aeg er 1800, — — Auf den hat d. 1110, 1 Bünscier——, J IL, Auen 28 U, ler p. St. 90 0, Gänse per Rich und Rindftesch h iel, gesalz. 70. 10, Kartoffel* Zentner 4,00 N 4 Franz Maris alschuldirettor vun en in det psychl⸗ burg, Verantw. J E. Ottmann, bob Blatt fallen hören. Gießen, Sonnabend, den 31. Oktober 1896. ssche Landeszeitung. Poslztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe Gießen. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Nedaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 30. Oktober.(Stadtverordneten⸗ Sitzung.) Die gestrige Stadtverordneten⸗Sitzung, in welcher 24 Mitglieder anwesend waren, eröffnete Herr Oberbürgermeister Gnauth gegen /¼4 Uhr. Zunächst wurde dem Gesuch des Herrn Friedr. Habenicht um Er⸗ haubnis zur Wasserabführung aus seinem Fabrikgebäude an der Wiesenstraße stattgegeben mit der Unterstellung, daß die Abwässer vorher neutralisiert werden müssen.— Heanstandet wurde das Gesuch des Herrn W. Steinbach zur Aufstellung einer Bretterhalle in seiner Sandgrube am Nahrungsberg, da die Errichtung einer solchen nach dem Ortsstatut nicht zulässig sei und der eine Dispen⸗ gatlon begründende Bedürfaisfall nicht vorliege.— Zu Punkt 3 wurde bekannt gegeben, daß der Ernteertrag in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg durch die Feldgeschworenen aufgenommen sei, was eine Gebühren⸗ kechnung von 66&“ veranlaßt habe; auch hierzu wurde bie Zustimmung erteilt.— Die Ausführung der Kul⸗ lurarbeiten im Gießener Stadtwald wird nach dem Vorschlage der Oberförsterei, dleselben Lohnsätze für die Arbeiter(Maximalsätze) wie im Vorjahre in Anwen⸗ dung zu bringeu, genehmigt, ebenso, daß die Verwertung bon im Ganzen 720 Festmeter Eichenstammholzes im Wege schriftlicher Submisston zu verwerten sei.— Dem Gesuch des Schützenvereins Gießen um pachtweise leberlassung eines städtischen Triebviertels zum Zwecke der Benutzung bei etwaigen Festlichkeiten, wird unter Ansatz eines jährlichen Pachtpreises von 12. siattgegeben; der Preis der übrigen vom Schützenverein gepachteten Triebviertel wird auf 10 bezw. 12 erhöht. — Dem Gesuch des Gießener Eisvereins um Ueberlassung zer Wiesen hinter den Eichen für den Winter 1896/97 entsprechen, wurde unter Beibehaltung der seitherigen Bedingung beschlossen, nach welchen 2000 Tageskarten für Schüler unentgeltlich abzugeben sind.— Die Zinsen der Uson⸗Stiftung, welche am 11. November in Höhe von 800& fällig sind, sollen in der üblichen Weise Ver⸗ . finden. In dem Knaben⸗ und Mädchen⸗ hort werden ca. 50—60 Kinder während der freien geit(bis die Eltern von der Arbeit zurück⸗ gekehrt find) mit der Erledigung ihrer Schulaufgaben beschäftigt, wobei jedem eine warme Speise, in der Reg el n Schoppen Milch nebst Brödchen, verabreicht wird. Die Eltern zahlen für diese Vergünstigung pro Woche 20 Pfg., um, wie der Herr Oberbürgermeister richtig ausführte, ihnen das Schamgefühl zu ersparen, das sie bei bollständiger Schenkung der fraglichen Unterstützung zur Benutzung dieser Einrichtung abhalten würde. Das Defizit wird aus der Wil son⸗Stiftung gedeckt.— Den Schulkindern, die nach Ansicht der Lehrer und Lehrerinnen mit ungenügendem Frühstück, sei es nach Menge und Beschaffenheit, zur Schule kommen, soll auch im kommenden Winter wieder warmes Früh⸗ stück, wie Milch und Brödchen, verabreicht werden. So⸗ weit die Mittel aus der Wilson⸗Stiftung hierzu nicht ausreschen, wird der Dispositionsfonds der Armen⸗Ver⸗ waltung herangezogen.— Die Ueberdachung des Lichtganges am Turmhaus am Brand und Vertiefung des Pumpenschachtes daselbst wird mit einen Kostenpunkt von 172,18 genehmigt. — Zu Punkt 11 der Tagesordnung, Ausbau der Liebigstraße, wurde bemerkt, daß nunmehr das letzte Hindernis zur Verwirklichung“ dieses Projektes durch den Erwerb der Katzensteinschen Besitzung beseitigt ist. Der von der Baudeputation festgestellte Voranschlag in Höhe von 22000/ wurde genehmigt, auch der Vorschlag des Stadtv. Dr. Schäfer, an beiden Seiten der Straße e Baumallee anzupflanzen, ins Auge gefaßt.— Die Herstellung eines Pflasterstreifens auf dem Trottoir von der Nordaulage bis zur Wetzsteingasse wurde genehmigt. . Das Projekt einer Baumpflanzung an dem Weg über die Gänsäcker und Burgwiesen nach dem Philosophenwald wurde dem Vorschlage der Baudeputation gemäß bean⸗ standet, da sich der Ausführung dieser Anpflanzung ver⸗ schiedene Schwierigkeiten in den Weg stellten.— Sodann wurde die im Entwurf vorliegende Geschäftsordnung des Arbeitsnachweises für die Stadt Gießen gut⸗ geheißen. Aus derselben ist der Hauptsache nach zu ent⸗ nehmen, daß Personen, die mit ihrer Familie in Gießen ansässig sind, bei Angeboten von Arbeitsstellungen bevor⸗ zugt werden können, daß ferner Beschwerdebücher im Bureau ausgelegt werden, daß die Veröffentlichung des Arbeitsnachweises in den hiesigen Zeitungen zu erfolgen hat und daß das hiesige Arbeitsnachweisbureau mit den⸗ jenigen in den Nachbarstädten in ein Kartellverhältnis tritt. Auch ist der Bureaubeamte zur Auskunfterteilung in Alters- und Invaliditätsversicherungsangelegenheiten verpflichtet. Herr Oberbürgermeister Gnauth sprach den Wunsch aus, daß das Arbeitsnachweisbureau zahlreiche Benutzung finden möge.— Schließlich wurde noch die Verlegung des Oberlachgrabens im Wiesengrund unterhalb des Philosophenwaldes, ferner die Fortsetzung der Gas⸗ leitung am Schiffenbergerweg, zwecks Anschlusses der Heinzerlingschen Wirtschaft und die Fortsetzung der Wasser⸗ leitung im Krofdorferweg bis zum Stielschen Haus ge⸗ nehmigt. Gießen, 30. Oktober.(Stadttheater). Auf die heutige Aufführung des lustigen Schwanks „Die Dragoner“ machen wir nochmals be— sonders aufmerksam. * Gießen, 30. Oktober. Aus Großen⸗ Linden wird uns e daß gestern Abend die Nationalliberalen eine Wählerver⸗ sammlung ohne Zuhörer abhielten. Der Redner hat auf seinen Vortrag verzichten und sich nur auf ein Privat⸗Gespräch mit den 45 55 Anwesenden beschräuken müssen.— Auch aus Lollar wird uns mitgeteilt, daß eine am Dienstag Rane e Versammlung der National⸗ liberalen, welche erst bis drei Stunden vorher durch die Schelle angekündigt wurde, sehr schwach besucht war. * Gießen, 30. Oktober. Man schreibt uns: Von einer Unverfrorenheit, die einer besseren Sache würdig wäre, zrust der gestern in einer Villa der Ostanlage verübte Einbruch. Wäh⸗ rend man sich bei der Abendmahlzeit um 8 Uhr befand, meldete plötzlich das Kammerfräulein, daß soebeu ein Herr, der nicht in das Haus ge⸗ höre, aus dem zweiten Stock kommend in einem Zimmer des ersten Stockes verschwunden sei. Sofortige nähere Nachforschungen ergaben, daß in jenem Zimmer das Fenster ausnahmsweise diesen Abend noch aufstand. Der Erzgauner, der allem Anschein nach mit den Verhältnissen sehr gut vertraut sein muß, ist also durch das offenstehende Fenster eingedrungen, hat sich darauf im oberen Stock zu schaffen gemacht und daselbst eine große Vorliebe für schöne Ueber⸗ zieher, Havelocks und Damenmäntel entwickelt, indem er von diesen Gegenständen eine ganz er⸗ kleckliche Anzahl hat mitgehen heißen. Die Un⸗ verfrorenheit besteht nun darin, daß sich der oder die Einbrecher weder an die unvorschriftsmäßig frühe Stunde(½8 Uhr,) noch an die Schutzleute kehrten. Gießen, 29. Oktober. Ein kleines Stimmungsbild zur gegenwärtigen Wahlbewegung, das einer humoristischen Färbung nichk entbehrte, bot sich am Mittwoch Abend den Gästen in einer hiesigen Wirtschaft. Saß da ein biederer Bürgersmann von einem benachbarten Städtchen und unterhielt sich mit den Stammgästen über alles Mögliche. Als ihm ein Wahl⸗Flugblatt zum Studium vor⸗ gelegt wurde, schob er dasselbe mit den Worten „Gitt maich naut oh!“ beiseite und bemerkte dahinterher: „Aich lease keh Flukblärrer, aich gih bach enn keh ee wann's Zeit iß, da weeß aich wäih e aalt Hinkel, wu aich mei Aik(Ei) hi zelege hu!“ Mit dem Ei war selbstverständlich der Stimmzettel gemeint. Es ist gar erfreulich, wenn einer weiß, was er zu thun hat, aber vom Lesen der Flugblätter und vom Besuche von Ver⸗ sammlungen ist noch keiner dümmer geworden. * Großen⸗Buseck, 30. Oktober. Bei der vorgestrigen Ziehung der Pferdemarkt⸗ Lotterie zu Friedberg fiel ein Haupt⸗ gewinn, ein Fohlen, in die Kollekte des hiesigen Polizeidieners Schwalb, und zwar auf Los Nr. 11404. Der glückliche Gewinner war sehr überrascht, umsomehr, als derselbe nicht zu den Bemittelten zählt. Es ist dieses schon seit Jahresfrist das dritte Fohlen außer noch zehn wertvollen Gewinnen, welche in obige Kollekte gefallen sind. * Laubach, 27. Oktober. Herr Kammerrat Weber hier, der 33 Jahre lang das Amt des Sekretärs des Oberhesstschen Landwirtschaftlichen Provinzialvereins versah, infolge seines leidenden Zustandes aber genötigt war, dasselbe im vorigen Jahre niederzulegen, wurde in der gestern in Gießen abgehaltenen Hauptversammlung zu m Ehrenmitglied des Landwirtschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen ernannt. * Butzbach, 29. Okt. Ein hiesiges Ehe⸗ paar, das sich im Felde beschäftigte, ließ am Montag seine kleinen Kinder ohne Aufsicht in der Wohnung zurück, Während ihrer Ab⸗ wesenheit brach in der Wohnung Feuer aus, das ein Bett mit Inhalt zerstörte. Vermutlich haben die Kinder das Bett angesteckt. Nachbars⸗ leuten gelang es durch energisches Eingreifen, das Feuer zu löschen. Die Kinder sind mit dem Schrecken davongekommen. * Nidda, 30. Oktober. Die Reichstags⸗ wahl rückt immer näher; bei uns ist es jedoch ziemlich still. Während anderwärts verschiedene Kandidaten einander in die Fußstapfen getreten, hat hier erst ein Kandidat, der der freisinnigen Partei, Herr Professor Dr. Stengel aus Greifswald, vor einer schwach besuchten Ver⸗ sammlung sein Programm entwickelt. Als Kandidat der nattonalliberalen Partei wird 118 schor andrerseits erwähnt) in einem Flug⸗ latt der frühere Gutspächter, Herr Meinert zu Conradsdorf, jetzt zu Hammerhof bei Ham? burg, bezeichnet und empfohlen. Nidda, 29. Oktober. Vorgestern zog ein Gewitter südöstlich unserer Stadt vorüber. In Büdingen that sich dasselbe durch einige heftige Donnerschläge mit Regen und Hagel kund.— Am Sonntag Abend wurde ein Bahn⸗ bediensteter von einem hiesigen Burschen, mit dem er im Streit lebte, mit einem Stoßdegen übel zugerichtet. Ein Hieb ging über das untere Gesicht und hätte um ein Kleines die Halsader getroffen. Außerdem wurde der Be⸗ treffende an der Hand erheblich verletzt.— Nächsten Freitag wird die feierliche Ueber⸗ gabe unseres neuen Wasserwerks stattfinden. Sowohl am Reservoir wie in der Stadt sind verschiedene Festlichkeiten geplant. Auf dem Marktplatze und an dem Bahnhofe werden Springbrunnen improvisiert. Abends wird eine allgemeine Festvereinigung in einem hiesigen Hotel stattfinden.— Gestern Abend veranstaltete der Vogelsberger Höhenklub, Sektion Nidda, im Gasthaus„Zur Traube“ seinen ersten Familienabend, der zahlreich besucht war. Instrumentale und vokale Vorträge ein⸗ zelner, sowie Chorlieder des hiestgen„Gemischten Chors“ trugen zur Unterhaltung aufs beste bei. Der Vorsitzende, Herr Rendant Hunsinger, sprach allen Mitwirkenden den Dank der Versammlung aus. * Offenbach, 28. Oktober. Der Kreis⸗ ausschuß entschied heute Vormittag über die gegen die Bürgermeisterwahl in Oberts⸗ hausen erhobene Reklamation des Christ. Klohocker und Pieroth III in Obertshausen. Bei der am 4. Juli d. J. vorgenommenen Wahl erhielt der Ortsgerichtsvorsteher Becker 121 Stimmen, der Beigeordnete Hindelang 111 Stimmen, sodaß also der erstere mit 10 Stimmen Majorität gewählt war. In der Reklamation war u. a. auch ein Stimmenkauf behauptet worden, die Staatsanwaltschaft hat aber wegen ungenügenden Beweises eine Verfolgung in dieser Richtung i ge Der Kreisausschuß ver⸗ warf heute die Reklamation. Seit 1892 ist in Obertshausen bereits mehrere Male ein Bürger⸗ meister gewählt worden, die Gewählten erhielten aber nicht die behördliche Bestätigung. * Seligenstadt, 28. Oktober. Die jüngste Generalversammlung des hiestgen Ortsgewerbe⸗ vereins hat sich in den Hauptpunkten gegen den preußischen Gesetzentwurf über die Organisation des Handwerks und die Regelung des Lehrlingswesens erklärt. Insbesondere kann sich der Verein mit der beab⸗ sichtigten Einführung der Zwangsinnungen nicht befreunden. Der glückliche Finder einer wert⸗ vollen Goldmünze aus der Zeit des Kaisers Sigismund ist nicht„Peter Kemmerer“, sondern Landwirt Martin Kemmerer. Interessierte Numismatiker wollen sich an diesen wenden. * Vom hinteren Odenwald, 27. Oktober. Die Kartoffelernte ist immer noch nicht voll⸗ ständig beendigt. Da in einzelnen Lagen sehr Zwischen Liebe und Pflicht Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 5 Wer hätte es diesem lichtstrahlenden Bau ange⸗ seben, daß er ein so düsteres Geheimnis barg, wie ich es nach allem Vorhergegangenen hier vermuten ö 1 * 0 ö durfte. Ich band mein Pferd an dem kleinen Gitterthor fest, welches auf dieser Seite in die den ganzen Garten umgebende hohe Stachelhecke eingeführt war, und begab mich nach dem Haus hinan. 5 Nun erst sah ich, daß der Garten zwar schön, aber gänzlich verwildert war. f Auch der Springbrunnen sandte kein Wasser empor. Dabei war es so still, daß man hätte ein Durch eine tief schattige 8 schritt ich in banger Erwartung in. Ich fürchtete sehr, daß ich vor der Schwelle dieses Hauses werde umkehren müssen. N Die Allee mündete auf einen mit Blumen und tropischen Blattpflanzen geschmückteu Vorplatz. Ehe ich diesen betrat, warf ich noch einen Blick nach dem Haus. a Die Gelegenheit schien mir günstig. g Auf der Veranda saß eine ältere Dame in spitzenbesetzter hocheleganter Robe. Sie las in einem Buch— wie ich später ersah, neueste Pariser Roman. 5 i konnte nur die Herrin des Hauses sein. Innern erklang Musik, Klavierspiel. Das war die Tochter. Hier gab es nun kein Besinnen mehr. Ich schritt rasch auf die große Freitreppe zu, die zur erhöhten Veranda heraufführte. 5 Eine berauschende Duftwelle schlug mir ent⸗ gegen. Bei meiner Annäherung blickte die Dame erstaunt auf. l Ich sah nun, daß sie einmal von einer außer⸗ ordentlichen Schönheit gewesen. Sie war es noch. a Mit kavaliermäßigem Gruß erstieg ich die letzten Stufen. Sie schien verweint. 7 5 Sie wußte augenscheinlich nicht, wie sie mich nehmen sollte, ob als Gentleman oder als Busch⸗ mann. „Habe ich die Ehre, Mistreß Milton gaun ich. „Das ist mein Name“, nehmer Zurückhaltung. 5 30 0 den meinen und verbeugte mich. Sie maß mich wieder mit einem forschenden Blick ihrer schönen großen Augen. „Was führt Sie zu mir, Mister 5 Sie schien den deutschen Namen nicht aus⸗ sprechen zu können.. 0 „Der Wunsch, Ihnen zu dienen, Madame! entgegnete ich prompt. „In welcher Weise?“ „Das mögen Sie selbst bestimmen.“ „Seltsam“, sagte Sie halb für sich, und laut fragte sie mit einem mißtrauischem Blick.„Werden Sie geschickt?“ f Ich beteuerte das Gegenteil, —“ be⸗ entgegnete sie mit vor⸗ ich käme aus eigenem Antriebe. Bei mir dachte ich, sie sei schwer zu täuschen. Meine Versicherungen klangeu wohl etwas matt, denn die Lüge war meiner Zunge noch fremd. Ihre Zweifel schienen nicht gestillt. Der Gedanke, daß ich geschickt werde, erweckte bei ihr offenbar Mißbehagen. „Wenn Sie Arbeit suchen, dann müssen Sie sich bei meinem Aufseher melden“, sagte sie kühl. „Meines Wissens sind aber alle Stellen besetzt.“ „Nur eine nicht!“ entgegnete ich kalt. „Das wäre?“ staunte sie. „Die Stelle eines Gärtners.“ streifte den verwilderten Garten. „Sind Sie denn Gärtner?“ fragte die Dame. „Arbeiter, wenn Sie befehlen, und wenn Sie wollen— Kavalier. Im letzten Krieg war ich Soldat. Ich erhielt das eiserne Kreuz. Vordem war ich— doch darum handelt es sich hier ja nicht; zuletzt war ich Goldgräber. Ich kann fechten, reiten und zeichnen, spiele Klavier, schreibe eine gute Hand, bin fix im Rechnen und spreche drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch. Ich möchte Ihnen zum Beispiel gleich jetzt als Vorleser dienen, um diese himmlischen Augensterne nicht durch zu vieles Lesen getrübt sehen.“ Sie lächelte wohlgefällig. „Ich bin Pariserin.“ „Wem sagen Sie das, Madame! Ich hatte es längst erkannt—“ mein Blick streifte ihre Robe —„noch ehe Sie mich so auszeichneten, das Wort an mich zu richten. In Paris ritt ich mit als Sieger ein. Hier stehe ich— überwunden.“ Ich verneigte mich tief. Mein Blick „Sie find ein vollendeter Kavalier“, sagte sie warm und reichte mir ihre Hand hin, die ich ehr⸗ erbietig an meine Lippen zog. In meinem Herzen bildete sich ein kräftiges, deutsches„Hurrah“, das ich aber nicht laut werden ließ. Eine innere Stimme sagte es mir, hier hatte ich gesiegt. „Es thut mir aufrichtig leid, einen Gentleman mit so ausgezeichneten Eigenschaften in solcher Lage zu sehen“, fuhr sie teilnehmend fort,„und kann ich Ihnen auch nicht Ihre gesellschaftliche Stellung wiedergeben, so kann ich Ihrem Gesuche doch ent⸗ sprechen. Ich werde Sie zum Aufseher über Park und Garten machen, natürlich mit Leuten zur Ver⸗ fügung, die Ihre Befehle ausführen. Ist Ihnen das recht?“ „Sie machen mich mehr als reich, Madame, Sie machen mich glücklich!“ beteuerte ich. „Mama!“ tönte hier eine Stimme von der offenen breiten Glasthür her, welche zur Halle führte. Jetzt erst nahm ich wahr, daß das Klavierspiel im Haus verstummt war. Ich blickte nach dem Saal und blieb starr vor Ueberraschung. 5 Die junge Dame in dem einfachen, schwarzen Kleid, die dort stand, war— meine schöne Unbe⸗ kannte! An der Art, wie sie mich ansah, erkannte ich, daß sie durch mein Buschmannskleid nicht ge⸗ täuscht war. Sicher wollte sie der Mutter meinen wahren Charakter enthüllen. Ich war verloren! (Fortsetzung folgt.) r — 222 1 ———= n — viele faule Kartoffeln sich fanden, so mag gerade dieses Jahr der Instandsetzung des Kartoffel- kellers mehr Aufmerksamleit zugewandt werden, um wenigstens die noch von Fäulnis verschonten Knollen auch fernerhin zu bewahren. Da ist vor allem auf sorgfältige Lüftung und völlige Trocknung der Wände zu achten. Der Boden muß fest sein. Wo die Beschaffung des Cemeut⸗ bodens zu kostspielig ist, da kann man einen fast wasserdichten Boden herstellen, indem man ein Gemenge von 1 Teil Kalk, 1 Teil Lehm und 4 Teilen Steinkohlenasche verwendet. Sodann müssen Wände und Decke sorgfältig abgefegt werden, und besonders ist darauf zu achten, daß das etwa in Ritzen sich aufhaltende Ungeziefer entfernt wird. Um Pilze, tierische und pflanz⸗ liche Lebewesen vollends zu töten und unschädlich zu machen, wird der Keller ausgeschwefelt; Stangenschwefel wird auf Ziegel gelegt und bei eschlossenen Kellerfenstern verbrannt. Ist der eller auf genannte Art zur Aufnahme der Kartoffeln oder Rüben hergerichtet, dann wird die Haltbarkeit ziemlich gesichert sein, doch ist bezüglich der Haltbarkeit noch ein Mittel zu empfehlen. Zwischen die trocken eingekellerten Kartoffeln wird ungelöschter Staubkalk gestreut. Durch dieses Mittel behalten die Schalen bis zum Frühjahr ihre schöne Farbe, ohne daß die Knollen an Geschmack und Keim⸗ fähigkeit ihrgendwelche Einbuße erleiden. Ge⸗ nannte Mittel haben sich in der Praxis bewährt. * Aus Rheinhessen, 29. Oktober. Wie verlautet, soll das Projekt zur Gründung eines Winzervereins neuerdings wieder aufgetaucht sein. Der Kreisrat Haas in Offen⸗ bach soll den Plan besonders eifrig betreiben. „Mainz, 29. Oktober. Die hiesige Handels⸗ kammer hat beschlossen, das Schiedsgericht zur Schlichtung von kaufmännischen Streitigkeiten im Janur 1897 in Kraft treten zu lassen. * Mainz, 28. Okt.(Kleine Mitteilungen.) Ju der heutigen Sitzung der Versammlung der Stadt⸗ verordneten beantragte der Stadtverordnete Herr Dr. Müller, den Vertrag mit dem Theaterdirektor Herrn Simons wegen der ungenügenden Leistungen des Stadttheaters auf den 15. April 1897 zu kün⸗ digen, wozu die Stadt noch bis zum 15. November 1896 das Recht habe. Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner bemerkt, daß Herr Simons selbst einsehe, daß es so nicht fortgehen könue, und wolle deshalb, um Aenderung zu schaffen, das Kündigungsrecht der Stadt bis 15. Dezember 1896 erweitern, womit die Versammlung einverstanden war.— Das mit einem Kostenaufwand von etwa 750000 erbaute neue Gutenberg⸗Kasino wurde gestern Abend vor geladenen Gästen seiner Zweckbestimmung übergeben, obgleich die Ball⸗ und einige Gesellschaftssäle noch nicht vollkommen fertig find.— Die hiesige Kriminal⸗ polizei hat wieder drei Personen in Haft genommen, die an den Eiubruchsdiebstählen in Wiesbaden während der dortigen Kaisertage teilgenommen haben sollen.— Der neu erbaute, sehr stattliche Personen⸗ dampfer„Deutschland“ der Kölu⸗Düsseldorfer Ge⸗ sellschaft ist gestern Abend auf seiner ersten Bergfahrt hier eingetroffen. Als das reich mit Flaggen dekorierte Schiff hier in Sicht kam, wurde dasselbe vom Ufer aus mit Böllerschüssen begrüßt, die vom Schiff aus erwidert wurden. Auf dem Schiff befanden sich die Direktoren und Verwaltungsräte der Gesellschaft, welche die Probe⸗ fahrt mitmachten. 1 * Worms, 27. Oktober. Für Ermög⸗ lichung der Errichtung eines Fabrikbaues auf dem Gebiete der Kunstwollfabrikation von Valckenberg beschloß die Stadtverordnetenversamm⸗ lung die Veräußerung von etwa 166 Quadrat⸗ meter städtischer Anlagen, Ecke der Mainzer Straße und der Nordanlage.. Vermischtes. — Mord um eine Briefmarkensammlung. In Paris begann am 26. Oktober die Schwurgerichts⸗ verhandluug gegen den Mörder Aubert und seine Ge⸗ liebte Marguerite Dubois. Erinnern wir kurz an den Hergang des Verbrechens, das seiner Zeit so großes Auf⸗ sehen erregte. Am 18. Mai ließ auf der Station Con⸗ ville bei Cherbourg ein mit dem Pariser Zuge ange⸗ kommenes Paar einen Koffer von seltsamer Länge und Form zurück mit dem Bemerken, ihn noch im Laufe des Tages abholen zu wollen. Indessen ließ sich weder der Mann noch die Frau im Laufe der beiden nächsten Tage blicken. Dem Koffer begannen inzwischen Verwesungs⸗ geruche zu entströmen, die den Stationsvorsteher ver⸗ anlaßten, ihn in Gegenwart der Gerichts- und Polizei⸗ behörden öffnen zu lassen. Ein furchtbares Schauspiel bot sich da den Blicken der Anwesenden. In dem Koffer lag zusammengebogen der Leichnam eines jungen Mannes, dessen Schädel zerschmettert worden war. Die sofort mit Eifer vorgenommenen Untersuchungen ergaben bald, daß der Ermordete ein junger Briefmarkenhändler Namens Emile Delahaeff war. In dem Paare, das nach drei Tagen den Koffer abholen kam, wurden der Makler Aubert, der bereits ein sehr abenteuerliches Leben hinter sich hat und verschiedentlich mit den Gerichten in Konflikt geraten ist, und seine Geliebte Marguerite Dubois agnosziert. Obgleich die Festgenommenen an⸗ fangs jede Beteiligung an dem begangenen Verbrechen in Abrede stellten, wurde der Sachverhalt doch bald durch teilweise Geständnisse der Dubois folgendermaßen fest⸗ gestellt: Aubert hatte in der auf offener Straße bei der Avenue Gabriel abgehaltenen Markenbörse den jungen Delahaeff kennen gelernt, der sich mit dem Briefmarken⸗ handel beschäftigte. Der Verbrecher hatte in Erfahrung gebracht, daß Delahaeff eine sehr kostbare Markensamm⸗ lung erworben habe, und war nun an den jungen Mann mit Verkaufsvorschlägen herangetreten, ihm fortwährend neue Stelldicheins in den verschiedensten Kaffeehäusern unter den seltsamsten angenommenen Namen gebend. Schließlich war es ihm gelungen, den jungen Mann mit der Sammlung in seine Wohnung in der Avenue de Ver⸗ sailles zu locken, wo er ihn mit einer Hacke erschlug und dann mit Hilfe seiner Geliebten, der Dubois, den Leichnam in einen Koffer zwängte, den er wahrscheinlich die Absicht hatte, bei Conville irgendwo in der Erde zu vergraben. Der Angeklagte, dessen Nervensystem stark zerrüttet ist, beteuerte während der Untersuchung und der gestrigen Verhandlung mit der denkbar plumpesten Art der Beweis⸗ führung, daß der junge Delahaeff, als er ihn zwecks Ab⸗ schlusses des Ankaufs der großen Sammlung, für die Aubert übrigens alle Zahlungsmittel fehlten, in seine Wohnung geführt hatte, im Verlaufe des ausgebrochenen Wortwechsels auf ihn losgestürzt sei, um ihn zu erwürgen, und daß er ihn nur in der Notwehr erschlagen habe. Die Feststellungen des Vorsitzenden ergaben bis zur Evidenz die Hinfälligkeit dieses Verteidigungssystems. Ist doch festgestellt worden, daß Aubert alle Vorbereitungen für den geplanten Mord und die beabsichtigte Beraubung mit der größten Umsicht geplant und selbst seine Geliebte, um im äußersten Falle der Entdeckung wenigstens ihr Leben vor der Justiz zu retten, während seiner Zusammen⸗ kunft mit Delahaeff aus der Wohnung in so auffallender Weise entfernt hatte, daß diese ihr Alibi im Augenblicke des Mordes mit der größten Leichtigkeit nachzuweisen vermochte. Sie ist daher auch nur der Mithelferschaft bei der Verbergung des Leichnams und bei der Unter⸗ schlagung der Briefmarkensammlung angeklagt und erklärte mit der ruhigsten Miene der Welt, sie sei fest überzeugt, ihr Geliebter habe nur in der Notwehr gehandelt, wie scharf man ihr auch das Widersinnige dieser Darstellung vorhielt. Der Angeklagte ist ein eleganter Mann; er erscheint im schwarzen Salonrock und weißer Weste. Marguerite Dubois ist eine kleine hübsche Blondine. Das Publikum, welches der Verhandlung beiwohnte, besteht fast ausschließlich aus Briefmarkensammlern. — Ein gelehrter Sonderling. Man schreibt aus Paris vom 16. ds.: Gestern ist in dem Kranken⸗ hause Dubois ein Mann gestorben, der mit knapper Not dem Schicksal entgangen ist, als mittellos in der fosse commune bestattet zu werden, und der doch durch seine gelehrten Arbeiten ein ganz anderes Schicksal verdient hätte. Dieser Gelehrte, den das Geschick sogar verfolgte, indem es ihm den Namen Trécul gab, war einst ein bekannter Botaniker und hinterläßt heute nicht genug, um den Totengräber zu zahlen, nachdem er die letzten zwanzig Jahre seines Lebens in der Armut zugebracht Trécul war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und hätte sicherlich eine staatliche Anstellung gefunden, wenn die Liebe zur Natur nicht sein ganzes Streben in Anspruch genommen und ihn zur vollkommenen Verachtung aller anderen Dinge gezwungen hätte. Nachdem er seine Lauf⸗ bahn als Arzt begonnen hatte, zog er die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gesellschaften durch mehrere bota⸗ nische Veröffentlichungen auf sich und wurde in Jahre 1848 von der Regierung mit einer Mission betraut, deren Zweck darin bestand, die den nordamerikanischen Indianern als Hauptnahrungsmittel dienenden Wurzeln und Kräuter zu untersuchen und ihre Beschaffenheit festzustellen. Nach⸗ dem er diese Aufgabe erledigt hatte, ging er nach Texas und Mexiko und kehrte im Jahre 1850 nach Paris zurück, wo er den deutlichsten Beweis von seiner unprak⸗ tischen Gelehrtennatur gab, indem er den größten Teil des für seine Reise bewilligten Geldes dem Ministerium zurückgab. Seine Ausgaben waren so gering gewesen, daß man zu der Annahme gezwungen ist, Trécul habe in Amerika selber von den Wurzeln und Kräutern gelebt, die er untersuchte und klassifizierte. Wegen der Rückgabe des Ueberschusses geriet er sogar in Streit mit den Be⸗ amten, denen die Eintragung dieser längst im regelmäßigen Budget verzeichneten und verrechneten Summe unliebsame Mühe machte, und die deshalb vergebens dem Gelehrten zuredeten, daß die ganze Summe ihm gehöre und von ihm behalten werden müsse. Treécul gab sich nicht zufrieden, bis man ihm das Geld abgenommen hatte. Aus diesem Umstande sieht man zur Genüge, daß Treécul nicht in unsere Gesellschaft paßte und daß es ihm hienieden nicht anders als schlecht gehen konnte. Er lebte als Einsiedler unter seinen Pflanzen, bis er im Jahre 1866 von der Akademie der Wissenschaften zum Mitgliede gewählt wurde, doch gab er damit sein zurückgezogenes Leben nicht auf, sondern ergriff in der Akademie nur selten das Wort. In die Oeffentlichkeit ist sein Name später nur noch ein⸗ mal gedrungen, und zwar, als wegen der Theorien Pasteur's im Schooße der Akademie heftige Diskussionen entstanden, wobei Trécul einer der entschiedensten Gegner Pasteur's war. Später ließ er sich noch seltener in der Akademie sehen, an deren Thüren er häufig für einen alten Bettler gehalten wurde, so fadenscheinig und dünn war der einzige Rock, den er seit fünfundzwanzig Tag für Tag getragen hat. Er bewohnte eine ärml. Dachkammer im fünften Stock eines Hauses der 1170 Linné und wäre möglicherweise Hungers gestorben, mein die Akademie sich nicht seiner angenommen und in seinem Rücken seinen Hausherrn, seine Haushälterin usw, bezahlt hätte, wovon der nur im Pflanzenresch lebend Naturforscher nicht das Geringste merkte. Trecul 5 weder Verwandte noch Freunde, und wie die Akademie 1 für ihn im Leben gesorgt hat, so wird sie auch die der Bestattung tragen und ihn so vor dem gene Armengrab bewahren. Jedenfalls bildet die Erschelnung dieses gelehrten Sonderlings einen auffallenden Kontrast zu 115 und unseren Zeitgenossen, deren Bestrebungen und Anschauungen sich in den Herren Jay G Russell Sage verkörpern. en Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 30. Oktober. Einer Blätter⸗ meldung gegenüber, wonach bei der in Aussicht stehenden Convertirung der 4% igen Reichs⸗ und Staatsanleihe in eine 3»eige gesetzlich festgelegt werden soll, daß innerhalb der nächsten acht Jahre eine weitere Herabsetzung des Zinsfußes auf 3% nicht erfolgen dürfe, erfährt die„Staats⸗ bürger Zeitung“ von zuständiger Seite, daß diefe Nachricht jeder Begründung entbehre. Eine der⸗ artige Verfügung für die Zukunft werde an maßgebender Stelle nicht nur für unthunlsch sondern auch für überflüssig gehalten. Hd. Berlin, 30. Oktober. Bei der gestrigen Reichstags⸗Ersatzwahl far den Wahlkreis Westhavelland erhielten P us(Soz.) 7813, von Loebell(konf,) 6182, Blell(frs. Volkp.) 4752 Stimmen Aus drei Orten fehlt noch das Resultat. Eß scheint eine Stichwahl zwischen Piu und von Loebell als sicher. Hd. Zittau, 30. Oktober. Gestern hat hier ein furchtbarer Sturm schweren Schaden verursacht hat. Mehrere Fabrikschornsteine in der Umgegend sind eingestürzt. Hd. München, 30. Oktober. Vom Milltär⸗ gericht wurde gestern der Gemeine des königlichen 1. Jufanterie⸗Regiments Anton Pschorr, welcher am 17. Februar l. J. einen Kameraden mit dem Seitengewehr erstochen hatte, zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Hd. Viersen, 30. Oktober. Hierselb stürzte das Gerüst i 97 baues ein, als der Hauseigentümer den Arbeitern eine Erfrischung bringen wollte. Sämtliche Arbeiter wurden von den Trüm⸗ mern bedeckt. Drei Arbeiter wurden schwer verletzt hervorgezogen. Hd. Lichtenfels, 30. Okt. Die Straf⸗ kammer des königlichen Landgerichts Bamberg verurteilte den Brauer Johann Puels, welcher einen Sud Bier zum Ausschank gebracht hatte, von welchem er wußte, daß eine Ratte in den⸗ selben gefallen war, wegen Vergehen gegen das Lebensmittel⸗Gesetz zu 80 A1 Geldstrafe. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Bekanntma im 1. hessischen Reichstagswahlkreise Donnerstag, den 5. November 1896 stattfinden soll und daß die Wablhandlung um 10 Uhr vormittags beginnt und um 6 Uhr nachmittags geschlossen wird. Die Stadt Gießen zerfällt in folgende Wahlbezirke: Erster Wahlbezirk: Die Bewohner des Asterwegs, der Ederstraße, Marburgerstraße, von Licherstraße Nr. 23 Kaserne 2, der Nordaulage, Am Rodtberg, der Schillerstraße, Wallthorstraße Nr. 23— 77, Schottstraße, Steinstraße, chung. Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die durch Erlöschen des Mandats des seitherigen Reichstagsabgeordneten Köhler erforderlich gewordene Ersatzwahl sucht 1281 Einen Schreinergesellen Heuchelheim bei Gießen. J. Renner II, Suche sofort einen 1280 tüchtigen Gesellen Phl. Klotz, Schuhmacher, Gr. ⸗Lindon. zu vermieten. Freundl. möbl. Zimmer Mäusburg 12 III. (4271 Weserstraße und des Bei meiner diesjährigen Inventur habe ich einen großen Posten in Wieseckerweges. Wahllokal: Schulhaus am Asterweg. Wahlvorsteher: Beigeordneter Georgi, Stellvertreter: Stadtverordn. Homberger. Zweiter Wahlbezirk: Die Bewohner der Dreihäusergasse, Erlengasse, Löwengasse, Maigasse, des Neuenwegs, der Plockstraße, des Selterswegs, der Sonnenstraße, Süd⸗ anlage, des Teufelslustgärtchens, der Weidengasse, Wolkengasse, und der West⸗ anlage Nr. 1—20. Wahllokal: Gasthaus zum Wiener Hof. Wahlvorsteher: Stadtverordn. Heichelheim, Stellvertreter: Stadtverordn.Adami. Dritter Wahlbezirk: Die Bewohner An der Bach, der Brandgasse, des Brandplatzes, der Braugasse, Diezstraße, Dammstraße, Hundsgasse, Kaplaneigasse, des Kanzleiberges, Kirchenplatzes, Lindenplatzes, der Lindengasse, Moltkestraße, Neuen Bäue, Ostanlage, Schloßgasse, Schulstraße, Senkenbergstraße, Waagengasse, Wallthorstraße Nr. 2 Wiesenstraße und Zozelsgasse. Wahllokal: Turmhaus am Brand. Wahlvorsteher: Stadtverordn. Keller, Stellvertreter: Stadtverordn. Schmall. Vierter Wahlbezirk: Die Bewohner der Bahnhofstraße Nr. 1—50, des Burggrabens, der Kirchstraße, Kaplansgasse, Katharinengasse, des Kreuzplatzes, von Licherstraße 23 Kaserne 1, des Marktplatzes, der Marktstraße, Mäusburg, Rittergasse, Schanzen⸗ straße, des Tiefenwegs, der Wettergasse, Wetzsteingasse und Wetzsteinstraße. Wahllokal: Altes Rathaus. Wahlvorsteher: Stadtverordn. Jughardt, Stellvertreter: Stadtverordn. Haubach. Füufter Wahlbezirk: Die Bewohner der Bahnhofstraße Nr. 51—93, Grabenstraße, Hamm⸗ Mili fle 105 115 5 0 ee 1 Lahnstraße, Neustadt, gasse(große und kleine), Rodheimerstraße, Sandgasse, Schülzenstr Westanlage Nr. 2145. 5 1 e Wahllokal: Schulhaus in der Neustadt. Wahlvorsteher Kommerzienrat W. Gail, Stellvertreter: aufmaungK Friedrich Habenicht. 5 Sechster Wahlbezirk: Die Bewohner der Bergstraße, Bismarckstraße, Bruchstraße, Eichgärten, des Erdkauterwegs, der Gartenstraße, Goethestraße, Grünbergerstraße, Hessenstraße, Landmannstraße, Licherstraße mit Ausnahme der Nr. 23, Löberstraße, Lonystraße, Ludwigstraße Nr. 1—46, des Ludwigsplatzes, Nahrungsbergs, Schiffenbergerwegs der Skephanstraße, Wolfstraße und der Gemarkung Schiffenberg. Wahllokal: Bürgermeistereigebäude. Wahlvorsteher: Oberbürgermeister Guauth, Stellvertreter: Stadtverordn. Vogt. Siebenter Wahlbezirk: Die Bewohner der Alicestraße, An den Bahnhöfen, der Bleich⸗ straße, Ebelstraße, Frankfurterstraße, Hofmannstraße, Klinikstraße, des Leihgesterner⸗ weges, der Liebigstraße, Ludwigstraße Nr. 47— 73, des Riegelpfads und der Wilhelmstraße. Wahllokal: Gasthaus zum Hessischen Hof. Wahlvorsteher: Stadtverordn. Heyligenstädt, Stellvertreter: Stadtverordn. Kirch. Gießen, den 20. Oktober 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Oranienbrauerei Dillenburg ——— F empfie re nach Wiener Art gebrauten Bi li Faß als in Faschen. 5 1253 Den Vertrieb in Flaschen haben wir Herrn Fr. Kühnhold, Ludwigstraße aber gg i e beste Empfehlung für unsere Bi 2 den wir jedem Biertrinker 1 e Weitere Auskunft erteilt der Vertreter: H. C. Werner. ene 11111 Ein sehön möbl. Zimmer zu vermieten. Näheres Wetzsteinstraße 43, Dr. Webers Mittelhaus, 2. St. 1159 Ein klein. Mansardenlogis zu vermieten. 1214 Wallthorstraße 46. Kleines Familienlogis per 1. Oktober zu vermieten. 1070 Kreuzplatz 4. 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