lle. henauer, 6 Monale hennuer Ehefrau, Die Beerdigung findet nachmittags 3 Uht, 1 burg, Verantw. Redal⸗ Ottmann, belbe in Gleßen. —— — lermesstr b. 170 chm. 4 Uhr, I Kapass)]. klub ibends 8 Uhr, er 60 nball zal(Cas Leib) Programm. U. a.! enprächtige ührung, 6 in den fabenpächtigsten 169 Bild: Sterne ausgestatteten 9 gimentskaelte N 9 hne. MN 1 nell u Peil 1 . Cle 4 0 00 auf nolte rka L, 15 0 spen„ der/ d onshose 75 Rap Nr. 31 Gießen, Sonnabend, den 6. Febrnar 1897. Poftztg. Nr. 3239 Telephon⸗Nr. 112. sesllche 7 Ausgabe Gießen. eitung. Postztg. Nr. 3239 Telephon⸗Nr. 112. . — Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Bspaltige Petitzeile. * ebition: Kreuzplatz Nr. 4. ———— Lokales und Provinzielles. „Gießen, 5. Februar. Die großherzogliche Handelskammer Gießen fragt in diesem Jahre vor Abfassung des Jahresberichtes bei den Inhabern der eingetragenen Firmen an, wie sich deren Geschäfte im verflossenen Jahre und im Vergleich zum Vorfahre gestaltet haben. Ferner wird Wert darauf gelegt, über die Ur⸗ sachen einer Besserung oder über den Rückgang bestimmtes zu erfahren. Der Frage⸗ bogen enthält Bemerkungen über Wünsche der Interessenten betreff. Handelsgesetzgebung, Maß⸗ und Gewichtswesen, Geld⸗Kreditwesen, Patent-, Marken⸗ und Musterschutz, Gewerbegesetzgebung, Krankenkassenwesen, Invaliditäts⸗ und Alters⸗ Versicherung. Auch werden Auskunft und Wünsche betreffs der Eisenbahn, Post, Tele⸗ graphie und Fernsprecheinrichtung, der Handels⸗ berträge, Zolltarife und Zolleinrichtungen erbeten. * Gießen, 5. Februar. Der Direktor des Gymnastums zu Laubach, früher Direktor der Realschule in Friedberg, Dr. Georg Wind⸗ haus, ist gestern im Alter von 51 Jahren ge⸗ storben. Er war ein ausgezeichneter Pädagoge, auch schriftstellerisch thätig. In weiten Kreisen st er bekannt durch seinen in mehreren Auflagen erschienen Führer durch den Odenwald und die Bergstraße. Gießen, 5. Februar. Sämtliche deutsche Tierschutzvereine wenden sich gegenwärtig mit aller Energie gegen eine in neuerer Zeit auftauchende Art von Vogelmassenmord, dem am besten dadurch abgeholfen werden kann, daß das Pubkikum die Vereine in ihrem Be⸗ streben nachdrücklich unterstützt. In Böhmen preist eine Geschäftsfirma Gratulationskarten und Kunstblätter mit Vögeln in natürlich auf⸗ gelegten Federn an; auf Briefbogen und Karten findet man die natürlichen Federn von Finken, Schwalben und anderen nützlichen Vögeln.(9 Landschaftsgemälde von 10 Meter Höhe und 6 Meter Breite zeigen dem Beschauer auf Bäumen und Sträuchern Hunderte unserer lieben kleinen Meistersänger im natürlichen Federkleide. Ferner werden als Geschenke für Damen Kassetten, Schreibmappen, sowie Kunstblätter empfohlen, die mit Schwalben, Möven, Rotkehlchen, Staren, Grasmücken u. dgl. geschmückt sind. Angesichts einer solchen Modenarrheit in einer Zeit, wo so lebhaft über die starke Abnahme der Singvögel geklagt wird, ist die Frage berechtigt:„Was nützen alle Bestimmungen über den Schutz der Vögel, wenn derartige, lediglich dem gemeinsten Geschäftsegoismus entspringende Auswüchse des Luxus vom Publikum noch unterstützt werden“. Nimmt es denn wunder, wenn in absehbarer Zeit der letzte gefiederte Sänger aus unseren heimischen Fluren verschwunden sein wird?— Die deutsche Presse wird es sich zweifelsohne zur Aufgabe machen, die Tierschutzvereine in ihrem Kampfe gegen diesen neuesten schändlichen Unfug auf dem Vogelmord-Gebiete kräftig zu unterstützen. * Gießen, 5. Febr. Auf den Oberhess. Hauptbahnen waren im Monat Dezember im Personen- wie im Güterverkehr Mehr⸗ einnahmen zu verzeichnen und beziffern sich die⸗ selben auf 15,10 pCt. und ca. 37,62 pCt. Im Güterverkehr weisen Zuckerrüben mit 5077 Tonnen, Holz mit 2378 Tonnen und Steine mit 1121 Tonnen die bedeutendste Steigerung auf. * Gießen, 5. Februar. Der Vorstand des hessischen Fechtvereins„Waisenschutz“ hat gestern Abend beschlossen, am Samstag über acht Tage einen humoristischen Herren⸗ abend zu arrangieren, zu welchem auch Gäste eingeführt werden können. * Gießen, 5. Februar. Die Steig ung der Holzpreise, die sich in der gegenwärtigen Holzverkaufs⸗Saison in überraschender Weise bemerkbar macht, ist auf das Baugeschäft nicht ohne Einfluß geblieben. Vor kurzer Zeit wurde hierselbst eine Vereinigung der Zimmer⸗ meister für Gießen und Umgegend ins Leben gerufen, und zwar lediglich, zu dem Zwecke, der hohen Holzpreise gegenüber Stellung zu nehmen. Die Vereinigung bezweckt nämlich die Erhöhung und Festsetzung der Preise für Zimmerarbeiten. So wurde in der am 24. v. M. einberufenen Versammlung der Beschluß gefaßt, für die Stadt Gießen ferner⸗ hin die Zimmerarbetten nicht unter folgenden Preisen festzusetzen und zwar pro Kubikmeter Tannenholz 34, Eichenholz 80 4, Verzim⸗ mern von Holz der lfd. Meter nicht unter 22 Pfg. Lieferung von Schutzdecken(Balken mit⸗ gemessen) pro Quadratmeter zu 90 Pfg. Für die Umgegend wurden die Preise für Tannenholz auf 31 XA, für Eichenholz auf 68 l festgesetzt, während das Verzimmern des lfd. Meter Holzes nicht unter 20 ausgeführt werden soll.— Um den Zwischenhandel nicht nur einzuschränken, sondern gänzlich zu befeitigen, wurde bestimmt, daß jedes Mit⸗ glied der Vereinigung fernerhin seinen Bedarf aus dieser und nicht durch Vermittelung deckt. Für Zuwiderhandlungen wurden Kon⸗ ventionalstrafen festgesetzt.— Die Architekten werden nun notwendig dazu gezwungen, die Kostenanschläge den Zimmerarbeiten entsprechend, in die Höhe zu schrauben. * Gießen, 5. Februar. Keine Lust Soldat zu werden! Herr Staatsanwalt Koch erläßt in der„D. Ztg.“ eine Ladung an 43 militärdienstpflichtige Leute, die sich am 23. April 1897 vor der hiestgen Straf⸗ kammer stellen sollen. Ob sie kommen?* * Aus Oberhessen, 4. Februar. Die Schlittenfahrt ist nur von kurzer Dauer Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Sein Köpfchen ist so vollgepfropft mit Märchen und fabelhaften Heldengeschichten, daß es ihm nur gut ist, wenn er einmal einen klaren Begriff von der Wirklichkeit bekommt und fich mit den Dingen beschäftigen lernt, die ihn umgeben“, sagte er dann ruhig. Regine war betroffen. Es lag ein versteckter Vorwurf für sie in diesen Worten. Sie hatte sich noch nie klar gemacht, daß sie Felix doch eigentlich verantwortlich sei für die Erziehung seiner Kinder. Hätte sie seinen Verkehr mit diesen aufmerksamer beobachtet, würde er ihr zu denken gegeben haben. Wie so manche Eheleute, die die Fehler des anderen Teiles schweigend dulden, nachdem sie lange ver⸗ geblich dagegen gekämpft, suchte er nun seine Kinder vor denselben doppelt ängstlich zu bewahren. Wie unermüdlich hielt er sie zu Fleiß und Ordnung an! Selbst die dreijährige Karin mußte ein Spielzeug erst bei Seite tragen, ehe sie zum neuen griff. Für Regine gab es nichts Langweiligeres, als das Ordnen und Aufkramen; in ihren Bücher⸗ und Kleiderschränken, an die Christinchens Hand nicht tasten durfte, herrschte der größte Wirrwarr. Es war etwa ein Jahr vergangen nach der Ueberschwemmung der Felder, als sie eines Nach⸗ mittags eifrig malend im Freien saß. Sie hatte dort ein Motiv gefunden, das sie anzog in seiner Einfachheit. Ein alter, verwitterter Weidenbaum mit mäch⸗ tigem Stamm und fast kahler Krone streckte im Vordergrunde seine spärlichen Aeste aus, an die das schmale, graugrüne Laub sich schmiegte. Dahinter breitete sich die Ebene im gelblichen Schimmer der Stoppelfelder, durch welche der Fluß sich wand; fern am Horizonte erschien eine ruhende Wind⸗ mühle. Das alles zählte von vergangener Pracht und Fülle, atmete eine wehmütige Abendruhe nach des Tages reichem Leben; und— als habe die Natur beschlossen, ihr zu Hülfe zu kommen und dem Ganzen die rechte Stimmung zu verleihen— so ballten sich jetzt langsam dunkle Wolken zusammen in der Ferne, nahmen der Sonne ihren Schein und gaben dem Bilde etwas unsagbar Schwermütiges. Regine war ganz hingenommen von ihrer Arbeit. Aber die Kinder unterbrachen sie zuweilen. Das Mädchen, welches sie sonst beaufsichtigte, half heute beim Waschen, so hatten sie strengen Befehl er⸗ halten, der Mutter nicht aus den Augen zu gehen. Karin baute ihrer Pube ein Gärtchen und war seelenvergnügt dabei. Aber ihre tausend Fragen konnte das stumme Ding nicht beantworten, da mußte Regine herhalten: „Mutterchen, was schmeckt schöner, Chokoladeneis oder Königsberger Klops?“ „Sage mir doch, Mutti, hübscher oder Onkel Rechow?“ „Hilf mir, Mutterchen, Puppe Lises Kleid zumachen!“ Hans Max blieb stumm und haltlos. Eine Kornähre zwischen den Zähnen zermalmend beobach⸗ tete er andächtig seiner Mutter Thun, sah auf dem weißen Papier die Umrisse entstehen und dann den ersten, zarten Farbenhauch: „Mutter“, fragte er plötzlich in seiner lang⸗ samen, bedächtigen Weise, fühlst Du Dich glücklich bei dieser Beschäftigung?“ Ueberrascht blickte Regine auf, sah in ihre eigenen braunen Augen, die so altklug aus dem Kindergesichte schauten, und fühlte sich seltsam be⸗ rührt. Dann aber lachte sie hell auf. „Närrchen, Du“, rief sie amüsiert und strich findest Du Papa ihm die Locken aus der Stirne. Er aber fühlte gewesen; bereits gehen wieder die Räderfuhr⸗ werke. Uebrigens war es auch meist keine Lust, bei den meterhohen Schneewällen Schlitten zu fahren, wie ein Reisender von Gießen zu erfahren Gelegenheit hatte. Derselbe fuhr mit einem Schlitten von Ruppertenrod über Groß⸗ Felda nach Stumpertenrod. Unterwegs fanden Reisender und Fuhrmann solch unüberwindliche Hemmnisse durch die Schneewehungen, daß beide den Schlitten mehrmals streckenweise tragen mußten. Eine solche Extrafahrt entbehrt bei allem Ernst der Situation der Komik gewiß nicht.(D. Z.) Grünberg, 4. Februar. Auf der Als⸗ felder Straße in der Nähe der oberen Ziegel⸗ hütte war Schreiber dieses gestern Augenzeuge, wie ein älterer Mann aus einem benachbarten Dorfe von einem vorübereilenden Schlitten, dessen Fuhrmann wohl der Meinung war, das Ausweichen sei nur Sache der Passanten, erfaßt und auf die Seite geschleudert wurde. Glück⸗ licherweise kam der Betreffende mit dem bloßen Schrecken davon. Schlimmer ging es einem be⸗ jahrten Mann in dem nahen Dorfe Münster. Ein dortiger Landwirt fuhr kürzlich mit dem Schlitten durch das Dorf. Im Begriffe, einem vorübergehenden Knaben auszuweichen, überfuhr er den infolge eines früheren Falles an Krücken gehenden alten Mann, den er nicht bemerkt hatte und der infolge seines Gebrechens nicht schuell genug ausweichen konnte. Der Be⸗ dauernswerte trug einen abermaligen Beinbruch davon.(D. Ztg.) * Neu⸗Ulrichstein, 4. Februar. Die Ar⸗ beiter-Kolonie hatte im Jauuar einen Be⸗ stand von 97 stellen⸗, bezw. arbeitslosen männlichen Personen, darunter 25 aus dem Großherzogtum, 9 aus dem Regierungsbezirk Cassel, 12 aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 10 aus den Rhein⸗ landen, 7 aus Bayern, je 6 aus Sachsen und Baden usw. Arbeiter waren es 53. An 2388 Tagen wurde gearbeitet, Verpflegung durch die Kolonie trat an 2948 Tagen ein. 18 Mann wurden entlassen, davon 8 auf eigenen Wunsch, je 2 wegen Arbeitsscheu, bezw. schlechten Be⸗ tragens, je 1 in Arbeit durch die Kolonie; durch eigenes Bemühen; in die Familie zurück; auf Requisition der Behörde; wegen Krankheit; 1 ist entlaufen. Die Kolonie hat seit ihrem Bestehen 3205 Mann aufgenommen. * Tarmstadt, 4. Februar. Die Aus⸗ zahlung der von den beiden Kammern zur A b⸗ findung der Mitglieder der verflossenen Spezialdirektion der Hessischen Ludwigs⸗ bahn bewilligten 820,000 4 ist an die 5 Direktoren durch Anweisungen auf die Darmstädter Bank erfolgt. Spezialdirektor Ge⸗ heimrat Dr. Reinhard erhielt die höchste Abfin⸗ dungssumme, wogegen die in den Staatsdienst übergetretenen Baurat Heyl und Kommerzienrat sich gekränkt, wie alle Kinder, welche nicht be⸗ greifen, durch was sie die Erwachsenen zum Lachen gereizt haben und trollte sich schmollend. Regine sah ihm nach. Wie schwer war es doch zu er⸗ gründen, was in solchem kleinen Kopfe vorging! Dann gab sie sich wieder ihrer Arbeit hin und ihre Gedanken nahmen eine andere Richtung. Seltsam, welche kleine Rolle die Landschaftsmalerei in der Geschichte der Kunst spielte! Ruysdael Poussin, Claude Lorrain, das waren die einzigen Landschafter vergangener Jahrhunderte, die sie kannte, und wie wenig schienen ihr Ruysdaels zierlich ansgeführte Wald- und Wasserbilder die Natur so wiederzugeben, wie sie selbst sie sah! In dieser Beziehung war doch die Kunst der Jetztzeit ihres Erachtens nach auf einem bis dahin noch unerreicht hohen Standpunkte angelangt, sowohl was die technische Vollkommenheit, als was die intime Beobachtung der Natur betraf. Ob Lossen wohl auch diese Ansicht teilte? Da war sie wieder bei Lossen angekommen, sie führte im Geiste lange Unterhaltungen mit ihm und beachtete es nicht, daß das Gezwitscher der Kinderstimmchen hinter ihr verstummt war, und daß keine lästigen Fragen sie mehr störten. Inzwischen war Felix zu Rechows hinüber ge⸗ ritten. Es war ihm ein rechter Genuß, an Frau Lottchens zierlich hergerichtetem Kaffeetische zu sitzen und sich ihre selbst gebackenen Kuchen wohl schmecken zu lassen. Derweilen erzählte sie ihm, was in der Nachbarschaft geschah, in ihrem harmlos fröhlichen Geplauder, und er hörte gerne von den Menschen, mit denen er aufgewachsen war, die sich ihm jetzt doch mehr und mehr entfremdeten. Frau Lottchen sah die Welt und ihre Nebeumenschen in rosigem Lichte an, interessierte sich eifrig für anderer An⸗ gelegenheiten, und wenn sie in ihrem Drange zu helfen einmal zu weit ging und eine Zurückweisung Maschmann einen geringeren Anteil erhielten als ihre früheren Direktionskollegen.— Ein feines Geschäft! * Lampertheim, 4. Februar. Der Direktor der nahen Zellstofffabrik Waldhof, Herr Kom⸗ merzienrat Haas, wurde dieser Tage von einem eigenartigen Unfall betroffen. Er hing, als er abends heimkehrte, seinen Ueberrock an einen Kleiderhalter auf und glitt dabei auf dem Parkett aus. Dabei fing sich ein am kleinen Finger getragener Ring an einem Haken und durch die Wucht des Falles wurde der kleine Finger förmlich abgerissen. Mainz, 4. Februar. Auf der staatlichen Nebenbahn Bodenheim-Gauodernheim⸗ Alzey hat in vergangener Nacht wieder ein Dammrutsch stattgefunden. Die defekte Stelle befindet sich zwischen Gaubischofsheim und Harx⸗ heim und hat eine Länge von 30 bis 35 Meter. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen ver⸗ 1 1 der direkte Güterverkehr über Alzey ge⸗ eitet. Vermischtes. — Lieber tot als nicht auf dem Masken⸗ ball. Weil es nicht zum Maskenball gehen konnte, hat sich in der Reichshauptstadt ein fünf zehnjähriges Mädchen in der Hochheimerstraße 27 durch einen Sturz aus dem Fenster getötet. Die Unglüaliche hatte vor einem Jahre durch einen Unfall in einer Fabrik eine Verkrüppelung erlitten, die sie hinderte, an Ver⸗ gnügungen teilzunehmen. Ihr achtzehnjähriger Bruder ging am Samstag Abend zum Maskenball. Eben hatte er das Zimmer verlassen, als sich die fünfzehnjährige Schwester plötzlich auf einen am Fenster stehenden Stuhl schwang und— ihren kleineren Geschwistern die Worte zurufend:„Adieu, Kinder, Ihr seht mich nicht mehr wieder!“— auf den Hof hinabstürzte. Als der junge Mann wenige Sekunden später auf den Hof hinaustrat, fand er seine Schwester mit zertrümmertem Schädel tot vor. — Der Weg, es Allen recht zu machen. Der Charakterkomiker Ewald Grobecker, der vor einigen Tagen kurz nach seinem goldenen Bühnenjubiläum in Wiesbaden gestorben ist, war Ende der vierziger Jahre am Königstädtischen Theater in Berlin thätig. Eines Abends wurde dort, laut„Magdeb. Ztg.“, die Posse „Gebrüder Fidibus“ gegeben und erregte großes Miß⸗ fallen. Grobecker stand gerade mit seinem Kollegen Hänsel auf der Bühne, als ein großes Lärmen, Pfeifen und Schreien losbrach. Ein Teil schrie„Aufhören!“, ein anderer„Weiterspielen!“ Da wandte sich Grobecker zu Hänsel und sprach laut:„Um beiden Teilen des geehrt en Publikums zu genügen, kannst Du weiterspielen und ich werde aufhören.“ Diese Bemerkung schlug so glücklich ein, daß das Stück wenigstens zu Ende geführt werden konnte. — Vielversprechend. Auf einer Eisbahn in Kottbus wurde ein Portemonnaie gefunden, welches von dem Finder, um den Inhalt festzustellen, vor Zeugen geöffnet wurde. Neben einem geringen Geldbetrag fand sich darin ein zusammengefaltetes Papier, das sich bei erfuhr, behielt sie ihren Aerger weislich für sich und machte keine üble Nachrede. Dabei stopfte sie ihrem Richard und ihren zwei Knaben höchst eigenhändig die Socken. Das verstand eben niemand so gut wie sie, und der dicke Gatte schmunzelte behaglich, wenn er auf die kleinen Finger sah, die emsig für ihn schafften. Als Felix heimgritt, dachte er, was für ein treues, sorgliches Hausmütterchen sie sei. Ein solches hätte er in seinem Hause wohl auch gut brauchen können— aber da schral er zusammen, als habe er sich auf einem schweren Unrecht er⸗ tappt. Er seufzte. Seine schöne, kluge Regine paßte wohl eben nicht zur Landfrau! Dann fielen ihm seine herzigen Kinder ein und er spornte sein Pferd. Als er zuhause nach seiner Frau fragte, wies man ihm den Weg zu dem alten Weidenbaume. Er faud sie dort mit glühenden Wangen und leuch⸗ tenden Augen, ihr Werk war fast vollendet. Pflicht⸗ schuldigst, wenn auch nicht ganz verständnisvoll, bewunderte er die Skizze und blickte sich dann suchend um: „Wo sind die Kinder?“„Ich denke, Du wolltest mit ihnen spielen?“ Regine erwachte jäh aus ihren Träumen zur Wirklichteit. Die Kinder! Sie hatte sie ganz ver⸗ gessen; jetzt erst kam es ihr wieder zum Bewußt⸗ sein, daß sie ja die Kleinen beaufsichtigen wollt. Bestürzt rief sie ihre Namen:„Hans Max! Karin!“ aber keine Antwort erfolgte. Felix rief lauter vergebens. Eilig ihre Malge räte hinwerfend, lief Regine zu dem nahen Weiden⸗ gebüsch, in der Hoffnung, die kleinen Bösewichte hätten ihnen einen Streich gespielt und hielten sich dort versteckt; aber auch hier zwischen den wirren Zweigen fand sie keine Spur. (Fortsetzung folgt.) näherer Besichtigung als ein sehr interessantes Schriftstück erwies. Es trug nämlich die Ueberschrift:„Liste meiner sämtlichen Verehrer“ und enthielt weiter etwa zwanzig Namen, deren Träger, wie nunmehr festgestellt wurde, sämtlich einem noch sehr jugendlichen Alter angehören. Während die neugierigen Finder noch mit der Lektüre des zarten Geheimnisses beschäftigt waren, meldete sich als Verliererin des Portemonnaies ein Fräulein, welches auf Befragen ihr Alter auf— sage und schreibe elf Jahre angab. — Ein Schneesturm wütete am Sonntag mit ungeschwächter Gewalt über einem großen Teil Englands und seiner Küsten. Ueber Shierneß tobte er so stark, daß es für Schiffe unmöglich schien, auszulaufen. Die beiden Schlachtschiffe„Howe“ und„Repulse“, welche bereits ausgelaufen waren, unterbracheu ihre Fahrt und blieben an gesicherter Stelle liegen. Im Kanal entwickelte sich unter heftigem Schnee⸗ und Hagelsturm plötzlich ein Ge⸗ witter mit ungewöhnlich heftigen Entladungen. Die Ver⸗ hältnisse auf dem Kanal erschienen deshalb so unsicher, daß es geratener schien, den Achtuhr⸗Dampfer nach Ostende nicht auslaufen zu lassen. Das Rettungsboot von Har⸗ wich lief am Morgen auf Notsignale hin aus, fand aber, als es die Höhe von Dovercourt erreichte, daß der nach Faversdam gehörige Schooner„Sancho Pansa“, welcher mit einer Kohlenladung nach Ramsgate bestimmt war, schon am Strande lag. Die Besatzung von sechs Mann konnte gerettet werden. Am Nachmittag wurde bei Yar⸗ mouth der Dampfer„Varna“ von London au den Strand geschleudert, die aus achtzehn Mann bestehende Besatzung von der Küstenwache mit dem Raketen⸗Apparat gerettet. Bei Yarmouth wütete der Sturm mit größter Gewalt. Ein anderer noch unbekannter Dampfer strandete bei Winterton. Das Rettungsboot von Harmouth brachte auf Notsignale hin dem Dampfer„Ardle“ Rettung. Als es von seiner gefahrvollen Fahrt nach glücklicher Ab⸗ bringung des Dampfers im Schlepptau eines einlaufenden Schleppdampfers zurückkehrte, riß das Tau und das Ret⸗ tungsboot wurde an das Ufer geschleudert und zertrüm⸗ mert. Die Mannschaft konnte sich retten. Im Hafen von Yarmouth rissen sich zwei Dampfer los und wurden in ihm umhergeschleudert. Sie rissen dabei zwei kleinere Fahrzeuge mit los und zertrümmerten dieselben. Die Mannschaft konnte gerettet werden. Auch aus Gryms by laufen schlimme Nachrichten ein. Vier kleinere Fahrzeuge sind in der Nähe gescheitert, die Mannschaft wurde ge⸗ rettet. Die Schutzwehr für das neue im Bau begriffene Dock ist zum Teil fortgewaschen. Man hegt größte Be⸗ fürchtungen bezüglich der ausgelaufenen Fischereiflotte. Südlich von Whitby ist, angespülten Trümmern nach zu urteilen, ein Kohlenschiff mit seiner gesamten Mannschaft untergegangen. Die Schutzdämme an der Tynemündung vor Shields sind trotz ihrer massiven Konstruktion in einer Ausdehnung von 20 Metern weggerissen worden. Auch aus dem Innern des Landes wird mannigfacher Schaden gemeldet. Bei Petersborough rannte sich ein Güterzug fest und entgleiste. Von vier Plätzen auf dem Lande wird das Umkommen einzelner Personen im Schnee ge⸗ meldet. — Ein Wettbewerb für Journalisten. Das zweitälteste Blatt Spaniens„El Diario de Zaragoza“, feierte dieser Tage das Hundertjahrfest seiner Gründung. Aus diesem Anlaß eröffnete die Zei⸗ tung einen eigenartigen journalistischen Wettbewerb um bedeutende Geldpreise. Preisrichter sollen zwei Chefredak⸗ .....— e eee teure, ein Dramatiker, ein Novellist, ein Possendichter, ein militärischer Schriftsteller und zwei Berichterstatter von Provinzblättern sein, die sämtlich in Madrid wohnen müssen. Die gestellten Aufgaben find: Plauderei über irgend einen Gegenstand, mit Ausnahme der Politik. Zwei„Interviews“ mit hervorragenden Gelehrten und Industriellen. Kritik über ein im Laufe des Monats Januar in Madrid aufgeführtes Drama. Ein Artikel über die kaufmännischen, landwirtschaftlichen und finan⸗ ziellen Verhältnisse in Saragossa. Biographie eines ver⸗ storbenen hervorragenden Zeitungsschreibers. Eine Arbeit über die Meinung der militärischen Presse über die Be⸗ ziehungen der bürgerlichen Presse zum Heer. Ferner soll demjenigen Berichterstatter ein Preis zuerkannt werden, welcher innerhalb der festgesetzten Zeit in Madrid das am kürzesten gefaßte, aber zugleich interessanteste Tele⸗ gramm aufgiebt. — Fürstin Chimay und das Tingel⸗ tangel. Die Fürstin Chymay soll nach einem Gerücht, daß sie mit den ihr verbliebenen 80 000 Franks Rente ihr Loben nicht fristen könne, ihre Vermögenslage dadurch aufzubessern suchen wollen, daß sie auf Spezialitäten⸗ theatern auftrete. Das wurde zwar widerrufen, aber Direktor Baron vom Wintergarten in Berlin telegraphierte ungesäumt an die Fürstin von Budapest:„Wenn Sie sich zu öffentlichem Auftreten entschließen können, bieten wir Ihnen und Rigo 1000 Franks für den Abend.“ Den weiteren Verlauf dieser Verhandlungen erzählt das„Kl. Journal“: Auf diese freundliche Aufforderung erfolgte keine Antwort, und auch ein zweites Telegramm, in der Baron sich anbot, sofort persönlich nach Pest zu kommen, blieb unbeantwortet. Da besann er sich auf das unga⸗ rische Herz in seiner Brust, er telegraphierte direkt an den Zigeunerprimas und erhielt zunächst von der Zofe der Gnädigen folgendes Telegramm:„Kommen Sie, wenn Sie wollen.“ Dann depeschierte Herr Rigo selbst: „Kommen, wenn 3000 Mark pro Abend und Reise be⸗ zahlen.“ Auf diese von ungemein praktischem Sinne zeugende Antwort reiste Direktor Baron unverzüglich nach Pest und quartierte sich in demselben Hotel ein, in dem auch das Liebespaar wohnte. Die mündlichen Verhand⸗ lungen waren bald im Gange. Die Fürstin erklärte, daß sie, ehe ihre Scheidung vollzogen, sich definitiv zu nichts verpflichten könne Am 19. Januar sei der Termin in ihrem Ehescheidungsprozeß angesetzt und sie hoffe bestimmt, gleich in diesem ersten Termin geschieden zu werden, da sie sich ja thatsächlich in flagranti habe ertappen lassen. Sobald die Scheidung erledigt, sei sie jedoch bereit, zur Spezialitätenbühne überzugehen. Als Direktor Baron ihr nun vorschlug, sie solle sich einige Lieder einstudieren und sich dabei von Rigo begleiten lassen, meinte die Fürstin, die während dieser Verhandlungen noch im Bette lag, das ginge nicht, denn ihre Stimme klinge wie ein zer⸗ brochener Topf. Auch auf die Anregung, etwas auf dem Klavier vorzutragen, während Rigo die Geige dazu spielte, wollte sie nicht eingehen, aber sie erklärte sich bereit, in lebenden Bildern zu stehen, wie sie es in New⸗York und Paris zu wohlthätigen Zwecken schon oft gethan habe. Direktor Baron machte dagegen geltend, es würde das Publikum möglicherweise verletzen, wenn sie ihren Körper derartig zur Schau stellte, aber die Fürstin teilte diese Bedenken nicht und meinte, Baron würde mit den„leben⸗ den Bildern“ jedensalls ausverkaufte Häuser machen. Darauf telegraphierte Baron sofort an Marchand, den Direktor der Folies Bergeres in Paris, um mit ihm zu⸗ sammen has Geschäft für Berlin und Paris zu machen, und Marchand traf denn auch schon am nächsten Tage in Pest ein. Er bot der Fürstin alsbald 4000 Franks pro Abend, wenn sie bis zu ihrer Scheidung vierzehn Tage lang in Paris bei ihm auftreten wolle, sie könne schon am nächsten Tage mit ihm abreisen. Die Fürstin hatte dies Anerbieten schon angenommen, da ereignete sich ein interessanter Zwischenfall. Ein Cousin Rigos, natür⸗ lich auch ein Zigeuner, stürzte atemlos ins Zimmer und meldet, soeben sei die Nachricht gekommen, Fürst Chimay sei mit zwei Aerzten von Brüssel nach Pest unterwegs, um die Fürstin auf ihren geistigen Zustand untersuchen zu lassen. Schon dachte man an schleunige Flucht, aber die Fürstin erklärte, jetzt bleibe sie unter allen Umständen in Pest. Sie stehe dort unter dem Schutze einer ritterlichen Nation und sei überzeugt, daß sich in Ungarn keine Aerzte finden, die sie für verrückt erklären, und erst recht keine Richter, die ihnen das glauben würden. Den Brief, den sie statt eines Kontrakts mit Marchand ausgetauscht hatte, nahm sie wieder zurück und bedauerte, daß sie unter diesen Verhältnissen nicht nach Paris reisen könne. Als Direktor Baron sich bald darauf von der Fürstin verabschiedete, versprach sie ihm mit Wort und Handschlag:„Wenn ich geschieden bin, komme ich zu Ihnen nach Berlin!“ Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 7. Februar, 5. nach Epiphanias. Gottesdienst. In der Stadtkirche: Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Donnerstag, den 11. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal Neustadt 61: Ev. Marci 6. 45 und folgende. Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche: Vormittags 9½¼ Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgeme inde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Montag, den 8. Februar, abends 8 Uhr: Bibel⸗ stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 3. Jo⸗ hannesbrief. Des Apostels Leiden und Freuden. Pfarrer Dr. Naumann. Neueste Telearamme. Hd. Berlin, 3. Februar. In der gestrigen Sitzung des Bundesrates wurde dem Antrage betreffend Be⸗ schränkung der Einfuhr aus Asien zur Verhütung der Ein ⸗ schleppung der Pest die Zustim⸗ mung erteilt. Hd. Berlin, 5. Febr. Die freisinnige Vereinigung hat im Reichstag den An⸗ trag eingebracht, den Reichskanzler um Vor⸗ legung einer Denkschrift über die Wirkung der Handels verträge zu ersuchen. Hd. Paris, 5. Febr. Eine Depesche aus Marseille dementiert das Gerücht, daß im Lazarett von Frioul ein Fall von Beulen⸗ pest konstatiert worden ist. Hd. Paris, 5. Februar. Der Minister des Innern, Barthon, wird von den gemäßigt republikanischen Blättern heftig ange⸗ griffen, weil er in den Streit zwischen dem sozialistischen Pariser Stadtverord⸗ neten⸗Vorsteher und dem Seine⸗-Prä⸗ fekten für den Ersteren Partei griffen hat. Hd. Paris, 5. Februar. Die Deputierten⸗ kammer hat das Zuckersteuergesetz mit 282 gegen 239 Stimmen angenommen. Hd. Chambery, 5. Februar. Bei Bourg wurden zwei Sergeanten und vier Sol- daten vom 1. Alpenjäger-Bataillon von einer Schnee⸗Lawine in die Tiefe gerissen. Die zwei Sergeanten, die unter dem Schnee be⸗ graben sind, wurden noch nicht aufgefunden. Von den aufgefundenen vier Soldaten ist einer tot, die andern drei verletzt. Hd. Rom, 5. Februar. Die Studenten beschlossen vom Karneval fernzubleiben bis sie Genugthuung erhalten haben. Hd. Brüssel, 5. Febr. Die Ueber ⸗ schwemmung nimmt in ganz Belgien eine bedrohliche Aus⸗ dehnung an. Zahlreiche Indu⸗ striestädte im östlichen Belgien stehen unter Wasser. Die Fluten richten besonders Verheerungen in dem Badeorte Spaa an, wo zahl⸗ reiche Villen beschädigt wurden. Das Wasser drang bis zum Kasino vor; er⸗ auch die Villa des Königs ist bedroht.“ Hd. Lüttich, 5. Februar. Infolge plötz⸗ lichen Tauwetters ist die Masas aus ihren Ufern getreten. Die Schifffahrt ist unterbrochen. Hd. Neapel, 5. Februar. Gestern kamen ernstliche Zusammenstöße zwischen der Polizei und demonstrierenden Stu⸗ tenten vor, wobei es auf beiden Seiten Verwundete gab. Neue Unruhen werden befürchtet. Hd. Belgrad, 5. Febr. In der Natalien⸗ Schule explodierte während der Chemie⸗ ein Behälter mit Lene er Stunde Sämtliche Schülerinnen, sowie Professor erlitten Brandwunden. Sterbefälle. Am 4. Februar. Professor Dr. Otto Buchner, 68 Jahre alt, Realgymnasiallehrer i. P. dahier, Frankfurterstraße 33. Die Beerdigung findet Samstag, den 6. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Bekanntmachung. Die Lieferung der Stoffe zu Kleidern für Konfirmanden auf Ostern 1897, bestehend in Knaben⸗Anzügen von schwarzem Cheviot, in schwarzem Cachemir zu Mädchenkleidern, Futter dazu, weißem und farbigem Flanell, soll im Submissionswege vergeben werden und sind desfallsige Offerten unter Beischluß von Mustern bis spätestens zum 15. d. Mts. bei Herrn Hospitalverwalter Grüneberg verschlossen abzugeben. Gießen, den 4. Februar 1897. Die Armen Deputation der Stadt Gießen. Wolff. Bekanntmachung. Die Lieferung des Armenbrotes und des Bedarfs des Blülrgerhospitals an Brot, Wecken, Kuchen, Mehl, Milch, Fleisch, Schmalzfett, Kolonialwaren, Hüllsenfrülchten, Seife, Petro⸗— leum, Butter, Eier pp., sowie die Fertigung der Schuhe und Särge für Arme pro 1897/98 soll im Wege der Submission vergeben werden und find Offerten hierauf verschlossen unter Beifügung von Mustern bis zum 15. d. M. bei dem Armenamt, bei welchem auch die Be— dingungen eingeseben, sowie die zur Submisston auf Kolonialwaren pp. zu verwendenden For- mularien bezogen werden können, einzureichen. Gießen, den 4. Februar 1897. Die Armen⸗Deputation der Stadt Gießen. Wolff. Städt, Schlachthaus Heute. und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 56 Pfg. „ 92 Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. a in Rechtssachen und Ver⸗ waltungs angelegenheiten, Auskunft auch Betreibung aller an Berufsgenossenschaften zu bil denden Uufall⸗Ansprüche, Fertigung von Eingaben aller Art, Reklamationen pp. Sprechstunden: täglich von 8 bis 5 Uhr, Sonntags von 8 bis 3 Uhr Ed. Rotte. 166 Leibgesternerweg 3, bei der Aktienbrauerei. a 8 W erners W arenhau Elehgärten 10. Lager in Möbeln, Spiegeln. Betten, sowie aller sonstigen Gegenstände. Kommissious⸗ und Agentur ⸗ Geschäft. Ankauf von Waren jeder Art. Guter, billiger Mittagstisch 54 in und außer Abonnement. Restaurant Mühleißen, 3 Braudaasse 3. Ein möbliertes Zimmer zu vermieten. Sonunenstraße 14.(60 Holzversteigerungen. Papiermühle.(Oberförsterei Rabenau). Dienstag, den 9. l. M., nach Zusammenkunft beim Hofe Appenborn vormittags 10 Uhr, aus den Distrikten Mühlberg und Noll: 2 Eichenstämme mit 0,89 km; Scheiter: Buchen 363 rm 1. Cl., 18 rm 2. Cl., Eichen 27 rm I. Cl., 4 Im 2. Cl., Knüppel: Buchen 242 rm(Stammknüppel), Eichen 20 xm, Nadel 2 ꝛm 1. Cl., 6 rm 2. Cl, Aspen 3 um; Reiser: Bstchen 700 1m(meist Schlagreiser), Eichen 142 rm, Nadel 4 rm Aspen 2 rm; Stöcke: Buchen 70 rm 1. Cl., 5 rm 2. Cl., Eichen 24 1m Philippstein. Montag, den 3. Februar, morgens 10 Ubr anfangend, sollen in hiesigem Gemeindewald Schwadrich 250 Kiefernstämme mit 138 km versteigert werden. Oberförsterei Lich. Montag, den 15. Februar, von vormittags 10 Uhr an: a. im Distrikt Langeberg bei Nieder⸗Bessingen: 173 Kiefernstämme(Bauholz und Schnittholz) von 19 bis 38(bezw. 52) em mittl. Durchm. und 6— 21 m Länge= 88,66 fm; 24 Lärchenstämme von 17—25 em mittl. Durchm. und 7—16 m Länge= 10,34 fm; 350 Fichtenstämme(Bau- holz und Schnittholz) von 15—42 em mittl. Durchm. und 4— 23 m Länge= 210.49 fm: 501 Stück Fichtenstangen= 28,17 km, alle Sorten vom leichten Sparren und Rüstraitel bis zur Bohnenstange.— Ferner etwas Fichtenholz aus dem Distrikt Mühlwäldchen(wird nicht vorgezeigt). b. im Distrikt Häuserberg: 105 Fichtenstangen von 15—23 em mittl. Durchm. und 9—13 m Länge= 3,40 fm; 88 Fichtenstangen von 714 em mittl Durchm. und 5 bis 11 m Länge= 8,53 fm. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Langeberg zunächst Mübl⸗ sachsen. Dienstag, den 16. Februar, von vormittags 9½ Ubr an, im Distrikt Meilbach: Buchen: 410 rm Scheiter, 166 rm Knüppel, 114 rm Stöcke, 3080 Wellen; Eichen: 3 rm Scheiter, 14 rm Knllppel, 14 rm Stöcke, 60 Wellen; Nadelbolz: 3 rm Knüppel, 14 rm Stöcke, 960 Wellen; 390 Wellen Weichholz.— 1100 Fichtenstangen, zumeist Reisstangen, Bohnen⸗ stangen ꝛe.= 6,00 fm. Die Zusammenkunft ist auf der Kr isstraße Lich—Hattenrod, wo diese vom Vieinalweg von Burkhardsfelden nach Nieder-Bessingen gekreuzt wird. Oberförsterei Haiger. Samstag, den 6. Februar, morgens von 10 Uhr ab, werden in der Schule zu Fellerdilln nachstehende Hölzer aus dem Staatswalde, Schutzbez. Steinbach, Distrikt 54 Alteschorn öffentlich versteigert: Eichen: 108 rm Scheit, 63 xm Knüppel; Buchen: 839 rm Scheit, 55 rm Knllppel, 1130 rm ungeformte Reiser. And. Laubh.: 21 rm Knullppel. Außerdem werden 154 Klg. alte Akten, welche auf der Oberförsterei anzusehen sind, unter der Bedingung des Einstampfens versteigert. Ausschreibungen. Gießen. Der auf dem biesigen Bahnbofpbestehende alte sogen. Köln-Mindener Güter- schuppen soll auf Abbruch verkauft werden. Die dem Verkauf und Abbruch zu Grunde gelegten Bedingungen können in dem Bureau des Regierungsbaumeisters Horstmann auf Bahnhof Gießen(Empfangsgebäude) eingesehen werden. Die mit entsprechender Aufschrift versehenen und verschlossenen Angebote sind bis zum 17. Februar, vormittags 11 Uhr, kostenfrei an die Kgl. Eisenbahn⸗Betriebsinspektion 2 Frankfurt a. M. einzusenden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen. Zur Erbauung eines phystkalisch⸗cbemischen Instituts der Landes-Universi ät zu Gießen sollen folgende Arbeiten durch öffentliches Angebot vergeben werden: 1. Maurer⸗ arbeit, bestehend in Ausführung von ca. 470 ebm Erdaushub, ca. 1255 ebm Bruchstein⸗ mauerwerk, ca. 3000 ebm Backsteinmauerwerk, ca. 120 qm Sockelverkleidung mit Basaltlava, ca. 320 qm Sockelverkleidung mit roten Sandsteinen, ca. 1730 qm Verblendung mit Blend backsteinen, ca. 23 ebm Hausteinen in Basaltlava. 2. Steinhauerarbeit. Los a: 200 ebm bellfarbige graue oder grau grüne Sandsteine; Los b: 45 ebm e rote Sandsteine; Los o: 45 cbm Basaltlavasteine. 3. Cementlieferung, bestehend in Lieferung von 100 Tonnen Portland Cement. 4. Walzeisenlieferung, bestend in Lieferung von ca. 40 000 kg gewalzten I.Trägern 5. Grobschlosserarbeit, bestehend in Montieren von ca. 29 000 kg gelieferter eiserner Träger, ca. 1500 kg Verbindungsteile dazu, ca. 3000 kg sonstiges Eisenwerk, 150 lfde Meter Schneefanggitter, 180 lfde. Meter eisernes Geländer. Die Angebotsunterlagen könneu im Amts. lokal der Baubebörde für die Universitäts-Neubauten zu Gießen(Goethestraße 52) eingesehen und zum Selbstkostenpreise, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Gebote find bis Don⸗ nerstag, den 25. Februar, vormittags 10 Ubr, verschlossen und mit der Aufschrift „Angebot“ versehen, einzureichen. Zuschlagsfrist: 4 Wochen. i Braunfels. Zu Leun ist eine zu 155 Mk. veranschlagte Straßenarbeit auszuführen. Die Vergebung findet am 10. d. M., vormittags 11 Uhr, in dem Amtszimmer der hiesigen Bürgermeisterei statt. Vereinigung der Zimmermeister für Gießen und Umgegend. 129 Jamstag, den 6. Februar, nachm. 4 Uhr, Il. Generaversammlung bei J. Arnold(im Schipkapass!. Textors Terrasse Guter, billiger Mittagstisch täglich geöffnet. Ph. Bob.(139 7 in und außer Abonnement bei J. F. Sorger,„Deutscher Hof““. D eee 5 f 1 Gasalühlieht 2 460%%%%%%%%%%, 5 an sch auc bez einrichtungen von dwerk Salegenheit f igen, Die wel in wenigen Tag fine wird, bietet h dort aufgesellten em Eichenholz he er Büldhauerarbeitt fern Bernhardt, e sintich in isterwerk der Kun, ig det Laden ander in Klein Hinte Einrichtung t dem neuen Gee 10 gediegenen Aut Gießen, 6. Fi sententeil ersichtlich, Aab morgen Abend Eb einen großen 4 nnte Verein hat fgabe gestellt, du um dem närris⸗ Merhaltung zu biete Gießen, 5. Fel ung.) Der frü Laldschmidt von ige Jahre mit seinet ohne in Unfrieden. delte er beide ur Monaten 14 Tagen feldbuße verurteilt. en Münchow fan f den 12. Dezemb kran sein Vergnüge Mulöschen, wobei At. Der Vater zahrend der Sohn erntet wurde.— Maglöhnet far 6 fande Det = alt 204 Geldste⸗ anz in Bersr Hahre an dem Sä zu vermieten. Schneider, Steinstraße 69. Darmstädter Haus. 1 Logis, sowie vorzüg⸗ lichen Mittagstisch empfieblt Peter Welrieh.(4 1000 Ouadratmeter Gelände, event. auch weniger, mit breite Einfahrt von der Wolkengasse, auf Wunsch auch vom Seltersweg aus, mit oder ohn Wohnung und Comptoir, auf längere Jahr zu vermieten. Das Gelände eignet sich vor züglich als Lagerplatz, sowie für gewerb liche Anlagen jeder Art. 140 Curt von Münchow. snmobilen-Vemttung Vermittlungen jeder Art von Käusen un Verkäufen als Wirtschaften, Wo asi kleinen und größeren laud chaftlichen Gütern, Bauplätzen 1c. 10 werden bestens, pünktlichst und dilligst aus geführt durch Ph. Sehneider Agent für Immobilien 1474 Marktplatz 20. Klavierunterricht wird gründlich erteilt. Näheres bei zu vermieten. 5 Immel Schütenstratze 17 1. 1235 de Bahahesseuße dc H. empfiehlt 91 A e., 75 Pfg. Von heute an ist der Preis der von mir geführten Glühstrümpfehen, die auf jedes Brennersystem passen, Komplette Brenner, bestehend aus Brenner, Glüh⸗ strumpf und Cylinder nur 3 Mk. 70 Pfg. Ebenso empfehle Blacker, Glocken, Schirme, Cylinder u. s. w. 4 2— A. Gretscher, Neustadt 78. 0 eee kunft in Invaliditäts⸗ und Kabiuet zu vermieten. Altersversicherungs⸗ Grüunbergerstraße 34, part. Sachen, Fertigung o Ge⸗ Verträgen, Testamenten, Beitreibung Guten bürgerlichen Mittagstisch v. Forderungen, Einkassieren v. Geldern empfiehlt A. Albhold.(11 und dergleichen. 178 Guten billig. Mittagstisch, im Abonnement zu 45 Pfg., Wirt Böhm, Zum Lahnthal“, Ein neuer, leichter Schlitten steht billig zu verkaufen bei 180 Großen⸗Buseck. 2 tücht. Rahmenmacher gesucht bei Restauration„Westendhalle“ empfiehlt ein vorzügliches Frühstück von 30 Pfg. an, Mittagstisch von 70 Pfg. an, Preisen, sowie ein vorzügliches Glas Bier aus der Brauerei Hildebrand⸗ Pfungstadt, per Glas 10 Pfg. 172 Zentesimalwaage, welche 30 Zentn, wiegt, billig abzugeben. Zu erfragen in der Exped. d. Ztg. 89 Granien- Hrn 3 6 Ludwigstrasse 6. nur 75 Pfg. F frei ins Haus. billigst. 1779 8* in Rechtssachen, Aus⸗ Ein schön möbliertes Zimmer N 1 Rat suchen, Reklamationen,„Zum Gambrinus“. Poppelsdorf, Hammstraße 12.* Neustadt 48 Kour. Stephan, Wagenfabrik, 177 Philipp Jacobi, Gießen. ferner Abendessen à la carte in verschiedenen Eine Dezimalwaage und eine neue Neslutrant und Cue 7 2 Eine Stube 77 immer, möbliert oder unmöblier, 2 mige Mitglieder gabelt, N Fundwirt Jakob ereins triumphjer It mit bn El Herdonung auseine Keiwegen aus dem! fellte der Prästben * Gi; U. Z 6. , S8“ aus Ae fund 17 1 käme, ei dacht lun l Au 1 85 Johltbz ee Zum dalatz le 1 Hinmer ken dach Pen wace di Uhren lest N zu dad dafl Slum welch dhres, unter beson zar weil ürsen 9 %, Lesuche e 8 182 Leut ah Kaullan male, Abend Aehanh ima se 1 oder g Paar 1