I schlechten tüumen, 1 N. billige seit nicht se Im 3. Großh. Hess. Inf.⸗Regt.(Leib⸗Regt.) Nr. b. 98, v. Erhardt, Major aggreg. dem Inf.⸗ egt. Kaiser Wilhelm(2. Großh. Hess.) Nr. 1 7 eh dert die Pr.⸗Lts. v. Hofmann vom 1. Großh. ef. Inf.⸗Regt.(Leibgarde⸗) Regt. Nr. 115, roßmann vom Inf.⸗Regt. Kaiser Wilhelm(2. roßh. Hess.) Nr. 116, Wolter vom 4. Großh. e. Inf.⸗Regt.(Prinz Karl) Nr. 118, Funden, Sekondelieutenaut vom 1. Großh. Hess. If.⸗(Leibgarde⸗ Regt. Nr. 115 zum Premier- utenant befördert. 1 ladr.⸗Chef ernannt. Eskadr.⸗Chef in das Kurmärk. Drag.⸗Regt. ung(2. Hess.) Nr. 14, als Adjutant zur 05 Pr.⸗Lt. sind befördert die Sek.⸗Lts. Prinz . 24. Frhr. v. Gemmingen⸗Hagenschieß, Sek.⸗ , vom 1.. Hess. Drag.⸗Regt.(Garde⸗ Gießen, Mittwoch den 15. September 1897. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe uldeszeiln Gießen. 0 Pofitg. Nr. 3319. Telephou⸗Nr. 112. Redaktion: 25 Kreuzplatz Nr. 4. 2 kokales und Provinzielles. * Gießen, 14. September.(Militär⸗ enstnachrichten.) Schott, Major aggreg. 7, als Bats.⸗Kommandeur in das Inf.-Regt. 0, als Bats.⸗Kommandeur in das Inf.⸗Regt. roßherzog Friedrich Franz II. von Mecklen⸗ Arg⸗Schwerin(4. Brandenburg.) Nr. 24,— Mangiert. Zu überzähl. Hauptleuten sind be⸗ v. Fink, Hauptmann und 8. 75. Graf zu Astell⸗Rüdenhausen, Rttm. vom 1. Großh. Hess. drag⸗Regt.(Garde⸗Drag.⸗Regt.) Nr. 23, zum Frhr. v. Klot⸗Traut⸗ ler, Rittm. vom Westf. Ulan.⸗Regt. Nr. 5, ter Entbindung von dem Kommando als Ad⸗ kunt bei der 25. Kav.⸗Brig.(Großh. Hess.), . 14 versetzt. v. der Groeben, Pr.⸗Lt. vom us⸗egt. Landgraf Friedrich II. von Hessen⸗ Rab.⸗Brig.(Großh. Hess.) kommandiert. bert zu Schleswig⸗Holstein Durchlaucht vom Großh. Hess. Drag.⸗Regt.(Garde⸗Drag.⸗Regt.) J. 23, Meister, Fischer, v. Negenborn vom 2. Außh. Hess. Drag.⸗Regt.(Leib⸗Drag.⸗Regt.) Arag.⸗Regt.) Nr. in das 2. Garde⸗Ulan.⸗ gk, versetzt. Nachgenannte Hauptleute und Komp.⸗ hefs sind unter Beförderung zu überzähligen ran 1 Tageszelt. 6383 Pfg. NA hir me 1 tigster Aus w. N hall, Schul bent sort rear— u schönes ec Jima 35 papa“ 1 DDD — 8 S—————————————————ę—-— * asoren aggregiert: v. Scheven vom Inf.⸗Regt. utser Wilhelm(2. Großh. Hess.) Nr. 116, lichler vom 4. Großh. Hess. Inf.⸗Regt.(Prinz Al) Nr. 118, v. Prittwitz und Gaffron vom Großh. Hess. Inf.⸗Regt. Nr 168, v. Wor⸗ ey, Hauptmann vom Königs⸗Inf.⸗Regt. Nr. , unter Belassung in dem Kommando als Uiatant bei der Großh. Hess.(25.) Div. und ter Versetzung in das Füs.⸗Regt. von Gers⸗ A. b. Treskow, Major und Eskadr.⸗Chef en 2. Großh. Hess. Drag.⸗Regt.(Leib⸗Drag.⸗ 115 Nr. 24, ein Patent seiner Charge ver⸗ en. Lübbert, Pr.⸗Lt. von der Arbeiter⸗Ab⸗ . in Mainz zum Festungsgefängnis in Span⸗ u bersetzt. Lageman, Sek.⸗It. vom Großh. M. Train⸗Bat. Nr. 25 zum Pr.⸗Lt., vorläufig hie Patent, befördert. Völsing, Major z. D. i dritter Stabsoffizier bei dem Kommando Landw.⸗Bezirks Köln, unter Verleihung des uff(Hess.) Nr. 80, zum überz. Major beför⸗ g garakters als Oberstl., zum Kommandeur des Audw. Bezirks Siegburg ernannt. Frhr. Dael .—.—— v. Köth⸗Wanscheid, Sek.⸗Lt. à la suite des Großh. Hess. Feldart.⸗Regts. Nr. 25(Großh. Art.⸗Corps), in das Regt. wiedereinrangiert. Mangold, Oberst z. D. mit dem Range eines Regts.⸗Kommandeurs, unter Verleihung des Charakters als Gen.⸗Major, von der Stellung als Kommandeur des Landw. ⸗Bezirks Stettin entbunden. Nau, Oberst z. D. mit dem Range eines Regts.⸗Kommandeurs, unter Verleihung des Charakters als Gen.⸗Major, von der Stellung als Kommandeur des Landw. Bezirks Köln entbunden. “Gießen, 14. Sept. Der Präsident des hessischen Landwirtschaftsrats, Kreisrat Haas⸗ Offenbach, macht bekannt, daß mit dem Vorstand der Landwirtschaftskammer für den Regierungs⸗ bezirk Wiesbaden die Einrichtung einer gemein⸗ schaftlichen Preisnotierungsstelle an der Fruchtbörse zu Frankfurt a. M., ver⸗ bunden mit einem Nachrichtendienst zur Bekanntgabe der festgesetzten Preise in allen Orten des Großherzogtums und des Regierungsbezirks Wiesbaden, vereinbart worden sei. Diese Einrichtung soll den Zweck haben, alle interessterten Landwirte des Landes an den Hauptbörsentagen regelmäßig und so rasch wie möglich über den jeweiligen Stand der Preise, wie solche von einer aus Landwirten be⸗ stehenden gemeinsamen Kommission an Ort und Stelle auf der Grundlage realer Verkaufs⸗ abschlüsse festgestellt wurden, in Kenntnis zu setzen. Diese Preisermittelungen sollen den Landwirten eine zuverlässige Richtschnur für die örtliche Preisbildung und damit einen Schutz gegen Uebervorteilung bieten. Die Preisfest⸗ stellungen sollen an jedem Montag stattfinden und zwar zunächst für Weizen, Roggen, Gerste und Hafer für je 100 Kgr., unter Angabe der ermittelten niedrigsten und höchsten Preisgrenz⸗ zahlen für gutes Marktgetreide. Diese Mit⸗ teilungen sollen an einzelne Landwirte, an Gemeinden, Genossenschaften oder landwirtschaft— liche Ortsvereine erfolgen und zwar entweder mit Postkarte oder durch den Telegraphen; das Abonnement hierfür ist für die Postkartenmit⸗ teilung auf 3 1 und für telegrapische Mittei⸗ lung auf 30& per Jahr festgesetzt, alle übrigen Kosten werden durch die Landwirtschaftskammer zu Wiesbaden und den hessischen Landwirtschaftsrat getragen. Der Nachrichtendienst soll am 1. Okt. d. J. in Kraft treten. * Gießen, 14. Sept.(Stadttheater.) Die Wintersaison im hiesigen Stadttheater be— ginnt am Dienstag, den 28. cr. mit dem Lustspiel„Rosenkranz und Guldenstern“ von Klapp, welches augenblicklich am Kgl. Schauspielhaus in Berlin sehr oft und mit großem Erfolge gegeben wird. Die erste bedeutende Novität der Saison ist das Märchendrama„Die versunkene Glocke“ von Gerhart Hauptmann. * Gießen, 14. Sept.(Ein Opfer des Manövers.) Gestern wurde hierselbst ein Dragoner vom Hofgeismarer Regiment be⸗ erdigt, der im hiesigen Lazarett am Typhus Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pig. für die Aspaltige Betitzeile. 8 Exyveditiou: Kreuzplatz Nr. 4. 2— * Gießen, 14. Sept. gestern ein Soldat der 11. Kompagnie unseres Regiments mit seinem Dienstgewehr. Der Mann sollte zur Reserve entlassen werden, hatte sich jedoch zum Kapitulieren gemeldet und war damit zurückgewiesen. Diese Zurückweisung hat den Mann zum Selbstmord geführt. * Gießen, 14. Sept.(Gemütliches Zu⸗ sammensein.) Am Sonntag Abend kam es zwischen Mitgliedern zweier hiesiger Vereine, deren Zweck ausschließlich in der Pflege des „geselligen Verkehrs“ besteht(„Amicitia“ und „Konversation“), auf der„Schönen Aussicht“ zu einer fürchterlichen Keilerei. Als Waffen dienten Stühle und Biergläser. Die übrigen Gäste, worunter sich viele Familien mit Kindern befanden, mußten aus dem Lokale flüchten, um nicht ebenfalls mit Gläsern bombardiert zu werden. Ungefähr 10 junge Leute wurden wegen gegenseitiger Körperverletzung und groben Unfugs zur Anzeige gebracht, auch haben sämtliche mehr oder weniger Verletzungen davongetragen. * Alsfeld, 10. Sept. Bei der gestrigen Wahl des Bürgermeisters für unsere Stadt wurde der seitherige Bürgermeister, Herr Ernst Arnold, der dieses Amt bereits 18 Jahre hindurch bekleidet hat, mit 317 von 319 abge⸗ gebenen Stimmen wieder gewählt. Die Einmütigkeit, mit der unsere Bürgerschaft dem im Amte erkrauten, bewährten Beamten diese ehrende Kundgebung des Dankes und des Ver— trauens bereitet hat, ist in hohem Maße er⸗ freulich. Möge die körperliche und geistige Frische, deren sich der nun schon bejahrte Herr bislang erfreute, demselben auch während seiner ferneren Amtshätigkeit ihm erhalten bleiben! * Darmstadt, 13. Sept. Das seit längerer Zeit von der Regierung in Aussicht gestellte neue Beamtengesetz nebst einer Gehalts- ordnung ist soeben der zweiten Kammer zu— gestellt worden. * Mainz, 12. September. Eine öffentliche sozialdemokratische Parteiversamm— lung nahm nach einem Referat des Herrn Redakteurs Katzenstein einstimmig eine Reso⸗ lution an, in der aufgrund der in Hessen ge⸗ machten Erfahrungen der Eintritt sozialdemo⸗ kratischer Abgeordneten in den preußischen Landtag im Interesse der Propaganda des Sozialismus, der Hebung der gegenwärtigen Lage der Arbeiter- klasse und der Bekämpfung des Junkertums für wünschenswert erklärt wird. Sie hält die Auf⸗ hebung des Kölner Beschlusses von 1893 für geboten und empfielt den preußischen Partei— genossen den Eintritt in die Landtagswahl mit dem Zweck der Gewinnung von Mandaten. Weiter besprach Herr Katzenstein die Notwendig— keit einer Revision des Parteiprogramms und wurde beschlossen, bei dem Parteitag in Hamburg zu beantragen, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen: 1. die theo⸗ retischen Grundlagen des Parteiprogramms mit C. Kautsky und Konrad Schmidt als Referenten und 2. die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiterklasse. Es folgte hierauf ein Vorschlag des früheren Abgeordneten Jöst, auf Erschossen hat sich dem Parteitag in Hamburg den Versuch zu machen, von dem bei der Bank von England angelegten eine halbe Million betragenden Partei⸗ fonds größere Unterstützungen für die sinanziell schlecht stehenden Parteiblätter herauszuschlagen, da die Presse das wichtigste Agitationsmittel sei. Fast alle Redner widersprachen jedoch mit Hin⸗ weis auf die kommenden Reichstagswahlen und die Versammlung ging über den Vorschlag zur Tagesordnung über. Als Delegierter für den Parteitag in Hamburg wurde Redakteur Katzen⸗ stein gewählt. Kl. Pr. 37. Wanderversammlung des Ober⸗ hessischen Bienenzüchtervereins zu Grünberg. K. Grünberg, 13. September. Der heutige Tag war speziell für Imker von großer Wichtigkeit, und die zahlreiche Beteiligung an der Generalversammlung bewies, welch reges Interesse die Mitglieder des oberhessischen Bienen⸗ züchtervereins der Imkerei entgegenbringen und bestrebt sind, die Bienenzucht zum Wohle des Volkes zu heben und zu fördern. Das Pro⸗ gramm war heute ein sehr umfangreiches, das sich in der Hauptsache mit den internen Ange⸗ legenheiten des Vereins beschäftigte und auf der Generalversammlung in befriedigender Weise seine Erledigung fand. Hierzu gehörte die Be⸗ richterstattung des Vorsitzenden, Rechnungsablage pro 1896, Aufnahme der Zweigvereine Grünberg, Lauterbach und Engelrod in den Hauptverein usw. Eingeleitet wurden die heutigen Verhandlungen durch kurze Ansprachen des Herrn Pfarrer Ellenberger-Ortenberg und Herrn Bürger⸗ meister Zimmer-Grünberg. Nach Erledigung der Vereinsangelegenheiten wurden zwei ver— schiedene Vorträge gehalten, die mit großem In⸗ teresse von Seiten der Anwesenden verfolgt wurden. Herr Pfarrer Deichert-Großen⸗Buseck sprach über: die nützliche Verwendung von Kunstwaben und Herr Lehrer Roth— Lich über: die Behandlung des Honig⸗ raums. Diesem schloß sich das gemeinschaftliche Mittagsessen an, welchem die Freiverlosung von zwei Völkern und Kunstwaben folgte. Bei der Prämiierung können wir nur die Namen der zwei ersten Gruppen erwähnen, da uns die der Aussteller des Honigs usw. nicht zur Verfügung stehen. Die erste Gruppe bildete Bienen woh⸗ nungen und Gerätschaften, wobei solgen⸗ den Ausstellern Prämien zuerkannt wurden: Heinrich Heck Witwe-Nidda, Franz⸗Nidda, Jose⸗ Ober⸗Bessingen, Weckfort⸗-Nieder⸗Eschbach, Herz⸗ berger-Flensungen. Die zweite Gruppe bestand aus lebenden Völkern, wobei nachstehende Aussteller Prämien erhielten: Schmidt II⸗Saasen, Jose-Ober-Bessingen, Hchr. Heck Witwe-Nidda, Herzberger-Flensungen, Heinrich Müller-Queck⸗ born. Bei der Verlosung fiel der erste Preis, eine vierstökkige Bienenwohnung mit Völkern, nach Gießen; der fünfte Preis nach Grün⸗ berg. Auf dem Honigmarkt war der Ver⸗— kehr ein sehr reger zu nennen, und ist mit diesem Versuch vollständig der Zweck erreicht worden, ——— 3— verstorben war. 3——— Eine reiche Partie. Erzählung von Felix von Stenglin. (Nachdruck verboten). (Fortsetzung.) 0 Nun ergriff sie seine Hand und preßte sie an he Wangen. Hellmuth fühlte Thränen an seinen ungern. „O so weine doch nur nicht, Liebste! Man ist nicht immer aufgelegt. Ich muß wohl nicht ag wohl sein, das wird sich schon wieder geben.“ Röschen seufzte und nahm ihre Arbeit wieder . Doch nach kurzer Zeit erhob sie sich plötzlich ging auf ihren Gatten zu.„Weißt Du, was thun wollen? Es ist ein so schöner Tag, und haft keinen Dienst.... Wir wollen zu nen Eltern fahren, ja?“ Bittend sah sie zu ihm 1 Doch verwirrt erwiderte er:„Das geht nicht, es Kind. Es kann noch Befehl vom Regiment damen, und dann muß ich hier sein.“ Traurig senkte Röschen den Kopf.„Ich hatte chon darauf gefreut. Nun, dann ein ander % leicht? ful. Ich habe die Eltern so lange nicht gesehen. I einmal offen, Hellmuth, bist Du meinem er böse über irgend was? Eine Aeußerung Nein? Ja, aber warum willst Du denn aus nicht mehr mit ihm zusammen kommen?“ Ich? Du irrst Dich wohl.“ 5 1 101 nein! Vor ein paar Tagen wars e 1 C b g 5 s —. Grin sich zu einem Lächeln.„Laß doch . len, Herzchen. Komm', wir wollen einen erzang machen, das wird uns gut thun.“— Ungern ließ Hellmuth in dieser Zeit seine Frau allein. Wenn er vom Dienst kam, beeilte er sich, nach Hause zu kommen und suchte sogleich in ihrem Gesicht zu lesen. Kam sie ihm mit ihrem unbe⸗ fangenen, freundlichen Lächeln entgegen, so war er froh. Schien ihre Miene ihm nicht ganz so heiter wie sonst, dann fragte er hastig:„War jemand da? Hast Du jemand getroffen? Sind Briefe ange— kommen?“ f N Und erst wenn sie auf diese Fragen eine ver⸗ neinende Antwort gab, war er beruhigt. b Wohl hatte sie Recht darin, daß er sie auf jede Weise von dem Verkehr mit den ihrigen fern u halten suchte. n 155 1 kam er ihr mit der alten Frische, mit dem alten Frohsinn entgegen. Doch manchmal gelang es ihm, alle Sorgen zu vergessen und harmlos heiter zu sein. So kam er auch eines Mittags gut gelaunt vom Dienst. Es war alles so glatt verlaufen und der wunderschöne Herbsttag draußen erfreute und erhob sein Gemüt, nicht minder aber die Aussicht, sein junges Weib wieder in die Arme schließen zu können. Trällernd stieg er die Treppen hinauf, zog die Schlüssel und öffnete ie Korridorthür. 8 15 700 stand vor ihm. Aber sie lachte nicht wie sonst, kam ihm nicht entgegen, gab ihm f inmal die Hand.. 0 dare Schreck durchfuhr ihn. Dein Vater war hier?“ fragte er schnell. „Nein“, erwiderte sie leise. „Deine Mutter?“ „Ja.“ Damit ging sie in sein Zimmer. Er legte Säbel und Mütze ab und folgte ihr. Ernst stand sie vor ihm. Er merkte sofort, daß sie alles wußte. Und nun mußte er sprechen. Trotz der pein— lichen Situation spürte er ein Gefühl der Erlösung. Er war die Last los. Und es wurde nun hoffentlich klar um ihn „Willst Du Dich nicht setzen, Röschen?“ Sie schüttelte mit dem Kopf und sah immerfort prüfend an. „Was soll denn das! So setz' Dich doch!“ „Ich danke.“ Wie förmlich dasz klang, dies„ich danke“! „Ja, Hellmuth, ich weiß es nun, was Dich bedrückte“, begann sie endlich.„Das konntest Du mir freilich nicht sagen. Und ich fasse es auch noch nicht. Du entschuldigst, wenn ich nicht ganz folgerichtig spreche, mir ist alles so wirr im Kopf. Merkwürdigerweise empfinde ich auch keinen be— sonderen Schmerz, doch das kommt wohl noch. Es ist, als ob alles in mir ertötet wäre, die heiligsten Gefühle,— alles tot, tot!“ Sie ließ die Hände sinken und blickte zu Boden. „Vor allen Dingen eins, Röschen: ich liebe Dich 0 „Schweig'!“ Zorusprühend blickte sie auf, sie atmete heftig.„Ich habe mal früher davon ge— lesen“, fuhr sie leiser fort, obwohl die innere Erregung in dem Ton ihrer Worte nachklang,„und damals schon hat es mir Abscheu eingeflößt. Im ihn Heiratskontor, so hieß die kleine Geschichte glaub' ich. Und da waren förmliche Listen mit reichen Mädchen, und die Mäuner kamen und sahen die Listen durch, manche ließen sich auch die Photo— graphie zeigen, doch den Meisten war das Neben- sache. Das Geld war die Hauptsache. Und der freche Mensch, der das Büreau hatte, ließ sich dann eine Provision zusichern, wie das häßliche Wort heißt, und damit war das„Geschäft“ einge— leitet. Und nun zu denken, daß man selbst ein solches Spekulationsobjekt gewesen ist, daß man gegen seinen Willen so verschachert ist des Geldes wegen—“ Sie blickte auf, und ihr flammendes Auge traf den Gatten,—„das ist eine Schande, die auf mir lasten wird, mein Leben lang! Und der, an den ich verkauft bin,— das bist Du!“ Hellmuth war bleich geworden.„Röschen“, erwiderte er leise,„Du beleidigst mich auf das Tiefste!“ Sie wehrte ab. kann Dir ja nicht „Röschen!“ schrie er Hand fassen. „Faß mich nicht an! Ich sehe jetzt klar. Und ich will mich nicht wieder einlullen lassen. Deshalb die Verlegenheit, wenn von Herrn von Warns— hagen gesprochen wurde! Deshalb die Be— schleunigung der Hochzeit! Die Schulden mußten ja bezahlt werden, und der Heiratsvermittler mußte doch die Provision bekommen! Nun? Nun? So doch! So verteidige Dich doch! Sage, daß alles nicht wahr ist, daß ich träume oder geistig gestört bin. Bringe mich in eine Anstalt, laß mich ein⸗ sperren und sage: sie hat eine fixe Idee, und da laß mich sterben!“(Jortsetzung folgt.) „Laß doch! Sprich nicht! Ich mehr glauben, nie mehr!“ auf und wollte ihre der darin besteht, den Imkern den Ein⸗ und Verkauf von Völkern usw. zu erleichtern. Die 38. Wanderversammlung findet in Lauterbach statt. Zum Schlusse soll nicht unerwähnt bleiben, daß das Lokalkomitee voll und ganz seine Schul- digkeit gethan hat, um den auswärtigen Gästen frohe Stunden zu bereiten, und daß auch der Festwirt, Herr Hamel, es verstand, den an ihn gestellten Anforderungen nach jeder Richtung gerecht zu werden. Den Schluß des Festes bildete ein Konzert, welches sich eines recht zahl⸗ reichen Besuches zu erfreuen hatte. Vermischtes. — Berliner„Rausschmeißer“. Die„Ber⸗ liner Rausschmeißer“, deren Beschäftigung wohl zu den gefährlichsten und am wenigsten beneidenswerten der Großstadt zählt, zersallen— so erörtert eine Lokalkorre⸗ spondenz der Reichshauptstadt— in drei Hauptklassen, die scharf von einander gesondert sind. Da sind zunächst die„Nichts als Rausschmeißer“ der Balllokale, die sich zumeist aus pensionierten Schutzleuten, ehemaligen Herr⸗ schaftskutschern und dergl. rekrutieren und je nach dem Charakter des Etablissemens mit drei bis fünf Mark pro Abend entlohnt werden. Sie verraten in ihrem Aeußern in keiner Weise ihren seltsamen Beruf und halten sich, so lange sie nicht ihres Amtes zu walten brauchen, unbeachtet in einer stillen Ecke des Ballsaales auf, behalten dabei aber alle Vorgänge im Lokale scharf im Auge, um er⸗ forderlichen Falls sofort in Aktion treten zu können. Als „Geschäftsführer“, die jedoch nur und zwar in recht nach⸗ drücklicher Weise aus dem Geschäfte„herausführen“, repräsentieren sich die Rausschmeißer in den Chantants, unter denen sich wahre Herkulesgestalten, vielfach auch regelrecht trainierte Athleten befinden. Hier sinkt die Gage auf zwei bis drei Mark für den Abend, während sie bei den gleichzeitig als Portier funktionierenden Raus⸗ schmeißern der Wiener Cafés noch niedriger ist, obwohl gerade diese Klasse die meiste„Arbeit“ hat, und da stie nur zu oft mit den„Beschützern“ der weiblichen Stamm⸗ gäste des Lokales in recht unsanfte Berührung kommen muß, der größten Gefahr ausgesetzt ist. — Aus dem Tierleben. Im Kreise Pillkallen (Preußen) wurden im Monat Juni zwei alte Störche er⸗ schossen. Zwei„unerzogene“ Junge blieben verwaist zurück und erregten das Bedauern der Besitzerfamilie, die sich in der freien Zeit damit zu schaffen machte, der kleinen Gesellschaft das nötige Futter zu besorgen. Frösche und Regenwürmer wurden gesammelt und auch Mehlklöße] tor, der sie sofort in Haft nehmen ließ. Man ist auf gefertigt. Die beiden jungen Störche nahmen die ihnen gereichte Nahrung bald sehr gern an und wurden so zahm, daß sie aus der Hand fraßen, zur Fütterungszeit auf den Hof geflogen kamen und ihren Pflegern auf Schritt und Tritt folgten. Bei dem in der letzten Zeit erfolgten Abzuge ihrer Genossen sind sie zurückgeblieben und es ist sehr leicht möglich, daß sie auch hier überwintern. — Aus der Antwerpener„besseren“ Ge⸗ sellschaft. Eine sensationelle Affaire beschäftigt gegen⸗ wärtig die Antwerpener Assisten. Eine junge Dame aus der sogenannten„Gesellschaft“, die den Mittelpunkt eines „eleganten Kreises“ bildete, Fräulein Dora Schönfeld ist angeklagt, daß sie ihr neugebornes Kind von ihrer intimen Freundin, Flora O'Donnell, habe ins Wasser werfen lassen. Im Hause eines Bekannten, des Dr. Van Emelen, fand die Niederkunft statt und die Frau des Doktors wickelte das Neugeborene in jene Wäschestücke, die man später bei der kleinen Leiche fand. Flora O'Donnell aber war es, die den Mord beging und ohne weiteres das noch schreiende Kind in den Wassergraben warf, in dem man es, als der Graben austrocknete, entdeckte. Dr. Van Emelen hatte, als er von der gefundenen Kindesleiche hörte, Verdacht geschöpft und Flora O'Donnell gestand ihm, daß sie das Kind getötet hatte. Warum er die Anzeige nicht erstattet hat, soll nun in der Verhandlung aufgeklärt werden. Dora Schönfeld aber behauptet, ihre Freundin wäre im Einverständnisse mit ihr nach Brüssel gefahren und hätte das Kind einem Arzte übergeben, damit dieser es irgendwo unterbringe. Der Arzt bezeich⸗ net dies als unwahr. Dora Schönfeld habe ihm ge⸗ standen, daß ihr Kind ermordet sei und ihn gebeten, ihr ein anderes neugeborenes Kind zu verschaffen, da sie von ihrer Tante mit der gerichtlichen Anzeige bedroht werde. Auch dieser Arzt hat merkwürdigerweise die Anzeige nicht erstattet. Flora O'Donnel verweigerte anfangs jede Aus⸗ sage. Dieses seltsame Mädchen, das auf Geheiß ihrer Freundin ein unschuldiges Kind ermordet hat, ist mit Dora Schönfeld gänzlich entzweit. Sie hat nämlich erst jetzt davon Kunde bekommen, daß ihre Freundin nicht bloß einen, sondern mehrere Liebhaber hatte und diese Ueberzeugung von den schlechten Sitten ihrer Freundin riß aus ihrem Herzen Liebe und Freundschaft. Sie ent⸗ schloß sich plötzlich, auszusagen, behauptet unschuldig zu sein und das verwirrt diese romantische Affaire vollends. Als Dora Schönfeld verhaftet werden sollte, verschwand sie, teilte aber in einem Briefe mit, daß ste zur Ver⸗ handlung erscheinen werde. Und sie erschien auch. In Begleitung ihres Vaters kam sie zu dem Generalprokura⸗ das Urteil in diesem Prozesse sehr gespannt. — Als der heißeste Punkt der Erde muß, so weit unsere Kenntnisse reichen, das Thal des Todes in der Wüste Mohava in Amerika— 117 Grad westliche Länge, 36 Grade nördliche Breite— bezeichnet werden. Dieses Thal hat, nach der meteorologischen Monatsschrist das Wetter, nach keiner Seite einen Ausgang, sondern ist überall von Bergen eingeschlossen, von denen die Ketten des Funeral und Armargoza im Osten eine Höhe von 1500 bis 1700 Meter, die Panamintberge im Westen eine solche von 2400 bis 2700 Meter erreichen, während im Süden ein Felsen von 600 Meter Höhe vorgelagert ist. Barometermessungen haben ergeben, daß die Thal⸗ sohle 50 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Der Name dieses Thales rührt von einem Unglück her, welches eine Schar Flüchtlinge ereilte, indem dieselben dort verdursteten. Die Beobachtungen, welche während eines Sommers in jenem Thale durchgeführt wurden, ergaben als mittlere Temperatur des Juli 39 Grad C.; die höchste erreichte oft 50 Grad und an einem Julitage erreichte das Tages⸗ mittel 43 Grad. Alle diese Temperaturen sind im Schatten gemessen. Diesem heißesten Punkte der Erde steht Werchojausk in Sibirien als der kälteste gegenüber. Dort erreicht die mittlere Januar⸗Temperatur— 50 Grad C. und das Thermometer sinkt bis zu— 70 Grad C., wobei jedoch zu bemerken ist, daß die höchste Som⸗ mertemperatur + 32 Grad C. erreicht. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 14. Sept. Die Flottenfrage bildete den Gegenstand eingehender Erörterungen in einer öffentlichen Versammlung, welche die Abteilung der deutschen Kolonial⸗-Gesellschaft in Berlin gestern Abend einberufen hatte. Drei Redner behandelten die Frage vom allgemeinen politischen, fachmännischen und handelspolitischen Standpunkte aus. Eine Resolution zu Gunsten der Flotten⸗Vermehrung wurde einstimmig ange⸗ nommen. Dieselbe soll dem deutschen Kaiser übermittelt werden. Hd. Berlin, 14. Sept. Entgegen einer anderweitigen Meldung wird der„Staatsb. Ztg.“ mitgeteilt, es sei bisher von keiner Seite der Versuch gemacht worden, den früheren Kriegs⸗ minister von Bronsart von einer Reichstags⸗ Kandidatur abzubringen. Tüchtiger geprüfter Heizer gesucht. Hax Meissbäcker Giessen. 2490 Junger Kaufmann sucht möbl. Zimmer. Offerten mit Preisangabe unt. Z. 3. 100 an die Exped d. Bl. 2501 4 immer, Küche, Speisekammer, a ee en Korridor, m. allem ubehör sofort zu vermieten. 2320 Schottstraße 19. Ein unmöbliertes Zimmer an eine alleinstehende Person sofort zu ver⸗ mieten. Neuenweg 30.(2499 Im Vorderhaus des Wiener Hof, Neuen⸗ weg 62, ist eine 2504 Haltet Kehri elöst.— Charnieren, welcher sich ganz gebrachte Vorrichtung feststellen läßt, nie abgebrochen werden kann. Auch können mehrere dieser Eimer vermöge ihres flachen Deckels auf⸗ einander gestellt werden. Derselbe ist aus schwerem Blech gefertigt und verzinkt. selben stets in zwei Größen auf Lager, Größe 1 pro Stck. 2.50, Größe 2 pro Stck. 3.— Diese Eimer sind vom Stadtbauamt für sehr zweckmäßig befunden worden und können daher nur empfohlen werden. Gg. Appel, Spengler meister, D. R. G. M. Dieser siunreich,konstruierte Eimer hat einen flachen Deckel mit soliden öffnen und beim Entleeren durch eine unten an⸗ damit derselbe von den Kehrichtfuhrleuten Es kosten Zu haben bei cht und Küchenabfälle verdeckt! Wie muß ein Kehrichtgesäß beschaffen sein? Diese Frage wird am be durch den hier näher beschriebenen 2 sten 2260 2%%%%%%%%%% i i i a i i Ich halte den⸗ 44%%%%%%%%%%%%%%%% Verein Einigkeit. Samstag, den 18. September k. J.: feier des 20gchl. Süftungsfestes Konzert, Theater und Ball 4 Sele des Cue Leih. Karten à 75 Pfg. sind zu haben bei den Herren J. Arnold(Schipkapaß), G. Atzbach, Brauerei Förtsch und J. Muhl, Friseur, Bahnhofstraße 58. Abends an der Kasse à Mk. 1,— * Ad. Berlin, 14. Sept. In der Wohnun ihres Geliebten, des Rechtsanwalts Mattersdo versuchte sich am Samstag die 24jährige Johanna Rothganger zu erschießen. Durch eine Kugel in die rechte Schläfe hat sie sich schwer verletzt. Hd. Budapest, 14. Sept. Die Polizei hat die Abhaltung des von den hiesigen Sozial⸗ demokraten für die Zeit der Anwesenhest Kaiser Wilhelms geplanten großen en der Parteigenossen kategorisch ver⸗ oten. Hd. Paris, 14. Sept.„Libre Parole“ zu⸗ folge wird Präsident Faure sich mit seiner Gattin nach Algier begeben.—(Der findet jetzt auch Vergnügen am Reisen.) Hd. London, 14. September. Die japa⸗ nische Regierung hat bei englischen und amerikanischen Schiffswerften große Aufträge auf Panzerkreuzer und Torpedo, jäger gemacht.. Hd. Madrid, 14. Sept. Zur Karlisten⸗ bewegung wird noch gemeldet, daß der Pap die Katholiken Spaniens aufgefordert hat, sich in keiner Weise an derselben zu he⸗ teiligen. Marktpreise. Gießen, 14. Sept. Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg. Tauben per Paar 0,55— 0,70, Hühner p. St. 0,90— 1,10, Hahnen 0,50— 0,80, Enten 1,40— 1,60, Gänse per Pfun 00—00, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64— 72, Schweinefl., gesalzenes 78, Kalbfleisch 56— 60 Pfg., Hammelfleisch 50—60, Kartoffel pro 100 Kilo 6—7, Zwiebeln per Zentner 7 Ml, Kirschen per Pfund 00—00 Pfg., Milch per Liter 16 Pfg. Gurken 100 Stück 75— 2,00 Mk. Vom nächsten Donnerstag ab nehmen die Märkn; vormittags 8 Uhr ihren Anfang. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redal⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmannschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13. verbunden mit Mk. rden⸗Wohnun 5 g i e zu 1 8 55 Löwengasse. ein gutes Glas Gier PFF Tesschenmhbrese, sowie g. Möbl. 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