ermit die esche 32 Ga rderohe g relle Duin ich un dene 0 diehl. keins Sie stellung außerdem in in, g, Ph. Moch, indenplatz, ric binnen, dunn Nark. terricht Näheres bei in Auna Immel, bofsraße 38, III. ab bringen en uuseren zieren auch ter u zum Ver⸗ apsehlen dieß ein Geuuß⸗ sungsmittel Ranges. Alkohol, da⸗ nen Malz t-Gehalt, e Ernährung ers und be⸗ t. siual⸗ Porter“ à Flasele Jedes Duan“ 15 Haus. Röhrle, u⸗Brauete, 1 cen. 5 beginnen aus 0 N e Gießen, Donnerstag, den 29. Oktober 1896. ssche Landeszei Postztg. Nr. 3239 a, Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe Gießen. fung. Postztg. Nr. 3239a. Telephon⸗Nr. 112. 1 Redaktion: * Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. Expedition: A 24 Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 28. Oktober.(Schlierseer Bauerntheater.) Ein neues von den Schlier⸗ seern hier noch nicht gegebenes Stück gelangte gestern Abend zur Aufführung,„Die Z'wider⸗ wurzen“. Das trotzige und protzige Töchterchen des Kurzenhofbauern, das obigen„Spitznamen“ einem braven Holzhauerknecht, dem Floßermartl, verdankt, ist die Hauptgestalt in diesem ländlichen Charaktergemälde. Stast, so heißt die„Z'wider⸗ würzen“, ist ein verzogenes Kind, gegen jeden abstoßend und brutal, auch gegen Martl, der sie dennoch lieben gelernt. Nach bieler vergeblicher Mühe wird— und das ist der befriedigende Ab⸗ schluß des Stückes— Stasi sein Weib und nicht zum mindesten trägt der Umstand dazu bei, daß der soust arme Martl, der aber ein guter Schütze t, auf dem Oktober⸗Preisschießen zu München zum— Schützenkönig avancirt ist. Braut des Schützenkönigs zu werden, war ja auch für Stasi zu verlockend, er imponierte ihr— sie liebte ihn.— Daß bei einem Verlobungsfest der Schuhplattler⸗Tanz nicht fehlen 91 0 ist felbstverständlich. Das Stück war reich an höchst lomischen Scenen, die auf das zahlreiche Pub⸗ kum eine außerordentliche Wirkung ausühten. Die Zithervorträge fanden wie gewöhnlich stür⸗ mischen Beifall. Heute findet die Abschiedsvor⸗ sellung statt, in der das stets gern gesehene oberbahrische Volksstück„Der e deer bon Ammergau“ gegeben wird. Gießen, 27. Okt.(Stadttheater.) Die längst in Vorbereitung befindliche Schwank⸗ Novität„Die Dragoner“, geht am nächsten Freitag in Szene, worauf wir schon heute auf⸗ merksam machen wollen. Mit dieser Aufführung wieder die Abonnement-Vor⸗ stellungen der hiesigen Bühne. Gießen, 28. Okt. Am nächsten Mon⸗ tag findet eine Wählerversammlung der deutschen Reformpartei in Steins Saalbau statt. In derselben wird der Reichstagsabge⸗ ordnete Zimmermann aus Dresden einen Vortrag halten. Sämtliche Wahlberechtigte des hiesigen Wahlkreises haben Zutritt. Gießen, 28. Okt. Unter den verschiedenen e Parteien, die am Wahlkampfe scheiden. Gießen, 27. Okt. Die Veranstaltungen der„Wanderer“, Gießener Radfahrer⸗ und zufriedenstellendsten Weise. 1 im ersten hessischen Wahlkreis beteiligt sind, ist das Abkommen getroffen, die Stimmzettel in ein und derselben Druckerei herstellen zu lassen. Es soll dadurch vermieden werden, daß die Zettel der verschiedenen Parteien sich äußerlich unter⸗ esellschaft am letzten Sonntag, den 25. d. Mts. verliefen programmmäßig in der schönsten Bei den Rennen am Vormittag auf der Landstraße nach Lollar beteiligten sich zehn Fahrer und es errangen die gesetzten Preise: a. Beim Erstfahren 5000 Meter: 1. Ph. Nikolaus in 14% inuten, 2. W. Berg in 14¾ Minuten, 3. A. Schwab in 15 ¼ Minuten. b. Beim Haupt⸗ fahren über 5000 Meter: 1. Kurt Siri 10 Minuten 42 Sekunden, 2. Wilh. Hamel in 10 Minuten 50 Sekunden, 3. Ph. Nikolaus in 11 Minuten 14 Sekunden. Bei letzterem Fahren entspann sich ein sehr interessanter und spannender Endkampf zwischen dem dritten und dem folgenden Fahrer Ad. Noll, welcher kurz vor dem Land überspurtet wurde. An der am Nachmittag stattgehabten Schnitzeljagd waren etwa 35 Mitglieder beteiligt, welchen diese in Gießener Radfahrerkreisen bisher noch nicht be— kannte Veranstaltung besonderes Vergnügen ge⸗ währte. Die als Füchse mit zwei Stunden Vorsprung fungierenden Fahrer hatten ihre Auf⸗ gabe, die Jäger irrezuführen, so gut gelöst, daß ein großer Teil derselben erst nach mehrstündigen Irrfahrten den Endpunkt erreichte. Die aus⸗ gesetzten Preise wurden in folgender Reihenfolge gewonnen: 1. Wilh. Hamel, 2. Ph. Niko⸗ laus, 3. August Schwab, 4. J. Wirth⸗ mann. Abends fand ein sehr gut besuchter Kommers auf Texrtors Ter asse statt, welcher die Teilnehmer bis zum frühen Morgen zusammenhielt. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden, Herrn Wilhelm Hom⸗ berger, folgten in augenehmer Abwechselung gemeinschaftliche Gesänge, komische Vorträge des Herrn Krämer, Musikpiecen und eine große Reihe von Toasten, von welch' letzteren insbesondere diejenigen der Herren Wirthmann, Bichler, Dr. Creutz und Fillmann lebhaften Anklang fanden. Bei der Preisverteilung, welche der 1. Vor⸗ sitzende mit entsprechenden Worten einleitete, konnte er die erfreuliche Mittelung machen, daß der 1. Preis bei der Schnitzeljagd, ein pracht⸗ voller Regulator, von dem Gewinner, Herrn Wilh. Hamel, den Wanderern für das Vereins⸗ lokal dediziert worden ist. Ein kräftiges dreifaches„All Heil“ war die Antwort. Allen Anwesenden, insbesondere auch den Damen und den als Gästen zahlreich erschienenen Freunden der Wanderer, wird diese Veranstaltung noch lange in angenehmster Erinnerung bleiben, zu⸗ mal da auch für die leiblichen Genüsse durch das von Herrn Metz gestiftete vortreffliche „Bichler“-Bier, wie auch durch die gute Küche des Herrn Bob bestens gesorgt war. * Gießen, 28. Oktober. Von Interessenten wird uns folgende Petition an die Stadt⸗ verordneten⸗Versammlung betr. die Verlegung des Viehmarktplatzes in der Provin⸗ zialhauptstadt Gießen zur Veröffentlichung mitgeteilt: „Nachdem in den Kreisen' der unterzeichneten Händler das Projekt der Verlegung des Marktes hinter die Bahnhöfe in seinen Einzelheiten bekannt geworden ist, haben wir die Ueberzeugung gewonnen, daß die geplante Verlegung weder zu unserem Vorteil, noch zur Frequenz des Marktes selbst beitragen kann. Wenn es auch im Interesse der rascheren Abwicke⸗ lung der Geschäfte nur von Vorteil sein kann, wenn der Marktplatz mit einem Bahnanschlußgeleise versehen ist, so ist dies doch kein unabweisbares Bedürfnis und wird nach unserer Ansicht bei dessen Nichtvorhandensein der Markt mit nicht weniger Vieh befahren werden. Dagegen müssen wir entschieden Front gegen die beabsichtigte Einrichtung eines Viehhofs machen; denn abgesehen davon, daß ein solcher bei einem Zuchtvieh⸗ markt, wie der hiesige, nicht nötig ist, würde, wenn in einer Stallung derselben nur ein Stück Vieh für seuche⸗ verdächtig gehalten würde, sofort der ganze Stall ge⸗ sperrt werden und der hiervon betroffene Händler müßte unberechenbaren Schaden erleiden, sodaß hierdurch unter Umständen die ganze Existenz des Marktes in Frage käme, denn welcher Händler wird es riskieren wollen, daß ihm sein Vieh unter Umständen wochenlang gesperrt wird, er wird alsdann sicher den hiesigen Markt zu vermeiden suchen und auf nichthessischen Konkurrenz⸗ märkten, wo die sanitären Vorschriften weniger rigoros sind, seine Geschäfte abschließen. Hierzu kommt noch, daß die Kosten für uns wesent⸗ lich höhere würden, da doch die Zinsen und Amor⸗ tisation des bedeutenden Anlagekapltals, sowie die hohen Verwaltungskosten aus den Stall- und Futtergeldern gedeckt werden müßten, während wir jetzt an Niemanden gebunden sind. Glauben wir von unserem Stallwirt übervorteilt zu werden, so können wir jederzeit andere Unterkunft bekommen. Das, was dem hiesigen Markt fehlt und um was wir ergebenst bitten, ist: „Die Beschaffung eines geräumigen Platzes zur Abhaltung des Marktes, mit genügendem Raum zum Zu⸗ und Abtrieb, einem Musterplatz, der von allen Teilen leicht zu erreichen ist, Hallen zum Schutze der Menschen und Tiere bei ungünstigem Wetter und anständige Behandlung seitens des Aufsichts⸗ und Beamtenpersonals.“ Indem wir bemerken, daß heute nur ein verschwindend kleiner Teil der 53 Petenten, welche zur Zeit für die Verlegung des Marktes eintraten, den gleichen Stand⸗ vorgesehene Platz kaum näher an dem eigentlichen Bahnhof sich befindet, wie der seitherige Marktplatz, Verlegung hinter die Bahnhöfe, sowie die Errichtung Verkehr schädigend, unterlassen möge. Folgen 332 Unterschriften von Viehhändlern 68 Orten. R. Grünberg, 27. Oktober. Reichstagsersatzwahl im Vergleiche derjenigen bei vorhergegangenen wahlen eine viel ruhigere ist, ö Parteien in reger Weise betrieben wird. Di Sozialdemokraten hielten am letzten Sonntag ab. kraten den Freisinnigen entgegen. Die hier orts von den Sozialdemokraten im Gasthauf „Zum Rappen“ anberaumte allgemeine Wähler Besuches und nahm teilweise einen etwas un ruhigen Verlauf. Herr A. Schmidt punkt wie damals einnimmt, um so mehr, da der neu hoffen wir, daß verehrlicher Stadtvorstand die geplante bezw. Erbauung von Viehhöfen, als den Handel und aus Wenn auch die Wahlbe wegung zu der bevorstehenden zu Reichstags⸗ o ist doch nicht zu bestreiten, daß die Agitation in hiesiger Gegend von allen dabei in Fragen kommenden in Saasen und Grünberg Versammlungen In Ober⸗Ohmen, wo Herr Rechtsanwalt Metz aus Gießen sprach, traten 2 Sozialdemo⸗ versammlung erfreute sich eines sehr zahlreichen aus Gießen als Referent dieser Versammlung sprach in 1¾ stündigem Vortrage über die sozialen Schäden und Mißstände der heutigen Wirtschafts⸗ ordnung und streifte in kritischer Beleuchtung i110 die bürgerlichen Parteien. An der Dis⸗ kussion beteiligte sich nur Herr Kaufmann Moll. Er trat den Referenten entgegen und wollte Näheres über den Zukunftsstaat wissen. Herr Schmidt war dem Diskussionsredner bedeutend überlegen und fertigte ihn mit Eleganz ab. Butzbach, 27. Oktober. In der Nachbar⸗ gemeinde Kirchgöns ereignete sich am Freitag Morgen ein Unglücksfall. Ein fünfjähriges Knäblein wurde, da es schlief, von seinen Eltern, die sich zur Arbeit aus dem Hause begaben, in der Wohnung zurückgelassen. Während der Ab⸗ wesenheit der Eltern ist das Kind erwacht und hat sich anscheinend in die Nähe des Ofens, der brannte, begeben. Dort hat das Kind, das nur mit einem Hemdchen bekleidet war, vermutlich Feuer gefangen und, da leider niemand in der Nachbar⸗ schaft auwesend war, so mußte es unter schmerz⸗ lichen Qualen dem Tode erliegen. Als die Eltern nach Hause kamen, fanden sie das Kind, am ganzen Körper schwarz verbrannt, in der Nähe des Ofens liegen. * Bad Nauheim, 28. Oktober. Nach der Wahl des Gemeinderats Theodor Andrea s zum Beigeordneten hatte die städtische Gemeinde⸗ vertretung beschlossen, die gebotene Ersatzwahl eines weiteren Gemeinderatsmitgliedes bis zur nächsten regelmäßigen Ergänzungswahl nach 3 Jahren zu verschieben. Die obere Ver⸗ waltungsbehörde hat diesen Beschluß aufgehoben und die alsbaldige Vornahme der Ersatzwahl angeordnet.— Mit Rücksicht auf das Projekt, elektrische Beleuchtung in der hiesigen Stadt einzuführen, sind von einer Anzahl nam⸗ hafter Firmen Anerbietungen wegen Ausführung des Werkes hier eingelaufen. * Bad Nauheim, 27. Oktober. Für Töchter gebildeter Stände, die nicht mit irdischen Glücksgütern gesegnet sind, hält es nach dem Tode ihrer Ernährer oft nicht leicht, einen ihrem Bildungsgrade zusagenden und ihre materielle Existenz sichernden Beruf zu finden. Frau Sanitätsrat Dr. Müller hier hat mit dem von ihr geleiteten Kind rsanatorium„Emmaheim“ ein Institut zur Ausbildung von Schüle⸗ rinnen in der Kinderpflege und in der Kinderkrankenpflege verbunden, in welchem im letzten Frühjahre zum erstenmale drei ge⸗ bildete junge Damen zu diesem Zwecke Aufnahme fanden. Den theoretischen Unterricht erteilten Oberstabsarzt i. P. Dr. Steinberg und der prak⸗ tische Arzt Dr. Hirsch, die praktische Ausbildung lag in den Händen der Vorsteherin und einer Oberschwester vom Roten Kreuz. Kürzlich mußten die Elevinnen sich einer förmlichen Prüfung unterwerfen, die sie mit so gutem Erfolge be⸗ standen, daß alle drei auf die Empfehlung der Frau Dr. Müller bereits eine entsprechende Stel⸗ lung iu Privatheilanstalten gefunden haben. Die Bedingungen zur Aufnahme sind sehr günstig; es ist zwar eine Kaution von 150 K zu leisten, dieselbe wird aber nach Absolvierung des vorge⸗ schriebenen sechsmonatigen Kursus wieder zurück⸗ erstattet. Wie wir vernehmen, wird Frau Dr. E e e wischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) N Reiten thun konnte. 0 Dann sah man statt des Gespenstes einen ge— wöhnlichen Buschmann mit Sway dahiureiten. Den Spaten konnte er in das erste beste Ge⸗ blsch, das er passierte, verschwinden lassen. Auch die Pferdeschuhe waren so sinnreich kon⸗ strulert, daß man sie nach Lösung eines zur Schleife gebundenen Riemens abstreifen konnte. Das war das Werk von Sekunden. Auch sie verschwauden in dem zum Sway ver⸗ wandelten Mantel. War das geschehen, wobei ihm Nacht und Buschwerk genügende Deckung boten, dann konnte er Jeden an sich herankommen lassen. Niemand hätte zu behaupten gewag dieselbe Person seien. Sopiel war mir nun klar, auch warum der Un⸗ bekannte zu dieser Verkleidung griff. Nun galt es noch festzustellen, 1 10 1 2 Diese Verkleidung war so gewählt, daß der Träger sie, und damit die Gestalt des gespenstischen Goldgräbers jeden Augenblick sozusagen vor den Blicken etwaiger Verfolger verschwinden lassen konnte. Er brauchte nur Bart und Perrücke abzunehmen und mit dem Mantel zu umwickeln, was er im t, daß dieser Mann und der gespenstische Goldgräber ein und ob er, wie ich e, ein Buschräuber war, und das konute ich en, wenn ich mir seine unten angehäuften Schätze näher besah, denn außer baarem Gold waren da auch noch andere Wertgegenstände unter⸗ gebracht, die ihre verschiedenartige Herkunft kaum verleugnen konnten. 8 Wie diese letzte Untersuchung nun auch ausfiel, auf die Lösung des Rätsels selbst hatte sie so wenig Einfluß wie meine eben gemachten Entdeckungen. Was für Beziehungen hatte dieser Mann und vermutlich große Verbrecher zu den vornehmen und reichen Besitzern der Milton⸗Park⸗Station? Das war die große Frage, um die sich jetzt Alles drehte, da lag der Schlüssel zu dem Ge⸗ heimnis der toten Schlucht! 5 ö „Vogelfrei, und doch an einem unsichtbaren Faden in dauernder Gefangenschaft gehalten!“ hatte er gesagt. Dieser unsichtbare Faden, der eben war es, der mir fehlte, nach dem ich suchen mußte; und ich wußte es, daß ich ihn nur drüben finden konnte, auf der Station. Dorthin mußte ich jetzt. Hier war meine Arbeit beendet. Ich verließ nun eiligst den Stall. Meine Absicht war, noch heute Nacht der Schatzkammer einen Besuch abzustatten und morgen mit dem Früheften nach der Milton-Park⸗Statlon aufzubrechen. Nachdem ich hinter dem grünen Vorhang her⸗ vorgetreten war, blickte ich suchend umher und ich fand sofort, was ich suchte. Mehr nach der Mitte der Schlucht zu befand sich, an allerdings unbe⸗ schützter, mondheller Stelle ein Lager von weißen Steinchen. finden zu können, wenn ich falsch gehen sollte. Die gestern Nacht auf jenem Weg gemachten Holz⸗Einschnitte waren doch zu flüchtig und unbe⸗ deutend, um mit Sicherheit zum Ziel zu führen. Mit der gebotenen Vorsicht schlich ich mich an die bezeichnete Stelle heran. 8 Ich hatte nichts Verdächtiges bemerkt und doch fühlte ich mich sehr unbehaglich auf der buschlosen, mondhellen Fläche. Um wenigstens nicht schon auf weithin einen Menschen erkennen zu lassen, ließ ich mich auf die Kniee nieder. Ich beeilte meine Arbeit des Steinsammelns und atmete erst wieder leichter auf, als ich in tief⸗ gebückter Haltung bei den Büschen angelangt war. Anstatt hier nun Halt zu machen und neue Beobachtungen anzustellen, fühlte ich mich gerade jetzt so sicher, daß ich rückhaltslos vordrang. Plötzlich krachte ein Schuß und erfüllte die Schlucht wie mit rollendem Donner. Die Kugel schlug mir den Hut vom Kopf! Ich warf mich sofort zur Erde, denn ich wußte, daß mir der Schuß gegolten und daß sicher dem ersten ein zweiter folgen werde. Er kam auch so schnell hinterdrein, daß ich nicht zweifeln dürfte, der Schütze verfüge über ein doppelläufiges Gewehr. Jetzt galt es rasch zu handeln, denn mein Leben stand auf dem Spiel. Mit diesen gedachte ich mir die Taschen zu füllen und sie beim Aufsuchen der unterirdischen Schatzkammer zu verwenden, um mich wieder heraus⸗ Weglaufen und mein Heil in der Flucht suchen durfte ich nicht. Da war einerseits die schwer zu erklimmende Steilwand, die mich von meinem Pferd trennte, andererseits die mondhelle Fläche, in welche die tote Schlucht auslief. Nach beiden Richtungen hin hätte mich die Kugel des Gegners ganz ficher erreicht. Blieb ich für tot liegen, um ihn zu täuschen, so mußte ich mit der Möglichkeit rechnen, daß er diesen durchaus nicht neuen„Kniff“ bereits kannte und mir mit einer dritten Kugel den Kopf zer⸗ schmetterte, ehe er sich über mich bückte, um zu er⸗ mitteln, wem er mit seinem Pustrohr so schnell das Vebenslicht ausgeblasen hatte. Ich hörte ihn herankommen und im Gehen wieder laden! Noch deckte mich das Gebüsch. Aengstlich suchend glitt mein Blick über die nächstumliegenden Gruben. Da war zur Rechten ein mit Holz verschütteter Schacht! Schnell hinüber und hinunter, gleichviel, wohin er führte! Das Messer zwischen den Zähnen, legte ich die kurze Strecke auf Händen und Füßen zurück. Nach seinem eigenen Beispiel machte ich mir die mangelhafte Holzbekleidung als Leiter nutzbar. Als er am Platz erschien, war ich schon unten, zwar mit wunden Fingern und einigen Beulen, aber 5 lebend und im Staude, meine Flucht fortzu⸗ etzen. (Fortsetzung folgt.) . — 2 — 0 Müller, die in der Klinik des Herrn Professors Dr. v. Bergmann in Berlin als Krankenpflegerin theoretisch und praktisch ausgebildet wurde, im Frühjahr 1897 wieder vier Schülerinnen auf⸗ nehmen. Dahingehende Gesuche sind schon jetzt einzureichen.(Darmst. Ztg.) * Romrod, 27. Oktober. Vor 14 Tagen wurden auf dem Damm des Merschröder⸗Teiches in der Gemarkung Strebendorf eine Kappe und ein Stock gefunden; man mußte hiernach annehmen, daß ein Mann hier seinem Leben ein vorzeitiges Ende bereitet habe. Die Vermutung hat sich auch bestätigt, indem heute aus genanntem Teiche eine männliche Leiche geländet wurde, die das Wasser ausgestoßen hatte. Der Er⸗ trunkene ist ein in der zweiten Hälfte der 50 er Jahre stehender Landwirt Namens Zulauf von Meiches, gebürtig aus Strebendorf. Das Motiv der That dürfte Lebensüberdruß sein. * Offenbach, 2/. Okt. Heute wurde hier ein junger Mann von 23 Jahren beerdigt, der in Folge Mittellosigkeit nicht im Stande war, als Einjährig⸗Freiwilliger zu dienen, obwohl er sich seiner Zeit die Berechtigung erworben hatte und aus Kummer hierüber zum Revolver griff. *Jügesheim i. Rodgau, 27. Okt. Ein ent⸗ setzlicher Unglücksfall ereignete sicham Sonutag beim hiesigen Bahnhofe. Der 23 jährige Fabrik⸗ arbeiter Theodor Brehm kehrte um Uhr mit dem Personenzuge von seiner Offenbacher Arbeitsstelle hierher zurück. Noch ehe der Zug in hiesiger Station stille stand, entstieg er dem⸗ selben. Dabei glitt er ab und geriet unter die Räder, die ihm beide Beine unterhalb des Kniegelenkes zerquetschten. Dem Verstüm⸗ melten mußten durch Herrn Dr. med. Haas aus Dutenhofen sofort beide Beine amputiert wel den. Der erschütternde Vorfall möge allen Reisenden eine eindringliche Mahnung sein, einen Eisenbahnzug nicht vorzeitig zu verlassen. * Lengfeld, 27. Okt. Als am Samstag Abend um 8¼ Uhr ein Sonderzug(Ar⸗ beiterzug) der Ludwigseisenbahn von Darm⸗ stadt her die hiesige Station passiert hatte, sah der Weichenwärter⸗Stellvertreter Johannes Hotz, daß etwa 10 Meter von seiner Weiche in der Richtung nach Station Wiebelsbach ein Mensch mit beiden Beinen über dem südlichen Strang des Eisenbahngeleises lag. Hotz erkannte sofort, daß der Mensch von dem Eisenbahuzug über⸗ fahren war und rief die in der nahen Station anwesenden Beamten um Hilfe an. Mit deren Hilfe wurde der Unglückliche alsbald vom Geleise eschafft und nebenhin gelegt. Der Betreffende onnte noch sprechen und seinen Namen u. s. w. angeben, obwohl ihm beide Beine zermalmt waren; nach kaum einer Viertelstunde erlöste Richard Bahnhofstrasse 1 welches vermöge seiner Reichhaltigkeit der Artikel den geehrten Kunden die Annehmlichkeit bietet, den der Tod ihn von seinen furchtbaren Schmerzen. Der Großh. Bürgermeister und der Gemeindearzt waren nach empfangener Nachricht alsbald an die Unglücksstelle geellt, wo sie den Unglücklichen bereits leblos fanden. Nach vorheriger Aussage desselben gegenüber den Bahnbeamten mußte er auf der Station Lengfeld ausgestiegen gewesen sein und wollte, offenbar im Irrtum, wieder einsteigen, als der Zug schon in Bewegung war. Hierbei kam er zu Fall, wurde vom Zuge erfaßt und etwa 250 Schritte weit geschleift und vom Zuge überfahren. Der Verstorbene war 66 Jahre alt, hatte früher viele Jahre lang hier als Tag⸗ löhner bei Landwirten gearbeitet und war als fleißiger und solider Mann bekannt. In den letzten Jahren hatte er in Darmstadt in dem Maurergeschäft von Möser als Handlanger guten Verdienst gefunden, von wo er sich jeden Samstag nach Hause begab. Er hinterläßt eine Frau und drei erwachsene Kinder. * Mainz, 27. Okt. Unter den günstigsten Auspizien wurde vorige Woche durch eine kon⸗ stituierende, außerordentlich zahlreich besuchte Generalversammlung in der Stadthalle die Wiedererstehung des Karnevals im nächsten Jahre beschlossen. Mit der Tradition, denselben mit großem Prunk und unter außergewöhnlichem Kostenaufwand ins Leben zu rufen, soll gebrochen und der echte volkstümliche Charakter von früheren Jahren wieder hervorgekehrt werden. In Aussiht genommen wurde für Fastnacht⸗ Sonntag der Einzug des Prinzen und der Prinzessin Karneval nebst einem Volksfest in der Stadthalle, für Montag großer Festzug und für Dienstag außer den üblichen Aufzügen ein Blumenkorso unter Teilnahme von Damen, ferner an den beiden Haupttagen zwei große Maskenbälle in der Stadthalle. * Mainz, 27. Oktober. Die Sachverstän⸗ digen für die Wasserversorgung der Stadt Mainz, die Herren Dr. Kruse⸗Bonn, Thiem⸗ Leipzig und Gaffky⸗Gießen, haben gestern der Wasserversorgungskommission eingehend Be⸗ richt über die bei Laubenheim und in der Neuen Anlage bis jetzt vorgenommenen Bohr- und Pumpversuche erstattet. Die Berichte sind der— art günstig, daß man vorerst die Wasserver⸗ sorgung von Kelsterbach auch als völlig auf⸗ gegeben betrachten darf. In der 9005 selbst ergeben die Pumpversuche täglich 200 Kbm. Wasser. * Mainz, 27. Oktober Gestern Vormittag wurde das Urteil gegen den Gerichtsvollzieher Rube hier, der, wie neulich berichtet, in den Jahren von 1891 bis 1896 für 1774 Stempel, die er für protestierte Wechsel hätte verwenden sollen, nicht benutzt hat, gefällt. Rube wurde wegen Stempelhinterziehung zu 1044. 40 Geldstrafe verurteilt. * Mainz, 27. Oktober. Abend stattgehabten Schuhma cherversamm⸗ In einer gestern wurden die bestandenen Lohndifferenzen bei der Schuhfabrik von Eichbaum u. Co. für beigelegt erklärt. Die Firma Eichbaum u. Co. hat sich zu einer kleinen Lohnerhöhung ver⸗ standen, die Wert hätte, wenn die Zahl der an der betreffenden Maschine zu liefernden Schäfte⸗ paare der Anzahl entspräche, die von der Firma Eichbaum seiner Zeit bei den Strikeangelegen⸗ heiten den Arbeitern versprochen worden ist. Obgleich dies nicht der Fall ist, stellte sich die Schuhmacherversammlung auf den Standpunkt, daß im Augenblick nachzugeben sei, doch sei eine Katastrophe mit der Schuhfabrik für die nächste Zeit kaum zu vermeiden. * Weilburg, 28. Okt. Vor einiger Zeit wurde der Reisende Samuel Katz aus Langen⸗ selbold, bei der Firma Baum u. Rothschild in Stellung, angeklagt, unter Vorspiegelung falscher Thatsachen seiner Firma einen rechts⸗ widrigen Vermögensvorteil verschafft zu haben und eine andere Firma am Orte, nämlich die Holzhandlung A. Wallach, dadurch geschädigt zu haben. Die Beweisaufnahme ergab die volle Schuld des Angeklagten, worauf derselbe wegen Betruges zu 8 Tagen Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe sowie Auferlegung der Kosten ver⸗ urteilt wurde. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Versammlung, Donnerstag, den 29. Oktober 1896, nachm. 3½ Uhr pünktlich. 1. Gesuch des Friedr. Habenicht um Erlaubnis zur Wasserabführung aus seinem Fabrikgebäude an der Wiesenstraße. 2. Desgl. des W. Stembach zur Aufstellung einer Bretterhalle in seiner Sandgrube am Nahrungsberg. 3. Dekretur von Kostenrechnungen. 4. Die Ausführung der Kulturarbeiten im Gießener Stadtwald. 5. Die Verwertung des Eichenstammholzes im Gießener Stadtwald pro 1897/98. 6. Gesuch des Schützenvereins Gießen um pachtweise Ueberlassung eines städtischen Triebviertels. 7. Gesuch des Gießener Eisvereins um Ueberlassung der Wiesen hinter den Eichen für den Winter 1896/97 unter den seitherigen Bedingungen. 8. Vergebung der Wilson⸗Stiftung. 9. Die Gewährung von warmem Frühstück an be⸗ dürftige Schulkinder. lung 10. Das Turmhaus; hier; Ueberdachung des Jicht⸗ ganges am Turmhaus am Brand und Vertiefung! dez Pumpenschachtes daselbst. 11. Ausbau der Liebigstraße. 12. Erhöhung städtischer Trottoirs; hier: den P streifen auf der Nordanlage vom Renin 22 4 13. Den Weg vom Wallthor über die Gänsücker und Burgwiesen nach dem Philosophenwald, hier; Baum⸗ pflanzung entlang desselben. 7 Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 28. Okt. Der antise Reichstagsabgeordnete Lieb erna N Sonnenberg hat das ebenfalls antisemitische Blatt„Frei⸗Deutschland“ wegen Be⸗ leidigung verklagt. Hd. Berlin, 28. Okt. Im dritten Berliner Reichstags-Wahlkreise sprach gestern Abend der Abgeordnete Eugen Richker über die Zwangsorganisation des Handwerks Die Versammlung war von etwa 800 Personen besucht. Eugen Richter kritisterte in einstündiger Rede die Regierungs-Vorlage, die er als Fluch des Mittelstandes bezeichnete. Bis jetzt sei es fraglich, ob die Regierung eine Mehrheit finden werde. Als Mittel, dem Handwerksstand zu helfen, schlug Redner freie Innungen mit Korpo⸗ rationsrechten und Genossenschaften, sowie bessere Lehrlings-Ausbildung vor. Hd. Brünn, 28. Oktober. Die Teilnehmerr einer Ar beiterversammlung zogen gestern Nacht vor die Fabrikgebäude des Reichstags⸗ abgeordneten Wanniek und demonstrierten gegen dessen Verhalten in der Heimatsgesetz⸗Debafte, Zehn Personen wurden verhaftet, darunter der Arbeiterführer Dr. Czech. Hd. Budapest, 28. Okt. Eine Kom⸗ pagnie Militär mußte nach dem Berg⸗ werksdistrikt Teremi abgehen, wo die Bergarbeiter revoltieren. Dieselben haben die Direktionsgebäude gestürmt. Diese Erzesse hängen mit den Wahlen nicht zusammen. Hd. Charmaux, 28. Oktober. Bei der Abfahrt der sozialistischen Abgeordneten brachte die republikanische Bevölkerung Todesrufe auf dieselben aus. Der Abgeord⸗ nete Roche wurde durch einen Stein, den ein Republikaner geschleudert hatte, sch wer verletzt. Hd. Antwerpen, 23. Oktober. Die Getreidepreise steigen noch beständig an der hiesigen Börse. 0 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verautw. Ne⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. GIESSEN Vielseitigstes und einzig in seiner Art am Platze existierendes Sortiments⸗Geschäft, Als besonders empfehlenswert heben wir nachstehende Artikel hervor: Damen⸗Korsets, vorzügliche Qualität. Gestrickte Damen⸗Strümpfe. a Herren⸗Socken Normal⸗Hemden. Reinwollene Kinder⸗Strümpfe Damen⸗Trikot⸗Handschuhe Damen⸗Röcke Gestrickte Kinder⸗Anzüge Mädchen Fancy⸗Hosen Strickwolle 1 Pfund, 1 Pfund, prima Qualität, glei von & 00. Bahnhofstrasse 1. Bedarf an einer Stelle decken zu können. 29 Pfg. von 65 Pfg. an Vorgezeichnete Kragen-Kasten 8 Pfg. an Bekurb. 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Fürstlich Solms'sehe Forstinspektion Lich: Eichen: 210 fm Schwellenholz(Oberförsterei Lich), 5 600 Kiefern: 250 fm Grubenholz(Ober- sörsterei Lich), 60 fm Grubenholz(Oberförsterei Höringshausen bei Menge ringhausen), 80 fm ichten: 70 fm Bauholz(daselbst), 2000 fin Hopfenstangen „ Oberförsterei Schiffenberg zu Gießen: Eichen: 40 fm Schnittholz(Albach), 185 km Bauholz(Albach), 300 Im Grubenholz (Albach), Fichten 20 fm Bauholz, 210 km Gerülststangen, Kiefern: 50 km Bauholz, 100 fm Lich), 60 tm Grubenholz(Oberförsterei Hohensolms), Bauholz(daselbst), 5. Groß Grubenholz. 6. Gräfliche Oberförsterei Arnsburg Eichen: 50 fm Schwellenholz(Revier Arnsburg⸗Feldheim), 70 fm Grubenholz(daselbst), Fichten: 0 im Derbstangen(daselbst), 60 fm Bauholz(Revier Wernings), Kiefern: 50 km Grubenholz(daselbst), Nadelholz: 50 rm Grubenholz(daselbst). Solms⸗Braunfels'sehes Revier Hungen: Eiche: 60 fm Schwellenholz, 110 fm Grubenholz, Hainbuche: 100 fm Stammholz. 2. Gräf liche Oberförsterei Buchen: 600 fm Schnittholz(meist über 35 em Durchmesser), Hainbuchen: 60 m Stammholz(nicht unter 0 em Zopf), Fichten: 50 Im Bauholz(Gonterskirchen), 200 fm Derbstangen(Birkenstruth, Schornberg, Hauenberg), Kieferu: 60 fm örsterei Laubach: 5 340 fm Grubenholz, Buchen: 60 fm Schnittholz, Aspen: 10 fm Stammholz, Birken: 10 im Stammbolz, Fichten: 180 fm 50 fin erülststangen, 1000 fm Hopfenstangen, Kiefern: 350 fin Bauholz, 285 km besetzt werden. Bewerber um dieselbe Si 2. November l. J. zu Gießen 1 Stelle einreichen 8 Forstamt zu Büdingen angenommen, Zu näherer Aus- Mk Bekanntmachung. Die frei gewordene Oetroierhebestelle am Seltersthor soll vom 15. November 1896 ab mit einem anderen Erheber provisorisch mit Lebenslauf und Zeugnissen bis spätestens Gießen, den 27. Oktober 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 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