2 . rr ndgusse— 2 8 2 l 8. Gießen, Mittwoch, den 13. Oktober 1897. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Hesst 5 Ausgabe Gießen. 0 Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Medaktion: 2 Kreuzplatz Nr. 4.. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 12. Okt.(Zum hessischen Beamtengesetz.) Am Dienstag voriger Woche war der Finanzausschuß der zweiten Kammer zur Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die Besoldung der Staatsbeamten, nach Darmstadt einberufen. Ueber das Resultat seiner Beratung haben die„N. Hess. Volksblätter“ don zuverlässiger Seite erfahren, daß man sich mit den wichtigsten Bestimmungen der Vorlage im Großen und Ganzen einverstanden erklärt hat. In etwa 14 Tagen wird man in die Detailberatung des Gesetzentwurfs eintreten. Referent ist Justizrat Rechtsanwalt Jöckel 8 der im Wesentlichen für die Vor— lage ist. * Gießen, 12. Okt. Für die nächste drei⸗ jährige Budgetperiode berechnet sich der hessische Anteil an dem Reinertrag der Betriebs⸗ gemeinschaft der kgl. preußisch⸗großh. hessischen Eisenbahnverwaltung auf 30813 547. Davon entfallen auf das Rechnungsjahr 1897/98 9775 000 4, 1898/99 10 068 250 4 und 1899/1900 10 370 297 4. Dieser Betrag dürfte sich noch erhöhen, wenn im Laufe der Bud⸗ elpertode der vollständige Ausbau der im Bau 1 Feriffenen Nebenbahnen erfolgt ist. Nach Ab⸗ zug der sehr bedeutenden Zinsen für die hessischen 8 Eienbahnschuld erwartet man aus der Bahnbe⸗ striebsgemeinschaft einen Reinüberschuß für das laufende e von 2 195 000 Al. * Gießen, 12. Okt. Nach Maßgabe des Gesetzes über die Naturalleistungen der bewaff⸗ neten Macht im Frieden betragen die ermittelten Durchschnittsmarktpreise(einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert) für den Monat September 1897: Hafer 16,00&, Heu 6,60, Stroh 4,70. „Gießen, 11. Oktober.(Stadttheater.) Gleich der ersten Aufführung des Hauptmann⸗ versunkene Glocke“ war auch die gestrige Wiederholung bvon gutem Erfolge Mängel, welche einzelnen Darstellern früher an⸗ hafteten, waren gestern nicht zu bemerken, sodaß ber reichlich gespendete Beifall ein wohlverdienter war.— Das Klappsche Lustspiel„Rosenkranz und Güldenstern“, welches augenblicklich 1 mi im lesigen Stadttheater morgen Mittwoch zur Auf⸗ schen Märchendramas„Die begleitet. Die Schauspielhause Berliner Kgl. wird, gelangt 111 Erfolge gegeben ührung. * Gießen, 12. Okt. den„Wanderern, G. R.⸗G.“, Piesugen Wetters einen le vier Füchse, welche von der ihre Aufgabe nicht sehr leicht gemacht. biet Krofdorf, Wißmar, Atzbach, Heuchelheim, mit als Mittelpunkt, e und erst verhältnismäßig spät, abends, glückte es dem Füchse zu erreichen. gegen geringen Die am Sonntag von veranstaltete Schuitzeljagd nahm trotz des gerade nicht neuen Klublokal im Restaurant Royal, woselbst die Preisverteilung stattfand und wo man in feucht⸗fröhlicher Stimmung bis tief in die Nacht hinein gemütlich beisammen blieb. * Gießen, 12. Okt. Das Haus Eder⸗ straße 1, Ecke Nordanlagé, dem verstorbenen Kaufmann Noll gehörig, ist an einen Herrn Eichenauer aus Schotten für 35 000 l. verkauft worden. * Gießen, 12. Okt.(Deutsches Natio⸗ nalfest.) Aus Mainz wird geschrieben: Die hiesige Ortsgruppe des alldeutschen Verbandes hat sich der Anregung der Herren Grävell von Jostenrode und Professor Dr. Schädel, deutsche Nationalfeste in Mainz zu veranstalten, zugewandt und bereits einen Ortsausschuß zur Einleitung der nötigen Schritte ernannt. Auch hat bereits eine Sitzung der Spitzen der Be⸗ hörden und Vorstände hiesiger Vereine statt⸗ gefundeu, in der alle Anwesenden sich für die Idee begeisterten. Das erste Fest soll eventuell im Jahre 1900 auf dem ausgedehnten Felde zwischen Kastel und Erbenheim stattfinden und sich in fünfjährigen Abschnitten wiederholen. Für ein zweckentsprechendes Plakat und Sinnbild für die Nationalfeste wird ein Preisausschreiben er⸗ folgen, an dessen Wettbewerb sich alle Künstler des In⸗ und Auslandes beteiligen können. Zur Verteilung kommt ein einziger Preis von 1000 Mark.— Die„Mainzer Volkszeitung“ bemerkt dazu:„Wenn das wirtschaftliche und das poli⸗ tische Elend unseres Volkes mit„National-“, Säkular⸗ und sonstigen schönen Festen geheilt werden könnte, dann wäre es schnell gemacht.“ m. Garbenteich, 12. Oktober. Wir berich⸗ teten kürzlich, daß Herr Werkmeister Wilhelm Heußer von hier in seinem Garten 5 Kür⸗ bisse im Gesamtgewicht von 271% Pfund erntete. Eines dieser Exemplare wog nahezu einen Centner. Herr Heußer hat diese Kollektion auf der Rosen⸗, Blumen⸗ und Pflanzenaus⸗ stellung zu Frankfurt a. M. ausgestellt und ist bei der am Sonntag stattgehabten Prämiterung mit einem Ehren-Diplom bedacht worden. * Friedberg, 11. Okt. Dem Vorstand des evangelischen Stadtkirchenbauvereins dahter ist die Erlaubnis erteilt worden, zu der ihm von der hessischen Regierung gestatteten Geldlotterie zur Gewinnung eines Teiles der Mittel für die Wiederherstellung der Stadtkirche in Friedberg auch in Preußen, und zwar in den Provinzen Hessen⸗Nassau, Rheinland und West⸗ falen, Lose zu vertreiben. * Darmstadt, 8. Oktober. Der Soldat Weygand vom 118. Infanterie⸗Regiment, dem der vorjährige Mädchenmord im Eberstäder Walde zur Last gelegt wird, ist, wie s. Z. ge⸗ sehr animierten Verlauf. Lahnbrücke aus gestreut, hatten den 24 Teilnehmern der Jun feltenem Raffinement hatten die Füchse das Ge⸗ Rodheim, Kinzenbach, der Rodheimerstraße als Jagdgelände vorbereitet 6 Uhr ersten Fahrer, einen der Am Abend vereinigte die „Wanderer“ ein gemütlicher Kommers in ihrem meldet wurde, nach längerer Beobachtung in Heppenheim für unzurechnungsfähig er⸗ klärt worden. Ein von der Direktion des Landeshospitals Hofheim eingefordertes Gut⸗ achten spricht sich in gleichem Sinne aus. * Darmstadt, 11. Okt. Der Zweiten Kam mer sind neuerdings einige Anträge auf Erhöhung einiger für Zwecke der För de⸗ rung der Land wirtschaft eingestellten Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. reis der Auzelgen: 10 Pfg., für die Bspaltige Petitzeile * Expedition: 1 Kreuzplatz Nr. 4. für eine Molkereischule vorgesehenen 6000. auf 12 000, Haas(Offenbach) und Genossen wollen die für Zwecke des Landwirtschaftsrats (Landesausschuß) vorgesehene, jährliche Dotation von 10000 auf 15 000. erhöht wissen. Wernher und Genossen beantragen, daß jährlich 10 000 Al als Zuschuß zu den Kosten der Be— schickung der Wanderausstellungen der deutschen Landwirtsgesellschaft zur Verfügung des Land⸗ wirtschaftsrates ausgeworfen werden. Wester⸗ nacher will einige hundert Mark dem Landwirt⸗ schaftsrat zur Verfügung gestellt wissen zum Zwecke der Herausgabe periodisch erscheinender Berichte über die Lage der hessischen Land⸗ wirtschaft. * Aus Heppenheim. laden eines hiesigen Händlers, der sich vor Jahren zum Aerger des größten Teils der steuerzahlenden Bürgerschaft in der Uniform eines Polizeikommissärs brüstete, befindet sich ein großes Plakat der Darmstädter Pferdelotterie angeschlagen. Darunter hat nun irgend Jemand, der Schrift nach ein Knabe, das Wort Heppen⸗ heimer vermerkt. Dieses Wort hat den„Ehe⸗ maligen“ als„Dichter“ auf seinen Pegasus ge⸗ lockt und er hat folgenden Vers angeschlagen: Wer Heppenheim hat hier geschrieben, Ist dumm geboren und geblieben, Denn heut sagt selbst der größte Esel: Lämmersdorf ist niemals ein Narr gewesen. Und ein solcher Mann bezieht jährlich zwölfhundert Mark aus dem Säckel der steuerzahlenden Bürgerschaft. Ob dies auch in einer anderen Stadt möglich wäre? * Mainz, 11. Okt. Auf der Landstraße zwischen Bodenheim und Laubenheim wurde in einer Juninacht der Musketier Hafner vom 118. Jufanterieregiment überfallen und schwer mißhandelt, so daß er 3 Wochen lang in Lebensgefahr schwebte. Heute standen vier junge Leute aus Bodenheim wegen dieser Sache vor den Schranken der Strafkammer. An dem Zigarren⸗ 10 Monate Gefängnis und der G. Dickhaut die gleiche Strafe. Die mitan⸗ 1 Eisenbahnarbeiter Bernh. Haub und der Taglöhner Fr. Lang erhielten zwei und 1 Monat Gefängnis. Herrn Oberbürgermeisters Dr. Gaßner und Weise der Feier beraten wird. fahren.— geteilter, guter Aufnahme. osten zugegangen. So wünschen die Abgg. e und Genossen die Erhöhung der ——— —— —— ———— Wie Lieselchen die Frauenfrage löste. Novellette ven Charlotte von Schöler. (Fortsetzung.) Die märkische Landschaft entbehrt nicht der An⸗ Licht eines schönen Die Lust hatte beute den prickelnden Reiz, den sie im Beginn des Absterbens der Natur am stärksten zu entwickeln mut, zumal wenn das klare Herbsttages diese Anmut belebt. pflegt. i Leben und Sterben vereinen f Zeit zu einem Bouket, dessen Duft die schlaf, in den ihn der Sommer einlullte. Eile— eile“ scheint es aus Baum und veile, wer noch etwas erreichen will— 0 kommt, der Tod wartet auf alles Leben! Und Lieschen flog daher, Bodens. Ihr Auge blitzte wie das einer und rechtmäßig erzürnten Amazone, ist, freche Grenzbewohner gebührend — Staunende Blicke folgten ihr, war auf das Ziel gerichtet. Ueber drei Stunden hatte sich da für kurze Sinne schärft und den Willen herauslockt aus dem Halb⸗ Busch, von der, Erde und aus den Wolken zu rufen— der Winter N das Bild des jung gewordenen Willens— ihr schlanker Körper folgte jeder Bewegung des Rades jeder Veränderung des ernstlich die entschlossen zurückzudrängen. wo sie vorüber⸗ lam, aber sie achtete nicht darauf; all ihr Denken das junge Mädchen im Sattel gesessen, sie begann müde zu werden— da tauchten die Türme der Riesenstadt, von der Nachmittagsonne beleuchtet, am Horizont auf.— „An ee jubelte Lieschen und sprang vom Rad, um die steif gewordenen Glieder etwas zu recken und zu überlegen, wie sie ihren Einzug am zweckmäßigsten einrichten könnne. Sie kam vom Nord-⸗Ost— um zu den Freundinnen nach Wilmersdorf zu gelangen, mußte sie Berlin! durchqueren— daran hatte sie vorher nicht gedacht. Ein leises Angstgefühl beschlich sie plötzlich, aber sie schob diese Empfindung kräftig von sich, indem sie ihren Mut an dem bisherigen Erfolg neu belebte. Sie sprang in den Sattel Vorstadtbewohner, Bummler, an denen sie vorüber⸗ kam, alles blieb stehen und sah ihr nach. Humoristische, besorgte und freche Zurufe trafen ihr Ohr, aber da sie fühlte, daß es hier galt, so schnell wie möglich zu sein, raste sie in toller Flucht vorwärts.— Jetzt hatte sie die Königs⸗ Chaussee erreicht, jetzt die Greifswalderstraße noch eine Weile hielt sie sich in dem polizeiwidrigen Tempo, trotz des schlechten Pflasters— plötzlich überfiel sie das Angstgefühl mit doppelter Gewalt. Es kam ihr vor, als sei sie vom Feinde um⸗ ringt, als messe man sie von allen Seiten mit tückischen Blicken— zitternd sprang sie ab und sah sich wie verstört um. Ein, wie ihr schien, satanisches Lachen schallte in diesem Moment halber Ohnmacht, an ihr Ohr und als sie, leichenblaß vor 2 Schreck, herumfuhr, stand sie vor einem riesenhaften Mann, der aussah, als könne er zur Not Löwen Der mächtige Schädel, umstarrt von grauen Haarsträhnen, die kolossalen Glieder in häß⸗ lichen, schlotterigen Kleidern, die kleinen Aeuglein und flog abermals vorwärts.— Landleute, Arbeiter, schlusse die erfreuliche Thatsache Schuldig er⸗ kannt erhielt der Taglöhner Christian Breider Schmied * Mainz, 11. Okt.(Kleine Nachrichten.) Zum fünfhundertjährigen Jubiläum der Geburt Johannes Gutenbergs, das im Juni des Jahres 1900 hier in Mainz in großartiger Weise begangen werden soll, findet am nächsten Mittwoch unter dem Vorsitz des eine Sitzung des Komitees statt, das über die Art Es liegt ein Vorschlag vor, zwei Kommissionen zu bilden, und zwar eine für den wissenschaftlichen und eine für den Vergnügungsteil des Festes. Der Vorschlag dürfte wohl keinen Widerspruch er⸗ „Merkur“ Stadtbrief-Beför— derung. Das am 1. Oktober d. J. am hiesigen Platze, Große Emmeransstr. 6, eröffnete Justitut erfreut sich bei der hiesigen Einwohnerschaft un⸗ Die Geschäftswelt sowohl wie der Privatmann wird am Jahres⸗ können, eine bedeutende Ersparnis gemacht zu haben. Eine größere Anzahl von Briefkasten sind an passenden Plätzen bereits 1 0 denen noch weitere folgen werden. Ist dies ge⸗ schehen, wird ein Beamter per Rad, um recht schnelle Erledigung der Aufträge zu ermöglichen, die Kasten entleeren und somit den Wünschen der Einwoherschaft voll und ganz Rechnung ge⸗ tragen werden.— Zur Uebernahme der Errich⸗ tung des geplanten städtischen Elektrizi⸗ tätswerks sind, im ganzen 8 Offerten, und zwar von den bedeutendsten Elektrizitätswerken Deutschlands eingelaufen.— Andrang auf dem Standesamt. Nicht weniger als 27 Paare sind am Samstag in den Hafen der Ehe eingelaufen. Die Standesbeamten hatten alle Hände voll zu thun. * Mainz, 11. Okt.(Die Eisenbahn⸗ direktion antwortet!) Zufolge der ver⸗ schiedenen Anzapfungen inbezug auf die geradezu chronisch gewordenen Verkehrsstörungen hat sich die hiesige kgl. preußische und großh. hessische Eisenbahn-Direktion endlich zu einer Erklärung bewogen gefühlt. Das„Mainzer Journal“ und die„Frkf. Ztg.“ erhielten folgende Zuschrift: Die seit Anfang September d. J. auf unseren Strecken, wie auch auf denjenigen der Nachbarverwal⸗ tungen eingetretene ungewöhnliche und alle Voraus⸗ setzungen übersteigende Zunahme des Güterverkehrs hat auf einer Zahl diesseitiger Stationen— u. a. in Bingen, Mainz, Darmstadt, Worms— Ansammlungen von Güterwagen und Gütern zur Folge gehabt und die Beförderung der letzteren vielfach gehemmt und ver⸗ langsamt, auch auf die Abfertigung des Personenverkehrs störend eingewirkt. Trotz der seit der Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn bereits erfolgten Ergänzung der Betriebs⸗ mittel, insonderheit der bedeutenden Verstärkung des Lokomotivparks, der vielfältigen Einlegung neuer Güter⸗ züge, der umfänglichen Vermehrung des Personals bei gleichzeitiger namhafter Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiterlöhne, haben die Störungen des Verkehrs nicht vollkommen beseitigt werden können und werden bei gleichbleibendem Verkehr voraussichtlich auch noch anhalten, da die der Staatseisenbahn⸗Verwaltung über⸗ kommenen baulichen und betrieblichen Anlagen für die Aufnahme eines so gewaltigen Verkehrs sich an wich⸗ tigen Stellen nicht als zureichend erwiesen. Die Verwaltung, in Erkenntnis der ihr als einer öffentlichen Verlehrsanstalt obliegenden Pflichten, ist bestrebt, die Vervollkommnung und Erweiterung dieser Anlagen mit allen Kräften und auf das Schleunigste in das Werk zu setzen und überall dort sofortige Ab⸗ hilfe zu schaffen, wo solches nach den örtlichen Verhält⸗ nissen in kürzester Frist möglich ist. Umfänglichere Anlagen lassen sich jedoch nur in gemessener Zeit her⸗ stellen. Das verkehrstreibende Publikum wird dieser Sachlage Rechnung zu tragen haben und angesichts des ernsten Willens und der erkennbaren Bethätigung der Verwaltung zur schleunigen Behebung der Anstände sich einige Zurückhaltung in der Erhebung von Beschwerden auferlegen müssen. Hervorzuheben ist, daß das starke Anwachsen des Güterverkehrs auf diesseitigen Strecken auf Verkehrs⸗ umleitungen aus Anlaß der Verstaatlichung nicht zurück⸗ zuführen ist, da solche bisher nicht in das Werk gesetzt wurden. Wie die„Mainzer Volkszeitung“ erfährt, steht die Inangriffnahme der Erweiterung des Güterbahnhofs in Bälde bevor. konstatieren r PHPPPPFPPP—P—P—————j——— einschüchtern. in der übergesund gefärbten Fleischmasse von Gesicht dieses Ganze erschien dem fielen ihr ein. sie den Riesen an. „Ja, ja— nu kommt der Deibel und schluckt an ihr Rad. Wollen Se als—„Findel-Architektur“ zuklettern— ick will't Ding festhalten, Sie't sind.“— um ihr beim Aufsteigen behilflich zu sein. „von Missethaten auszuruhen“. wesen war. armen Lieschen furchteinfloßend. Alle Schreckgeschichten von Mördern und bösen Menschen, die sie jemals gehört hatte, Sprachlos mit ersetzten Augen, sah Se rin, Kleene— so wat kommt allemal von so wat“— sazte er, immer noch lachend und tippte „Na— wat soll hier eijentlich mit Se wer'n? mit det Ding so stehen bleiben, bis'n Schutzuiaun Ihnen weiterhilft? Ick rate Sie, lieber gleich wieder ruff⸗ weil Damit ergriff er mit wuchtiger Hand das Rad, Wenn es ein Mörder und Boösewicht war, so hatte er jedenfalls für den Moment die Neigung Lieschen atmete auf, aber sie vermochte mit ihren zitternden Knieen, nicht das Rad zu besteigen— sie fürchtete sich vor diesem Berlin, das ihr sonst nie furchtbar ge— „Sie sind außerordentlich gütig, mein Herr aber bitte, lassen Sie mein Rad los, ich suche mir eine Droschke“ stammelte die junge Heldin, in einem so schüchternen und wohlerzogenen Ton, als stehe sie vor einem Fürsten. Der Riese brach von neuem in wieherndes Lachen aus.— „Nee, über so'n Püppken! wenn so'n Gör nich weiter weiß, plärrt's nach'ner Droschke. Na, denn man zu, ick bring' Se an so'n Feenwagen zweiter Güte, Se können ja nich mehr bis Dreie zählen, Sie süßes Schnuteken“.— Und der Ge⸗ waltige ergriff mit unwiderstehlicher Faust das Rad und schob es vorwärts— Lieschen mußte folgen, sie mochte wollen oder nicht. Dafür saß sie einige Minuten später in einer Droschke; das Rad wurde ihr halb und halb auf den Schoß gelegt und ihr jovialer Riese fragte, ein rotes Gesicht grinsend zu ihr neigend: „Wissen Sie vielleicht freundlich st, wo Se hin⸗ bestimmt sind, hochverehrtes Jepäck?“ Lieschen gab die Adresse an und zog das schmale Portemonnaie, um dem Mann eine Kleinigkeit zu geben, der aber hob abwehrend die Hand: „Fahr zu, Johann! Adjöh schöne Dame, meinen verbindlichen Gruß an Ihren Herrn Zukünftigen“! (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. — Um ein Wasserglas. Man schreibt der„Frf. Ztg.“ Als ein liebliches Beispiel zu den Bestrebungen auf Verminderung des Schreibwerks bei den Behörden erzählt die Alfelder Zeitung einen Fall aus der Nähe von Alfeld. Auf der Bahnstation ist ein Wasserglas verunglückt. Der Vorsteher beantragt bei der hohen Direktion die Genehmigung zur Anschaffung eines Glases im Werte von zwanzig Pfennig. Darauf kommt die Verfügung, ein Glas für zehn Pfennig zu kaufen. Hierauf begiebt sich der Beamte persönlich zum Kauf⸗ mann und fragt an, ob er für 10 Pfg. den fraglichen Gegenstand liefern könne. Auf die bejahende Antwort begiebt sich der Vorsteher zurück in sein Bureau und sucht die nötigen Formulare. Er übergiebt zwei davon einem Bahnarbeiter mit der Weisung, dieselben dem Kauf⸗ mann zu bringen und das Glas zu holen. Der Kauf⸗ mann müsse die Formulare genau durchlesen, aus⸗ füllen und unterschreiben und sich später seine 10 Pfg. von der Stationskasse abholen. Da derselbe ge⸗ rade beschäftigt ist, so läßt er das Glas überreichen mit der Bemerkung, der Mann solle das Glas samt Formu⸗ lare nur so mitnehmen, für die vielen Umstände wolle er das Glas lieber der Bahnverwaltung schenken. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde. Taufen. Am 3. Okt. Dem Metzger Gustav Trinkaus eine Tochter, Luise, geb. am 25. August. Trauungen. Am 6. Okt. Gottlieb Eduard Valker, Goldarbeiter zu Gießen, mit Lisette Katharine Luise Scharmann, Tochter des verstorbenen Buchbinders Ludwig Scharmann zu Gleßen. Markusgemeinde. Trauungen. Am 3. Okt. Balthasar Wisker, Witwer, Rangier⸗ meister zu Gießen, mit Gertrude Juliane Fuchs, Tochter des verstorbenen Schreinermeisters Philipp Fuchs zu Neun⸗ kirchen. Beerdigte. Am 3. Oktober. Susanne Luise Katharine Henriette Bergen, geb. Weller, Ehefrau des Schlossers Wilhelm Balthaser Bergen, 23 Jahre alt, starb am 30. September. Aus den Kliniken. Beerdigte. Am 6. Oktober. Gustav Nahmmacher, Kaufmann zu Bad Nauheim, 42 Jahre alt, starb am 3. Oktober. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 12. Okt. Prinz Heinrich Reuß XXVI., welcher bekanntlich des Be⸗ truges beim Gutskauf beschuldigt wird, ist jetzt vom Gericht wegen Geisteskrankheit entmündigt worden. Hd. Berlin, 12. Oktober. Der Direktor im Reichs versicherungsamt Geheimrat Gäbel, ist als Nachfolger Dr. Bödikers zum Präsidenten des Reichsversicherungsamtes ernannt worden. Hd. Leipzig, 12. Okt. Das Reichs⸗ gericht verwarf die Revision des sozialdemokratischen Reichstags ab geordneten Dr. Lütgen au, welcher vom Landgericht zu Dortmund wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Hd. Rom, 12. Okt. Die gestrige römische Bürgerkundgebung gegen die neue Ver⸗ schärfung der Einkommensteuer war höchst imposant. Um 2 Uhr nachmittags wurden sämtliche Läden geschlossen. Etwa 50 000 Personen begaben sich unter Führung des Bürgermeisters nach dem Ministerium des Innern, wo eine Kommission mit Rudini kon⸗ ferierte. Indessen wurden einige Fenster des Ministeriums eingeworfen; auch kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen den mit Bajonetten bewaffneten Soldaten und der Menge, wobei ein Geschäftsmann getötet und 7 Polizisten, sowie drei andere Personen verletzt wurden. Hd. Rom, 12. Okt. Die Aufregung in der Stadt über die gestrigen Vorgänge ist ungeheuer. Wie viel Verwundete es in der Volksmenge gab, läßt sich kaum feststellen. Alle Zugänge zum Ministerium bleiben vorläufig besetzt. Hd. Rom, 12. Okt. Dem„Piccolo“ zufolge hat die bulgarische Regierung eine Verschwörung der Anhänger Stambulows gegen den Fürsten Ferdinand entdeckt. Eine große Anzahl Ver⸗ haftungen ist vorgenommen worden. Hd. London, 12. Okt. Ein gig an⸗ tischer Streik von 40000 unio⸗ nistischen Arbeitern aus 30 mit dem Schiffsbau in Verbindung stehenden Gewerben ist für Freitag beschlossen. Hd. Candia, 12. Oktober. Ein unter engli scher Flagge nach St. Nikolo auslaufender Dampfer wurde durch 2 blinde und einen scharfen Schuß, welche ein eng⸗ lisches Kriegsschiff abgab, gezwungen, zwecks Visi⸗ rung der Zoll papiere, beizulegen. Hd. Brüssel, 12. Oktober. Vom 1. Januar ab werden die Eisenbahn⸗ wagen 1. Klasse auf Anordnung des Eisenbahn⸗Ministers abgeschafft. Hd. New⸗York, 12. Okt. Die Wahl Bekanntmachung. Die von der Stadt Gießen errichteten Aun⸗ schlagsäulen und an ebrachten Tafeln sind laut Beschluß der Stadtverordneten⸗-Versamm⸗ lung vom 7. l. M. der von Münchowschen 7 und Universitäts⸗Druckerei dahier zur ausschließlichen Benutzung bis auf Weiteres Überlassen. Es hat sich demgemäß ein Jeder, welcher ein Plakat anheften lassen will, an ge⸗ nannte Firma zu wenden. Gießen, den 9. Oktober 1897. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. B.: Wolff. Bekanntmachung. Betr.: Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besitzer von Tauben werden unter Hin⸗ weis auf Art. 79 des Feldstrafgesetzes aufge⸗ fordert, ihre Tauben vom 15. bis Ende Ok- tober l. J. in den Schlägen einzuhalten. Uebertretungen dieser Vorschrift müssen nach 96% 000%, Maßgabe des Feldstrafgesetzes zur Anzeige und 8———. Ausverkauf. Wegen unvorhergesehener baulicher Veränderung meines Ladens muss ich mein Lager Neuheiten räumen und biete ich dadurch den geehrten Damen eine günstige Gelegenheit, ihren Bedarf außergewöhnlich billig zu decken, da mein Lager fast nur aus Neuheiten besteht. A. Docter Manufaktur- und Modewaren, Weisswaren und Wäsche, Damen- und Mädchen-Konfektion. Z3urückgesetzte Waren gebe unter Einkaufspreis ab. Fr r v ͤ ͤ * des demokratischen Kandidaten zun Oberbürgermeister von Groß ⸗New york scheint gesichert. Privattelegramme der Hessischen Landeszeitung. Darmstadt, 12. Okt., 2 uhr 30 Min Das russiche Kaiserpaar, der Großherzeg nebst Gemahlin, der Erbprinz von Fobn und die Prinzessin Aribert von haben sich heute begeben. Marktpreise. Gießen, 12. Oktober. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter p. Pfd. 1,15— 1,30 Mk., Hühnerese 2 St. 13—15 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Gänserier 12 Pig Käse 5— 8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg. Tauben per Paar 0,50— 0,70, Hühner p. St. 1,00— 1.20. Hahnen 0,50— 0,85, Enten 1,50— 1,80, Gänse per Pfun 48— 58, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindsleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64— 72, Schweinefl., gesalzenes 76 Kalbfleisch 60—64 Pfg., Hammelfleisch 50—60, Kartoffel pro 100 Kilo 4,00— 5,004, Zwiebeln per Zentner 5,00 Mk., Milch per Liter 16 Pfg. 0 Sterbefälle. Am 11. Oktober. Ernestine Plaut, geh Bissard, Ehefrau des Lehrers Wolf Plaut da⸗ hier, Ludwigstraße 34. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Nebel teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanysche Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13. 2686 Bestrafung gebracht werden. Gießen, den 11. Oktober 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ur Ausführung von Asphalt-, Zement- und Terrazzoarbeiten empfiehlt sich Hermann Thiele, Liebigstrasse 335. 1633 Gnauth. Sad. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Rindfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 46. Pf · Schweinefleisch nicht labeurein, pro Pfund 52 Pfg. Mittwoch, den 13. Okt. 1897, nachmittags 2 Uhr, werden im Biekerschen Saale versteigert: 1 Sopba mit 2 Sesseln in Plüsch, 1 Ver⸗ tikow, 1 Schreibtisch, 1 Panzerkassaschrank, 1 Trumeaux mit großem Spiegel, 1 Buffet, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Kleiderschrank, verschiedene Gold⸗ und Silberwaren, 2 Hobel⸗ bänke, 1 Partie Werkholz u. A. m. 2851 Geißler, Gerichtsvollzieher. Krautschneiden wird prompt und billig besorgt von 285⁴ J. Schmidt, Tiefenweg. Hausbursche gesucht. Stadt Mainz. 2852 Lehr mädchen neuen Laden Bahnhofstraße 43 (im Hause des Herrn Thoma) und werde ich auch bier, wie stets, bestrebt sein durch Verkauf nur bester Ware zu staunend billigen Preisen meinen werten Kundenkreis zu vermehren. Meine Devise lautet: „Die Ware gut und fein Der Nutzen dran nur klein Gut und billig jedes Paar Vergrößert stets der Kunden Schaar!“ L. Katz, Schuhlager. Bahnhofstr. 43. Sosse Geschäftsverlegung. Von heute an befindet sich mein Schuhlager in dem 2591 Kutscher-Verein Giessen. Samstag, den 16. Oktober: Foier des V. Sfiftungs-Festes verbunden mit Fahnenweihe im Giessener Festsaal[Café Leib f 3 Karten im Vorverkauf(Herrenkarten à 80 Pfg., Damenkarten a 30 Pfg.) bei den Herren Friseuren Rüger, Wallthorstraße, Stie“, Schulstraße, Rühl, Marktstraße, Wahl, Neustadt, Tichy, Seltersweg, Handschuhmacher Wirsig, Seltersweg und Peter Berg,„Stadt Marburg“. An der Abendkasse: karten à 1 Mk., Damenkarten à 30 Pfg. Anfang 8 Uhr. erren 8 27885 Der Vorstand. für unsere F gesucht. Richard Loewenthal u. Co., 2858 Bahnhofstraße Schoͤnes Kneipzimmer zu vergeben im 2833 „Taunus““, Brandgasse 8. Ein kleines Familienlogis 77 zu vermieten. HBrandgusse 5 III. Fruchtsäcke, Kartoffelsacke, gebr. Säcke, Strohsäcke und Scheuertücher empfiehlt zu billigsten Preisen Robert Stuhl, Neustadt 23. 0 Konferenz 2289 Gießen. der Verschiedenes. Verein der Detaillisten zu Gießen Mittwoch, den 13. Oktober cr., abends 8/ Ahr, im Hotel Einhorn doneral-Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorsitzenden. 2. Jahresbaricht des Kassierers. 4 Wahl von 3 Revisoren und Entlastung des Kassterers. 5 Ersatzwahl des Borstandes(Wahl von 4 Mitgliedern). südwestdeutschen Detajllisten-Vereine 1898 in Der Vorstand. Reparaturen; eee eee Wersen. Sen. D ne kaestaurant Westendhalle A e Guter burger Auaestisch au Garnierungen von Damenkleidern 4 Dot ee i ehen Zum Taunus, Brandgasse 8. 2 wird zu jeder A billig besorgt(408 8 Frühstück v. bent, 70 Pfg. an, 5 EE chemische Reinigung e 5 r Zu r b e in empfehlende inen aa een en eee— Mittwoch, den 13. Oktober 1897: 888 ee Schneiderm eister. 1—ꝓ———— ę— . Güldenstern. SSS e E. 8 empf. 11 Lustspiel in 4 Akten von Michael Klapp. 2853 tesa ινν:t u C e Bettnàssen CGranien- Hrn S unter Garantie G Ludeoigstrusse 6. 6 Mittel Mark 5— 2 heilt in allen auch den schlimmsten Fällen C. Sehu macher, Delmenhorst i. O. 2106 Med.-Drog. sein reichhaltiges Lager in Möbeln und Polsterwaren, Betten, Spiegeln und Korbwaren, Tenpiehen und ettvorlagen zu billigst gestellten Preisen. 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