welche ic Cataffarsz de Besthug cburg, Wenn aun, bebe — liesse 1 Kranke sen(Piano, n ud Mn ter, die K Leitung ds asse. ichtung wo ert F. moll) n ner, Mangold, ert) u Mk. 1— le Ernst(. II Jaaß mit u r guten Sit Nea uftserteilung genosenshse üche aus 1 in Gesuhen don Fordere agster Dislretioß nden; Tesch ch 20 ö un bete 5 rsteht lle Frau“ Socke, in Versen geschildert ine Schwächen geschickt gegeißelt. en 1896. 0 Postztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe Gießen, Sonntag, den 29. November Gießen. sandeeilung Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Breis der Anzeigen: 10 Pfa. für die Zspaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 ö ales und Provinzielles. 14 1 Gießen, 28. Nob. Bictoria Melitta⸗ rein.) Auf Anregung und unter dem Vor⸗ der Großherzogin und in Gegenwart des ßherzogs erfolgte im Neuen Palais zu aunstadt unter Theilnahme der Oberbürger⸗ ster von Darmstadt, Gießen, Mainz, Finbach und Worms die Gründung eines seins zur Errichtung enn fern im Großherzogtum. Zur wirksamen schführung sollen Zweigvereine in das Leben fen werden, vorerst in den genannten fünf idten. Gern haben sich die Bürgermeister erklärt, die einleitenden Schritte zu thun. Verein hat seinen Sitz in Darmstadt, . unmittelbar der Großherzogin und it den Namen:„Victoria⸗Melitta⸗Verein zur findung von Genesungshäusern im Groß⸗ Gießen, 28. November. Unser Stadt⸗ ater war am Donnerstag(„Die offi⸗ mit Thessa Klinkhammer Gast), wie am Freitag Abend(„Komtesse erl“ nur schwach besucht Wir wünschen, sgogtum Hessen.“ ttags 5 l 1 die nächsten Vorstellungen der rührigen seltion besser besetzte Häuser bringen, Gießen 28. Nod.(Stadttheater.) Sonntag findet wieder eine der bei unseren nen so beliebt gewordenen„Kindervor⸗ lungen“ statt.„Ein Märchen aus uusend und einer Nacht“ wird diesmal geführt.— Abends geht die große Ge⸗ sposse„Der Stabstrompeter“ in e. Die Vorbereitungen für die am enden Dienstag erfolgende Aufführung von mann Sudermanns nenestem Werke rituri“ sind in vollem Gange. Wie man dem Theaterbureau mitteilt, sind Billets se Vorstellung, welche der enormen Kosten bei etwas erhöhten Eintrittspreisen statt⸗ Montag bei Herrn Ernst „bereits am lier zu haben. Gießen, 28. Nov. Vor dem Verwal⸗ Sgerichtshof zu Darmstadt kommt in den uhsten Tagen die Frage zur Entscheidung, ob Hessen die Reichsbankstellen zur Ko m⸗ Analbesteuerung herangezogen werden nen. Einer Anregung des hessischen Städte⸗ 5 folgend hat die Stadt Darmstadt die ige Reichsbanknebenstelle mit ihrem ommen zu der Kommunalbesteuerung heran⸗ gen. Die Reichsbank lehnte diese Besteuerung der Motivierung ab, daß sie keiner Kom⸗ nalbesteuerung nach dieser Richtung hin unter⸗ „ da sie eine Wohlthätigkeitsanstalt Die Entscheidung hierüber ist für verschie⸗ hessische Städte, darunter auch Gießen, von entlicher Bedeutung. * Gießen, 28. Nov. Wir weisen unsere Leser nochmals auf das morgen Nachmittag von dem Bauer'schen Gesangverein und dem Männer⸗ gesangverein zu veranstaltende Wohlthätig— keitskonzert hin. Dafür, daß einige genuß⸗ reiche Stunden bevorstehen, bürgt die bekannte Leistungsfähigkeit der Veranstalter. Hoffentlich wird auch der pekuniäre Erfolg der Veranstal⸗ tung nichts zu wünschen übrig lassen. * Gießen, 28. Nov. Wiederum ist unsere Stadt um ein der Neuzeit entsprechend ein⸗ gerichtetes Etablissement reicher geworden. Wir meinen das seit heute eröffnete Möblelmagazin des Herrn Th. Brück auf dem Kanzleiberg. Der Einblick, den man durch wahre Riesen⸗ Spiegelscheiben in das Innere des großen Magazin⸗Raumes gewinnt, läßt erkennen, daß alles aufs komfortabelste eingerichtet worden ist. Das Ganze gereicht sowohl dem Besitzer, der keine Kosten gescheut hat, nur etwas Ge⸗ diegenes zu schaffen, als auch den mit der Ausführung betrauten Handwerksmeistern zur größten Ehre.— Schade nur, daß die Um⸗ ebung mit diesen prachtvollen Lokalitäten nicht c Selbst dem Unbefangensten fällt der scharfe Kontrast auf, in dem das Möbel⸗ magazin des Herrn Brück mit dem alten„Gelärr“ des Heidenturmgebäudes steht. Soll dasselbe etwa als„Wahrzeichen“ der Stadt erhalten bleiben, oder wäre es nicht besser, wenn es einer neuen Schöpfung Platz machte? * Gießen, 27. Nov.(Strafkammer.) Der Weißbinder Eduard Ludwig Weiß⸗ bäcker von Heldenkirchen hatte am 4. Oktober dieses Jahres in einer dortigen Wirtschaft die Bekanntschaft eines Mädchen gemacht. Da er jedoch bei Auswahl seiner Redensarten wenig Sorgfalt verwandte, setzte sich das Mädchen an einen anderen Tisch. W., hierüber aufgebracht, versetzte dem Mädchen ein paar Ohrfeigen. Auch mißhandelte er dasselbe später nochmals vor der der Wirtschaft und verfolgte sie, weshalb jene um Hilfe rief. Die Gebrüder Heß kamen dem Mädchen zu Hülfe. Weißbäcker zog das Messer und versetzte dem Einen derselben einen Stich in das Genick, den Andern stach er in die Hüfte. Weißbäcker erklärte heute, er habe aus Notwehr gehandelt. Da einige Zeugenaussagen in Wider⸗ spruch stehen, wurde die Verhandlung zur wei⸗ teren Beweisaufnahme vertagt. Auch soll ein Zeuge geladen werden, welcher bestätigen soll, daß der Angeklagte ihn zum Meineid habe ver⸗ leiten wollen. * Gießen, 27. Nov.(Schöffengericht.) Wegen gegenseitiger Körperverletzung nehmen der Postgehülfe Johann Felix Kalt, die Kommis Wilhelm Schmidt, Karl Kämmerer, Johann Martin Schütz, Heinrich Desch, der Metzger Hermann Weisel und der Sattler Otto Kreiker, sämtlich von hier, auf der Anklagebank Platz sodaß Verletzungen entstanden. Da sich bestand entsinnen können. bekommen, aber keine ausgeteilt haben. sämtliche Angeklagte freigesprochen. Bad Nauheim, 27. Nov. Friedrich Bode seinen 85. Geburtstag. In voller geistiger und körperlicher Frische unter⸗ nimmt der Jubilar noch fast täglich seinen Spa⸗ ziergang. Dr. Praxis niederlegte, ist Ehrenbürger dieser Stadt, die ihm außer⸗ ordentlich viel zu danken hat.— Das neue Badehaus Nr. 6 blickt mit seinen Grundmauern schon aus der Erde heraus; bis Juni 1897 dürfte der mächtige Bau vollendet sein. * Offenbach, 27. Nov. hessische November Verband umfaßt mit den hinzugekommenen Genossenschaften Schulze⸗Delitzsch und die Raiffeisen⸗Genossen⸗ schaften zusammengenommen. * Mainz, 26. November. Stadtverordnetenversammlung wurde genehmigt. anlage für den Schlachthof 4000% bewilligt Die Satzungen behufs fte der einer Pen sionsanstalt für die Mitglieder des der Schreib⸗ für die Volkss vertagt. * Mainz, 27. Nov. einer hiesigen Bürgerfamilie hat Abend mit Vitriol vergiftet. Die Angeklagten sind beschuldigt, am 6. Sep⸗ tember d. J. sich vor der Wirtschaft Schneider am Oswaldsgarten dadurch körperlich mißhandelt zu haben, daß sie sich mit Spazierstöcken schlugen, alle Angeklagten damals in betrunkenem Zustande befanden, will sich keiner mehr auf den That⸗ Jeder will Prügel Der Amtsrichter bedauert, daß man mit jeder kleinen Schlägerei das Gericht beschäftige. Da auch die Zeugen nichts wesentliches bekunden, werden Montag den 30. November feiert Geh. Medizinalrat Dr. Bode, der vor acht Jahren seine kam 1837 nach Nauheim und Der Anwalt des Allgemeinen Verbandes der deutschen Landwirt⸗ schaftsgenossenschaften, Haas-Offenbach, ist zum Geheimen Regierungsrat ernannt worden. Der im 3900 Genossenschaften, mehr als die älteren von In der heutigen die Erhebung einer katholischen Kirchen⸗ steuer für 1897/98 in der Höhe von 22 850. gegen den Widerspruch der Sozialdemokraten Für den Neubau einer Halle im Verwaltungsgebäude des Gaswerkes wurden 3824, für Kanalisierung des Schlachthofes 18000. und für einzureichende Pläne für Beschaffung der Kessel-, Maschinen⸗ und Kühl⸗ städtischen Orchesters und einer Witwe⸗ und Waisenkasse für die Angehörigen wurden einstimmig angenommen. Der Antrag auf d en 18 een un eichen materialien chulen wurde wieder einmal] Eine Katastrophe in Sevilla. Die 23jährige Tochter sich gestern Trotz der von den Aerzten angewandten Gegenmittel ge- des kleinen Dampfers„Azualfarache“ eingeschifft, um lang es nicht, die Unglückliche am Leben zu er- auf dem Guadalquivir Wildenten zu schießen. Bis „halten; sie ist heute Vormittag gestorbeu. Un⸗ glückliche Liebe soll die Ursache der That sein. Mainz, 27. November. Der Provin⸗ zial⸗Ausschuß für Rheinhessen verurteilte heute die Gemeinden Bodenheim und Börzweiler zur Zahlung eines Beitrages zu den Gesamt⸗ baukosten der Nebenbahnlinie Bodenheim⸗ Odernheim, Börzweiler muß etwa 9000, Bodenheim 46000% bezahlen. Börzweiler hatte die Beitragsletstung gänzlich verweigert, Bodenheim 10000%. geboten, was jedoch ab⸗ gelehnt worden war. Die Gesamtbaukosten der Nebenbahnstrecke betragen 460000 Mainz, 27. Nov. Bei einem Rangier⸗ manöver vor dem hiesigen Zentralbahnhof steieß gestern Abend eine leere Personenwagen-Ab teilung gegen die Maschine und Packwagen des Frankfurt⸗Kölner Schnellzuges. Von ersterer Abteilung wurden mehrere Wagen teilweise zer⸗ trümmert; die Schnellzugsmaschine blieb un⸗ beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Mainz, 27. November. Die Taglöhnerin Anna Sieger von Sörgenloch lockte gestern Nachmittag unter dem Vorwande, es habe ein Vorübergehender ein Packet in den Keller ge⸗ worfen, die Ehefrau des Landwirtes Illy von da in den Keller. Hier überftel die Person die Ahnungslose mit einer Sichel und verletzte sie mit mehreren Hieben am Nacken und auf dem Kopfe so schwer, daß die Verletzte mit einem Aufschrei bewußtlos zu Boden fiel. Die Verletzungen sind lebensgefährlich. Die Atten⸗ täterin ergriff die Flucht. Es ist der Polizei noch nicht gelungen, ihrer habhaft zu werden. Ueber die Ursache des Mordversuchs durch- schwirren nach dem„M. Journ.“ verschiedene unkontrollierbare Gerüchte den aufgeregten Ort. Vetzberg, 28. Nov. Unsere Schule ist nun schon geraume Zeit fertig gestellt. Alt wie Jung freut sich, daß die Kinder bei dem jetzt mit aller Macht hereinbrechenden Winter den Weg nach Rodheim nicht mehr zu machen brauchen. Die Geschäftsleute haben alles auf⸗ geboten, die Schule komplet zur bestimmten Zeit herzustellen. Aber ein Lehrer ist bis jetzt noch . nicht gefunden worden, und die Gemeinde be⸗ „zahlt das Schulgeld in Rodheim ruhig weiter. Könnte da nicht sobald als möglich Abhilfe geschaffen werden? n Vermischtes. Man schreibt aus Madrid unterm 9. November: Der Tele⸗ graph bringt uns heute Morgen die Kunde von einem furchtbaren Unglück, das sich in der Hauptstadt Anda⸗ lusiens in der Nacht auf gestern ereignet hat. Eine Ge⸗ sellschaft von 17 Sevillaner Herren hatte sich an Bord ———— Flitterwochen 0 Slizzenblatt von F. Storck. 3(Nachdruck verboten) (FHortsezung.) Märchen!“ unterbrach er sie.„Was sollte ma und die Bekannten sagen, hielten wir unsere sesezeit nicht aus und überrumpelten sie, wie ein ib in der Nacht. Ich will Dir doch noch den renal und den Bodensee zeigen. Noch köst⸗ e Tage sind unser, ehe es ins Geschäftsjoch geht, * seiner ewigen Plackerei.“ 5 Sie sah sofort ein, ihr Ernst traf inmer das sehte.„Freilich, Liebster, eine Ausspannung that ge so nötig. Denken Sie nur, der Aermste war zig nervös vor unserer Hochzeit.“ „Richtig“, unterbrach er sie wieder lachend. 9 ¹⁰ verübt wie ein überstudierter, J habe Faseleien f e euter Professor. Nervös aufgeregt. ge 0 In welcher Kirche gener Mama telegraphisch au: i ich getraut? Es 2 9 sich um Beschaffung enes Taufscheines.“ 8 Und Mama telegraphierte zurück: Du hast den tf verloren alter Junge!“ ergänzte die kleine uu, zärtlich seine Hand fassend. „Sie reiten wohl zu viel den Pegasus“, schaltete u Hausherr trockenen Tones ein.„Mit Geschäfts⸗ agen und Hochzeits vorbereitungen vertragen sich he phantastischen Ausflüge nicht. Wir lachten. Wußten wir doch alle, Brand hee dem jungen Mann einst schwer verübelt, daß i Apothele, frei nach Schillers asche und des Prinzipals „Nun, in unser Fremdenbuch gestatte ich Ihnen ben poelischen B suchte die gutmütige Haus⸗ den Tadel des Eheherrn abzuschwächen.„Geh 6, hol es her, und Jeder und Tinte.“ Das Reimschmieden ging in der That leicht von Statten. Ohne Besinnen flog die Feder in der wohlgepflegten Hand über das Buch. Der Brillant am kleinen Finger warf zuckende Lichtfünkchen auf das weiße Blatt. Dann versagte sich auch der Schnelldichter nicht, uns sein Poem mit dramatischem Schwung vorzule sen: „Wenn in späten Tagen Ihr forscht in diesem Buch, Darein viel Freunde sagen Euch Dank und Segensspruch, So denket gern auch dessen, Der in der Jugendzeit An Eurem Tisch gesessen, Allzeit zum Scherz bereit. Der, Euch sein Glück zu künden, Auch heut hier suchte Rast, Durft auch ein Plätzchen finden, In diesem Buch als Gast.“ n Bei den letzten Worten stürmten Hans und Elli wichtig ins Gärtchen. f a Die Chaise ist schon da, Ihr sollt gleich ein⸗ steigen“, schrieen sie und hingen sich an den Onkel, der einst ihre ersten Abenteuer der Kinderstube mit⸗ erlebte. Nun folgte ein überstürzter Aufbruch. Ver⸗ sicherungen gegenseiliger Gewogenheit. Herzliche Einladung seitens der jungen Frau an die Gast⸗ freunde. Dann rollte das kostbarste Lohngefährt des Städtchens mit dem Paare davon. Noch halb betäubt tauschten wir unsere Ansichten über die Abfahrenden, als der Hausherr, der sie hinausgeleitet, zurückkam. Seine Stirn war um⸗ wölkt. Um seine düstere Stimmung befragt, sagte er seufzend:„Das arme junge Geschöpf! Sie ist blind in ihrer Liebe, aber sie wird schrecklich hell⸗ sehend werden.“ Damit ging er in sein Laboratorium, um sich dranges zu entziehen. i die Apothekerin mit, daß ihren Mann die ruhe gebracht. Ernst habe ihn flehend, fast demütig um ein Darlehn gebeten. Er sei vollständig blank zu können. Die ahnungslose, glückstrahlende zu sehr“, sagte die Apothekerin. das Blaue vom Himmel gelogen. Ihr vorge— brechen.“ angepumpt hatte. die geschäftige i Baden-Baden. alten Schlosses. mächtigen Ruine. Jede unternahm Mauerwerk wuchert. köstlich still und friedlich. Ich lehnte in einer Fenster⸗ sticktem Lederpolster, anmutige, edelgeborene Frauen weiteren Fragen des ihm bekannten weiblichen Wissens⸗ Anderen Tages teilte mir Sorge um die Zukunft der jungen Frau um seine Nacht⸗ Fünfzig Mark müsse er unbedingt haben, um weiter „Mein Mann hat's ihm denn auch gegeben. Frau jammerte ihn „Aber es ist doch ein bodenloser Leichtsinn, sich wochenlang auf Reisen zu begeben, ohne die nötigen Gelder. Mein Mann ist überzeugt, Weigel hat bei seiner Schwiegermutter schwindelt er sei reich, und nun wird in kürzester Frist die ganze Herrlichkeit wie ein Kartenhaus zusammen Das waren nun so ungefähr auch meine Ge⸗ danken. Nur ein grenzeulos leichtsinniger Mensch konnte so ungeniert, ja geradezu übermütig auftreten, nachdem er eben den Gastfreund in solcher Weise Anderen Tages trug auch schon Fama der Kleinstadt uns die Kunde zu, Weigel habe Freund Walter gleichfalls bluten Drei Tage später führte mich mein Weg nach Eine Freundin stieg mit hinauf, durch die harzduftenden Wälder, auf die Höhe des Dort kletterten wir umher in der ihre eignen, kleinen Forschungsreisen. Die Sonne spielte freundlich auf dem mancherlei Gesträuch, welches üppig im Es war noch Vormittag und wölbung. Meine Gedanken schweiften in eine ferne Vergangenheit, da in diesen Fensternischen auf ge⸗ kunstvolle Goldstickereien fertigten, und sehnsüchtigen Blickes die Heimkehr ihrer Ritter und Herren er⸗ harrten. Plötzlich trafen Stimmen mein Ohr. 9„Ich bitte Dich, Ernst, laß uns heimreisen! [Warum sitzen wir nur schon zwei Tage in diesem teuren Baden-Baden“, bat eine weiche, mir bekannte Frauenstimme. „Aber kleine Thörin, Baden-Baden ist doch herrlich! Heute Abend sollst Du staunen! Großes Konzert, Feuerwerk, Reunion. Wir tanzen und amüsieren uns. Und Du hast mich, liebes Herz.“ Das Paar mußte auf der Bank am Fuße der Ruine sitzen, denn es klang nun der Schall zahl⸗ loser Küsse deutlich herauf. Und dann lachte er hell auf. Ernst Weigels unwiderstehliches Lachen.„Siehst Du, Schatz, das wußte ich, wenn Du blos mich hast, nachher hältst Du es sogar in Baden-Baden aus.“ „Ja Ernst, weil ich Dich anbete. O, wenn Du mich jemals täuschen köuntest, ich stürbe daran. Weil wir uns aber so innig lieben, so denke ich immer: Daheim ist's am Allerschönsten. Warum immer bei diesen zahllosen Menschen, in diesem be⸗ täubenden Sprachgewirre?“ „Sei nicht kindisch, Paula! Wir reisen heim, wenn's Zeit ist. Jetzt habe ich auf zwei Uhr ein feines Diner bestellt. Gehen wir also über das Schloß hinab“, entgegnete er, merklich verstimmt. Ich beugte mich über die zerbröckelte Brüstung, da unten gingen sie thalabwärts, mein Ohr hatte mich nicht getäuscht. Hielten die erborgten hundert Mark wirklich noch vor? Das Pflaster in diesem Welt⸗ und Luxusbade ist doch wahrlich nicht billig. Bis jetzt schien die Blindheit der jungen Frau noch nicht gewichen. Sie betete ihn sogar noch an, den Herrn Leichtfuß.—— (Schluß folgt.) 1 rf 1 8 Ur e 1 135 ii 100 1 . 160 60 1 15 10 147 — —— Mitternacht hatten die Ausflügler fröhlich gespeist und getrunken und sich schließlich zur Ruhe in den Kabinen ausgestreckt, in Erwartung des ersten Morgengrauens, wo die Jagd beginnen sollte. Gegen 5 Uhr früh, bei noch stockfinsterer Nacht, erhielt das kleine Fahrzeug einen fürchterlichen Stoß; es war nämlich gegen den großen Dampfer„Tarre de Oro“ geprallt. Letzterer gab sogleich Gegendampf und warf Anker und Boote aus. Der „Azualsarache“ war auf der Stelle mit Mann und Maus auf den Grund gegangen, und über den Fluten schwammen nur vereinzelte Gegenstände und zwei Menschen. Letztere wurden von den Booten aufgenommen und nach Sevilla gebracht. Die Geretteten sind die zwei in Spanien all⸗ bekannten Verlagsbuchhändler Martin ez und Juan Antonio Fé. Die Zahl der Ertrunkenen belänft sich auf zwanzig. Unter ihnen befindet fich der Bruder des berühmten Malers Villegas, der Chefredakteur des Lokalblattes„EI Poroena“, der Direktor und der Kassierer der Filiale des Banco de Espana. Nebst den Aus⸗ flüglern sind auch der Kapitän, der Maschinenführer und die drei Matrosen des„Azualfarache“ umgekommen. Der Buchhändler Fé erzählt über die schreckliche Begebenheit Nachstehendes:„Einige Minuten, ehe das Unglück sich ereignete, erwachte Martinez und neckte mich, indem er mir die Schlafdecke entzog und Wein ins Gesicht spritzte. Da er mich nicht in Ruhe ließ, fing ich an, aus Spaß mit ihm zu zanken und erhob mich von meinem Lager. Plötzlich fühlte ich einen furchtbaren Ruck und vernahm ein Krachen wie von zersplittertem Holz und zerklirrenden Fensterscheiben. Gleich darauf wurde mir in allen Gliedern eiskalt und ich hatte das vage Bewußtsein, daß ich im Wasser liege. Ich schwamm, so energisch ich nur konnte, ohne zu wissen, ob ich noch innerhalb der Kabine oder auf dem Grunde war. Schließlich kam ich an die Ober⸗ fläche des Wassers und wurde von den Booten des„Torre de Oro“ aufgefischt. Die Rettung Martinez war mit größeren Schwierigkeiten verbunden. Derselbe, ein schlechter Schwimmer, wurde von der Strömung ergriffen und ziemlich weit mit fortgerissen. Ein ihm nachruderndes Boot nahm ihn auf, als er bereits ohnmächtig auf den Wellen trieb.“ Die Nachricht von der Katastrophe hat in Sevilla und wohl in ganz Spanien schmerzliches Aufsehen erregt. Die Vermutung liegt nahe, daß sowohl die Schiffsmannschaft wie die Jagdgesellschaft am Vorabend im Trinken des Guten zu viel gethan habe.. Oeffentl. Versammlung Zentral⸗Verbandes Deutscher Brauer und verw. Berufsgenossen. Sonntag, den 29. November 1896, nachmittags 2 Uhr, im Lokale des Gastwirt J. Thoma, Vahnhofstraße. Tages- Ordnung: 1. Die sehlechte Lage der hiesigen Brauereiarbeiter und wie kann dieselbe verbessert werden? Referent: Genosse J. Brand aus Frankfurt a. Main. 2. Verschiedenes. Freie Diskussion ist Jedermann zugestattet. Um zahlreichen Besuch bittet Der — Zwei Biedermänner. Michel(nach heftigem Streite):„Dir zünd' ich noch das Haus über'm Kopf an!“— Hans:„Und wenn's bei Dir einmal brennt, lösch' ich!“ Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Am 17, November. Dem Gerber Heinrich Kraft III ein Sohn.— 19. Dem Schlosser Johann Heinrich Nau⸗ mann ein Sohn. Dem Bierhändler Johannes Altensen eine Tochter, Anna.— 20. Dem Maler Ernst Aßmann ein Sohn, Hans. Dem Kaufmann Georg Kleinhenn eine Tochter.— 22. Dem Gärtner Heinrich Wellhausen ein Sohn, Karl August Ludwig. Dem Taglöhner Ernst Gehrke eine Tochter. Dem Buchhalter Jakob Bickhardt eine Tochter.— 23. Dem Braumeister Josef Kern ein Sohn, Max Josef. Dem Knecht Karl Erb eine Tochter, Marie. Aufgebote. Am 21. November. Ludwig Albach, Arbeiter dahier, mit Katharine Wien zu Frankfurt a. M.— 23. Philipp Bolle, Lederhändler zu Querfurt, mit Elisabethe Katharine Marie Apollonia Haupt hierselbst. Eheschließungen. Am 25. November. Ludwig Martin Weber, Metzger und Wirt dahier, mit Marie Bert von Londorf. Sterbefälle. Am 21. November. Balthasar Förster, 61 Jahre alt, Schneidermeister dahier. Johann Heinrich Heineck, 75 Jahre alt, Rentmeister i. P. dahier.— 22. Wilhelm Schmidt, 58 Jahre alt, Straßenkehrer dahier.— 23. Karoline Rain, geb. Schaab, 67 Jahre alt, Witwe von Lademeister Heinrich Rain dahier.— 25. Marie Danz⸗ mann, geb. Hardt, 46 Jahre alt, Ehefrau von Maschinen⸗ meister Ernst Danzmann zu Offenbach a. M. Marie Diehl, 4 Jahre alt, Tochter von Fabrikarbeiter Heinrich Diehl dahier. — e Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ * Berlin, 23. November, 3 Uhr 15 Miu. Der Reichstagsabgeordnete Für st Fürstenberg ist letzte Nacht zu Nizza gestorben. 10 Uhr geöffnet. dl. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Die Freibank bleibt bis Abends * Detmold, 28. November, 3 Uhr 30 Min. Die Fürstin Elisabeth ist nachts gestorben. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 28. November. In einem Runderlaß an die Regierungspräsidenten hat der Minister des Innern entschieden, daß behördliche Beglaubigungen von Unterschriften stempel⸗ frei sind. Bisher mußte dafür fast ausnahms⸗ los 105 Gebühr von 1 Mk. 50 Pfg. bezahlt werden. Hd. Wien, 28. Nov. Die liberale Mino⸗ rität des Gemeinderats war der gestrigen Sitzung ferngeblieben, in der es zu großen Skandalen zwischen den deutsch-nationalen und christlich⸗sozialen Antisemiten, kam aus Anlaß der Berathung der Subventionierung des katho⸗ lischen Schulvereins, welche die Deutsch⸗nationalen entschieden ablehnen. Mit geballten Fäusten gingen die Gegner auf einander los. Hd. Paris, 28. Nov.„Libre Parole“, welche in letzter Zeit wieder in gehässiger Weise gegen Deutschland agitiert, bringt einen Leitartikel, worin ein Krieg gegen Deutschland befürwortet wird. Es heißt in dem Artikel u. A., die russische Allianz ist für uus eine Allianz der Revanche. Wir haben die Pflicht, unsere Verluste wieder wett zu machen und werden das auch thun. Nicht an dem Zaren ist es, unsere Interessen zur Geltung zu bringen. Rußland will so⸗ lange als möglich den Frieden, weil der Zar schon nach 20 Jahren 150 Millionen Unterthanen zählen und dann unsere Al⸗ lianz nicht mehr brauchen wird. Den Frie⸗ den und Elsaß⸗Lothringen wollen, ist ein Unding, da Deutschland Elsaß⸗Lothringen niemals freiwillig hergeben würde. Daher müsse der Zeitpunkt des Handelns bald ge⸗ kommen sein. Die Zerstörung der preußi⸗ vom 3. bis 9. „„„ „,„ „„„ 1 „„„ 1611 Einberufer. r „„„ — Urs drei vom 29. November bis 13. Dezember 1896. Der hiesigen Bäcker. e— 27 Pfg. e MunlL Ziehung 1 Gewinn im Werte von Mark 50 000, Gewinne im Werte von je Mark 500 300 u. s. w. zusammen 3 000 Gewinne im Werte von Mark 150,000. Lose à 1 N., 11 Stück 10 Mk. bei 1212 Rich. Guchacker Neuen Bäue 11. ER In besonders reicher Auswahl empfehle ich: 1 U 11 11 1 Pelerinen-Mäntel für Herreg in allen Grössen mit Wollfutter, alle mit abknöpfbarer Pelerine,, 18 bis 48 Mark. N Winter-Paletots für Herren schen Monarchie muß der Preis un Bündnisses mit Rußland sein. a Hd. Paris, 28. Nopember. In der suchung der Panama⸗Affäre sind dem Geri zwei Magistratsbeamte beigegeben Gestern wurden im Hause Arkons mehrere n fangreiche versiegelte Dokumente aufgebrochen 10 ö geprüft. Arton machte sodann Enthüllungen, 1 e ue Ph 1 N den Ab. geordneten Leroi a itschuldigen de Kommission bestochen habe.. wa „Hd. Rom, 29. Nov. Der Umstand, ber bit des u e des Königs von Serben er Prinz von Neapel anwesend wa rd hie lebhaft erörtert. g Abe des Kronprinzen der Thatsache zu, daß vor 00 Heirat der Prinzessin Helene König Alexaue 1 um ihre Hand nachgesucht hat. Hd. Petersburg, 28. November. Vel dye Station Natitschenan fand ein furchtbarer Zu sammenstoß zweier Züge statt. Es wurde 15 Wagen vollständig zertrümmert. Die Zul der Toten und Verwundeten ist beträchtlich. — Marktpreise. 1 Gießen, den 28. November. Auf dem h 4 Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 90— 1,10, Huhn, eier 2 St. 14— 17, Enteneier—, Gänseeier—— 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Tauben per Paar 50—65 Pfg., Hühner p. St. 901 Hahnen 42— 54, Enten 1,40— 1,60, Gänse per Min 44— 55, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindslessch bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 50— 65, Kartoffeln 1 100 Kilo 4,00— 4,50, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mug“ Milch per Liter 16 Pfg. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. eie teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Geige, mit Wollfutter, ein- und zweireihig, zu ö 1 bis 43 Mark. Dezember d. J. 110 10 000 5000 2000 1000 „„„ „„„ „ 1 „„ u 200 55 Anl. Havelocks f. Herren in Tuch und Lodenstoffen, nur mit ganzer, ringsherum gehender a 13 bis 36 Mark. Pelerinen-Mäntel für Knaben und Jünglinge mit und ohne Futter, Kragen alle zum Abknöpfen, zu 3 bis 30 Mark. Pelerine, FfEMSDOf Man schreib. die Ahwesenhen 1 Kg.(2 Pfd.) 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