e. oll, 14 8 beg Ne. Jun U 1 Lei -Pfungsa) vorzüglich „70 Pfg. 0 ende Erinnerung, U Hehner. 1 der erke lührung un leren Marke übe der Preislen 20. 5 . A Kinde Wuaglh ligsten b feinstel lusstattung ein nne sen 2. 1 5 bernch⸗ A Aal n amel fich Nr. 127 Gießen, Donnerstag, den 3. Juni Postztg. Nr. 3319. Telephonu⸗Nr. 112. hessische Landes usgabe Gießen. Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 5 8 Aus dem Jahresbericht der hessisehen Fabrikinspektoren. 1. Gießen, 2. Juni 1897. Am meisten dürfte unsere Leser wohl das an dem Fabrikinspektor über Gießen und e Zigarrenindustrie Gesagte interessieren. berr Baentsch berichtet darüber: lleber die Veränderungen, welche die ober— ssische Zigarrenindustrie im Berichtsjahr er⸗ hren hat, bei der hauptsächlich weibliche beitskräfte Verwendung finden, giebt nach— hende Uebersicht Aufschluß. a 8 Mäynl. Arbeiter.] Arbeiterinnen: Näbljabr.] Fabriken. 7 8 e erwachs. jugendlerwachs. jugendl. 1896 39 595 86 1661 233 1895 34 561 60 1525 241 1894 33 513 73 1405 184 1892 36 487 45 1341 194 1890 32 514 77 1187 237 1888 30 504 52 1079 162 Es hat hiernach in dem abgelaufenen Jahr ne starke Vermehrung der Arbeiter in dieser bdustrie wiederum stattgefunden, und sind es zuptsächlich Arbeiterinnen, welche zur Ein⸗ allung gekommen sind. Die im vorjährigen bericht gemachte Unterscheidung zwischen Stadt hießen und Umgebung von Gießen sei auch hier nieder ergänzt. Stadt Gießen. a Männl. Arbeiter:] Arbeiterinnen: Jäbljahr. ffabriken 25 IU erwachf jugendl, erwachs. jugendl. 1896 18 379 46 741 96 1895 14 369 24 619 84 1894 16 379 40 648 86 1892 15 331 26 672 88 1890 15 364 40 637 98 1888 15 364 30 582 77 Umgebung von Gießen. N. Männl. Arbeiter:] Arbeiterinnnen: hljahr.] Fabriken 3—— erwachs. jugendl. Lerwachs. jugendl. 1896 21 216 40 920 137 1895 20 185 36 906 157 1894 17 134 33 7157 98 1892 21¹ 156 19 669 106 1890 17 150 37 550 139 1888 15 140 22 497 85 ö Wenn auch eine Vermehrung um 4 Fabriken verzeichnen ist, so sei hier erwähnt, daß drei um diesen nur klein, in den Anfängen begriffene detriebe sind und nur eine größere Fabrik ent⸗ anden ist. Eine größere, leistungsfähige Fabrik wieder auf dem Lande erbaut worden und at eine Zunahme der Arbeiterschaft herbei— führt. Es ist also der im vorjährigen Bericht näher surgelegte Entwickelungsprozeß, nämlich des lebergangs der Zigarrenindustrie aus „r Stadt auf das flache Land, den lebeitskräften nachgehend, in stetiger Zu⸗ uh me begriffen. Auch haben sich mittlerweile ige aus kleinen Anfängen, durch Hausindu⸗ tie hervorgegangene Betriebe zu Fabrikbetrieben itwickelt. Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen i 10 Pig Fg 1 Lokales un * Gießen, 2. Juni. Der dritte Arzt an der Landes⸗Irrenanstalt Oberarzt Dr. Heinrich Kratz ist zum zweiten Arzt und der Assistenz— arzt Dr. Ludwig Römheld zum dritten Arzt an der Landes-Irrenanstalt in Heppenheim er— nannt. „Gießen, 2. Juni. Dem Pfarrer Otto Fischer zu Schlitz ist die evangelische Pfarr— stelle zu Goddelau, Dekanat Eberstadt, über— tragen. * Gießen, 2. Juni. Der Preiskorso am Sonntag ist auf Veranlassung des photographischen Verlags von H. Noll, Marktplatz, in einzelnen Gruppen photographisch aufgenommen. Vorzüg— liche Aufnahmen sind erzielt von den Vereinen Darmstadt, Butzbach, Bad Nauheim, Lauterbach und„Wanderer“-Gießen. * Gießen, 2. Juni. Während des Rad⸗ fahrerfestes sind auf dem Festplatz 125 Hekto⸗ liter Bier verzapft, 1180 Flaschen Selters wasser wurden geleert. 1800 Paar Wiener Würstchen waren vom Wirtsausschuß beim Metzgermeister A. Möhl, Bahnhofstraße, bestellt und nicht ein Paar blieb davon übrig. Auf der Terrasse war am Sonntag Abend schon frühzeitig die warme Küche ausverkauft. Zwei Zentuer Fleisch waren verbraten worden. Ohne die Brötchen hat der Wirt 200 Brote verschnitten. Auch die Menge der als Beleg verkonsumierten Wurst und des Schinkens ist eine sehr ansehnliche. * Gießen, 2. Juni. Der Scheinwerfer, den Herr Bichler nur leihweise für das Fest sich verschafft hatte, wird auch für die Folge von der Hardt seine Strahlen in die Umgegend werfen. Trotz des Preises von 1600*. hat der Besitzer des Etablissements sich entschlossen, den Schein— werfer als Eigentum zu erwerben, um mittels desselben den Weg von der Stadt bis zur Straße nach der Terrasse mit Licht versehen zu können. * Gießen, 2. Juni.(Strafkammer.) Gestern verhandelte die Strafkammer hinter ver⸗ schlossenen Thüren in mehrstündiger Sitzung gegen den 50 Jahre alten Landwirt Joh. Schön⸗ holz von Billertshausen. Derselbe war der Blutschande an seinen eigenen 9 und 11 Jahre alten Mädchen beschuldigt. Zur Verhandlung waren als Sachverständige die Professoren Som⸗ mer, Bose und Fuhr geladen. Der Staatsan⸗ walt beantragte wegen mangelnden Beweises die Freisprechung, auf welche das Gericht erkannte. „Gießen, 2. Juni.(Besitzwechsel.) Der „Wiener Hof“ wurde heute für 90 000% zum Zwecke der Erbauung des evangelischen Schwesternhauses von dem seitherigen Be⸗ sitzer verkauft. * Lollar, 2. Juni. Die neue Haltestelle Wißmar der Wetzlar⸗Lollarer Bahn ist gestern eröffnet worden. * Rödgen, 2. Juni. Am 1. Juli d. J. wird die hiesige Haltestelle eröffnet. Die⸗ selbe dient nur für Personenverkehr. Direkte Fahrkarten über Gießen und Fulda hinaus werden vorerst nicht verausgabt. * Neu- Ulrichstein, 1. Juni. In der Ar⸗ beiterkolonie befinden sich soeben 52 Stellen-, bezw. Arbeitslose, davon aus dem Großherzog— tum 8, aus den Reg.⸗Bez. Kassel und Wiesbaden Provinzielles. Tage nach Sonn- und Feiertagen. „für die Ispaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 10, bezw. 5. Arbeiter waren unter der Gesamt⸗ zahl 23, ferner von anderen Berufsarten je 3 Kaufleute und Kellner, je 2 Anstreicher, Bäcker, Former, Küfer, Schlosser, Schneider, Tüncher, je 1 Konditor, Drechsler, Gärtner, Kupferschmied, Spengler, Landwirt, Schuhmacher, Schreiner, Schreiber. An 1372 Tagen wurde gearbeitet; an 1638 Tagen verpflegte die Kolonie. 17 Mann wurden entlassen, darunter 8 wegen Arbeitsscheu (Kontraktbruchs), 7 auf eigenen Wunsch. Die bisherige Gesamtfrequenz der Kolonie hat 2960 betragen. * Darmstadt, 1. Juni. Der Jagdpächter Daub von Groß-Bieberau, ein 60 jähriger Mann, hatte das Unglück, seinen Mitpächter, den Guts⸗ besitzer Simmermacher, auf der Jagd zu er⸗ schießen. Als Daub sah, welches Unglück er angerichtet hatte, bedeckte er den toten Kollegen mit seinem Rock, nahm alsdann die Flinte und schoß sich selbst eine Kugel in den Kopf. Der Tod war nach der„Worms. Ztg.“ sofort ein⸗ getreten. * Offenbach, 1. Juni. In den 27 Obst⸗ verwertungsgenossenschaften, die vor Jahresfrist in Deutschland bestanden und in den Händen der Landwirte waren, sind im letzten Jahre mehrere neue hinzugetreten, darunter drei in Rheinpreußen, eine in Hannover, eine in Schleswig⸗Holstein. Außer den Genossenschafts⸗ verbänden beginnen sich auch die Landwirtschafts⸗ kammern und landwirtschaftlichen Zentralvereine mehr für den Obstbau zu interessieren. Es werden besondere landwirtschaftliche Wanderlehrer für Obstbau angestellt. Der Allgemeine Verband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaft giebt bekannt, daß er auf seinem Genossenschafts, tag zu Dresden Ende August d. J. die genossen⸗ schaftliche Obstverwertung eingehend zu erörtern beabsichtigt. * Mainz, 1. Juni. Eine recht eigentümliche Eingabe hat das gesamte Oktroipersonal an die Bürgermeisterei gerichtet. In der Oktroi⸗ debatte haben die Stadtverordneten Schäfer das Oktroi eine„gesetzlich sanktionierte Wege— lagerei“ und ein„modernes Raubsystem“ genannt. Die Oktroibeamten hoben in ihrer Eingabe an die Stadtverwaltung hervor, daß diese Aeußerungen zwar rein sachlicher Natur seien, ein großer Teil des Publikums sie aber persönlich auffasse, wodurch ihr Dienst sehr er⸗ schwert würde. Aus diesem Grunde legen die Oktroibeamten„Verwahrung“ gegen diese Aus⸗ drücke ein. * Mainz, 1. Juni. Der 21 Jahre alte Spengler und Blecharbeiter Jean Möcks stürzte gestern Abend in einem Hause der Pfaffengasse so unglücklich die Kellertreppe hinab, daß er das Genick brach.— In einem Anflug von Geistes⸗ gestörtheit hat sich in letzter Nacht der 46jährige Buchbinder Johann Joseph Hartmann erhängt. — Während des Chemieunterrichts im Real⸗ gymnasium explodierte gestern ein als Gasometer be— nutztes Blechgefäß unter starker Detonation. Ur⸗ sache der Explosion war der Rest eines Gases, welches Vermengen mit Sauerstoff nicht verträgt und den im Wasser enthaltenen Sauerstoff löste. Dem dozierenden Lehrer Herrn Dr. Friedrich wurden durch das ausströmende Wasser die Kleider verdorben; die Schüler kamen mit dem Schrecken davon. Vermischtes. — Durch das Lesen von Schauderromanen angeregt, haben sich in Schwelm zehn junge Burschen im Alter von 16— 20 Jahren zu einer Räuberbande verbunden und in letzter Zeit dort, sowie in der Umgegend eine große Reihe von Einbruchsdiebstählen ausgeführt. Als Anleitung zu ihrer Verbindung hat der Schundroman „Schinderhannes“ gedient. Die Bande hatte ihren Haupt⸗ mann und jedes Mitglied führte einen Räubernamen, wie „schwarzer Wolf“, Anton Bärenherz“,„Falkenauge“, „Eisenfaust“,„der schlaue Fuchs“,„José“ usw. Unter dem Wahlspruch„Einigkeit macht stark“ wurde jedes Mitglied dem Hauptmann durch einen Eid auf Messer und Revolver verpflichtet. Die betreffende Eidesformel lautete:§ 1. Jeder Verrat oder Ungehorsam wird mit dem Tode bestraft.§ 2. Jeder Räuber ist verpflichtet, seinen Kameraden als Bruder zu betrachten. Zuwider⸗ handlungen werden mit Disziplinarstrafen bestraft. § 3. Wenn ein Kamerad Beute gemacht hat und giebt dieselbe nicht richtig ab, so muß er den Betrag aus seinen eigenen Mitteln zurückgeben.§ 4. Derjenige, welcher beim Kartenspiel gewinnt, und Derjenige, welcher betrügt, muß die gewonnene Summe zurückgeben.§ 5. Wenn einer seine Kameraden unter Vorspiegelung falscher Thatsachen um Geld oder um eine gute Gelegenheit, Beute zu machen, bringt, so wird er zu 20—30 Mark Geldstrafe verurteilt. Wenn diese Eidesformel auch äußerst verworren und komisch ist, so darf man das ganze doch nicht allzu harmlos ansehen. Die Burschen hatten sich nicht weniger als vier Revolver und scharfe Patronen angeschafft. Einer der Burschen bemerkte bei seiner Ver⸗ haftung, daß sie bei Entdeckung der Bande durch die Polizei für diese 24 Schüsse in Bereitschaft gehalten hätten. Die Beute brachten die Räuber in einer Höhle unter, die sie selbst angelegt haben. In ihrem Besitze fanden sich nicht weniger als 70 Schlüssel vor. — Die entlassene Prima⸗ Ballerina. In der Affaire, welche zwischen dem Intendanten des Hof⸗ theaters in Budapest, Baron Nopesa, und der ge⸗ wesenen Prima- Ballerina der dortigen Oper, Fran Katharine D.⸗Müller, aufgetaucht ist, veröffentlicht die genannte Künstlerin im„M. Hirado“ die nachfolgende Erklärung:„Der authentische Berichterstatter der„Buda⸗ pester Korrespondenz“ verbreitet über meine Angelegenheit falsche Mitteilungen. Es ist nicht wahr, daß mir der Intendant die Stelle einer Balletmeisterin angeboten habe. Verhandlungen dieser Art sind nach dem bei der königl. Oper geltenden Statut schriftlich zu führen. Der Herr Intendant möge in dieser Angelegenheit auch nur einen geschriebenen Buchstaben aufweisen! Der Herr Intendant hat zwar einmal Anspielungen auf irgend eine Ballet⸗ aufseherinnenstelle gemacht, doch statt eines schriftlichen Antrages erhielt ich bloß jenes Entlassungsbrieflein von zehn Worten, das die Sonntag erschienenen Blätter mit⸗ geteilt haben. Es ist nicht wahr, daß ich an der königl. Oper seit 22 Jahren wirke. Das wird sich bel meiner Pensionierung herausstellen, wenn man mir nur 18½¼ Jahre einrechnen wird. Ich bringe mit meinem Tauf⸗ schein den Nachweis, daß ich 33 Jahre alt bin, Mädchen von 11 Jahren werden aber beim Ballet nicht angestellt. Die authentische Quelle will mich nur älter machen und wirft mir deshalb die Dienstleistungen meiner Kinder⸗ zeit vor. Prima⸗Ballerina der Oper war ich bloß sieben Jahre hindurch. Der Herr Intendant möge mir den wahren Grund meiner Entlassung mitteilen, der kein anderer ist, als daß ich meiner Meinung über die vom Herrn Intendanten im National⸗Kasino veranstalteten Balletsoupers freimütig Ausdruck geliehen habe. Das war mein einziges Vergehen, nur das kann es sein. Ich bin nicht alt, nur anständig! Katharine D.⸗Müller.“ — Eine gruselige„Illusion““. Eine Hint richtung auf der Bühne ist die neueste Sehenswürdigkei⸗ in einem bekannten Pariser Café chantant. Das grau⸗ sige Schauspiel soll wirklich täuschend nachgeahmt sein, und es ist interessant, dessen Verlauf zu erfahren. Es er Vogelsberg. Eine Skizze von Aug ust Muhl. (Nachdruck verboten) Willst Du in die Ferne schweifen? Ach das Gute liegt so nah'! Keinem von den deutschen Mittelgebirgen ist nohl bisher weniger Beachtung geschenkt worden, as gerade dem so unübertreffliche Schätze bergenden dogelsgebirge mit seinem Quellenreichtume, seiner nichen, von keiner Gebirgsgegend übertroffenen ora, seinen prachtvollen Buchenwaldungen, welche tan nirgends in so überwiegender Menge und Schönheit vorfindet, und seiner reinen, sauerstoff⸗ süchen, die Lungen erquickenden Gebirgsluft; ja ist uch geradezu im Frühlinge, der hier freilich zumeist it im Juni in seinem vollen Glanze sich zeigt, seselbe ein Lebenselixier für schwache Lungen, und ja das so verbreitete Schreckgespenst, die Lungen- spwindsucht, im Vogelsberg geradezu eine Abnormität. viese großen Schätze, welche der fast vollständig un den vielen, Heilung und Stärkung Suchenden morierte Vogelsberg birgt, werden von den zahl⸗ ichen Brustleidenden irrtümlicher Weise oft in wit abgelegenen, kostspieligen Luftkurorten vergeblich ssucht. gute Milch, frische Eier, mäßige Bewegung sind die bisher als einzig wirksamsten Faktoren zur Belebung und Stärkung schwacher Lungen. Und wo könnte das Wasser reiner sein als in dem Basaltmassen⸗ gebirge, dem Vogelsberge? Verwendet doch deshalb das geldreiche Frankfurt Millionen auf die Leitung des guten Vogelsberger Quellwassers bis in seine Wohnungen. Wo könnte die Milch schmackhafter und würziger sein, als gerade im Vogelsberg mit seinen saftigen, gras- und kräuterreichen Wiesen und Triften, welche auf dem quellenreichen Basalt⸗ boden, im Frühlinge mit ihrer Vegetation etwas lange zurückgehalten, dann aber in kürzester Zeit in erstaunlicher Ueppigkeit prangen? Wenn auch noch bis jetzt keine Bahnstation dem eigentlichen Vogelsberge sehr nahe gerückt ist— wiewohl die Oberhessische Bahn, wenn dieselbe in gerader Richtung die Provinz durchschnitten, und also über den Vogelsberg nach Fulda geführt worden wäre, eine Zukunft auf Weltverkehr ge⸗ habt—, so sind doch jetzt meistens auf herrlichen Chausseen gut angelegten Vizinalwegen und ange⸗ nehmen schattigen Waldwegen die Höhen des Vogels⸗ berges leicht zu erreichen. Am anmutigsten find die nach Westen sich öffnenden Thäler desselben, da diese enger, also tiefer und romantischer find, als die mehr flachen östlichen, unteren Altfell die beiden interessantesten sind. Unter den ersteren dagegen sind das Nidda- und Nidderthal die einzigen in jenem das 1½ Stunden vom Ursprung der Nidda, höchst anmutig gelegene Kreisstädtchen Schotten mit seiner in demselben Style wie die Friedberger und Oppenheimer Katharinenkirche erbauten alten Kirche, in dessen Näbe der vielgenannte und äußerst romantische „Altenburgskopf“ sich befindet, und das von der Bahnstation Nidda aus durch den Zmal des Tags verkehrenden Postomnibus in 1½ Stunden zu er⸗ reichen ist. Von hier aus, wo die Reisenden die beste und billige Aufnahme, auch stärkende Fluß⸗ und jetzt sogar warme Bäder finden, kann man die Höhenpunkte des Vogelsberges: Taufstein, Geißel⸗ stein und Hohenrotskopf, in kurzer Zeit erreichen. Von Schotten über„die Feldkrücker Höhe“ führt die, gleich einer blauen Ader sich an den Höhen hinwindende Landstraße nach Lauterbach. Auf der Höhe angelangt, öffnet sich ein Panorama, das an Schönheit seines Gleichen sucht: nach W. die gesegnete Wetterau mit ihren bewaldeten Hügeln und feuchtreichen Niederungen, deren Hintergrund der, besonders nach Sonnenuntergang koloßartig sich abhebende Taunus bildet. Der Anfangsort des so reizenden Nidderthälchens ist Gedern; ein Marktflecken mit einem gräflichen Gesundes Wasser, reine frische Gebirgsluft, unter denen wohl das der Moosbach und der Schlosse, umgeben mit schönen Parkanlagen. Hier mt findet der Reisende ebenfalls wie überall in den Städtchen und bedeutenderen Orten des Vogels— bergs gute und billige Aufnahme, wie nirgends anders, vor. Von der nächsten Bahnstation Stock heim bis Gedern gelangt man in längstens 2 Stunden durch den Omnibus, welche Tour indessen eine reizende ist, zumal man von dem Bergstädtchen Lißberg resp. Ortenberg aus nach der groß— herzoglichen Villa mit Pachthof„Konradskloster“ bis Lindheim hinab die herrliche Perspektive hat. Die Fernsicht von den höchsten Punkten des Vogelsberges, wie namentlich des Taufsteins, des Hohenrotskopfes und der Herchenhainer Höhe, welche Punkte ca. 2800 Fuß über dem Meeresspiegel sich erheben, ist eine solche, wie sie wohl von keinem Gebirge Deutschlands übertroffen wird: im Osten wird dieselbe durch die Röhn, im W. und SW. durch den Taunus und die Ausläufer des Wester⸗ waldes: Haußberg bei Butzbach und Dünsberg bei Gießen, im S. durch den Spessart und SW. durch den Odenwald begrenzt. Nach Norden hin reicht die Aussicht vom„Ulrichsteiner Schloßberge“ sogar, freilich bei sehr hellen, klarem Himmel, bis zum Brocken. (Schluß folgt.) tritt zunächst der Scharfrichter, rot gekleidet, mit finsterer Miene auf, hält eine kleine Ansprache, daß der Delinquent, welchen die Henkersknechte inzwischen herbeischleppen, frei⸗ willig in den Tod gehen wolle. Alsbald saust auch das Beil des Scharfrichters auf den auf einem bereit gestellten Bock liegenden Nacken des Delinquenten nieder, und das Publikum sieht unter Schaudern den blutüberströmten Kopf dahinrollen und den Körper des Hingerichteten sich in seinem Blute wälzen. Die Sache ist vorzüglich ein⸗ studiert, und der Kunstgriff besteht nach einer Mitteilung des Patent⸗ und technischen Bureau von Richard Lüders in Görlitz darin, daß ein täuschend nachgeahmter Kopf auf den Richtblock aufgelegt wird, während der natürliche Kopf, heruntergebeugt, in einer überdeckten Aussparung des Blockes zu liegen kommt. Das Gleiche wird auch nach dem Köpfen angewandt, wobei der Kopf des Hinge— richteten in einem Fußbodenausschnitt verborgen ist und durch einen gut angepaßten Halsstumpf ersetzt wird. Der Delinquent kann auf diese Weise unbeschadet stets von Neuem„sein Leben lassen“. Telegramme. Hd. Berlin, 2. Juni. Dem„Vorwärts“ wird aus Hamburg gemeldet: Neun ältere Leute des 15. Husarenregiments, welches in Wandsbeck liegt, wurden wegen Mißhand— lung eines Rekruten zu zwei und drei Neuefte Monaten Festung verurteilt und gestern nach Spandau transportiert. Hd. Wien, 2. Juni. In einer gestern Nacht statt⸗ gehabten Versammlung beschlossen sämtliche Be— dienstete der Tramway⸗-Gesellschaft wegen Nicht-Bewilligung ihrer Forderungen am nächsten Sonntag in den Streik einzutreten. Hd. Rom, 2. Juni. Eine von der Regierung vorgenommene Unter⸗ suchung ergab, daß in dem Kinder⸗ Asyl von Modica dieselben Zustände wie in dem von Santa Annunciata herrschten. Von 1459 innerhalb 10 Jahren aufgenommenen Kindern sind nur noch drei am Leben. Von 147 im letzten Jahre aufgenommenen Kindern leben ebenfalls nur noch drei. Hd. Paris, 2. Juni. Dem„Journ.“ zufolge sind die Gesundheits Ver⸗ hältnisse in der französischen Ar⸗ mee sehr traurige. In zahlreichen Garnisonen herrscht Typhus und eine große Anzahl Soldaten starben an Schwind sucht. Das Blatt macht zahl⸗ helfer Vorschläge, um den Uebeln abzu⸗ elfen. — Hd. Ost ende, 2. Juni. Die Unter⸗ suchung in der Giftmord⸗Affaire dauert fort. Mehrere weitere Verhaf⸗ tungen und Ausgrabungen von Leichen wurden vorgenommen. Der Skandal scheint noch größer zu werden als der Joniaux⸗Skandal. Hd. Paris, 2. Juni. Auf der türkischen Botschaft verlautet, daß die türkische Armee nach acht Tagen auf Athen losmarschieren werde, falls die Großmächte den Waffenstillstand nicht dazu benutzen, um für die Türkei annehmbare Friedens- bedingungen auszuarbeiten. Hd, Brüssel, 2. Juni. König Leopold hat das Ehrenpräsidium des Kongresses der Anti— Alkoholisten, welcher im nächsten Monat hier tagen wird, angenommen. Hd. Brüssel, 2. Juni. Aus den amtlichen Mitteilungen der Congo-Verwaltung geht her⸗ vor, daß in den letzten 10 Monaten drei Meutereien unter den Soldaten der Congo-Armee aus⸗ gebrochen seien. Hd. Kanca, 2. Juni. Die Insurgenten griffen Hirapetra an, worauf die französi⸗ schen und italienischen Schiffe ein Bom⸗ — ͥꝗ Sterbefälle. 0 Am 31. Mai. Karl Albert Heß, 8 Monate alt, Sohn des Ofensetzers Albert Heß dahler Neuenweg Nr. 42. a Am 31. Mai. Andreas Mihm, alt, Maurer von Dortelweil, Gestorben in der alten Klinik. in die Heimat verbracht. Am 1. Juni. Gottlob Braun, 63 Jahre alt, 61 Jahre Kreis Friedberg. Juwelier von Reutlingen in Württemberg. Ge⸗ 0 storben in der alten Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. 0 Wasche Salmiak⸗ mik Eu? Kernseife! Es ist eine Lust, bunte Gewebe jeder Art damit z. reinigen, Holen Roten Kreuz“ beim Droguisten, Seifen⸗ waren⸗Händler.— Fordern Sie„echte Luhn's weil Alles Farbe behält und weich blelbht Sie zum Versuch ½ Pfundpacket„mit de u oder Kolonial, bardement auf die Stellung der Aufständischen eröffneten, die sich nach zwei Stunden mit starkem Verlust zurückzogen. teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der Buchdruckerei, Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Reda E. Ottmannsche Gießen, Schloßgasse 13. N Die Leiche wird t wird ur Zeit wi s als ein dring 2 lichen 32 0 Dr N 8 4 Bekanntmachung. Betr.: Die Vertilgung d. Raupeunester. Die Garten- und Feldbesitzer der Gemar— kung Gießen werden hiermit aufgefordert bis zum 15. Juni l. J. ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die in§ 368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilung der vorhandenen Raupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 31. Mai 1897 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnautb. Verdingung. Die zum Ausbau der Hammstraße er⸗ forderlichen Pflaster⸗ und Chaussier⸗ arbeiten sollen Donnerstag, den 10. Juui d. J., vormittags 11½ Uhr, 1 öffentlich verdungen werden. Arbeits beschrei— bung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns(Zimmer Nr. 7) zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin einzureichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. Juni 1897. Das Stadtbauamt Schmandt. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen, Gartenstraße 2. Angebot der Arbeitnehmer. 1 Bäcker, 1 Krankenwärter, 1 Krankenpfle— gerin, 2 Maschinenschlosser bezw. Heizer, 1 Schneider, 1 Bauschreiner, 2 Erdarbeiter, 1 Gartenarbeiter, 5 Tagelöhner, 1 Kutscher, 1 Herrschaftskutscher, 2 Dienstmädchen, 2 Büg— lerinnen. Nachfrage der Arbeitgeber. 1 Metalldreher, 1 Spengler, 1 Installateur, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 3 Maurer, 3 Hand— langer, 1 Bauschlosser, 3 Maschinenschlosser, 2 Lauffrauen, 3 Dienstmädchen, 5 Taglöhner, 1 Wasch⸗ u. Putzfrau, 1 tüchtiger Knecht zu 2 Pferden. Gefunden ein goldenes Medaillon. Abzuholen bei 1544 Heinrich Rühl, Marktstraße 21. 8 Ligarren Zlgarelten und Tabak, Deutsche und Französische Cognacs und Liqueure, In- und ausländische Weine empfehlt Carl Brühl. 1105 Bahnhofstrasse 50. Spezialität: HKinder-Anzüge von den einfachsten bis zu den elegantesten. Seltersweg 9 Giessen Som,emes-pule luis, one Heren-, Hliuanben- ven- HAeiseles- Aeetige. Tuch und Buckskin deutschen und Anfertigung nac Markus Bauer Kolfrmanden-A Hlige von 8 Mark— bis- 25 Mark — und höher. Seltersweg 9. „, Huvbeluc hs. senglischenshabrikates. 3 lu Mass. en nannsstan * nner f 5 f f 8 9 en Anforderung ell 5 8 14 un seelg sich g a aͤlsprechendere Dy.ima eh 10 1 fl. 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