ar. Gestern Anancht ten. gen das 97 1 Behörde in Barcelona kein 3wi, en doch wur⸗ Anarchisten Der aus Neapel ig Palatole tel im Bett tot ung Selbstmord sefeuerten Repolber Lord Salisburg uglischen Schiffe u zu bexstärken. Jahres ist nämlich i bon den Einge⸗ apele niederge⸗ dition bestand aus Il des Nil⸗Schuzge⸗ einem Hauptmann, llar⸗Korps, einem u und einer Anzahl 63 fle. nine Balser, ein heiter Wilhelm Balser, —— burg, Verantw. Redak⸗ Ottmann, belde in Gießen. ür geführten 1 4 * ystem passen, us. 5 1 1 9 vorgenommenen amtlichen Prüfungen betrug dieselbe durch⸗ I und bei einem und demselben Gasverbrauchenden eine 5 2 3 6 * rn D liger 1 uber mauer Hof“ ger/„Den us in ihre 01 0 7128 che. Agent el 1 10 gere vel 1897. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. E 12 1* 5 1 14 4 2* 3 7 * 1 2 N— N 1 0 Gießen, Donnerstag, den 14. Januar Ausgabe Gießen. e Postztg. Nr. 3239 a. Telephou⸗Nr. 112. Redaktion: 40 Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg. Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die Fspaltige Petitzeile. Aus dem Verwaltungsbericht 5 der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1895/96. D Gaswerk. Der Gesamtgas verbrauch während des Betriebs⸗ jahres betrug 921 215 Kubikmeter, 84 400 mehr als im Vorfahre. Es waren in Gießen 35 Gaskraftmaschinen mit zusammen 84/ Pferdekräfte im Betriebe. Die Anzahl der Straßenlaternen betrug 545, 12 mehr als im vorausgegangenen Jahre. Die Lichtstärke des Leuchtgases soll nach Stadtverordneten⸗Beschluß vom 13. Mal 1890 bei einem stündlichen Gasverbrauch von 150 Liter 13— 15 sogen. Deutsche Vereins⸗Paraffinkerzen betrageu. Nach den von Herrn Professor Dr. Buchner monatlich schnittlich 13,5 Kerzen, während nach den in der Gas⸗ fabrik selbst vorgenommenen regelmäßigen Messungen eine durchschnittliche Lichtstärke von 14,6 Kerzen sich ergab. Der Preis des Gases blieb bis Ende des Berichts⸗ jahres der vom 1. April 1894 ab(durch Stadtverord⸗ neten⸗Beschluß vom 18. Januar 1894) festgesetzte, nämlich: Grundpreis 22„ für 1 Kbm., hierauf wird, wenn der Jahresverbrauch auf einem zusammenhängenden Grundstück Größe erreicht: von 1001 Kbm. bis 2000 Kbm. ein Nachlaß von 3„% r e.„ 5001„„ 10000.„„,„ 5 7„ 7 10001 17 und mehr„„„„ 10 1 gewährt. Die Beträge für den Gasverbrauch sind monatlich zu entrichten und zwar zu dem Grundpreis von 22 für 1 Kbm. Nach Schluß des Geschäftsjahres wird der ent⸗ sprechende Nachlaß verrechnet. Der Preis des Gases zum Betriebe von Gas- kraftmaschinen, sowie für alle übrigen, nicht der Beleuchtung dienenden Zwecke(zum Kochen, Heizen und für gewerbliche Zwecke aller Art), war gleichfalls vom 1. April 1894 ab, ohne Gewährung von Rabatt, von 16% auf 15% für 1 Kbm. widerruflich ermäßigt, sofern ein besonderer Gasmesser hierfür eingestellt und den weiteren, hierauf bezüglichen Bedingungen entsprochen wird, nach welchen insbesondere die für solche Zwecke erforderlichen Gasleitungen und Veränderungen nur durch unser Gas⸗ werk gefertigt werden dürfen und die Gaskraftmaschinen außer mit Gummibeuteln noch mit Druckreglern zu ver⸗ sehen sind. Ferner wurde beschlossen, vom gleichen Zeitpunkte ab die monatliche Miete für zu leihende Gasmesser zu er⸗ mäßigen, wie folgt: für g⸗flammige Gasmesser von 735 auf 25 . 5⸗„„.„ 1„ 40„ „ 10⸗ N 11„ 70 1 n 60„ „ 20„„ 1 885 70„ um den Heizgas verbrauch in Küchen und Baderäumen zu fördern, wurde durch Stadtverordneten⸗ Beschluß vom 13. Februar 1896 denjenigen Konsumenten von Helzgas in Küchen und Baderäumen, in welchen Heizgas in angemessener Menge verbraucht wird, die An⸗ lage und Benutzung von bis zu zwei Leuchtgasflammen aus der Heizgasleitung gestattet. b Das städtische Gasrohrnetz erfuhr auch im Be⸗ triebsjahr 1895/96 wieder eine Ausdehnung bezw. Verstärkung und Erneuerung und war nach Abzug der herausgenommenen Rohre noch ein Gesamtzuwachs des Gasrohrnetzes um 1178 Meter zu verzeichnen. Die Ge⸗ samtlänge aller Hauptröhren betrug am 1. April 1896 31 770 Meter. überschuß von 42 504, 3 5 c gegen 38 946 J, 47& im Vorjahre. das Gaswerk 465 861, 99&. Lokales und Provinzielles. macht bekannt, daß das erste Bataillon des In⸗ fanterie⸗Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 Das städtische Gaswerk erzielte einen Betriebs⸗ Der Schuldenstand betrug am 31. März 1896 für * Gießen, 13. Januar. Das Kreisamt Donnerstag den 14. Januar, Freitag„ Samstag„ 16.„ jedesmal von Vormittags 9½ bis Nachmittags 2½% Uhr, Schießübungen mit scharfen Patronen in dem Gelände zwischen Alten-Buseck—Großen⸗ Buseck, Beuern, Climbach, Treis a. d. Lda.— Mainzlar und Daubringen abhalten wird. Das gefährdete Gelände ist mit Posten abgesperrt und wird vor Betreten desselben gewarnt. Die Straßen Treis a. Eda.— Mainzlar—Daub⸗ ringen—Alten⸗Buseck—Großen⸗Buseck—Beuern und Allertshausen sind ungefährdet. * Gießen, 12. Januar. Man schreibt uns: In einzelnen Manufakturwaaren-Ge⸗ schäften herrscht die Geflogenheit, Stoffe im Erker auszulegen mit der Preisbezeichnung für die El le, ohne aber dieses besonders anzugeben. Da das übliche Längemaß das Meter ist, so kann dadurch bei den die Schaufenster mustern⸗ den Kunden leicht der Irrtum erregt werden, als ob die betreffenden Geschäftsleute ihre Waaren besonders billig verkaufen und mancher wird vielleicht, durch diese Täuschung angelockt, bewogen, den Laden der betreffenden Händler zu betreten, um einen Einkauf zu machen. Hinterher besehen, macht man aber die Wahr⸗ nehmung, daß man nichts geschenkt erhalten hat. Der Vorstand des Detaillistenvereins hat nun beschlossen, da eine derartige Handlungsweise geeignet ist,„gegen Treu und Glauben“ zu ver⸗ stoßen, gegen diesen Uebelstand anzukämpfen. S. Gießen, 12. Januar.(Strafkammer⸗ sitzung.) Wegen fahrlässiger Tötung hatten sich heute der 51 Jahre alte Obersteiger Karl Schuhmann von Nieder⸗Ohmen, sowie der 45 Jahre alte Steiger Johannes Schultheis von Stangenrod vor der Strafkammer zu verantworten. Am 7. März vorigen Jahres wurde in der Grube„Ernstine“ der Bergarbeiter Böck ver⸗ schüttet und fand dabei den Tod. Die Anklage lautet dahin, daß die Angeklagten nicht die nötigen Vorschrifts⸗ maßregeln in Bezug auf die Verhütung von Unfällen in Anwendung gebracht hätten. Der Angeklagte Schuhmann erklärt: Die Felswand sei immer ungefähr in einem Winkel von 600 abgelöscht worden. Es sei nicht festzu⸗ stellen und ihm unbegreiflich, wie das Unglück entstanden sei. Er selbst sei am fragl. Tage nicht anwesend ge⸗ wesen. Jedenfalls müsse eine Abrutschung stattgefunden haben.— Der Angeklagte Schultheis will 10 Minuten vor dem Unfall an der fragl. Stelle gewesen sein und keinen Riß oder dergleichen bemerkt haben.— Es wird darauf festgestellt, daß in den letzten vier Jahren durch Einstürzung der Wände in derselben Grube schon ungefähr zwölf Unglücksfälle vorgekommen sind. Auf Befragen erklärt Schultheis weiter, es seien in dem Schacht keine Frostwände vorhanden gewesen, auch könne man nicht annehmen, daß durch die vorherigen Regen⸗ — „Mundloch gestanden. güsse der Felsblock gelöst worden sei.— Bergmann Heinrich Bort hat am fragl. Tage mit Böck zusammen ge⸗ arbeitet, er erklärt, Böck hätte am Ausgang des Stollen Sie hätten beide mehrere Wagen geladen. In dem Moment, wo er sich gebeugt habe, um einen Wagen anzuschieben, sei ein Teil der Masse auf ihn gefallen und habe ihn niedergerissen. Von Böck habe er nach diesem Vorfall keine Spur mehr gesehen. Verdäch⸗ tiges sei von ihm vorher nicht bemerkt worden, auch sei die Erzmasse von gleicher Beschaffenheit wie sonst und in ziemlich trockenem Zustand gewesen. Der Stollen sei nach hinten verbaut gewesen, nach vorn jedoch nicht, weil dies nicht notwendig sel.— Arbeiter Heinrich Bohl war auch in der Nähe der fragl. Stelle während des Un⸗ glücksfalles. Er hat nichts verdächtiges bemerkt.— Es kommt sodann das Protokoll des verstorbenen Bergrat Ziegler zur Verlesung, welcher am 13. März 1896 eine Besichtigung der Unglücksstätte vornahm. Es heißt in dem Protokoll, die Wand sei ziemlich senkrecht gewesen, jedoch habe man an der Sole erkennen können, daß früher die Böschung ungefähr 90% betragen habe. das Unglück verschuldet, sei nicht festzustellen. der ganzeu Sache sel leichtfertig gearbeitet worden. Ob⸗ gleich Nordmayer der Bergbehörde gegenüber verantwort⸗ bestätigt, daß die Masse ganz trocken gewesen sei. gewesen sein. feucht gewesen sein, dieselbe. Auch sei, soviel er noch gesehen, unterminiert gewesen. keine Arbeiter schickt. Schultheis gewesen, die Sache zu prüfen. für die Angeklagten. klagten das beste Zeugnis aus. einverstanden erklären. der Angeklagten. Strafe und Kosten frei. * Gießen, 13. Jan. 1 Ob und wer Nach Lage licher Betriebsleiter sei, habe dieser nie etwas von Ver⸗ antwortlichkeit wissen wollen.— Zeuge Heinrich Stie hlen Er wäre noch eine Viertelstunde vor dem Unfall an der fraglichen Stelle gewesen und habe nichts Verdächtiges wahrgenommen.— Zeuge Ludwig Hennrich besichtigte am 4. Mai die Grube, zu welcher Zeit noch keine Aende⸗ rung der Wand seit dem Unglücksfall vorgenommen war. Die damalige Böschung habe 69“ betragen. Auch habe er noch einen Teil der früheren, eingestürzten Wand vor⸗ gefunden, deren Böschungswinkel 45% betragen habe.— Bergwerksdirektor Nord mayer meint, es müsse ein Riß, den man jedoch nicht wahrgenommen habe, in der Wand Wie das Unglück entstanden, wäre ihm noch unbegreiflich. Es sei stets nach bergmännischer Art verfahren worden. Mit Herrn Bergrat Ziegler sei er fast gar nicht in Berührung gekommen; derselbe sei ihm stets aus dem Wege gegangen, weshalb wisse er nicht. Auf Befragen sagt der Zeuge weiter aus, daß durch Regen⸗ wetter durchaus nicht das Unglück habe entstehen können, da der Regen höchstens 10 Centimeter in die Erde ein⸗ gedrungen sei.— Sachverständiger Pascoe erklärt, er sei nach dem Unglück an der fraglichen Stelle gewesen, es habe dort gefährlich ausgesehen. Die Erzmasse müsse denn jede Witterung beeinträchtige der Stollen Als Bergleute hätten die Ange⸗ klagten wissen müssen, daß man an solch gefährliche Stellen Es sei Pflicht des Angeklagten Die übrigen Aussagen des Sachverständigen ergeben viel Belastendes Auf eindringliches Befragen seitens des Verteidigers erklärt Pascoe weiter, eine andere Ursache als die von ihm erwähnte könne ja wohl möglich sein, seine Aussagen seien nur seine Ansicht.— Der Sach⸗ verständige Diehl war vor 11 Jahren als Betriebsleiter auf der Grube„Ernstine“ thätig und stellt den Ange⸗ Mit den Ausführungen des Sachverständigen Pascoe kann er sich durchaus nicht Daß ein solcher Vorfall durch die Witterung hervorgerufen werden könne, sei ihm undenkbar. Der Staatsanwalt beantragt mit Bezugnahme auf das Gutachten des Sachverständigen Pascoe die Verurteilung Das Gericht spricht dieselben von Ein Karnevals⸗ scherz war die Veranlassung zu einem Menschen⸗ auflauf, der sich, wie uns mitgeteilt wird, gestern 2 Abend in der Wallthorstraße abspielte. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, daß in einem dortigen Metzgergeschäft ein„Einbruch“ verübt sei. Der„Einbrecher“ hatte sich in der edition: Kreuzplatz Nr. 4. Schlafkammer des Dienstmädchens„versteckt“ gehalten, wurde aber von dem Mädchen, als dieses zu Bette gehen wollte,„entdeckt“. Man eilte sofort zur Polizei, und bald erschienen Schutzleute, die mit noch einigen beherzten und gut bewaffneten Männern dem„Bösewicht“ zu Leibe rückten. Währenddem hatten die Haus⸗ bewohner alle Thüren abgeschlossen und schleunigst bei der sich auf der Straße ansammelnden Menschenmenge Schutz gesucht. Der„Einbrecher“ war bald„überwältigt“, denn schon nach den ersten Axthieben erkannte man einen in alte Kleidungsstücke gestopften— Stroh mann. Die Metzgerburschen hatten sich mit dem Dienstmädchen einen Scherz erlaubt. * Gießen, 13. Januar. In betreffs der Handelskammer wahl ist infolge deren An⸗ fechtung vom Großh. Ministerium beim Wahl⸗ kommissar, Kommerzienrat Gail, heute folgender Entscheid eingetroffen: Die Wahl von Balser und Kraatz ist für gültig erklärt, dagegen zwischen Homberger und Katz Stich⸗ wahl oder Losentsche id angeordnet. Das Ministerium ist von der Ansicht ausgegangen, daß die für Kraatz abgegebenen Zettel ebenfalls für das frühere Kammermitglied abgegeben seien, da die Wähler dessen Sohn nicht gemeint haben können. E. Klein⸗Linden, 13. Januar. Gestern Nachmittag wurde der Bahnarbeiter Karl Reuschling und dessen 69 jähr. Schwieger⸗ mutter durch Herrn Kriminalschutzmann Weiß aus Gießen verhaftet. Beide sollen sich des Sittlichkeitsverbrechens aus§ 173, Abs. 2 des St.⸗G.⸗B. schuldig gemacht haben. * Großen⸗Buseck, 13. Jan. Vor einigen Tagen schlachtete der hiesige Handelsmann Walldorf eine Kuh und verkaufte das Fleisch an zahlreiche Bewohner unseres Dorfes. Zu den Abnehmern gehörte auch der Gemeinde⸗ Bullenhalter, Wilhelm Dörr, dem aber das Fleisch verdächtig vorkam und dieserhalb den Verkäufer zur Rede stellte. Letzterer berief sich auf den Fleischbeschauer und erklärte, „das Fleisch ist so klar, wies Wasser an der Quell!“ Wie„klar“ das Fleisch war, ergab sich, als Dörr dasselbe im Schlachthause zu Gießen untersuchen ließ. Herr Schlachthaus⸗ tierarzt Dr. Liebe bezeichnete das Fleisch als völlig ungenießbar, da es von einem tuberkulösen Tiere stammte und mit Schwindsuchtsknoten durchsetzt war.— Die Behörde hat sich bereits für den Vorfall in⸗ teressiert. * Aus der Wetterau, 11. Jan. Kaum ist das Geschäft mit dem Mästen und Verkaufen der fetten Gäuse, das in manchen Teilen der Wetterau sehr schwunghaft betrieben wird, eben beendet, so beginnt man schon wieder mit der Zucht der jungen Gänse. Um recht früh flügge Gänse zu erhalten, läßt man nicht die Leggans ihre Eier ausbrüten, sondern legt die Gänseeier, noch ehe die Gans das Leggeschäft beendet hat, —..— ——————— Der Vogel im Käfig. Von Maurus 36 kai.(Autorisiert.) (Deutsch von Sandor Särost.) (Nachdruck verboten.) Auf der Terrasse des Badehauses in O'Ladamy war ein Teleskop aufgestellt, das es dem an Ge⸗ nüssen unersättlichen Badepablikum ermöglichte, sich den Details des landschaftlichen Panoramas zu er— c Denn außer diesem Panorama und dem Teleskop wäre in O'Ladamy kaum ein anderer götzen. Genuß vorhanden gewesen. Csasö, Luft atmete. Der Badearzt, Diese Beobachtung hatte auch der Abgeordnete ant, der von den Strapazen der Parla⸗ mentssession hier Erholung suchte und bereits seit achtundvierzig Stunden die O'Ladamyer würzige der neben Csak am Teleskop „Ach so, jenes Häuschen dort meinen Sie? Und das nennen Sie ein Palais?“ Bewohnte es zufällig ein Pfaidler, dann hieße dies„Palais“ sicherlich eine Sommervilla!“ „Sehen Sie das Adelswappen über dem Thor?“ „Blos einen Wagen sehe ich vor der Einfahrt.“ „Es scheint, die Herrschaften fahren aus.“ „Haben die aber gut genährte Pferde! Meiner Treu, die reinsten Dickbäucher!“ „Schauen Sie hin, Sie Spötter, gerade passiert der alte Herr die Treppe.“ „Er hat ein bissiges Gesicht, wie ein Nuß⸗ knacker.—“ „Die alte Dame, die ihn stützt, ist die Frau Gräfin.“ 5 „Sie streckt die Hände aus— offenbar, um zu sehen, ob es regnet, während doch das Firmament ganz blau ist, und hellster Sonnenschein glänzt.“ stand, hatte auf Grund des häufigen Gähnens seines daß an Csakô be⸗ reits die Symptome der spezifischen Krankheit des Badeortes, der Langweile, wahrnehmbar seien, und er war deshalb lebhaft bemüht, dem Kranken durch Verabreichung von landwirtschaftlichen Injektionen Patienten die Diagnose gestellt, über seinen Zustand hinweg zu helfen. „Sehen Sie das Palais dort auf der Bergspitze?“ „Nicht den Schatten eines Palais, lieber Doktor“, 14 versicherte Csalo ärgerlich. „Unglaublich! So schauen Sie doch nur hin— . N Das Palais mit dem dun Kupferdach! Der Sommersitz der Grafen * direkt Ihnen genüber. adamy!“ Plötzlich schwieg der Abgeordnete, er legte seinen Zeigefinger aufs Auge, damit er mit dem rechten um so gespannter in das Teleskop blicken könne. die als Dritte in den Landauer einstieg. ein typisch aristokratisches Aussehen. lang an ihr. Hollunderzweig. Rolle gespielt hat?“ Auf der Terrasse der Ladamy'schen Villa war eine schwarz gekleidete, schlanke, blonde Dame erschienen, Sie hatte Alles war Das Gesicht, die Gestalt, die Hände; dabei war sie reizend und blühend, wie ein junger „Ist das derselbe Ladamy, der in Rußland eine „Hatte der alte Herr auch einen Sohn.“ „Er starb vor zwei Jahren.“ „Und wer ist die junge Dame?“ Kennen Sie sie, Herr Abgeordneter?“ hatte er wiederum etwas zu fragen: „Wohnt die Witwe bei den Ladamyschen?“ Me „Also Eifersucht übers Grab hinaus.“ Friedhof. Schutzengel der Armen. nicht aus der Gesellschaft war?“ Esäko antwortete nicht, sondern blickte auf die Uhr. „Wohin pflegen die Ladamy'schen zu fahren?“ „Täglich bis zum Försterhaus.“ „Auf Wiedersehen, Herr Doktor.“ zufrieden. bereits überstanden hatte. brennen werde. 1 „Sie ist die Witwe des verewigten Grafen. „Flüchtig“, entgegnete Csäkö. Nach einiger Zeit „Jawohl, ver verstorbene Graf hat seine Witwe den Nutzgenuß auf seinen Gütern unter der Be⸗ dingung testamentarisch vermacht, daß sie niemals heiratet und im Hause seiner Eltern wohnhaft Die junge Gräfin lebt jetzt sehr zurückgezogen, man sieht sie eigentlich nur in der Kirche und am Sie ist, wie man sagt, ein wahrer . Sie erinnern sich wohl noch, Herr Abgeordneter, daß der alte Graf seiner⸗ zeit gegen die Ehe heftig opponierte, weil die Braut Cfäako entfernte sich, der Arzt hingegen schmunzelte Er konstatierte mit Befriedigung, daß sein Patient die Krise der O'vadamyer Langeweile Jetzt brauchte er sich nicht mehr zu ängstigen, daß ihm Csaäkô durch⸗ — ͤ— Die beiden wohlgenährten Pferde trabten in⸗ zwischen gemütlich auf der zum Försterhaus führen⸗ den Straße. Die Gräfin blickte unter ihren ge⸗ runzelten Brauen streng auf die rechtsseitigen Bäume, der Graf stumm auf die linksseitigen, als wenn sie eine militärische Revue abgehalten hätten. Die armen Eichen standen kerzengerade und trauten sich nicht, die geringste Bewegung zu machen. Schließlich hatte die Gräfin, da sie am Walde Irma gelenkt, die ihr gegenüber saß. An ihr fand fie bereits mancherlei zu bemängeln. „Du trägst graue Handschuhe Irma.“ „Jawohl Mama.“ passen. „Jawohl Mama.“ „Ganz recht. Der Hut mit dem schwarzen Schleier paßt besser“, bekräftigte der Graf. Verewigte verdient es, daß Du ihn nicht nur im Herzen betrauerst, sondern Deinen Schmerz auch äußerlich kenntlich machst. Du bleibst seine Witwe Sinn.“ „Jawohl Mama.“ (Fortsetzung folgt.) ö ö nichts zu rügen hatte, ihren Blick auf Gräfin An Stelle des Federhutes aber dürfte der Hut mit dem schwarzen Schleier gleichfalls besser „Jawohl Papa.“ 1 „Ich glaube“, sagte später die alte Frau,„der Dein lebenlang, die Welt hat Dich demnach nichts mehr zu kümmern, der Putz hat deshalb keinen 0 einem Huhn, das man, wenn nötig, auf künst⸗ liche Weise zum Brüten gereizt hat, unter. Ein solches Huhn hat seinen Brüteplatz oft im warmen Zimmer unter dem Bett, und auch die im Januar schon ausgehenden Gänschen müssen, wenn sie am Leben bleiben und gedeihen sollen, im warmen Zimmer gehalten werden. Bei guter Pflege können diese dann schon im Mai zum Schlachten verkauft werden und bringen dem Züchter gerade zu einer Zeit, in der im Landwirtschaftsbetrieb das Geld am rarsten ist, eine sehr willkommene Einnahme. Manche Züchter kaufen auch die jungen Gänschen, von denen die frühesten gewöhnlich mit 1 Mark das Stück bezahlt werden, und füttern sie auf. Es ist nur schade, daß man an einzelnen Orten zu wenig Gewicht auf eine gute schwere Rasse legt.(D. 3.) „Mainz, 12. Januar. In einem Hause des Hauptwegs stellte dieser Tage eine Frau einen Kübel mit kochendem Wasser zur Erde. In diesem Augenblick kam das fünfjäh⸗ rige Kind der Frau rückwärts zur Thür herein, und fiel in den Kübel. Das Kind wurde schrecklich verbrüht und starb gestern infolge der erhaltenen Verletzungen.— Gegen ein lediges Frauenzimmer ist eine Untersuchung wegen Kindesaussetzung eingeleitet worden. Sie hatte ihr neugeborenes Kind in einem Korb in eine Schusterwerkstätte getragen; erst als das Kind in dem Korb zu schreien anfing, wurde man auf den Inhalt desselben aufmerksam. Das ind wurde der Polizei abgeliefert. Vermischtes. — Hofzüge und Bahnhofs⸗Vorsteher. Wegen Gefährdung des kaiserlichen Zuges sind bekanntlich kürzlich in Löbau zwei Eisenbahnbeamte verurteilt worden. Der Abg. Brömel erinnert jetzt in der„Nation“ unter Bezugnahme auf einen Bericht A. Achleitners an folgen⸗ den Vorfall. Auf der Station Mürzzuschlag der Sem⸗ meringbahn, der vielbesuchten Sommerfrische in Steiermark, herrschte an einem Sommertage ein überaus lebhafter Verkehr. Außer den vielen Personen- und Güterzügen, welche täglich passieren, hatten zahlreiche Extrazüge Wiener Ausflügler gebracht, die Abends wieder heimfahren wollten; ein Feuerwehrfest hatte die Zahl der Ankommenden noch weiter angeschwellt. Dazu wurde gar noch ein Hofzug für den Kaiser von Oesterreich bestellt, der von einem Jagdausfluge nach seiner Hauptstadt zurückkehren wollte. Um 5 Uhr 20 Minuten wurde seine Abfahrt vom Bahn— hofsvorsteher festgesetzt, der nach schwierigen, sorgfältigen Erwägungen den Fahrplan für den kaiserlichen Separat⸗ zug entworfen hatte. Vergeblich drängte der Hoffourier auf eine frühere Abfahrt, da der Kaiser so rasch wie mög⸗ lich in Wien sein wolle; der Beamte blieb im Bewußt⸗ sein seiner Verantwortung unerschütterlich. Da kam aber auch schon der Kaiser angefahren— und fast noch eine Stunde bis zur festgesetzten Abfahrtszeit! Bald über⸗ brachte auch ein Flügeladjutant dem Bahnhofsvorsteher die Botschaft, daß der Kaiser sofort abzureisen wünsche; der Beamte erklärte fest, daß es unmöglich sei, dem kaiser— lichen Wunsche zu willfahren. Eine halbe Stunde ver⸗ streicht, da tritt der Kaiser selbst an den Vorsteher mit der Frage heran, ob er jetzt mitfahren könne; ein be⸗ stimmtes Nein ist die Antwort. Noch eine weitere Viertel⸗ stunde vergeht, da kommt der Kaiser zum zweiten Male, um nunmehr dem Vorsteher den Befehl zur sofortigen Ablassung des Hofzuges zu geben. Doch auch dies äußerste Mittel bewog diesen nicht zu einer Aenderung des einmal aufgestellten Fahrplans. Endlich, endlich— dem braven Beamten mögen die Minuten noch viel länger geworden sein, als dem wartenden Kaiser— rückt der Zeiger auf 5 Uhr 15 Minuten, der Vorsteher läßt den Hofzug vorfahren, den der Kaiser mit deutlichen Anzeichen tiefen Unwillens besteigt. Und als der Zug zum Bahn⸗ hof hinausgerollt ist, weiß der Vorsteher, daß er gründ⸗ lich in Ungnade gefallen ist, und Alle, die den Vorgang angesehen haben oder von ihm hören, wissen es ebenso⸗ gut. In seinem Hofzuge aber sitzt der Kaiser an der Seite des zweiten Schienenstranges, er sieht in kurzen Zeitabständen Zug auf Zug vorübersausen uud mag wohl eigene Betrachtungen angestellt haben. Am nächsten Tage ward dem Stationsvorsteher von Mürzzuschlag durch die Direktion in Wien der ihm vom Kaiser verliehene Franz⸗Josef⸗Orden zugestellt nebst einer„allerhöchsten“ Anerkennung für sein vollständig korrektes Verhalten bei Ablassung des Kaiserlichen Hofzuges. — Hie gut Deutsch allewege! Wer dazu verurteilt ist, auf einem kleinen Bahnhofe längeren Aufenthalt zu haben, kommt auf allerlei Gedanken und Versuche, sich die Zeit zu vertreiben. Man zählt die Fliegen im Wartesal, die Wagen eines gelegentlich vor⸗ beifahrenden Güterzüges, betrachtet die Karten mit den vielen roten, grünen und gelben Linien, welche die einzelnen Verwaltungsbezirke abgrenzen usw. Ein vortreffliches Mittel, sich heiter zu stimmen und zu unterhalten, wollen wir zu Nutzen der Reisenden hier verraten: das Durch⸗ lesen des Verzeichnisses der in dem Warteraume befind⸗ lichen Gegenstände. An und für sich wäre das freilich wenig interessant, wird es aber eher durch die Art und Weise der Zusammenstellung. So haben wir schon häufig folgende Liste vorgefunden: Eisen⸗Stoch, Ständer⸗Kleider, Kasten⸗Kohlen, Kasten⸗Spuck von Blech(11), Lampe⸗Hänge Ofen⸗Füll, Ständer⸗Regenschirm, Vorhänge⸗Roll(1), Ofen⸗ Säulen. Tafeln⸗Schiefer, Matten⸗Fuß, Ofen-⸗Regulier, Leuchter⸗Kronen, Bänke⸗Rohr, Spiegel⸗Holzrahm, Vor⸗ setzer-Ofen und das Schönste: Karten⸗Eisenbahn⸗Wand(1). Dies erinnert an die augenblicklich allgemein gebräuch⸗ lichen kategorischen Imperative, wie Schmücke Dein Heim, Wasche mit Luft, Pflege dein Antlitz usw., mag sich auch am„grünen Tische“ oder vielmehr am Tafelgrün recht schön ausnehmen; allein so sehr sollte man doch die deutsche Sprache nicht mißhandeln, sonst könnte leicht Jemand hinzufügen: Sinn⸗Un. — Der Streik der Chorknaben. Das„Ber⸗ liner Tagebl,“ schreibt:„In Berlin ist eine seltsame Ge⸗ sellschaft in die„Lohnbewegung“ eingetreten, nämlich die achtzehn Chorknaben vom Berliner Theater, die in dem Wildenbruchschen Schauspiel„Kaiser Heinrich“ mitzuwirken haben. Vielleicht war dem Einen oder Anderen von ihnen ein altes Zeitungsblatt zu Gesicht gekommen, in dem vor einigen Jahren erzählt wurde, wie in einer Opernaufführung in London das wogende Meer auf der Bühne plötzlich spiegelglatt dalag und erst wieder zu „wogen“ begann, als der Direktor den kleinen Misse⸗ thätern, die, statt unter der blauen Decke eifrig hin und her zu eilen und so die Wellen zu markieren, sich platt auf den Boden gelegt hatten, die verlangte Lohnzulage bewilligte. Vielleicht hatten auch die Eltern den Bürsch⸗ lein, die sämtlich unter 14 Jahren sind, geraten, zu streiken— kurzum: die ganze Wirkung der Vorstellung war in Frage gestellt, wenn die 18 Charknaben fehlten. Und daher gingen sie als Sieger aus dem ersten Aus⸗ stand ihres Lebens hervor; statt der 35 Pfennig, die sie — wie uns erzählt wird— bisher auf Kopf und Vor⸗ stellung erhielten, sollen sie von nun an das Doppelte bekommen, und auch für die Proben, die sie bisher um⸗ sonst mitmachen mußten, winkt ihnen von nun an nickeln⸗ der Lohn. Wenn das die kleinen Mädchen hören werden, die dem Beispiel ihrer männlichen Altersgenossen nicht folgten, sondern artig ihre Arbeit zu den alten Lohnsätzen verrichteten, dann werden sie sicherlich bedauern, sich dem „Streik“ nicht angeschlossen zu haben. — Unterm Weihnachtsbaum verbrannt. Aus Bremen berichtet die„Weser-Ztg.“: Ein achtjähriges Mädchen aus Halle a. S. war hierher gekommen, um in der ihr verwandten Kaufmanns⸗Familie die Weihnachts⸗ zeit zu verbringen. Am 2. Weihnachtstage spielte die Kleine mit einem Töchterchen des Kanfmanns zusammen unter Aufsicht eines Kinderfräuleins in einem Zimmer, in dem der Weihnachtsbaum stand. Als das Kinderfräu⸗ lein für kurze Zeit das Zimmer verließ, versuchten die beiden Kinder die Lichter des Weihnachtsbaumes anzu⸗ zünden; dabei fing die Schürze des Mädchens aus Halle Feuer und sofort stand die Kleine vollständig in Flammen. Auf das Geschrei eilten die Hausbewohner herbei und dämpften die brennenden Kleider. Die Verbrennung der Kleinen war aber so bedeutend, daß sie trotz sorgfältigster Pflege nach einigen schmerzvollen Tagen gestorben ist. — Am Ende des neunzehnten Jahrhun⸗ derts. Allen Ernstes berichtet ein österreichssches Blatt „Die Erscheinung am heiligen Christabend. Aus dem Liesinger Brauhaus wird uns folgender als Wahrheit verbürgter Vorfall gemeldet, der das Tagesgespräch bildet: Am heiligen Christabend hatte ein Slowake, der im Brauhaus als Mälzer beschäftigt ist, auf der Tenne einen Haufen keimendes Malz umzuschlagen. Plötzlich hielt er mit seiner Arbeit inne, denn vor ihm stand das leibhaf⸗ tige Christuskind, nur mit einem weißen Hemd bekleidet. Es richtete au ihn die Frage: Mußt du an diesem heiligen Abend arbeiten? Erschrocken warf der Slowake die Schaufel weg und fluchtartig verließ er die Tenne. Auf⸗ geregt und totenbleich kam er ins Zimmer zu seinen Kameraden, denen er, als er sich erholt hatte, den Vor⸗ fall erzählte. In Begleitung des Obermälzers begaben sich die übrigen slowakischen Arbeiter zu jener Stelle, aber vom Christuskind war nichts mehr zu sehen.“ Schade, daß das„leibhaftige Christuskind“ so wenig Dauerhaftig⸗ keit hatte. Eins hat der Chronist vergessen: er sagt nicht, ob das Christuskind zu dem slowakischen Arbeiter deutsch oder slowakisch gesprochen hatte. — Fußböden aus Papier erfreuen sich in den Vereinigten Staaten einer stets wachsenden Beliebtheit, die durch die verschiedenartigen Vorzüge dieser Bodenbe⸗ kleidung gegenüber Holzdielen leicht erklärlich ist. Ein Hauptvorzug des neuen Materials besteht in dem Weg⸗ fallen der Fugen, wodurch das Ansammeln von Staub und gesundheitsschädlichen Pilzen, wie dies bei den ge⸗ wöhnlichen Fußböden der Fall ist, zur Unmöglichkeit wird. Die neuen Papierfußböden sind schlechte Wärme- und Schalleiter und geben trotz ihrer Härte dem Fuß ein weiches Auftreten nach Art des Linoleums. Der Preis ist bedeutend geringer, als der der Fußböden aus hartem Holz. Die Papiermasse enthält einen kleinen Zusatz von Zement als Bindemittel; der Versandt erfolgt sackweise in Pulverform. Die Papiermasse wird zu einem steifen Brei angerührt, auf dem Boden ausgebreitet, mittels Walzen angepreßt und nach erfolgter Trocknung in Eichen⸗ holz⸗, Nußboum- oder Mahagonifarbe gestrichen. — Um Briefe gegen unbefugtes Oeffnen zu sichern, bezw. um ein etwa stattgehabtes Oeffnen kenntlich zu machen, hat sich Dr. Ed. Lingenberg in Boise Idaho V. S. A. einen neuen Briefumschlag durch Patent schützen zu lassen, bei welchem das Oeffnen da— durch ersichtlich wird, daß auf den Innenseiten der Um⸗ schlagklappen ein Stück leicht zerreißbaren Stoffes mit ihnen verbunden ist, welches beim Verschließen des Um⸗ schlages mit der Verschlußklappe verklebt wird, so daß beim Oeffnen ein Zerreißen des Stoffes stattfinden muß. Außerdem können auf diesem Stcoffstück Zeichnungen, Linien oder dergleichen mit in Wasser löslichen Farben aufgebracht sein, welche sich beim Schließen auf die Um⸗ schlagklappe abdrucken, so daß Fehler in der Deckung der Zeichnungen auf dem Stoffstück und ihres Abdruckes auf den Klappen ebenfalls das versuchte oder widerrechtliche Oeff nen des Umschlages erkennbar machen. Diese Neue⸗ rung dürfte sich in den weitesten Kreisen infolge ihrer Zweckmäßigkeit sehr bald beliebt machen. Neueste Telegramme. Hd. Triest, 13. Jan. Bei der Direktion des österreichischen Lloyd lief ein Tele⸗ gramm ein, wonach auf dem Lloyddampfer „Imperator“, der aus Bombay in Suez eingelaufen ist, eine englische Dame unter Umständen erkrankte, die auf indische Beulen⸗ pest schließen lassen. Ud. Rom, 13. Jan. In vatikanischen Kreisen verlautet, daß der Papst eine Eneyklika über die Notwendigkeit der Errichtung inter⸗ nationaler Schiedsgerichte ausgearbeitet habe. Der Papst erwarte den geeigneten Augen⸗ blick, um die Encyklika zu veröffentlichen. Hd. Rom, 13. Jan. Das Exekutiv⸗ Komitee der Arbeiterkammer publiziert ein Manifest an die Polizei und Bürger, worin es gegen die Auflösung der Arbeiter ⸗ kammer protestiert. 4 Hd. Padua, 13. Jan. Hier sind die Pläne für einen Tunnel zwischen Italien und Siecilien ausgestellt. Die Strecke beträgt 3200 Meter. Hd. Antwerpen, 13. Januar. Der ita⸗ lienische Dampfer„ Roma“ wird aus Triest hier mit einer Ladung von 93000 Gewehren erwartet, welche in Belgien umgearbeitet solt dann nach dem Kongo gesandt werden ollen. Hd. Brüssel, 13. Jan. Ein Kirchenraub erregt großes Aufsehen. Die Schloßkirche in Goesbeck, welche zahlreiche wertvolle Schätze birgt, wurde ausgeraubt. Hd. Mons, 13. Januar. Hinsichtlich der nächsten Wahlen beginnen die Sozialisten eine Reihe von Ver⸗ sammlungen und Kongressen im hiesigen Kohlenrevier abzuhalten. a — Sterbefälle. Am 11. Januar. Emilie Luise Friederike Krämer, 4 Monate alt, Tochter von Bäcker⸗ meister Heinrich Krämer dahier, Kreuzplatz 11. Die Beerdigung findet vom Sterbehause aus statt. * Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Holzversteigerungen. Lich(Stadtwald). Mittwoch, den 20. Januar, vormittags 10 Ubr beginnend, Distrikt Dickestall: 401 rm Buchen-, 17,2 rm Eichen-, 10 rm Lindenscheiter, 118,6 xm Buchen-, 79,3 rm Eichen-, 10 rm Lindenknüppel, 168,8 rm Buchen-, 151 rm Eichen-, 16 rm Lindenstöcke, 4700 Buchen, 3230 Eichen-, 1346 Nadelwellen. Die Zusammenkunft ist auf der Nieder— Bessingener Schneise, wo auch der Anfang gemacht wird.— Donnerstag, den 21. Jan., vormittags 10 Ubr beginnend, Distrikt Unterspeierlingskopf: 5,6 rm Buchen-, 2 rm Eichen-, 19,9 rm Nadelknülppel, 4 rm Eichen-, 115,7 rm Nadelstöcke, 70 Buchen-, 900 Eichen-, 1635 Nadelwellen, 8 Schichten Lärchenstanden von 5 m Länge, verwendbar zu Gartenzäunen, 7 Buchenstämme mit 4,59 fm, 1 Ulmenstamm mit 0,37 fm, 200 Fichtenderbstangen'mit 12.60 fm, 1980 Fichtenbohnenstangen, 23 Kiefernstämme mit 14,71 fm, darunter sind sebr schöne Schnitt- hölzer von 32—50 em Durchmesser. Die Zusammenkunft und der Anfang ist in der Schwein— stallsheege beim Pflanzgarten. Ausschreibungen Gießen.(Lieferungs⸗Verdingung). Für das bygienische Institut soll die Liefe— rung von: 200 Ztr. Hütten⸗Koaks, 50 Ztr. Antbracit-Kohlen, 2 Rmtr. Tannenscheitholz auf dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Die Lieferungs-Bedin gungen können an den Wochentagen vormittags von 10 bis 12 Ubr im hygienischen Institut eingesehen werden, Angebote sind bis zum 22. Januar d. J., vormittags 10 Uhr, zu welchem Zeitpunkte die Oeffnung derselben erfolgt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift der Direktion des bhygienischen Instituts einzureichen. Gießen.(Vergebung von Bauarbeiten). Die bei dem Bau einer Kreisstraße von Gießen nach Wiß mar erforderlichen und zu 19000 Mark veranschlagten Erd- und Chaussierungsarbeiten des 2. Arbeitsloses sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Dienstag, den 19. Jauuar l. J., vormittags 11 Uhr, im Amts- ümmer des Kreisingenieurs Stahl, woselbst Voranschlag, Pläne und Bedingungen zur Ein— sicht offen liegen, einzureichen. Wetzlar. Die Anlieferung von Kleinschlag, Pflastersteinen und Pflastersand soll in Akkord vergeben werden: 1) Kleinschlagmaterial, Grauwacken oder Kalk auf die vom Kreise Wetzlar übernommenen Kommunalstraßen in den Gemarkungen Ahrdt und Groß- Altenstädten. 2 Basaltkleinschlag auf die Provinzialstraße Wetzlar-Gießen. 3) Basaltkleinschlag auf die Provinzialstraße Wetzlar-Butzbach in Station 0,0— 7,5. 4) Kalkkleinschlag auf die Provinzial straße Wetzlar⸗Butzbach in Station 7,5 14,5. 5) 70 ebm Pflastersteine auf die Kreisstraße Wetzlar ⸗Biskirchen in Leun. 6) 107 ebm Pflastersteine auf die Kreisstraße Wetzlar-Heuchelbeim in Wetzlar. 7) 108 ebm Pflastersteine auf die Provinzialstraße Wetzlar-Weilburg und auf die Provinzialstraße Wetzlar-Herborn in Wetzlar. 8) 150 ebm Pflastersand auf die Kreisstraße Wetzlar Heuchelheim in Wetzlar. 9) 155 ebm Pflastersand auf die Provinzialstraße Wetzlar— Weilburg und auf die Provinzialstraße Wetzlar Herborn in Wetzler. Offerten auf die An lieferung dieser Materialien sind bis Freitag, den 15. d. Mis., auf dem Bureau des Kreisbaumeisters Kämpfer in Wetzlar mit entsprechender Aufschrift, versehen einzureichen, woselbst Kostenanschlag und Bedingungen zur Einsicht aufliegen. Restaurant und Cafe Oranien- Bräu. 6 Ludwigsstraßze 6. Mittagstisch im Abonnemet 65—83 Pfg. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit. 5 Separate Zimmer für Gesellschaften. 131. Weine. Biere und Liqueure. Gasthaus zum Russischen Hof. SCEnmpfehle außer prima Bier der Brauerei Essighaus, Frankfurt a. M., guten Mittagstisch, auch im Abonnement. Daselbst sind auch 2 Zimmer, möbliert oder unmöbliert, zu vermieten, sowie ein Vereinslokal abzugeben. 28 Achtungsvoll Jos. Stahl. Beka untmachung Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in § 25 der Wehr- Ordnung werden alle im Jahre 1877 gebornenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt oder welche binsichtlich ibrer Verpflichtung zum Ein— tritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnastasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungs— gehülfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienst— boten, Fabrikarbeiter oder in ähulicher Eigen— schaft sich dabier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungs-Stammrolle in der Zeit vom 10. bis 25. Januar d. J. bei der Bürger⸗ meisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden und dabei, wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, und wenn sie bereits bei einer früberen Musterung konkurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung unter— lassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu dreißig Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teil— n hme an der Verlosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüg— lich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vor— münder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. g Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen auf Grund des§ 32 pos: 2 lit a, b, c, d, e, f und g der Wehr-Ordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen sind, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 9. Januar 1897. Der Oberbürgermeister. J. V.: Wolff. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, deu 13. Januar 1897, vor⸗ mittags 9˙½ Uhr beginnend, sollen im Gießenen Stadtwald, im Distrikt Hochwarte, versteigert werden: 1 Eichenstamm mit 1,37 fm, 246 rm Buchenscheitholz, 32„Eichenscheitholz, 40„ Buchenknüppelbolz, 29„Eichenknüppelholz, 45„KBuchenstockholz, 31,5„ Eichenstockholz, 3370 Wellen Buchenreisig, 1040„ Eichenreisig. Die Zusammenkunft ist auf dem Anneröderweg an den Altentischwiesen. Gießen, den 13 Januar 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff. 29) Eine Stube mit Bett zu vermieten. Sounenstraße 28. alten Stehblerhalie Mo. 2 „Zum feuchten Eck“ 5 Lindenplatz 5 empfiehlt vorzügliches Exportbier aus der 45 3 Oranienbrauerei Dillenburg. Hell, ½ Ltr. 5 Pfg. Dunkel, ½ Ltr. 10 Pfg. Belegte Brödchen 10 Pfg. Zu zahlreichem Besuche ladet ein W. Teitge. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Schweinefleisch nicht laden rein, pro Pfund 46 Pfg. Guter, billiger Mittagstisch in und außer Abonnemenk— 54 Restaurant Mühleisen, 3 Brandgasse 3. Waller WWauenhaus Eichgärten 10. Tager in Möbeln, Spiegeln. Betten, sowie aller sonstigen Gegenstände. Kommissions⸗ und Agentur⸗Geschäft. Ankauf von Waren jeder Art. Guter, billiger Mittagstisch an in und außer Abonnement 1842 bei J. F. Sorger,„Deutscher Hof“. Darmstädter Haus. Logis, sowie vorzüg⸗ 6 lichen Mittagstisch 2 empfiehlt Peter Weihrieh.(44 Vom 1. Januar angefangen liefere ich aus meiner Geflügelzucht und Mast⸗ anstalt franko jeder deutschen Reichs⸗ poststation zum Preise von 6 Mk. mit Milch und Reis gemästetes Tafelgeflügel, 4 Poularden, oder 5 Poulets, oder 4 Suppenhühner, oder einen Truthahn in 10 Pfd.-Postpaket-Korb oder Leinen⸗ verpackung. Ferner liefere ich vom J. März angefangeu beste ungarische lebende 20 Hühner⸗Familie, 5 Hühner und 1 Hahn, einjährige vor⸗ zügliche Eierleger, inklusive Steige und Futter für die Reise zum Preise von 10 Mk., bahnfrei Gr.⸗St.⸗Miklos. Alfred Popper in Grosz⸗St.⸗Miklos(ungarn). Ein kautionsfähiger Wirt gesucht. Zu erfr. in der Exped. d. Ztg.(53 Junge Dachshunde (reine Rasse) zu verkaufen. 52 Ebelstraße 32. 3 1 5 möbliert oder unmöbliert, 144 zu vermieten. 2 Schneider, Steinstraße 63. Ein schön möbliertes Zimmer Kabinet zu vermieten. 4 1656 Grünbergerstraße 34, part. n. und Verkauf gene Kleider, Stiefel, Uhren u. s. w. 1336 Kaplansgasse 10. „„ FCCFFFCcc n — pte — Wer h. 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