. Die an ord in“ entfandene N und 2 S ff 8 den, wurde mit schen friegsschffs agen und die ——— u—— le. Kauffmann 61 tehern in Malz. Klinil. Die Leiche t. Berleßel, geb. efrau von Lolomo⸗ Fulda. Starb in eiche wird in die imer, 62 Jahre Peter Eimer von det neuen Klinik. nat verbracht. Schleuning, 28 Aetweg 40. Die den 5, ds. Mis, dterbehause aus statt. — rburg, Verantw. Aeak⸗ Ottmann, beide in Gießen. —ä Glen er Arbeitgeber. 1 Waschfrau. 1 Kutscher,. 12 Dienstmädchen. ä fe äu- 1 WMagesvelt. 1— licht. 60 Mark/ — 0 65„, 18887 l er. glüh t„glich ie vorkzühalacht⸗ been e Gebglchne b U de ve lfüdine 0 en n 0 größer 4 en 10„ n und Sea 0 ichst 1 r e —— e e r r Ne rr —— Nr. Gießen, Mittwoch, den 6. Jannat Vest Pofiztg. Nr. 3239a Telephou⸗Nr. 112. Ausgabe aldeszei Gießen. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. 7 — Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfa, für die Ispaltige Petitzeile, 1 Expedition: 2 Kreuzplatz Nr. 4. Aus dem Verwaltungsbericht der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1895/96. III. Städtische Unterrichtsanstalten. Die Stadtknabenschule besuchten in 8 Klassen, von welchen 6 in je 2 Hälften geteilt und die 8. in 3 Abteilungen unterrichtet wurden: im Sommer 1895 795 Knaben gegen 772 0 Vor „Winter 1895/96 794„„ ei e Die Stadtmädchenschule besuchten in 8 Klassen, von welchen 7 in je 2 Hälften geteilt und die 8. in 3 Abteilungen unterrichtet wurden: im Sommer 1895 972 Mädchen gegen 950 „ Winter 1895/96 972 5 1 942 An geistig zurückgebliebenen, bezw. schwachsinnigen Kindern wurden 4 Knaben und 3 Mädchen besonders unterrichtet, ebenso ein besonderer Sprachunterricht für Stotterer und Stammler durch den Lehrer Backes abgehalten, mit im ganzen 55 Unterrichtsstunden; an dem Unterricht nahmen teil 17 Stotternde(14 Knaben und 3 Mädchen) und 14 Stammler(12 Knaben und 2 Mädchen); von den Stotternden können 6 als geheilt, die Uebrigen— mit Ausnahme eines Knaben— als wesentlich gebessert bezeichnet werden; die Stammelnden wurden— insoweit nicht fehlerhafte Bildung der Organe oder der Vorderzähne vorlag— insgesamt als geheilt entlassen. Im Lehrerpersonal der Volksschule sind die nachstehenden Aenderungen eingetreten: Schulverwalter Schlechtweg wurde definitiv angestellt und an Stelle des Schulverwalters Horn, welcher zu seiner weiteren Aus⸗ bildung die Universität bezogen hat, trat der Schulver⸗ walter Balder in Hungen. Zwecks Unterrichtung der 8(Anfangs⸗) Klassen beider Schulgruppen in je 3 Ab⸗ teilungen wurde eine weitere Lehrstelle errichtet und dem Schulverwalter Sames in Schlitz übertragen. Der Zuschuß aus der Stadtkasse zu den Kosten der Volksschule(ohne Knaben⸗ und Mädchenhort, Handfertigkeitsunterricht und Fortbildungsschule) beträgt im Berichtsjahr 81800 4 17 4, sonach für ein Schul⸗ kind 46 4 30(ohne Verzinsung und Tilgung der Baukapitalien). Der in 1893 errichtete Knabenhort war von durchschnittlich 52 Knaben besucht; durch Zuwendung weiterer Mittel aus der Wilson⸗Stiftung wurde die Gründung auch eines Mädchenhortes ermöglicht und der letztere selbst am 22. Juli 1895 eröffnet, nachdem dafür eine eigene Lehrerin in der Person des Fräulein Else Dörr von hier gewonnen war; der Mädchenhort war seitdem von durchschnittlich 53 Mädchen besucht. Von den Kosten beider Horte wurden die persönlichen mit 901& aus der Stadtkasse bestritten, während eine Zuwendung von 800„ aus der Wilson⸗Stiftung und ein wöchentliches Kostgeld von 20, für das Kind es ermöglichten, den Besuchern der Horte nachmittags ein 1 5(½. Schoppen warmer Milch mit einem Weck) zu bieten. Ein fakultativer Handfertigkeitsunterricht für Schüler aller Lehranstalten wurde im Winter 1895/96 in 3 Abteilungen abgehalten, und zwar in 1 Abteilung für Papparbeiten und in 2 Abteilungen für Kerbschnitz⸗ arbeiten; von den Besuchern der ersteren haben 12 der Volksschule und 4 dem Gymnasium angehört, von den⸗ jenigen der beiden letzteren 26 der Volksschule, 5 der Realschule und 2 dem Gymnasium.— Bei einer Schul⸗ geldeinnahme von 142/ erübrigte noch ein barer Zu⸗ schuß aus der Stadtkasse von 385, 97&. Lehrplan und Unterrichtszeit der obligatorischen Fort⸗ i. Vorj. bildungsschule sind im Winter 1895/96 dieselben geblieben wie im Vorjahr: der Unterricht erstreckte sich auf Lesen, Briefschreiben, Geschäftsaufsätze, bürgerliches und kaufmännisches Rechnen, Geometrie, einfache Buch—⸗ führung, Wechsellehre, Versicherungswesen und Verfassungs⸗ kunde. Die Schülerzahl betrug: 1. Gruppe: Kaufleute, Schreiber, Schrift⸗ setzer, Geometer, Buchbinder, Photographen, Sattler, Gärtner und Kellner in 3 Alters⸗ eee, 94 2. Gruppe: Bauhandwerker, desgleichen zu⸗ Ell 100 3. Gruppe: Alle anderen Berufsarten, desgl. Ce 8 92 Schwachbefähigte in 2 Klassen zusammen 80 insgesamt 366 Durch die Einrichtung eines zweimonatlichen Kurses aksbald nach Schluß des Schuljahres 1895/96 ist beab— sichtigt, auch den aus der Schule entlassenen Mädchen einen freiwilligen Haushaltungs unterricht zu teil werden zu lassen, in welchem neben dem einfachen Kochen insbesondere auch noch Weiß- und Maschinennähen und Bügeln gelehrt und damit namentlich solchen Mädchen Gelegenheit zur Erlernung der im späteren eigenen Hausstand nötigen praktischen Kenntnisse gegeben werden soll, welchen das Elternhaus diese Gelegenheit nicht bietet. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 5. Jan. Das Großherzogliche Rentamt Gießen erläßt eine Bekanntmachung, nach welcher die Ende Dezember 1896 fälligen Grummetgras- und Submissionsgelder, sowie die Handabgaben vom 4. Quartal 1896 nur noch bis zum 25. Januar 1897 ohne Kosten bezahlt werden können. Nach dieser Zeit wird das Beitreibungsver fahren ein— geleitet. * Gießen, 5. Januar. Der„Frkf. Ztg.“ zufolge soll am 1. April l. J. eine neue Organisation des hessischen Bauwesens ins Leben treten. Die Straßenbauämter gehen ein; die Staatsstraßen gehen in die Verwaltung der Kreise über, für jeden Kreis wird ein Bau⸗ inspektor bestellt, dessen Ressort die Kreis⸗ und Staatsstraßen, das Gemeindehochbauwesen und die Begutachtung der Baugesuche der Privaten unterstellt werden. Bisher wurden die Kreis— straßen durch Kreis-, die Staatsstraßen durch staatliche Beamten verwaltet. Die Hochbau- und Wasserbau-Aemter bleiben, wenn auch mit ver— minderter Kompetenz, fortbestehen. * Gießen, 5. Jan. Vor längerer Zeit be⸗ richtete der„Gießener Anzeiger“, daß der Vor— stand des Armen- und Krankenvereins beschlossen habe, das Schwesternhaus in der Moltkestraße zu erbauen. Richtig ist, daß dieser Beschluß mit großer Mehrheit gefaßt wurde, aber gleichzeitig wurde auf Wunsch des Vorsitzenden beschlossen, diesen Beschluß, als nicht definitiv gefaßt, zu be— trachten, weil noch Verhandlungen im Gange, deren Abschluß es eventuell ermögliche, das Schwesternhaus an günstigerer Stelle erstehen zu lassen. Gestern Abend war nun wieder der Vor— stand des Armen- und Krankenvereins zusammen um sich über den Platz schlüssig zu machen, auf Mächte der Finsternis. Roman von Helmuth Wolfhardt. (Nachdrudl verboten.) (Fortsetzung.) Soviel klare Besinnung hatte ich doch noch genug, um mir zu sagen, daß es nicht allzu nahe bei Rotb— haide geschehen dürfe, wo sie vielleicht sofort einen Verdacht auf mich werfen würden. Weiter und weiter wanderte ich am Bahndamm entlang, den ganzen Vormittag hindurch— immer nur darauf bedacht, mich vor den Augen der Menschen zu verbergen und eine geeignete Stelle für mein Vorhaben zu finden. Wenn mich die Füße nicht weiter tragen wollten, oder wenn mir der Mut entsank, so stärkte ich mich aufs Neue durch einen tüchtigen Schluck aus meiner Flasche, und da ich seit vierundzwanzig Stunden keinen Bissen fester Speise zu mir ge— nommen batte, so brannte mirs binter der Stirn und in allen Adern wie das höllische Feuer. Als ich am Nachmittag den Kirchturm von Ragosewo vor mir sah, meinte ich weit genug von Rothhaide entfernt zu sein. Ich warf mich an der Böschung des Bahndammes auf den erweichten Lehmboden nieder und wartete ab, bis die Dunkelheit vollends hereingebrochen war. Auch den Kurierzug ließ ich erst vorübersausen, und als dann der Bahnwärter die Strecke abgeschritten war, kroch ich vorsichtig hinauf und machte mich ans Werk. Ich vermag heute noch nicht zu begreifen, wie das Unglück hat so fürchterlich werden können; denn die Steine, welche ich in die Schienen einklemmte, waren nicht einmal sehr groß. Als ich fertig war, kehrte ich an meinen vorigen Platz zurück und fiel in einen tiefen Schlaf, aus dem mich erst das Schnauben und Rasseln des Zuges weckte. Gott ist mein Zeuge, daß mich in dem Augenblicke, als ich die Lichter der Lokomotive gegen mich herankommen sah, eine fürchterliche Reue packte. Ich wollte mich auf— raffen und vorwärts stürzen, um mit eigener Lebens— gefahr das Hindernis zu beseitigeu. Aber mein Kopf war schwer vom Rausche und meine Glieder versagten mir den Dienst. Ehe ich noch auf die Beine kam, war es schon geschehen, und bei dem Anblick des Schrecklichen, das sich da vor meinen Augen vollzog, dachte ich an nichts anderes mehr, als an die Flucht. Wie es mir in meinem Zu— stande möglich gewesen ist, nach Hause zu kommen, ohne daß ich unterwegs auch nur ein einziges Mal ausgeruht hätte, weiß ich nicht zu sagen. Nur ganz dunkel noch kann ich mich erinnern, daß ich überall Verfolger, hinter mir, neben mir, über mir in den Lüften sah, daß ich nicht wagte, mich hier in meinem Hause ins Bett zu legen, weil ich in jedem Winkel einen Polizeidiener versteckt glaubte— und daß ich endlich nahe daran war, meinen Bernhard mit dem Hammer niederzuschlagen, weil ich einen Spion in ihm vermutete, der mein schreckliches Ge— heimnis auskundschaften wolle. Zuletzt wurde es mir ganz unerträglich, die engen Wände um mich her und ein Dach über meinem Haupte zu haben. Ich stürzte hinaus, in die Stadt hinein— und was dann weiter mit mir geschehen ist, das müssen Sie sich von Anderen erzählen lassen, denn ich weiß von da an nichts mehr aus jenen Tagen.“ Er hatte nicht ohne Unterbrechung in fließendem Zusammenhange gesprochen, sondern die kraftlose den das Schwesternhaus erbaut werden soll. Die Angelegenheit wurde zwar eingehend be— sprochen, jedoch ein endgültiger Beschluß bis jetzt immer noch nicht gefaßt, weil eben Verhand— lungen wegen eines günstiger gelegenen Bau— platzes schweben. * Gießen, 4. Januar. In Sachen der Doppelbesteuerung hat der oberste Ver— waltungsgerichtshof in Darmstadt eine für hessische Städte sehr interessante Entscheidung gefällt. Ein in Mainz wohnender Kaufmann, der in Westphalen Miteigentümer einer Fabrik und auch deshalb in Westphalen zur Zahlung der üblichen Steuer herangezogen ist, wurde von der Stadt Mainz für das aus Westfalen be— zogene Einkommen nochmals kommunalsteuer— pflichtig gemacht, sodaß hier eine Doppelbe— steuerung vorlag. Gegen diese Besteuerung legte der Kaufmann Rekurs an den Kreisaus— schuß ein, der indeß die Beschwerde abwies, weil sich das Reichsgesetz über die Beseitigung der Doppelbesteuerung vom 13. Mai 1870 nicht auf die Gemeindesteuern beziehe und das hessische Kommunalsteuergesetz vom 13. Mai 1885 bezw. 24. September 1887 in Art. 2 gerade den Fall vorsehe, daß keine Verpflichtung zur Entrichtung von Staatssteuern, wohl aber von Gemeinde⸗ steuern bestehe. Gegen diese Entscheidung folgte abermals Rekurs an den Provinzialausschuß und dieser hob das erstinstanzliche Urteil auf und erklärte, daß die doppelte Besteue— rung des aus dem außerhessischen Gewerbe— betrieb fließenden Einkommens unzulässig sei. Der hiergegen von der Stadt Mainz an den obersten Verwaltungsgerichtshof eingelegte Rekurs wurde nunmehr in letzter Instanz verworfen. Der Gerichtshof erklärte, daß die landständigen Verhandlungen über das Kommunalsteuergesetz keinen Zweifel an der Richtigkeit des Urteils des Provinzialausschusses zuließen, zumal dieselbe auch durch ein Ausschreiben der Steuerabteilung des Finanzministeriums an die Steuerkom⸗ missariate bestätigt worden sei. * Gießen, 5. Januar. Die in Gießen in freundlicher Erinnerung stehenden Schlierseer haben an den Kaiserhofswirt eine Neujahrs⸗ Gratulation von Königsberg i. Pr. ge⸗ sendet und denselben beauftragt ihre besten Wünsche zum Jahreswechsel auch Freunden und Bekannten zu übermitteln. * Gießen, 5. Januar. Zehn Badegäste nehmen jetzt noch im Männerbad(in der Rübsamenschen⸗ und in der Bennerschen Bade— anstalt) täglich ein Bad, in den gegenwärtig gewiß recht kühlen Fluten der Lahn, ohne dabei etwa mit Pelz gefütterte Badehosen an⸗ zulegen. * Gießen, 5. Januar. Ein interessanter Zivilprozeß spielt sich seit Kurzem vor unserem Amtsgericht ab. Es dreht sich um die Frage: Muß Jemand in einem gemieteten Laden— lokale, in dem die Waren des Mieters infolge schlechter, oder nicht vorhandener Ventilation, oder infolge von im Boden vorhandener Feuch— tigkeit verderben, trotzdem den auf längere Jahre abgeschlossenen Mietsvertrag auswohnen?“ Die Klage ist vorerst erhoben auf ordnungs— mäßige Herstellung des Lokals, ohne den In— haber desselben in seinem Gewerbebetrieb zu be— lästigen.— Jedenfalls dürfte der Ausgang des Prozesses für denjenigen Teil, der denselben ver— liert, nicht sehr billig sein, da beide Parteien gewillt sind, den ganzen Instanzenzug mit ihrer Rechtssache zu passieren. * Nidda, 4. Jan. Die Neujahrsnacht ist, was das Schießen anbelangt, hier ziemlich still verlaufen; dagegen fehlte es an Lärm nicht. Auch grober Unfug wurde verübt. Einem israelitischen Handelsmann wurde ein Fenster eingeschlagen und in der Nähe ein Zaun einge⸗ rissen. Der Handelsmann, der darauf rechnete, daß die Uebelthäter, die sich nach der That sofort entfernt hatten, in kurzem wiederkommen würden, kleidete sich in der Stille an und legte sich auf die Lauer. Und richtig, nach kurzer Weile er⸗ schienen sie wieder, um den Unfug fortzusetzen. Da sprang der Handelsmann aus dem Fenster und erwischte die beiden Unruhestifter. Es ist nicht bekannt geworden, in welcher Sprache er sich mit ihnen unterhielt, sie soll aber sehr ein⸗ dringlich gewesen sein.(D. Z.) Darmstadt, 3. Januar. Die Kommission des Landesausschusses für Steuern, Zölle, Kredit und Verkehrswesen hat in Sachen der ge— mischten Transitlager für Getreide und der Mühlenkouti folgenden Beschluß gefaßt: „Die Kommission ist nach eingehender Verhand— lung des Gegenstandes der Ansicht, daß nach in Krafttretung des Gesetzes vom 14. April 1894 über die Aufhebung des Indentitätsnach⸗ weises die Einrichtung der gemischten Transit⸗ lager und der Mühlenkonti vollständig entbehr⸗ lich geworden sind. Während einerseits die sonstigen Lagerberechtigungen(Privatlager), so— wie das jetzige Einfuhrscheinsystem für die Be⸗ dürfnisse unseres Getreidehandels durchaus ge— nügen, würde ein Fortbestehen der gemischten Transitlager und Mühlenkonti für die Landwirt⸗ schaft mit großem Nachteil verbunden sein.“ * Mainz, 3. Januar. Ueber den bereits gemeldeten Mordversuch kann ich mitteilen: Das des Mordversuchs angeklagte Mädchen ist die 19jährige Christine Kraus, eine ganz nette Erscheinung, die trotz ihres jugendlichen Alters schon einige Männerherzen geknickt haben soll. Der junge Mann, dem ihre Kugel galt, ist der 24jährige Metzgerssohn Jean Spenkuch. Beide hatten längere Zeit ein Verhältnis, das zwar die Eltern des Mädchens billigten, das aber die Mutter des jungen Mannes um jeden Preis zu verhindern suchte Den Wünschen der Mutter nachgebend, wollte sich der junge Mann zurück⸗ ziehen; bei seinem letzten Besuche schloß das Mädchen die Thüre ab und feuerte einen mit 6 Schuß geladenen Revolver auf den jungen Mann ab. Dieser entwand ihr nach dem ersten Schuß die Waffe und eilte tapfer davon; nachdem er sich die Sache zwei Tage überlegt hatte, machte er Anzeige von dem Vorfall. Gestern Abend Stimme hatte ihm trotz der äußersten Anstrengung oftmals versagt, und es hatte wiederholt ganz den Anschein gehabt, als solle er seine Beichte überhaupt nimmermehr zu Ende bringen. Trotzdem hatte die Kraft des Willens über die Schwäche des hin— sterbenden Körpers den Sieg davon getragen, bis auch hier die Grenze erreicht war, die allem irdischen Vermögen gesteckt ist. Rodewald hatte den größten Teil der Erzählung angehört, ohne den Redenden anzusehen. Er hatte den Ellenbogen auf das Knie gestützt und das Gesicht in den Händen verborgen, so daß Milows bereits halb umflorte Augen nur seine ehrwürdigen, schneeweißen Haare sahen. Als jetzt das letzte Wort des fürchterlichen Be— kenntnisses leise und undeutlich wie ein verwehender Hauch verklungen war, trat eine lange tiefe Stille in dem kleinen Krankenzimmer ein. Mit eiserner Euergie suchte Rodewald den wilden Aufruhr nieder— zuhalten, der in seinem Innern tobte und der sich ungestüm in einem heftigen Ausbruche zu befreien drängte. Vielleicht wäre ihm dies auch gelungen, wenn er nicht plötzlich abermals die Berührung der kalten, knöchernen Finger an seiner Hand gefühlt und eine hohle Stimme vernommen hätte, der es deutlich anzuhören war, daß sie mit dem letzten Atem einer menschlichen Brust hervorgebracht wurde: „Jetzt, da Sie Alles wissen, wollen Sie mir verzeihen?“ Rodewald hatte sich Gewalt angethan und das Bekenntnis des Sterbenden ruhig angehört; der — gewähren, war ihm unmöglich. Er sprang plötzlich so heftig empor, daß der Stuhl polternd umstürzte, schleuderte die Hand, die sich verlangend nach ihm ausgestreckt hatte, voll Abscheu von sich wie ein giftiges Gewürm und rief, daß es von den Wänden des Zimmers wiederhallte: „Nein, nein und hundertmal nein! Ich habe für Dich nichts als den Wunsch, daß Dir vor dem Richterstuhle Gottes die Strafe zu Teil werde, der Du Dich hier auf Erden feige entzogen hast. Ich—4 Er beendete die Verwünschung nicht, welche er hatte aussprechen wollen, denn er erkannte, daß sie das Ohr desjenigen nicht mehr erreichen würde, für den sie bestimmt war. Zwar waren die weit— geöffneten Augen des Packmeisters noch immer auf ihn gerichtet; aber der Ausdruck des Schreckens, der Verzeiflung, der Todesangst war aus ihnen verschwunden. Verglast und unbeweglich starrten sie ihn an, und es war, als zöge sich ein feiner Riß mitten über sie hinweg. Der Urheber der Katastrophe von Ragosewo stand vor seinem Richter!— Als der Sanitätsrat eine Viertelstunde später eintrat, meinte er mit einem flüchtigen Blick, auf das Bett: „Gott sei Dank!— Es ist, wie ich's erwartet hatte. Der Arme hat überwunden!“ (Ferisevung folgt.) Bitte desselben aber zu willfahren, Verzeihung zu wurde das Mädchen nach einem langen Verhör verhaftet. Wetzlar, 4. Januar.(Strafkammersitzung.) Unter großem Andrange des Publikums, besonders der Berg⸗ und Hüttenarbeiter, wurde heute gegen den Schacht⸗ meister Karl Müller von Nauborn und den Bau⸗ unternehmer Heinrich Neuhof von Wetzlar wegen fahrlässiger Tötung verhandelt. Der Anklage liegt fol⸗ gender Thatbestand zugrunde: Am 20. November v. J. wurden bei dem Laden des Sandes der an der Sophien⸗ hütte gelegenen Schlackenhalde vier Arbeiter ver⸗ schüttet, von denen drei ihr Leben einbüßten. Wie die näheren Untersuchungen ergaben, ist dieses Unglück lediglich durch die Nachlässigkeit der beiden Angeklagten herbei⸗ geführt worden, da diese nicht die nötigen Vorschrifts⸗ maßregeln zur Verhütung von Unfällen getroffen hatten. Der Angeklagte Neuhof erklärt, im September v. J. sei ihm die fragliche Arbeit von der kgl. Eisenbahndirektion übertragen worden, er hätte die übrige Ausführung seinem verantwortlichen Schachtmeister Müller überlassen, während er nur wenig anwesend gewesen sei. Ferner erklärt Neuhof, noch zwei Tage vorher dem Mitangeschuldigten anbefohlen zu haben, er solle ja vorsichtig bei dem Ver⸗ laden umgehen und durchaus nicht an der Sohle des Schachtes arbeiten lassen. Der Angeklagte Müller schildert sodann den Vorfall und erklärt weiter, er habe keine selbständige Stellung bekleidet, sondern Neuhof habe die Oberaufsicht über ihn geführt. Derselbe habe auch öfter gesehen, daß unten gearbeitet worden sei. Ferner fügt der Angeklagte hinzu, die Arbeit sei in der Mitte der Halde, die eine Böschung von ungefähr 45“ gehabt habe, begonnen worden. Gefahr habe er niemals bemerkt. Auch seien ihm keine Risse sichtbar geworden, bis an dem fraglichen Tag, woselbst er oben einen solchen von Finger⸗ breite bemerkt habe und auch hierauf von dem Arbeiter Röhrig aufmerksam gemacht worden sei. Es seien un⸗ gefähr 40 Mann in dem Schacht beschäftigt gewesen.— Kaspar Müller von Wetzlar, welcher am fraglichen Tage dort mit Verladen von Sand beschäftigt war, hat vor dem Vorfall einen Riß in der Wand bemerkt, welcher sich von oben bis unten hinzog; er habe sich gleich nichts Gutes vorgestellt. Weiter erklärt der Zeuge, der Arbeiter Eccarius habe am Mittag einen Schuß gelegt und, nach⸗ dem die Masse losgelöst worden sei, hätten sie mit dem Verladen begonnen, welche Arbeit jedoch durch den nach 5 bis 6 Minuten stattgehabten Sturz der Masse, die sich von der Höhe der ganzen Wand losgelöst und die Arbeiter verschüttet, unterbrochen worden sei. Aufseher Müller habe während des Vorfalls sein Mittagessen verzehrt. Auf Befragen bekundet der Zeuge, daß während der Abwesen⸗ heit des Anfsehers keine Aufsicht gewaltet habe.— Berg⸗ mann Hofmann von Niedergirmes sagt aus, seiner Ansicht nach sei von Anfang an die Arbeit nicht vor⸗ schriftsmäßig gehandhabt worden, indem die Wand bis zur Manneshöhe zwei Meter tief unterminiert worden sei. Die unterminierte Stelle sei jedoch nicht gestützt worden.— Zeuge Konrad Röhrig wlll nicht gesehen haben, daß die Unfallstelle unterminiert war, er kann sich jedoch noch erinnern, daß Neuhof die Arbeiter einmal gewarnt hat, sich in Acht zu nehmea.— Der Arbeiter Grünewald von Wetzlar, welcher auch mit verunglückte, jedoch noch rechtzeitig ausgegraben wurde, bekundet, es sei nur von oben herunter gearbeitet worden. Auf seinen Eid aufmerksam gemacht, erklärt der Zeuge weiter, er habe ungefähr einen Meter über der Sohle gearbeitet, als die Gesteinmasse abgestürzt, ihn zurückgeschleudert und bis zum Halse begraben hatte. Neuhof habe die Arbeiter aufs strengste gewarnt, unten zu arbeiten. Am 20. Nov. mittags habe schon die Sache gefährlich ausgesehen, da sich ein fingerdicker Riß durch die ganze Wand gezogen habe und die losgelöste Masse ungefähr einen Meter vreit gewesen sei; er habe Müller auch hiervon in Kenntnis gesetzt, der ihm jedoch erwidert hätte, es sei nicht so schlimm.— Zeuge Heinrich Vogel III von Alten⸗ stedten hat den Riß schon einige Tage vorher gesehen und auch den Schachtmeister Müller, sowie einen Fuhrmann davon unterrichtet. Auch hat der Zeuge wahrgenommen, daß sowohl oben als auch unten gearbeitet wurde.— Der Arbeiter Friedrich Nagel von Klein⸗Altenstädten erklärt, er sei auch an der fraglichen Stelle beschäftigt gewesen. Seiner Ansicht nach war dort sehr gefährlich zu arbeiten, da unterminiert gewesen sei. Während er noch zu einem Kollegen gesagt habe, hier sei es gefährlich, wäre die ganze Masse von oben herabgestürzt. Müller habe oft geschimpft, wenn durch die nachrutschende Masse das Geleise gesperrt gewesen sei. Niemand hätte sich aber erlaubt, ihm etwas zu erwidern, da man sonst seiner Entlassung gewärtig gewesen sei. Zeuge glaubt be⸗ stimmt, daß das Unglück durch das Unterminieren her⸗ beigeführt wurde. Dem Arbeiter Röhrig soll früher schon einmal ein ähnliches Unglück an dieser Stelle vorgekommen sein, was von diesen bestätigt wird. Nagel erklärt weiter, daß vor dem Unfall keine Unfallverhütungsvor⸗ schriften ausgehängt hätten. Neuhof habe ganz sicher gesehen, daß die Wand unterminiert gewesen sei.— Zeuge Wilhelm Protextor von Gleiberg erklärt, die Ar⸗ beiter seien stets auf die Vorschriftsmaßregeln aufmerksam gemacht worden, er wisse mit Bestimmtheit, daß die Stelle nicht unterminiert gewesen sei, er sei noch am Morgen des fraglichen Tages an der Unglücksstelle vorbeigekommen und habe nichts bemerkt.— Arbeiter Mandler von Wiesmar will einmal unten gearbeitet haben, worauf ihn Neuhof nach oben geschickt und ihm verboten habe, unten zu arbeiten.— Fuhrmann Bernhardt von Wetzlar, sowie Bruchmeister Zahner, wollen nichts von der Unterminierung gesehen haben.— Direktor Nord⸗ mayer stellt Müller das beste Zeugnis aus. Von Neu⸗ hof, den er nur persönlich kennt, weiß er nichts Beson⸗ deres zu berichten.— Auf Antrag des Staatsanwalts werden die Aussageu des Zeugen Protextor protokolliert. Hierauf beantragt der Staatsanwalt Haftbefehl gegen diesen Zeugen, wegen dringenden Verdachtes des wissent⸗ lichen Meiueids, zu erlassen, welchem Antrag nicht statt⸗ gegeben wird. Um ½2 Uhr wird die Verhandlung bis Nachmittags 3 Uhr ausgesetzt. Nach der Unterbrechung der Verhandlung erließ der Staatsanwalt Haft⸗ befehl gegen Protextor, welcher vor dem Gerichts⸗ gebäude in Empfang genommen und geschlossen nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht wurde. Um 3 Uhr wurde die Verhandlung fortgesetzt.— Zeuge Heinrich Hedderich von Wetzlar erklärt, von Seiten des Auf⸗ sehers Müller sei ihm der Auftrag erteilt worden, die gefährlichen Stellen wegzuschaffen. Vor dem Unglücksfall seien schon eine Menge Schlacken abgestürzt.— Die Zeugen Birk von Nauheim, Hammer und Kahn von Herrmannstein, wollen von Neuhof auf die Vorschriften aufmerksam gemacht worden sein.— Zeuge August Daußmann von Wetzlar bekundet, es sei sicher, daß der fragliche Plock, der wohl etwas vorgestanden zum Abschießen bestimmt gewesen sei. Der Sßhieß⸗ meister habe ihn bestimmt, die Schicht auszuhöhlen. Sachverständiger Obersteiger Ketter sagt aus, bei Stein⸗ brüchen könnte man bis auf einen Winkel von 45 ⁰ löschen. Die senkrechte Abböschung sei im Fragefalle nicht zulässig, da gewöhnlich bei solchen Schichten Luftrisse entstehen würden.— Regierungsrat Kiehl erklärt, die Polizei habe, wie dies gesetzlich erforderlich sei, keine Kenntnis von dem fraglichen Betriebe erhalten, sonst wären] die J nötigen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Die ganze Art des Baues sei eine für die Arbeiter ge⸗ fährliche gewesen. Das Unternehmen sei nur bei Aus⸗ nahmefällen gestattet, jedoch müsse hierzu erst die Erlaubnis erteilt sein.— Nachdem noch einige Sachverständige ver⸗ nommen sind, beantragt der Staatsanwalt gegen jeden der Angeklagten ein Jahr Gefängnis. Das Gericht erkannte nach halbstündiger Beratung auf je neun Monate Gefängnis. Neuhof, welcher sich seither noch auf freiem Fuße befand, wurde sofort in Haft genommen. Vermischtes. — Zigeuner und Prinzessin. des belgischen Prinzen Chimay, eine hübsche reiche Amerikanerin, ist mit einem in Paris mustzierenden ungarischen Zigeuner Janos Rigo durchgegangen. Der Prinz läßt sich von seiner Gemahlin und der ebenfalls verheiratete Zigeuner von seiner Frau scheiden. Prin⸗ zessin und Zigeuner wollen ein eheliches Paar werden. Von dem Zigeuner, dem die Prinzessin ihre Stellung und ihr Vermögen opfert, entwirft der Pariser„Figaro“ fol⸗ gende Schilderung: Es ist ein großer, magerer, ungefähr 35jähriger Mann mit einem struppigen Schnurrbart und von unbedeutendem Aussehen. Mit seinem glatt anliegen⸗ den, von Pomade glänzenden und in der Mitte abge⸗ teilten Haar macht er den Eindruck eines Friseurgehilfen. Sein Gesicht weist markante Blatterspuren auf. Der Verführer ist also nichts weniger als ein Adonis, sein Zaubermittel war also gewiß das Violinspiel, seine Geige. Das jüngste Kapitel dieses absonderlichen Liebesromans skizziert eine Depesche aus Budapest, welche besagt: Die ihrem Manne durchgebrannte Herzogin Chimay verbrachte die Weihnachtsfeiertage in der Hütte der Eltern ihres Ge⸗ liebten, des Zigeunerprimas Jancsi. — Ein Wilderer⸗Wagestück. Aus Aussee wird der„N. Fr. Pr.“ berichtet: Fürstlich Kinskische Jäger stießen mit Wilderern, die eben einen Gemsbock er⸗ legt hatten, an der Grenze der fürstlich Hohenloheschen Jagd auf dem Grat der Triffelwand zusammen. Die Wilderer, denen die Flucht versperrt war, fuhren über die steile Felswand ab. Ciner, dessen Blutspuren man bis Ober⸗Tressen verfolgen konnte, scheint entkommen zu sein; der andere flog über die hohe Wand hinunter, und seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtperordneten— Versammlung, Donnerstag, 7. Januar 1897, nachm. 3½ Uhr. Die Gattin 1. Vorlage der Rechnung der Stadt Gießen pro 1895/96 und Erstattung des Verwaltungsberichtes. 2. Erläuterung der Revisionsbemerkungen zur Rech⸗ nung der Stadt Gießen pro 1894/95. 3. Die Erhebung der evangelischen Lokalkirchenste uer. 4. Gesuch des Heinrich Benner II dahier um pacht⸗ weise Ueberlassung einer städtischen Wiese an der Lahn für die Zwecke seiner Badeanstalt. 5. Umbau des früher Matteißschen Hauses in der Frankfurterstraße; hier: Austausch von Gelände. 6. Das Gerätemagazin auf Oswalds Garten; hier: Errichtung einer Wohnung in demselben. 7. Gesuch des Ausschusses für Errichtung eines Kriegerdenkmals um Ueberlassung des Marktplatzes für das Denkmal. A N Neueste Telegramme. Hd. Wien, 5. Januar. Wie das„Neue Wiener Journal“ unter Reserve mitteilt, soll schon in den nächsten Tagen eine kaiserliche Kabinettsordre erscheinen, durch welche die Kronprinzessin-WitweeErzherzogin Stephanie mit der repräsentativen Vertretung der Kaiserin betraut wird. Hd. Triest, 5. Jan. La Sora meldet aus Rom, daß die griechische Regierung die Be⸗ stellung von 100,000 Gewehren bei der italienischen Waffenfabrik rückgängig gemacht habe, weil die österreichische Waffen⸗ fabrik ein besseres Angebot eingereicht habe, das acceptiert wurde. Hd. Paris, 5. Jan. Aus Tou⸗ louse wird telegraphiert, daß ein Protest der Delegierten Senats wähler gegen die bei den Wahlen vor gekommenen Unregelmäßig⸗ keiten an den Präsidenten des Senats gerichtet werden wird. Bekanntlich sind zu Toulouse Constans und Hebrard unterlegen. 0 Hd. Paris, 5. Jan. Ein Lieutenant des 12. Alpen-⸗ Regiments stürzte während eines Auszuges in eine 150 Meter tiefe Schlucht. Seine Leiche wurde nach Annecy gebracht. Hd. Paris, 5. Jan. Im ofsiziösen Marine⸗Archiv werden aber U r luste der französischen Armee a uf Madagaskar folgende Zahlen veröffentlicht: Von 22 850 Mann sind 7498 gestorben. Von den Genietruppen wurden zwei Drittel weggerafft. Von den 8000 Kabylen erlagen 3000. Hd. Rom, 5. Januar. Der Papst ist seit zwei Tagen erkrankt. Seine Umgebung soll ernste Besorgnisse hegen. Hd. New York, 5. Januar. In Illinois herrscht ein starker Orkan. Die Mehrzahl der Brück ein wurde von den ausgetretenen Wasser⸗ läufen fortgerissen. Die Ein ⸗ wohner aus der Ebene fliehen uach dem Gebirge. Der Eisen⸗ bahn verkehr ist unterbrochen. Der Schaden ist ungeheuer. Marktpreise. Gießen, den 5. Januar. Auf dem heutigen Vo henmarkte kostete: Butter ver Pfd. 80— 95, Hühner⸗ eier 1 St. 7—8, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 50—60 Pfg., Hühner p. St. 90— 1,00, Hahnen 60—- 100, Enten 1,50— 1,70, Gänse per Pfund 50-60, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh- und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56—66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 50— 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50— 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen — Verdingung von Wagner⸗ Holzversteigerun und Schmiedearbeit. W teig 9 Gießener Stadtwald. Die Anfertigung und Lieferung eines vierrädrigen gedeckten Kehrichtwagens, eines vierrädrigen gedeckten Schlamm— karrens und dreier Handkarren soll Donnerstag, den 1A. d. M., vormittags 11½½ Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeits- beschreibung und Bedingungen liegen bei uns während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote, auf bei uns erhältlichem Vordruck, sind bis zum ge— nannten Termin verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzu— reichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. Januar 1897. Das Stadtbauamt. Schmandt. Nutzholz⸗Verkauf. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 4—5 km von Gießen entfernt und an chaussierte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende, zu Scheit-, Schwellen-, Bau- und Grubenholz pp. geeignete Eichenstammholz submissionsweise ver— geben werden: Schnitt- und Bau- und Distrikt. Schwellenbolz Grubenbolz Stck. fm Stck km Stadt ald 7 117 126,74——— 5 e 1 52 25 18,68 38 16, 15 1 61b 55 35,98 159 59,55 5 76 122 85,85 590 228,67 Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 Tagen nach Genehmigung wird sechs monatlicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis zum 15. Mai 1897 fesigesetzt. Die Offerten sind bis zum 15. Ja⸗ nuar 1897, vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, wo— selbst die Eröffnung stattfindet. Die Gebote können für das Schnitt— und Schwellenholz. sowie andererseits für das Bau- und Grubenholz im Ganzen und auch abteilungsweise ein— gelegt werden. Nähere Auskunft erteilen die unter— zeichnete Stelle und die Forstwarte Brück zu Gießen und Brück zu Rödgen. Gießen, den 19. Dezember 1896 Großh Hess. Bürmgermeisterei Gießen. Gnauth. Montag, den 11. Januar 1897, vor⸗ mittags 9% Uhr beginnend, sollen im Fernewald in den Distrikten Schültzen⸗ acker und Lengfeld versteigert werden: 22 Stück Eichenstämme mit 4,11 fm, 1„ Kirschenstamm„ 0,62— 265„ Fichten und Kiefernstämme mit 107,85 fm, 307„ Fichtenstangen m. 30,09 fm, 41 rm Buchenscheitholz, 6„Eichen⸗ 1 2„ Viren-„ 2„ Aspen⸗ 1 20„Nadel⸗ 5 28„Buchenknüppelbholz, 8„Eichen-„ 83„Nadel- 1 15„ Buchenstockbolz, 62„Nadel-* 4520 Wellen Buchenreisig, 4130 made Die Zusammenkunft ist auf den Steinbacher— straße am Pflanzgarxten. Gießen, den 4 Januar 1897 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnautb. Holz⸗Versteigerung. Mittwoch, den 13. Jauuar werden aus dem Distrikt Buchenberg 57 versteigert: 112 Kiefserustämme von 22 bis 45 em Durchmesser, 5 bis 14 m Länge mit 81,32 fm; hiervon mehrere Stämme zu Schnittholz geeignet Eichen: 2 rm Knüppel, 50 Wellen und 3 rm Stöcke. Nadelholz: 68 rm Knüppel, 1420 Wellen, 38 xm Stöcke. Zusammenkunft morgens 9½ Uhr auf dem Watzenborner Weg bei dem Bihnwärterhaus. Nähere Auskunft erteilt Großh. Forstwart Schlag zu Baumgarten Gießen, den 2. Jannar 1897. Großh. Oberförsterei Schiffenberg Heyer. Wohne jetzt Sonnenstr. 32 Verkaufe: Burschenauzüge von 9.50 an, Knabenanzüge 1 8. Selbstangef. Ueberzieher 20.— Anzüge„ 24.—„ Hosen 9„ Im Rock- u. Hemden⸗Flauell zu Mk. 1.— sowie sonstige Artikek zu billigen Preisen. 1531 A. Giehl. Gasthaus zum Russischen Hof. Empfehle außer prima Bier der Brauerei Essighaus, Frankfurt a. M., guten Mittagstiseh, auch im Abonnement. Daselbst sind auch 2 Zimmer, möbliert oder unmöbliert, zu vermieten, sowie ein Vereinslokal abzugeben. Achtungsvoll Jos. Stahl. Klim. Kurort Schömberg bei Neuenbürg im Württem bergischen Schwarzwald. Heilanstalt für 28 Lungenkranke. Sommer- u. Winterkur. Beste Restauration Mühleissen. Feine Biere. Brandgasse 3 Warmes Frühstück. Vorzigl. Mittagessen von 60 Pfg. und böher. Relenh iltige Abendplatten. Verpflegung. Mäßige Preise. Leit. Arzt: Dr. Baudach. Prosp. frei durch d. Direktion. Bürgerlschen Mitkagslisch im Rebstock. Westanlage. 1824 1519 960%%%%%% 0%% zee, Gasglühlicht 75 Pfg. Von heute an ist der Preis der von mir geführten Glühstrümpfchen, die auf jedes Brennersystem passen, nur 73 Pfg. frei ins Ilaus. Komplette Brenner, bestehend aus Brenner, Glüh⸗ strumpf und Cylinder nur 3 Mk. 70 Pfg. Ebenso empfehle Blacker, Glocken, Schirme, Cylinder u. s. w. billigst. A. Gretscher. Neustadt 78. 8...... 779 W. Teitge Sonnenstraßze 3 8 empfiehlt: Ia. Laudbutter, à Pfd. Mk. 1.10, la. Westf. Schinken, à Pfd. im Ausschnitt Mk. 1.20, Ia. Bauernschinken, gut geräuchert, a Pfd. Mk. 1.20, Ia. Dörrfleisch, à Pfd. 90 Pfg., Ia. Limburgerkäse, à Pfd. 45 Pfg., (Algäuer Ware), a la. Frankfurter Würstchen, Paar 25 Pfg., Ia. Rawitscher Würstchen, Paar 15 Pfg., Ia. Italiener Eier, von 6 dis 8 Pfg. das Stück, Ia. Kieler Sprotten, à Pfd. Mk. 1.—, Ia. Harzerkäse, 3 Stck. 12 Pfg., f Ia. Bauernkäse, . das Stück von 6 bis 7 Pfg. 1584 Prima Edamer Käse, Pfund 1 Mk., la. Schweizerkäse, Pfund 85 Pfg., 9 Stadt. Arbeitsnachweis, Gießen. Angebot der Arbeitnehmer. Guter, billiger Mittagstisch 1 Bäcker, a in und außer Abonnement 1842 3 Taglöhner, bei J. F. Sorger,„Deutscher Hof.“. 4 Laufmädchen, Ein schön möbliertes Zimmer mit 1 Kutscher, Kabinet zu vermieten. 1658, 7 Dienstmädchen, 1 Komptoirist Grüunbergerstraße 34, part. Ein möbliertes Zimmer zu vermieten. 1684 Nenenweg 17. immer, möbliert oder unmöbliert, zu vermieten. Schneider, Steinstraße 63. 1442 Gartenstraße 2. 2 Schreiner, 1 Schreiner, 1 Waschfrau. Schweizer, 2 Pferdeknechte, 1 Kutscher, 1 Schweizer, Hausbursche, 1 3 Pferdeknechte, 1 1 Köchin, Nachfrage der Arbeitgeber. 12 Dienstmädchen Nürnberger Ochsenmaulsalat, Pfund 50 Pfg., Aal in Gelee und prima Brathäringe. G e Id auf erststellige Hypotheken besorgt 529% H. C. Werner, Eichgärten 10. Prima Sauerkraut, grüne Bohnen Klavierunterricht Fräulein Anna Immel, Bahnhofstraße 58, III. ö 1235 n- und Verkauf age empfiehlt 1773 agener 6. 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