D — n 78 che 175 Nfg. an 15 0 0 0 28 15 3„ . 9 1 7 5 U 78 —— ——— 8 — 5— S 5 halte ich die Lolalgz 5 empfohlen. kleine einen sehr Brauereien. chritt zu hallen, dem o man gut, billig, 1301 and, außerdem geschiehl! es find dies also nur er eld en, so lange der ian so rie Herren⸗ und wesenen Preisen kaufen. guten Einkauf. 9. 17. 9 1 0 scha Gießen, Dienstag, den 18. Mai Ausgabe Gie Postztg. Nr. 3319. Telephou⸗Nr. 112. — Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Nedaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 75 — 2 1 e** 21— Lofales und Provinzielles. * Gießen, 17. Mai.(Maul⸗ und Klauenseuche.— Vieh märkte.) Die Maul⸗ und Klauenseuche zu Allendorf a. L. isterloschen. Die verfügten Sperrmaßregeln sind aufgehoben.— Die Abhaltung des auf den 19. l. Mts. fälligen Viehmarktes zu e ist unter folgenden Bedingungen gestattet: J. Für Auf⸗ und Abtrieb des Viehes ist den Anträgen des Kreisveterinäramtes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf. 2. Auf den Markt dürfen nur Tiere aus un— verseuchten Orten der Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, Gießen, Büdingen und Friedberg, Tiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens 7 Tage in unverseuchten Orten der fraglichen Kreise in seuchenfreiem Zustande gestanden haben, aufgetrieben werden. 3. Aus preußigen Orten, die nicht über 10 Kilometer von Homberg entfernt liegen, dürfen gleichfalls Tiere zugelassen werden, wenn über dieselben glaubhafte Ursprungs— zeugnisse vorgelegt werden, daß sie in jenen Orten dauernd gestanden haben. Tiere von Händlern sind jedoch auch in diesem Falle nur unter der ad 2 erwähnten Be⸗ dingung zuzulassen. Anter denselben Bedingungen, mit Ausnahme derjenigen, daß auch aus preußischen Orten Tiere zugelassen werden, wurde die Abhaltung ines Vieh⸗ und Krammarktes zu Kir⸗ Ddorf am 26. l. M. gestattet. Gießen, 16. Mai. Zahlreich hatten sich um Sonntag auf dem Trieb die Zuschauer ein⸗ efunden, um dem Fußball⸗Matsch, Mar⸗ 90 hegen Gießen, beizuwohnen. Die Mann⸗ ft der Marburger freien studentischen Spiel⸗ bereinigung hielt sich ganz vorzüglich. Die Gießener Mannschaft, welche sich gegen das ver⸗ 0 ne Jahr sehr gemacht, wehrte mit Bravour en Angriff der Gegner ab, sodaß es ihr gelang das Feld zu behaupten und der Matsch resultat⸗ los verlief, obgleich die übliche Spielzeit um 15 Minuten verlängert wurde. * Gießen, 17. Mai. Die neue Renn⸗ hahn wurde am Samstag Abend durch Herrn Brauereibesitzer Bichler dem Kuratorium und dem Vorstand der„Wanderer“ übergeben. Auf zer. der Hardt ist ferner für die Radfahrer ein aus der dei Meer. 1 18 1 chen le 10 5 dunkel 920 1 55 10 5 rühl Rneipzim mer eingerichtet, dessen Wände kunst⸗ Noll vom Maler Scheich mit Episoden aus dem tadfahrerleben geschmückt sind. Die Uebergabe her Rennbahn in Gegenwart der zahlreich er— schienenen Radfahrer und Gäste gestaltete sich zu einer recht gemütlichen Sitzung. offiziellen Reden kam der Humor zu seiner Geltung, und der Tag graute schon, als die letzten Radfahrer, Heimweg antraten. Gießen, 17. Mai. Gestern passierte auf der Rennbahn ein Unfall. Ein achtjäh⸗ riger Knabe versuchte die Bahn zu queren, ob— gleich er sah, daß mehrere Rennfahrer diese be— nutzten. Der Vorwitzige wurde umgefahren und im Gesicht verletzt, aber auch der Fahrer kam zu Fall und verletzte sich die Hand. Aerztliche Hilfe war zur Stelle. * Gießen, 17. Mai. Das gestrige Konzert unserer Regimentskapelle fand im Garten des Steinschen Etablissements statt. Der Besuch desselben war ein sehr guter. Leb— hafter Beifall lohnte die Künstlerschar. Herr Musikdirektor Krauße hatte ein recht abwechs⸗ lungsreiches Programm aufgestellt. -d. Gießen, 16. Mai. Der hiesige Turn— verein hielt heute sein diesjähriges An- turnen in der Turnhalle ab. Nachmittags um 4 Uhr begannen die Freiübungen, dann die Geräteübungen, die in vortrefflichster Weise aus⸗ geführt wurden. Während und nach dem Turnen konzertierte die Bauersche Kapelle. Abends vereinigte man sich bei einem Ball. Während demselben wurde unter Leitung des Turnwarts Wig and ein prachtvoller Damen- reigen aufgeführt. Erwähnt zu werden verdient auch diesmal wieder die Gesangsabteilung, die durch ihre lieblichen Weisen die Stunden verherr⸗ lichen half. * Gießen, 16. Mai. Auf der Inter na⸗ tionalen Hunde ⸗ Ausstellung in Frankfurt a. M., welche von ca. 700 Hun⸗ den aller Rassen beschickt war, erhielt Herr Fritz Schreiner, Metzgermeister-Gießen für seine deutsche kurzhaarige Vorstehhün din Betty, bei sehr starker Konkurrenz, den 2. und 3. Preis. Röschen, der drahthaarige Foxterrier des Herrn stud. vet. Reif ⸗Gießen, bekam einen 2. Preis. J. Lollar, 16. Mai. Das gestern hier statt⸗ gehabte Radfahrerfest verlief, vom schönsten Wetter begünstigt, in vortrefflicher Weise. Um 7 Uhr morgens begann das Wettrennen von Lollar nach Grünberg und zurück. An demselben beteiligten sich 8 Fahrer. Leider konnte infolge des nassen Weges die Strecke nicht in derselben Zeit gefahren werden, als das im vorigen Jahr der Fall war. Nach Beendigung des Rennens wurde ein gemeinsamer Frühschoppen im„Ein⸗ horn“ abgehalten, an welchem sich zahlreiche Mitglieder der Gießener Radfahrervereine be— Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Fetertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petttzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. —— teiligten. Nachmittags 3 Uhr bewegte sich der hiesige Vereine vertreten waren. Abends 7 Uhr erfolgte die Preisverteilung. Den ersten Preis burg, den zweiten Preis Balser aus Bieden— kopf und den dritten Preis Willi Simon aus Lollar. Den Rest des Tages füllte ein Ballvergnügen aus, das bis hinein dauerte. “Lich, 17. Mai. Das 20 jährige [Stiftungfest unserer Freiw. Feuer⸗ wehr ist gestern bei schönstem Wetter gut ver— laufen. Von auswärts waren als Gäste er— schienen die Wehren von Butzbach, Gießen, Heuchelheim, Grünberg, Birklar, Nieder-Bessungen, Hungen und Klein⸗-Linden. Die Konzertmusik wurde im Saal der Turnhalle vom Licher Musikverein gegeben, während die Hungener Feuerwehrkapelle ihre Weisen im Freien er⸗ tönen ließ. J. Grünberg, 16. Mai. Daß der hiesige Turnverein mit seinen Vergnügungsabenden durch wohlgelungene Arrangements stets genuß— reiche Stunden für das Publikum zu bereiten weiß, zeigte wiederum die heute im Gasthause „Zum Rappen“ stattgefundene Abendunter— haltung. Das sehr sorgfältig und abwechs— lungsreich zusammengestellte Programm wurde in bester Weise durchgeführt und fand ein dank— bares Publikum. Der Gesangverein und der Streichmusikverein legten von ihrem Können er— folgreiche Beweise ab und auch der Turnverein selbst trug mit seinen theatralischen Aufführungen sowohl wie mit den dargebotenen Gruppenbildern das seinige zu dem schönen Gelingen der Ver— anstaltung bei. Auch die vorgetragenen Kouplets verfehlten nicht ihre Wirkung. Es ist in an⸗ betracht des Umstandes, daß das Reinerträgnis der Abendunterhaltung zum Besten des Turn⸗ hallebaufonds bestimmt ist, eine baldige Wieder⸗ holung recht lebhaft zu wünschen, und zwar in der Voraussetzung, daß zu genanntem Zwecke dem Verein die Unterstützung des Publikums in weitestem Maße zuteil wird. * Bad Nauheim, 16. Mai. In der letzten Woche sind 826(gegen 360 im Vorjahre) Kur— fremde angemeldet worden, dazu nach der vorigen Kurliste 1404, insgesamt 2230 Personen. Der Vorsprung gegen das Vorjahr berechnet sich auf 907. Noch anwesend sind 1620 Personen. Vom 1. April bis 13. Mai d. J. sind 8465 Bäder verabfolgt worden. 1345 mehr als bis zur entsprechenden Zeit des Vorjahres. * Darmstadt, 16. Mai. Folgende An⸗ träge sind bei der zweiten Kammer der Stände eingegangen: spät in die Nacht —ä.—————ů— 1. Des Abg. Erk, des Inhalts, großh. Re⸗ Nach den Festzug durch die Straße, in welchem sämtliche gierung zu ersuchen, dahingehende Bestimmungen zu treffen, daß auch in solchen unverseuchten Orten, in welchen sich Tierärzte befinden, durch diesmal aber zu Fuß, den erhielt der Radfahrer Mellmann aus Du is- die großh. Bürgermeister oder Ortsviehbeschauer Ursprungszeugnisse erteilt werden können, und daß diese Ursprungszeugnisse auch zum Auf— trieb auf den Viehmärkten Giltigkeit haben— insofern es sich um Landwirte handelt, welche ihre eigenen Tiere verkaufen wollen, nicht um Händler— ohne daß jedes einzelne Tier noch— mals gegen Zahlung von Gebühren durch den Tierarzt besichtigt wird. 2. Der Abgg. Erk und Genossen, die großherzogl. Regierung zu ersuchen, die Sub— bention der Bienenzüchtervereine des Großherzogtums auf jährlich 2000 A zu er- höhen. 3. Der Abgg. Ulrich und Genossen, die Kammer wolle beschließen, die großh. Regierung zu ersuchen, den Ständen eine Vorlage auf Be- seitigung der Polizeistunde zu machen oder dieselbe eventuell auf dem Veror d— nungswege aufzuheben. 4. Des Abg. Köhler, die Holzbezugs— berechtigung der Gemeinde Gleimenhain aus dem dortigen großh. Domanial-Wald und die Verwaltung der großh. Domanial-Wälder überhaupt betreffend. 5. Ein Antrag des Abg. Köhler, der die genossenschaftliche Organisation des Bauernstandes im Großherzogtum Hessen zum Gegenstand hat. * Darmstadt, 16. Mai. An die zweite Kammer der Stände des Großherzogtums richtet sich ein Ansinnen der großh. Ministerien des Innern und der Finanzen, dahingehend: die großherzogliche Regierung zu ermächtigen, statt des in der Proposition vom 6. Februar dieses Jahres aufgeführten zweiten Professors für Mechanik einen weiteren Professor für Maschinenbau zu berufen und den Gehalt definitiv zu verleihen. Es ist ein dringendes Bedürfnis, daß die weitere Professur für Maschinenban mit Beginn des nächsten Semesters besetzt ist. Sollte dies möglich sein, so müssen die Schritte zur Ge— winnung einer geeigneten Kraft alsbald er⸗ folgen, und großherzogliche Regierung muß des⸗ halb das Ersuchen stellen, die Genehmigung zur Errichtung der fraglichen weiteren Professur für Maschinenbau alsbald vor Beschlußfassung über das Staatsbudget für die Finanzperiode 1897— 1900 zu erteilen. Der Lehrauftrag für die neue Professur würde umfassen: 1. Hydraulik; 2. Wasserkraftmaschinen; 3. Regulatoren für Wasserkraftmaschinen; 4. Fabrikanlagen; 5. Hebe⸗ Der Wildfang. Von O. Seeher. (Nachdruck verboten). (Fortsetzung.) Was sie sich alles zu sagen hatten, die glück— ichen Menschen?— die Bäume und Blumen des Hartens waren die einzigen Zeugen; sie nickten eeise und freudig zustimmend, als ob sie den neuen Zund segnen wollten. Dorchen, ihr Bräutigam, die Eltern erfuhren natürlich sehr bald das beglückende Ereignis, man lum indessen überein, dasselbe einstweilen geheim u halten und mit der Verkündung der neuen Ver⸗ bobung der am Polterabende vollzähligen Hochzeits— Mf 1 zesellschaft eine Ueberraschung zu bereiten. ehüft- Schon der nächste Tag brachte neue Gäste in 5 hülle, denn die Lindensche Familie hatte eine große Unzahl Personen aller möglichen Species beiderlei Walter war vollauf damit beschäftigt, diese zu anpfangen, während Papa Linden— der Urtypus Geschlechtes aufzuweisen. ö nes ostpreußischen Forstmannes— für ihre Unter— Altung sorgte. und wußte durch den humorvollen Vortrag endloser, Der alte Herr hatte viel erlebt krniger Jagdabenteuer sehr bald eine dankbare Zu— bdrerschaft um sich zu versammeln. Mama Linden wer, die unvergleichliche Hausfrau, der Vesta er— sebenste Dienerin hatte helle Freude an den staunens— derten Erfolgen, die sie mit ihren großartigen, wochenlang vorbereiteten kulinarischen Veranstal— ungen erzielte. Erst bei der Mittagstafel fanden Gertrud und Salter Gelegenheit zu einem vertraulichen Bei— ummensein. Er saß neben ihr, sie drückten einander urstohlen die Hände und ließen die Augen sprechen. Nun hatte aber zur Rechten Gertruds ein üstiger Vetter Platz genommen, ein bildhüb scher nohn des Mars, der ihr anfänglich schüchtern, unn— dem Hochbeimer fleißig zusprechend— so cesbewußt den Hof machte, daß ihr das Blut in le Wangen stieg. Auch Walter wurde aufmerksam, verdoppelte seine Liebkosungen unter der Tischplatte und flüsterte seiner Braut zu, er werde den verwegenen Kriegs— gott in seine Schranken weisen, allein sie riet ängstlich davon ab und sah ihm dabei so liebevoll ins Auge, daß er die eifersüchtigen Regungen unter— drückte. Als er sich dann aber seiner Tischnach— barin zur Linken, der ebenso kindlichen als an— mutigen Erzieherin seiner jüngsten Geschwister zu— wandte, war es Gertrud, die ein gelindes Mißfallen über die lebhafte Unterhaltung zwischen ibrem Schatze und der kleinen Unschuld nicht zu über winden vermochte. Endlich wurde die Tafel aufgehoben. Walter küßte Gertrud artig die Hand, führte sie seiner Schwester Dora zu und bat scherzend um einen kurzen Urlaub. Zunächst lag es ihm nämlich daran, den kühnen soldatischen Vetter aufzuklären. Auf Walters Wunsch suchten die Herren eine feuchte Ecke auf, und nun erfuhr der ahnungslose Lieutenant, bei einem Glase Sekt, die nakte Wahrheit. Er war allerdings nicht wenig überrascht, beglückwünschte dann aber seinen ehemaligen Schulkameraden aufs herzlichste, und in alter Eintracht wurde ein Stündchen verplaudert. Plötzlich sprang Walter auf. Es schien ihm unerhört, seiner Braut so lange fern geblieben zu sein. Schon war der Abend hereingebrochen, man zündete die Lampen an. Der besorgte Bräutigam eilte daher durch alle Gemächer, die Geliebte zu suchen, allein vergebens. Dorchen meinte, Gertrud habe anscheinend etwas verstimmt, ihr Zimmer aufgesucht. Da verlor er jede Ueberlegung, stürzte zur Thür hinaus, die Treppe hinan und war im Begriffe, Gertrud um Einlaß zu bitten; rechtzeitig genug kam ihm jedoch das Ungehörige seines Vorhabens zum Bewußtsein und unentschlossen verweilte er einige Augenblicke in der dunklen Hausflur. Ihn beseelte nur der eine glühende Wunsch, der Geliebten zu begegnen, sie ans Herz zu drücken. zurück, als er ihrem abweisenden Blicke begegnete. —— Und siehe da! Plötzlich öffnete sich die Thür, und— sie huschte ihm entgegen. Unwillkürlich breitete er die Arme aus, die Er sehnte zu umpfangen. Doch— o Himmel, was war das?— Ein halb unterdrückter Schrei aus fremdem Munde?— In diesem Augenblicke that sich die Thür von neuem auf. Die wahre Gertrud erschien mit der Lampe in der Hand und beleuchtete nun eine ganz un— erwartete Szene: Walter hielt die Erzieherin im Arme. Schon befand sich dieser auf der Schwelle des Zimmers, an Gertruds Seite, trat indessen scheu Sie schloß die Thür und verriegelte sie, das Fräulein aber, von einem Besuchte bei Gertrud zu— rückkehrend, begab sich schleunigst in ihr gegenüber— liegendes Gemach, dem Beispiele Gertruds folgend. Walter hatte nun zwar nichts Eligeres zu thun, als sein Schwesterchen um Vermittelung zu bitten, allein auch diese erhielt seltsamerweise bei den Damen keinen Einlaß; sie vermied daher jedes weitere Aufsehen und tröstete ihren unglücklichen Bruder mit der Versicherung, die Sache keineswegs tragisch zu nehmen, vielmehr ein köstlicher Spaß, der sich bald zum Ergötzen der Beteiligten aufklären werde. Indessen an diesem Abende blieben Gertrud und die Gouvernante der Gesellschaft fern. Während man ihr Ausbleiben so gut wie möglich zu entschuldigen wußte, während Walter unten verdrossen seines Amtes als Festordner waltete, verbrachte die junge Braut allein in ihren vier Wänden bange Stunden. Je mehr sie nämlich über den— ihrer Ansicht nach— empörenden Streich nachdachte, desto be— fangener wurde ihr sonst so gesundes Urteil, so daß ihr der wahre Sachverhalt gar nicht in den Sinn kam. „Warum muß ich diesen Mann so unsäglich lieben, der offenbar mit den Mädchenherzen ein mutwilliges Spiel treibt!“ klagte sie bitter.— Darf ich ihm wohl noch einmal, in die so treu blickenden Augen schauen?— Nein— nein!— Fort von hier!— Wie? Etwa fliehen?“ rief sie entsetzt.„Morgen ist der letzte Tag vor der Hoch— zeit, morgen soll ich meiner Dora den Brautkranz winden!— Ach, meine Thränen werden ihn frisch erhalten!“ Bei diesem Gedanken wollte der Ver— lassenen schier das Herz brechen. Sie warf sich aufs Bett, und nun flossen die Thränen, mit ihnen kamen aber auch ein weicheres Empfinden, eine mildere Beurteilung, ja Trost und Hoffnung. Gertrud schlief ein, doch der junge Tag fand sie schon wachend. Hastig kleidete sie sich an und ging unbemerkt in den Wald. Das war ein Morgen! Sonnen- schein, Vögelsang, Kiefernduft, Waldweben! Wer kennt eine bessere Arznei für ein wundes Menschen— herz!— Wundersam beruhigt, durchmaß sie Schrittes die bekannten Wege der Forst. Der Heimweg führte sie durch den Hirschwinkel, wer beschreibt aber ihre abermalige Bestürzung, als sie bei dem Betreten des Thales Walter und die Gouvernante, Hand in Hand, auf der Fürstenbank sitzen findet. Beide hatte nämlich— vorweg sei es gesagt— der gleiche Wunsch beseelt, den herrlichen Morgen im Walde zuzubringen, und sie waren zufällig im Hirschwinkel zusammen getroffen. Das Fräulein hatte dem jungen Manne ausweichen wollen, er war aber auf sie zugeschritten, hatte fie gebeten, auf der Bank Platz zu nehmen und sie dann un— befangen wegen des Mißverständnisses am Abende vorher um Entschuldigung gebeten, ihr auch alles weitere gestanden. Und das verständige Kind hatte ihm sofort verziehen Mit den treuherzigen Worten: „Ei, Herr Doktor, haben Sie eine gute Wahl ge⸗ troffen; ich wünsche Ihnen von Herzen Glück!“ reichte sie ihm in demselben Audenblicke die Hand, rüstigen „Freilich, ich kannte ihn nicht.— Wer ist nun die Betrogene?— O, diese jähe Enttäuschung!— 9 als Gertrud in den Hirschwinkel eintrat. (Schluß folgt.) e eee 1 maschinen; 6. Ausgewählte Kapitel aus dem Maschinenbau. * Mainz, 15. Mai. Eine Versammlung der hiesigen Rechtsanwälte hat beschlossen, den nüchsten deutschen Anwalttag für Mitte September hierher zu berufen. Für die Ver⸗ handlungen sollen drei Tage vorgesehen werden. Auf dem letzten Anwältetag in Berlin waren 1700 Anwälte anwesend. * Mainz, 16. Mai. Bei der Untersuchung von Mietwohnungen, so berichtet der„Mainzer Anzeiger“, fand einer der damit betrauten Woh⸗ nungsinspektoren, ein Arzt, in einem Hause der Goldenen Luft ein altes Ehepaar in recht trostloser Lage. Die Ehegatten sind beide über achtzig Jahre alt und leben nur von der ihnen gewährten Armenunterstützung. Die Frau, seit Wochen krank, bot einen Aublick, der zum Erbarmen war. Auf erfolgte Anzeige hin ver⸗ ständigte der Polizeibezirk das Rochusspital, wohin die Frau verbracht wurde. * Mainz, 15. Mai. Durch ein Spezial⸗ gesetz wurde während der Stadterweiterungsepoche der städtischen Verwaltung die Befugnis erteilt, von den Grundstücken, die in der Neustadt in den Bebauungsplan fielen, eine Extrasteuer von 500 000 Gulden zu erheben. Dieser Bestimmung unterlag auch der Bahnkörper der Hesstschen Ludwigsbahn, doch ist der auf dieselbe entfallende Anteil im Betrag von 3728& nicht gefordert worden. Erst später erfolgte die Forderung, doch weigerte sich die Ludwigsbahn nachträglich die Steuer zu bezahlen, weil nach einem früheren Minssterialerlaß eine irrtümlich nicht erhobene Steuer nachträglich nicht erhoben werden könne. Die Klage ist schon vor sehr langer Zeit vor dem Kreisausschuß erhoben und gestern durch Urteil entschieden worden. Die Stadt wurde mit ihrer Steuerforderung abgewiesen. Vermischtes. — Ein Neger als Konsul in Deutschland. Für das Vereinigte Staaten ⸗Konsulat in Stuttgart kan⸗ didiert ein Neger, Prof. Berkeley. Professor Berkeley hat in Frankreich und Deutschland studiert, und zwar besuchte er die Universitäten von Paris und Heidelberg. Dem Staatsdepartement in Washington liegen Briefe von Ge⸗ schäftsleuten in Stuttgart und Heidelberg vor, worin die Ernennung befürwortet wird. Ein Neger als Inhaber eines Konsulats in Deutschland wäre allerdings eine Neuerung. Berkeley hatte jüngst eine Unterredung mit Mac Kinley, aber daß ihn dieser besonders ermutigt hätte, ist nicht bekannt. — Ein Künstler ohne Hände. Bertram Hiles, so heißt er, ist aus Bristol gebürtig und hatte im Alter von acht Jahren, das Unglück, beide Arme zu ver⸗ lieren, indem er von einem Pferdebahnwagen überfahren wurde. Schon vor dem Unglück hatte der Knabe eine so starke Leidenschaft für das Zeichnen, daß auch der Verlust der Arme sein Streben, ein Künstler zu werden, nicht ein⸗ dämmen konnte. Er lernte mit unvergleichlicher Aus⸗ dauer den Zeichenstift mit dem Munde führen. Schon nach 2 Jahren errang er in der Schule den ersten Preis im„Freihandzeichnen“. Er besuchte dann eine Kunst⸗ schule seiner Vaterstadt und bestand dort alle Prüfungen mit Erfolg. Mit 16 Jahren stellte er Aquarelle aus und gewann verschiedene Preise. Hiles ist jetzt Mitglied der Royal Society of. Brit. Artist. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde. Taufen. Am 9. Mai. Dem Restaurateur Christian Friedrich Teitge eine Tochter, Sophie Helene, geb. am 1. April. Trauungen. Am 8. Mai. Johann Georg Höhn, Braumeister zu Linnich, mit Klara Friederike Appel, Tochter des Müllers Johann Appel.— 12. Heinrich Nau, Wirt zu Gießen, mit Crescenz Särve, Tochter des Schuhmachers Michael Särve zu Weiding in Bayern. . Sohn des verstorbenen Kaufmanns Bernhardt Löwe, 45 Jahre alt, starb am 9. Mai. Markusgemeinde. Taufen. Am 9. Mai. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Joh., geb. am 6. April. Beerdigte. Am 8. Mai. Johannes Kuhl, Hülfslademeister, ver⸗ heiratet, 51 Jahre alt, starb am 6. Mai.— 9. Katha⸗ rine Martin, geborene Kühn, Ehefrau des Knechts Ernst Martin, 32 Jahre alt, starb am 6. Mai. Neuefte Telegramme. Hd. Berlin, 17. Mai. Gestern haben be⸗ reits die ersten Protest-Versammlungen gegen das neue Vexeinsgesetz stattge⸗ funden. In Friedeberg Neumark) sprach der Abgeordnete Dr. Pachnicke in einer Volksver⸗ sammlung gegen die Vorlage. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, welche sich entschieden gegen die Vorlage wendet. In Alt⸗ wasser(Schlesien) tagte gestern die Delegierten⸗ Versammlung der freisinnigen Volkspartei für Mittel⸗Schlesien, welche ebenfalls eine Protest— Resolution annahm. Hd. Wien, 17. Mai. An hiesigen offiziellen Stellen ist man durch die unerwartet große Forderungen der Pforte peinlich überrascht, zu⸗ mal die bisher auf vertraulichem Wege bekannt gewordenen Bedingungen weit bescheidener waren. Man ist jedoch nicht im Zweifel darüber, daß die Türkei absichtlich ihre Forderung so erhöhte, um gleichsam ein Maximum festzustellen, weil sie eine Reduktion seitens der Mächte erwartet. Zu welcher Herabminderung der Kriegsent⸗ schädigung die Mächte sich entschließen werden, kann noch nicht gesagt werden, doch dürfte die Summe von 120 Millionen Franks der Wirk⸗ lichkeit nahe kommen. Bezüglich der übrigen und die Mächte werden über eine unwesentliche Grenz-Regulierung bei Meluna nicht hinaus⸗ gehen. Man beabsichtigt den in der Türkei lebenden Bulgaren, Serben und Rumänen be⸗ züglich Schule und Kirche dieselben Rechte ein⸗ h 0 905 W e Paris, 17. Mai. Die offiztelle der bei dem Untergang des ffn Dampfers„Vaillant“ umgekommenen Fischer beträgt 62, nur 8 sind gerettet. Hd. Paris, 17. Mai. Aus türkischer offizieller Quelle wird gemeldet, daß die Division Osman Pascha den Griechen vor Arta eine Niederlage beigebracht hat. Hd. Konstantinopel, 17. Mai. Die Pforte erklärt in der gestern den Bot⸗ schaftern überreichten Antwortnote, nicht eher in eine Einstellung der Feindselig⸗ keiten zu willigen, bis der Waffenstill⸗ stand in regulärer Weise auf der Basis der von der Türkei aufgestellten Friedens, bedingungen abgeschlossen sei, welche in der Herstellung der früheren Grenzen, einer Entschädigung von 230 Mill. Franks, der Revision aller Verträge und in der Auslieferung aller Verbrecher bestehen. Grünberg. Auf dem letzten Wochenmarkte wurden für Früchte folgende Durchschnittspreise(A 50 Kilogramm) erzielt: Weizen 8,00 4, Korn 6 4 88, Gerste 7 V 00, Hafer 6* 76, Erbsen 8,50, Kartoffeln 2„ 86&. Wasche uit Tuns Wasch⸗rrrackf Sparsam und billig, ohne Schärfe!— Anzuwenden ohne Seife, ohne Soda!— Kein Anschmieren der Wäsche ön! tig— Zum Reinigen der Haus- und Küchengeräte, Treppen usw. äußerst beliebt!— Ueberall in Schachteln A ½ Pfund zu haben.— Bitte versuchen! Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redal⸗ Am 11. Mai. Beerdigte. Dr. Eduard Löwe, Gerichts⸗Assessor, Forderungen kann von der Wiederherstellung der alten türkischen Landesgrenzen keine Rede sein teur: Wilbelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmannschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13. —————̃̃.— Grassamen⸗Submission Aus den Großh. Hess. Domanialwaldungen soll der sämtliche Grassamen im Submisstionswege unter den seither üblichen Bedingungen verkauft werden. Kaufliebhaber wollen ihre nach den einzelnen Oberförstereien zu trennenden und für jede Oberförsterei auf ein besonderes Blatt einzutragenden Offerten unter genauer Bezeichnung der Walddistrikte mit der Aufschrift:„Submissions⸗Grassamenverkauf“ bis längstens den 30. Mai l. J. bei dem unterfertigten Sekretariate, woselbst die Eröffnung der Gebote au dem darauf folgenden Tage, Montag, den 31. Mai, vormittags 11 Uhr, in Gegenwart der erschienenen Sub⸗ mittenten erfolgen wird, schriftlich einreichen. Die Submittenten erkennen die Submisstons⸗ bedingungen, welche auf Verlangen von der unterzeichneten Stelle portofrei bezogen werden können, durch Einreichung ihrer Offerten als rechtsverbindlich an und find dieselben 14 Tage an ihre Gebote gebunden. Wegen Auslunftserteilung beliebe man sich an die betreffenden Oberförstereien zu wenden. Darmstadt, am 3. Mai 1897. Das Sekretariat Großh. Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Forst⸗ und Cameralverwaltung. Guntrum. Gräserei⸗Verpachtung. Mittwoch, den 26. Mai, vormittags 10½ Uhr, soll die Grasuutzung au der Lahn in den Gemarkungen Gießen und Heuchelheim für das laufende Jahr an Ort und Stell öffentlich verpachtet werden. Zusammenkunft am rechten Lahnufer unterhalb der Wieseckmündung. Ausschreibungen. Gießen. Die zum Bau eines Schulhauses für die Gemeinde Lang⸗Göns erforder⸗ lichen Arbeiten und Lieferungen werden am Montag, den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr, im Gemeindehaus zu Lang⸗Göns im Wege schriftlichen Angebotes vergeben und sind Angebote bis zu genanntem Termin bei Großh. Bürgermeisterei Lang⸗Göns, bei welcher Voranschlag, Pläne und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Die einzelnen Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Erd⸗ und Maurerarbeiten 3751.66 Mk., Steinhauer⸗ arbeiten 2854.41 Mk., Zimmerarbeiten 2734,49 Mk., Dachdeckerarbeiten 1435.— Mk., Spengler⸗ arbeiten 449.30 Mk., Blitzableitung 275.— Mk., Schlosserarbeiten 202.— Mk, Schreiner⸗ arbeiten 387.04 Mk., Weißbinderarbeiten 163.16 Mk., Eisen⸗ und Röhrenlieferung 1727.87 Mk. Gießen. Die Arbeiten einschließlich Materiallieferung zum Bau einer Stellwerksbude auf Bahnhof Hungen sollen im Wege des schriftlichen Angebots öffentlich verdungen werden. Die Zeichnung und die Verdingsunterlagen liegen im Bureau der Großh. Betriebsinspektion 2 in Gießen zur Einsicht aus; die letzteren können auch von da gegen 50 Pfg. in Baar bezogen werden. Die Angebote sind portofrei, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröffnungstermin, Samstag, den 22. Mai l. J., vormittags 11 Uhr, ebendahin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage nach dem Eröffnungstermine. 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