Gießen, Dienstag, den 31. März 1896. Ausgabe Gießen. 9 fung. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 75 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die zspaltige Petitzeile. 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Aus dem Verwaltungsbericht der Großh. Bürgermeisterei. * Gießen, den 30. März 1896. „Beichte ind hel IX. surrer Dingelhe futter 80% Wasserwerk. . Mit dem städtischen Wasserrohrnetz „alete ahh, standen am 1. April 1895 überhaupt in Ver⸗ andes, die un bindung: 826 Hauswasseranschlüsse, 32 öffentliche Ae e, Bentilbrunnen(einschließlich 4 Schulbrunnen), 5 a 161 Straßenhydranten, 23 Gartenhydranten für unh bel. Abe städtische Anlagen leinschließlich 2 Stück im Real⸗ i bac schulhof und je eines für den Hof der Höheren ch ba Mädchenschule, sowie für die Anlagen vor dem Aniversitätsgebäude und der Johanneskirche), 1 Gießfaß⸗Füllstation am Ludwigsplatz, 5 öffent⸗ liche Pissoirs, wovon das in der Gabelung der Grünbergerstraße und Licherstraße seit Mitte November 1894 im Betrieb, 1 Teich in der Ost⸗ anlage, 1 Pumpstation für den Stadtringgraben in der Westanlage, 1 Prüfungsstation für Wasser— messer. 5 Außerdem werden noch ungefähr 340 Wasser⸗ llosets und 230 Badewannen mit der städtischen Wasserleitung in Verbindung stehen. Der Wasserpreis betrug bis 1. Oktober 1894 30„ für den Kubikmeter. Durch Stadt— berordneten-Beschluß vom 18. Januar 1894 ab auf 25 c ermäßigt. Die Mindestbeträge des jährlichen Ver⸗ brauchs bleiben dagegen dieselben, wie seit 1. April 1891 festgesetzt, nämlich: für ein Gebäude, von 1 Familie bewohnt, 9 l. de. Manus. ii die Johann e bebürftgen d 9 bird Vorn drenal für o zusammen ge⸗ c, findet die Wy⸗ anden aus 9 statt, „„. 7 0 1 2 29 10 0 A e e„ 3 u. m. Fam.„ 0 f, en 30 ff Durch Stadtverordneten-Beschluß vom 7. Fe⸗ bruar 1895 wurde bei Genehmigung des Vor⸗ anschlags für 1895/96 der Wasserpreis für en enen weiterhin wie folgt ermäßigt: hon 500 bis unter 1000 ebm.. 8 5 22 5 „ 1000„„ 10000 St. 1.00100 „Gänse per Pfug ud Rindfleich dh l, gesalz. 70 I, 70, Kartoffeln zn ler 50,0 M., 0 7 ö 20 für etwaigen noch größeren Verbrauch können hesondere Vergünstigungen eingeräumt werden. Der Wassermesser, nach dessen Angabe die Berechnung des Wasserverbrauchs stattfindet, wird den Abnehmern seit 1. April 1391 vom Wasserwerk unentgeltlich geliehen.— Für sogen. stontrole-Wassermesser ist jedoch nach wie vor Miete zu zahlen.— Hauptwassermesser von 55 mm und mehr Durchflußweite sind von den Abnehmern auf eigene Kosten anzuschaffen und zu unterhalten. [Qualität des Wassers. Von Seiten des chemischen Untersuchungsamts für die Provinz Oberhessen wurde das Leitungswasser aus den Quellen von Großen⸗Buseck und vom Licherwald stammend auf Grund von 21 im hiesigen Labo⸗ tatorium in den Monaten Juli, August, Sep⸗ ember, Oktober und November 1894 in wöchent⸗ lichen Zwischenräumen ausgeführten Analysen, als ein„vortrefflich brauchbares“ Trink⸗ basser bezeichnet, das auch für technische Zwecke durchaus geeignet sei. ze, 55 J. alt, 21. Die Be⸗ d. M, Nach sse aus statt. „Verantw. u E. Ottmau, — eschüft nan 0 . — Das Queckborner Wasser wurde im Januar 1895 von genannter Amtsstelle untersucht(vergl. Analyse am Schluß der noch folgenden Bau— beschreibung), wonach dasselbe als„von aus— gezeichneter Beschaffenheit“ erklärt wird. Das bereits im vorigen Jahr zu Lasten des diesjährigen Kredits erbaute Warenlager für das Hauswasserleitungswesen wurde mit der am 1. April 1894 begonnenen Aufnahme dieses neuen Geschäftszweiges vervollständigt. Dasselbe enthält eine Auswahl der bewährtesten Konstruktionen aller Bestandteile für Hauswasser— leitungen, als Badewannen, Badeöfen, Klosets, Waschbecken u. s. w., teilweise mit Anschluß an unsere Wasserleitung, sodaß einige Gegenstände in Thätigkeit gezeigt werden können.(Von diesem Warenlager sind begreiflicherweise die hiesigen Geschäftsleute recht wenig erbaut. D. R.) Es möge gleich hier bemerkt werden, daß sich dieser Geschäftszweig sehr gut entwickelt hat, nicht allein haben wir schon im ersten Jahr seiner Ausübung eine größere Zahl, teils stattlicher, Hauswasser— einrichtungen auszuführen gehabt, sondern wir wurden auch in zahlreichen Fällen mit der In⸗ standsetzung alter mangelhafter Einrichtungen betraut. Den Anforderungen des neuen Arbeits— gebietes Rechnung tragend, wurde ein besonderer Installationsmeister, Herr W. Weydemeyer, an— gestellt, unter welchem mehrere Installateure arbeiten. Wie auf dem Gebiet des Gaseiurich— tungswesens, machen wir es uns auch im Wasser— einrichtungswesen zum Grundsatz, nur bewährte Modelle und Konstruktionen anzuwenden, auf dauerhafte, vor Beschädigung möglichst geschützte und zugleich gefällige Ausführungen bedacht zu sein, und nur das beste Material zu ver venden. Wenn sich derartige Anh igen bei der ersten Ausführung auch etwas teuerer berechnen, so bieten sie doch eine Gewähr, daß dadurch unau— genehme Störungen im Gebrauch der Haus⸗ wasserleitungen, sowie häufige und kostspielige Nacharbeiten nach Möglichkeit vermieden werden. Lokales und Provinzielles. Gießen, 30. März. Palmsonntag, der letzte Fastensonntag vor Ostern, liegt hinter uns, und wehmutsvoll, mit ernsten Gedanken, sind wir in die stille Woche, die Charwoche, ein— getreten. Diese Woche gilt dem Gedenken des Kreuzigungstodes Christi, jener schmerzlichen Leidenszeit des Erlösers, die selbst verhärtete Gemüter mit heiligen Schauern erfüllt. Immer von neuem durchleben wir in der Charwoche— char bedeutet im Althochdeutscheu Trauer— mitfühlend die weltgeschichtlichen Ereignisse, die sich vor nahezu neunzehn Jahrhunderten auf dem Richtplatze Jerusalems, auf Golgatha, der Schädelstätte, abgespielt haben. Ein leuchtender Schimmer der unversiegbaren Liebe, die da am Kreuze für uns verblutet ist, fällt in die nüch— terne Alltäglichkeit unsres Erdenwallens hinein und weckt reinere, bessere Empfindungen, neue Vorsätze und Ideale in uns. Ach! es wird nicht alles in Erfüllung gehn, was wir in diesen Tagen der innern Einkehr uns reuevoll vornehmen; wie ein schöner Blütentraum dahinwelken unter dem frostigen Hauche der rauhen Wirklichkeit. Aber gut und nützlich ist es doch, zuweilen auf Stunden und Tage des häßlichen Haders zu vergessen, der die Geister in dieser Zeit der sozialen Kämpfe und Gegensätze so schwer bedrückt. Gut und nützlich ist es, auf Stunden und Tage der Selbstsucht sich zu ent— äußern, die den Menschen vom Menschen trennt, nachzueifern in Worten und Werken dem hohen Vorbild des hehren Dulders, der uns die all⸗ versöhnende Kraft hingebender, dienender, brüder— licher Nächstenliebe so wunderbar schlicht durch seinen Wandel, sein Leben und Sterben offenbart hat. Noch giebt es ja, trotz Haß und Zwietracht, die laut und höhnisch auf den Gassen gepredigt werden, Herzen genug, welche Trost und Er— bauung in den goldnen Lehren, den ewigen Wahr— heiten des Evangeliums finden, welche sich reich und glücklich fühlen in dem Bewußtsein ihres festen, unerschütterlichen Gottvertrauens, ihrer zuversichtlichen Hoffnung auf die überwindende Macht der göttlichen Liebe. Nur völlig verrohte Gesinnung wird an diesem erhebenden Bewußtsein zu rühren oder wohl gar darüber zu spötteln wagen. Aber Spott und Hohn verlieren ihren Stachel in der Charwoche, die den Zorn selbst der Streit— barsten dämpft, indem sie ihnen das herrliche Heilandswort:„Vergebt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!“ mahnend und eindringlich ins Gedächtnis zurückruft. Vergeben und wo⸗ möglich vergessen, was uns vom Nächsten Böses zugefügt wurde, geduldig das Kreuz der Leiden und Prüfungen auf uns nehmen, die uns das Schicksal zuerteilte und noch in Zukunft bescheeren wird: das sei die Aufgabe, die uns in diesen Tagen der innern Einkehr, der Andacht und Sammlung lösenswert dünkt. Und wenn auch so mancher treffliche Vorsatz, den wir fassen, allgemach wieder einschläft, so manches Ideal, dem wir nachstreben, mutlos als uner— reichbar wieder aufgegeben wird— gleich viel! Je mehr, je häufiger man sich daran gewöhnt, das Gute und Große zu wollen, je mehr und je häufiger wird man das Gute und Große thun; der willige Geist wird schließlich den Sieg über das schwache Fleisch davontragen. Möchte das jeder beherzigen, der wehmutsvoll mit ernsten Gedanken in die stille Woche eingetreten ist! Gießen, 30. März. Der langjährige Stationsvorsteher der Main-Weser-Bahn hier, Herr Heidt, wurde mit Wirkung vom 1. April d. Is. ab nach Bad Ems versetzt. Herr Heidt, der über 40 Jahre im Dienste der Main-Weser⸗ Bahn steht, hat alle Eigenschaften eines tüchtigen Bahnbeamten in dieser Zeit bewährt: streng gegen sich und gerecht gegen seine Untergebenen, zuvor— kommend gegen das Publikum. * Gießen, 30. März.(Neue Anschlüsse am Fernsprecher. Nachdem im laufenden Vierteljahr bereits drei Anschlüsse bewerkstelligt sind, haben sich weiter am Telephon anschließen lassen: Rechtsauwalt Dr. Fuhr 108, Villa Gail, Rodheim 70, Friedrich Seibel 107, Wallenfels und Sauer 106, Lohnkutscher Junker 109. Versammlung des Veteranenvereins wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Louis Petri UI, 1. Vorsitzender, Wacht⸗ meister Kasper, 2. Vorsitzender; Hauptlehrer Ludwig Traber, Schriftführer. Als Bei⸗ sitzer gehören dem Vorstand an: Gümblein, Heß, Weeg, Bruchhäuser und Pfitzner. Gießen, 29. März. In der gestern statt⸗ gehabten General-Versammlung der Gießener Omnibus⸗Gesellschaft waren die Mitglieder ziemlich zahlreich erschienen. Der vom Vorstand und Verwaltungsrat einstimmig gefaßte Beschluß die Linie B.(Grünbergerstraße—Bahnhöfe) ein⸗ zustellen, fand nicht die Zustimmung der Mehr⸗ heit der Versammlung. Ebenso wurde ein Ver⸗ mittlungsantrag vom Vorstand, außer der Linie A. einspännigen Wagen ohne Schaffner von der Grünbergerstraße bis zum Markt zum Anschluß an die Linie A. kursieren zu lassen, abgelehnt. Die weiteren Anträge A. Katz, das Unternehmen zu liquidieren, und Ed. Krumm, bei der Stadtverwaltung anzufragen, welche Subvention sie eventl. für das Unternehmen geben werde und sich dann schlüssig zu machen, fanden ebenfalls nicht die nötige Mehrheit. Dahingegen wurde ein Antrag des Fabrikanten Louis Lotz mit 24 gegen 21 Stimmen angenommen, dahin gehend, beide Linien, so wie sie jetzt gefahren werden, be⸗ stehen zu lassen und bei der Stadt um eine jähr⸗ liche Unterstützung des Unternehmens einzu⸗ kommen. Die Mitglieder des Vorstands und Verwaltungsrats hatten einstimmig erklärt, eine Wiederwahl ablehnen zu müssen, wenn ihre An⸗ träge fallen würden, da man beim Fortbestehen des seitherigen Betriebes die Verantwortung nicht weiter übernehmen könne. Stadtverordneter Loeber beantragte die Wahl des Vorstandes zu vertagen. Es wurde beschlossen, am Sams⸗ tag den 18. April eine weitere General-Ver⸗ sammlung einzuberufen, welche sich mit der Wahl des Vorstandes ꝛc. zu beschäftigen hat, Gießen, 30. März. Am vergangenen Sonutag schloß die hiesige Gewerbeschule ihr Wintersemester durch einen vormittags im Schul⸗ hause stattgefundenen Schulaktus, dem eine an⸗ sehnliche Anzahl von Eltern beiwohnte. Die ausgestellten Arbeiten legen Zeugnis dafür ab, daß die Zöglinge der Schule Tüchtiges gelernt. Nachmittags versammelten sich die Schüler, deren Eltern und Lehrer im Café Ebel. Hauptlehrer Traber eröffnete die Feier mit einer Ansprache, die er mit einem Hoch auf den Landesherrn schloß. Hierauf folgten abwechselnd Musikvor⸗ träge, Gesang, die Deklamation des Gedichtes „Die Glocke“, sowie Vorträge über gewerbliche Erziehung und über die geschichtliche Entwickelung der Baudenkmäler.— Wir wünschen dieser Lehr⸗ Anstalt ein ferneres Blühen und Gedeihen und wollen nicht unterlassen, die betreffenden Kreise, die jetzt vor der Frage stehen, was soll mein Sohn werden, gerade auf unsere Gewerbeschule ganz besonders aufmerksam zu machen, um dadurch vielleicht das Einschlagen eines falschen Weges zu verhindern. * Gießen, 29. März. Nachdem sich die Verhandlungen hiesiger Metzger wegen sban sen(a ssor Karl Sh den geehrten 0 bei vottommenke Die ewige Lampe. Novelette von E. Eschricht. 8(Fortsetzung.) 17 hiel ö Agrafina lehnte ganz bleich gegen die Wand labiersplcl.— ihr stand das Herz still— aber es war nicht lichen nung sreude— sie weinte, sie weinte heiße Thräuen des 609 itleids; es dauerte sie der Pope und auch wirklich uus schöne junge Mädchen, ob es gleich Schuld par an ihrem großen Unglück! Ach nach Nowgorod s Kloster des Heiligen Geistes— fortgewischt zen der Tafel der Lebendigen und Fröhlichen— zurlos verschwunden!— soviel Jugend, Schönheit ——— let Musllehres 8 ereien ud Liebe! Wie gewaltsam sie wohl das zarte ain iu he käubchen mit sich geschleppt hatten! Es ging wie , 57, i Schauder das alte Sprichwort durch ihre Flieder, das die Schrecken der Gewaltthätigkeit dem 16 olke abgepreßt. Kto protiw Boga iwelikago e wgoroda? Wer kann gegen Gott und Groß— Jowgorod? Sie kannte auch das strenge alte goster und die unerbittlichen Ordensregeln! Der alte Mann vor ihr, nachdem er seines Antes gewaltet und seinen traurigen Bericht gemacht tte, sank förmlich unter ihren Augen zusammen. „Und sei barmherzig, Mütterchen, mit dem Vä⸗ 1 5 Rurik Maximowitsch, hilf ihm sein Kreuz agen!“ Er neigte sich, verbeugte sich ganz tief und ging, Sie stand immer noch angelehnt; ihre Hände kalteten und ihr Blut rann langsam und stockend. War es nun wirklich zu Ende? Würde er ihr zurückkehren und mit ihm wiederum Ord⸗ dung. Friede und Freude in das unglückliche Haus? alt, das Leben vor ihr so unabsehbar lang— sollte es so hoffnungslos auch weiter noch sich hin— dehnen? Zur Mittagstafel erschien Rurik wie immer; er hatte sein gewöhnliches undurchdringliches, höfliches Gesicht und begrüßte sie freundlich. Sie sprachen vom Wetter, von der Jagd und von den Krim— kriegen. Bald verstummte das Geplauder und sie schwiegen ganz. Er schälte sich Obst und sie sah nun, wie er mit seinen Gedanken fort von hier war. Zuweilen fuhr ein Leuchten über sein Gesicht; seinen Lippen, ein wenig geöffnet, schien ein Name zu entschweben; seine Augen waren fast geschlossen; wie ein trunkener Taumel lag es auf seinen Zügen. Sie ballte die Hände und hätte sich auf ihn stürzen mögen— heute haßte sie ihn! Sie stieß plötzlich ihren Stuhl zurück und eut— ferute sich rasch. Aber am Abend, da er sich zu ihr an den Theetisch setzte, hinter das blinkende Samowar, da war etwas geschehen. Seine großen Augen starrten leer umher, ein kalter Schweiß perlte an seinen blassen Schläfen, und er sprach mit heißerem rauhem Ton. Plötzlich sprang er auf und lief hin und her; seine Brust arbeitete und er griff mehrmals in die Luft wie ein Geistesverwirrter. „Bist Du krank, Rurik Maximowitsch, soll ich zum Arzt schicken?“ Er blieb stehen und lachte bitter. „Ja, ja ich bin krank— Du wußtest es wohl, daß ich es bin, und Du hast gewußt, daß es mich vom Herrenhaus kommen; die Hirten aber auf dem Felde, die haben heute Nacht das Geisterschiff mit den heiligen Frauen gesehen und den Schrei der Taube vernommen! Der Pope ist fort und sein Haus verschlossen— und Du weißt alles!“ „Ja,“ sagte sie mit einem so kalten spöttischen Tou, daß sie nicht begriff, wo sie ihn hernahm, aber sie konnte nicht anders,„ja, ich weis etwas; Saschinka kehrt nun niemals wieder; die heiligen Frauen haben fie abgeholt und aufgehoben.“ Ein lchreckliches Zerren ging durch sein Gesicht. „Hast Du mir das gethan?“ „Nein; ich war das Leid nun schon gewöhnt — der Pope hat den Metropoliten von St. Peters— burg angerufen; sie war sein einziges Kind und seine Lebensfreude; aber er hat es dennoch gethan, denn Pflicht und Ehre waren lebendig in ihm! Gott wird barmherzig sein, und nehme ihre ver— lorene Seele an“ „So so— also lebendig begraben ist sie nun — und auf ewig verloren!“ Und so lang er war, warf er sich auf die Erde, schluchzte und raufte sein Haar. Wie leideuschaftlich ee war, wie rücksichtslos und ohne Herrschaft über sich— und das vor ihren Augen! Und sie hörte die Stimme des alten Mannes: „Hilf ihm sein Kreuz tragen, Mütterchen!“ „Es ist Zeit,“ sagte sie,„daß Du Dich schämst!“ JEr sprang auf und lachte ihr wild ins Gesicht; plötzlich war er ganz ruhig. manches Gelöbnis, das wir uns ablegen, wird Gießen, 30. März. In der General- Erlangung der Mitgliedschaft bei der Gießener —————————— ͤ———— Mein Gott, sie war noch jung, erst zwanzig Jahre] treffen mußte— ich sah heute früh den Popen„Es ist Zeit, daß ich mich schäme— laß es Dir nicht leid werden, Du Unbarmherzige!“ Er verließ bald danach das Herreuhaus und sie sah ihn nicht wieder, Niem and sah ihn wieder. Sie schwieg und wartete in trotziger, falscher Ruhe. Erst sechs Wochen später fanden sie eine Leiche in den Wellen der Lowat, ganz entstellt und ver— wittert, fast unkenntlich. Es hieß, er sei ein Selbstmörder. Agrafina widersprach nicht, Niemand widersprach, und der neue Pope, ein strenger Manu, ordnete an, daß der Leichnam an der Kirchhofsmauer beigesetzt wurde. Die Popin, eine fette, brutale Frau, erschien mit ihren sieben Kindern und holte sich Milchreis, Kuchen und Konfekt aus dem Sterbehause. „Was kann ich thun“, fragte Agrafina den neuen Popen,„um die verlorene Seele des Rurik Maxi- mowitsch zu retten?“ „Zünde eine Lampe an über seinem Grabe, aber habe Acht, daß sie niemals erlischt; damit auch in dunkelster Nacht das Licht leuchtet und die Heiligen die Stelle finden mögen, da seine arme Seele umirrt; sie werden Mitleid haben und mit ihren Fürbitten an die Barmherzigkeit des zürnenden Gottes rühren.“ Sie baute eine offene Schutzkapelle über seinem Grabe und das Lämpchen brannte Tag und Nacht. Jeden Tag füllte sie selbst das Oel auf und betete für ihn; aber ihr Herz lag ihr in der Brust wie ein Stein. (Schluß folgt.) 1 5 5 10 1 0 1 9 5 1 1 „ 4 10 5 0 * f 1 1 5 926 15 0 . 5 5 4 15 Schlachtviehversicherungs-Gesellschaft zerschlagen, haben 24 derselben beschlossen, eine Konkurrenz⸗Gesellschaft zu begründen, der jeder Metzger beizutreten berechtigt sein soll. Man hat sich an die städtische Behörde mit der Bitte ge⸗ wandt, den Beamten des Schlachthofs zu ge— statten, in gleicher Weise die Leitung und Be⸗ sorgung des Geschäfts des neuen Unternehmens zu besorgen, wie diese es seither für die bereits bestehende Versicherung thun. 5 Gießen, 28. März. Gestern hatte sich der Wirt Loeberich wegen Bedrohung des Hauseigentümers Chr. Bischoff zu verant⸗ worten. Der Angeklagte hatte im Hause Liebig⸗ straße 7, welches dem Bischoff gehört, eine Wirt⸗ schaft inne, die er, Zum Krackehlkasten“ nannte. Der Hausherr lebte mit feinem Mieter von Anfang an auf dem Kriegsfuß. Im November stand vor dem Amtsgericht Termin an in der Sache Bischoff gegen Loeberich wegen Räumung der Wirtschaft. Die Parteien waren durch Anwälte vertreten. Der Vertreter des Verklagten versäumte aber den Termin und so mußte auf Antrag des Klägers Versäumnisurteil erlassen werden. Am Abend des Terminstages erschien bei dem nichts ahnenden Loeberich bereits der Gerichtsvollzieher, um diesen auf die Struße zu setzen. Der heute als Zeuge vernommene Gerichtsvollzieher Geißler erklärte, er habe sich über die große Eile mit der diese Räumungssache seitens des Klägers be⸗ trieben wurde, gewundert. Es sei an dem Abend bitter kalt gewesen und habe ein Schneegestöber geherrscht. Loeberich sei in furchtbarer Erregung gewesen, als er ihn von seinem Auftrage Keunt⸗ nis gegeben. In Erwägung aller dieser Um⸗ stände habe er von der Exmission Abstand ge⸗ nommen, welche am nächsten Tage durch Sicher— heitsleistung abgewendet wurde.— Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der An⸗ eklagte in seiner Aufregung sich hat hinreißen assen, Drohungen, wie:„ich steche ihn tot“ und „er muß sterben“, zu gebrauchen und so laut zu schreien, daß der als Zeuge vernommene Bischoff diese Drohungen hören mußte, so daß er an⸗ geblich um sein Leben besorgt war. Der Staats⸗ anwalt Brühl welcher die Anklage vertrat, be⸗ Angeklagten gehandelt, rosesten Weise gegen den 1 5 Mann und Wetter auf die er habe den Mann in Wind 2 0 Straße setzen wollen. Er habe schon mit dem Vorgänger des Angeklagten in stetem Unfrieden gelebt, so daß man annehmen könne, er trage auch die Schuld der Differenzen mit Loeberich. Dieser sei hierdurch gereizt und in hochgradige Erregung versetzt worden, so daß der Fall sehr milde liege. Der Gerichtshof erkannte demgemäß. * Gießen, 30. März. Gestern Nachmittag 3 Uhr fand in Frankfurt in der Alemannia vom Gau I des deutschen Radfahrerbundes ein Bierkommers statt, welcher einen glänzenden Verlauf nahm. Von Gießener Vereinen waren „die Wanderer“ G. R. G. in ansehnlicher Zahl erschienen. Ein Teil der Wanderer machte die Tour nach Frankfurt per Rad. Man brauchte zu der Fahrt 4 Stunden. * Gießen, 30. März. Zur Ausbildung von Turnlehrerinnen wird auch in diesem Jahre von der Königlichen Turnlehrerbildungs-Anstalt in Berlin ein dreimonatiger Kursus abgehalten werden. Der Kursus, welchem nur im Lehramte thätige Lehrerinnen beiwohnen dürfen, beginnt am 9. April. Bad Nauheim, 27. März. Infolge der frühern Ankunft einiger Konfirmanden ist von der oberen Badeverwaltung in Darmstadt auf Aufrage gestattet worden, daß schon jetzt Bäder abgegeben werden. Mit dem 1. April werden allgemein Bäder verabfolgt. Auf der Kurhaus⸗ terrasse wird sehr eifrig gearbeitet, um die Glas⸗ und Holzhallen bis zum 1. Mai, dem Beginn der offiziellen Badesaison, fertig zu stellen. * Darmstadt, 28. März, Der land⸗ wirtschaftliche Provinz ialverein der Pro⸗ vinz Starkenburg faßte in seiner heutigen General⸗ versammlung eine Resolution, in welcher die Kultur von Braugerste in den dazu besonders geeigneten Orten der Provinz auf genossen⸗ schaftlicher Grundlage in Anlehnung an Ge⸗ treidehäuser empfohlen wird. Die Regierung soll ersucht werden, Lagerhäuser zur Verfügung zu stellen. * Darmstadt, 28. März. Seitens der Re⸗ gierung ist an den Landtag auch ein Gesetzent⸗ wurf über das Straßenbauwesen im Groß⸗ setzesvorlage sollen sämtliche Staatsstraßen den Kreisen überwiesen und das geltende Straßen⸗ baugesetz aufgehoben werden. Mainz, 28. März. Die von der Stadt⸗ verordnetenversammlung belchlossenen Statuten für die Errichtung eines städtischen Ar⸗ beitsnachweis-Bureaus sind, nachdem sie monatelaug dem Ministerium zur Genehmigung vorlagen, mit einer Reihe von Abänderungs- vorschlägen zurückgekommen und haben somit in ihrer ursprünglichen Fassung die Zustimmung des Ministeriums nicht gefunden. Das Statut unterlieat nunmehr eiuer abermaligen Beur— teilung des Rechtsausschusses. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 30. März. Aus Cottbus wird gemeldet, daß dort 4 ausständige Arbeiter, welche österreichischer Nationalität sind, auf Verfügung der Regierung ausgewiesen wurden. Hd. Wien, 30. März. Der Kanzelredner und Jesuitenpater Max Klinkowström ist ge⸗ storben. 8 85 Hd. Wien, 30. März. Gestern Morgen ist hier der berühmte Gynäkologe Hofrat Professor Dr. Späth im Alter von 74 Jahren gestorben. Hd. Budapest, 30. März. Die Untersuchung in der Affaire des Direktors des Bildermuseums, Pulszky, ist beendet. Es wurde konstatiert, daß Pulszky nichts veruntreut, sondern nur zur un⸗ richtigen Zeit die Abrechnung eingereicht hat. Zürich, 30. März. Gestern Abend stürzte iu der Grube Grand Fac ein Teil des Schachtes ein, wobei drei Arbeiter getödtet wurden. Hd. Paris, 30. März. Der frühere Mi⸗ nister Flourens erklärte in einem Interview, daß die Handlungsweise des Ministers Bourgeois gegen Berthelot verfassungswidrig gewesen sei. Hd. London, 30. März. Offiziös verlautet, die Abtretung von Port Arthur an Rußland sei keineswegs beschlossene Sache, die gegenteiligen Meldungeu beruhten auf Kombinationen und entbehrten jeder ernsten Grundlage. Hd. London, 30. März. In Handels⸗ und Finanzkreisen herrscht sehr große Besorgnis südafrikanischen Freistagten. Die Revo⸗ meisten 0 i ö lution im Matabelelande wird der Niederlage Dr. Jamesons zugeschrieben. Unter mehreren Stämmen wird eine Erhebung gegen die eng⸗ lische Oberherrschaft vorbereitet. Man befürchtet eine Koalition sämmtlicher südafrikanischen Kle staaten gegen England. Hd. Rom, 30. März. des Innern wird versichert, daß die Friedens verhandlungen kurz vor dem Abschlusse sind. Menelik hätte übrigens nie von einer Kriegs⸗ entschädigung gesprochen. Die Schwierigkeiken wären nur auf die Einflüsterungen einer fremden Macht zurückzuführen.(Gemeint ist Frankreich.) — Der afrikanische Korrespondent der Tribuna deutet in einem Briefe an, daß Baratieri die Schlacht von Adua doch auf Befehl Crispis be gonnen habe. g Hd. Rom, 30. März. Es als sicher, daß Oberstlieutenant Galliauo, der tapfere Verteidiger von Makalle, im Gefängnis von den Abessyniern an Händen und Füßen ver⸗ stümmelt wurde. Hd. Kairo, 30. März. Wie verlautet, hat die Vorhut der egyptischen Expediton in der Nähe von Akasche eine vollständige Niederlage erlitten und einen Verlust von 50 Mann gehabt. Humoristisches. — Zeichen der Zivilisation. Afrikareisender (erzählend): So durchirrte ich denn drei Tage lang die afrikanischen Urwälder, ohne die geringste Spur von einem menschlichen Wesen zu entdecken. Endlich— am 4 vierten Tage— stieß ich auf einen Galgen, an dem ein 9 Neger bammelte.„Gott sei Dank“, dachte ich bei mir, „nun komme ich doch wieder in eine zivilisierte Gegend!“ — Entschuldigung.„Die Schmeicheleien, die Sie mir sagen, haben Sie heute andern Damen auch schon, gesagt!“„O, nur aus Uebung, gnädiges Fräulein!“ Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. lt nunmehr antragte die niedrigst zulässige Strafe nämlich 4 3. Der Zeuge Bischoff habe in der rigo⸗ herzogtum gelangt. Mit dieser umfassenden Ge— wegen der englisch⸗feindlichen Bewegung in den Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gießen gehörigen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots (Anzug: Kleiner Dienstanzug). 2. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden Entlassenen. 3. Wehrleute 1. Aufgebots, die vom 1. Oktober 1893 ab eingestellt worden. 4. Ersatz⸗Reservisten, geübte und nicht geübte. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten A. Zu Gießen in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffen⸗ berg und Herruwald, Heuchelheim, Klein Linden, Oppeurod am 16. April 1896. 1. Appell Vormittags 9 Ubr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie. 2. Appell Vormittags 11 Ubr: haben: Wehrleute 1. Aufgebots der Infanterie. 3 Appell Nachmittags 2 Uhr: Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz⸗Behörden entlassenen Mannschaften und die Wehrleute 1. Aufgebots aller übrigen Wassen und zwar: der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fuß⸗Artillerie, Pioniere, Eisen⸗ bahn⸗ und Luftschiffertruppen, des Trains(einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinär- personal, Bülchsenmacher, Dekonomie-Handwerker und Mirine-Mannschaften. Am 17. April 1898 1. Appell Vormittags 8 Uhr: Sämmtliche Ersatz-Reservisten. 2. Appell Nachmittags 2 Uhr: 1 5 55 für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzen— born und Steinberg, Hausen. 0 5 5 Reservisten und Wehrleute J. Aufgebots zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz⸗Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen sowie der Ersatz-⸗Reservisten. IB. Zu Lollar am is. April 1896 neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten- Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen ⸗ Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck 1 Appell Vormittags 8 Uhr 45 der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. 5 Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. g 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wehrleute 1 Aufgebots aller Waffen. 3. Appell Nachmittags 1 Uhr: Ersatz Reservisten. C. Zu Grünberg am 20. April 18386, am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelshütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermülle, Kesselbach mit der Rabenauschen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzen- mühle und Ziegelhütte, Lumda(Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queck- born, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirr⸗ berg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod. 1. Appell Vormittags 5 Uhr 15 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz⸗Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 11 Uhr: Reservisten. D. Zu Hungen am 21. April 1856 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Nabertshausen mit Ringelshausen, Rod heim mit Hof⸗Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horlaff, Utphe, Villingen. 1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Osstziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. 5 Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz- Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 11 Uhr: Reservisten. 2 E. Zu Lich am 21. April 1896 am Bahnhof 0 für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grilningen, Holzheim, Lich mit Albacher⸗Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münsster, Nieder⸗Bessingen, Ober⸗Bessingen. Ober-Hörgern, Steinbach. 1. Appell Nachmittags 2 Uhr: Osstziere, Sauitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz⸗Behörden entlassenen Maunschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 4 Uhr 30 Minuten: Ersatz⸗Reservisten. Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege(durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden am nur im dringeudsten Notfalle ge— nehmigt. Diejenigen Mannschaften, bei denen Fußmessungen noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung. Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. sind vorher wegzulegen Die Militärpapiere(Paß und Führungszeugnis) müssen zur Stelle sein. Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontroltages bis Mitternacht unter dem Militärgesetz. Gießen, den 19. März 1896. Großherzogliches Bezirks-Kommando. J. V.: Ziegler, Premierlieutenant und Bezirks-Adjutant. Submissionen. Gießen Die bei der Herstellung der Canalisterung des chemischen Laboratoriums, sowie des rückseitig gelegenen Teiles des Universitätsgebäudes zu Gießen vorkommenden Arbeiten, als: 1) Ausheben von Rohrgräben für Haupt- und Nebenstränge(ca. 400 Ikdm), 2. Verlegen glasierter Steinzeugrohren von 10 17,5 em lichter Weite, nebst Liefern und Versetzen von Sandfängen und Sinkkasten, zus. 14 Stück, 3. Herstellen von vier größeren Revisionsschächten, 4 Abbruchsarseiten des alten Kanals, sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung ver⸗ geben werden. Die Angebotsunterlagen können im Antslokal der Baubehörde für die Univer⸗ sitäts⸗Neubauten, Goethestraße 52, eingesehen und Angebotformulare daselbst bezogen werden. Bezüglich der Bedingungen für die Bewerbung um diese Arbeiten und ihre Ausführung wird auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 verwiesen. Die Angebote sind bis Freitag, den 16. April, Vormittags 11 Uhr, daselbst einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage Gießen. Die Lieferung der für den Hauptbau der neuen Werkstätteanlagen erforder- lichen gußeißernen Kanalroste und Schachtrahmen nebst Deckeln im Gewichte von ca. 1720 kg soll vergeben werden. Zeichnungen, Lieferungsverzeichnis und Bedingungen können auf dem Baubureau im Riegelpfad eingesehen, auch die Angebotsunterlagen, mit Ausnahme der Zeich— nungen, gegen postfreie Einsendung von 40 Pfg. von da bezogen werden. Angebote sind bis spätestens am 8. April, Vormittags 10 Uhr, bei genannter Stelle einzureichen, Zuschlags⸗ frist: 8 Tage 2 Bekanntmachung. 20062 2 Kornbranntwein Das Abfallholz(Reisig und Klötze) aus D verzapft den städtischen Anlagen in der Südanlage, 2 J. Arnold, Westanlage, Grünberger- und Licherstraße, sowie eine Partie Fichtenreisig im Bürger— zum Schipkapass, 477 Bahnhofstrasse 7. meistereihof sollen SSS Mittwoch, den 1. April, Vormittags 10 Uhr, Ein Wagen, Pflug und Egge zu verkaufen. 444 Eichgärten 1. an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. London. Englisch in drei Monaten. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren einschließlich % Die Zusammenkunft ist an der Johanneskirche Gießen, den 30. März 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Die Listen über die während der Zeit vom 1. April 1896 bis Ende März 1897 für die Pflichtfeuerwehr heranzuziehenden Personen 5 7. liegen vom Erscheinen dieser Bekanntmachung Erfolg garantir. Familienleben. Freundl. ab während 8 Tagen auf unserm Bureau Aufn. Mäß Honorar, Zahlr. Ref. Stellen vermittelt Prof. Mendel, Lee, London S. E. CON (Marke Adler-Schott) per Liter flasche incl. Glas Mark 1.80 empfiehlt — Zimmer Nr. 15— zu Jedermanns Ein⸗ cht offen. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß während dieser Offenlegungsfrist Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen sowie Befreiungsansprüche auf Grund der Ortsfeuerlöschordnung vom 12. Juli 1892, auch Wünsche hinsichtlich der Einteilung in eine bestimmte Abteilung der Pflichtfeuerwehr mündlich oder schriftlich bei uns vorgebracht werden können. Gießen, den 28. März 1896 Großh. Bürgermeisterei Gießen Gnauth. Ein braver Junge als 471 Hausbursche sofort gesucht. J. Lein, Wallthorstr. 19. Ein Kellnerlehrling in ein Hotel nach auswärts gesucht 470 L. Feldhaus, Kreuzplatz 4. Ph. Herrmann, Seltersweg 33. Sosesessseee Fahrrad billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Ztg. 466 S8 Unterricht im Bügeln(Glauzbügeln) wird gründlchi erteilt. Frau Schlicher, 469 Wetzsteingasse Nr. 43. Ein möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermieten. 443 Grünbergerstraße, Bleiche. Einige Wagen Asche zu verkaufen in der 46⁵ Schneidmühle, Hammstr. 27. er Unterzeichnete empfiehlt sich in allen Schuhmacherarbeiten, sowie sonstigen Reparaturen prompt und billig. Um mit den aus dem Arresthause gelieferten Arbeiten konkurrieren zu können, berechne an Arbeitslohn für Herrensohlen und Fleck Mk. 0,70, Damen„„„„ 0,60. H. Groh, Schuhmachermstr., 367 Gr. Mühlgasse 8. Schlagen's W Dauerfeder hält ca. Emal mehr Tinte wie eine gewöhnliche Schreibfeder, W ist 2 bis 3 mal so dauer⸗ 85 und kleckst nicht. e Preis 3 Mk. pro roß. Burtscheid-Aachen. Schlagen& Co. Haus- und Fahrburschen sowie Oeconomiepersonal empfiehlt zu jeder Zeit das Plac irungs- bureau von C. Stiasny, Asterweg 6. Privat- Institut von Dr. Nc. Büchner Darmstadt. Vorbereitung zum Vinz.-Freiwilligen uud Nbikurienten-Sramen Internat. Aufnahme kann jederzeit erfolgen. Näh. durch den Vorsteher Dr. A. Biichner, Darmstadt, Soderstraße 85. Honig, unfrank. nicht Sendung. Cloppenburg, Oldenburg. Zurücknahme Zu haben in den meisten Schreib- waarenhandlungen, wo nicht, liefern wir direkt garantiert reinen, nur feinst. Tafelhonig, prä⸗ miirt, versendet die 10 Pfd.⸗Dose zu 6 ½ Mk. franko. Garantie, konvenir. Steinkamp, Großimkereien, Empfehle mich hiermit in allen in mein Fach einschlagenden Schuhmacherarbeiten und sichere nur reelle Bedienung zu. Herren⸗Sohlen und Fleck 2,70 Mk., Damen⸗„„ H. Hartig, Gießen, 384 Mäusburg 12, III. ff. Hannsmanns Zapa-Kaffee, pr. Pfd. 1,80 M, d. i. Büchs. z. 1,90 u. 2 Mk, mehrere Sort. Ge- müse u. Huppennudeln, v. d. bill, bis z d. femnst, franz. Maccaroni, Nostnen u Sultaninen, Mau- deln, auch een u. Haselnüsse, ff. Cog⸗ 0 nac u. Num, Wückl Bismarcksheringe, ff. Cigarren, Dabaßt, Va- rinasblätter, ff. Kanaster u. vorzügl. 1 7 früchte empfiehlt Ecke der Schott⸗ u. Steinstr., Ar. 78. inge, Heringe, Sardellen, im boriährigen e. Wenn aue cen Juuach ul un e i ageren Sin 11 och am Boranschla e derbrauch Tag für Gael. Tctend zugenomm 1 1 0 Hasklaf⸗ Maschi Woranschlag ei neter, der Ve ö Zunahme von! f 5 Toraischlag o 0 Vorjahr erfal a chice Elsaz de I oleuchtung v Arte, während g die Anwachsen d ö gerufen durch tbeleug kun, beleuchtung t. Die Gasbe A ihrer eigenen ebschvankungen, Amer mehr in d 9 en ir de zeliche gegriffen— en im Verl. e genen c dener van fi , dach eren fen I d 1 Rig 800, hecbon aug f ene g Rachtung Jeder der f 1 i 00 ed uuletnen delt dsa Nute 1 Tuulfurtrstra 0 wurden d en Eick berbli „ Malge St Januar 189 — Die Nobelet don ihre 0 5 m S 0 u in 15 ö 70 Stern h 1 Lo ging eg 0 . dur gan 1 magesgichn . enn je 10 90 l Gu e lum 15 5 0 Empfehle meine Korb- und Stuhl⸗ flechterei zu soliden Preisen. 200 Aug. Werner, Korbmacher, 2²⁰ Gießen, Weidengasse 8. Chr. Arnold, Spenglermeister, Wolkengasse empfiehlt sich bei allen vorkommend u 0 hren n pn bie Spenglerarbeiten, insbesoudere Neubauten.(13 05 Reparaturen gut und billig.