1. Die rei i ist auf 0 f det und be. Räubern fielen Bargeld in en Million Die Norder gegen das Ur⸗ gt. „55 Synagoge. nuar 1897. — Dl le. Zulauf, 32 Jahre erg. Starb in der bird in die Heimat . urg, Verantw. Redak⸗ tuaun, beide in Gießen. i Essighaus, im Abonnement. iert, zu vermieten, 25 Stahl. — bissen. ustüek ndplatten. 1519 — ö zufen und „ Att von Rü Wohn⸗ irtschaften, 11 5 landwirt⸗ a 1 Bauplätzen., Hauch und billigst aub neider, „ mmobilien lgent für Inne Helfenbelu. deckrob.. dnampagner larke n 1 Gießen, Sonnabend, den 9. Januar Poftztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. jesiche Ausgabe Gießen. Postztg. Nr. 3239a. Telephonu⸗Nr. 112. 10 Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. — Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für bie Zspaltige Petitzeile. Aus dem Verwaltungsbericht der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1895/96. V. Sozialpolitische Gesetze. 5 Bei Ausführung des Gesetzes über die Kranken- versicherung kommt für die städtische Verwaltung neben den bestehenden 14 Betriebskrankenkassen und einer Innungskrankenkasse vorzugsweise die Ortskranken⸗ kasse, daneben auch noch die Gemeindekrankenversicherung in Betracht. Die Ortskrankenkasse hat im Jahr 1895 durch⸗ schnittlich 2778 männliche und 408 weibliche Mitglieder gezählt mit 14672 Krankheitstagen der männlichen und 3889 der weiblichen Mitglieder(gegen 2530 und 343 Mit⸗ glieder mit 14 135 und 2239 Krankheitstagen in 1894). Verstorben sind im Laufe des Jahres 26 männliche Mit⸗ glieder und ein weibliches(4 männliche mehr, ein weib⸗ liches weniger als im Vorjahr). Die Kasse hat die nachstehenden Rechnungsergebnisse aufzuweisen: 1895. 1894. A. Einnahmen. 1 7 1. Kassenbestand 3850 98 1173 68 2 Zinsen 762 60 573 62 3. Gesamtbeiträge 8 48599 95 48074— 4. Ersatzleistungen Dritter 298 93 265 70 5. Sonstiges(worunter 1507 % 68 F für Besorgung von Geschäften der In⸗ validitäts- und Alters-Ver⸗ Fd 2097 87 1619 62 6. Aus verkauften Wertpa⸗ pieren 2087 5—— zusammen 57647 48 51706 62 B. Ausgaben. 1. Aerztliche Behandlung. 9111 21 10821 31 2. Arznei und sonstige Heil⸗ mitte! 5654 31 5638 32 3. Krankengelder. 12916 72 13697 11 4. Unterstützung an Wöch⸗ e 362 04 199 20 5. Sterbegeldee 1208— 893— 6. Verpflegungskosten in Krankenanstalten 5 2679 65 3302 20 7. Vorlage f. Berufsgenossen⸗ I. ee 399 76—— 8. Zurückgezahlte Beiträge 272 01— 9. Verwaltungskosten(dar⸗ unter die obigen 1507 4 68 für Geschäfte der Invaliditäts⸗ und Alters⸗ Versicherung.. 5932 38 5839 99 895 85. 10. Sonstige Ausgaben 425 34 717 67 11. Kapitalanlagen 13028 95 5993 62 zusammen 52886 22 47092 42 sonach Rest, einschl. der Aus⸗ ande 4761 26 4614 20 Das Kapitalvermögen der Kasse betrug Ende 1895 31710 4 28 gegen 20 681„ 33„ im Vorjahre und hat sonach nunmehr die Summe der Zehntel der Beiträge überschritten, welche nach 8 32 des Kranken⸗ versicherungsgesetzes seit Bestehen der Kasse alljährlich mindestens hätten dem Reservefonds zugewiesen werden müssen; die— im vorigen Berichte erwähnte— zwangs⸗ weise Außerkraftsetzung des ganzen, freie ärztliche Be⸗ handlung und Arznei für die Familienangehörigen der Kassenmitglieder gewährenden,§ 22 des Statuts ist sonach wieder entbehrlich geworden. Auch im Jahre 1895 war die Beteiligung an der, für die unständigen gewerblichen Arbeiter und für etwa freiwillig sich Versichernde bestimmten, Gemeinde—⸗ kranken versicherung sehr gering; es gehörten der Kasse durchschnittlich 6 Mitglieder mit zusammen 68 Krank⸗ heitstagen an, sodaß die Rechnung bei 48„ 48 Einnahme an Mitgliederbeiträgen wiederum einen Zuschuß aus der Stadtkasse erforderte, und zwar von 35, 7 gegen 108, 78 im Vorjahre. In Ausführung des Gesetzes über die Unfallver— sicherung ist die Stadt für ihre eigenen Betriebe Mit⸗ glied der Gas⸗ und Wasserwerks-, der Tiefbau⸗, der land⸗ und forstwirtschaftlichen und der Nahrungsmittel⸗ industrie⸗-Berufsgenossenschaft. Für 1895 wurden dazu an Umlagen entrichtet vom städtischen Gas- und Wasser— werk 548, 5„ und von der Stadt selbst 874, 83. In den bei Einführung der Alters- und In⸗ validitäts-Versicherung für unsere Stadt ge— troffenen Einrichtungen sind Aenderungen nicht eingetreten. Die Bürgermeisterei besorgt nach wie vor die Geschäfte der Versicherung für diejenigen Personen, welche weder der Ortskrankenkasse noch einer der Betriebskrankenkassen an⸗ gehören; die Zahl dieser Versicherten betrug am Schluß des Berichtsjahres 2290 bei 1150 Arbeitgebern; an Marken wurde im Jahr 1895 verwendet ein Betrag von 18 902, 94, für deren Einziehung eine Vergütung von 5 pCt. 8 945, 14 f gewährt wurde.— Die vierwöchentliche auf Kosten der Stadt erfolgende Erhebung der Beiträge in den Wohnungen der Arbeitgeber hat einen Aufwand von 523, 81 J verursacht, d. h. von rund 45,5, im Jahr für einen Arbeitgeber und von rund 22,5 m für einen Versicherten. Im Genuß von Altersrente waren in Gießen im ganzen 23 Versicherte und zwar in 1. Klasse(106 80 J jährlich) 12 2. 1(135. 7) 7 ,, ee e 530— 4„(io„ 0, 1 0 4 Invalidenrenten, von 111 4 60„ bis zu 141, 60 jährlich, beziehen dahier 9 männliche und 8 weib⸗ liche Personen. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 7. Januar.(Sitzung der Stadt— verordneten.) Oberbürgermeister Gnauth eröffnet um 31½ Uhr die Sitzung. Es erfolgt die Vorlage der Rechnung pro 1895/96. Der Oberbürgermeister konsta⸗ tiert, daß sich dieselbe in der Betriebsrechnung um 70 304 A, günstiger, als der Voranschlag angenommen, gestaltet habe. Besonders seien die Ueberschüsse aus dem Vorjahre um 21 672/ in Einnahmen höher, denen auch eine Weniger⸗Ausgabe von 24991/ gegenüberstehe, so daß bei dieser Position allein ein Plus von 46 663, er⸗ wachsen sei. Hierzu kommen noch 2000, aus dem Reservefond, der nicht angegriffen zu werden brauchte und 9874, Betriebskapital, so daß zusammen diese 3 Posi⸗ tionen 58 537 // ausmachen. Der Rest des Ueberschusses von 11767, ergiebt sich aus den verschiedenen anderen Positionen. Der Oberbürgermeister erklärt, daß nach der Uebersicht der laufenden Rechnung eine Erhöhung unserer kommunaleu Lasten resp. des Steuer⸗Koeffizienten nicht erforderlich sei. Die Rechnung wird zur Prüfung der Finanzkommission übertragen, zu deren Vorsitzenden Stadtv. Scheel auf Antrag des Seniors der Versamm⸗ lung, des Stadtv. Homberger ernannt wird.— Die Oberrechnungskammer hat in der Rechnung pro 1894/95 mehrere Posten gerügt. Es handelt sich um Einnahmen aus Mietsverträgen, welche die Bürgermeisterei ohne Sank⸗ tion der Stadtverordnetenversa umlung abgeschlossen hat. Das Kollegium genehmigte nachträglich diese Vermietungen. — Der Oberbürgermeister erklärt, daß es bis jetzt nicht gelungen ist, die Erkennbarmachung der lokalen Kirchensteuern auf den Steuerzetteln in gleicher Weise wie die der Landeskirchensteuer durchzusetzen. Es sei, wie erinnerlich, nicht gelungen, mit den evange⸗ lischen Kirchengemeinden hierüber zu einer Verständigung zu kommen. Ein Versuch die Angelegenheit in der Form der Einsprache gegen den geplanten Ausschlag solcher Steuern für 1896/97 zu bringen, wurde von der zustän⸗ digen Aufsichtsbehörde bezüglich der evangelischen Kirchen⸗ gemeinde unter der Motivierung zurückgewiesen, daß ein derartiger Einspruch nicht begründet werden könne; so lange die von der Stadt Gießen gewünschte— an sich nicht unbillige— Modifikation der Steuerzettel vom Ministerium nicht angeordnet sei, könne aus dem der⸗ maligen Erhebungsverfahren ein berechtigter Einwand gegen die Erhebung der kirchlichen Lokalumlage nicht her⸗ geleitet werden. Man habe damals von Seiten der städt. Verwaltung die Sache beim Ministerium nicht weiter ver⸗ folgt, weil inzwischen dieselbe Frage auch den Städtetag für das Großherzogtum beschäftigt habe und von diesem einstimmig ein Gesuch an das Ministerium gerichtet wurde, daß in denjenigen Gemeinden, welche dies beantragen, auf den Gemeindesteuerzetteln die lokale Kirchensteuer auf Kosten der betreffenden Kirchengemeinde erkennbar gemacht werde. Das Ministerium hat auf dieses Ersuchen unterm 5. November 1896 erklärt, daß es demselben aus allge⸗ meinen Zweckmäßigkeitsgründen nicht näher zu treten ver⸗ möge. Man habe sich nun im vorigen Jahre zu helfen gesucht, so fährt der Oberbürgermeister fort, dadurch, daß man jedem Steuerzahler neben dem Steuerzettel auf einem besonderen Zettel eine Notiz zugesandt habe, woraus er⸗ sichtlich wurde, wie hoch die Kirchensteuer sei. Der Ausschlag dieser Steuer pro 1897/98 sei mit 42000, nicht viel höher als für das laufende Finanzjahr und wird vorgeschlagen, die Angelegenheit wieder so zu be⸗ handeln wie im Vorjahr. Die Versammlung giebt hierzu ihre Zustimmung.— Stadtv. Em melius frägt an, ob bei diesem Ausschlag der lokalen Kirchensteuer berücksich⸗ tigt sei, daß infolge ein Ausfall bei dieser Steuer zu verzeichnen sein werde dadurch, daß die Offiziere unserer Garnison hierzu nichts mehr beitragen würden. Der Oberbürgermeister kann darüber nichts berichten, er habe privatim davon gehört, daß die Offiziere nach dieser Rich⸗ tung steuerfrei werden würden, er denke, daß der dadurch bedingte Ausfall an Kapital von den übrig bleibenden Steuerzahlern getragen werde. Auch werde wohl die Kirchengemeinde mit der Garnisonverwaltung wegen der Benutzung ihrer Einrichtungen, wegen des Ausfalls der Steuern der Offiziere, ein Abkommen treffen können, was diesen Ausfall ausgleicht. Fest stehe nur, daß der Aus⸗ schlag der lokalen Kirchensteuern die Höhe von 42 000 4 betrage und daher wohl nicht zu beanstanden sei.— Dem Heinrich Benner II wird die pachtweise Weiterbe⸗ lassung einer städt. Wiese an der Lahn für die Zwecke seiner Badeanstalt für die Summe von acht Mark auf ein weiteres Jahr genehmigt.— Der Austausch von Gelände vor dem Mattheißschen Hause Frankfurterstraße mit dem Staate wird genehmigt. Es hat sich die Notwen⸗ digkeit der Beaufsichtigung des städtischen Lager- platzes(Geräteschuppen) an Oswalds-Garten heraus⸗ gestellt. Zu dem Zwecke soll im Gerätehaus oberer Stock eine Wohnung für einen Straßenwart oder Stra⸗ ßenmeister errichtet werden. Es werden von der Ver⸗ sammlung zu diesem Zweck 2800, bewilligt und ge⸗ nehmigt, daß die auszubauende Wohnung für den Miets⸗ preis von 150&,(10 Prozent seines Gehaltes) dem Straßenmeister Bommersheim überlassen wird. Das Ge⸗ — Mächte der Finsternis. Roman von Helmuth Wolfhardt. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Zehntes Kapitel. Auf den Deichen kämpften Hunderte Stunde um Stunde gegen die rohe, raubgierige Naturge— walt den wildesten Verzweiflungskampf um ihr Hab' und Gut, um die Früchte ihres Jahrzehnte langen Mühen, um ihre eigene und ihrer Kinder Zukunft. Die Nacht und ein Teil des Tages waren vorüber— gegangen, ohne daß die gefürchtete Katastrophe ein— getreten wäre; aber die Gefahr hatte sich nicht ge— mindert, sie schien vielmehr noch immer in stetigem Wachsen. Gerade bei Rothhaide machte der Fluß eine scharfe Biegung nach Osten, und wenn sich das Wasser über seinen gewöhnlichen Stand erhob, hatte der hier errichtete Damm den vollen Anprall der ungestümen Wogen auszuhalten. Jeder Fuß Erde mußte da mit fast übermenschlicher Anstrengung ver⸗ teidigt werden und die Aussichten auf einen günstigen Erfolg dieses furchtbaren Ringens verminderten sich trotzdem mit jeder weiteren Stunde. Die Leute waren durchweg bis auf die Haut durchnäßt, vor Kälte fast erstarrt und zum Tode erschöpft. Nur die Hoffnung, daß ihnen bald die erbetene mili— tärische Hilfe aus der benachbarten Garnison kommen würde, hielt sie noch aufrecht bei ihrer harten Arbeit. Und doch wußten Rodewald und der Bürgermeister von Rothhaide— die beiden Männer, die als die angesehendsten der Gegend idie Leitung der Schutzmaßregeln übernommen hatten und durch ihr heldenmütiges Beispiel das sinkende Vertrauen der Uebrigen immer wieder neu zu beleben suchten — schon seit mehreren Stunden, daß auf diese Hilfe vorläufig nicht zu rechnen war. Man hatte die wenigen Mannschaften, die dort überhaupt zur Ver— fügung waren, an einen anscheinend uoch mehr ge— fährdeten Punkt senden müssen und die Bewohner von Rothhaide blieben ganz auf ihre eigenen Kräfte angewiesen. Rodewald war nicht erst nach Sandhofen zurück— gekehrt. Als ihn gegen Mittag die Müdigkeit über— wältigte, legte er sich in einem Tagelöhnerhause nahe dem Deiche für wenige Stunden zum Schlafen nieder und beim Einbruch der Dunkelheit war er wieder auf seinem Posten, um den ebenfalls völlig erschöpften Bürgermeister abzulösen. Er fand die Situation auf das Bedrohlichste verändert, denn der Fluß war nicht nur weiter gestiegen, sondern von dem unterwaschenen Erdreiche des Dammes war auch eine so beträchtliche Menge abgestürzt, daß in jedem Augenblicke der völlige Durchbruch zu befürchten war. Die Leute hatten jetzt die Hoffnung aufge— geben, daß die Soldaten kommen würden, und sie waren zu einer Fortsetzung der aussichtslosen Auf— schüttungsarbeiten nicht mehr zu bewegen. Umsonst bot Rodewald all' seinen Einfluß und seine Ueber— redungskunst auf, umsonst griff er selbst zum Spaten und schaffte, daß ihm trotz des scharfen Windes der Schweiß auf der Stirn perlte. Es folgten doch nur Wenige seinem Beispiel, und auch diesen war es anzusehen, daß sie mehr ihr Gewissen zu be— ruhigen, als einen Erfolg zu erzielen hofften. Unterdessen wurde der schützende Wall mit jeder Viertelstunde schmäler und schwächer; das auf— schäumende Wasser spritzte bereits zu den Arbeitenden empor, und ihre Thätigkeit, die eine so mühselige war, begann auch zu einer lebensgefährlichen zu werden. N Ermattet ließ jetzt auch Rodewald die Arme finken. Da vernahm er plötzlich an seiner Seite eine tiefe, wohlklingende Männerstimme, deren er sich gut genug zu erinnern wußte, und als er sich umwandte, erkannte er im flackernden Lichte der Fackeln Bernhard Milows hohe, breitschulterige Ge— stalt. Der Ingenieur hatte mit einem einzigen Blicke die Situation überschaut und die Größe der Gefahr erkannt. Er gab nichts verloren, so lange noch eine schwache Möglichkeit der Rettung vor— handen war. Und in seinem mutigen, mannhaften Wesen, in dem energischen Klange seiner Stimme, in der ruhigen, zielbewußten Bestimmtheit, mit welcher er ohne weiteres seine Befehle und Anord— nungen erteilte, war für die ermutigten und er— schöpften Männer etwas wundersam Belebendes und unwiderstehlich mit sich Fortreißendes. Außer Rode— wald erkannte in dem stattlichen Manne Niemand den Sobn des ehemaligen Packmeisters. Er war Allen ein Fremder, und gerade dem Fremden, den sie mit solcher Zuversicht und solchem Feuereifer für die Rettung ihrer bedrohten Habe eintreten sahen, brachten die fast Verzweifelten neue Hoffnung und N 0 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. such des Ausschusses für Errichtung eines Kriegerdenkmals um Ueberlassung des Marktplatzes für das Denkmal, wird, nach Zersteuung der Bedenken des Stadtverordneten Wallenfels, daß dieses Denkmal an der Stelle den Verkehr hindern könne, durch den Oberbürgermeister gegen die Stimme des Stadtv. Orbig angenommen, dieser bittet, im Protokoll festzustellen, daß er dagegen stimme. Die Frage des Oberbürgermeisters, ob er vielleicht die Gründe seiner Abstimmung entwickeln wolle, verneint Herr Orbig.— Hierauf bittet Stadtv. Grünewald um das Wort und giebt folgende Erklärung ab: Er habe das Wort erbeten zu einer die vorgestrige Verhandlung betreffende Bemer⸗ kung mit der er aber keine Debatte hervorrufen, sondern lediglich dem Oberbürgermeister Anlaß geben wolle, zur Richtigstellung eines Irrtums. Dieser habe in jener Sitzung die Behauptung aufgestellt, es würde durch die Verlegung des den Viehmarktplatz betreffenden Beschluß Pascoesches Geläude berührt. Er habe sich inzwischen informiert und gefunden, daß für den Viehmarkt hinter dem Güterbahnhof kein Quadrat⸗Zentimeter Pascoesches Terrain in Aussicht genommen gewesen sei. Soweit das⸗ selbe in Anspruch genommen werde, solle es für die zu errichtenden Lagerhäuser und Lagerplätze dienen und dieser Zweck bestehe nach wie vor. Die Anträge der Inter⸗ pellanten hätten, wie ausdrücklich vorgestern gesagt worden sei, nur Beseitigung der Viehmarktsverlegung verfolgt, nur diese sei auch beschlossen. Er könne deshalb feststellen, daß das Interesse jenes Angehörigen, seines Schwiegervaters, keines Falles durch den vorgestrigen Be⸗ schluß berührt werde und er sei der Ansicht, daß die 11 Kollegen, welche die Frage, ob Art. 43 auf ihn Anwen⸗ dung finde, bejaht haben, unter dem Eindruck gestanden hätten, es stehe Pascoesches Gelände in Frage.— Ober⸗ bürgermeister Gnauth bemerkt, daß der Antrag der Herren Grüneberg und Genossen, zu denen auch der Vor⸗ redner gehöre, dahin gegangen sei, daß der Beschluß der Sicherung event. durch zwangsweise Enteignung von Ge⸗ lände zum Zweck der Errichtung eines Viehhofes und Lagerhäuser ꝛc. aufzuheben und durch erneuten Beschluß die Verlegung des Viehmarktes hinter das Schlachthaus be— stimmt werden solle, allerdings hätten die Petenten die Frage betreffend der Lagerhäuser resp. ob und wohin diese ge⸗ legt werden sollen offen gelassen, aber doch betont, daß sie eine erneute Beratung auch dieser Frage für nötig hielten. Allerdings sei es richtig, daß Herr Grünewald auf seine Frage, was denn betreffs der Lagerhäuser beantragt werde, erklärt habe, er habe gegen die Ausführung des früheren Beschlusses der Versammlung betreffend der Lagerhäuser nichts einzuwenden. Richtig sei auch, daß das Pascoesche Gelände für die Lagerhauszwecke gebraucht werde.— Stadtv. Dr. Gut⸗ fleisch tritt in kurzer Ausführung dafür ein, daß er heute noch, selbst nach dieser Aufklärung, als Jurist die Meinung vertreten, der Art. 48 der St.⸗O. habe bei der vorgestrigen Beratung auf Herrn Grünewald Anwendung finden müssen. Es handle sich dabei nicht um Personen⸗ fragen, sondern darum, ob die Städteordnung auch richtig geschehen.— Dr. Gaffky: Er wolle erklären, als einer der Stadtverordneten, welcher vorgestern ein Privatinter⸗ esse für berührt erachtet hätte, daß er es für seine Pflicht halte, darzuthun, daß er allerdings dabei unter dem Ein⸗ druck gestanden habe, als ob Pascoesches Gelände für die Viehmarktszwecke in Betracht komme. Stadtv. Grünewald: Wenn Dr. Gutfleisch dem Oberbürger⸗ meister zustimme und keinen Irrtum eingestehen wolle, so wundere ihn das nicht; er könne aus der Angelegenheit den Schluß ziehen, daß man die thatsächlichen Grund⸗ lagen der Angriffe, die jeweils gegen ihn erhoben würden, mit großer Vorsicht prüfen müsse. Der Oberbürgermeister weist es entschieden zurück, daß gegen den Stadtv. Grüne⸗ wald jemals Angriffe gerichtet gewesen seien.— Damit ——————j—ñ——d—s— ͤ———— K———— Zudem mußten sie auch bald genug erkennen, daß er nicht nur den redlichen Willen besaß, der Gefahr des Augenblicks zu begegnen, sondern auch die dazu erforderlichen Fähigkeiten. Was er ver— langte, stellte viel höhere Anforderungen an die Kräfte und den Eifer der Arbeitenden, als die Weisungen Rodewalds und des Bürgermeisters es gethan hatten; aber es war unverkennbar auch viel zweckmäßiger und versprach ungleich größeren Erfolg. Darum spannten die Leute ihre Muskeln zur äußersten Austrengung an und verrichteten ohne Murren, was der Fremde von ihnen heischte. Für Bernhard Milow aber gab es in diesen Stunden des Kampfes keinen anderen Gedanken und keine andere Empfindung, als das Bewußtsein der verantwortungsvollen Pflicht, welche er da auf seine Schultern genommen hatte. Vor einer Viertel— stunde erst war er angekommen, und er hatte kaum einen raschen Blick auf die irdische Hülle seines toten Vaters geworfen, um auf die Kunde von dem drohenden Unheil ohne Verzug in seinen Reise— kleidern auf den gefährdeten Posten zu eilen. Nun ging er ganz und rückhaltlos in seine große Auf— gabe auf. All' seine Sehnen spannten sich, und seine Augen blitzten. Wo es not that, legte er selber Hand an und die arbeitsgewöhnten Männer erstaunten über seine stählerne Kraft. Aber bei der Sorge um das Einzelne ging ihm doch niemals der Ueberblick über das Ganze verloren. Zuweilen war es, als verfüge er über die Fähigkeit, an zehn ver schiedenen Stellen zugleich zu sein. neues Vertrauen entgegen. Fortsetzung folgt.) Anwendung finde und daß sei nach seiner Meinung nicht —. ist diese Angelegenheit erledigt.— Es wird dem Heinrich Grün die Wirtschaftserlaubnis für das Schützenhaus er⸗ teilt.— Dann folgt eine geheime Sitzung. „Gießen, 8. Januar. Die Räume, welche das Bau-⸗Bureau der Oberhessischen Nebenbahnen inne hat, sind per 1. April d. J. gekündigt. Dieses Bureau, sowie dasjenige in Friedberg bestehende wird aufgelöst, dagegen „die Neubau⸗Abteilung Grünberg und Lauterbach mit dem 1. April d. J. eine Verstärkung der Zahl der Beamten erfahren. Ferner wird mit demselben Zeitpunkt eine Neubau⸗Abteilung in Nidda errichtet. Ein Gießen, katholisches 8. Januar. Mitglied des hiesigen Kriegervereins, das in gemischter Ehe gelebt und seine Kinder nicht katholisch hatte taufen lassen, wurde bei seiner Beerdigung— vor etwa 6 Monaten— seitens der katholischen Geistlichkeit das Geleit zum Friedhof verweigert. Am Grabe sprach deshalb ein Vereinsmitglied, der pensto⸗ nierte Postselretär Meyer, der der katholischen Geistlichkeit Intoleranz vorwarf, Das Mainzer klerikale Organ, das„Journal“, besprach den Vorgang in scharfer Weise, worauf der Post⸗ beamte Beleidigungsklage stellte. In der gestrigen Sitzung des Mainzer Schöffengerichts wurde, wie das„Journal“ selbst berichtet, der verantwortliche Redakteur des Blattes Felix Stromowski zu 25, Geldbuße verurteilt. * Gießen, 8. Jan. In einigen Exemplaren der Nummer 5 unserer Zeitung ist unter dem Referat über die Stadtverordneten⸗Versammlung durch ein Versehen in der Druckerei der Vermerk „Schluß folgt“ stehen geblieben. Wie unsere verehrten Leser ersehen haben, war der Bericht vollständig, wenn wir auch auf die ausführliche Wiedergabe der Debatte, die keine neuen Gesichts⸗ punkte mehr zu Tage förderte, verzichteten. * Gießen, 8. Januar. Ein prächtiges Heim scheint der Lehrer in Höch st a. d. Nidder zu haben. Wir lesen darüber in der„D. Ztg.“: Eine eigenartige Ueberraschung wurde dem hie⸗ sigen Lehrer zuteil, als er kürzlich abends die Thür seines Wohnzimmers von innen so barri⸗ kadiert fand, daß auf dem gewöhnlichen Wege schlechterdings nicht hineinzukommen war. Nach⸗ dem er durch das Fenster eingestiegen war, be— merkte er, daß der Fußboden des betreffenden Raumes zusammengebrochen und in den Keller hinabgesunken war, während die Dielen großen⸗ teils noch in ihrer Lage verharrten und sich nur vor der Thür etwas gehoben hatten, wodurch ein Oeffnen derselben unmöglich war; der Durch⸗ zug im Keller, der Träger des Zimmerbodens, war nämlich im Laufe der langen Jahre wurm⸗ stichig und faul geworden. * Bad Nauheim, 7. Januar. Seit 1884 hat sich unser Bad eines stets steigenden Auf—⸗ schwungs zu erfreuen. Die Frequenz ist von rund 5000 auf 15000, die Zahl der abgegebenen Bäder von 68000 auf 200 000 gestiegen, die natürliche Folge ist eine rapide Steigerung der Preise für Wohnhäuser und Bau⸗ plätze. Besonders seit dem letzten Herbst ist eine lebhafte Bewegung in das Immobilienge⸗ schäft gekommen. Eine ansehnliche Zahl Villen sind bis zum Preise von 140000, in fremden Besitz übergegangen, Bauplätze werden der Qua⸗ dratmeter bis zu 25, ja 30. verkauft. Ein Kapitalist vom Niederrhein will eine ganze Ge⸗ wann im Südosten der Stadt käuflich erwerben und ein Kapital von über 300 000 A in Bau⸗ gelände anlegen. Ob bei den horrenden Preisen das Vermietergeschäft noch mit Vorteil betrieben werden kann, ist eine andre Frage. Thatsäch⸗ lich sind die Immobilienpreise bis jetzt noch fort⸗ während gestiegen. Ein Hausbesitzer hat sein Pensionshaus zu 10000 Mark per Jahr ver⸗ mietet und hat sich noch eine Wohnung ausbe⸗ dungen. f * Darmstadt, 7. Januar. Wie die„N. Hess. Volksbl.“ melden, hat der Großherzog dem preußischen Eisenbahnminister Thielen das Groß⸗ kreuz des hessischen Ludwigs⸗Ordens verliehen. „Offenbach, 6. Januar. Ein frecher Diebstahl wurde gestern Abend zwischen und 8 Uhr auf der Post ausgeführt. Der Hausbursche einer hiesigen Schuhfabrik hatte eine größere Geldsendung an der Post aufzugeben. Derselbe legte zwei Reichsbankscheine von je 100 Mark auf die Seite und wollte zunächst verschiedenes Silbergeld auf das Zahlbrett auf⸗ legen. Diesen Moment benutzte ein raffinierter Spitzbube, dem armen Hausburschen die zwei 100⸗Markscheine unter der Hand zu stehlen. Vermischtes. — Ein räuberischer Arzt. In Budapest hat am 28. und 29. Dezember v. J. unter massenhaftem An⸗ drange des Publikums, namentlich der eleganten Damen⸗ welt, vor dem Gerichtshofe die Schlußverhandlung gegen den ehemaligen hauptstädtischen Bezirksarzt Dr. Arpad Korotnai stattgefunden, welcher beschuldigt war, seine vor kurzem verstorbene Patientin, die verwitwete Frau Nikolaus Patsu, nach deren erfolgten Ableben beraubt zu haben. Hierbei leistete ihm das Stubenmädchen der Ver⸗ storbenen, Lina Török, Mithilfe, weshalb auch dieses unter derselben Anklage steht. Dr. Korotnai hat sich überdies wegen Verleitung zur falschen Zeugenaussage zu verantworten, weil er am Tage der That eine ihm be⸗ kannte Frau aufsuchte und dieselbe überreden wollte, vor Gericht zu sagen, sie habe die bei ihm gefundenen Schmuck⸗ gegenstände ihm zur Aufbewahrung übergeben. Der An⸗ klageschrift zufolge hat Korotnai nach anfänglichem Leugnen gestanden, daß er nach dem Ableben der Witwe von ihrem Halse einen Schlüssel nahm, im Verein mit dem Stuben⸗ mädchen die Kasse öffnete und aus derselben eine Spar⸗ kassen⸗Aktie im Werte von 8000 fl., ein Sparkasse-Ein⸗ lagebuch über 3000 fl., mehrere Schmuckgegenstände und 100 fl. in Barem entwende. Das Stubenmädchen ge⸗ stand, für sich allein 1000 fl. gestohlen zu haben, Dr. Korotnai, der noch vor wenigen Wochen ein eleganter Mann war, war bei der Verhandlung gänzlich gebrochen; es dauerte geraume Zeit, bis er auf die an ihn gerich⸗ teten Fragen antwortete. Am 29. Dezember erfolgte das Urteil. Dr. Arpad Korotnai wurde wegen Diebstahls und Verleitung zu falscher Zeugenaussage zu drei⸗ jähriger Kerkerstrafe verurteilt. Das Stuben⸗ mädchen kam infolge Rücktritts des Privatklägers frei. Die Gerichtsärzte erklärten Dr. Korotnai, der über ein Vermögen von über 100 000 fl. verfügt, für geistig normal. — Ein spätes Opfer der Schlacht bei Colombey. Aus Metz wird dem Elsässer Journal vom 18. ds. berichtet: Vor einigen Tagen betrat ein schon bejahrter Herr eine Wirtschaft in Borny, dem fünf Kilometer südöstlich von Metz gelegenen Dorfe. Er er⸗ kundigte sich nach Einzelheiten der Schlacht bei Colom bey und ließ sich sodann das Denkmal zeigen. Dort erzählte Militär zu stellen, und daß dieser als Soldat im 51. Infanterieregiment in der Schlacht bei Borny⸗Colombey den Tod gefunden habe. Gr fügte hinzu, daß der Ge⸗ danke, der unfreiwillige Urheber dieses Todes gewesen sei, ihn seitdem unaufhörlich verfolgt habe. Nachdem er dem Wirte dies alles in unsäglich traurigem Tone erzählt hatte, verließ der Fremde das Dorf wieder. Vorgestern fanden Soldaten bei dem obengenannten Denkmal die Leiche eines unbekannten Mannes, der sich erschossen hatte. Neben ihm lag der Revolver noch. Man stellte fest, daß der Erschossene eben der Fremde war, welcher den Wirt befragt hatte. der unglückliche Vater hatte auf dem Grabe seines Sohnes sterben wollen. In einer Tasche des Ver⸗ storbenen wurde ein Briefkouvert mit folgen Worten ge⸗ funden:„Ich gehe zu meinem Sohne, der 1870 gefallen ist; ich ersuche inständigst, daß man hier mich begrabe.“ Keine Unterschrift, keine Wohnungsangabe. Der Unglück⸗ liche trug einen neuen Anzug und neue Stiefel. — Per Bahn zum Sinai. Wie der„Levant Herald“ berichtet, bewirbt sich jetzt eine englische Gesell⸗ schaft in Kairo und Konstantinopel um die Konzesfion zu einer Bahn von Port Said durch die Sinai⸗Halbinsel und die arabische Halbinsel nach Kuweit am persischen Meerbusen, welche die Route Alexandrien⸗Bombay be⸗ deutend abkürzen soll. Die Bahn würde am Fuße des Berges Sinai vorbeilaufrn, um von dort nach Akaba am gleichnamigen Meerbusen und dann weiter durch Arabien zu führen. — Fremdwörter im Französischen. Im Almanach Hachette, der soeben im vierten Jahrgang er⸗ schien, ist für deutsche Leser ein Verzeichnis von neuer⸗ dings im Französischen üblich gewordenen Fremdwörtern interessant, die erklärt und in ihrer Aussprache annähernd genau wiedergegeben werden. Das Englische steuert, der zahlreichen Sportsausdrücke wegen, das meiste bei. Viel weniger ergeben das Italienische und Spanische. Das Deutsche steht ungefähr dem Spanischen gleich. Wir finden da verzeichnet: Gneiß, Heimatlos, Hoch(als Aus⸗ ruf), Krach, Kronprinz, Kulturkampf, Landammann, Land⸗ sturm, Landwehr, Leitmotiv, Lied, Reichsrat, Reichstag, Stand(als Schützenstand), Stockfisch, Thalweg, Trinkgeld, Vehme, Vergißmeinnicht, Wacht am Rhein, Wer da? und Zollverein.(Der Schweiz sind die Worte: Landammann, Landwehr und Landsturm entnommen.) Die russischen Lehnworte sind noch sehr gering an Zahl. Der Almanach nennt bloß: Knute, Zarewitsch und Schtschi. — Ein Danaer⸗Geschenk für Menelik. Für den Negus Menelik von Abessynien ist von Petersburg aus ein Geschenk nach Abessynien abgegangen, bestehend in musikalischen Instrumenten, wie Concertflügeln, Pia⸗ ninos und Blasinstrumenten. Für den Transport dieses Geschenkes werden vier Waggons benötigt. Auch ein Kapellmeister und Musiker sind nach Abessynien abge⸗ gangen. Wie verlautet, handelt es sich um ein Geschenk des Kaisers Nikolaus.(Die Einschleppung der Klavierpest in Abessynien beraubt den ohrengeplagten Kulturmensch eines neuen Zufluchts⸗Gebietes. Er muß sich nun schon etwas tiefer ins Innere des schwarzen Erdteils verlieren, wenn er vor dem Tastengeklimper Ruhe haben will; viel⸗ leicht steht am Ufer des Tanganyika oder des Viktoria⸗ Nyanza noch kein Pianino oder Bechsteinflügel. Afrika⸗ forscher, denen noch nicht jedes Menschlichkeitsgefühl aus der Brust entschwunden ist, werden um freundliche Aus⸗ kunft darüber gebeten.) Neueste Telegramme. Hd. Hamburg, 8. Jan. Oberst⸗ Lieutenant von Egidy sprach gestern in einer stark besuchten Ver⸗ sammlung über die Lehren des Ausstandes. In seiner zweistündigen Rede, die öfter von lebhaftem Bei⸗ fall unterbrochen war, erklärte er er dem ihn bekleitenden Wirte, daß er aus Macon ge⸗ bürtig sei, 1870 seinen Sohn veranlaßt habe, sich zum sich zu gunsten der Ausstän⸗ digen, sowie für Waffenstillstand und Versöhn ung. Hierauf fand eine längere Dis kussion statt, an der sich u. a. die Abgeordneten l F roh me und von Elm beteiligten. Hd. Wien, 8. Jan. Das Massen⸗ Meeting der Wiener Lehrer⸗ schaft, bei welchem viele Abgeoronete aller Schattierungen zugegen waren, sprach dem antisemitischen Ge⸗ meinderat für die Subventio⸗ nierung des katholischen Schul⸗ vereins seine schärfste Miß⸗ billigung aus. Hd. Odessa 8. Januar. Hier find mehrere türkische Offiziere aus Konstantinopel eingetroffen, welche den Auftrag haben, in Rußland tausend Pferde für die türkische Artillerie einzukaufen. Hd. Linz, 8. Januar. Das in Bayern wahrgenommene Erdbeben wurde auch in vielen Gegenden QOber⸗ Oesterreichs beobachtet. Hd. Paris, 8. Jan. Von den acht spa⸗ nischen und italienischen Sozialisten, welche infolge des Tu mults vor der spani⸗ schen Botschaft verhaftet wurden, sind gestern zwei an die italienische und vier an spanische Grenze geschafft worden. Hd. Rom, 8. Januar. Crispi, welcher gestern als Advokat vor dem Cassations⸗ hofe in Palermo sprach, war auf der Fahrt zum Tribunal Gegenstand stür⸗ mischer Demonstrationen. Ein großer Teil der Menge pfiff und zischte, während andere„hoch“ riefen. Schließlich mußte die Polizei einschreiten, um die Weiterfahrt des Wagens zu ermöglichen. Hd. Brüssel, 8. Jan. Die bel⸗ gischen Bergleute halten am Sonntag eine Versammlung ab, in der beschlossen werden soll, in einen Generalstreik einzutreten, falls ihnen keine Lohnerhöhung bewilligt wird. Die Bergleute begründen ihre Forderung mit den guten Kohlenpreisen. Hd. Brüssel, 3. Jan. Ein Deutscher Namens Heinrich Beck, welcher sich hier aufhält, wurde gestern infolge eines Aus⸗ lieferungsantrages der deutschen Behörden verhaftet. Beck hat sich als Ange⸗ stellter einer Handels⸗Gesellschaft in Wiesbaden bedeutender Unter⸗ schlagungen schuldig gemacht. Hd. London, 8. Jan. Einer Depesche des „Daily Chronicle“ aus Rom zufolge sollen Kaiser Wilhelm und der Zar eine Zu⸗ sammenkunft in England haben. Bei dieser Gelegenheit sollen die zwischen England und Rußland bestehenden Miß verständ⸗ nisse beseitigt werden. Hd. Madrid, 8. Januar. Bei Medina entgleiste ein Zug der Nordbahn. Eine Frau wurde getötet, mehrere Reisende schwer verletzt. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 1 Reiskirchen(Gemeindewald). au. 166,24 fm Bau- und Nutzbolz, 3 rm Buchenscheiter, Nadelknüppel, 38,2 Hundert Nadelwellen, 20,6 rm Nadelstöcke. holz am ersten Tag, und das Bauholz am zweiten Tag zur Versteigerung kommt und daß sich unter dem Bauholz 97 Kiefernstämme befinden. beim Fuchsbau. schen Gasthause zu Krofdorf. 30 rm Rsr.; Fichte= 375 rm Rsr. Stockh., 8 rm Rsr. Distr. 18a und 19 Buchwald: rm Stockb., 286 rm Rfr.; Buche— 506 rm Scheit und Knüppel, 123 rm Stockb., 1275 rm Reiser. Distr. 2la Kühbett: Eiche= 2 rm Scheit, 35 1m Rer.; Buche— 14 rm Scheit und Knüppel, 30 xm Rsr. Krofdorf. 1—— r 3——————— Holzversteigerungen. Bekanntmachung. Lieferung von N 75 ö Montag, den 11. und Dienstag, den 12. Die Rechnung der Stadt Gieher, ve Straßenbaumaterialien 5 N anuar, jedesmal des morgens von 9 Uhr an, in den Distrikten Schäferschneise und Fuchs⸗ 189596 nebst Verwaltungsbericht, sowie die 70' V A 5 um Eichenknüppel, 193.4 rm Rechnung des städtischen Gas: und Wasser. Die Lieferung der zur Unterhaltung 8 V Bemerkt wird, daß das Brenn⸗ werkes pro 1895/96 liegen in Gemäßhe t des der städtischen Straßenbau-Wege in Y V V f 10 50 1 Art. 87 der Städteordnung während 8 Tagen[1897.98 erforderlichen Materilaien, wie e S Die Zusammenkunft ist jedesmal in der Tränke auf dem Bürgermeisterei-Bureau— Zimmer 7 V K Nr 15— zu Jedermanns Einsicht offen. 1. Basalteinsehlag 1 SY 8 Krofdors. Freitag, den 15. Januar 1897, vormittaas 10 Ubr, im Freund- Gießen, den 8. Januar 1897. Los 1 355 Kbm. V V d Schutzbez. Krofdorf: Distr. 2a Forst: Kiefer= Irm Scheit, Großh. Bürgermeisterei Gießen. 7 2 330„ 8 D Distr. 14b Kreuzschläge: Buche= 7 rm Scheit, 3 rm Gnauth. 3 285 V See. Eiche= 32 rm Scheit und Knüppel, 35 2 2 8 5 G S Bekanntmachung. 2. Lahnkies(Naturkies) 8 N Auf Ersuchen Großb. Rentamts Gießen Los 1 200 Kb. N 5 b bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, 751 2 150.„, V S, Mittwoch, den 13. d. Mts., vormittags von 9 Uhr ab, in der Wirt. daß die Ende Dezember 1896 fälligen Grummet-⸗ 3 150 0. 8. 8* „ l D 0 2 schaft von Lauz zu Wißmar. Kiefern⸗Stämme und Stangen, 4 rm Buchen-Nutzholz; 755 rm Buchen-, rm Nadelh.-Scheit- und Knilppelbolz; 859 rm Reiser; 606 rm Stöcke Verkauft werden: 22 tm Eichen-, 63 km Fichten⸗, 30 fm 36 rm Eichen-, 45 Handabgaben vom 4 Meteor-Gas-Glühlicht. 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Gnautb. soll Seiner Majestät des Dienstag, Ihrer Majestät der 8„Gi e öffentlich verdungen werden. solcher bedürftigen Ebe Die Wir fordern danach alle N 0 bei uns offen. der bei uns erhältlich, zu 150 Mk. bemessenen,. zältlich Gießen, 29. Dezember Jos. Stahl. Restauration Mühleissen. 5 Brandgasse 3 Feine Biere. Warmes Frühstück. Relenhhaltige Abendplatten. Vorzügl. Mittagessen von 60 Pfg. und höher. Kuhf Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen 28 Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund pro Pfund 50 Pfg. 12. Januar 1897, vormittags 11 Uhr, Lieferungsbedingungen während der Dienststunden zur Einsicht Angebote auf Vordruck, sind bis genannten Termin verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen ein— zureichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Das Stadtbauamt. Schmandt. 2 Sonnenstraße 28. 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