Nr. 23 Gießen, Dienstag, den 28. Jannar 1896. schätze 5 5 Wr 10 55 Schwie. sctor 96; n n bien. dun 1 2 ate het. ö Ciesen. 9 — Ausgabe Gießen 5* ie 1 Redaktion:. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: 8. Kreuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. ales. 8 8 5 5 56?! Auel, nicht gewesen, hätte er unter den damaligen] von Mark 5350.—; hierzu kommt noch seine] wurde zu Berg geschleppt und wollte hier landen. E Ibonpementsbestelungen auf die „Hessische Landeszeitung“ nehmen unsere sämmtlichen Träger sewie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen. Kein anderes hiesiges oder auswärti— ges Blatt bietet annähernd die Vor— teile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird Preis nur 60 Pfg. monatlich einschließlich Traͤgerlohn. Lokales und Provinzielles. Gießen, 27. Jan. Wie zuverlässig ver⸗ lautet, wird die Zweite Kammer am 4. Febr. zusammentreten. Gießen, 27. Jan. Die Garnison beging Kaisers Geburtstag, indem gestern am Vor⸗ abend ein Zapfenstreich stattfand. Heute Morgen weckte die Reveille die Bürger aus dem Schlafe, dem sich gegen 11 Uhr auf Oswalds Garten die Parade anschloß, die vorzüglich berlief. Das militärische Schauspiel hatte zahl— keiche Zuschauer angelockt. Heute Abend finden für die einzelnen Kompagnieen in verschiedenen Lokalen Festlichkeiten statt.— Die Stadt hat aus Anlaß des kaiserlichen Geburtstags festlich geflaggt. Von der Johanniskirche ertönte in der Frühe ein Choral, welcher von einem e ausgeführt wurde.— Mittags fand im Gesellschaftshaus ein Festessen statt, an dem sich die Vertreter der Behörden, sowie zahlreiche Offiziere betheiligten.— Gießen, 16. Jan. Reklamationen. Erfahrungsgemäß werden beim Militär dienende Söhne hilfsbedürftiger Eltern häufig reklamirt, sobald ein jüngerer Sohn eingestellt wird. Der⸗ ärtige Reklamationen können aber in der Regel nicht berücksichtigt werden, während der jüngere Sohn nach§ 32 Nr. 3 der Wehrordnung so lange zurückgestellt werden darf, bis der ältere Sohn entlassen wird. Eine solche Zurückstellung erfolgt nur dann, wenn der jüngere Sohn rechtzeitig, b. h. spätestens im Musterungstermin, reklamirt wird. Das wird aber häufig unterlassen, zu⸗ peilen wird sogar auf Befragen die baldige Einstellung des jüngsten Sohnes als erwünscht bezeichnet, wobei die Absicht vorliegt, nach dessen aun Ban, Einstellung den bereits dienenden älteren Sohn Nel,„ zu reklamiren, was indessen gewöhnlich ganz 2) Nubee aussichtslos ist. * ben 27. Jan. Einen ausführlichen über das gestrige vierte Konzert des hiesigen Concert⸗Vereines finden unsere Leser im heutigen Hauptblatt. der Sul Dr. göslln, käsgeneluhe, Beichte Und ide. sensaale ber „bon Vers sen und ihn chsten Sonn⸗ dogoktezdiens Alasgemellhe erautww. Ne⸗ E. Ottnang, nubuche. Längen 1m und. bis zu eim. zeichnet, — 4 n. Gießen, 27. Januar. Die vom hiesigen iegel, J Arbeiter Bildungsverein am Samskag 1 Abend im Restaurant„Zum Pfau“ veranstaltete 91 Pestalozzifeier war sehr gut besucht. Bei 21 4 Fröffnung der Festversammlung erklärte der euhauß. Vorsitzende, ein größeres Lokal sei nicht zu er⸗ angen gewesen, da den hiesigen Arbeitern alle größeren Säle gesperrt wären. Nachdem der Fine, Gesangverein„Eintracht“ ein Lied gesungen Auswaß hatte, nahm Herr Dr. David das Wort. Er kigte den großen Pädagogen von einer Seite, die gewiß für Manchen, der Pestalozzi nur aus den bekannten Schriften kannte, viel Üeber⸗ aschendes hatte. Herr Dr. David führte aus, daß die Stimmung, die den Menschen ergreift beim Unblick eines fremden Leids, dieser heiße Wunsch u helfen, bei Pestalozzi Lebensstimmung, warme Renschenliebe der Grundzug seines Wesens ge⸗ hesen sei. Er führte die Hörer hinein in jenes . ben von Irrungen und Wirrungen, von Leid pulled id Enttäuschung, in dem trotz aller Mißerfolge 112 och das Ringen und Streben zum Besten anderer erm scht einen Augenblick geruht habe. Der Redner 1 1 igte erner, wie nahe Pestalozzi in seinem Haß 0 5 gen die Unterdrücker, in seinem Wunsch, durch gest. irziehung das gesamte Volk auf eine höhere stufe zu heben, den Sozialisten stehe. Zwar ein ozialist im genauen Sinne des Wortes sei er Verhältnissen nicht sein können. Pestalozzi dachte nicht daran, die Angehörigen des Volkes aus dem Rahmen ihres bescheidenen Daseins heraus zu reißenß er dachte nicht daran, gleiche Rechte für alle zu fordern. Doch erkannte auch er schon das materielle Elend als Grund des geistigen und sittlichen Elends und wollte es beseitigt wissen. In einer seiner Schriften habe er den Gedanken ausgesprochen, daß der Anspruch auf ein menscheuwürdiges Dasein höher stehe als alles Herrschafts- und Eigentumsrecht. Wenn Pestalozzi heute lebte, meinte der Redner, würde er Sozialist sein. Er würde in dem Streben der Sozialisten sein eigenes Ringen wiederfinden, nur in konsequenterer und weiter ausgebauter Gestalt. Das Ziel seines Strebens fei aus⸗ gesprochen in den Worten des bekannten Sozia— listenliedes: Der Erde Glück, der Sonne Pracht, Des Geistes Licht, des Wissens Macht, Dem ganzen Volke sei's gegeben! Das ist das Ziel, das wir erstreben. Mit diesen Worten schloß der Redner seinen Vortrag, dem reicher Beifall gezollt wurde. Das vom Gesangverein„Eintracht“ gesungene Lied „Ein Sohn des Volkes will ich sein und bleiben“ schloß die Pestalozzifeier des hiesigen Arbeiter— bildungsvereins. * Gießen, 27. Januar. Die gestern Abend auf Lony's Bierkeller von dem alten Gießener Carneval-Verein veranstaltete närrische Damensitzung war sehr gut besucht und fanden die gut gewählten närrischen Vor⸗ träge wiederholten Beifall. Zu diesem Erfolge können wir den Verein nur beglückwünschen. * Gießen, 26. Jan.(Besitzwechsel.) Die Besitzung von Hermann Homberger(d eil⸗ haber der Firma Gebr. Homberger und Söhne), am Ludwigsplatz 2 belegen, ging gestern durch Kauf an den Rechner der Gewerbebank Heinrich Wagner für den Preis von Mk. 40000 über. Es soll die Absicht bestehen, dort für den Photo— graphen Zimmer ein Atelier zu errichten. t. Gießen, 27. Jan. In der Nacht vom letzten Samstag auf Sonntag wurde in der Wasserbude am Bahnhofe eingebrochen und ver— schiedene Waren(Cigarren Chocolade ꝛc.) und auch Geld, im Gesamtwerte von ungefähr 50 Mark entwendet. Die Thäter sind noch nicht entdeckt. Gießen, 27. Jan. Ein Frühlingsbote in Gestalt eines zwar ziemlich klein gerathenen aber doch recht muntern Citronenfalters wurde uns heute morgen gebracht. Leider macht ein— Citronenfalter keinen Frühling. Gießen, 27. Jan. Die am Freitag stattgehabte Jagdverpach tung in Trais a. d. Lumda war von Reflektanten stark besucht. Es handelte sich um die Seilbach- Jagd, welche bisher in den Händen von Buderus jr.⸗Lollar war. Derselbe blieb wieder zum alten Pacht⸗ preis von Mk. 405.— Höchstbietender. Die Jagd ist für diesen Preis sehr billig. Nur der Coulanz der beim Termin anwesenden dortigen Nimrode hat es Herr Buderus zu danken, daß er die Jagd so billig behielt. Die Herren wußten, der Herr B. um jeden Preis die Jagd be⸗ halten hätte und wollten ihm durch Mitbieten die Jagd nicht verteuern.(Die Jagdverpächter werden von dieser Coulanz nicht sehr erbaut sein. Red.) Gießen, 27. Jan. Vom Westerwald wird uns betreffend der von uns veröffentlichten Warnung des Kreisphysikus Herrn Dr. Roth folgendes mitgeteilt. Der Anschlag malte unsere Verhältnisse mit Unrecht grau in grau u. sucht damit junge Aerzte abzuhalten, sich hier niederzulassen. Ein zweiter Arzt würde bei seiner Niederlassung vom 1. April d. J. ab an eine Remuneration von Mark 1600 erhalten, welche vordem der als Gewährsmann für die schlechten Verhältnisse von Marienberg und Umgegend angegebene Dr. Loer erhielt und welche jetzt als dessen Vertreter Kreisphysikus Dr. Roth so lange bezieht, bis sich ein zweiter Arzt hier niederläßt. Zu Marienberg gehören 31 Ortschaften mit einer Gesamt⸗Einwohnerschaft von rund 9000 Seelen. Richtig sind die angegebenen niedrigen Taxen, die sich aber leicht erhöhen ließen, wenn der richtige Mann es versteht bei den Patienten Ver⸗ trauen zu erwerben: Dr. Roth, welcher allein mit seinen Kassen mehr als genug zu thun hat, hat aus dieser Thätigkeit folgende Einnahmen: Aus Verträgen mit Gemeinden Mark 1200.—, Knappschafts⸗, Kranken- und Unfallkassen 1800.—, Impfung Mark 450.—, Gehalt als Kreisphysikus Mark 900; also im Ganzen eine feste Einnahme Privatpraxis. Es ist auch sehr wahrscheinlich, daß mit Ablauf eines oder des anderen Ver— trages ein Teil dieser Einnahmen einem zweiten Arzt zufällt. Allerdings, so lange unser Kreis⸗ phystkus allein praktiziert, hat er das Monopol. Die Notwendigkeit eines zweiten Arztes ist schon durch die angegebene Seelenzahl des Kreises dar— gethan und würde derselbe zweifellos seine Existenz hier finden, wie dieses ja auch früher der Fall gewesen, wo nicht nur 2 sondern vor— übergehend drei Aerzte hier wohnten. Ruttershausen, 27. Jan. Nach dem Ableben unseres seitherigen Polizeidieners Georg Karber, welcher fast 20 Jahre seinen Pflichten rechtschaffen nachgekommen ist, hat ein junger Mann Namens Ludwig Schneider das Amt als Polizeidiener übernommen, mit dem bedeutenden Gehalt von 180 Mark jährlich. Das Amt des Totengräbers, welches noch damit verbunden ist, bringt auch noch 20 Mk. ein. Summa 200 Mk. Die hiesige Gemeinde ist nicht unbemittelt. a, Lauterbach, 25. Januar. Der hiesige Stadtvorstand beabsichtigt mit dem am 11. Juni J. J. zu Lauterbach stattfindenden Prämien- und Viehmarkte eine Verloosung von Vieh, sowie landwirtschaftlichen und Hausge⸗ räten zu verbinden. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser nuch dun unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 8000 Loose, zu 0,60 Mark das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Lose zum Ankauf von Gewinngegenstanden zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. Darmstadt. 26. Januar. Der Finanz⸗ ausschuß der Zweiten Kammer hat die Mittel für eine dritte Zivilkammer am Mainzer Landgericht und den Personaletat der vor Schluß der laufenden Finanzperiode zu eröffnenden sechs neuen Nebenbahnlinien ge— nehmigt. h. Darmstadt, 26. Jan. Dem Feuerwehr- mann der freiwilligen Feuerwehr zu Planig, Jakob Schnorrenberger daselbst, ist in An⸗ erkennung des von demselben bei der unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung des Feuerwehrmanns Heinrich Kistner in Planig vom Tode des Verbrennens bewiesenen besonne— nen und mutvollen Verhaltens, die Rettungs- medaille verliehen worden. ch. Offenbach, 25. Jan. Die hiesige Han— delskammer hat in ihrer jüngsten Sitzung einige Beschlüsse gefaßt, die allgemeines Interesse verdienen. Es wurde u. A. beschlossen, in einem dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz auf Ersuchen zu erstattenden Gutachten den Vorschlag des Verbandes deutscher Schäfte— und Schuhwaren-Fabrikauten, durch Polizei— verordnung den Geschäftstreibenden die genaue Angabe des oder der Geschäftsinhaber auf dem Aus hängeschild zur Pflicht zu machen, nicht zu unterstützen. Die Handelskammer ging dabei von der Ansicht aus, daß man sich unter Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns bei der hohen Entwickelung unseres Auskunftswesens und der Organisation der Kreditvereine unschwer vor Täuschung zu schützen vermöge, und daß deshalb für die in Antrag gebrachte Maßregel ein Be⸗ dürfnis nicht anerkannt werden könne, während andrerseits die Verwirklichung des Vorschlages zu einer polizeilichen Reglementierung und Be⸗ lästigung des gesamten Geschäftslebens führen würde, gegen welche im Interesse des Handels⸗ gewerbes Einsprache erhoben werden müsse.— In Stellungnahme zu dem neuesten Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des un⸗ lauteren Wettbewerbs beschloß die Handels— kammer, ihren Standpunkt, insoweit demselben nicht durch Abänderung des früheren Entwurfes Rechnung getragen ist, aufrecht zu erhalten und insbesondere zu§ 9 Ziffer 2 des Entwurfs zu empfehlen, von einer strafrechtlichen Ver- folgung des Verrates von Geschäfts— und Betriebsgeheimnissen nach Ablauf des Dienstvertrages abzusehen, einen entsprechenden Schutz vielmehr nur durch Verbindlichkeit zum Schadenersatz bezw. zur Zahlung einer vorher vereinbarten Buße unter solidarischer Haftbarkeit des Verräters, des Anstifters und des dolosen Benutzers des Verrates herbeizuführen. Worms, 25. Jan. Ein bedauerlich er Unglücksfall ereignete sich gestern in Rhein⸗ dürkheim. Ein mit Steinen beladenes Schiff Beim Abwerfen des Verbindungsseiles wurde der Schiffsbursche Adam Lerch aus Nierstein von demselben ergriffen und in den Strom ge⸗ schleudert, wo er ertrank. Seine Leiche wurde geländet. i Mainz, 26. Jan. Der diesjährige Pa r⸗ teitag der freisinnigen Volkspartei für Südwestdeutschland findet in Mainz statt. Am 2. Februar tritt der Parteiausschuß in Mannheim zu einer Vorbesprechung zusammen. Mainz, 25. Jan. In der vorletzten Ge⸗ neralversammlung des Vereins Mainzer Kauf⸗ leute machte Herr C. Schmuhl als Schriftführer des Vereins Mitteilungen über verschiedene Pro⸗ jekte der Süddeutschen Eisenbahgesell⸗ schaft zu Darmstadt. Die Gesellschaft beab⸗ sichtige, die Stadt Mainz zu dem Centrum eines Kleinbahn netzes zu machen; sie plane die Erbauung einer Kleinbahn über Weisenau, Laubenheim, Bodenheim, Nackenheim, Nierstein bis nach Oppenheim, ferner eine Kleinbahn von Wainz über Kastel nach Erbenheim, Massenheim, Delkenheim u. s. w. bis nach Hofheim; einer Bahn in der Richtung nach Mombach; ferner einer solchen von Mainz über Kastel nach der Amöne⸗ burg, Biebrich nach Wiesbaden. Sämtliche Bahnen sollen elektrischen Betrieb durch eine in Mainz zu erbauende Centrale erhalten. Vermischtes. — Gerichtsdeutsch. Der Zeitung der An⸗ waltskam mer im Oberlandesgerichtsbezirk Naum⸗ burg entnehmen wir das Nachstehende: Das so⸗ genannte Gerichtsdeutsch ist in neuerer Zeit mehrfach strenger Musterung unterzogen worden. Nachdem die Arbeiten Rothe's, Gensel's und Daubenspeck's auf diesem Gebiete erwähnt sind, wird besonders auf einen vom Landgerichts rat Bruns in Torgau in der„Zeitschrift des allge⸗ meinen deutschen Sprachvereins“ veröffentlichten Aufsatz:„Gerichtsdeutsch und Aehnliches“ hinge⸗ wiesen. Von sprachlichen Rügen wird u. A. er⸗ wähnt der fehlerhafte Ausdruck in einer Ver⸗ fügung:„Das Testament wolle zur Verwahrung genommen werden.“— Zu den oft entbehrlichen Wörtern werden mit Recht gezählt: gedacht fraglich, bezeichnet, in Ausdrücken wie das(ge⸗ dachte) Grundstück u. dgl. Es wird betont, daß es jetzt sehr beliebt sei, statt eines aus zwei Hauptwörtern zusammengesetzten Hauptwortes ein mit„lich“ und„isch“ gebildetes Eigenschaftswort und ein Hauptwort zu setzen z. B. stakt Gesundheits⸗ maßregeln: gesundheitliche Maßregeln, statt Vor⸗ ortverkehr: vorortlicher Verkehr. Bald werden auch die Abendglocken und die Klosterglocken nicht mehr läuten und man wird nur noch die abend⸗ lichen und klösterlichen Glocken zu hören be⸗ kommen. Umgekehrt sagt man jetzt statt silberne oder diamantene Hochzeit„Silber“ oder„Dia⸗ manthochzeit“. Gerade im Kanzleistil findet man auch die Bevorzugung weitsch weifiger, neuerer Vorwörter wie vermittels, mittels(satt mit, durch), inhalts (statt nach), betreffend(statt über, z. B. Gesetz betreffend die Gewerbegerichte), behufs, zwecks (statt zu oder wegen), seitens(statt von), aus⸗ weislich(statt nach) u. A. Häufig sind die Genitivbildungen„des Eingehenderen“, des„Oef— teren“(statt eingehender, öfter), ebenso die Aus⸗ drücke, nach dieser Richtung(statt hierüber), diesseitig(statt unser), baldgefälligst(statt ge⸗ fälligst bald).— Die Wörter Beklagter(statt Verklagter), beeidigen(statt vereidigen) dürften nicht mehr zu verdrängen sein. Vom Beklagten hat man neuerdings beklagerisch gebildet), wie von Kläger klägerisch; beides ist aber sprachlich nicht gleichberechtigt. — Aus der höheren Toöchterschule. „Wenn einmal plötzlich die Sonne verlöschen sollte, was würden da die nächsten Folgen auf dem Erdball sein, Amalie?“—„Die Sommer⸗ sprossen würden aufhören!“ — Starker Einfluß. Hausfrau:„Auf das Genre, welches ein Künstler bevorzugt, habe n seine Familienverhältuisse oft bedeutenden Ein⸗ fluß!“— Besuch:„Ganz gewiß. Ich kenne einen Maler, der malte früher nur„Stillleben“; seit er jedoch verheiratet ist, produziert er nur „Schlachtenbilder“!“ „ Kasernenhofblüte. Lieutenant;„Ein⸗ jähriger Müller, Sie haben nie Richtung! Es ist ein Jammer mit Ihnen!... Was sind Sie in Civil?“— Einjähriger:„Maler, Herr Lieu⸗ teuant!“— Lieutenant:„Na merken sie sich's! Mit neuer Richtung können sie Civil imponiren — aber mir nicht!“ Letzte Telegramme. Berlin, 27. Jan. Heute Nacht 1 Uhr verstarb der amerikanische Botschafter Rungon am Herzschlag. Hd. Wien, 27. Jau. Frau Szelct, welche einen Wechsel auf den Namen des Erzherzogs Eugen gefälscht hatte, stellte bei dem Gerichtshofe den Antrag, die Schlußverhandlungen gegen sie eheim durchzuführen, weil sie nur so in der gage sei, Alles zu sagen. Der Gerichtshof hat noch keine Entscheidung getroffen. 5 8 Hd. Budapest, 27. Januar. Die Post⸗ beamten in Budapest verlangen Verbesse⸗ rung ihrer Lage und drohen für den Fall der Nichtbewilligung ihrer Forderungen und falls sie nicht mit den Wiener Beamten gleich⸗ gestellt werden, am 1. Mai den Dienst ein⸗ zustellen. Hd. Abbazia, 27. Jan. 1 ein furchtbares Familiendrama ab. Ein Friseur versetzte seiner Frau aus Eifersucht mehrere Stiche mit einem Küchenmesser und warf sie sodann aus dem dritten Stock⸗ werk auf das Pflaster, wo die Frau mit zerschmetterten Gestern spielte sich hier Hd. Paris, 27. Jau. Einer der Mörder Rockstrohs wurde in Mogador auf erneuerte Vor⸗ stellungen Deutschlands festgenommen. Hd. Paris, 27. Jan. Dem„Matin“ zu⸗ folge hat der französische Botschafter Herbette in Berlin seine Demission überreicht. Die Regierung hat das Demissionsgesuch ange⸗ an den Wahlen enthalten zu wollen, falls die Regierung vor dem Ende des Ausstandes die Wahlen ausschreibt, ohne vorher die versprochene Ausdehnung des Wahlrechts gewährt zu haben. Hd. Belgrad, 25. Jan. Jene Bande, welche kürzlich den Postwagen mitten in der Stadt an⸗ fiel und aus demselben 22,000 Gulden raubte, ist entdeckt worden. 12 Personen wurden ver⸗ haftet, darunter der Posthalter der Fahrpost. Zur Beachtung. Die„Hessische Landes⸗Zeitung, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lau- terbach und Schotten) und des Kreises Wetzlar veröffentlichen Die Holzversteigerungen und Submissionen der Kreise Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, Ziegenhain, Homberg und Frankenberg finden unsere Leser dagegen in der Marburger Ausgabe der„Hessischen Landes⸗Zeitung“. 5 s Die„Hessische Landes-Zeitung“ bringt diese wichtigen Bekanntmachungen also in einer Vollständigkeit, wie sie kein anderes hiesiges oder auswärtiges Blatt zu Die amtl. Bekanntmachungen der Stadt und des Kreisamts Gießen ieten werden ebenfalls in der„Hessischen Landes⸗ Zeitung, Ausgabe Gießen“ geen e, gene Reben wd, e ae bad de oeh dean be Steal Bol tversteiger erben„edrid, 27. Jan. Die Abberufung Ho zverf diene und e e age s een„Hubmissenen. auf Cuba. Diese erklären sich jeder Beteiligung er Provinz Oberhessen(Kreise Gießen, regelmäßig zu finden sein. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Gliedern todt liegen blieb. Der Friseur wurde verhaftet. I——— Bekanntmachung, betr. die Heichelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 27. April d J. die halbjährigen Zinsen mit 525 Mark an eine in Gießen wohnhafte würdige und bedürftige christliche Familie oder Person zu ver⸗ geben. Anmeldungen werden von beute an bis 10. Februar d. J im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Ne. 3, entgegengenommen. Gießen, den 23. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff. . Holzversteigerungen. Oberförsterei Rabenau Kullppel: Buche 45 rm, Eiche 36 rm, Reiser: Buche 516 rm, Eiche 238 ĩm, 96 ĩm, Eiche 47 rm Freitag, den 31. Januar, Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft in der Eichwaldwiese am Kanal Distrikt Eichwald: Scheiter: Bu he 2 56 rm Eiche 55 rm, Stöcke: Buche 35 rm Eichen- Scheit, 250 xm Eichen-Knüppel, 80 1m Leihgestern.(Gemeindewald) 10 m Länge— 14,74 fm, 39 Eichen Stöcke, 3540 Eichen-Wellen, 43 Eichen-Stämme von 4— Eichen⸗Derbstangen 250 fm. Freitag, den 31. Januar, Vormittags Zusammenkunft am Schindanger. 9/ Uhr. Ehringshausen. Forst Greifenstein, Forstort Stemel. 360 rm Buchen-Scheit- und Kullppelbolz, 4000 Stild Buchen-Wellen, 42 ĩxm Buchen ⸗Stöcke Dienstag, den 28. d. M, Vormittags ½12 Uhr Znsammenkunft im Langengrund bei Seibertsgründchen. Frankenbach.(Gemeindewald). Distrikt Hungerberg. 260 Fichteustämme von 16 bis 32 em Durchmesser und bis 18 m Länge, ziemlich astrein, mit. 95 fm, 110 Stück Stangen 1. Klasse mit 10 km, 72 15.„ 17 1232— 1 8.1 46„ sowie eine Partie Stangen zu Spalieren, meistbietend versteigert werden. Mittwoch, den 29. d. Mes., Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft im Orte. Allendorf bei Haiger.(Gemeindewald). zu 79,99 fm, darunter Stämme von 4—9 km Donnerstag, den 30. Januar, Morgens 10 Uhr. Zusammenkunft bei Nr. 1. Forst Braunfels Distrikte Schlag am Feld und Nassesstück. 222,5 rm Buchen- Scheitholz, 234 rm-Prilgelbolz, 135,5 rm.-Stockholz, 13000 Buchen-⸗Wellen. Donnerstag, den 30 Januar, Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft: Leunerweg vor der Weitersburg am Braunfelser Feld. Bonbaden(Gemeindewald). 1. Distrikt Ublsbach, Erlenhau. 181 rm Buchen⸗Scheit⸗ und Knllppelholz, 3000 Stück Buchen-Oberholzwellen, 3400 Stick Gemischte Wellen. 2. Distrikt Prinzebeck 4%½ rm Eichen Holz, 25 rm ⸗Wellen. 3. Distrikt Lindheck. 9,5 rm Kiefern⸗Stöcke, 248 1m ⸗Wellen. 4. Distrikt Trüsch. 3 rm Eichen ⸗Schueidholz, 41,8 xm„Kullppelbolz, 31,5 im Stöcke, 21 rm-Wellen, 4 rm Bu hen⸗Knilppelholz, 30 Stück Buchenwellen. 5. Distrikt Eichekopf. 8,5 rm Eichen-Scheit- und Knilppelholz, 3,7 rm ⸗Stöcke, 48,5 m Buchen ⸗Scheit⸗ und Knüppelholz. 107,2 rm ⸗Oberholzwellen, 53 Stück Erlen⸗Stangen II Kl., 40 Stilck Stangen III. Kl, 1 rm-Knüppelholz. 39 rm Reiserwellen. Donnerstag, den 30. Januar, Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft auf der Brücke. Oberförsterei Herborn. Staatswald Müblheim und ganzer Kölschhauserhaug, Revier Sinn. Es kommen die Hölzer Nr. 1 bis 609 zum Verkauf und zwar: Eichen 16 rm Scheit, 75 rm Prilgel, 1900 Stück Wellen. Hainb: 12 xm Rollsch, Buchen: 868 rm Scheit, 300 rim Pellgel, 11500 Stück Wellen; Aspen 32 rm; Erlen 12 rm; Birken 4 xm. Mittwoch, den 29 Januar, Morgeus 11½ Uhr. Zusammenkunft im Hotel Kunz in Sinn. Oberförsterei Johannisburg. Schutzbez Dillhausen. und 49 Mahnbach(nabe bei Niedershausen) kommen zum, Verkauf: Eichen: 14 rm Scheit, 7 rm Knüppel, 21 Hdt. Wellen; Buchen: 49 rm Scheit, 24 1m Knilppel, 116 rm Reiser, 93 Hdt. Wellen; Weichholz: 10 rm Knüppel, 8 Hdt. Wellen; Nadelholz: 12 rm Scheit, 56 rm Kuilppel, 150 rm Reiser. Mittwoch, den 29. Januar, Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft bei Gastwirt Weber in Obershausen. ürstl. Oberförsterei Lich. Distrikt Riedwald. Buchen: rm Kullppel, 110 rm Stöcke, 5300 Wellen; Eichen: 2 1m Scheitstücke 110 rm Knüppel, 81 rm Stöcke, 2300 Wellen; Kiefern: 108 rm Knüppel, Wellen, 5 Eichen⸗Schnittstämme von 4,50 km, 2 Rotbuchen von 1,15 fm, 2 im, 1 Elsbeer von 0,30 km, 370 Fichtenstangen von 7,79 fm Montag, den 3. Februar, Vormittags 9½ Uhr. Die Zusammenkunft ist auf der sogenannten alten Laubacher Straße, wo sie der Fußpfad Lich— Harbach kreuzt. Distrilte Mühlberg, Graudorn und Konzeböbhl. Buchen: 92 xm Scheiter, 154 rm Knüppel, 58 rm Stöcke, 6400 Wellen,(darunter Forstwellen); Eichen: 82 rm Knüppel, 49 xm Stöcke, 400 Wellen; Kiefern: 38 rm Knüppel, 52 xm Stöcke, 1100 Wellen; Linden: 18 rm Knüppel, 8 rm Stöcke, 120 Wellen; 30 Wellen Birken-Besenreiser. 3 Eichen⸗Schnittstamme von 1/51 im, 3 Ahorn mit 1,18 fm, 244 Fichtenstangen mit 23,39 km. Diese Stangen sind meistens Derbstangen 1. Qualität, für leichte Sparren, Gerüststangen, Leiterbäume ꝛc. geeignet. Dienstag, den 1. Febnuar, Vormittags 9¼ Uhr. Die Zusammenkunft ist auf der Staatsstraße Lich Gießen beim Albacher Hof. Jagd⸗Verpachtungen. Mainzlar. Montag, den 8. Februar, Vormittags 10 Ubr, wird die Jagd der Gemeinde Mainzlar unter den dei der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau öffentlich auf 6 Jahre verpachtet. Lindenstruth. Montag, 10. Februar l. J, Nachmittags Uhr, soll die hiesige Gemeindefeldjagd auf weitere 9 Jahre auf der Bürgermeisterei verpachtet werden. Leihgestern. Montag, 10. Februar l. J., Nachm 3, Uhr, soll auf dem Ge meindebaus die der Gemeinde zustehende Jagd, bestebend in 932 Normalmorgen Wald und 3200 Normalmorgen Feld, in zwei Abtheilungen auf sechs Jahre verpachtet werden Holzheim. Donnerstag, den 6. Februar 1896 soll die Jagd der Feldgemarkung Bergheim Nachmittags 1 Uhr auf dem Rathhaus zu Holzheim verpachtet werden utphe Donnerstag, 6. Februar l. J,, Nachmittags 1 Uer, soll die der Ge meinde Utphe gehörige Jagdberechtigung, bestehend in ca 1586 Gr. Hess. Morgen, auf dem Rathhause daselbst auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Utphe. Anschließend an die Donnerstag, 6. Februar 1896 stattfindende Jagdverpachtung der Gemeinde Utphe soll Nachm. 1½¼ Uhr die der Gemarkung Feldheim zu- ständige Jagd, ca. 1500 bess. Morgen, auf dem Rathhause zu Utphe auf weitere 6 Jahre ver pachtet werden. Vemerkt wird, daß die Gemarkung Feldbeim au die Gemarkung Utphe und die Gemarkung Utphe an die Gemarkung Trais-Horloff(Oberbess. Bahnstation) grenzt Trais⸗Horloff. Donnerstag, den 6. Februar. Vormittags 10 Uhr, wird auf dem Gemeindehause dahier die der Gemeinde zustehende Feldiagd auf weitere 6 Jahre ver- pachtet. Der Jagdbezirk grenzt an die Haltestelle Trais-Horloff der Oberhessischen Eisenbahn Gießen⸗Geluhausen. Distrikt Haukenest. 57 Stück Eichenstämme Distrikte 45 Blumenstein 197 rm Scheiter, 246 Eu Werkholz tauglich), 50 rm Stöcke, 1200 Birken, von 0,44 e Submissionen. Lieferung von 16000 ebm Bahnschotter an die Neubaulinie Friedberg Hungen im Ganzen oder in Teilen. Die Verdingungsunterlagen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der Baubehörde für Neben⸗ bahnen in Oberhessen in Gießen(Frankfurterstraße 64) oder bei der Neubau-Abteilung VIII in Friedberg(Saalbau) oder der Neubau Abteilung IX in Hungen(Gießener Straße) einzu⸗ sehen, können auch bei der erstgenannten Stelle gegen postfreie Einsendung von 70 Pfg. be⸗ zogen werden. Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnungstermin Samstag, den 8. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist drei Wochen. AIs besonders nervorragende 1 Cualitäts- Cigarren empfehle 1 . J. Tat Les Heico 46 ,. r. O. hoch. Russi Cigu ea? E. Gustav Sonntag, Cigarren en gros& en detail. Leuen Mäue J. August Kilbinger, geltersweg 19. Giessen, Telephon Ir. 78. Sattlerwaaren, Reise- Jagd- und Sport-Artikel, Portefeuille-Waaren, Geschirr- und Wagen-Fabrikation. 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