Gießen, Dienstag, den 19. Januar 1897. 2 Andeszeitung. —— — 7 5 he eln. pit, —ů—ů— Au. 897: 5 Neg. No. l rs Krausse. Entree 30 pfh. Ouverture z. Optte. Madrille v. Strauss. Tell. 5) Ouver- Asie auf d. Violine Ber v. Strauss. 9 I. 9) Militar-Fest- v. Eilenberg. II) verbe- Ausstellungs- ball Se 4 Sei — Masken muar, 5 8— statt. nenkarten iu baben bei den Herren zwei Geschästen), Friseur yy, Selters weg, Frier igarteubändler Schafer/ Schiplapaß). 50 Ml. Vorstand. vohlthätigen Zwecken —— fenarbeiter. s 8s Uhr, Wil 0 N , wage ü 8 ubm mat! * 50 bfg 00 fllt e r 3 lühnnst. 45 Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe 2 4 te en Posztg. Nr 32398 4 Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: N Kreuzplatz Nr. 4.= Aus dem Verwaltungsbericht der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1895/96. XI. Armenpflege. Was die Art der gewährten Unterstützungen betrifft, so wurden verausgabt: A. 3 1. Mietsunterstützungen in 155 Fällen 12029 07 2. Bargeldunterstützungen„ 88„ 6040 64 3. Brotunterstützungen (7442½ Leibe Brot)„ 87„ 2160 43 4. Kohlenunterstützungen (1931 ¼ Ztr. Stein⸗ rie, 1515 93 5. Milchunterstützungen (10723 Ltr. Milch)„ 66„ 1515 93 6. Mittagessen(969 Por⸗ le, 292 90 7. Kleider und Schuhe (darunter 57 Paar Schuhe, 54 Schuh⸗ Reparaturen und 22 Kleiderbeschaffungen).„ 113„ 601 44 8. ärztliche Behandlung und Medikamente sowie freie Klinikspflege aller als stadtarm bezeich⸗ neten Personen 10000— 9. Brillen und künstliche ae 9 31 10 10. Geburtshülfe durch die 2 206 80 11. Beerdigungskosten.„ 24„ 406 76 Summe 34801 30 12. Pfleggeld für erwachsene Persone 1196 90 13. Pfleggeld für Kinder 7774 95 im ganzen 43773 15 Auf diese Unterstützungen sind zurückvergütet zusammen in 69 Fällen 6054 4 62 3. Die Gesamtausgabe be⸗ trägt 43773 4 15, sodaß die Armenkasse der Stadt Gießen 37718 L 53 J belasten. Die neu eingerichtete Statistik ergiebt das Folgende: 1. Der tägliche Durchschnitt sämtlicher Unterstützungs⸗ und Pflegefälle(sämtliche zu einem Hausstand ge⸗ hoͤrige Personen bilden einen Unterstützungsfall; desgleichen mehrere Kinder desselben Hausstandes einen Pflegfall) beträgt 218 und auf je 100 Ein⸗ wohner bei Zugrundelegung einer Zivilbevölkerung von rund 20 900 1,04. 2. Die durchschnittliche Zahl der sämtlichen in offener Armenpflege unterstützten Personen(einschl. der in Pflege gegebenen erwachsenen Personen und Kinder) berechnet sich auf 446 und mithin auf je 100 Einwohner auf 2,13. 3. Zuzüglich der Verwaltungskosten beträgt die Aus⸗ gabe, auf den Kopf der Bevölkerung ausgeschlagen, 2 4 9, nach Abzug der Ersatzposten jedoch nur 1 4 86&. 4. Unterstützt wurden, einschließlich der Pflegekinder: a) ununterbrochen das ganze Jahr 328 Personen in 161 Fällen; b) ununterbrochen als Zugang 134 Personen in 57 Fällen. 5. Der tägliche Durchschnitt der in Pflege gegebenen Kinder beträgt 50 und die Aufwendungen für ein Kind 155& 80&. In der Lehre befanden sich 5 Knaben gegen 6 im Vorjahre. Die Zahl der auswärts erkrankten, in Gießen Der Wichser. Eine Freiergeschichte von L. Bürkner. (Nachdruck verboten.) Der Hof heißt der Rosenhof, und der Bauer, der darauf fitzt, wie vordem seine Eltern und Ur— eltern, müßte eigentlich von Gott- und Rechtswegen „der Rosenhofer“ genannt werden.— Aber,— wetten möcht' ich einen Krug vom besten, selbstge— brannten Zweschengeist gegen eine hohle Hand voll Wasser; wenn du daher kommst und fragst nach dem Rosenhofer, dann wird der Bauer erst zweimal zweifelnd sein„Klötchen“ im Munde hin und her schieben, ehe er seinem Buben ruft:„Du, Paule, führ den Herrn'nauf zum„Wichser.“— Der Rosenhofer selber lacht zu dem Uebernamen und die Rosenhoferin, die lacht noch mehr.— Dabei blitzen ihre weiße Zähne, sie hat zwei Grübchen in ihren roten Backen— und man sieht so recht, was sie für eine blitzsaubere Frau ist.— Sie hat Recht, wenn sie lacht, die Wichserin,— das wird Jeder sagen müssen, der die Geschichte vom Wichser hört.— Das war zu der Zeit, als der alte Rosenhofer noch auf dem Hofe saß.— Der Wichser war da⸗ mals noch der Rosenhofertoni.— Ein schmucker Bursch', das mußt' ihm ein Jeder lassen. Groß und schlank gewachsen, auch mit weißen Zähnen und mit braunen Augen, mit einem braunen Kraus— kopf und einem dito Schnauzer, den er gar keck und unternehmend aufzwirbelte.— Und bei Allem der Erste; bei der Arbeit beim Krug und beim Raufen. Nur bei Einem nicht, merkwürdigerweis': Bei den Mädeln. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile. N 80 Kreuzplatz Nr. 4. unterstützungswohnsitzberechtigten Personen betrug 1, wofür 33, 15 J aufgewendet wurden. Für zwei Familien mußte Wohnung wegen Obdach— losigkeit beschafft werden. In 2 Unterstützungsfällen wurde Bestrafung der Unterstützten wegen Betrugs veranlaßt, weil sie sich unterstützen ließen, und arglistig verschwiegen hatten, daß sie noch im Besitze von nicht unerheblichen Barvermögen waren. Geschlossene Armenpflege. Im städtischen Hospitale und Siegenhause waren im täglichen Durchschnitte 23 Personen untergebracht. Die Gesamtverpflegung einschließlich aller General⸗ unkosten kostet a. bei einem Hospitaliten rund 1 30&, b. bei einem Siegen rund 1 4 80, pro Tag. Ver⸗ gütung für Arzt und Apotheke sind bei dieser Berechnung nicht berücksichtigt, weil solche in der an die Kliniken zu zahlenden Aversional-Vergütung von 10 000 4 ent— halten ist. In Erziehungs⸗, Bewahr⸗, Heil⸗ und Siechenanstalten befanden sich 19 Personen, und zwar: 1. im Magdalehnen⸗Asyl Eltsabetenhof 2. im Asyl„Frauenheim“ zu Hildesheim 3. im Allcestift zu Darmsta d 84. in der Taubstummenanstalt zu Friedberg. 5. in der Handwerker⸗Bildungsanstalt zu Gmünd 6. in der Idioten⸗Anstalt zu Scheuern 7. in der Anstalt für Epileptische zu Bethel 8. im Provinzial⸗Siechenhaus zu Heidesheim zusammen 19 auf Kosten der 28 22* Die Geisteskranken werden sämtlich Kreiskasse verpflegt. treitige Armenpflege. In beiden Kliniken wurden verpflegt: 259 Personen mit 8429 Tagen gegen 5 251 10„ 7258„ in 1894/95 160 7„ 4520„ in 1893/94 185 5 e ee, e eee In der Herberge zur Heimat wurden verpflegt: 24 Personen mit 104 Tagen gegen „ 289„ m 1894 ½5 „% % Mit Schuhen wurden unterstützt 25 Personen 8 gegen 37 in 1894/95 Mit Medikamenten wurden unter⸗ stützt 6 Personen„ 18 in 5 Mit Hebammenkosten wurden un⸗ terstützt 2 Personen„ A in„ Beerdigungskosten erwuchsen für 2 Personen„ 2„ Die gesamten streitigen Unterstützungsfälle betragen in 1895/96: 327 gegen 369 in 1894/95 und 280 in 1893/94. Plocksche Stiftung. Die mit dem Hospitale verbundene Plocksche Stiftung hatte im ganzen 11 Pfründner mit zusammen 3850 Ver⸗ pflegungstagen. Es sind untergebracht: 1. im Hospitale: a) 3 männl. Personen mit 1098 Verpflegungstagen, b) 5 weibl.„„ 1455 ba„ gegen einen Pfleggeldsatz von 1% 30 pro Tag und 2. im Siechenhause: 5 weibliche Personen mit 1297 Verpflegungstagen gegen einen solchen von 1 4 80 pro Tag. Der sich vorstehend ergebende Unterschied in der Zahl der Pfründner erklärt sich dadurch, daß im Hospital ver⸗ pflegte Pfründner zeitweilig im Siechenhause untergebracht wurden. Die Rechnung der Stiftung für 1895/96 schließt ab: in Einnahme mit 8 95 803 4 68 3 in Ausgabe mit 9 ee also mit einem Ueberschuß von 761 A 71 Die große Einnahme und Ausgabe ist aus dem Rück⸗ empfang und der Neuausleihung von Kapitalien in Höhe von 89 810, herzuleiten. Das verzinsliche Kapital⸗ vermögen hat sich nicht verändert und beträgt noch Blinde Hessen. Ausdruckes Die Erklärungsversuche des blinde Hessen, so vielartig sie sind, haben bis jetzt noch zu keinem befriedigenden Ergebnis ge⸗ führt. In der eben neu erscheinenden Zeitschrift „Die Umschau“ finden wir aus der Feder von Dr. J. W. Bruinier in Greifswald einen höchst interessanten Aufsatz über die Heimat der Ger⸗ manen, die in Skandinavien zu suchen ist, wie Bruinier auf sprachgeschichtlichem und sprach— logischem Wege mit Glück zu erweisen sucht. Die Richtigkeit dieser Beweisführung vorausge⸗ setzt ergiebt sich eine Erklärung des Ausdrucks „blinde Hessen“. Die ältesten Germanen nannten ihre Heimat Insel der Skadines, d. h. die Insel der Ausgezeichneten, ein Wort des— selben Stammes wie das homerische Beiwort der Auszeichnung für die Achaier. So wäre also Kattegat die Straße der Ausgezeichneten, d. h. die Seestraße, welche die Germanen nach Süden, nach Deutschland zogen. Daß aber Katten und Hessen dasselbe bedeutet, ist bekannt, und in Katzenellenbogen, Katzenbuckel usw. stecken nicht die Katzen, sondern die Katten, was also der ursprüngliche Name der alten Germanen wäre. Bruinier ist nun versucht, das uralte Wort von blinden Hessen auf diese Weise zu er— klären:„Es könnte ursprünglich ein Schimpf wort sein, das allen Germanen galt und ihnen von der von ihnen unterjochten Urbevölkerung Deutschlands beigelegt wurde. Das Blind braucht nicht auf die jetzige Bedeutung zu gehen; in solchen Schimpfreden erhält sich häufig das älteste Sprachgut, unverstanden und von der Volketymologie verständlich angewandt. In diesem blind könnte das unzweifelhaft germanische Wort blond in seiner ältesten Bedeutung stecken. „Blinder Hesse“ könnte also im letzten Grunde „blonder Germane“ sein, als Schimpfwort ge⸗ dacht mit für uns jetzt unverständlicher Spitze.“ Diese Erklärung scheint uns nicht bloß allen bisherigen weit vorzuziehen, sondern hat auch eine gewisse innere Wahrscheinlichkeit. Schon J. Grimm nennt den Versuch, aus einem Schimpfwort den Ausdruck zu erklären,„nicht uneben“. Und so naiv dieser Versuch, den Möser mitteilt, ist, so hat er doch wohl darin recht, daß der Ausdruck einem Schimpfwort ent⸗ stammt, in Mösers Mitteilung aus dem Gegen⸗ satz zwischen Cheruskern und Katten. Viel wahrscheinlicher aber ist der Gegensatz zwischen 1 Expedition: Eroberten und Eroberern und auch sonst in der Sprach und Völkergeschichte hat der Haß Worte und Begriffe gemünzt.(R. W. in der D. Ztg.) Lokales und Provinzielles. * Gießen, 18. Jan. Den gestrigen Konzert⸗ besuchernz hatte die Gießener⸗Ruder⸗Ge⸗ sellschaft eine besondere Aufmerksamkeit da⸗ durch erwiesen, daß sie vom Abend vorher, wo sie in Steins Saalbau ihr 20jähriges Stif— tungsfest gefeiert hatte— ihre Trophäen auf einer langen Tafel ausgestellt stehen ließ und so der Oeffentlichkeit Gelegenheit bot, die kunstvoll gearbeiteten Silberschäze zu mustern. Die Kraußesche Kapelle konzertierte wieder vorzüglich und erntete reichen Beifall. Besonders war es Herr Querchfeld, der die Hörer mit seinem Violinsolo erfreute. Der Gießener Ruder⸗ gesellschaft zu Ehren wurde als Einlage der Rudermarsch gespielt. Das Konzert war sehr gut besucht. iW. Gießen, 17. Januar. Auf der gestern in Weihgestern stattgefundenen, von mehr als 100 Parteigenossen besuchten Kreiskonferenz der Sozialdemokraten für den 1. hessischen Wahltreis ergab der erstattete Kassenbericht, daß für die Reichstags⸗Haupt⸗ und Stichwahl 2314 verausgabt worden sind. Während der Wahl⸗ kampagne wurden ca. 100 sozialistische Ver⸗ sammlungen abgehalten. Der Kandidat, Re⸗ dakteur Scheidemann, hat in 38 Versamm⸗ lungen als Redner fungiert und im Ganzen hier⸗ für 107&. Auslagen zurückvergütet erhalten, so daß jede seiner Versammlungen im Durchschnitt 2 d. 82& zu stehen kam, einschließlich der zahlreichen Nachtquartiere, die er bei seinen Agitationstouren notgedrungen in Anspruch nehmen mußte. Es wurde anerkaunt, daß die Scheidemann'schen Versammlungen recht billig gekommen sind, da er mehrfach die ganze Woche hindurch von Gießen abweseud war. Es wurde ferner von der Konferenz tonstatiert, daß auch die übrigen Redner nicht mehr wie ihre baren Auslagen vergütet erhalten haben. Nur wegen der Liquidation eines der hiesigen Versamm⸗ lungsredner, die allerdings unverhältnißmäßig hoch sich beläuft,(seine Versammlungen kosteten im Durchschnitt 6 A 90) entwickelte sich in der Versammlung eine lebhafte Debatte. Es war im Ganzen vom Wahlkomitee ein zu viel er⸗ hobene Betrag von ca. 43. beanstaudet. Die Konferenz billigte nicht nur die Beanstandung, sondern sprach dem Betreffenden, ihre höchste Mißbilligung wegen seiner ganzen Handlungs- weise aus und beschloß, diesen Genossen für die Folge für die Agitation nicht mehr zu ver⸗ wenden.— Als Vertrauensmann für den Kreis wurde Bock⸗ Gießen, trotzdem er sich dagegen sträubte, einstimmig wieder gewählt und auf Au⸗ trag Krumm⸗Gießen demselben als Vergütung für seine baren Auslagen der Betrag von 30 bewilligt. Scheidemann-Gießen referiert über die Frage: Was lehrt uns die letzte Reichstags⸗ — ————— Da wars auf einmal vorbei mit der Flottheit und der Schneid; er kriegte einen roten Kopf, die Zunge wollte ihm nicht recht parieren und sogar der flotte Schnauzer machte einen trübseligen Bogen nach unten,— just wie bei Regenwetter.— Wie der Toni schon darüber gehänselt worden, ist leicht zu denken. Hat auch schon mancher ein paar tüchtige Beulen davon getragen, der's ein Bischen zu arg gemacht hat mit dem Aufziehen. Denn daß das so ein heimlicher wunder Punkt beim Toni gewesen, ist leicht auszudenken. Und so einen wunden Punkt darf halt kein Anderer derb angreifen. Dem Vater vom Toni ist's gar nicht Recht ge— wesen so.— Wenn die andern Väter geklagt haben über ihre Buben, daß sie wie der leibhaftige Satan hinter den Mädeln her find, dann hat der Rosen— hofer trübselig mit dem Kopf geschüttelt.— Und wenn er an seine eigene Jugend gedacht hat, hat er Unoch mal geschüttelt, aber noch viel stärker— und hat so gemurmelt: Von wem der Bub das hat, weiß ich nicht,— von mir aber sicher nicht. — Und wer den Rosenhofer in seiner Jugend ge— kannt hat, der hat kräftig mit eingestimmt und ge— sagt:„Nein, Rosenhofer, von Euch sicher net.“— Ein paar Jahr hat sich der Rosenhofer noch damit getröst', daß es mit den Jahren besser wird beim Toni—„Wenn er halt mal so recht in's heiratslustige Alter kommt.“— Aber das heiratslustige Alter ist gekommen, der Toni ist vierundzwanzig geworden, und fünfund— zwanzig und sechsundzwanzig, und es ist statt besser immer schlimmer geworden. Zuletzt ist's ein wahrer Jammer gewesen, zuzusehen, wenn der Toni hat mit einem Mädel reden müssen.— Er ist ordentlich violett über sein ganzes hübsches Gesicht geworden, und hat gestammert und gestottert, daß es nicht zum Anhören war.— Ein paarmal hat sein Vater ihn schon zum Heiraten bereden wollen, aber der Toni hat himmel— hoch gebeten: Ja, gewiß wollt' er heiraten, natürlich wollt' ers, aber nur net jetzt, net dasmal.— Der Vater sollt ihm das net anthun.— Na, das ist zuletzt doch gekommen, wie es kommen muß.— Der Toni war der einzige Bub, außer ihm nur noch eine Schwester, so ein Nach— kömmling, zehn Jahr jünger wie der Toni.— Die ist so langsam, auch ein großes und blitzsauberes Mädel geworden und am Tage, wo der Toni neun⸗ undzwanzig gewesen ist, hat sich's bewiesen, daß die Rosel einen Schatz hat.— Einen, gegen den Keiner was einwenden konnt.— Einen Hof hat er nicht, aber ein schönes Stück Geld kriegt er heraus— gezahlt, und die Rosel, die hat auch einen richtigen Strumpf voll. Und ein braver, hübscher, gesunder Bursch ist's obendrein.— Da hat denn der Rofrn— hofer mal den Toni vorgeholt und hat ihm die Sache auseinander gelegt. Und die Sach' ist ernst— haft genug gewesen, daß der Toni ein arg langes Gesicht gemacht hat und sehr nachdenklich ge— worden ist. „Toni“, hat der Rosenhofer gesagt,„alleweil muß die Hack'nen Stiel kriegen.— Daß der Rosenhof aus unsrer Familie kommen soll, das kann net sein. Du bist von Gotts- und Rechtswegen der Erste dazu.— Neunundzwanzig Jahr bist,— da sollt'st schon eine Reih' von Jahren verheirat' sein und's Haus voll Kinder haben.— Da sieh' — mul Deine Abendmahlskameraden an.— Alle haben sie zwei, drei, auch vier,— nebenan beim Stefan sind gar schon fünfzmit den Zwillingen.— Du, Du gehst einschichtig'rum, hast Dich rein schon, wie ein alter Junggesell, machst einen Dös— kopp. wenn Du ein Mädel siehst. Sonst machst' doch Dein Maul groß geuug auf,— aber wenn's gilt, dann bist wie drauf geschlagen.— Und daß Du's denn weißt,— entweder's wird geheirat', oder die Rosel kriegt den Hof.— Und dann hat er zur Bekräftigung noch auf den Boden gestampft, ist dicht an den Toni herangetreten und hat gesagt: Himmelkreuzdonnerwetter, daß mein Bub so ein Angstlappen is.“ e — Drei Tag hat sich der, Toni die Sach' über⸗ legt.— Den ganzen Tag ist er durch's Feld ge— strichen, hat sich all' die schönen Roggenbreiten an— geschaut, die Kartoffelstücke, den Weizen, die Klee— äcker.— Ist hinaufgestiegen in's Holz hat die Bäum angeschaut, wie sie so bald hundertjährig prächtig dastehen,— hat tiefsinnig in den Fischteich gestarrt— ist im Stall von einer Kuh zur andern gegangen; hat im Pferdestall die acht stolzen Gäule gestreichelt, und die fetten Schweine besucht.— Nachdem er so über Tags sein Gemüt gestärkt hat,— des Nachts hat er in seinem Bett sich herumgeworfen und schwer geseufzt— ist er am dritten— Tag zu seinem Vater gekommen;„Na, wenn's nit anders sein kann, denn in Gottes Namen.“— (Jortsetzung folgt.) wahl?— Einleitend bemerkt derselbe, daß die Partei mit dem Erfolg dieser Wahl zufrieden sein könne. Es sei durch das Resultat der Hauptwahl, in welcher der Sozialist an zweiter Stelle gerückt sei, bewiesen, daß, wenn energisch weiter gearbeitet werde, der Sieg nicht aus⸗ bleiben könne. Die Presse aller Parteien sei über das Wachsen der sozialistischen Stimmen im 1. Hess. Wahlkreise erstaunt gewesen und da⸗ bei müsse man bedenken, daß es sich nur um eine Nachwahl gehandelt, wo die Beteiligung an der Wahl naturgemäß überall eine schwache sei. Trotz der überaus rührigen, von langer Hand vorbereiteten Agitation der Antisemiten, trotz der —nicht zu unterschätzenden Gegnerschaft des frei⸗ sülnigen Prof. Stengel eines ehrenhaften und charakterfesten Mannes, sei dieser Erfolg der Sozaldemokraten zu verzeichnen. Ebenso sei nicht zu unterschätzen der behördliche Apparat, der für die Nationalliberalen im Stillen ge⸗ arbeitet habe. Das Ergebnis vom letzten Wahl⸗ kampf s i die Quittung dafür gewesen, daß die Art und Weise der Agitation die Richtige war. Nicht zum wenigsten sei der Stimmen⸗ zuwachs dem Einfluß der„Mitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung“ zuzuschreiben. Flug⸗ blätter wären gut, Versammlungen besser, eine regelmäßig erscheinende Zeitung aber das allerbeste. Es habe sich bei der letzten Wahl herausgestellt, daß die Vertrauensmänner teil⸗ weise in zu großer wirtschaftlicher Abhängigkeit sich befanden und daher nicht offen in die Agi⸗ tation eintreten konnten, so wie es nötig gewesen wäre, um noch größere Erfolge zu erzielen. Teilweise habe es an geeigneten Personen ge⸗ mangelt, z. B. in der Gegend von Trais⸗Horloff, wo Hunderte von Arbeitern gar nicht zur Wahl gingen. Es müsse in Zukunft in dieser Hinsicht viel gehessert werden. Auch iu der Auswahl der Leute, die zur Abhaltung von Versammlungen hinausgeschickt würden, müsse man vorsichtig sein. Besonders warnt Scheidemann davor, die Gegner in der Debatte lächerlich zu machen, oder ihnen spitzfindige Antworten zu geben, damit bringe man eine Versammlung wohl zum Lachen, aber man überzeuge nicht damit. Zur nächsten Wahl sei es nötig, daß der Wahlkreis finanziell besser gerüstet sei und hierin mehr auf eigene Füße gestellt werde. Und wenn dann bei der nächsten Wahl den vereinten Gegnern das Mandat noch nicht zu entreißen ist, bei der über⸗ nächsten Reichstagswahl würde, wenn Jeder seine Schuldigkeit thue, der endliche Erfolg sicher sein.— Krumm⸗Gießen referiert 1 eingehend über die Presse. Redner geht mit der sogenannten unparteiischen Presse, mit den „Frommen“ Sonntagsblättern, sowie mit den AUmtsverkündigern scharf ins Gericht. Diese Blätter würden dadurch gestützt, daß die Ar⸗ beiter leider noch ihre Groschen dafür hingeben; dabei vertreten alle diese Organe nicht etwa die Interessen des arbeitenden Volkes, sondern das gerade Gegenteil. Pflicht der Parteigenossen sei es, in erster Linie dafür zu agitieren, daß das überall gelesen werde; jeder Einzel ne dieses Organ wirken, denn er sorge dadurch für die Ausbreitung der sozialdemokra⸗ tischen Ideen. Hierauf wird von Scheidemann und Krumm folgende Resolution eingebracht: „Die Kreiskonferenz beschließt: Es sind möglichst an allen Orten des Wahlkreises ein oder zwei Genossen zu bestimmen, deren Auf⸗ gabe darin besteht, in ständiger Fühlung mit dem Kreis⸗Vertrauensmann die Agitation zu betreiben, und besonders für weiteste Ver⸗ breitung unserer Presse zu sorgen.— Außer⸗ dem macht es die Kreiskonferenz wiederholt allen Genossen zur Pflicht, besonders für die Verbreitung des offiziellen Parteiorgans, der„Mitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung“, thätig zu sein.“ Orbig-Gießen erklärt, nahme dieser Resolution einverstandeu sei. bringe aber weiter folgenden Antrag ein: „Die Kreiskonferenz wolle den Beschluß fassen: Die„Mitteldeutsche Sonntags⸗Ztg. zum 1. April d. J. in das Eigentum der Partei überzuführen. Eine Kommission zu wählen zur Regelung und in die Wegeleitung dieser Angelegenheit.— Ferner soll der Kreisvertrauensmann beauftragt werden, an— fangs März wieder eine Kreiskonferenz einzu⸗ berufen, mit der Tagesordnung„Die Presse“. Dieser Konferenz sei dann die endgiltige Lösung dieser Frage zu unterbreiten.“ Es sei Pflicht der Partei, energisch in dieser Frage einzugreifen. Es wäre ein Skandal, daß man für die Expedition der„M. S.⸗Z.“ monat⸗ lich 70 A. zahlen müsse. Es müsse einmal offen ausgesprochen werden, daß das nicht länger ginge. Solche Expeditionsarbeiten müßten nebenbei gemacht werden und dürften nichts kosten. Derselbe Genosse, der sich diese monat⸗ liche 4 oder 5 Mal stattfindende Zeitungsspedi⸗ tion so gut bezahlen lasse, sei derselbe, dessen Versammlungen auch die kostspieligsten gewesen wären. Die Partei sei kein böhmischer Wald, in dem dieser oder jener jagen könne.— Ueber die Ausführbarkeit und die Zweckmäßigkeit des Uebergangs der Zeitung an die Partei entspinnt sich eine sehr lebhafte Debatte, woran sich haupt⸗ sächlich Krumm und Scheidemann beteiligen, welche das von Orbig beantragte für die glücklichste Lösung der Angelegenheit erklären. Scheidemann führt aus, daß er in dieser Angelegenheit nichts hätte thun können, weil das ausgesehen hätte, als wenn er den Expedienten hinausdrängeln wollte. Daß die übrigen Mit⸗ inhaber der Zeitung keine Initiative ergriffen hätten, liege an deren Gutmütigkeit.— Krumm versichert, daß die Mitteldeutsche Sonntags⸗Ztg., wenn sie in Parteieigentum überführt und die Expeditionsfrage gelöst sei, für die Partei zu einer Geldquelle werden könne. Wacker⸗Wie seck und andere sprachen auch für Ueberführung der Zeitung in Parteieigenthum. Die Konferenz nahm hierauf die Resolution Scheidemann⸗Krumm und ebenso den von Orbig gestellten Antrag einstimmig an und wählte eine Kommission Zeitung, müße für daß er mit der An⸗ Er Parteiorgan, die„Mitteldeutsche Sonntags⸗ e—..—.—.——— ͤ Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in d 25 der Wehr-Ordnung werden alle im Jahre 1877 gebornenen Militärpflichtigen, sowie die in früberen Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt oder welche binsichtlich ibrer Verpflichtung zum Ein⸗ tritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort rm Stock beginnend, haben, oder als Studenten, Gymnastasten und fm, 103 r Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als knüppelholz, 16 xm Buchenstockholz, 22 fm Eichenstockholz, Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungs- Wellen Eichenreisig. Die Zusammenkunft ist im Heegwald, gehüllfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienst— boten, Fabrikarbeiter oder in ähulicher Eigen— schaft sich dabier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungs-Stammrolle in der Zeit vom 10. bis 25. Jauuar d. J. bei der Bürger⸗ meisteref dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden und dabei, wenn ste dabier nicht geboren sind, ibren Geburtsschein, und wenn sie bereits bei einer früberen Musterung konkurriert haben, 9, Uhr 74,84 fm Garbeuteich(Gemeindewald). mittags 10 Uhr an, Distrikt Höblerkopf. von 1,73 fm, 130 Fichtenstangen von 5 800 Buchenwellen, forstungswellen. Wieseck(Gemeindewald). km, 29 Nadelstämme mit 10 fm, Oberkleen(Gemeindewald). Uhr, Distrikt Schaalsberg. 9 4. Kl.= 2,20 fm; Nadel: rm Nutzbolz. Bettenhausen(Gemeindewald) 684 Fichtenstangen, 8—11 em Durchm., stangen, 3 km, 7 Hainbuchenstämme, 2,31 fm haltend. Buchenscheitholz, Holzversteigerungen. Donnerstag, den 21. Januar d. J., von vor- Jobannesbölzchen und Markwald: 5 Fichtenstämme 42 fm. 18 rm Buchenscheitholz, 43 rm-Knüppel, 16 4 rm Eichenknülppel, 60 rm Stockholz, 23 rm Nadelknüppel, 23 rm⸗Stockholz, biervon der größte Teil Durch— holz, 1200 Nadelwellen, 1850 Eichenwellen, Der Anfang ist im Distrikt Höhlerkopf. 138 Nadelstangen mit 3,76 fm, Freitag, den 22. d. Mts., Eichen: 4 Stämme 2. Kl beim Pflanzgarten: 146 Eichenstämme, 12-14 m Länge 12 1m Eichenscheitholz, . ĩ ͤ TT.... Freitag, den 22. Januar 1397, vormittags 10 Uhr in den Distrikten Essigpfad, Kornberg und Heegwald: 158 Eichenstämme mit 49,54 5 Eichennutzscheit mit 3,50 m Buchenscheitholz, 99 rm Eichenscheitbolz, 27 rm Buchenknüppelbolz, 62 rm Eichen- 1930 Wellen Buchenreisig, 2370 an der Straße nach Alten-Buseck. Beginn vormittags 10 + 5,76 fm. 93 3. Kl.= 51,32 fm, 57 Stämme 3. und 4. Kl.= 17,06 fm; Donnerstag, den 21. Januar 1897, anfangend 21—55 em Durchm., 510,8 m Länge= haltend, 57 Kiefernstämme, 29 64 em Durchm., 5—12 m Länge= 32,38 fm haltend, = 31,99 fm haltend, 500 Reis— Freitag, den 77.6 mm Buchenstöcke, 43,09 rm Eichenstöcke, 56 rm 264,8 rm Eichenreisig, 90,4 rm von sieben Mitgliedern, welche die Zeitungs⸗ angelegenheit regeln sollen.— Die Vorsitzenden Bock und Beckmann⸗Gießen erinnerten mit warmen Worten an die Hamburger Hafenar⸗ beiter. Auf Antrag wird sofort eine Teller⸗ sammlung für dieselben veranstaltet, welche 25 J einbrachte. Der Vorsitzende schloß die Konferenz mit einem dreifachen Hoch anf die Sozialdemokratie. Die Teilnehmer sangen darauf die Arbeitermarseillaise. Um 4 Uhr war die Konferenz, welche öffentlich tagte, beendet. * Gießen, 18. Januar.(Berichtigu ng.) Der Druckfehlerteufel ließ in unserer Telephon⸗ Nachricht vom Samstag die Reichstagskommission für ein Forst gebäude die erste Rate bewilligen, während eine solche für den Bau eines Post⸗ gebäudes bestimmt ist. b. Wieseck, 18. Jan. Die gestern Abend zum besten der ausständigen Hafenarbeiter in Hamburg veranstaltete Abendunterhaltung war überaus zahlreich besucht. Besonderen Anklang fanden die von Herrn Geisler gegebenen Einzelvorträge; auch sonst war für Unterhaltung genügend gesorgt. Gegen 12 Uhr trennten sich die Anwesenden mit dem Bewußtsein, einen gemütlichen Abend verlebt und ihr Scherflein zu einem guten Zweck beigesteuert zu haben. * Grünberg, 18. Januar. Auf dem letzten Wochenmarkte wurden für Getreide folgende Durchschnittspreise(pro Zentner) notiert: Weizen 8,00., Korn 7.00., Gerste 6,56*., Hafer 6,37, Erbsen 9,50 * Darmstadt, 15. Januar. Am 28. ds. Mts. ist hier die letzte Sitzung des hessischen Eisenbahnbeirates. Infolge der Verstaat⸗ lichung der Ludwigseisenbahn werden künftig die Sitzungen des Eisenbahnbeirates für die Eisen⸗ bahndirektionsbezirke Frankfurt, Mainz und Kassel in Frankfurt a. M. abgehalten. * Mainz, 15. Jan. Der städtische Finanz⸗ ausschuß beschloß, de von den städtischen Be⸗ amten verbrachte provisorische Dienstzeit den Beamten, sobald sie in Pension treten, an⸗ zurechnen. Weiter beschloß der Finanzausschuß, das auf dem Friedhof befindliche Denkmal für die Weteranen, die unter den Fahnen Napo⸗ leons I. gedient haben, in städtische Unterhaltung zu nehmen. Die aktiven Mitglieder dieses ehemaligen Veteranenvereins sind sämtlich ge— storben. J. Wismar, 18. Jan. Eine respektable Leistung ist von einem dem Landwirt Heinrich Wagner gehörigen Mutterschwein zu ver⸗ zeichnen. Dasselbe hat im vergangenen Jahre nicht weniger ale 54 Ferkel zur Welt gebracht. Gewiß ein seltener Fall. Vermischtes. — Der Säbel— als Mittel gegen Selbst⸗ mordgedanken! Abends gegen 10 Uhr, die Straßen Wiens begannen bereits zu veröden, versuchte kürzlich ein Mann sich von der Ferdinandsbrücke in die Donau zu stürzen. Ein gerade vorübergehender Soldat erfaßte ihn schnell am Kragen und verhinderte die That, was indessen nicht ohne Mühe von statten ging. Ein Augen⸗ zeuge berichtet darüber: Es war unheimlich anzusehen, mit welcher leidenschaftlichen Wut sich der Selbstmord⸗ kandidat, ein großer, hagerer Mann mit einem kleinen Schnurrbart im bleichen Gesicht, gegen seinen Retter zur Wehr setzte. Mit magischer Gewalt schien ihn die Wasser⸗ fläche anzuziehen, und der wackere Artillerist hatte seine ganze Kraft aufzubieten, um den Unglücklichen von der Brüstung der Brücke fernzuhalten. Er zog ihn nach der Praterstraße mit sich fort, hatte aber fortwährend gegen Fluchtversuche des Widerstrebenden anzukämpfen. Als der Mann sich noch einmal losriß, auf die Brücke zulief und es dem Soldaten erst kurz vor dem Brückengeländer gelang, ihn wieder zu fassen, riß dem Retter die Geduld: Er zog den Säbel und drohte dem Manne, ihn nieder⸗ zustechen, wenn er noch einmal Miene mache, sich zu ertränken. Man sollte glauben, daß es einem Selbst⸗ mörder gleich sein müsse, ob er erstochen werde oder ob er sich ertränke, aber der energische Lebensretter irrte nicht in der Annahme von der Wirksamkeit seiner Drohung. Es gelang ihm schließlich, seinen Schützling mit blanker Waffe nach der Polizeiwache zu geleiten und in Sicherheit zu bringen. Neueste Telegramme. Ad. Berlin, 18. Januar. Die Feier des Krönungs- und Ordensfestes hat gestern Vormittag im hiesigen königlichen Schlosse in üblicher Weise stattgefunden. Nachdem die neu ernannten Ritter und Inhaber von Orden dem Kaiserpaar im Rittersaal vorgestellt, begab sich dasselbe mit den Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses nach der Schloßkapelle, wo die neu Dekorierten bereits Platz genommen hatten. Sodann begann der Gottesdienst. Nach demselben fand Tafel statt, bei welcher der Kaiser den Toast auf das Wohl der neuen und alten Ritter ausbrachte. Die Kaiserin Friedrich nahm an der kirchlichen Feier und an der Tafel teil. Hd. Hamburg, 18. Januar. Dem „Hamb. Korresp.“ zufolge haben die Delegierten des Arbeitgeber ⸗ Verbandes in der vorgestrigen Ver⸗ handlung die bindende Erklärung abgegeben, sie müßten auf be ⸗ dingungsloser Arbeitaufnahme bestehen. Die Lage des Streiks ist daher unverändert. Hd. Wien, 18. Jan. Gestern sollten im Gebäude des Zirkus Renz Stierkämpfe stattfinden. Dieselben wurden aber von der Behörde verboten. Hd. Paris, 18. Jan. Die sozialistischen Deputierten beabsichtigen, die Regierun bezüglich der Ausweisung einer dAnzahl fremder Anarchisten und Sozialdemo—⸗ kraten in Folge von Versammlungen und son⸗ stigen Kundgebungen zu Gunsten der Unabhängig⸗ keit Kubas zu interpellieren. 5 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. J Meteor-Gas-Glühlicht. P. Walter, Kaplansgasse. 24 N 4 ompletter Brenner mit Montierung 3.30 Mark Glühstrumpf für jedes System passend 1.—„ 15 bei mir abgeholt 0.68„ 1 netto per Cassa. 1687 4 13 Stangen und 89 1312 22. Jauuar: 35 rm Nestaurant und Cafe Oranien Bräu. 6 Ludwigsstraßze 6. Mittagstisch im eee Pfg. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit. Separate Zimmer für Gesellschaften. H. Weine. Biere und Liqueure. erhers urenhaus Guter, billiger Mittagstisch ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung unter lassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu dreißig Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teil⸗ nu bme an der Verlosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprilche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüg⸗ lich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vor— münder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurlülckstellung von Militärpflichtigen auf Grund des§ 32 pos: 2 Ut a, b, c, d, e, f und g der Wehr-Ordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen sind, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 9. Januar 1897. Der Oberbürgermeister. J. V.: Wolff. Stadt. Schlachthaus Freibank. Heute. und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Kuhfleisch, pro Pfund 50 Pfg. 1 Schweinefleisech nicht laden rein, pro Pfund 45 Pfg. Die Freibank bleibt bis Abends 10 Uhr geöffnet. Guten billig. Mittagstisch, im Abonnement zu 45 Pfg., empfiehlt Wirt Böhm,„Zum Lahnthal“, 91 Neustadt 48. in schön möbliertes Zimmer mit Kabinet zu vermieten. 1658 Grüubergerstraße 34, part. Buchenknüppel, 20 rm Eichenknülppel, 45 rm Buchenreisig, Fichten und Kiefernreisig. Allendorf a. d. Lda.(Gemeindewald). Donnerstag, den 21. Januar d. 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Januar, vormittags 10 Ubr beginnend, Distrikt Dickestall: 401 rm Buchen-, 17,2 rm Eichen“, 10 rm Lindenscheiter, 118,6 fm Buchen-, 79,3 rm Eichen-, 10 rm Lindenknüppel, 168,8 rm Buchen,, 151 rm Eichen-, 16 rm Lindenstöcke, 4700 Buchen-, 3230 Eichen-, 1346 Nadelwellen. Die Zusammenkunft ist auf der Nieder— Bessingener Schneise, wo auch der Anfang gemacht wird.— Donnerstag, den 21. Jan., vormittags 10 Uhr beginnend, Distrikt Unterspeierlingskopf: 5,6 rm Buchen, 2 xm Eichen-, 19,9 rm Nadelknüppel, 4 xm Eichen-, 115,7 rm Nadelstöcke, 70 Buchen-, 900 Eichen-, 1635 Nadelwellen, 8 Schichten Lärchenstan en von 5 m Länge, verwendbar zu Gartenzäunen, 7 Buchenstämme mit 4,59 fm, 1 Ulmenstamm mit 0,37 fm, 200 Fichtenderbstangen mit 12,60 fm, 1980 Fichtenbohnenstangen, 23 Kiefernstämme mit 14,71 fm, darunter sind sehr schöne Schnitt⸗ hölzer von 32—50 em Durchmesser. Die Zusammenkunft und der Anfang ist in der Schwein⸗ stallsbeege beim Pflanzgarten. Städt. Arbeitsnachweis, Gießen. Gartenstraße 2. 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