offen leider (405 r leidern, iter. AD 7 Servicg e Abriken cus Arkttstr. l. se und E toffeln peisen bei 0 el. Schloßhast! —. Leppl sferiert gen Cheb i benhl, le ligen dreien. hlt sich in us erarbeite mpfie den 8 2 8 — = —. 2 Gießen, Muitmoch, den 20. Oktober 1897. sesüche undeszeitung, 9 Posthtg. Nr 3519. 8 Posshtg. N.. 2819. Telephon-⸗Nr. 112. Aus be Gie en Tellphos-Nr. 112. 9 1 1 1 8 3 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. 2 edition: reuzp„4. 8 Preis ber Anzeigen: 10 fg. für die spaltige Petitzeile. 8. Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 19. Okt. Die Pfandmeister des Großherzogtums haben eine Vorstellung an die Zweite Kammer der Stände gerichtet, die in der Bitte gipfelt, dieselbe wolle bei Be⸗ ratung des neuen Beamtengesetzes für definitive Anstellung der Großherzoglichen Pfandmeister, für Bewilligung eines fixen Gehaltes nebst Tagegeldern, in den Städten für Wohnungs⸗ entschädigung und Bureaukosten, für Stellung einer Dienstkaution durch die Pfandmeister, für Wegfall der Berufsdienstjahre und Anrechnung der ganzen beim Militär geleisteten Dienstzeit bei Pensionierung, für Festlegung eines allge⸗ meinen Tagestermins für die zu beginnende Pfändung eintreten. a. Gietzen, 19. Oktober.(Stadttheater.) Gestern Abend gelangte das vieraktige Schau⸗ spiel„Der Hüttenbesitzer“ von Georges Ohnet zur Aufführung. Es ist ein bekanntes Bühnenwerk, gern gespielt und gern gesehen. Der Herzog von Bligny ist verlobt mit Claire, Tochter der Marquise v. Beaulieu. Kurz vor der geplanten Hochzeit verliert die Familie Beaulieu einen lange Jahre hindurch geführten Prozeß Noch bevor die Fa⸗ milie selbst ihr Schicksal erfährt, ist der Herzog Er drückt sich und geht die Ehe ein mit der Tochter des steinreichen Par⸗ Claire vermählt sich unüberlegt mit Philippe Derblay, einem so vorzüglichen, mit allen guten Eigenschaften derart reichlich aus⸗ wie man leider Gottes Philippe liebt während Claire Sie den treulosen Herzog Diese beiden Mittelpunkt der Hand⸗ Claire und Philippe Der Herzog und seine Gattin Athe⸗ nals führen auch kein mustergiltiges Eheleben. Der Herzog macht Annäherungsversuche 1 ür Glück. Claire hat ihren zuerst verabscheuten Mann innig stolz oder wie man es sonst nennen mag, um fetzt klein beizugeben. Eine Auseinandersetzung zwischen Clatre und ihrer„lieben“ Pensionsfreundin Athenats führt zur Kontrahage zwischen den beiden Ehemännern. notwendig ge⸗ worden. Claire will ihren Gatten vor der Kugel Sie verbirgt sich nämlich Stein, springt im fallen, zwischen die Kämpfenden und wird durch einen Schuß ver⸗ Mit entsetzlichem Aufschrei stürzt sie und damit ihr Vermögen. davon unterrichtet. venus Moulinet. gestatteten Menschen, nicht viel auf der Welt findet. Claire von ganzem Herzen, geradezu Abscheu vor ihrem nahm ihn, weil sie annahm, damit zu ärgern, nicht aus Liebe. Ehepaare stehen nun im lung. Fremd stehen sich gegenüber. Gatten hat. Claire, seine Gattin sucht Clatres Gatten sich zu interessieren. Beide haben kein lieben gelernt, ist aber zu Ein Pistolenduell ist„unbedingt“ des Herzogs retten. am Kampfplatz hinter einem Augenblick, wo die Schüsse wundet. zu Boden. In einer Geschwindigkeit wahrscheinlich nach einer ganz neuen von O, bedeutend sei. Gott sei Dank! Methode— konstatiert aber der Arzt, daß die Wunde un⸗ An eine Fort⸗ setzung des Duells ist natürlich nicht zu denken. endlich sprechen sich die Beiden gründlich aus, während alle übrigen Personen den Platz ver⸗ lassen haben. Das der Kern der Handlung, die noch mit allerlei Beiwerk ausgeschmückt ist.— Gespielt wurde gestern Abend teilweise sehr gut, teilweise aber auch so, daß viel zu wünschen übrig blieb. Fräulein Hervad(Marquise von Beaulieu) war ihrer Rolle durchaus nicht gewachsen. Keinerlei Empfindung, gar kein Temperament und welche Sprache! Eine solche Mutter giebt es nicht. Die Claire des Frl. Wür dig war dagegen eine Glanzleistung. Die Künstlerin hatte sich gut in ihre Rolle hinein⸗ gelebt. Sie wußte die gekränkte Braut sowohl, wie auch die den erst verabscheuten Mann allmählich lieben lernende Gattin lebenswahr darzustellen. Die Athenagis des Frl. Marloff hat uns nicht gefallen. Die niederträchtige Person, die sich noch 25 5 daß sie eine gewöhnliche„Bürgerliche“ el, werden, wie das Frl. Marloff beliebte. natürlich. Weiter möchten wir davor warnen, den Augenlidern hübsche Künstlerin, unnatürlichen Hilfsmitteln greifen. anzugewöhnen. die Herren zweifelhaft ein tüchtiger Schauspieler. Fritzschler gab legen sei. in befriedigender Weise. ganzes Verhalten war sprechendes. tenderer Natur und können wir davon absehen sie einzeln zu erwähnen. Inszenierung des Stückes. tüchtiger Regisseur.— hiesige Verhältnisse * Gießen, 19. Okt. teilt, wird in nächster Zeit Deutschen“, Reichstagsabgeordneter Ahlward nach Gießen kommen, halten. i rieren wird, oder ob er für ziemlich gut besucht. uns nicht bekannt. * Gießen, 19. Oktober. Freud. In unserem Redaktionslokal lieg ein bereit. freundlichst ersucht, den Brief bei uns in Em pfang zu nehmen. Jahre lang an ihrer Pensions freundin“ Claire in mephistophelischer Weise zu rächen sucht, weil sie von jener in den Backfischjahren zu fühlen darf nicht mit solcher Wurstigkeit Ade uch war das ständige Zurückwerfen des— wie wir gern zugeben— schönen Köpfchens durchaus un⸗ Frl. Marloff sich das stereotype Klappern mit Eine junge die Talent hat, soll nicht zu Das kann und muß in späteren Jahren sowieso geschehen. Von den übrigen Darstellern seien besonders noch elm und Liebscher erwähnt. Beide spielten vorzüglich. Herr Liebscher 5 err sich viel Mühe, wir konnten uns aber des Eindrucks nicht erwehren, daß ihm die Rolle des Philippe Derblay nicht recht ge⸗ Herr Janson spielte den Herzog Sein Auftreten und ein seiner Rolle ent⸗ Die übrigen Rollen sind unbedeu⸗ — Zu loben ist die Herr Helm ist nicht nur ein guter Schauspieler, sondern auch ein Das Theater war für Wie man uns mit⸗ der„Rektor aller um einen Vortrag zu Ob er über die„Judenflinten“ refe⸗ seine Zigarren nebst Kautabak Reklame zu machen beabsichtigt, ist Liebesleid und gefundener Liebesbrief zum Abholen Der verliebte Briefschreiber oder die von ihm in dem Brief angesungene Dulcinea werden Da es wahrscheinlich häufiger wollen wir einige Sätze aus dem bei uns lagern⸗ den Briefe abdrucken, damit Interessenten leicht feststellen können, ob es sich gerade um ihren Liebesbrief handelt: Der Brief beginnt wie folgt: Gießen, 14. 97. Liebes Kätchen Ich will dir einige baar Zeilen zu schreiben. ch thun dir alles verseihen aber thue es nicht mehr, du bist doch mein alles ich kann dich nicht verlassen bis Weihnachten rehten mir gans was anders den du weißt doch das ich mit dir verlohben will 8 Der Schluß des Briefes lautet folgender⸗ maßen: du bist doch meinn liebes Kätchen und ich bin doch dein lieber R. aber jetzt weis ich gar nichts mehr und mit denne Kätchen mmach ich keinen Verhältnissen du brauchst gahr nicht e zu werden du bist doch mein liebes Dem Brief geht es übrigens wie dem Häring, von dem es heißt: Wer Kopf und Schwanz kriegt, hat kein Glück, am besten ist das Mittel⸗ stück. Leider können wir das saftige Mittelstück aber nicht abdrucken. Wir hoffen übrigens, daß das liebe Kätchen dem guten R. verzeihen wird und gratulieren zur Verlobung, die Weihnachten stattfinden soll, im Voraus. „Bad Nauheim, 18. Oktober. In der letzten Woche wurden 881, auf den Tag also durchschnittlich 126 Bäder verabfolgt. Die Zahl der vom 1. April bis 14. Oktober d. J. abgegebenen Bäder beträgt 226 326, darunter 11 273 Freibäder oder gegen die entsprechende Periode des Vorjahres mehr 26 842, bezw. 328. * Darmstadt, 18. Oktober. Eine Anzahl von Abgeordneten der Zweiten Kammer, darunter die Vertreter der Stadt, haben bei der Kammer eine Interpellation eingebracht wegen der seit einiger Zeit eingetretenen Ver⸗ spätungen und Verzögerung en des Per⸗ sonen- und Frachtverkehrs auf einem Teile der Linien der ehemaligen hessischen Ludwigs⸗ „bahn. Die Interpellanten fragen an, ob und welche Schritte die Regierung gethan hat, um die Abhilfe dieser unerträglichen Zustände zu veranlassen, welche weiteren Schritte dieselbe zu diesem Zwecke und gegen die Wiederholungen ähnlicher Mißstände in künftigen Jahren zu thun gedenkt. Eine Anzahl hiesiger Stadtverordneter beantragte bei der Bürgermeisterei, daß diesel be erwähnten Mißstände im Bahnbetriebe bei der Regierung vorstellig werde. * Darmstadt, 18. Oktober. 175 hessische Gymnasial⸗ und Reallehrer waren estern in der Rosenau zu Frankfurt a. M. ver⸗ . behufs Stellungnahme zum hessischen Beamtengesetz. Beschlossen wurde, eine Peti⸗ t tion an die Stände und an die Regierung zu richten und um Gleichstellung mit den Richtern unterster Instanz zu bitten.— Ziem⸗ lich bescheiden!.. -* Darmstadt, 18. Okt. Im Oberpostdirek⸗ tionsbezirk Darmstadt gingen an Wechselstem⸗ pelsteuer im September 1897 14396. tl wegen Abhilfe der ein; zusammen mit den Vormonaten des laufen⸗ den Etatsjahres ergiebt sich eine Einnahme von 82 961 70 A4, oder 5847,30 +—r mehr als im korrespondierenden Zeitraume von 1896/97. * Mainz, 18. Oktober. Der hessische Han⸗ delskammertag, der im Laufe des Oktobers abgehalten werden sollte, wurde mit Rücksicht auf die Feier in Antwerpen, an der die Ver⸗ treter verschiedener rheinhessischer Handelskam⸗ mern teilnahmen, auf Donnerstag den 4. November verschoben. * Mainz, 18. Okt. Der im stadtseitigen Foyer der Stadthalle abgehaltene erste dies⸗ jährige Obstmarkt war sehr gut und zwar durchweg mit vorzüglicher Ware beschickt. Zum Verkaufe standen ca. 120 Zentner Birnen, wovon 90, bezw. 15 Zentner Absatz fanden. Die Preise waren anfangs für Aepfel durch⸗ schnittlich 18 bis 20&, gegen Schluß 16 bis 18. 400 Pfund Reinetteäpfel wurden teil⸗ weise mit 24 bis 26. per Zentner be⸗ zahlt. Der nächste Obstmarkt findet am 15. November statt. * Mainz, 18. Okt. Die Strafkammer des Landgerichts verurteilte heute den Tagelöhner Karl Kirschner aus Manbach wegen Be⸗ leidigung des Großherzogs von Hessen und wegen Beleidigung eines Schutzmanns zu 3 Monaten 10 Tagen Gefängnis. Wetzlar, 19. Okt. Infolge eines Sturzes mit seinem Pferde hat ein von hier gebürtiger Dragoner des in Darmstadt garnisonierenden 24. Dragoner⸗Regiments sein Leben eingebüßt. Der Dragoner, der 21jährige Metzger Anton Wald⸗ schmidt, ein Sohn des verstorbenen Gastwirts Anton Waldschmidt, war am Freitag Nachmittag auf einer Straße geritten, die gerade asphaltiert wurde. Infolge des Feuers und Rauches soll das Pferd scheu geworden und gestürzt sein. Der Reiter erlitt durch den Sturz eine Gehirn⸗ erschütterung, sowie Quetschwunden am Kopf, Schulter und rechten Arm, der bedauernswerte junge Mann, welcher sich nach einem brieflichen Zeugnisse seines Rittmeisters„die volle Aner⸗ kennung seiner Vorgesetzten und die Liebe seiner Kameraden erworben hat“, ist seinen Verletzungen am Sonntag erlegen.(W. 2 Vermischtes — Der neue Gigerlgruß. Wer hätte es ge⸗ glaubt, daß sich die Mode auch noch der uralten biederen deutschen Sitte des Handschlages bemächtigen werde. Und doch ist es so. In der letzten Zeit konnte man in den Salons und auf der Straße geckenhaft gekleidete junge Leute sehen, welche ein merkwürdiges Exerzitium aufführten. Wenn sich zwei trafen, reckten sie gleichzeitig ihre rechten Hände empor, ließen sie dann aus der Luft niederfallen und vereinigten sie schließlich zu einem Händedruck. Die Mode, welche nun aber einmal von dem Handschlag Besttz ergriffen, blieb dabei nicht stehen. In England, wo der Snob, der Urahn unseres Gigerl, zu Hause ist, zerbrachen sich seitdem viele junge Leute ihre werten Köpfe darüber, ob denn der Händedruck nicht noch„eleganter“ zu gestalten sei. Und es ist der Denkarbeit dieser Wackeren auch ge⸗ ———— vorkommt, daß Liebesbriefe verloren werden, so Philippe nimmt sein Weib in die Arme und nun ö S T 5———— 7 hatte. Er fatzte seine Frau bei der Schulter und Susis Modifikation. Humoreske von Martha Renate Fischer. (Nachdruck verboten). (Schluß.) „Betrogen... sie verfärbte sich—„la Friedrich——“ „Also doch!“ im Geiste geliebäugelt—— Susi strich mit der 2 sagte bekümmert:„Wenn es nur das ware— „Nur das 77!!“ „Ja— armer Friedrich an seinen Hals— res—“ lag plötzlich zu „Laß Dich nicht von mir scheiden, Friedrich!“ „Scheiden?!“ schrie er in Angst. 1a. Da riß er sie gewaltsam empor und sagte hart: „Steh auf! und——“ er schluckte krampfhaft ein paar mal—„und sage mit klar heraus um was zes sich—— h h- handelt“, vollendete er tonlos. „Esghandelt sich um— um—schluchzte Sust. „Weiter!“ „Um eine—“ „Weiter!“ „Um eine kleine—“ „Weiter! weiter!“ „Um eine kleine Modifikation“, sprach Susi leise. schrie er in Seelenqual.„An andere Männer gedacht!— mit einem Anderen Hand durch die Luft und — und sie warf sich ves ist— ist ja viel Schlimme⸗ seinen Füßen und rief: — brach angstvoll heraus:„Modifikation? 3 Susi ee— Keine Winkelzüge, Sust!“ mit dem Thema! Und weißt daß meine Wie sah denn die aus?.. trotzig Und was schwatzte ablenken—— oder b empor, machte aus ihren Aermeln einen kleine Frau mit einem Mal sie?—— wollte sie ihn nu entzückend ungezogen. Bitte erkläre Dich: wa i Koufine an.— 9 Modifikation?“ verstehst Du unter einer Aber Susie beharrte bei b ö ö zwei Schritt nach rechts, zwei Schritt nach link und lenz en lassen?“ 5 9 was?“ schrie der Mann. „Meine Kousine“, sagte Susie keck—„de 3 „Ja! ja! ja! dazu gegeben. fikation ist.“ 5 „Du— u— Au „Was giebts 25 „Ob ihr Mann ihr scheiden lassen?“ „Er ist doch Ich wissen, was eine Mod Ein Igraußer Gedanke schoß durch Höfers Hirn, derselbe, den der Assessor in betreff Susis gedacht Qual.—„Was ift eine Modifikation?!“ Sie schüttelte ihn ab und erwiderte:„Ich mache keine Winkelzüge! Und ich bin jetzt fertig Du vielleicht schon— Kousine einen Zahn ausgebissen hat?“ durchtrieben— ängstlich— Und zog die Schultern Muff, ver⸗ grub die Hände darin, und stand da vor ihm, ganz Friedrich Höfer fragte rauh:„Was geht mich ibrem Thema, trippelte fragte:„Weißt Du auch, daß sie ihn hat ein⸗ ich habe ihr sogar das Geld *, machte Sust zärtlich. sich wohl deshalb wird von tein Kretin!“ schrie Höfer in „Du—— das ist eine mit meiner Kousine, aber eine schwerwiegende, und dem Onkel S Senstius sein— unechtes Bein, das ist auch eine, aber das ist eine fürchterliche. Und ich hab' einen Zahn ausgebissen— Du Ungeheuer von einem Mann!— und das ist meine Madifikation.“ Suu see e„— matz“, vollendete sie, steckte die Fäustchen in die Augen und fing zu meinen an.„Ich hab' rso Angst gehabt, Du wirst Dich von mir scheiden lassen, Friedrich. Denk' bloß, was Du gesagt hast wegen der Alma——“ „Na— ja— wenn ein Kerlchen so eifer⸗ süchtig ist, wie Du es warst, mein Kerlchen—.“ Und er umfaßte seine Frau und zog sie glückselig Da mußten Beide ganz dicht neben zum Sopha. der puppenhaften Raumver⸗ einander sitzen wegen hältnisse. 8 Susi drückte sich an seinen Hals und sagte: „Und wegen dem bischen Gold, was dran ist, ver⸗ stehst Du, bloß soviel wie ein Fischschuppchen— da konnt' ich nicht sprechen und habe gezischt wie n eine kleine Dampfmaschine. Und da kommt gerade Dein dummer Freund. Und kaum sitze ich hier d und übe ein bischen, da kommt wieder mein i⸗[dummer Mann. Und hat sich die Gewöhnung vollzogen, und es geniert mich nicht mehr.“ „Susematz meinte Kerlchen—“ Stimme zitterte vor Glück, vor Erleichterung. seine mich!“ Und als er es gethan hatte, ohne weitere Das Kerlchen aber sagte mit Pathos: Küsse „Wo Du gesagt hast— Du würdest keine Frau küssen, die——“ „— eine——“. Friedrich Höfer hustete schalk⸗ haft,„Modifikation hatt??—— Und wenn es deren zehn wären“, sagte er selig und küßte sie— „oder zwanzig wären—“ und er küßte sie weiter —„Du“— Kuß—„mein liebes, einziges Lumpengesindelchen.“ Der praktische Gelehrte. Vor einer halben Stunde hatte das Dienstmädchen dem her⸗ vorragenden Chemiker und Professor Dr. von Gschaftlhuber den Kaffee gebracht. Nun erhob er sich sinnreich lächelnd, um selbigen zu genießen. Aber halt— da fehlt die Zuckerbüchse! Hatte nun seine Gattin das braune Labsal gleich gezuckert? Oder lag ein Versehen des Dienstmädchens vor? Professor Dr. von Gschaftlhuber dachte angestrengt nach, ohne zu einem Resultate zu kommen. Doch ward dadurch seine geistige Kraft nicht gebrochen. Ins Unvermeidliche mit stoischer Gelassenheit sich fügend, entnahm er der Tasse ruhevoll zwei kleine Proben, füllte sie in Reagensgläschen und durch⸗ forschte sie nach den Regeln der Wissenschaft. Nach 25 Minuten stand fest, daß weder nach Trommer noch nach Nylander ein Anhalt für das Vor⸗ handensein von Zucker zu gewinnen war. Da freute sich der große Gelehrte herzlich und auf⸗ richtig, daß durch die Fortschritte der Wissenschaft so komplizierte Fragen in verhältnismäßig kurzer Zeit zu lösen sind, und ließ sich seine Freude durch den kalten, ungezuckerten Kaffee nicht verbittern Zurede und eindringlich, sprach Susematz weiter: lungen, eine neue Grußart zu erfinden, die sich auch bei der Verehrung, die jetzt in Modesachen allem Englischen zuteil wird, bald den Weg zu uns bahnen dürfte. Viel Erfindungsgabe ist den Entdeckern derselben aller⸗ dings nicht nachzurühmen. Sie haben die frühere nur einfach in das Gegenteil verwandelt. Statt von oben herab wird jetzt von unten hinauf shake hands(Hand⸗ schlag) gemacht. Die beiden Grüßenden fahren mit der Rechten empor und vereinigen dann ihre Hände. Also aufgepaßt, daß sich ja niemand bei einem veralteten Handschlag betreten läßt. Besonders die altdeutsche Art desselben, wobei sich zwei Leute die Hände wagerecht ent⸗ gegenstreckten, sie dann vereinigten und derart schüttelten, daß die Arme in den Achselgelenken knackten, ist durchaus shocking, d. h. anstößig. — Eine Abenteuerin. Vor dem Pariser Schwurgericht fand in den letzten Tagen ein Prozeß gegen eine Abenteuerin statt, die sich fälschlich Gräfin Cha⸗ lèeon nennt, und gegen Michel Briand, den Sekretär und Vertrauensmann des Pariser Financiers Robert Oppen⸗ heim. Briand, der in die Schlingen der falschen Gräfin geraten war, hatte seinem Chef Oppenheim Beträge ver⸗ untreut, die sich auf weit über 100 000 Franks belaufen. Trotzdem Briand, der sich sonst stets pflichttreu gezeigt hatte, zweifellos das Opfer der Lügen der schlauen Aben⸗ teuerin geworden war, zeigte ihn Oppenheim beim Ge⸗ richte an. Nach zweitägiger Verhandlung sprach die Jury Briand und die sogenannte Gräfin Chaléon frei. Ent⸗ scheidend für die Geschworenen scheint gewesen zu sein, daß die Verteidiger Briefe vorbrachten, die Oppenheim selbst an die„Gräfin Chaléon“ gerichtet hatte. Aus diesen Briefen geht hervor, daß Oppenheim selbst den Lügen der Abenteuerin Glauben geschenkt hatte. Die Briefe sind im wärmsten Tone gehalten. Oppenheim empfiehlt die „Gräfin“ darin dem Schutze der heiligen Jungfrau. — Eine Hundertjährige auf dem Rade. Mrs. Debora Doty zu Frewsburg im Staate Neywork hat es sich, obwohl sie bereits 101 Jahre zählt, nicht nehmen lassen, das Bichcelefahren zu erlernen, und es ist der Greisin auch gelungen, das modernste Vihikel sich dienstbar zu machen. Die alte Dame motivierte diesen Entschluß damit, sie habe schon so viel vom Leben kennen gelernt, daß sie nicht sterben könne, ohne mit einer solchen Maschine gefahren zu sein. Sie meint übrigens, unter allen Beförderungsmitteln sei das Bicycle doch das unsicherste. — Der Sultan Samory und sein Sohn. Aus London berichtet man: Die folgende Erzählung zeigt den Haß des mächtigen afrikanischen mohammeda⸗ nischen Häuptlings Samory gegen Frankreich: Vor einigen Jahren sandte er seinen Sohn Karamoko nach Paris. Als der junge Mann zurückkehrte, konnte er seinem Vater nicht genug den Reichtum und die Macht Frankreichs schildern. Samory hörte eine Zeit lang schweigend den Erzählungen seines Sohnes zu. Dann sagte er:„Du bist mein lieber Sohn. Ich rate Dir aber, Alles was Du mir erzählt hast, zu vergessen und Niemanden zu sagen, daß Du Frankreich so stark gefunden hast.“ Karamoko aber befolgte den Rat nicht. Als sein Vater einen neuen Streifzug in französisches Gebiet be⸗ ginnen wollte, warnte er ihn. Der König ließ darauf seinen Sohn in einer Hütte in der Erde eingraben. Eine Kanne wurde ihm vorgesetzt, um seine Leiden zu ver⸗ längern. Fünf Tage später ließ Samory das lebendige Grab öffnen. Als der junge Mann noch atmete, erwürgte er ihn mit eigener Hand.„So mögen alle sterben,“ rief der König aus,„die daran denken, Frieden mit dem fran⸗ zösischen Räuber zu schließen.“ Neueste Telegramme Hd. Wien, 19. Okt. Zwischen dem Eisen⸗ bahn⸗Ministerium und den österreichischen kar— tellierten Eisenwerken ist ein Lieferungsvertrag zustande gekommen, nach welchem die Staats— bahnen ihren ganzen Bedarf an Schienen auf 5 Jahre zu erhöhten Preisen festlegen. Der jährliche Bedarf beträgt ca. 280 000 A. * 7 N 5 2 Verdingung von Zimmer— —** bezw. Schreinerarbeit. Die Anfertigung und Ausstellung eines 60 Meter laugen Spaliers ent⸗ lang der Südseite des Lärchenwäldchens soll Samstag, den 23. d. Mts., vormit⸗ tags 11%/ Uhr öffentlich verdungen werden. Arb itsbeschreibung und Bedingungen liegen auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 7, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Ange⸗ bote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin einzureichen.— Zuschlagsfrist 11 Tage. ießen, den 12. Oktober 1897. Das Stadtbauamt. Schmandt. Mittwoch, den 20. Oktober, nachmittags 2 Uhr,. werden im Biekerschen Saale versteigert: Soohas, Kommoden, Kleiderschränke, 9%%%, 460 4„%%%%%%%% *— n %%%%%%%%%%%%%% Ausverkauf. Wegen unvorhergesehener baulicher Veränderung meines Ladens muss ich mein Lager nebst den letzt erschienenen Neuheiten räumen und biete ich dadurch den geehrten Damen eine günstige Gelegenheit, ihren Bedarf außergewöhnlich billig zu decken, da mein Lager fast nur aus Neuheiten besteht. Hd. Budapest, 19. Okt. Im Hörsaale der hiesigen Universität fand gestern Nachmittag eine große Demonstration gegen den philo— sophischen Professor Bauer statt, weil derselbe den Studenten, welche bei ihm Vorlesungen nicht gehört hatten, seine Unterschrift verweigerte. Der Professor mußte seine Vorlesung unterbrechen und unter dem Schutz der Diener die Universität verlassen. Hd. Paris, 19. Okt. Der Munizi⸗ palrat hat gestern in der Brotver⸗ teuerungsfrage den Wunsch ausge⸗ drückt, daß die Eingangszölle auf Getreide auf 4 Franks herabgesetzt werde und deren Ertrag dem Wohle der arbeitenden Klassen zugewendet werden sollen. Hd. London, 19. Okt.„Daily Graphic“ bespricht die Lage auf Lagos und meint, daß die Franzosen keine schlechten Absichten hätten und daß Frankreich und England besser thäten, sich gegen den gemeinsamen Feind zu wenden. Die„Times“ sagen im Gegenteil, daß die Fran— zosen dem internationalen Rechte zuwider ge— handelt und daß ihre Handlungsweise den Frieden in Gefahr stellen konnte. Hd. Konstantinopel, 19. Okt. In hiesigen diplomatischen Kreisen ist man über den Verlauf der türkisch-griechischen Friedensverhandlungen ziemlich skeptisch gestimmt. Wie verlautet, sollen die Verhandlungen nicht vor einem Monat zum Abschluß gelaugen. Hd. Athen, 19. Okt. Der König unter⸗ zeichnete ein Dekret betreffend die Bildung einer N A. 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St. 1,00—125 Hahnen 0,50— 0,85, Enten 1,50— 1,80, Gänse per Pfim! 0 4254, Ochsensleisch 66—74, Kuh⸗ und Rind fleisch 0 bis 66, Schweinefl. 64- 72, Schweinefl., gesalzenes 7 Kalbfleisch 60—64 Pfg., Hammelfleisch 50—60, Kartofsen pro 100 Kils 4,00— 4,50, Zwiebeln per Zentner 4 0⁰ bis 5,00 Mk., Milch per Liter 16 Pfg. 8 1 Sterbefälle. Am 16. Oktober. Heinrich Weil WIII, 55 Jahre alt, Landwirt von Oppershofen, Kreis Friedberg. Gestorben in der alten Klinik. Am 17. Okt. Johannette Wolf, geb. Nen, 45 Jahre alt, Ehefrau des Fruchthändlerz Ruben Wolf zu Darmstadt. Gestorben in der neuen Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. 1 l ein le Na 1 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Nebel teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanyschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13. eee. u 2686 f r K r ͤ ͤ v ̃˙ lb 1633 En gros. Werkholz, 1 Waschmaschine, 1 Anzahl—— 5 5 5 N Saablsiche und Delbider u. a. m. eee eee a 2966 Engel, Gerichtsvollzieher. 95 Perlkränze, 2tücht. 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