2 — —— bpuf ze Kerle eder Art zu t dh d und weit 10 idpacet nt eifen⸗ aber gal chte uhr g, Vtrartu, N d der b. Ottue 8* — alpse erhält der ö Suppen z ten Bouillon en b weniger mn toffe, dagegen gh als bei der 8 ei der Ou; Singen(ag %%% ur 1 Taę . 8 Uhr, onze „Nakoczi“ in. 3 Ebrendiplon, n Licht⸗Effelten unt Pfg. Vorverkauf des Herrn Challie r 1 1 %%% il. 8% Uhr, ler: cetzgebung im Aue * Gicßel 1% Wären uu 5 Zelt! 1 bo tr. N. gold. Ohtruge W. — jement⸗ u U niele, 700000 Ftheb 2 Piper sprachen auch wichtige praktische werden; da erfordert es die ausgleichende Ge⸗ Gedanke leicht verdunkelt werde, wenn man sage: Dieser ist auf Staats- Natalys Verlobung. (Nachdruck verboten.) den Korridor und trat in Dort grüßte ihn von der Chaiselongue her das lichelnde Antlitz feiner schönen Schwester, welche Gießen, Donnerstag, den 18. November 1897. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe Gießen. ische Landeszeitung Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Das Abonnement beträgt durch die Post bezogen: für die Ausgabe Gießen der Auzeigen: 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile. 1,90 resp. 230 Mk. Preis Kreuzpl Medaktion und Expedition: atz Nr. 4. rod, Staufenberg, Wehrsteuer. Die Idee der„Wehrsteuer“, die in reaktio⸗ nären Organen wiederum breitgetreten wird, wird auch von den Organen des Zentrums zurückgewiesen. „Auf den ersten Blick sieht eine Wehrsteuer u ganz angemessen und gerecht aus. Die zum Miltärvienst herangezogenen Personen müssen schwere persönliche und wirtschaftliche Opfer bringen, die den davon Befreiten nicht auferlegt echtigkeit, diese mit einem Geldopfer in Form der Steuer zu belegen. Die gelehrten National⸗ onomen, wie Cohn, Neumann, Wagner usw., haben die Frage nach der prinzipiellen, wie nach der praktischen Seite gründlich erörtert, ohne, wie üblich, zu einer Einigung gelangen zu können. Die grundsätzliche Befürwortung der Steuer geht bon politischen(die Wehrpfiicht ist neben der Steuerpflicht allgemeine staats bürgerliche Pflicht; wer die erstere nicht leistet, muß dafür eine Staatslast übernehmen) und wirtschaftlichen Er⸗ wägungen und von Gründen der ausgleichenden Gerechkigkeit aus. Anderseits werden prinzipielle Bedenken ethischer und politischer Natur gegen die Wehrsteuer erhoben. Diese hat 1881 vor allem der Abgeordnete von Treitschke im Reichstage geltend gemacht, und seine Gründe haben bei den steuergelehrten Nationalökonomen biel Beachtung gefunden. Er fürchtete eine Durch⸗ brechung des Gedankens der allgemeinen Wehr⸗ pflicht und betonte, allerdings in gewohnter Weise stark übertreibend, oder sagen wir idealisierend, daß der Wehrdienst ein Ehrendienst sei und dieser „Wer nicht dient, zahlt“. Aus diesem Satze werde sich leicht der andere entwickeln:„Wer zahlt, dient nicht“. Es könne dann dahin kom⸗ men, daß die Ersatzbehörden bei einem Manne, der einige Tausend Mark Wehrsteuer zahlen könne, ein Auge zuzudrücken versucht wären. Indes von den prinzipiellen Bedenken ab⸗ edenken gegen die Wehrsteuer. Wir sind doch jetzt so weit, daß kein Diensttauglicher mehr dem Militärdienste entgeht. Kann man nun auf die übrig bleibenden eine Steuer legen, von der sich sagen läßt, sie sei gerecht? er wegen schwerer körperlicher Gebrechen dienstfrei geworden ist, der ist doch übel genug daran, als daß man ihn für seinen Vorzug vor dem Taug⸗ lichen auch noch gleichsam besteuern sollte. Er kann für sein Unglück nicht und würde, wenn es bon ihm abhinge, oft gern mit dem Dienstpflich⸗z ti en tauschen. kleiner körperlicher ängel dienstunfähig ist, ist häufig trotz seiner Erwerbsfähigkeit in schlimmerer Lage, als der Soldat in seiner Kaserne. Wer wegen kosten(d. h. auf Kosten der Steuerzahler) viel⸗ leicht zu einem Dasein erhoben worden, wie er es vorher so angenehm nie genossen hat, während jener in Kummer und Sorge um das tägliche Brot ringt; und soll dieser für seine Dienstfreiheit auch noch Steuern zahlen? Sehr häufig wird die Last gar nicht den Dienstfreien treffen, son⸗ dern die Angehörigen werden sie tragen müssen, weil er nichts hat; dabei sind vielleicht diese An⸗ gehörigen in ihrem Erwerb schon dadurch ge— schädigt, daß ein Anderer aus ihrer Mitte seinen Militärdienst leisten muß. Mögen auch die Reichen eine höhere Steuer zu zahlen haben als die Armen, die Last ist doch ungleich verteilt, insbesondere wo sie auf die Eltern abgewälzt wird. Und wenn einer sich freiwillig zum Militär meldet, wegen Schwächlichkeit aber abgewiesen wird, kann man ihn dann mit einer Steuer be⸗ lasten? Zum Militärdienst können wir dich zwar nicht brauchen, aber eine Steuer wollen wir von dir nehmen! Man denke ferner, daß gerade die Angehörigen Heerespflichtiger aus den ärmeren und mittleren Klassen sich schon eine schwere Steuer 17 0 auferlegen, indem sie ihre Söhne usw. in der Kaserne unterstützen. Soll man ihnen noch neue Lasten aufbürden, weil andere nicht zu dienen brauchen? Schließlich ist auch der Militärdienst nicht lediglich eine Last, sondern außer der Ehre sind auch materielle Vor⸗ teile damit verbunden, z. B. Zivilversorgung. Da die Zahl der Nichtdienenden sich bald auf Krüppel und Kranke beschränkt, der reichen Leute, die eine hohe Wehrsteuer tragen könnten, nur wenige sind, so dürfte der Steuerertrag garnicht in rechtem Verhältnisse zu dem ganzen Apparate, den man ihretwegen in Thätigkeit setzen müßte, sowie zu der Ungerechtigkeit und der Unzufrieden⸗ heit stehen, die mit ihr verknüpft wären. Die notwendige Unterstützung der Invaliden läßt sich ohne neue Steuern durchführen.“ Das meinen wir auch! Es kann am Militär⸗ etat selbst so viel gespart werden, daß die In⸗ validen mit der Sparsumme reichlich ver⸗ sorgt werden können! Politische Rundschau. Militarismus und Humanität. Aus Thun wird der„Neuen Zürcher Zeit.“ folgender denkwürdiger Vorfall gemeldet:„Die Artillerie feuerte auf ein lebendes Tier, ein sehr altes Pferd, das wohl Jahre lang der Eidgenossenschaft gedient hatte; in einer Um⸗ äunung von der Größe eines Zimmers konnte es sich frei bewegen. Auf dieses Pferd nun die Artillerie zu wiederholten Malen, und feuerte richtiger Stelle treffen und töten mußten, sondern e Novellette von Anna Treichel. Man hörte ein kurzes Anschellen an der Woh⸗ nung der Familie von Schulfen, darauf das Oeffnen der Thüre und auf dem Korridor die hastige Fragt einer etwas näselnden Männerstimme:„Ist schon gegessen?“ „Jawohl, Herr Lieutenant!“ antwortete das Hausmädchen. „Na, habt Ihr mir au et lassen?“ scherzte der junge Offizier weiter, indem er Helm und Säbel ablegte, st arg mitgenommenen Dienstanzug ein wenig ab⸗ fleyste und dann seine Glieder nach allen Rich⸗ tungen hin dehnte und streckte. Puuline zauberte eine Hyperde i0 ihr rotwangiges Gesicht, sodaß auch der Lieutenant amüstert die Lippen verzog. „Aber ja, Herr Lieutena 0 a schön im Wärmspind,— noch dazu Herrn Lieute⸗ nant sein Leibgericht, schönes Süppchen mit Schwemmklößen und Enten mit Morchelnsauce, wird schon schmecken, Herr Lieutenant!“ „Ei der Tausend, sind ja ein Kapitalfrauen⸗ zimmer, Pauline,— na, dann fahren Sie man ran, wus das Zeug hält!“ Sporenklirrend durchquerte Jürg von Schulfen das Wohnzimmer ein. Pau line, ch noch etwas übrig ge⸗ gutgelaunt sich den von Lächeln auf nt! Es steht alles so sichs in einem losen geschmackvollen Hauskleide auf em gemacht hatte. Sie Modejournal und hatte liegen, Mund dem weichen Polster bequ blätterte in dem neuesten auf dem Schoße ein paar Fruchtbonbons „Morgen, Nataly, habe mich heut' höllisch ver⸗ spätet, chere soeur!“ nickte Jürg von Schulfen seiner Schwester entgegen. i „Ja, wir sind schon seit einer Viertelstunde fertig mit dem Essen, Papa hält schon sein Mittagsschläfchen und Mama schreibt in der grünen Stube an Tante Bertha.“ Jürg Zimmers befindlichen gedeckten Tische nieder, nahm spielend den mit dessen Spitze einige Längsrillen au Damasttuch. „Na?“ fra erwartungsvoll an. unt gut Deutsch ausgeführt hieß es: Neues N ankam, brachte er auch stets einen Sack U keiten mit; es machte ihm aber Spaß, wiederum selber verlangte! gürg machte eine auf ö e wehrende Handbewegung, da Pauline Speisen hereintrug. Als sie wieder herausgegangen ertönte das„Na?“ noch einmal von 9 Lippen.„Großartige Neuigkeit, noch gar nicht da gewesen!“ prahlte Jürg, indem er ein Schwemm ehr gut, die Schwemmklöße!“ lobte er. „Rasch, rasch!“ forderte Nataly. „Verlobung!“ sagte Jürg bedeutungs⸗ und ge heimnisvoll. a „Ah!“ Nataly richte nung in den Zügen, schillerndes Unbehagen. Verlobungen zu hören, später vertröstende, ab te sich etwas auf, Span von denen sie ab und zu einen in den steckte. Sie selber war ein schönes, beliebtes und vielbe zwar nicht etwa mit Geschossen, die sofort ang ä ließ sich an dem in der Mitte des silbernen Eßlöffel zur Hand und zog 0 f dem weißen gte Nataly und sah ihren Bruder Er kannte dieses„Na!“ Auf „Giebts nichts 7 Erzähle doch fix!“ Wenn Bruder Jürg oll Neuig⸗ denselben möglichst langsam aufzuknüpfen, obgleich man ihm den größlen Tort anthat, falls man ein Ausschütten dieses Sackes überhaupt nicht soeben die Natalys en mit der Zunge im Munde zerdrückte;— in ihre Augen trat ein Sie liebte es nicht, von es kränkte sie geradezu. ———— lialen: Alten⸗Buseck, Daubringen, Fellingshausen, Flensungen, Garbenteich, Gr-Buseck r.-Linden, Grünberg, Hausen, Heuchelheim, Hochelheim, Kinzenbach, Kl Linden, Krofdorf, Lang- Göns, Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen Steinbach, Steinberg, Ulrichstein, Watzenborn, Wetzlar, Wieseck, Wißm ar. mit Shrapnels, das heißt Hohlgeschossen, die in der Luft platzen; ein derartigen Regen von Metallstücken muß geeignet sein, in Truppen⸗ massen furchtbare, weitausgedehnte Verheerungen anzurichten; bei einem einzelnen Zielobjekt aber, wie bei dem Pferd auf der Thuner Allmend, trafen natürlich bei jedem Schuß einzelne derar⸗ tige Stücke mit ungeheurer Kraft das arme Tier und rissen ihm Stücke vom Leibe, den— noch brach es nicht zusammen, sondern rannte angsterfüllt in seiner Eingrenzung umher. Und als nach Verfluß von etwa einer halben Stunde fünf oder sechs Schüsse, zwischen welchen jeweilen die Wirkung beobachtet wurde, abgegeben worden waren, hatten die Herren das Vergnügen(J), zu sehen, daß das Pferd sich noch immer aufrecht erhalten konnte. Doch wie sah es aus! Vom ganzen Leibe, namentlich vom Hinterkörper hingen die blutigen Fetzen herunter und auch der Kopf war natürlich schwer verletzt. Jetzt fand es endlich der Leitende am Platz, durch einen Revolverschuß dem grau⸗ samen Spiel ein Ende zu machen. Das Stück war aus.“ Wieder ein neuer dankenswerter Bei⸗ trag zur Psychologie des Militarismus! Ein Schildbürgerstückchen. Man meldet aus Düsseldorf folgendes Kuriosum, das zweifellos auf irgend eine An⸗ regung aus Schilda zurückgeht. Eine Polizei⸗ vorschrift besagt, daß auf öffentlichen Wegen un⸗ bespannte Wagen nicht aufgestellt werden dürfen. Nun ist es bei der elektrischen Straßenbahn zeit⸗ weise erforderlich, Anhängewagen auf ein Neben⸗ eleise zu bringen, damit sie bei einer Verkehrs⸗ 0 sofort gebraucht werden können. Die Polizei hat nunmehr auf Grund der fraglichen Vorschrift das Aufstellen der„unbespannten“ Anhängewagen verboten. Es hat sich daher notwendig gemacht, um den Gesetz zu genügen, ein besonderes Pferd anzuschaffen, das vor die leeren Anhängewagen gespannt wird und das nichts weiter zu thun hat, als— still zu stehen!—— Der findige Staatsanwalt. Der berüchtigte ambulante Gerichts⸗ stand der Presse macht sich wiederum unlieb⸗ sam bemerkbar. Der„Kropp. kirchl. Anz.“, der eifrig für den des Amtes entsetzten Pastor Schall in Bahrdorf eintritt, griff in einem Artikel das Braunschweiger Konsistorium scharf an. Das Konsistorium fühlte sich dem„Kropp kirchl. Anz.“ zufolge beleidigt und ersuchte angeblich einen Staatsanwalt nachzuforscheu, ob das Blatt auch in Braunschweig gelesen wird. Die Be⸗ mühungen des Staatsanwalts sollen von Erfolg ewesen sein, denn die Post in Braunschweig habe die Auskunft gegeben, d — s welchem man allgemein huldigte, sie hätte sich täglich verloben können, falls sie nur gewollt hätte, aber noch immer bisher hatte ihr die rechte Lust dazu gefehlt, wenn sie sich auch in letzter Zeit ab und zu einmal selber sagte, daß sie sich mit ihren 22 Jahren nun endlich zu einer ent⸗ scheidenden Wahl entschließen könne,— aber das Leben war ja auch so noch so schön und die Ehe brachte doch immerhin mehr Pflichten! Es lag also nur an Nataly selber, daß sie zur Zeit noch unver⸗ lobt war, sie brauchte folglich weder Neid noch Schmerz zu empfinden, wenn andere vor ihr den Bund fürs Leben schlossen,— und doch liebte sie es nicht, wenn andere sich verlobten, sie ärgerte sich darüber! Es war die Selbstliebe dieses eitlen, weltsüchtigen Mädchens, welches es nicht leiden mochte, daß andere, seien sie ihr auch noch so gleichgültig, etwas vor ihr voraus hatteu, daß andere thaten, was sie selber noch verschmähte, daß auch ohne ihr eigenes gutes Beispiel überhaupt Verlobungen zustande kamen. Sie sprach darüber natürlich jedoch niemals, hätte vielleicht auch garnicht einmal klar auszudrücken vermocht, was sie fühlte und worüber sie sich nie Rechenschaft ab. Sie galt sich selber als vollkommen,— große Selbstherrlichkeit zeitigte jedoch noch stets unherr⸗ liche Kleinlichleiten.— „Wer denn?“ fragte Nataly nach ihrem über⸗ raschten„Ah!“ „Unser Adjutant Kamerad von Fahgant!“ Jürg sprach es ordentlich feierlich. „Ah!“ Also der Lieutenant von Fah gant! Nataly zuckte die Achseln. Sie mochte ihn nie sonderlich, diesen unschönen Offizier, wenn man ihn auch für sehr klug und tüchtig hielt. Das mochte er ja wohl sein, sie hätte ihn jedoch nie genommen, bewahre, hatte auch nie an ihn gedacht, gehrtes Mädchen, U * aß eine Pastorin — dort das Blatt lese; darauf habe das Konsistorium in Braunschweig die Erhebung der Anklage gegen den Redakteur beantragt. Eine Beurlaubung. In Münchener Blättern ist folgende be— fremdende Nachricht zu lesen:„Der Direktor der königlichen Artillerie-Werkstätten, Oberstlieute⸗ nant Vogel, entließ fünf Arbeiter wegen Widmung eines Kranzes mit Schleife zur Leichenfeier des Abg. Grillenberger. Diese Entlassung kam in der Abgeordnetenkammer bei Beratung des Militär⸗Etats zur Besprechung, und infolgedessen wurde Oberstlieutenant Vogel bereits beurlaubt.“ Sollte die Debatte gewirkt haben. Der Adel an den deutschen Universitäten. Ueber den Adel auf den deutschen Uni⸗ versitäten wird in der„Voss. Ztg.“ eine in⸗ teressante statistische Zusammenstellung mitgeteilt. Unter den 30 932 Studenten in sämtlichen deut⸗ schen Universitäten sind 836 adlig(wobei die Zahl eher etwas zu hoch als zu niedrig ge⸗ griffen ist, da manche Namen mit nur scheinbar adeligem Prädikate dem Adel zugezählt worden sind), von denen 172 auf die Ausländer und 664 auf die Deutschen, von denen wiederum 427 auf Preußen allein entfallen. Natürlich steht die Jurisprudenz mit 260 als die vor⸗ nehmste Wissenschaft an der Spitze, in großem Abstande folgt darauf die Medizin mit 46, die Landwirthschaft mit 28, die philologisch⸗-historischen Fächer mit 27, die mathematisch⸗naturwissen⸗ schaftlichen mit 24, die evangelische Theologie mit 13, die Pharmazie mit 12, die Kameralien mit 10, die katholische Theologie mit 4 und end⸗ lich die Zahnheilkunde mit 3. Von den 16 604 Preußen, die im ganzen an den deutschen Uni⸗ versitäten sich gegenwärtig Studien halber auf— halten, bilden somit die Adeligen einen Bruchteil von 2,6 pCt., bei den preußischen Juristen(4473) macht der Adel 5,8 pCt. aus, bei den Philologen und Historikern(1757) nur 1,5, bei den Mathe⸗ matikern und Naturwissenschaftlern(1657) 14, bei den Medizinern(4551) knapp 1 und bei den evangelischen Theologen(1575) nur 0,8 pCt.— Diesen Ziffern wird der Adel in der Ver⸗ waltung gegenübergestellt. In der preußi⸗ schen Verwaltung des Innern stehen im ganzen 527 Adelige den 862 Bürgerlichen gegen⸗ überstehen, somit 37,9 pCt. Adelige und 62,1 pCt. Bürgerliche. Dabei ist dann weiter sehr inter⸗ essant, wie sich das Prozentverhältnis bei den einzelnen Rangstufen verschieden gestaltet: von den Regierungsassessoren sind 32 pCt. adelig und 68 pCt. bürgerlich, von den Regierungs⸗ räten, auf denen die eigentliche Arbeit ruht, sind nur 17,7 pCt. adelig und 82,3 pCt. bürgerlich rr: ñññ?7r — aber daß er sich verlobte, ärgerte, sie nun doch. — zu verloben brauchte er sich trotzdem nicht!“ „Mit wem denn?“ fragte sie spöttisch gespannt. „Rate mal, Natterchen!“ lächelte Jürg honigsüß und knabberte an einem Flügelknochen. „Ach geh doch!“ wehrte sie ungeduldig ab,— „wirds nun bald, was?“ „Na, weil Du es bist! Also— mit Gretchen Konner!“ „Wa as?“ Nataly setzte sich mit einem Ruck aufrecht, sodaß etliche der Fruchtbonbons herunter⸗ rollten.„Mit Gretchen Konner? Dieses 17jährige Ding, das kaum trocken hinter den Ohren ist und voriges Jahr erst eingesegnet wurde? Ist der Mensch närrisch?“ „Jung gefreit hat Niemand gereut! heißts ja wohl,— na, die kleine Grete Konner ist im übrigen schon ganz hübsch angewachsen und'ne niedliche Krabbe dazu, auch ganz chic und sicher im Benehmen! Und der Olle, was meinst Du wohl, was so'ne Weingroßhandlung so abwirft das Jahr!? Alles in Allem, der Fahgant hat garnicht so schlecht gewählt!“ Nataly zog die Brauen hoch.„Nun ja, eigentlich ists ja wahr,— aber doch immerhin wunderbar und überraschend!“ gab sie, einlenkend, holb und halb zu. Sie wollte ihrem Bruder, der auch manchmal mehr ausplauderte als gut war, keine Ursache zu Rede- und Neckereien geben, es hätte am Ende noch so ausgesehen, als wenn sie eifersüchtig und neidisch auf Grete Konner wäre. Sie, eifersüchtig— des Lieutenants von Fahgant wegen! Gott bewahre! Sie hätte ihn nicht haben mögen, Nataly von Schulfen wählte anders und besser, wenn sie wählte! (Fortsetzung folat.) von den Oberregierungsräten 34,4 gegen 65,6, bei den Landräten sind 52,8 pCt. adelig gegen⸗ über 47,2 pCt. bürgerlich, von den Regierungs- präsidenten sogar 76,5 gegen 23,5 pCt. Und, was man sich diesen Zahlen gegenüber immer wieder schwarz auf weiß vor Augen stellen muß: auf der Grundfläche dieser ganzen hierarchischen Py⸗ ramide haben wir bei den Studenten der Rechts- wissenschaft, aus denen alle diese Kategorien (mit Ausnahme der Landräte, die zum Teil aus unstudierten Gutsbesitzern, ehemaligen Offizieren und dergleichen bestehen) hervorgehen, nur 5,8 p Ct. Adlige gegenüber 94,2 pCt. Bürgerlichen gefunden! Da ist es doch eigentlich eine Be⸗ leidigung für den gesunden Menschen⸗ verstand, wenn man diesen Zahlenmißverhält⸗ nissen gegenüber von ßonservativer Seite imme. noch die Behauptung ruhig anhören soll, daß bei Besetzung dieser politisch wichtigsten, ange⸗ nehmen und vielbegehrten Stellungen eine auf— fallende, unberechtigte Bevorzugung des Adels nicht vorliege! Lokales und Propinzielles. * Gießen, 17. Nov. Zigeunerkonzert. Am nächsten Freitag, abends 8 Uhr, findet im Gießener Festsaal(Café Leib) ein Konzert des bekannten österreichisch-ungarischen Damen⸗ und Herrenorchesters Rakoczi statt. Die Mit⸗ glieder dieses Orchesters, unter denen sich mehrere Geigen⸗ und Cymbalvirtuosen befinden, sind tüch⸗ tige Künstler auf ihren Instrumenten, welche ihr Programm, auf dem nur berühmte Ton⸗ künstler ihres Heimatlandes stehen, in gediegener und wirkungsvoller Weise durchführen. Auch Solo- und Chorgesänge gelangen zum Vortrage. Eine weitere Bereicherung des Programms bildet die Aufführung von National- und Charakter⸗ tänzen. Besonders interessant ist die Vorführung des Serpentintanzes mit verschiedenen Ver⸗ wandlungen und wundervollen Lichteffekten. Gießen, 17. Nov. Die hier bestens be⸗ kannten Schliersee'r feierten dieser Tage große Erfolge in Mainz. * Gießen, 17. Nov. Die Eintragung von Warenzeichen auf Grund des Gesetzes vom 12. Mai 1894 haben nachstehende Gießener Firmen in der Zeit vom 1. Juli bis 30. Sep⸗ tember vornehmen lassen: 1. Karl Emmelius für Zigarren Nr. 25 949; 2. derselbe für den gleichen Artikel Nr. 26291; 3. Georg Philipp Gail für Kau⸗, Rauch- und Schnupftabak, Zigarren und Cigaretten Nr. 25545; 4. Koch u. Eichenauer⸗ Gießen für Korsetts Nr. 25635. * Gießen, 17. Nov. Mit Beginn der nächsten Woche wi d endlich der neue Güter- bahnhof dem Verkehr übergeben und damit die neue Straße zu demselben eröffnet. * Gießen, 17. Nov. Nachdem die Bauten für die Stationen Gießen und Heuchelheim der Bieberthalbahn rüstig voranschreiten, ist man am Abendstern und bei Bieber eifrig be— müht, dem Streckenbau zu fördern. Zirka 60 Arbeiter sind seit acht Tagen beschäftigt, das Schienengeleise zwischen Abendstern und Windhof zu legen, auf denen dann durch zwei Lokomo— tiven und die nötigen Wagen, welche ebenfalls fh Station Abendstern für diese Arbeit bereit stehen, die Erdarbeiten von der Staatsstraße nach Heuchelheim zu besorgt werden. Das günstige Wetter kommt diesem Bahnbau sehr zu gut. * Gießen, 17. Nov. Vor der Straf⸗ kammer stand gestern der 15 Jahre alte Peter Kraußgrill aus Niederweisel wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem 12jährigen Mädchen. Der Angeklagte machte einen recht knabenhaften Eindruck, seine That erwies sich nur als ein Versuch, der aber bestraft werden mußte. Der Gerichtshof faßte die Sache recht milde auf und sprach eine 14. tägige Gefängnisstrafe aus.— Härter wurde der 19 Jahre alte Karl Spaar von Bad Nau— heim, der ebenfalls wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit sich zu verantworten hatte, bestraft. Dessen Sache wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt.— Die Strafkammer billigte dem Angeklagten zwar ebenfalls mil⸗ dernde Umstände zu, erkannte aber auf 1 Jahr Gefängnis. * Gießen, 17. November. Im Frankfurter Lehrerverein hielt der Lehrer Herr Fr. Schöne— wald aus Gelnhausen einen Vortrag über eine von ihm erfundene Rechenmaschine. Der Redner suchte zu beweisen, daß dem Kind mit Zuhilfenahme dieses Apparates die Arithmethik viel leichter als durch die bisherigen Methoden beigebracht werden könne. Er zeigte die angeb⸗ lichen Vorteile, fand aber, wie die Debatte ergab, bei seinen Frankfurter Kollegen wenig Entgegen⸗ kommen. Nur ein Einziger erblickte einen Vorzug gegenüber der„russischen Rechenmaschine“, wäh— rend die Anderen aus mancherlei Gründen das neue Unterrichtsmittel durchaus verwarfen. Man wendete ein, daß der neue Apparat an das Ab— straktionsvermögen des Kindes zu große Anforde⸗ rungen stelle, tadelte die Farbenanwendung, hob den schädlichen Einfluß auf die Augen wegen der Vertikalstellung der Stäbe hervor, usw. Merk⸗ würdig war es allerdings, daß der Redner mit dem Apparat, den er selber erfunden hat, nicht allzu vertraut war und nicht rasch genug operierte; er erklärte das damit, daß er an den Mittel⸗ klassen unterrichte, sein Kollege an der Unterklasse verstehe die Sache weit besser und habe schon recht gute Resultate erzielt. * Gießen, 17. Nov. Hat ein Restaurateur für die Garderobe seiner Gäste zu haften? Diese wichtige Rechtsfrage ist vor dem Berliner Land— ericht J zu einer Entscheidung gebracht worden. m August 1896 besuchte der Bankier D. aus Insterburg das in der Friedrichstraße belegene Restaurant„Zum Rüdesheimer“. Er übergab dort einem Angestellten neben anderen Garde— robenstücken seinen kostbaren Spazierstock zum Aufbewahren. Als D. nach einer Stunde das Lokal verlassen wollte, war der Spazierstock ver— schwunden und ein anderer an seiner Stelle zurückgeblieben. Da der Eigentümer des „Rüdesheimer“ sich weigerte, für den abhanden gekommenen Stock Ersatz zu leisten, erhob D. Klage, die vom Amtsgericht abgewiesen wurde. Gegen diese Entscheidung legte der Kläger Be⸗ rufung ein, die zur Folge hatte, daß das Land⸗ gericht unter Aufhebung des amtsgerichtlichen Urteils den beklagten Restauratenr zum Wert⸗ ersatze verurteilte. Das Landgericht billigte die Auffassung, daß ein Verwahrungsvertrag vor— liege, und daß die Haftung daraus folge, daß Beklagter durch seine Anlage der Garderobe den Kläger jedenfalls zu der von ihm gewählten Art der Aufbewahrung der Garderobe schuldhafter Weise veranlaßt habe. W. Rodheim a. d. B., 17. Nov. Von einem Unfall wurde gestern Nachmittag der Steinhauer Anton Flach in dem bei Bieber gelegenen Steinbruch betroffen. Beim Umwälzen eines schweren Steines rutschte der Hebel ab, wodurch der junge Mann einen komplizierten Beinbruch erlitt. Der Verunglückte wurde sofort in die Klinik nach Gießen überführt. * Butzbach, 15. Nov. Am 12. ds. Mts. starb der hier wohnhafte Superintendent i. P. Heinrich Usener, geboren am 29. März 1811 zu Altenkirchen, Kreis Wetzlar. Der Verblichene stand eine Reihe von Jahren als Pfarrer in der Gemeinde Oberkleen und wurde heute Vormittag 11 Uhr unter dem Geläute der Glocken hiesiger Stadtkirche behufs Bestattung auf dem Ober⸗ kleener Friedhofe dorthin übergeführt, wo auch seine beiden verstorbenen Frauen ruhen. Voriges Jahr wählte er unsere Stadt zu seinem Aufent⸗ halt und war in weiteren Kreisen eine beliebte Persönlichkeit. Möge ihm die Erde leicht sein! * Bad Nauheim, 16. Nov. Die Bau⸗ thätigkeit hat hier über alles Erwarten großen Umfang angenommen. Von kundiger Seite wird mitgeteilt, daß gegen 50 Häuser und gegen 120 Fremdenzimmer mit der nächst⸗ jährigen Saison neu in Gebrauch genommen werden könnten; es geht dies sicher über das Bedürfnis hinaus. Die Erwerbs- und Mietpreise haben nachgerade eine Höhe erreicht, daß das Mietgeschäft kaum mehr rentabel er⸗ scheint.— Sowohl Bad Nauheim wie Friedberg wollen Schlachthäuser erbauen. Es ist nun der gewiß nicht von der Hand zu weisende Vorschlag gemacht worden, etwa in der Mitte beider Städte ein gemeinsames Schlachthaus errichten. * Friedberg, 16. Nov. In der Nähe des hiesigen Bahnhofs wurde vor wenigen Tagen ein Arbeiter von zwei Individuen überfallen und ihm die Uhr entrissen. Der Polizei gelang es, die Beiden einzuholen und zu verhaften. Die Uhr jedoch hatte der eine Räuber während der Verfolgung weggeworfen. Der Handkoffer, den der Andere trug, war in der Herberge zur Heimat gestoh en. Am Tage nach der Verneh⸗ mung durch den Untersuchungsrichter fand man einen der Verhafteten in dem Haftlokal erhängt vor. Als nun bei der Ortsbehörde des angeb— lichen Heimatsorts des Toten telegraphisch an⸗ gefragt wurde, ob die Angehörigen auf den Leich⸗ nam reflektierten, stellte sipy heraus, daß der Mann falsche Papiere bei sich führte; denn die Antwort lautete, es müsse jedenfalls ein Irr— tum vorliegen, da die Person fraglichen Namens sich noch wohl und munter befinde. Die Leiche 1 75 hierauf der Anatomie in Gießen über— geben. * Schotten, 15. Nov. Zu gunsten der von dem schweren Brandunglück betroffenen Be⸗ wohner des Dorfes Michelbach plant der Schottener Turn- und Gesangverein für den nächsten Sonntag ein Wohlthätigkeitsvor— stellung. Hoffentlich bringt rege Teilnahme einen günstigen Erfolg. Sehr wohlthuend be⸗ rührt die Opferwilligkeit der umliegenden Ort⸗ schaften, besonders Schottens, dessen Einwohner das Vieh der Abgebrannten teilweise bei sich eingestellt haben und füttern. * Darmstadt, 16. Nov. Der Kammersänger Bär beabsichtigt eine Gesangsschule höheren Stiles hier zu gründen, die allen Anforderungen des Kunstgesanges gerecht werden, sowie dem besseren Dilettantismus Gelegenheit zur Vervoll⸗ kommnung bieten will. Das Unternehmen ist um so freudiger zu begrüßen, als Herr Bär stets zu den bevorzugtesten Sängern zählt und durch eifriges Studium und vorzügliche Schulung imstande war, den echten Kunstgesang zu Gehör zu bringen und dadurch schon fördernd in der Gesangswelt zu wirken. * Darmstadt, 16. Nov. Wie ein Bericht⸗ erstatter des„Berl. Tagebl.“ von hier meldet, wird Staatsminister Finger noch vor Ablauf dieses Jahres, seines hohen Alters wegen, in den Ruhestand treten. Zu seinem Nachfolger soll Kreisrat Haas-Offenbach a. M., der jetzige Präsident der zweiten Kammer, in Aussicht ge— nommen sein. Weitere bedeutende Personalver— änderungen sollen bevorstehen, über die jedoch bis jetzt noch nichts Bestimmtes mitgeteilt wer den könne. * Darmstadt, 16. Nov. Große Verstim⸗ mung hat in den betreffenden Beamtenkreisen ein Erlaß der Direktion der Main-Neckar⸗Bahn hervorgerufen, demzufolge es„mit Rücksicht auf die Geschäftslage geboten erscheint, die seither bestandene Uebung, wonach der Samstag Nach⸗ mittag in der Regel als dienstfrei behandelt wurde, aufzuheben.“ Es handelt sich dabei nur um die Beamten des inneren Dienstes. * Darmstadt, 16. Nov. An Wechsel⸗ stempelsteuer wurden im Oktober d. J. im Ober⸗Postdirektionsbezirk Darmstadt 15 519 Mark 30 Pfg. vereinnahmt, zusammen mit den Vormonaten des laufenden Etatsjahres 98 481 Mark oder 6465 Mark 50 Pfg. mehr als im entsprechenden Zeitraume von 1896/97. 5 * Nen⸗Isenburg, 16. Nor. In größter Lebens gefahr befand sich gestern Nacht die Ehefrau des hiesigen Tagelöhners Chr. Bom⸗ mersheim. Während die Frau noch bis kurz vor 12 Uhr mit Zeitungslesen beschäftigt war, wurde sie plötzlich von Krämpfen befallen, wobei der Tisch mit der auf ihm stehenden brennen⸗ den Petroleumlampe umfiel. Als die im oberen Stockwerke desselben Hauses wohnende Ehefrau des Schuhmachers Rohleder durch einen heftigen Schlag aufmerksam gemacht, in die unter ihr gelegene Wohnung eilte, fand sie die Frau Bommersheim auf dem Boden liegen, von hellen Flammen umgeben. Der Inhalt der herabge— stürzten Lampe ergoß sich über die von Krämpfen Befallene, deren ganze Bekleidung sofort in Flammen loderte. Obgleich es der Herbeige⸗ eilten gelang, in kurzer Zeit die Flammen zu ersticken, trug die arme Frau doch so schwere Brandwunden an Armen und Brust davon, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Vermischtes. — Strenge Bestrafung eines Tierquälers. Wegen Sachbeschädigung und Tierquälerei ist vom Land⸗ gericht Guben am 5. Oktober der Arbeiter Karl Wagksch zu zwei Jahren Gefängnis, dem höchsten zulässigen Straf⸗ maß, und vier Wochen Haft verurteilt worden. Er hatte eine Stellung als Kutscher inne und ließ wiederholt seinen Aerger an einer Stute in so roher Weise aus, daß das Tier infolge der Mißhandlung getötet werden mußte. Die Revision des Angeklagten wurde am 12. d. M. vom Reichsgericht verworfen. Die Strafe dürfte manchen Fuhr⸗ leuten zur heilsamen Wirkung dienen. — Eine Improvisation im„Hannele“. Aus Budapest meldet man: Gelegentlich der am 19. November im ungarischen Theater erfolgten ersten Auf⸗ führung von Gerhart Hauptmanns„Hannele“ ereignete sich ein so komischer Zwischenfall, daß die Wirkung des ganzen Stückes hierdurch in Frage geriet. Während der tief ergreifenden Szene, da Hannele, die im Glassarge ruht, durch ein Wunder zum Leben erweckt werden soll, äußerte ein kleines, von einem dreijährigen Mädchen dar⸗ gestelltes Engerl erst mit leiser, dann dreimal mit sehr lauter, im ganzen Theater vernehmlicher Stimme einen natürlichen Wunsch, der unter gewöhnlichen Umständen nichts auf sich gehabt hätte. Im vollbesetzten Hause aber folgte auf die Aeußerung des naturalistischen Engels eine stürmische, wiederholt sich erneuernde Lachsalve, welche die Illusion vernichtete und begreiflicherweise eine Wirkung hervorrief, welche nicht beabsichtigt war. — Vierfache Exekution durch einen Geheimbund. Man schreibt aus Rom vom 11. No⸗ vember: Die sizilischen Blätter bringen jetzt Einzelheiten über einen Vorfall, der nach der ersten kurzen tele⸗ graphischen Meldung nicht recht verständlich war. Am 12. Oktober verschwand aus Palermo der Bäcker Tuttil⸗ mondo und der Wirt d'Alba. Alle Nachforschungen waren vergebens, zwölf Tage später verschwanden zwei Kutscher aus Palermo auf dieselbe geheimnisvolle Weise. Zuerst suchten die Verwandten allein, und erst nach eiuigen Tagen benachrichtigten sie die Polizei, als keine Spur zu ent⸗ decken war. Dann tröstete man sich noch einige Tage mit der Hoffnung, die Verschwundenen seien nach Amerika durchgebrannt, um sich dort ein schöneres Leben zu zimmern. Am 5. November— die Familie hatte sich schon halb in das Unvermeidliche gefunden— ging eine Patrouille von Zollsoldaten in einer Entfernung von einem halben Kilometer um die Oktroizone der Stadt, als sie in der Nähe des Seehospizes durch einen pestilen⸗ zialischen Geruch überrascht wurden. Sie gingen diesem Geruche nach und kamen über die Wiesen des Gutes Lagana zu einer Felshöhe, in der sich eine, 1,26 Meter hohe und 2 Meter breite Grotte befand, die 30 Meter Länge hatte. Am hinteren Ende dieser Grotte oder Höhle, in der viele Tropfsteinbildungen auffielen, entdeckten die Oktroiwächter einen Brunnen, der den Leichengeruch ent⸗ sandte. Die Polizei wurde herbeigerufen, und diese holte aus dem Brunnen drei Leichen heraus, in denen man die Reste von drei der vier Verschwundenen rekognoszierte, trotz der schon sehr vorgeschrittenen Zersetzung, es waren die Leichen des Bäckers und der beiden Kutscher. Des Weinwirts Verbleib ist hingegen heute noch ein Rätsel. Kaum kam die Nachricht von dem grausigen Fund nach Palermo, so war auch, wie das„Giornale di Sicilia“ schreibt, alle Welt überzeugt, daß es sich hier um eine Strafexekution der bekannten geheimen Verbindung „maffia“ handle, die seit Jahrhunderten in Sizilien blüht und dank ihrer großen Verbreitung in allen Gesell⸗ schaftsschichten ungestraft die größten Verbrechen begeht. Die Polizei hat nur feststellen können, daß die drei Un⸗ glücklichen erschossen wurden. Man vermutet nur, daß die Verschwundenen hinter Geheimnisse einer hochmögenden Person gekommen sind, und daß diese, um sich den Er⸗ pressungen der Mitwisser zu entziehen, die Macht des Geheimbundes benutzte, um die unbequemen Menschen zu beseitigen. — Die sibirische Eisenbahn zwingt die russische Regierung zur„Humanität“. Die nach Sibirien Verbannten sollen, wie ein„allerhöchster Erlaß“ anordnet, in Zukunft nicht mehr wie die wilden Tiere aneinandergekoppelt ins Exil zu Fuß wandern, sondern sie werden künftighin mit der Eisenbahn in die Verbannung geschickt. Es ist kein Zweifel, daß dadurch das Elend der Gefangenen bedeutend gemildert wird. Wer die grauenhaften Schilderungen gelesen hat, die der ameri⸗ kanische Journalist George Kennan von den Qualen der Gefangenen auf dem Transport gemacht hat, wer sich der Schilderung erinnert, die ein Gefangener von einem Kampf der aneinandergefesselten Verbannten mit hungrigen Wölfen gab, wer weiß, was für furchtbare seelische Martern die Gefangenen in den Etappengefängnissen erleiden müssen der wird die Gefangenen glücklich preisen müssen, daß all diese Marter nun abgekü nun abgekürzt werden soll. Ab⸗ gekürzt deshalb, weil ja auch die Eisenbahnfahrt über Moskau, Perm und Tomsk nicht mit Eilzü den gehen wird, weil auch diese Fahrt im günstigsten Falle einem Militär⸗Transport zu vergleichen sein wird, nur mit der Verschärfung, daß die Gefangenen an Händen und Füßen gefe felt diese Fahrt werden mitmachen müssen. Dennoch hat die Technik, durch deren Anwendung sich der Trans⸗ port billiger stellt, gerade dadurch den russtschen Staat gezwungen, mit seiner grausamsten Institution zu brechen. Die endliche Befreiung des russischen Volkes von der Knute wird erst das russische Proletariat bewirken. — Eine Fahrt durch das australische Festland auf dem Fahrrade war das vielbewunderte Meisterstück, daß der Franzose Jerome Murif vor einiger Zeit vollbrachte. Am 10. März dieses Jahres war er von Flenely bei Adelaide abgefahren und am 21. Mai kam aus Port Darwin im Nordterritorium die Draht⸗ meldung, daß er dort glücklich angelangt sei. Der kühne Radfahrer war der Linie des Ueberlandtelegraphen gefolgt und legte in der angegebenen Zeit einen Weg von 4760 Kilometer zurück— meist durch öde Sandwüsten. Jetzt hat er Nachahmer gefunden. Ein unternehmender Fahr⸗ radfabrikant hat einen bekannten Radler, Mr. Coleman, verpflichtet, auf einem Zweirade, das aus seiner Fabrit hervorgegangen ist, durch den Kontinent(zur Abwechslung statt von Süden nach Norden, von Westen nach Osten) zu fahren. Infolge Genusses von verdorbenem Konserven⸗ fleisch erkrankte jedoch Coleman in der Nähe der Tele⸗ graphenlinie und durchschnitt, da er sich nicht anders zu helfen wußte, den Draht, um auf diese Weise Hilfe her⸗ beizurufen. Seinen Zweck erreichte er wohl, wird aber für die entstandenen bedeutenden Kosten von der Regierung haftbar gemacht werden. Ein Gefährte Colemans, Mr. Mather, war am Barrow Creek mit seiner Maschine zu⸗ sammengebrochen und hatte sich zu Pferde in Sicher⸗ heit gebracht. Mit der beabsichtigten Reklame war es also nichts. — Payer über Andree. Die Wiener„N. Fr. Presse“ teilt eine Unterredung mit dem bekannten Nord:. polreisenden Jul. v. Payer über die Aussichten der zu Andrees Aufsuchung unternommenen Schritte mit.„Vor dem nächsten Sommer, meint Payer, ist kaum eine Nach⸗ richt von Andree zu gewärtigen, nur er selbst kann solche bringen. Nicht die Brieftauben, sie haben den Ballon offenbar nicht verlassen wollen, und da sie im Sommer nichts geleistet, so werden sie im Winter noch weniger thun. Bei großer Kälte wird ihre Kraft rasch erschöpft, ihre Augen verschließen sich im Fluge durch das anhaf⸗ tende Eis, ihre Feinde sind Schneestürme, Raubmöven, Falken und die halbjährige Finsternis. Ein Dampfer wird nach Spitzbergen gehen, um nach dem Vermißten zu suchen. Dieses Schiff setzt sich der augenscheinlichsten Gefahr aus, vom Eise eingeschlossen zu werden, setl es durch schwere Schollen oder durch das Jungeis, welches nunmehr auch die Baien und Kanäle bekleidet und das sich täglich von neuem bildet. Nur um die Mittagsstunde gestattet die Dämmerung noch einigen Ausblick. Zwei Stunden nach Mittag wird es wieder dunkel, und ein Fahrzeug, das an einer Scholle festliegt, wird vom Esse eingeschlossen und besetzt. Die Ueberwinterung ist dann unausbleiblich, möglicher weise muß das Schiff im Pack⸗ eise dahintreiben. Andree zu finden, giebt es dann kein anderes Mittel als durch Schlittenreisen entlang der Külste; doch Ende November ist auch mittags nichts mehr zu sehen, und wenn das Hilfsschiff wirklich im Eise treibt, auch dieses schwer wieder zu finden, weil es inzwischen den Platz gewechselt hat. Wird jedoch ein Winterhafen er⸗ reicht, was vom Glücke abhängt, dann sind die Beschwerden relativ klein und die Chancen des Gelingens groß, voraus⸗ gesetzt, daß die zu Suchenden sich wirklich dort befinden, wo man sie vermutet. Die lange Winternacht hat für Andree bereits begonnen. Ist er noch am Leben, so hat er seine Schlittenrese eingestellt. Stürme, namentlich aber die Finsternis, zwangen ihn dazu, und er hat auf dem Lande, wahrscheinlich aber auf einer Scholle, ein Haus aus Eisstücken erbaut. Vor dem März 1898 kann er seine Reise nicht fortsetzen; zuerst bei 40 bis 50 Grad Celsius unter Null. Daß sie gelingen möge, diese Reise ohnegleichen, ist der innigste Wunsch der gesamten Menschheit.“ — Der Schlangenbändiger. Ein Mitarbeiter, der Indien bereist hat, erzählt der„Köln. Ztg.“ Wünscht der Huzsor(hohe Herr) vielleicht, daß ich meine Schlangen zeige?“ So redete mich ein Hindu auf der Veranda meines Hauses an.„Ich habe hier Cobras, Karitis, die flinke Dhamma(Peltschenschlange) und die giftigste von allen, die kleine Vingrai(Sand⸗Schlange), Eine Cobra⸗Königin zu fangen, ist mir noch nie geglückt, und die Bandport⸗Schlange kann ich nicht gebrauchen, da dieselbe nur von Bienen lebt. Bei meinem Umherzlehen könnte ich die nicht beschaffen. Auch sind diese Schlangen zu gefährlich; denn sie besitzen außer ihrem Giftzahn einen giftigen Stachel am Schwanzende, welcher tötliche Stiche verursachen kann.“ Auf meine Frage, ob er ein Gegen⸗ gift anwende, falls er gebissen würde, antwortete er, die Schlangenzähmer hätten ein Mittel, welches den Biß jeder Schlange, außer dem der Sand-Schlange, unschädlich mache. Ich hatte noch nie dieses kleine, kaum fünf Zoll lange Reptil gesehen. Der Hindu griff in seinen Korb, holte ein kleines Kästchen hervor und entnahm demselben zwei dieser kleinsten aller indischen Vipern. Kaum vier Zoll lang, bewegten sie sich sehr träge, und nur die ge⸗ spaltene Zunge fuhr rastlos hervor, während sich der platt gedrückte Kopf, wie er allen Giftschlangen eigen ist, lang⸗ sam nach rechts und links bewegte. Diese giftige kleine Schlange hält sich meistens auf sandigen Plätzen auf und lebt von kleinen Insekten. Da alle Hindus barfuß gehen, werden sie oft von dieser Schlange gebissen. Der Tod tritt in der Regel sofort ein, nur nach einem Biß in der Brust erst nach und nach; der Gebissene fühlt sich in lez⸗ terem Falle müde und schläft ein, um nie wieder zu er wachen. Ende machen wollen, suchen sich eine solche Schlange, die bei ihrer Trägheit leicht zu fangen ist. Die Selbstmoͤrderin legt sich die Schlange auf die Brust und schläft nach dem Biße ein, ohne, wie man allgemein vermutet, Schmerzen zu fühlen, denn die Gesichtszüge zeigen nach dem Ver⸗ scheiden ein ruhiges, zufriedenes Aussehen, wie das eines glücklich Träumenden. Das Gegengift— Nai ha- Thitha(die Galle der Cobra)— bewahrt, wenn es so⸗ fort auf die Wunde kommt, vor dem Tode; der Gebissene wird nur einige Tage krank bleiben und oft Ohnmachts⸗ anfälle haben. Auch muß der Kran'e täglich bis zur Ge⸗ nesung etwas von dieser Galle in Milch einnehmen. Schlangenzähmer gewöhnen sich an das Gift, indem sie beständig davon einnehmen; darum thut ihnen der Biß einer giftigen Schlange keinen Schaden. Man gewinnt das Gift, indem man den Hinterkopf der Schlange preßt, das Gift sammelt sich an der Spitze des Giftzahnes und wird mit einem Strohhalm aufgefangen. Der Tropfen wird dann auf ein Sarasarillablättchen geträufelt und mit diesem hinuntergeschluckt. 5 — Gottesdienst mit Tabakrauch. Selsame Lockmittel wenden in London, die kleineren Kirchengemein⸗ schaften(Baptisten, Methodisten, Wesleyaner usw.) an, um die Kirchen zu füllen. So wurden in den Straßen um die Christ⸗Hall⸗Kirche in Hamburg⸗Street die Augen 0 der Vorübergehenden auf große Anschlagstafeln hinge zogen, die von mehreren Männern umhergetragen wurden. I Inu 80 in . M. her de elles chu ließ ihr n ört, it i bchor nachm r Soltoh, dem I.„ andere Te eee 5 ie zasglssen 9 15 die auf G Jomhte, f Teil 1 115 1 „ J 0 N ee ihnen wur guche; Schiff L chale. N inte. Um s augen ebe einer 5 2 Gauß ihttt Pfeife , bar, legte ssch berz 1 Da aber das 4 Ewietigkkiten hatte, n an Altathlabe, der 8 zu laschen aufg fiat Bewegung scht. 46 bah alle bei der u. Es folgte dann 5 ener, der feine 5 dtlicte rchigt il abtoten und wel Achennt erschöpft zu f i eue not aler Be Wen hatten, wurde bg de Neigung bckti Aachen geboten, auh belget bekeligt 1 un Göottezdienst, a fals der englis ane auc die Vettret ngen tel.“ - Echnell laufen — IA Städtise it ee Gießen, Garte Augebot det Ar L oghiabe, I epengl Krunlepfscgerg, Tapez ur felbanbigen Führung Namentlich Frauen, welche ihrem Leben en dauschloser, Schneider Itubiener, 4 Lauffraue Enlafferer, 4 Dienfm an, und 1 Scheibge achfrage der Drechsler 1 Speng Veuschlosser, 1 Schmi Talursche, 9 Diensem cal. Arbeiten berfle 4 ge 2 Kind 1516 Jahren, 5 J . huubatbeit. 3 Langs dogs 5 0 Groß Ehsllenst Aaspeite Sto r nehst 0 J rd de ö 0 0 Zimmer ehr ina doo ling hal ter Iluadere — da sie im Suns Winter 10 uf dach ent erschß ge lurch dab alt fürn, Raub I Ein Dum ch dem Vermißtg er augenschelulihhg n zu werden, fel g as Jungeis, wat lle belleibet und h um die Mittogsstuz igen Ausblick, Jr der dunkel, und er liegt, wird vom Gi twinterung ist an das Schiff im Ju giebt es dann ler en entlang der K nichts mehr zu khan im Eise treibt, unt les inzwischen de ein Winterhafen e m sind die Beschweldg lingens groß, born wirklich dort befinden Winternacht hat ft och am Lehen, so he ürme, namentlich aha den Bewohnern jenes Stadtviertels, das zu den ärmsten Londons gehört, ließ ihr Pastor ankündigen, daß er am nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr, einen Gottesdienst abhalten werde, bei dem jedem Besucher Rauchtabak un⸗ entgeltlich verabreicht werden würde. Ueber diesen Rauch⸗ gottesdienst berichtet ein Augenzeuge in dem in London erscheinenden deutsch⸗lutherischen St. Georgs⸗Boten Fol⸗ gendes:„Einige der Eintretenden rauchten bereits ihre kurzen Tonpfeifen, andere hatten die kalten Pfeifen mit dem leeren Kopf nach unten im Munde, bei anderen sah man aus den zerschlissenen Westen und Röcken die kurzen Peelfenrohre, die auf Gratisfüllung warten, hervorgucken. Auch Frauen, zum Teil mit Pfeifen versehen, erschienen in der Kirche; ihnen wurden die Seitensitze angewiesen. Als die Plätze in Schiff und Seitenschiff gefüllt waren, erschten ein Herr, der den Gottesdienst zu leiten hatte, von der Sakristei her, blies selbst eine kräftige Wolke aus seinem Rotdorn und begann aus einem Sacke Tabak auszuteilen— sparsam, denn das Pfund von dem ge— ringsten amerikanischen(Shag) kostet Sh. 3.6(M. 3.50); jeder anwesende erhielt so viel, daß er zweimal seine Pfeife füllen konnte. Darauf begann das Stopfen, wobei sich denn auch zeigte, daß Lumpenstutzer darunter waren, die sich den Luxus einer vornehmen Cigarette leisteten und kleine Päckchen Cigarettenpapier zur Anfertigung be⸗ nutzten. Als alle bedient, die Pfeifen in Brand gesteckt waren und die lustigen blauen Wolken zum Dache der feirche aufstiegen, erschtenen zwei junge, dunkelgekleidete Damen(ohne Pfeife) auf dem Altarplatze, setzten sich vor das Harmonium und der Gottesdienst begann. Zuerst ein Gebet, dem die Anwesenden aufmerksam zu folgen schienen, aber ein komischer Anblick war es doch, die Leute nach englischer Gebetssitte, mit den beiden Händen vor den Augen, dasitzen zu sehen, während sich zwischen den Fingern dicke Rauchwolken aus den verdeckten Pfeifen⸗ köpfen hervordrängten. Dann folgte ein Lied, an dem sich eigentlich nur die anwesenden Frauen beteiligten, da es den Männern offenbar Schwierigkeiten machte, zu singen und zugleich zu rauchen, um die Pfeife in Brand zu erhalten. Aber kein Teilnehmer störte irgendwie die Vorgänge. Um so angenehmer wirkte dann der Vortrag eines Sologesanges einer Dame, der den Männern völlig den Genuß ihrer Pfeife gestattete. Als die Dame zu Ende war, regte sich verzagter Beifall in einem Winkel der Kirche. Da aber das Händeklatschen für die Raucher seine Schwierigkeiten hatte, bedurfte es erst des leitenden Herrn am Altarplatze, der, den qualmenden Rotdorn im Munde, zu klaschen anfing und damit alle Hände in be⸗ geisterte Bewegung setzte. Und den Gesichtern sah man 6s an, daß alle bei der Sache und im vollsten Ernst waren. Es folgte dann die Textverlesung und seitens des Rotdorn⸗Herrn, der seine Pfeife nun ausgehen ließ, eine kurze, schlichte Predigt über das Wunder von den sechs Gerstenbroten und zwei Fischlein. Inzwischen schien der Tabatvorrat erschöpft zu sein, und da die 400 bis 500 Pfelsen eine trotz aller Ventilation erstickende Atmosphäre geschaffen hatten, wurde Schluß gemacht und allen den⸗ senigen, die Neigung bezeigten, eine Tasse Thee mit Mar⸗ meladeschnitten geboten, an denen besonders die am Rauchen weniger beteiligten Frauen sich gütlich thaten. un dem Gottesdienst, der ja zweifellos über die Linie selbst der englischen Gewohnheiten hinausging, nahmen auch die Vertreter mehrerer großer englischer Zeitungen teil.“ — Schnell laufendes Wasserfahrzeug. Be⸗ kanntl ich vermag uns die Eisenbahn auf dem festen Lande mit einer immerhin schon als groß zu bezeichnenden Ge⸗ schwindigkeit fortzubewegen. Auf dem Wasser haben es bis jetzt die größten, mit ganz gewaltigen Maschinen aus⸗ gerüsteten Dampfer doch nur auf weniger als die Hälfte der in Deutschland für die Eisenbahn gesetzlich zulässigen Geschwindigkeit gebracht. Die für den Torpedodienst be⸗ stimmten Fahrzeuge haben allerdings, trotzdem sie in ihrer Größe neben den Ozeanschnelldampfern verschwinden, sehr erhebliche, diejenige der Schnelldampfer um die Hälfte überschreitende Geschwindigkeiten erreicht. Kleine Fluß⸗ fahrzeuge indessen haben bis jetzt, wenn sie besonders rasche Schiffe waren, 10—12 Knoten erreicht, und auch dies ist nur mit voller Anstrengung ihrer Maschine möglich. In eigenartiger Weise hat vor kurzem ein Amerikaner das Problem gelöst, auch nit verhältnismäßig sehr kleinen, nur wenige Personen tragenden Fahrzeugen eine Geschwindigkeit auf dem Wasser bis zu 20 Knoten, das sind also fünf deutsche Meilen, in der Stunde zu erreichen, und damit also sich wie ein gewöhnlicher Per⸗ sonenzug fortzubewegen. Jener Amerikaner nahm zwei, nach Art der Rennboote gebaute, ganz leichte Fahrzeuge und verband dieselben durch quer zu ihnen gelegte und mit den Bootskielen starr verbundene Platten aus leichtem Material. Vier solcher Platten, welche achtmal so lang wie breit waren und, wie erwähnt, rechtwinklig zur Kiel⸗ einrichtung der beiden durch sie verbundenen Bootskörper standen, wurden für das Fahrzeug angewandt und unter einem Winkel von etwa 20 Grad derart zur Horizontalen an den Bootskielen befestigt, daß die höher gelegene Kante vorwärts und die tiefer gelegene rückwärts gerichtet war. Zwischen beiden Booten wurde aus diesen vier Platten ein kleiner, rasch verdampfender Wasserkessel angebracht, dessen mit ihm fest verbundene kleine Kompoundmaschine eine gewöhnliche Schiffsschraube drehte. Ließ der Besitzer des Bootes die Maschine schnell arbeiten, so bewegten sich die Boote ebenfalls energisch vorwärts. Die etwas schräg angeordneten vier Platten stiegen dabei gewissermaßen wie auf einer schiefen Ebene im Wasser aufwärts und hoben dadurch die Boote einen erheblichen Teil aus dem Wasser. Es wurde, wenn die Maschine mit voller Kraft lief, sogar erreicht, daß die Boote selbst ganz aus dem Wasser kamen und nur die Platten über das Wasser hinglitten, wobei sie natürlich fortgesetzt eine erhebliche Wassermenge direkt abwärts drückten und dadurch das Emporheben der Voote über den Wasserspiegel möglich machten. Es wurde, wie bereits erwähnt, auf diese Weise eine Geschwindigkeit von 20 Knoten mit einem verhältnismäßig nur geringen Auf⸗ wand an Maschinenarbelt erreicht. — Ein Riesenschirm. Das Zugstück der im nächsten Sommer in Omaha(Nebraska) stattfindenden Trans⸗Mississippi-⸗Ausstellung wird ein riesiger „Regenschirm“ sein, wenigstens der Form nach; im übrigen soll er dazu dienen, einen Rundblick auf die Ausstellung und ihre Umgebung zu gewähren. Das eiserne Ungetüm hat Aehnlichkeit mit einem Riesenschirm, dessen Stange und Gerippe aus solidem Stahl hergestellt wird. Die Spangen des Schirmes, eisernen Armen gleich, werden sich, wenn in Bewegung gesetzt, langsam und gleichzeitig vom Erdboden erheben und, bis zu einer Höhe von 325 Fuß ansteigend, sich gleichfalls langsam im Kreise drehen und dann in ebensolcher Weise, wie sich die Steigung vollzog, auch wieder zurück zum Erdboden gebracht werden. Die Stange oder besser gesagt der Schaft, der einen Durch⸗ messer von 45 Fuß haben soll, wird aus Stahl und Eisen hergestellt, 350 Fuß hoch und in einem 30 Fuß tiefen und 100 Quadratmeter Umfang besitzenden Stein⸗ fundamente verankert werden. Die eisernen Arme dieses Riesenschirmes, zehn an der Zahl, werden 110 Fuß vom Träger desselben seitwärts abstehen und an ihrem äußersten Ende werden kutschenähnliche Behälter zur Aufnahme von je 40 Personen angebracht werden. Von den Enden der eisernen Arme werden Drahtseile nach der Spitze des Schaftes gezogen, die zur Herstellung des Gleichgewichts dienen. Die Wagen zur Aufnahme der Personen sollen aus Eisen und Stahl hergestellt werden. Die Triebkraft für den Riesenschirm ist Elektrizität. Die Dauer der Rundfahrt ist auf zwanzig Minuten berechnet. Die ver⸗ schiedenen Wagen werden elektrisch beleuchtet werden, mit farbigen Lampen illuminiert und auf der höchsten Spitze des eisernen Mastes wird ein elektrisches Licht angebracht. Letzte Nachrichten. * Gießen, 17. Nov. Am verflossenen Sonn⸗ tag waren im Savoy⸗Hotel zu Berlin Ver⸗ treter von 38 deutschen Rennbahnen(mithin die Mehrheit der vorhandenen) versammelt, um darüber zu beraten, ob eine deutsche Sport⸗ behörde für Bahnwettfahren bestehen soll und wie eventuell dieselbe zweckmäßig zu organisteren ist. Die Frage, daß eine oberste Zentralbehörde für Bahnwettfahren in Deutsch⸗ land bestehen soll, wurde einstimmig bejaht. Bei den Debatten kam ebenso entschieden zum Aus⸗ druck, daß man den Uebergriffen der Berufs- fahrer, welche Mitglieder des Verbandes der Vereine für Radwettfahrten sind, ganz energisch entgegentreten solle. Die Vertreter dieses Ver⸗ bandes, welche der bisherigen deutschen Sports⸗ behörde angehörten, haben nämlich die in der abgelaufenen Saison für Bahnwettfahren giltig gewesenen Satzungen, selbst mit ins Leben ge⸗ rufen und sich für ihren Verband rückhaltslos unterworfen gehabt. An drastischen Beispielen bei denen der bekannte Fall Arend noch nicht das krasseste bildete, wurden von ver⸗ schiedenen Seiten Beweise gegeben, wie diesen Satzungen zuwidergehandelt worden ist. Es wurde eine neungliedrige Kommission ge— wählt, bei der auch ein Vertreter des Kura⸗ toriums der Rennbahn Gießen 1897 sich befindet. Der Vorsitz in derselben wurde dem Generallieutenant Excellenz von Dincklar übertragen. Die Kommission hat die Aufgabe, die von der Versammlung beratenen und fest⸗ gesetzten Grundzüge einer neuen Organisation für die deutsche oberste Sportsbehörde auszu⸗ gestalten. Das Kuratorium unserer Rennbahn war in Berlin durch Herrn Wilh. Homberger vertreten. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 17. Nov. Die sozia⸗ listischen Mitglieder des Reichs 2—— tages werden am 1. Dezember zur ersten Fraktionssitzung in der be⸗ ginnenden Reichstagssession zusammen⸗ treten. Hd. Berlin, 17. Nov. Gestern Nachmittag 5½ Uhr durchschnitt der Schneider Emil Broetzow seiner Ehefrau in ihrer gemeinsamen Wohnung mit einem Schlächtermesser die Kehle und tötete sich dann selbst auf die gleiche Weise. Der Grund zu dieser That sind Nahrungssorgen und Krankheit der Ehefrau. Hd. Stargard, 17. Nov. Gestern Nachmittag fand auf dem Militär⸗ Scheibenstand ein Duell zwischen dem Hauptmann von Haine vom Col⸗ berger Grenadier⸗Regiment und dem Brigade⸗ Adjutanten Hauptmann von Ostrowski aus Haunover statt. Ostrowski wurde durch einen Schuß in den Kopf schwer verletzt. Hd. Wien, 17. Nov. Die gestern Abend stattgehabte Versammlung sozialistischer Studenten, welcher auch Studenten aller anderen Parteischattierungen beiwohnten, mußte wegen tumultuarischer Szenen zwischen den Zio⸗ nisten und Sozialisten aufgelöst werden. Der Saal wurde polizeilich geräumt. Hd. Wien, 17. Nov. Der Kaiser ernannte den Privatdozenten an der Universität Straß⸗ burg i. E. Dr. Otto Kuntz zum ordent⸗ lichen Professor an der Universität Graz. Hd. Marseille, 17. Nov. Infolge fortgesetzter Skandale ist die' hiesige große Oper geschlossen worden. Hd. London, 17. Nov. Die„Times“ melden aus Athen. In der Kammer beschimpfte gestern der Abgeordnete Robert Mast rapas seinen Kollegen Steriades. Letzterer griff Mastrapas thätlich an. Andere Abgeordnete mußten die Kämpfenden trennen. br Sterbefälle. 5 Am 13. Nov. Elisabethe Panz, geb. Mom⸗ berger, 50 Jahre alt, Ehefrau des Dachdeckers Hermann Philipp Ludwig Panz dahtier. Ge⸗ storben in der neuen Klinik. Die Beerdigung findet von der neuen Klinik aus statt. Am 16. Nov. Louis Kuttner, 50 Jahre alt, Handelsmann von Bellersheim, Kreis Gießen. Gestorben in der alten Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. EEC Ä Verleger: Paul Bader in Marburg, Verautw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. ttmanyschen Buchdruckeref, Giesen, Schloßgasse 13 * 1 7 2 und er hat auf be Städti er 4 8 C k 8.. 2 11 7 2 10 ö 11 as⸗Coles. Schrapenborg's 4 0 ln öh 5 28. Ottober— 1 40 bis 50 b Arbeits achweis Durch Stadtverordneten⸗Beschluß vom 30. September bezw. 28. 34 0 5 ö d. J. wurden die Preise unserer Gascokes bis auf Weiteres festgesetzt eum a INE Vunsch det gere Gießen, e 2. sowie die Verkaufsweise eingerichtet, wie folgt: e e 77 5 Angebot der Arbeitnehmer. 5 i. 8 B 4. ene i See 1 Spengler( ogenateng, S ee per Pl. 1,70 Mk. incl. Schafswolle. 2 FJ u- Cotes in zwei versch Korngrößen fü 7 85 Anerkannt bestes Mittel gegen Rheumatismus. 2 leicht, daß ich wen zur selbständigen Führung eines Geschäfts, 1 Nuß ⸗Co es in zwei verschiedenen orngrößen für E 8 g 2 ein Hibn auf Bauschlosser, 1 Schneider, 6 Taglöhner, 1 Stubenheizung und für weite und enge Ofen⸗ Angemeldet beim Kaiserl. Patentamt 1641/2. 65 habe bier Cobtz Bureaudiener, 4 Lauffranen 4 Haueburschen, schächte passend zerkleinert: 77— Dieses aus stark ätherischen, flüchtig und scharf durchdringenden— 5 ach und een 1 Köchin, 1 Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korn⸗ 90 5 Pflanzenstoffen und Kräutern n mit e 8. 1 5 e. ö f 15„ destillierte Extrakt hat sich, wie aus täglich eingehenden Attesten ra(Sand⸗Schlols Nachfrage der Arbeitgeber. größe des Anthracit, 1 war 1 öße 2 erich lieh, auf's Beste gegen rheumatische Leiden bewährt. Die 1 mit noch nit flit 1 Drechsler 1 Spengler, 1 Installateur, Größe Nr. 25„ kleiner als durchschnittliche Korngr 1.25 2(ind derart gross, dass 0 85 überaus viele an Rheumatismus leidende— nicht gebrauche 1 2 Bauschlosser, 1 Schmied, 6 Taglöbner, 1 des Authracit 2 e—— Personen geheilt wurden, bevor nur Reklame oder aber auch nur durch S neten Ua Hausbursch. 2 Diener dhe, Aber 15 Für Anfuhr an das Haus werden 8 Pfennig für den Zentner 2.(den banken eee belag. hend been alt aden e 8 gd diese Schlange wirtschaftl. Arbeiten verstehen, bei hohem Lohne stätigen, dass schon nach 4 oder 5 maligem Einreiben i wan ae e auf Weihnachten, 2 Kindermädchen im Alter eee das Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze(Keller, Stall pp.)— und die Schmerzen gelindert wurden, ja sogar bei vielen 1 8 r 115 115 80 105 n 5 Dienstmädchen für Küche] mit keinem außergewöbnlichen Zeitaufwand verbunden ift, geschiebt dies ohne besondere Vergütung. E Same 10 f. Al wu 5 0 Wöppeeta a, bi a 15 0 au en Gh 9 g Eine Preisermäßigung bei Entnahme von Wagenladungen erfolgt nicht 11905 D tana, Malva rotundifolia, Semen Cochlearin, Baccae Juniperi, Herba ser 5 n u Kleines Logis zu vermieten. Der Verkauf unserer Gasecokes unter und bis einschließ ich 5 bub, Bpanie abe Je 5 Ko. F. 2 Ko Reina u 2 5 105 den Biß fog 9216 Große Mühlgasse 4. 5 Zentner findet bis auf Weiteres im Gaswerk nicht 17105 Zu bezlehen in verschiedenen Apotheken und 5 Elle Achat S 5 26 statt und werden daselbst nur Quantitäten pon über 5 Zentner vera folgt. Droguerleen. 2 aan, lim fi, onnenstraße[Dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen ein Klein⸗ Alleiniger Fabrikant: 5 5 0 bah 1 25 web Zubehoer 25 1. Bazember ander verkauf unserer Gascokes eingerichtet worden, nämlich bei J. Schrapenborg, Mainz. nb 1 i i a f 5. a 5 aum dia weit zu vermieten. Näheres bei der Bürger den Herren: 1 Viper. gie ge meisterei— Zimmer Nr. 15. isch Ali Nr. 19 5 f t die 2 Joh. 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