wir die Eigenthümer der in 5 15 W Gebäude auf, längstens bis zum 15. Mai k. Is. die Dächer ihrer Häuser mit geeigneten Schneefangvorrichtungen versehen zu lassen. den 15. November 1897. 1 5 . Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Holzverkauf. 2. November 1397 sollen in Ober⸗Ohmen am Weg nach Zeil⸗ bach l N öffentlich versteigert werden: 1) 51 Stück Pappelstämme von 23 bis 52 Centimeter mittlerem Durchmesser und 3 bis 10 Meter Länge, zusammen 33,71 stmtr.; 2) 30 Rmtr. Prügelbolz; 3) 69 Rmtr. Reisholz. Anfang und Zusammenkunft vor⸗ Ainet 10 Uhr auf dem Kreuz von der Kreisstraße von Ruppertenrod nach Unter⸗Seiberten⸗ rod und dem Weg von Ober⸗Ohmen nach Zeilbach. v. Bechtold. Oeffentl. Zimmerer⸗Versammlung f Sonntag. den 21. November 4 bei Gastwirt Siegfried am Bahnhof Großen⸗Buseck. Anfang nachmittags 2 Uhr. 3243 Gießen, Oswaldsgarten. Sonntag den 21. November und folgende Tage, von 4 Uhr nachmittags in Betrieb: Große elektrische venetianische Gondlel- Bahn schönste und luxuriöseste Volksbelustigung der Neuzeit Umgegend hiermit freundlichst ein 3282 sind derart stätigen, dass schon nach 4 0 Schmerzen vollständig weg waren. Zu 1 i Sicherer Heilerfolg! 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