Gießen, Sonnabend, den 29. August 1896. Ausgabe Udeszeitung. Gießen. 8 Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. E Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 1 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Gießen, 28. August. Vakanzen im Bezirke des 11. Armeekorps. Eisenach, Landgericht bezügl. Staatsanwaltschaft beim Landgericht, Hilfsdiener, 900 Mk. jährlich.— ae und ber Dortmund, 700 Mark 1 und der gesetzliche Wohnungs⸗ geldzuschuß.— Michelstadt, Kaiserl. Postamt, andbriefträger, 700 Mark Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß.— Soden(Kreis Schlüch⸗ tern), Stadtgemeinde, Stadt⸗ und Polizeidiener, 350 Mk. und 100 Mk. Nebeneinnahmen.— Wiesbaden, Magistrat, 2 Feldhüter, je 1200 Mk.— Wiesbaden, Königl. Polizei⸗Direktion, 3 Schutzleute, während der Probezeit je 1000 Mark Remuneration, bei definitiver Austellung jährlich je 1000 Mk. Gehalt und 180 Mk. Woh⸗ nungsgeldzuschuß Gießen, 28. August. Gestern wurde ein Gemeiner der 4. Kompagnie, des 116. Inf.⸗ Reg. in Begleitung eines Unteroffiziers und eines Gesteiten vom Griesheimer Lager nach der Gar⸗ nison zurückgebracht. Die Begleiter, welche die Gewehre scharf geladen hatten, nahmen den Mann nach Ankunft am hiesigen Bahnhof in die Mitte und marschierten mit demselben um die Anlage nach der neuen Kaserne. Was der arme Teufel verübt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.— Von einer anderen Seite wird uns mitgeteilt, daß der Gemeine Knöß von der 4. Kompagnie aus Rüttlingshausen bei Alsfeld ge⸗ bürtig, am Sonntag Abend von der Festung beim Regiment wieder eingeliefert wurde.(Der Mann hatte eine einjährige Strafe verbüßt.) Im Griesheimer Lager, wohin er am Montag Morgen gleich mit ausrückte, soll er sich während des Dienstes betrunken gezeigt, außerdem aber seine Waffen ꝛc. mutwillig ruiniert haben, weß⸗ halb seine Verbringung in Untersuchungshaft nach der Garnison verfügt sei. * Gießen, 28. August.(Strafkammer⸗ Verhandlung.) Heute Vormittag verurteilte die Strafkammer den 15 jährigen Schirmflicker Andreas Delies wegen Diebstahls zu drei Wochen Gefängnis, die durch Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Der junge Mensch, welcher seinem Meister unter Mitnahme von Hammer und Zange durchgegangen, wußte seine Heimat nicht anzugeben und hat seiner Schilde⸗ kung nach ein Zigeunerleben geführt.— In einer weiteren Verhandlung hat sich das 15⸗ Arche Bürschchen Theodor Kranz von Fischbach wegen schweren Diebstahls zu ver⸗ antworten. Derselbe hat im April in der Nacht mittels Einsteigen eine Uhrkette, ein Halstuch und eine Schachtel aus einem Raum gestohlen, 0 100 1 pat aun ern daten wurde und geschlosse, „12.30 An ares erfolg, ittag 3 Kalser Fr Zar f ahr 200 me Menschen at. Auf dem heul 1051,10 ihr „ Gänse per Pit 0 und Rindfleisch fl, gesalz. 70-1 70, Kattoffcn. zonntag n⸗ in dem der Eigentümer dieser Sachen schlafend U im Bette lag. Der Gerichtshof billigte dem ege n. jugendlichen Sünder mildernde Umstände zu und 8 okales und Provinzielles. verurteilte denselben zu 4 Wochen Gefängnis, von denen 2 Wochen durch die Untersuchungs⸗ haft als verhüßt erachtet werden. 1 9950 wird in die Sache Karl Link von Heidel⸗ bach eingetreten. Es sind 16 Zeugen und zwei Schreibsachverständige zu vernehmen. Der 20. jährige Angeklagte ist Müller und Landwirt, und der Sohn des Besitzers der Reitzer Mühle bei Heidelbach. Er wird beschuldigt, im März und April ds. Js. 1. durch Verbreiten von Schriften den Lehrer öffentlich verleumderisch beleidigt zu haben, 2. unzüchtige Schriften und Abbildungen an Orten, die dem Publikum zu⸗ gänglich sind, nämlich dem Gemeindebackhaus zu Heidelbach, angeheftet zu haben. Staats⸗ anwalt Zimmermann, der die Anklage vertritt, beantragt im Interesse der Sittlichkeit den Aus⸗ schluß der Oeffentlichkeit während der Verhand⸗ lung. Der Vorsitzende Landgerichtsrat Möbius bemerkt, daß allerdings hier bedenkliche Dinge zur Sprache gebracht würden und daß die Pla⸗ kate Unflätereien der ärgsten Art enthalten, und beschließt der Gerichtshof, hinter verschlossenen Thüren zu verhandeln. * Gießen, 28. August. Vorsicht beim Pflaumenessen. Eine ernste Mahnung an Eltern und solche, die Kinder zu beaufsichtigen haben, bietet wieder ein kürzlich in Beerfelden stattgehabter Sterbefall eines Kindes. Wie verlautet, soll dasselbe eine größere An— zahl Pflaumen, teilweise mit den Steinen gegessen haben. *» Gießen, 28. August. Die Versteige⸗ rung der offenen Obststände an den Thoren der Stadt und auf Oswalds Garten, welche gestern Vormittag stattgefunden, hat einen wieder Erwarten hohen Erlös zu gunsten der Stadtkasse ergeben. Der höchste Betrag mit 445. wurde für den Platz an der Westanlage geboten. Im Ganzen wurden 1245. für die 5 Plätze erzielt, während früher im Ganzen 25-30, für diese Plätze an die Stadt be— zahlt wurden.— Diese vermieteten Stände, welche meistens von auswärtigen Händlern be⸗ setzt sind, kamen um deswillen so hoch bei der Versteigerung, weil die hiesigen Gemüsehändler gestern flott mitboten, wohl aus der Erwägung heraus, der auswärtigen Konkurrenz das Leben sauer zu machen. * Gießen, 28. Aug. Müssen die Mieter einem Mietslustigen die Wohnung zeigen? Diese Frage wird immer wieder aufgeworfen. Es sei deshalb an eine in Elberfeld getroffene Entscheidung erinnert, wonach die Mieter die Pflicht haben, den Mietslustigen die Wohnung zu zeigen. Jedoch nicht den ganzen Tag, viel⸗ mehr sind die Stunden von 1½ bis 3½ Uhr Nachmittags täglich als angemessene Zeit zu be— trachten, mit der Beschränkung jedoch, daß der Mieter an Sonn- und Festtagen gar nicht dazu verpflichtet ist. L. Gießen, 28. August. Nordpol-Debatten sind jetzt bei öffentlichen und privaten Zusammenkünften an der Tagesordnung. An Stammtischen und in Familien⸗ zirkeln, ja sogar bei den Kaffeekränzchen unsrer Damen⸗ welt bilden die überstandenen Eismeer-Abenteuer Frithjof Nansens ein beliebtes Gesprächsthema, das nach allen Richtungen hin umständlich erörtert wird. Natürlich werden dabei zuweilen die wunderlichsten Ansichten ge⸗ äußert, bei deren Anhören denkende Leute ein mitleidiges Lächeln oder vergnügtes Schmunzeln kaum unterdrücken können. Ab und zu freilich werden sie auch unwillig den Kopf schütteln und energischen Widerspruch erheben. Denn jene Ansichten beschränken sich leider nicht darauf, thöricht oder komisch zu sein, sondern sie tragen vielfach einen dummdreist⸗arroganten Charakter zur Schau, für den das bezeichnede Wort„philiströs“ wohl der treffendste Aus⸗ druck sein dürfte. So ein eingefleischter Philister, der nie über seine vier Pfähle hinausgekommen ist, entblödet sich nicht, im abfälligsten Ton über Nordpolfahrten zu reden und die kühnen Entdecker, die ihr Leben für ein großes Ziel in die Schanze schlugen, von obenher als eine Art einfältiger Narren zu behandeln. Was haben diese son⸗ derbaren Schwärmer denn nun eigentlich erreicht? Die paar wissenschaftlichen Resultate, die sie heimbringen, sind doch im Grunde keinen Pfifferling wert. Zwei bis drei kleine unwesentliche Aenderungen der Erdkarte— das ist Alles. Die praktischen Ergebnisse der langjährigen mühe⸗ vollen Reise, die soviel schönes Geld gekostet hat, sind doch wirklich gleich Null. Denn man wußte ja läugst, daß da oben, im ewigen Eise, Niemand wohnen und Handel treiben kann, daß also die Erforschung dieser Ge⸗ biete von keinem handgreiflichen Nutzen für die Mensch⸗ heit ist. Ueber klimatische und magnetische Erscheinungen, über Luftbewegungen, Meeresströmungen und ähnliche Probleme mögen die Herren Gelehrten sich ereifern; den Mann von„gesundem Verstande“ lassen sie kalt, weil sie weder dem Einzeln noch der Allgemeinheit zu Gute kom⸗ men und geschäftlich im Weltverkehr keinerlei Chancen bieten. Mit solchen Redensarten werden Dinge angethau, die für die wissenschaftliche Erkenntnis von so ungeheuerer Tragweite sind. Für die ideale Seite der Sache haben selbstredend kleinliche Philisterseelen selten viel übrig; auch begreifen sie nicht oder wollen nicht begreifen, daß noch jedes ideale Streben zu außergewöhnlichen praktischen Er⸗ folgen geführt hat. Dem Idealismus des großen See⸗ fahrers Kolumbus verdanken wir die Entdeckung Amerikas, deren„praktischen Nutzen“ heut Niemand mehr ableugnen wird, und auch die Geschichte der Polarreisen, die bis zur Zeit der Entdeckung Amerikas hinabreicht, weist praktische Erfolge in überreicher Menge auf. Wir erinnern nur an die Großthat Nordenstjölds, der die nördliche Durchfahrt von Europa nach Asien, die Küste Sibiriens entlang, suchte und fand— ein Ziel, dem vor ihm bedeutende Seefahrer vergeblich nachgestrebt hatten. Und wer möchte heut, wo wir dem Nordpol bereits so nahe sind, zu er⸗ messen wagen, von welchem Werte dereinst die Entdeckung des Pols für die Menschheit sein wird? Danken wir also den Männern, die, wie Nansen, ihre ganze Kraft dieser schwierigen Aufgabe widmen, und unterschätzen wir nicht die scheinbar nur theoretische Bedeutung ihrer Fahrten auf Tod und Leben. Erst die Zukunft soll lehren, welche praktischen Folgen ihre wissenschaftliche Forschung haben kann— und in die Zukunft zu blicken, ist Keiner weit⸗ sichtig genug, der biedere Ofenhocker Philister! Daubringen, 28. August. Der Land⸗ wirt Joh. Kraushaar pflügte vor einigen Tagen seinen Acker und geriet dabei an ein Wespennest. Die Tiere richteten den Mann sowohl als auch die Kühe so gräßlich zu, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Bad Nauheim, 27. August. Unter den 14136 angemeldeten Kurfremden des Jahres 1895 befanden sich nach verlässtgen Zusammen⸗ stellungen nicht weniger als 2755 Ausländer, besonders aus Rußland, Großbritannien, Amerika, Skandinavien, Holland u. a. L. Ein wesent⸗ liches Verdienst um den stärkeren Besuch unsres Heilapparates aus dem Ausland ist dem Bade⸗ am wenigsten schreiben, der den offiziellen Badeprospekt in die Hauptkultursprachen übersetzen und in den be⸗ treffenden Ländern unter den namhaftesten Aerzten verbreiten ließ. Neuerdings ist nun der Pro⸗ spekt auch in die Volapücksprache übersetzt wor⸗ den und zwar durch die Gefälligkeit des Herrn Lehrers A. Wagner hier, der dieses Idioms vollständig vertraut ist und die mühselige Arbeit unentgeltlich besorgte. Die Uebersetzung wird an die Mitglieder des Weltsprachevereins in allen Weltteilen versendet. Der Prospekt liegt nun⸗ mehr in 13 Sprachen vor. * Dieburg, 26. August. In verwichener Nacht wurde in der Wohnung des Herrn Gold— schmidt in der Steinstraße ein Einbruch ver⸗ übt. Dem Diebe fielen ein schwarzer Anzug, 2 Uhren und eine goldene Uhrkette zur Beute. Im dringenden Verdacht der Thäterschaft steht ein junger Mensch, der sich gestern Abend in den benachbarten Wirtshäusern aufhielt und vermut⸗ lich in der Scheuer des Bestohlenen nächtigte. * Mainz, 27. August. Es ist jetzt gelungen, die Person eines Unbekannten festzustellen, der sich im hiesigen Untersuchungsgefängnis befindet. Er heißt Weber und ist als Festungsgefangener aus Torgau entsprungen, wohin er nunmehr zurücktransportiert wurde. Dieser Weber war bereits zweimal wegen Desertation bestraft wor⸗ den, aber jedesmal entsprungen, außerdem ist er aber einer der raffintiertesten Einbrecher und Gauner, der von verschiedenen Polizeibehörden steckbrieflich verfolgt wurde. * Mainz, 27. August. Gestern Vormittag zwischen 10 und 11 Uhr wurde ein 16jähriges Mädchen aus Bodenheim am Rheinufer in der Pähe von Laubenheim von zwei fremden Strol⸗ chen überfallen, seiner Baarschaft beraubt und in den Rhein geworfen. Das Mädchen fiel auf einen Stein und rettete sich ans Ufer, während die beiden Räuber in der Richtung nach Mainz auskniffen. Die Meldung von dem Ueberfall brachte erst gestern Abend der Bodenheimer Marja, das Heldenmädchen dorfer 0 von Transvaal. i on Pieter Vrybur 0 0 f lk U 5 en 5 e 9299 5 ö 0(Fortsetzung.) N Der energische Mann machte eine unzweifel⸗ rah, 0 hafte Bewegung nach der Thür. 8 e Die Goldgräber blickten einander betroffen an. Einen so kurzen Abschied hatten sie nicht gewollt und nicht erwartet. Alle hatten wohl das Gefühl, mn daß hier ein Mann von ihnen schied, der von der wein Natur und vermöge seiner Stellung berufen war, a in dem Kampfe gegen die Boerenherrschaft, unter der alle Engländer ohne Ausnahme seufzten, die 1d Fuührerrolle zu übernehmen. Sein Auftreten impo⸗ 017 nierte ihnen schließlich doch. Sie sahen in Jameson diane,. einen Mann, der geradewegs auf sein Ziel losgeht ase und Furcht nicht kennt. Einen solchen Mann brauchten sie, und nun er gehen wollte, beherrschte sie nur ein Gedanke, daß er bleiben müsse. „Der Gouverneur hat Recht!“ rief Williams freimütig.„Er möge bleiben und sehen, daß wir 9e 00 einig sind, sowie es gegen die Boeren geht. Diese kleine Streitigkeit war ganz belanglos. Hier, Tom, 100 meine Hand! Um einer Bauerndirne willen sollten zwei so alte Kameraden und brave Kerle einander nicht die Hälse brechen.“ a Jameson war stehen geblieben. Sein Falken⸗ Ait, u auge ruhte auf den beiden Gegnern. Er sagte 15. w nichts, er beobachtete nur. f Offenherzig, ohne Rückhalt sprochen, und so bot er dem Hand zur Versöhnung. 5 Der aber zögerte noch, einzuschlagen, und er bedurfte erst des lebhaften Zuspruchs seiner Kame- raden, ehe er mit innerem Widerstreben und einem den Blick seine Hand in die des Gegners hatte Williams ge⸗ finsteren Tom seine „Hurrah, Williams!“„Bravo, Tom!“ riefen die anderen Goldgräber im Chor, und:„Bleiben! Bleiben! Führung übernehmen!“ schallte es aus zwanzig Kehlen dem Gouverneur entgegen. Jameson, der kein Auge von Tom gelassen hatte, erhob Ruhe gebietend die Hand. „Ehe wir weiter reden“, ertönte seine markige Stimme,„verpflichte ich jeden Einzelnen von Euch auf Handschlag, der einem Schwur gleich sein soll, nichts von allem zu verraten, was wir hier und anderwärts verhandeln werden. Wer es dennoch thut, ist dem Tode verfallen!“ „Wir schwören!“ hallte es dumpf im Kreise. Nach einander schüttelte der Gouverneur schweigend, aber mit einem beredten Blick, jedem Einzelnen die Hand. Es lag eine gewisse Feier⸗ lichkeit in dem Akt, die selbst auf den Lauscher an der Wand nicht ohne Eindruck blieb. An den schwarzen Tom, der noch immer grollend bei Seite stand, wandte Jameson sich zu⸗ letzt, und dessen Hand noch fest in der seinen haltend, wiederholte er nochmals zu den Uebrigen gewendet:„Also dem Verräter der Tod!“ 5 „Der Tod!“ wiederholten alle mit Ausnahme Toms. Fest drückte Jameson ihm die Haud und sah ihn an mit einem flammenden Blick seiner kohl⸗ schwarzen Augen, vor denen Tom die seinen zu Boden schlug. Alles das bemerkte der Deutsche, und er machte sich dabei so seine eigenen Gedanken. Der schwarze Tom interessierte ihn vou Allen am meisten. So wenig, wie davon gesprochen worden, war es doch unverkennbar, daß dieser Mann ein Herzensge— heimnis hatte, das sich an den Namen Marja Witborg knüpfte. Diese Erkenntnis brachte auch in des Deutschen Brust seine gewisse Gährung hervor. Welcher Art waren die Beziehungen Toms zu der Tochter des Boeren? Wurde seine Neigung von jener geteilt— erwidert? War Marja eine heimliche Freundin des Uitländers? Hatte sie dem Deutschen nur um deshalb, weil sie ihn für einen Engländer hielt, ein so freundliches Entgegenkommen bewiesen und ihn verlassen, als sie wußte, daß er kein Engländer war? In diese Gedanken versenkt, bemerkte der Lauscher nicht, wie der Gouverneur den mit ihm gekommenen Soldaten der Chartered Company einen Wink gab, worauf jene zurücktraten und die Thüre zudrückten. plötzlich kam es ihm zum Bewußtsein, daß er sich bei längerem Verweilen hier der Gefahr aus⸗ setzte, ohne Verhör sofort standrechtlich erschossen zu werden, denn die vernommenen Erklärungen gaben diesen Engländern die Bedeutung einer kriegsfüh⸗ renden Macht. Er aber war ein Deutscher, und die Deutschen galten als die Freunde und festesten Stützen der Boerenherrschaft. Was er gehört hatte, genügte ja auch, um der höchsten Stelle, das heißt dem Präsidenten Krüger eine Warnung zugehen zu lassen, die jetzt noch rechtzeitig kam, um die Be⸗ schlüsse dieser geheimen Verbindung unausführbar zu machen. Von diesem Gedanken erfüllt, richtete der Deutsche aus seiner kauernden Stellung sich auf, um die stille Farm auf demselben Wege zu verlassen. Er hatte sich kaum aufgerichtet und einen forschenden Blick umhergeworfen, als er erschreckt zusammenzuckte. Die Soldaten der Chartered Company waren auf jenen Wink des Gouverneurs auf Posten ge— zogen und zwar außerhalb des Grabens. Sie konnten ja nicht ahnen, daß in der Zwischenzeit schon Jemand zu dem Haufe heraugeschlichen war. Sie blickten in die Wüste hinaus, um jede Annäherung von dort sogleich melden zu können. 78 Der Mond schien fast tageshell, und wäre der Deutsche hier nicht durch ein Gebüsch gedeckt ge⸗ Posten bemerkt haben. möglich. Seine Anwesenheit sogleich zu erkennen zu geben, verbot ihm die Klugheit, und so sah sich der Deutsche wider Willen gezwungen, sich noch einmal niederzuducken und die Rolle des Spions fortzu⸗ zusetzen. Es war nur ein Glück, daß keine Hunde da waren, denn die würden ihn aufgespürt haben. Nur, wenn er sich gänzlich ruhig verhielt, durfte er hoffen, nach dem Abzug der Verschwörer den gefährlichen Ort ungestraft verlassen zu können. 6. Kapitel. Der Kriegsplan. Der Gouverneur Jameson hatte sich auf eine Kiste niedergelassen, die Verschwörer hatten sich am Boden um ihn herum gelagert. „Ehe wir in die Verhandlungen eintreten“, be⸗ gann der Erstere,„bitte ich jeden von Ihnen einzeln aufzustehen, seinen Namen zu nennen und den Distrikt anzugeben, welchen er vertritt, auch wäre bild zu erhalten, um darnach meine Maßregeln treffen zu können. Ich werde mir dazu Notizen machen.„Also bitte!“ Aus dem Weiteren ergab sich nun, daß sämt⸗ liche, zumeist von Engländern bearbeiteten Gold—⸗ und Diamantfelder, an denen Trausvaal so reich ist, vertreten waren, und die einzelnen Berichte ließen erkennen, daß die Unzufriedenheit unter den Uitländers überall gleich stark war. Es bedürfe nur eines äußeren Anstoßes, um einen allgemeinen Aufstand hervorzurufen. g Nachdem der Vorbericht erledigt war, nahm der Gouverneur das Wort. (Fortsetzung folgt.) wesen, so müßten sie ihn sogleich beim Beziehen der es mir interessant, sogleich ein kleines Stimmungs⸗ kommissär Herrn Oberst von Hofmann zuzu. Jetzt noch ungesehen fortzukommen, schien un⸗ 1 1 ö 0 1 1 61 Meine 14* 1065 Gensdarm hierher, worauf eine Verfolgung bis Bingen ausgeführt wurde, jedoch ohne Erfolg. Jedenfalls haben die beiden Burschen über die Straßenbrücke das jenseitige Ufer 175 j (M. V. *Weisenau bei Mainz, 27. August. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern Nach⸗ mittag in der Cementfabrik zugetragen. Ein Arbeiter stand gerade vor einem der Oefen, um einzuheizen, als ein heftiger Windstoß die Flam— men aus dem Ofen trieb, wodurch der ganze Oberkörper des Unglücklichen verbrannt wurde. Der Schwerverletzte wurde in das Rochus⸗ Hospital nach Mainz verbracht. Vermischtes. — Ein„südlicher““ Kurort. Hammerfest und Drontheim werden jetzt so oft in der Presse ge⸗ nannt, daß wohl an einen Scherz des Aquarellisten Hildebrand erinnert werden darf. Um die nördliche Lage Hammerfests zu kennzeichnen, erzählte er lustigen Kumpanen am Biertische: Ich war mitten im Winter nach Drontheim gereist, um einen im Eis starrenden Fiord bei Abendbeleuchtung zu malen. Als ich am Morgen im Hotel erwachte, sah ich drunten am Strande eine Anzahl Frauen und Männer in der bleichen Morgen⸗ sonne auf und nieder gehen. Draußen herrschte eine Bärenkälte 22 Grad unter Null. Diese blassen Spaziergänger aber sogen anscheinend die Luft mit köst⸗ lichem Behagen ein. Ueberrascht fragte ich den Ober⸗ kellner:„Was sind das da draußen für wunderliche Spaziergänger? Sie geberden sich ja, als wehe am Strande ein lauer Zephyr!— Und der Oberkellner er⸗ klärte mir:„Das sind Lungenkranke aus Hammerfest, die gebrauchen Drontheim als klimatischen Kurort.“ — Kampf zwischen Stier und Bär. Aus Beaucaire wird von einem neuartigen Ersatze für die ver⸗ botenen Stiergefechte Folgendes gemeldet:„Den„afficio- nados“ von Beaucaire war ein Kampf zwischen einem Stiere und einem Bären in Aussicht gestellt worden und auf diese Ankündigung hin hatte sich ein überaus zahlreiches Publikum eingefunden. Man führte den Bären mitten auf die Arena und befestigte ihn an einer langen Kette. Darauf wurde der Stier losgelassen, der sich wütend auf die schwarze Masse mitten in der Arena stürzte. Ein heftiger Kampf entspann sich. Der Bär hatte sich auf seinen Pranken emporgerichtet und sich in den Hals des Stieres festgehakt; er brachte seinem Gegner einige Verwundungen am Ohre bei, erhielt aber einige kräftige Hornstöße. Schließlich entwand sich der Stier den Tatzen seines Widersachers und ließ sich trotz allen Aufreizungen der Picadores nicht bewegen, aufs neue mit dem Bären anzubinden, der wie rasend an seiner Kette riß, um sich auf den ihm ausweichenden Stier zu stürzen. Die anderen gegen den Bären losgelassenen Stiere wollten sich gleichfalls mit Meister Petz nicht einlassen, der somit Sieger auf der ganzen Linie verblieb. Trotz seiner mutigen Haltung wurde das prächtige Tier, das 2.25 Meter maß, von dem Tierbändiger Lukas. der es verkauft hatte, durch zwei Flinten- schüsse getötet.“ — Das Strumpfband der Braut. Im Nankeeland existiert ein sehr alter Aberglaube unter den Mädchen, daß, wer ein Strumpfband erwischen kann, das von einer Braut am Hochzeitstag getragen worden, selbst vor Jahresende in den ersehnten Hafen des Braut⸗ botenes„Noli me tangere“ bildeten. standes einläuft. Die Folge dieses Vertrauens in die magische Kraft des Gummis und der Seide bewirkt, daß die Strumpfbänder einer Braut sehr gesuchte Artikel sind, und daß unter den jugendlichen Angehörigen einer solchen sehr oft ein gewaltiger Kampf um die ersehnte Reliquie entsteht. Ein reizendes junges Bräutchen nun, das sich dieser Tage in Oranje verheiratete, kam deshalb auf eine eigenartige neue Idee. Da sie eine große Anzahl von Freundinnen besaß und auch ihre lieben fünf Schwestern nicht leer ausgehen lassen wollte, vor allem aber zu ver⸗ meiden suchte, daß der gewöhnliche Kampf um ihre zwei Strumpfbänder entstünde, so beschloß sie, genau so viele von diesen anzuthun, als Kandidatinnen für dieselben zur Hochzeitfeier erwartet wurden. Probatum erat! Sie zog zwanzig Strumpfbänder an ihrem Hochzeitstag an und verteilte sie nach bestandener Zeremonie eigenhändig an ihre Brautjungfern und intimsten Freundinnen. —„Auch ein Druckfehler.“ Die gestern unter diesem Schlagwort auch von uns veröffentlichte Notiz über die Schreibweise des Wortes„Großherzog“ auf den, badischen Münzen hat der„Frf. Ztg.“ eine ganze Reihe von Zuschriften eingebracht, von denen eine, die nachfolgende, hier wiedergegeben sei: Geehrter Herr Redak⸗ teur! Ihr Korrespondent hat mit dem Zweimarkstück, auf dessen Inschrift der Großherzog von Baden mit einem einzigen s geschrieben ist, nichts neues entdeckt. Auf allen süddeutschen Münzen sind die Großherzöge (auch der hessische) von jeher nur mit einem s geschrieben worden. Die norddeutschen Münzstätten dagegen prägen das Wort Großherzog nach der üblichen Schreib⸗ weise. Warum dies der Fall, darüber werden sich die Gelehrten vergebens die Köpfe zerbrechen. Offiziell ist eine Aufklärung meines Wissens noch nicht erfolgt. Die Annahme, daß die süddeutsche Prägung auf das französische Wort„gros“ zurückzuführen sel, ist kaum haltbar. — Eine Herzwaschung. Die sichere Be⸗ herrschung des Wundverlaufs unter der Asepsis und Anti⸗ sepsis giebt dem modernen Chirurgen die Berechtigung zu Eingriffen in die lebenswichtigsten Organe des mensch⸗ lichen Körpers, die vor einem Jahrzehnt noch ein ver⸗ In der Gehirn⸗ chirurgie kann das Messer sich der größten Erfolge rühmen. Nunmehr ist ein Chirurg noch einen kühnen Schritt weiter gegangen. Wie aus Parma gemeldet wird, nahm dort dieser Tage Professor Camillo Verdelli in Gegen⸗ wart sämtlicher Aerzte des Hospitals mit sehr zufrieden⸗ stellendem Erfolge— denn bis jetzt ist keine Verschlimme⸗ rung eingetreten— die sehr schwierige Operation der Herzwaschung vor. Es ist die erste derartige Operation, die in Italien ausgeführt wurde; Professor Verdelli be⸗ diente sich dabei des von Professor Riva erfundenen apneumatischen Waschapparats und reinigte zunächst das Herzfell des Kranken, eines zwölfjährigen Knaben, von Eiter, worauf das Herz mit einer starken Boraxlösung gewaschen wurde. Professor Verdelli ist wegen der gelungenen Operation von zahl⸗ reichen Gelehrten des In- und Auslandes beglückwünscht worden. — Ueber die„Intelligenz der Affen“ er⸗ zählt Prof. O. F. Cook am Liberia⸗Kolleg in seinem „Third Report of the Board of Managers of the New Vork State Colonisation Society(1896)“, daß die Chim⸗ pansen, welche die Eingeborenen Liberias Vorzeits⸗Volk (oldtime people) nennen, Landkrabben aus ihren Gängen graben und sie auf Steinen zerschlagen Ferner sollen sie Nüsse zwischen zwei Steinen ganz nach menschlicher Art ausschlagen und die Pythonschlange am Halse packen, um ihren Kopf mit einem Steine zu zerschmettern. Steine werden also von ihnen völlig als Werkzeuge gehandhabt. Eine ganz ähnliche Art, Krabben zu fangen und mit einem großen Stein zu zerschlagen, berichtet Major Battersby in einem Artikel über die Barbados⸗Inseln in „Chambers Journal“ vom 16. März 1896 von einem Kapuziner⸗Affen(Science). Dagegen darf wohl die kürz⸗ lich durch alle Zeitungen gegangene Nachricht, man habe in einigen afrikanischen Bergwerken Affen als sehr geschickte und gelehrige Erzaussucher angestellt, als Humbug bezeich⸗ net werden, während sie hier und da zum Abnehmen des Obstes mit Erfolg angehalten werden konnten. — Ein schlechter Scherz. Von dem Schau⸗ spieler Odemar erhält der„Hannov. Cour.“ folgende Zuschrift:„Soeben ersehe ich in Ihrer geschätzten Zeitung vom gestrigen Tage, daß ich das kolossale Glück gehabt habe, 196000& in Ostende zu gewinnen. Betrübender⸗ weise entspricht das in keiner Weise den Thatsachen; die einzige Zahl, die ich von den genannten Nummern ge⸗ wonnen habe, ist die letzte— die Null. Ich könnte mir freilich die Nachricht stillschweigend gefallen lassen— denn es ist immer gut, im Rufe des Reichtums zu stehen— aber da ich zu Hause drei Depeschen von Theateragenten mit Anträgen auf Theaterpachtung, 27 Gratulationsbriefe und noch viel mehr unbezahlte Rechnungen vorfand lich verstehe diese zarte Andeutung), ganz zu schweigen von einem Heiratsantrag einer preisgekrönten Schönheit, so möchte ich Sie bitten, die Nachricht schleunigst zu demen⸗ tieren, damit nicht gar noch das Unheil entsteht, daß ich in der Steuerklasse hinaufklettere.“ Das genannte Blatt fügt hinzu:„Man hat sich also mit Herrn Odemar einen Scherz erlaubt, freilich keinen besonders glücklichen. Die betreffende Nachricht war uns von so vielen Seiten zu⸗ gegangen, daß wir, zumal bereits bei einem anderen hiesigen Blatte die gleiche Mitteilung telegraphisch ein⸗ gelaufen war, an ihrer Richtigkeit nicht zweifeln konnten. Wie wir hören, ist das erwähnee Telegramm mit„von Linsingen“ unterzeichnet gewesen.“ Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 29. August 1896. Vorabend: 7.00 Uhr. f Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Sabbathausgang: 8.00 Uhr. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 30. August, 13. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadkirche: Vormittags 9 ¼ Uhr: Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche: Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Dr. Naumann Beichte und heil. Abendmahl für die Johannesgemeinde. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für Johannesgemeinde“ Pfarrer Dr. Naumann. Nächstkünftigen Sonntag, den 6. September, wird in beiden Kirchen die alljährliche Kollekte zum Besten der inneren Mission erhoben werden. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 28. Aug. Wie die„Kreuzztg.“ hört, soll ein allgemeiner deutscher Hand⸗ werkertag noch in diesem Herbst nach Bres— lau einberufen werden. 5 Hd. Paris, 28. August. Demnächst wird die *— das Blatt„Voltaire“ unter die politische des früheren Ministerpräsidenten Bourge gestellt werden. 2 Hd. Brüssel, 28. August. Der A der Brüsseler ausständischen Tischl beschlossen, auf eigene Rechnung große Werkstatt zu eröffnen, in seitens der Streikenden alle Bestellungen at führt werden.. Hd. Konstantin opel, 28. Obwohl das Revolutions ⸗Ko tee der Armenier nichts unterla hat, um die Bevölkerung zu überraschen und die ganze Stadt in Aufruhr zu bringen, kann der Plan dennoch als gescheitert betrachtet werden. Der Mi⸗ nister des Innern inspizierte gestern persönlich die Straßen, die Bevölkerung zur Ruhe und zum Frieden ermahnend. Alle Straßen werden von Militär⸗Pa⸗ trouillen durchzogen, die jede Menschen⸗ Ansammlung ohne Rücksicht auf Natio⸗ nalität und Glaubensbekenntnis zer⸗ streuen. Aus der Ottoman⸗Bank 0%, die Bande, welche dieselbe besetzt halten, vertrieben. Durch die ung die Armenier zu massakrieren. Nachde ein starkes Militär⸗Aufgebot die O nung wieder hergestellt und sie u müdlich in den Straßen aufrecht erh glaubt man, daß die Ruhe und Ot nung nicht wieder gestört wird. Hd. London, 28. Aug. Am 7. September wird in Edinburgh der Trades⸗Unioniste Kongreß stattfinden. 343 Delegierte, welche 878 000 Arbeiter vertreten, werden demselben beiwohnen. Ferner werden 100000 Dockarbeiter durch den neulich in Antwerpen verhafteten aus Belgien ausgewiesenen Ben Fillet vertreten sein, außerdem 230000 Grubenarbeiter, 83000 Weber u. s. w. a 1 Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ d. Hamburg, 23. August. 2.20 Nm. Seit heute Morgen 5½ uhr brennt bie Nagelsche Spritfabrik auf Stein wärder. Viele Spritfässer erplodierten, auf weiteste Entfernung wurden die Fenster⸗ scheiben zertrümmert. Nach der Meinung des Branddirektors wird der Brand bis morgen früh fortdauern. Die Feuerwehr beschränkt sich auf den Schutz der umliegen⸗ den Gebäude. Fünf Personen wurden verletzt. Der Materialschaden wird auf 1½ Millionen Mark geschätzt. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. S . 3˙⁵ Durchführung der veterinärpolizeilichen Ueberwachung des am 31. August I. J. zu Nidda mit Genehmigung Großherzogl. Ministeriums des Innern stattfindenden Vieh⸗ —.— Stfdt. Schlachthaus 9 7!!!!!T!.!.ũͤĩ —— 8 1 1 1 marktes kommen die nachstehenden Bestimmungen zur Auwendung, welche wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis bringen: 1. Der Markt beginnt um 6 Uhr früh. Vor dieser Zeit dürfen keine Tiere auf der 3. 4. Straße aufgestellt werden. Der Auf⸗ und Abtrieb des Viehs darf nur von einer von Großh. Bürgermeisterei Nidda zu bestimmenden Stelle aus erfolgen. Die Großh. Bürgermeisterei Nidda hat das nötige Aufsichtspersonal zu stellen, damit den getroffenen Anordnungen genau nachgekommen wird. Auf den Markt dürfen nur Tiere aus unverseuchten Orten des Großherzogtums Hessen, Tiere von Händlern nur dann, wenn sie mindestens 7 Tage in unverseuchten hessischen Orten in seuchenfreiem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben werdeu. Beim Auftrieb der Tiere ist durch eine streng zu handhabende Kontrole der betr. Ur⸗ sprungszeugnisse zu verhüten, daß andere Tiere auf den Markt gebracht werden. Außer der Kontrole der Ursprungszeugnisse findet noch eine tierärztliche Besichtigung der Tiere vor dem Auftrieb statt: Büdingen, den 20. August 1896. Großh. Kreisamt Büdingen. J. V.: Merk, Großh. Kreisamtmann. Zuchtbullen stehen zum Verkauf bei: 1. Gemeindevorsteher Diehl zu Oberndorf 1 Stück 2 Jahre alt, 2. 9 Weber zu Dutenhofen 1„ 2 Jahre u. 4 Monate alt, 3. Wilhelm Lotz zu Bechlingen F 1„ 4.. Becht zu Dreisbach IFCCN'F„ 1 5. Ludwig Schmidt zu Atzbach E 1„ 6. Johannes Brückmann zu Atzbach F 1„ 7. Johs. Brückmaun Wwe. zu Atzbach 1 C fämtlich Vogelsberger Rasse. Wetzlar, den 27. Auguß 1896 8 0 Der Königliche c. Landrat. Goedecke. V. Marburger ferdemarkt Lotterie. Verlosung am 15. September 1896 von Equipagen, Pferden, Fahr⸗ und Reit⸗Nequisiten, Lose 9 Reise⸗UUtensilien ꝛc. ꝛc. A Mk. 1. welche in der Expedition dieser Zeitung, sowie in den mit Plakaten versehenen Verkaufstellen zu haben sind, empfiehlt und versendet 942 Ferd. Bang, Bankgeschäft, Marburg. Bei Abnahme von 10 Losen 1 Freilos. Porto u. Liste 20 W extra. Meiner verehrl. Kundschaft zur gefl Nachricht, dass ich mein Photographie. photo- Craphisches Geschäft seit I. April d. J. inlelnt znelar in meinem friiheren Ateller, Dietzstrasse 4 ausübe, sondern in dem neuerbauten Atelier 234 Grünbergerstrasse No. 10. Aufnahmen finden zu jeder Tageszeit von Morgens 9 Uhr bis Nachm. 5 Uhr statt. Hochachtungsvollst G. Mook, Photograph. Vereinszimmer zu 1 Mittagstisch im Abonnement. Gasthaus„Zum deutschen Hof“. 888 Freibank. Heute und morgen 2 22 Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Die Freibank bleibt bis 10 Uhr Abends geöffnet. Hotel Darmstädter Haus Giessen, Wallthorstrasse. Viele bessere und billige Betten wegen Umzug aus freier Hand zu ver⸗ kaufen, 983 Sofort einen tüchtigen Kutscher gesucht. 987 Dr. Gengnagel. Großen⸗Buseck. Einen Spenglergesellen und Lehrling per sofort gesucht. 969 Ludwig Bierau, Spenglermstr., Lollar a. d. L. Ein möbliertes Zimmer(10 Mk. mit Kaffee) zu vermieken. 929 Bahnhofstraße 51, III. Stock links. Ern schön möbliertes Zimmer zu ber⸗ mieten. 16 Mk. mit Kaffee und Be⸗ dienung. 928 Bahnhofstraße 51, III. Stock links. 944) Freundlich möbliertes Zimmer zum 1. Oktober zu vermieten. Mäusburg 12, III. Stock, 2 junge Foxterrier, schön gezeichnete, zu verkaufen. 981 Klinikstraße 15. Ein leichtes Ackerpferd billig zu verkaufen bei 97¹ Wilh. Balser, Gastwirt, Rödgen. Geld auf erststellige Hypotheken gesorgt 529 H. C. Werner, Eichgärten 10. Schriftl. Arbeiten jeder Art, insbesondere Bitt- und Gnaden⸗ eluch Reklamationen pp. werden rasch und 9 illigst ausgeführt. Strengste Diskretion. 44 Kaplansgasse 10. 189 2 Lampions, Dekorationsfahnen, Schärpen. 75 Nationalbänder in allen Jarben, 5 1 Lyras, Festrosen. Festboudets, 55 Lorbeer⸗ 2 in 5 Gichen⸗ 15 Grün, 8 Preis⸗ Gold und 8 Ehren⸗ f Silber ꝛc. 5 sowie „ ereins abzeichen 8 find zu haben bei 806 2 8 Fr. Riiger, Giessen, — Hreuzplatz 4. 950 NB. Wegen zu großen Nndranges bittet man oben angeführte Aren Ver⸗ tanse Tl Woll. Cbepiotreste 85 Lieferung möglich ist. für eine rheinische Fabrik. . 2 461) Veter Teppla, Neustadt 79. Neues Sauerkraut und frisch eingemachte * Lindenplatz 4. Kränze und Vereinsabzeichen De recht frühzeitig zu bestellen, damit eine prompte IWiehelkuchen Dienstag, Donnerstag und 8 Samst. Fi.itz Schreiner, * 8 8 3 877 Gurken g Für 3 Bahnhofstrasse No. 2. i 938 dee A. Frel, Reue uweg 43, 1 empfiehlt 885 Joh. Hankel, Gemüsehändler, 0 N 8. e corpulente Herren. 2 Ich annonciere hiermit mein 8 Prin 3 Herrenkleider-Geschaͤft 8 Nepfelwein und empfehle mich ganz besonders für 8 PD 3 Fertigung von Anzügen für nur ganz verzapst 411 corpulente Herren, da ich darin, nach 3 J. Arnold, Ausweis meiner Bücher, einzig allein Azum Schipkapass, das Beste zu liefern im Stande bin. zh 145 22... ̃ ͤ̃ ͤ K ̃ ˙—ĩ — 8 5 0 1 U U ö ö U ö ö 9 2. die Puutinalbaun als eigener 9 in daten Wale big Oben e in 17 0 Oberhessen: an f be 2. Alen Lund 3. Allet Clin 4. Belle Göbel 5. Bert Minn 6. Bele 7. Burt g. Gels 9. Grün 10. Harb 11. Kesse 12. Laut 13. Lond 14. Lum 15. Odet App. 16, Que 17. Reis 18. Reis 19. Sac bat Ml den 20. Sta 21, Ste 22. Tie 28. Me 27 Sto Gießen, 2 N Heiterkeit“ be Aber im s 18 ähri Acer zahlreiche ft den abe —— Narja, d. von Nitroman