Gießen, Freitag, den 28. Angust 1896. andeszeitun Ausgabe Gießen. Redaktion:. Kreuzplatz Nr. 4.— Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. pedition: Krenz kag Nr. 4. 2 Lokales und Provinzielles. Gießen, 27. August. Der 34. Ver⸗ bandstag der hessischen Land wirtschaft⸗ lichen Genossenschaften findet Samstag 5. September d. Is., vormittags 10 Uhr be⸗ ginnend, zu Mainz im großen Saale der „Liedertafel“(Große Bleiche 56) mit folgender nor statt: 1. Jahresbericht des Ver⸗ bandsdirektors für 1895. 2. Vorlage und Ent⸗ lastung der Jahresrechnung für 1895. 3. Generalrevisionsbericht. 4. Bericht über den 12. Allgemeinen Vereinstag der deutschen landwirt⸗ schaftlichen Genossenschaften zu Stettin. Bericht⸗ erstatter Kreisrat Bichmann von Oppenheim, Nebeuberichterstatter Heinrich Hammann IV. von Biebesheim. 5. Neuwahl des Verbands⸗ direktors und seines Stellvertreters. 5. Er⸗ gänzungswahlen zum Verbandsausschuß.(Es scheiden aus durch Ablauf der Wahlperiode: den fahren un Jakob Biegler IV. in Dorndürkheim, August gafenardelkr v) Breidenbach in Dorheim, Wilhelm Grünewald haftet und a in Har eshausen, Heinrich Hammann IV. in iu Chart) un Biebesheim, Karl Hembes in Ober⸗Olm, Gustav Kammer in Bellersheim, Heinrich Keim in Wons⸗ —— beim, Gg. Fr. Fr. Ramge in Ueberau, Jakob Schmitt in Guntersblum, Philipp Stoll in Georgenhausen, Ernst Wernher in Nierstein; ferner der verstorbene Bürgermeister Jakobi in Rodheim.) Die Haftpflichtversicherung der Ge⸗ nossenschaften und der Genossen. Berichterstatter Direktor Dr. Kahlert. Rechtliche Stellung der landwirtschaftlichen Bezugsvereine nach der Konsum⸗Vereins⸗Novelle. Berichterstatter An⸗ waltschaftssekretär Dr. Thieß von Offenbach. Die Thätigkeit der milchwirtschaftlichen Versuchs⸗ station des Verbandes. Berichterstatter Vorsteher Dr. Uhl von Offenbach. Nach Schluß der Versammlung, wird ein gemeinschaftliches Mit⸗ tagessen in demselben Lokale abgehalten. a Gießen, 27. Aug. Ueber die anläßlich gugwär tigt des Radfahrerfestes am Sonntag im 97 Gießener Festsaal sich produzierenden Kunst⸗ itores fahrer Gebrüder Lippert schreibt das Wormser ö„Tageblatt“ unter Darmstadt, den 27. August ö 1894: Die Leistungen der beiden Knaben Georg und Rudolf Lippert aus Worms waren es, die das Publikum zur Bewunderung hinrissen. Es * fel zwar nicht üblich, sagte der Preisrichter, auf Kl. kapfahrerfesten Kinder zu prämiieren, indessen —ů eil das Kunstfahren der kleinen Gebrüder Lippert och so meisterhaft, daß man nicht anders könne, als ab abet lich des bean, eses beröffch Der Aussch f duc dn die Berhaftug Behörden. Ju Mitglied de keichert, geh, des Landwirtz reis Büdingen. linik, Die Leiche rau, geborene geftau des Gast urg, Verantw. Ottmann, bebe denselben eine Auszeichnung zuzuerkennnen. Die kkleinen erhielten demzufolge die silberne Medaille. Das Publikum war enthusiasmiert und die aus bielen Orten zusammengeströmten Radfahrer überhäuften die kleinen Meisterfahrer mit Auf⸗ ede die ihnen den Tag unvergeßlich achen werden. SGießen, 27. August. In der Straf⸗ sache gegen den Gerichts-Assessor Schimmel- pfenng, der wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt(nach Aussage des Schutzmanns Link hat er diesen im Corpshaus der Hessen angepackt und versucht die Treppe hinabzuwerfen) vom hiesigen Schöffengericht zu 150& Geld⸗ strafe verurteilt wurde, steht Ende Oktober Termin vor der Strafkammer an. Vom Ver⸗ urteilten sowohl wie von dem Vertreter der Staatsbehörde, der s. Zt. eine Strafe von 200 l. beantragt hatte, ist gegen das Urteil der Schöffen Berufung eingelegt worden. * Gießen, 27. Aug. Zu dem gestern ge⸗ meldeten Brande in der Bahnhofstraße wird uns mitgeteilt, daß die Annahme, der Lehrling habe aus Unvorsichtigkeit das Feuer verschuldet, ganz und gar unhaltbar sei. Der Bube wird nämlich von seinem Meister als ein Mensch ge⸗ schildert, der im allgemeinen mit Licht mehr wie vorsichtig umgeht. Meister Wolf hatte von Hause aus gleich den Verdacht, daß Brand⸗ stiftung durch eine ihm feindlich gesonnene Person vorliegt. Er wolle jedoch ohne Grund Niemand beschuldigen. Heute in aller Frühe fand man auf dem Wolfschen Hofe einen Droh⸗ brief, des Inhalts, daß es in 8 Tagen wieder brennen werde, worauf der Bedrohte die Anzeige bei der Polizei erstattete. Es wäre zu wünschen, daß der ruchlose Thäter entdeckt würde. Gießen, 27. August. Eine von jedermann leicht auszuführende Weinprobe dürfte ob der gegenwärtig stark zunehmenden Weinpantscherei allgemeine Verbreitung verdienen. Man fülle ein etwa! Glas Wein haltendes Fläschchen mit dem zu untersuchenden Wein, verschließe die Oeffnung mit dem Finger und bringe die Flasche umge⸗ kehrt in ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Bei vollständiger Beruhigung des Wassers entferne man den Finger und lasse die Flasche in ruhiger Haltung etwa 10 bis 12 Minuten im Wasser. Letzteres saugt nach den Gesetzen der Attraktion sämtliche im Wein enthaltenen Fremd⸗ stoffe als Zucker, Farbe u. s. w. auf und der zurückbleibende Rest ist bei verfälschtem Wein reiner Essig. Vor dem Herausnehmen der Flasche muß selbstverständlich die Oeffnung wieder geschlossen werden. Der mit einem Glase„Burgunder“ ausgeführte Versuch ergab als Flaschenrest eine farblose gallertartige Masse. Reiner Wein bleibt unverändert. * Darmstadt, 26. August. Der verdiente Münchener Anatom Professor Dr. Nikolaus Rüdinger ist in Tutzing gestorben. Am 25. März 1832 in Büdesheim(Rhein⸗ hessen) 5 studierte er in Heidelberg und Gießen Medizin und wurde 1855 Professor an der Universität München. 1870 wurde er zum ordentlichen Professor der Anatomie und zweiten Konservator der dortigen anatomischen Samm⸗ lungen ernannt. Rüdinger erfand eine neue Konservierungsmethode, stellte vorzügliche Ner— ven⸗ und Gehörpräparate dar und benutzte als einer der ersten die Photographie als wichtiges Illustrationsmittel für anakomische Zwecke. Er veröffentlichte eine Anatomie des peripherischen Nervensystems des menschlichen Körpers, einen Atlas des peripherischen Nervensystems, einen Atlas des menschlichen Gehörorgans, eine Topo⸗ graphisch⸗chirurgische Anatomie des Menschen, Beiträge zur Anatomie des Sprachzentrums und anderer Organe ꝛc. * Mainz, 26. August. Die Sozial⸗ demokraten entfalten eine eifrige Thätigkeit zu Gunsten der bevorstehenden Wahlen zum Landtag und Reichstag. Am kommenden Monkag findet in der Mainzer Markthalle eine Volksversammlung statt, in der der Landtags⸗ abgeordnete Ulrich, Redakteur Dr. David und Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr sprechen werden. Mainz, 26. August. Das Komitee für die im Jahre 1897 dahier geplante Interna- tionale Weinbau- und Weinaus⸗ stellung hat nunmehr beschlossen, die Aus⸗ stellung nicht abzuhalten; dieser Beschluß erging infolge der Erklärung des Mainzer und deutschen Weinhandels, er werde sich an der Ausstellung nicht beteiligen, da sie dem Weinhandel keinen Vorteil, sondern nur Nachteile bringen könne. Vermischtes. — Auch ein Druckfehler. Aus Karlsruhe schreibt man: Viel Kopfzerbrechen hat es dem Schreiber dieser Zeilen gemacht, als er dieser Tage ein aus der hiesigen Münz stätte(Münzzeicheng) hervorgegangenes neues Zweimarkstück in die Hand bekam, auf dessen Inschrift der Großherzog von Baden— mit einem ein⸗ zigen s geschrieben war. Eine Fülle von hochwichtigen Fragen drängt sich da unwillkürlich auf. Handelt es sich um einen weiteren Fortschritt unserer neuen Orthographie? Wenn nicht, dann hätten wir die interessante Thatsache, daß auch eine Stätte, die berufsmäßig mit so denkbar weitgehender peinlichen Genauigkeit arbeitet, wie eine Münz⸗ anstalt, vor dem unheimlichen Druckfehlerteufel nicht sicher ist. Was wird aber dann die Folge sein? Werden alle diese schönen glänzenden Geldstückchen des kleinen Druck⸗ fehlers wegen wieder eingezogen und der gründlichen Korrektur der Einschmelzung unterzogen? Die warschein⸗ lichste Folge wäre in diesem Falle, daß diese badische Münze von 1896 mit dem Druckfehler bei den Herrn Münzsammlern sich bald einer großen Beliebtheit erfreuen und erheblich im Werte steigen würde. — Ein falscher Einjährig⸗Freiwilliger. Eine Täuschung der Militärbehörde zum Zwecke des rechts⸗ widrigen Dienens als Einjähriger ist einer Berliner Lokal⸗ korrespondenz zufolge jetzt zur Kenntnis der königlichen Staatsanwaltschaft gelangt. Der Sohn eines reichen Fabrikanten war in der Schule zurückgeblieben und konnte den Befähigungsnachweis zum Einjährig⸗Freiwilligendienst nicht erlangen. Die Zeit seiner Militärpflicht rückte näher, und einem Freunde, der in Berlin bei einem Rechtsan⸗ walt als Schreiber beschäftigt war, teilte er seinen Kum⸗ mer, daß er drei Jahre dienen müsse, gelegentlich mit. Der gute Freund wußte bald Rat. Er war stets ein begabter Schüler gewesen und wußte wohl, daß er, wenn er die nötigen Mittel dazu hätte, mit Leichtigkeit in Jahresfrist sich das einjährige Zeugnis holen würde. Jetzt wurde folgende Schiebung gemacht: Der Büreauschreiber meldete sich auf den Namen seines Freundes auf einem Berliner Gymnasium an, besuchte ein Jahr lang nochmals die Schule und wurde mit dem gewünschten Zeugnis ent⸗ lassen. Mit diesem aber meldete sich nun der reiche Fabrikantensohn beim Militär und diente auch, ohne daß Jemand eine Unregelmäßigkeit bemerkt hätte, bei einem Berliner Garde⸗Infanterle⸗Regiment nicht nur sein Dienst⸗ jahr ab, sondern machte auch die Reserveübungen mit. Einzelne Bekannte, denen die geringe wissenschaftliche Be⸗ fähigung des Reservisten bekannt war, erfuhren, wodurch die Berechtigung zum Einjährig⸗Freiwilligendienst erlangt wurde, und brachten den Fall zur Anzeige, nachdem sie vergeblich Erpressungsversuche bei dem Vater des„Ein⸗ jährigen“ versucht hatten. Der Reserveunteroffizier hat das Weite gesucht, während gegen den Büreauschreiber das Strafverfahren wegen intellektueller Urkundenfälschung ein⸗ geleitet ist. — Dauer der eisernen Bahnbrücken. In England sind in den letzten Jahren eiserne Bahnbrücken ausgewechselt, um durch neue, dem gesteigerteu Verkehr ge⸗ nügende, ersetzt zu werden. Der Zustand, in dem die Objekte sich beim Abbruch befanden, giebt nach Mit⸗ teilung des Patent⸗Büreaus B. Reichhold in Berlin N. W. Luisenstraße 24 einen wichtigen Beitrag zur Frage der Dauer eisernen Brücken. So war die Hammershmith⸗ brücke in London 62 Jahre im Betrieb und fand sich in einem Zustande, der wie neu bezeichnet werden kann. Eine andere Brücke, die Bonarbrücke, welche achtzig Jahre im Gebrauch war, ist ebenfalls sehr gut erhalten. Diese Thatsachen sind um so beruhigender, als die betreffenden Brücken in Bezug auf Konstruktion und Material nicht auf der Höhe der Zeit stehen konnten. Heute weiß der Fachmann allerdings, daß eine richtig konstruierte und gut erhaltene Brücke nicht an Altersschwäche zu Grunde geht, wenn dieselbe nicht wegen Ansprüche des gesteigerten Verkehrs frühzeitig abgetragen werden muß. — Zu der Auseinandersetzung über die Vor⸗ züge der englischen und deutschen Bahnen und insbesondere über die Durchschnittsgeschwindigkeit ihrer Züge werden nachstehende Angaben über die Schnelligkeit der Züge auf den in Berlin einmündenden Linien von In⸗ teresse sein: Ein Kilometer in der Minute oder 60 Kilo⸗ meter in der Stunde ist die Fahrgeschwindigkeit, mit der sich der D-Zug von Berlin nach Frankfurt a. M. bewegt. Er fährt 7 Uhr 40 Minuten vom Anhalter Bahnhof ab und ist 4 Uhr 30 Minuten in Frankfurt, gebraucht also 8 Stunden 50 Minuten, über 530 Minuten, um eine Strecke von 533,4 Kilometer zu durcheilen. Wer vom Anhalter Bahnhof aus sich mit dem schnellsten Zuge nach Dresden begiebt, hat 58,70 Kilometer in der Stunde zu durchfahren. Wer den schnellsten Zug von Berlin nach Magdeburg benutzt, durcheilt 54 Kilometer in der Stunde, nach Kreiensen ebenfalls 54 Kilometer, nach München 52,80, nach Bremen und Stralsund 52,20, nach Aschers⸗ leben 46,80, nach Rostock 42,60. Mehr als 60 Kilo⸗ meter in der Stunde durchfahren die schnellsten Züge der Bahnen Berlin-Köln, nämlich 60,30 Kilometer, Berlin— Posen 63 Kilometer, Eydtkuhnen 63, Stettin 63,60, Zeitroman von Pieter Vryburg (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Mit wachsendem Erstaunen hatte der Lauscher an der Wand dieser Rede des Goldgräbers zuge⸗ hört. Er hatte bemerkt, wie bei der Nennung von Morja's Namen dem schwarzen Tom das Blut jäh in die bleichen Wangen geschossen war und er eine maskierte Bewegung nach seinem Gurtmesser ge⸗ macht hatte, die für den Anderen nichts Gutes zu bedeuten schien. Er hatte sich aber bezwungen und Gleichgültigkeit geheuchelt. Nun entsann sich der Deutsche auch, daß Marja's Vatersname, den er vergessen hatte, Witborg hieß. Also auf dessen Farm, die mithin nicht zu weit entfernt sein konnte, war der schwarze Tom gewesen, um zu sehen, ob alles„dicht“ war, das sollte wohl heißen, ob alle schlefen? Was in aller Welt konnte das aber diese Leute angehen? Waren sie hier vielleicht auf Witborg's Grund und Boden, und war der Boer l ein so grimmer Feind der Uitländer, daß er keinen all% Von ihnen auf seinem Lande dulden wollte? i e das den übrigen Werten des Sprechers erkannte gung abo der Deutsche zur Genüge, wie die Dinge lagen, ut H und das bestätigte nur, was er schon in Johannes⸗ burg und nachher in Pretoria wahrzunehmen Ge⸗ legenhelt hatte: Boeren und Engländer lebten neben und nicht mit einander, sie besaßen beide einen großen Nationalitätenstolz, der zu Reibereien häufig Anlaß gab. Er hatte auch davon gehört, daß die Engländer, die in überwiegenden, Massen die Goldgruben bevölkerten, Einfluß auf die ihnen ungünstige Gesetzgebung des Landes zu erlangen uchten, daß sie aber außerdem auch nach der abso⸗ luten Herrschaft strebten, das hörte er hier zum ersten Mal äußern, und er wußte nicht, ob er diesen großsprecherischen Worten des Engländers eine ernste Bedeutung beilegen sollte oder nicht. Der Boerenstaat schien ihm denn doch zu festgefügt und zu stark verteidigt, um an eine Umwälzung durch die wenig seßhaften Uitländer glauben zu können. Er sollte bald anderer Meinung werden. Mürrisch, mit innerem Wiederstreben, hatte der schwarze Tom den ihm angebotenen Tabak— ein⸗ heimisches Erzeugnis des Boerenlandes— entgegen⸗ genommen. f „Wir, die Herren des Landes“, sagte er mit blitzenden Augen,„ja, wenn wir es erst wären, Williams! Aber noch sind wir es nicht, noch sind wir nur Geduldete, denen man erst nach sech⸗ zehnjährigem Aufenthalt im Lande das Heimats⸗ recht gewährt. Das ist aber bei dem ewigen Kommen und Gehen unserer Landsleute gleichbe⸗ deutend mit gänzlicher Heimatslosigkeit. Wir sind immer nur die mit eifersüchtigen, mißgünstigen Blicken bewachten Fremden, und so mein Freund, — merke auf meine Rede— wird es auch wohl immer bleiben.“ „Immer bleiben?!“ schrie Williams erbost. „Und das sagst Du, ein Engländer? Ja, ja“, fügte er mit einem Umblick auf die aufhorchenden Genossen hinzu,„was nicht ein Paar schöne Weiber⸗ augen aus einem bis dahin ehrlichen Boerenfeinde alles machen können. Marja— verdammte Hexe!“ Abermals zuckte Toms Hand nach dem Gurt⸗ messer. Er sprang auf und schwang es über seinem Haupte. Williams war auch aufgesprungen. Er hatte seine Büchse gepackt bereit, dem Anderen den Schädel zu zerschmettern. „Williams!“„Tom!“ schrieen die aufgeschreckten Genossen und sprangen hinzu, um die Gegner aus einander zu reißen. In diesem Augenblick wurde die Thür aufge⸗ rissen, und herein trat ein Mann mit gebietender Haltung, dem eine Anzahl uniformierter Soldaten der Chartered⸗Company nachdräugte. „Halt, im Namen der Königin!“ Das Wort und wohl noch mehr die Erschei— nung des Fremden wirkten wie ein Zauberschlag. Die Männer standen regungslos. Die Waffen der beiden Gegner sanken herab. „Der Gouverneur!“ ging es mit halber Stimme von Mund zu Mund. 5. Kapitel. Der Gouverneur. Wenn man den Mann genauer betrachtete, der da in Buschhemd, Jacke und Reithosen stand, den Calabreser auf der hohen breiten, eisenbarten Stirn, dann empfand man unwillkürlich das Gebietende dieser Erscheinung, trotzdem der Mann jedes äußeren Abzeichens seiner hohen Würde entbehrte. Es war Dr. C. S. Jameson, Administrator von Britisch Betschuanaland, welches im Westen und Norden der Transvaal-Republik sich ausbreitet. Das bleiche Gesicht mit den tief liegenden, tief— schwarzen Augen hatte sogar etwas unheimliches in seiner ehernen Rube. Mit hartem Griffel hatte die Natur diese Züge gezeichnet, die fast eckig er⸗ schienen. Der von einem kurzen, struppigen Schnurrbart bedeckte Mund schien nur geschaffen, um rauhe Worte herauszulassen. Das vorstehende Kinn zeugte von großer Willensstärke. „Ist das die Art und Weise, wie Männer, Eng⸗ länder, einander begegnen, die sich zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind verschworen haben?“ sagte der Gouverneur streng.„Dann ist es besser, Ihr bleibt, was Ihr waret, die Sklaven der Boeren!“ Gemurmel des Unwillens lief durch die Schaar der Goldgräber. „Euch fehlt die Einigkeit, der Corpsgeist, der jene so unüberwiudlich macht“, fuhr der Andere unbekümmert fort.„Was bleibt ibnen noch zu thun, wenn Ihr Euch selber tötet? Der Kampf ist be⸗ endet, noch ehe er begonnen worden. Uneinigkeiten waren von jeher die Quelle aller Niederlagen.“ Die Goldgräber maßen den Sprecher mit un⸗ freundlichen, zum Teil feindseligen Blicken. Viele von ihnen sahen zum ersten Male den Mann, dessen Name in aller Munde war, und sie fühlten sich durch sein herrisches Auftreten in ihrem Frei⸗ heitsgefühl verletzt. „Nun, zum Teufel, Gouverneur“, rief ein rot⸗ bärtiger Kampfhahn.„Wenn das Eure Meinung von uns ist, dann hättet Ihr besser gethan, Betschuanaland für die Boeren zu gewinnen, als uns zum Kampf gegen die Unüberwindlichen auf⸗ zufordern!“ Lärmende Zustimmung ertönte von allen Seiten. Gehässige, beleidigende und drohende Worte wurden laut. Der Tumult war unbeschreiblich. Nur der Gouverneur bewahrte seine Ruhe. „Wer hat dazu aufgefordert?“ rief er, und seine gewaltige Stimme übertönte den Lärm.„Ihr habt Boten zu mir entsendet, die mir Eure Be⸗ schwerden und Wünsche in beweglichen Worten vor⸗ trugen. Ich empfand mit Euch die erlittenen Un⸗ gerechtigkeiten als ein freigeborener Engländer, der keinen Druck auf sich lasten fühlen kann. Ich scheute den weiten Weg nicht, um zu Euch zu kommen. Eure Sache war die Meinige. Und was finde ich? Kleinliche Streitigkeiten, persönliche Fehden, Engländer gegen Engländer! Wenn das der Aufang ist, was soll das Ende sein? Glaubt Ihr meinen Rat und Beistand entbehren zu können — gut. Wozu denn der Notschrei, wozu die Boten? Eines nur kann ich Euch sagen: Meine Augen sind so scharf wie meine Zunge. Ein Blick genügt mir, und ich kann nicht schön nennen, was ich tadels—⸗ wert finde.(Forts. folgt.) —-= e ———— — „ nr e r e Königsberg 63,60, Hannover 64,20, Leipzig 64,20, Gör⸗ litz 67,80, Frankfurt a. O. 69,60, Halle 69,60, Breslau 70,80 und Hamburg 79,20 Kilometer. Dieser Expreß⸗ zug zwischen Hamburg und Berlin, der die Strecke von 298,9 Kilometer in 3 Stunden 36 Minuten durchfährt, ist zugleich einer der schnellsten der Welt, während die schnellsten Züge überhaupt die Geschwindigkeit von 84 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten. — Von den Toten auferstanden. Aus Tunis wird folgende Sensattonsgeschichte gemeldet: Ein 44 jähriger Araber Namens Mohammed ben Achmed hatte voriges Jahr vier seiner Glaubensgenossen ermordet und solle am vorigen Sonnabend früh 4 Uhr dafür im Bardo mit dem Tode durch Erhängen bestraft werden. Das vor⸗ hergehende schauerliche Zeremoniell und die Hinrichtung selbst gingen schnell vor sich. Zehn Minuten nach der letzten Zuckung wurde der Strick des Gerichteten durch⸗ schnitten, dieser fiel zur Erde, der Tod wurde festgestellt und man brachte die vermeintliche Leiche nach dem Fried⸗ hof der Gehenkten. Während nun der Totengräber be⸗ schäftigt war, das Grab vollends auszuhölen, erhob sich der Gehenkte und sagte:„Bevor Ihr mich begrabt, gebt mir zu trinken!“ Die Anwesenden entflohen entsetzt und benachrichtigten die Behörden: Mohammed wurde ins Hospital geschafft, in ärztliche Behandlung genommen und befindet sich zur Zeit sehr wohl. Alle Welt zerbrach sich dann den Kopf darüber, ob er noch einmal, und besser, gehängt werden müsse, oder ob er sein Verbrechen gebüßt habe und auf freien Fuß zu setzen sei, oder ob er wenig⸗ stens zum Bagno begnadigt werden müsse. Vor 17 Jahren kam der Fall schon einmal vor; der kontrollierende Arzt sah, daß noch Leben in dem Gerichteten war. Damals — es gab noch keine französische Justiz— kam der Henker allen Fragen zuvor, indem er, einige Worte mur⸗ melnd, noch ein wenig an der Schlinge zog.— Wie die neuesten Nachrichten melden, hat diesmal der Bey die Frage dadurch gelöst, daß er den Delinquenten zu lebens⸗ länglicher Bagnostrafe begnadigte. — Mitleidige Insekten. Nach einem Aufsatz in der Revue scientifique teilt der„Promotheus“ Folgendes mit: Aeußerungen höherer Geisteskräfte bei niederen Tieren hat der ausgezeichnete belgische Psychologe Professor Delboeuf namentlich in seinen Eidechsenstudien vielfach gesammelt. Er glaubt keines⸗ wegs, daß man Alles in ihrem Gebahren auf„Instinkt“ zurückführen und sich bei diesem Worte beruhigen darf, sondern schreibt auch diesen Tieren bereits höhere Gefühle von Liebe, Freundschaft, Haß, Zorn, Hingebung, Mut, Mißtrauen, Elfersucht, Neugierde, List, Furcht, Bosheit und selbst Mitleid zu. Mitleid ist gewiß eine der höhe⸗ ren seelischen Aeußerungen, die man bei Vögeln, welche verwaiste Junge, verunglückte z, B. erblindete Genossen ernähren, öfter beobachtet hat, aber man hätte nicht ge⸗ glaubt, daß sich das Mitleid schon bei den Insekten äußert. Herr G. H. Monod glaubt davon aber untrügliche Proben schon beim Küchenschaben(Periplaneta orlentalis), einem der ältesten und niedersten Insekten, beobachtet zu haben. Die Veranlassung gab eine der großen Prachteidechsen Südfrankreichs, die man der Marseiller Universttät lebend gebracht und in eine große Krystallisationsschale gesetzt hatte. Da sie seit mehreren Tagen keine Nahrung em⸗ pfangen hatte, war sie sehr gierig nach den Küchenschaben, die man ihr reichte, und diese zeigten eine entsetzliche Furcht vor dem Reptil und eilten, aus seiner Nähe zu kommen. Nun hatte man in die große Schale ein kleines Näpfchen mit Wasser gesetzt, um die Eidechse zu tränken, und in diese Schale fielen wiederholt Schaben beim Hinüber⸗ klettern, die dann auf dem Rücken schwammen und in der doppelten Furcht, von der Eidechse verschlungen zu werden oder zu ertrinken, verzweifelt ihre sechs Füße in der Luft bewegten. Dieser Zufall wiederholte sich mindestens 5 bis 6 Mal, aber ausnahmslos unterbrachen alsdann andere Schaben ihre Flucht, kamen auf den Rand des Schälchens und halfen ihrer verunglückten Genossin aus dem Bade, wobei sie die eigene Gefahr völlig hintenanstellten oder vergaßen. Eines Tages fiel eine Fliege in das Wasser und wieder näherten sich einige Schaben dem zappelnden Tier, um sich indessen schnell zu entfernen, nachdem sie erkannt hatten, daß da kein Tier ihrer eigenen Sippschaft zu retten war.„Ist es nicht höchst bemerkenswert“, fragt Monod,„einen solchen unerwarteten Akt der Ueber⸗ legung bei Tieren zu finden, die in der Stufenleiter der Wesen so tief stehen?“ — Die ältesten Bergwerke. Man schreibt uns aus Paris, 18. August: Der berühmte Chemiker und ehemalige Minister des Aeußeren, Herr Berthelot, machte gestern in der Akademie der Wissenschaften eine interessante Mitteilung über die Metallurgie in den weitest zurückliegenden Epochen der Menschheit. Er legte dar, daß aus den neuesten Forschungen Herrn v. Morgans hervorgehe, daß im Sinai⸗Gebirge Kupferminen exi⸗ stieren, die noch vor 3000 Jahren im Betrieb waren, nachdem sie während einer Periode von 4000 Jahren Mineral zur Verarbeitung geliefert hatten. Danach dürften dieselben gewiß als die ältesten Bergwerke der Welt an⸗ gesehen werden. Recht bemerkenswert ist, daß Herr Berthelot nach den von Herrn v. Morgan gelieferten Erz⸗ proben festzustellen vermochte, daß die Hüttenvorgänge, die zu jener Epoche zur Anwendung gelangten, um die Me⸗ talle zu scheiden und herauszuziehen, den heutigen völlig analog waren. Bei den Sinaierzen war übrigens ein sehr vervollkommnetes Verfahren erforderlich, da ihr Kupfergehalt ein sehr geringer war. Nur die Billigkeit der Arbeitskräfte, die von gefangenen Sklaven geliefert wurden, deren Leben nicht weiter in Betracht gezogen wurde, machten es möglich, Lager von so geringem Kupfergehalt, wie die im Sinaigebirge, vorteilhaft aus⸗ zubeuten. Das aus diesen alten Bergwerken stammende Kupfer ist mit einem Bruchteil Zinn und Antimonium vermischt, sodaß es also eine richtige Bronce bildete. — Schwindsuchtsbehandlung durch Ozon. Daß die ozonhaltige Luft hochgelegener Kurorte als be⸗ sonders heilsam für mancherlei Krankheiten der Atmungs⸗ organe gilt, dürfte allgemein bekannt sein, obschon dieser günstige Einfluß des Ozons zu Zeiten vielfach überschätzt worden ist. Dr. Spormann, Arzt in einem Harzer Kur⸗ ort, ist nun, wie er in der letzten Nummer der„Deutschen medizinischen Wochenschrift“ mitteilt, auf den Gedanken gekommen, das durch elektrische Entladung gewonnene künstliche Ozon zu Einatmungen bei einigen Lungenkranken zu verwenden, und er erzielte dabei überraschende Erfolge. Vor allem nahm die Zahl der Tuberkelbazillen auffallend ab; ein Patient konnte bereits nach vier Wochen ohne Atembeschwerden und Herzklopfen Berge steigen und größere Touren machen. Papierene Telegraphenstangen. Dies ist die neueste Erfindung der Papierindustrie. Um der Teigmasse die nötige Festigkeit zu geben, fügt mau bor⸗ saures Natron, Salz und andere Substanzen bei, und die hydraulische Presse verleiht ihr die Form eines hohlen Zylinders. Solche papierene Tragstangen sind besser als Holzstangen, weil sie viel leichter sind und den atmo⸗ sphärischen Einflüssen mehr Widerstand leisten. — 50 000 Gulden in einem Bilde. Aus Wien wird vom 22. d. M. berichtet: Eine Angelegenheit, die seiner Zeit einiges Aufsehen erregte, hat für die be⸗ teiligten Parteien eine wenig befriedigende Wendung ge⸗ nommen. Der Bauer Franz Obenaus aus Bruck fand gelegentlich seines Besuches bei seiner Tante in Wien in einem Bilde, das sie ihm zur Reinigung übergab, auf der Rückseite zwischen der Leinwand und dem Holz⸗ deckel einen größeren Geldbetrag in Papiernoten, und zwar, wie sich bei der Zählung herausstellte, genau 50 000 Gulden. Man vermutete, daß das Geld während der Kriegsunruhen im Jahre 1866— auf dieses Jahr deutete eine Inschrift— von dem Großvater der Frau Obenaus in dem Bilde versteckt worden war. Es handelte sich nun darum, wem das Geld gehöre, denn eine Schwester der Frau Obenaus behauptete, das Bild gehöre ihr, sie habe es nur aus Platzmangel„bis auf Widerruf“ ihrer Schwester überlassen. Franz Obenaus, der Finder des verborgenen Schatzes, verlangte seinerseits zumindest den gesetzlichen zehnprozentigen Finderlohn, der ihm auch mit Einwilligung der beiden Schwestern ausbezahlt wurde. Die Letzteren selbst prozessierten lange um das Geld, schlossen aber endlich einen Vergleich auf Teilung der Summe zu gleichen Teilen. Es zeigte sich aber, daß man um ein— Nichts gestritten hatte. Denn die Frauen, die erst nach geschlossenem Vertrag das Geld in eine Wechselstube trugen, erfuhren hier, daß das Geld wohl im Jahre 1866 und noch ein paar Jahre später den Wert von 50 000 Gulden gehabt hatte, daß aber die Papiernoten heute gar nichts mehr wert seien, da die Verpflichtung des Staates zur Einlösung dieser Noten bereits erloschen sei. Es ist begreiflich, daß die Eut⸗ täuschung der beiden Frauen, welche durch den Prozeß schon sehr viele Kosten hatten, eine außerordentlich große war. Sie hatten überdies dem Franz Obenaus den Finderlohn von 5000 Gulden in giltigem Gelde aus⸗ bezahlt und verlangten nun dieses Geld zurück, da man von einem wertlosen Funde keinen Finderlohn gebe. Der Neffe verweigerte aber die Herausgabe des Geldes. Die beiden Schwestern haben nun gegen ihn einen Zivilprozeß angestrengt. — Ein gepfändeter Eisenbahnzug. Die Orleansbahn war zur Bezahlung von 441 Franks wegen einer beschädigten Senfsendung verurteilt worden. Da sie nicht bezahlte, erschien am 13. auf der Haltestelle Matabian ein Gerichtsvollzieher und pfändete den Pariser Personen⸗ zug bei dessen Ankunft. Er wollte auch im Sinne des Gesetzes zu dessen Versteigerung an Ort und Stelle schreiten und gab den Zug erst frei, als der streitige Betrag vom Stationsvorsteher erlegt wurde. — Das Wachstum Londons. Der Census des Jahres 1800 von London gab die Bevölkerung Lon⸗ dons als unter einer Million an. Die soeben herausge⸗ kommene Liste weist für die gleiche Ausdehnung die Zahl von 4,211,056 auf, und da die ganze Bevölkerung von England und Wales 29,001,018 ausmacht, so hat die Metropole den siebenten Teil der Gesamtbevölkerung Eng⸗ lands in ihren Mauern. Das ist aber nur der Distrikt der Londoner Schulgemeinden. Nehmen wir den Londoner Polizeidistrikt, der sich nach allen Gegenden in einem Radius von zwölf Meilen ausdehnt, und die City of London, die ihre eigene Polizel hat, so kommen wir auf die enorme, kolossale, unbegreifliche Gesamtziffer von 5,633,332 Seelen. London selbst im weitesten Sinne hat etwa um eine Million Einwohner und etwa 140,000 Häuser in den letzten zehn Jahren zugenommen und gegen⸗ wärtig befinden sich 4162 Häuser im Bau. Neueste Telegramme. Hd. Wien, 27. August. Dem Neuen Wiener Tageblatt gehen von berufener Seite Informationen zu, wonach die Zusammen⸗ kunft des Kaisers von Oester reich mit dem Zaren als ein Zeichen großer politischer Beruhigung angesehen werden kann. Freilich habe diese Entrevne nicht den Zweck, neue politische Punktationen für die Zukunft festzulegen. Auch seien Ab⸗ machungen, welche den Machtverhältnissen innerhalb Europas ein neues Gepräge geben könnten, vollständig ausgeschlossen. Der Besuch des Zaren in Wien beweise, daß der Dreibund und dessen Ziele seitens Rußland voll anerkannt würden. ö Hd. Belgrad, 27. August. Die Meldung, daß der Oberst Ciritsch wegen einer Ver⸗ schwörung gegen den König Alexander zu Gunsten der Wiedereinsetzung Milans entlassen worden sei, ist vollständig erfunden. Wie von informierter Seite versichert wird, ist die Ent⸗ lassung hauptsächlich auf Differenzen zurückzu⸗ führen, welche Ciritsch mit der Königin Natalie hatte. Hd. Athen, 27. Aug. Das hiesige kreten⸗ sische Zentral⸗Komitte stellte seine Thätig⸗ keit ein. Hd. Paris, 27. Aug. Ein Redakteur des Gaulbis hatte mit dem Ministerpräsidenten Meéline in dem Kurort Luzenil eine Unter⸗ n redung. Meline erklärte, die Reise des Prüft. denten Faure nach der Bretagne sei ausge, gewesen. Er konstatiert den Nieberganze 15 5 zialisten im Norddepartement(2) und sagte ferner, die Reise des Zaren sei noch nicht in allen ne e 1 Hd. Brüssel, 27. Aug. Obgleich die Mel⸗ dung des Soir betreffend die Krieg nehmungen des Kongostaates gegen die Mahdisten von den englischen Blättern und dem Pariser Temps bestätigt wird, läßt der Kongo⸗ staat dieselbe neuerdings in dem Blatte„Etoile belge“ in Abrede stellen. Das Blatt erklärt, es handle sich nicht um ein gemeinsames offensives Vorgehen Englands und des Kongostaates gegen die Mahdisten. Der Brüsseler Kourier fordert die Kongo-Regierung auf, die öffentliche Mei⸗ nung zu beruhigen und durch eine ehrliche Mit⸗ 5 über den wirklichen Sachverhalt aufzu⸗ ären. Hd. Paris, 27. August. Even und Eclair suchen im 9 die 1 geisterung der Bevölkerung anläßlich des Zarenbesuches dadurch zu dämpfen, daß sie in Aussicht stellen, die auswärtige Presse, besonders die deutsche, würde die Franzosen als trunkene Sklaven darstellen, welche sich in würdeloser Weise vor dem russischen Autokraten zu Füßen weed is, 27. Augus Paris, 27. August. Am Bahnhof des Dauphin, beim Ausgang zum Bois de Voile wo der Zar den Zug verläßt, wird eine Pracht⸗ Treppe erbaut, welche der Zar mit Gefolge zum Boulevard Lannes hoch emporsteigt, wo ein großer Triumphbogen errichtet wird. Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ -d. Constantinopel, 27. Augu 130 Nm. Die Ottomanische Bank 10 noch im Besitz der armenischen Revo, t lutionäre. Die Gendarmen, welche die⸗ selben bewachten, wurden getödtet. Gestern Abend brachen auch in anderen Stadt theilen Unruhen aus, welche bis spät in die Nacht dauerten. In Pera explodirte eine Bombe. Mehrere Soldaten wurden getödtet. Alle Geschäfte sind geschlossen d. Wien, 27. August, 12.30 Nm. Die Ankunft des Zarenpaares erfolgte programmäßig heute Vormittag(uhr Die Begrüßung zwischen beiden Kaiser paaren war herzlich. Der Zar siehl sehr gut aus. Auf der Fahrt nach der 5 Hofburg brachte die enorme Menschen⸗ menge große Ovationen dar. Marktpreise. Gießen, den 27. August. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter p. Pfd. 1,05— 1,10 Hühner⸗ eier per Stück 6, Enteneier—, Gänseeier——, Küse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 15, Linsen 26 Pfg., Tauben per Paar 50— 70 Pfg., Hühner p. St. 90— 1,00, Hahnen 50—85, Enten 1,60—2,—, Gänse per Pfund 00—00, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 56—66, Schweinefl., gesalz. 70— 72 Kalbfleisch 50—, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln per — N — 750. gemeiner der 2. 10 in Begleitung beten vom Sie n ricgebrach gauche far ge Tamm nach Aukunft Iitte und marsche Alge nuch der le Tafel verübt, komt kungen.— Von ei nügetelt, daß der dun bagnie aus Ri tig, am Sonnt an Regiment wiel Aan hatte eine In Griesheimer L. Torgen gleich mit! s Dienstes betru le Waffen u. m Ah seine Verbri. fach der Garnison Gießen, 8. behandlung) 100 Kilo 4,50— 8,00, Zwiebeln per Zentner 4,50 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. rn de Strafkammer Audreas Delie Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Bekanntmachung. Die Gartenstraße dahier wird wegen Herstellung von Chaussierungsarbeiten von der Löberstraße bis zur Südaulage heute und morgen für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 27. August 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Vergebung der„Commer⸗ zieurat Heichelheim⸗Stiftung“. Aus rubr. Stiftung baben am 1. November J. J. 1500 Mk. zur Verteilung zu gelangen. Nach 8 3 der Stiftungsurkunde können zur abend um die Gaben nur zugelassen werden: Gebr. Stan tlager tertiger Herren- und Knaben- Kleider. Tuch, Bukskin und Manufaktur waaren. Anfertigung eleganter Herren-Garderobe nach Maga N KN 2 e S e Marke Epernay, gegründet 1828. gefüllt Franz. Champagner Foucher& Cie., Zollersparnishalber in Luxemburg auf Flaschen Depot bei: J. Bockenhelmer, Frankfurt a. M. t Matpugg, S Jeden Sonntag 973 Hahnen- Für corpulente J N a) Personen, welche während des Feldzugs 2 1870/1 im Militärverhältnis gestanden haben, b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß diese sub a und b bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstützung bedürftig und würdig sind, und daß dieselben von der Zeit der Bewerbung rückwärts gerechnet, min⸗ destens zwei Jahre in Gießen ununter⸗ brochen gewohnt haben. Die Bewerber werden hierdurch aufge⸗ fordert, sich bis zum 30. September l. J. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich oder zu Protokoll anzumelden und ihre Quali⸗ fikation zum Bezuge der Unterstützung näher zu begründen und zu belegen. Gießen, den 17. August 1896 Großh. Bürgermeisterei Gießen. erren. Ich annonciere hiermit mein Auskegeln. eee eee. Friedriechsdorfer V. Marbu rger ferdemarkt Lotterie. Verlosung am 15. September 1896 von Equipagen, Pferden, Fahr⸗ und Reit ⸗Nequisiten, Lose sind, empflehlt und versendet Ferd. Bang, Bankgeschäft, Marburg. Bei Abnahme von 10 Losen 1 Freilos. Porto u. Liste 20 W extra. Reise⸗Utensilien ꝛc. ꝛc. & Mk. 1, welche in der Expedition dieser Zeitung, sowie in den mit Plakaten versehenen Verkaufstellen zu haben 942 Stadl. Schlachthaus Freibank. Gründliche Reparatur einer Taschenuhr 2, 2 junge Forterrier, Och r e Reinigen einer Taschenuhr schön gezeichnefe, zu verkaufen 981 Ochsenfleisch, 1,30% Klinikstraße 15. nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Neue Feder in eine Taschen⸗ Die Freibauk bleibt bis 10 uhr Abends geöffnet. Wohne jetzt Marktstraße Nr. 8 uhr 1,30, Patentglas 0,40, Brillenglas 0,50. 5 Flülr jede reparierte Uhr ein Jahr reelle getragenen Kleidern Garantie. (neben Herrn Kaufmann Pistor.) zu den äußersten Tagespreisen. 765 Terdinand Parthier, Georg Koch, Kaplansgasse 10. Korb- und Stuhlstechterei. Ahrmacher, 579 344) Freundlich möbliertes Zimmer Reparaturen billigst. a 8952 Neue Bäue 5. zum 1. Oktober zu vermieten. Mäusburg 12, III. 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