Auflage dn be liegt eh 1 Jentral, us(Juh. fung, Veni, Ottmann, beh 1 — n Alt, — — 2 Tanz. ru Arnold 40 ten des Herru 0 und abends 1 10³ orsland. 8880 1 1000 „Ill. ollieher. lache. ö 1 ö — 3 bisher gewesen, 0 f Marja, das Heldenmädchen Gießen, Sonntag, den 27. September Ausgabe ische Landeszei Gießen. epi 4 5 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. 3 D Expedition — S Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. Eine Erinnerung. Sen abends eine Reunion mit Musik die] sinnigen Partei, Herr Professor Stengel, inf saal eingefunden, sollte doch eine seit Wochen Jud 1 5 mit ihren Gästen vereinigte. Am Steins Saalbau in öffentlicher Versammlung lebhaft in allen Wirtsstuben besprochene Auge⸗ Siehe Nr. 226 der„Hess. Landesztg.“) nächsten Tage, einem Sonntag, fand die Fest- sein Programm entwickeln. legeuheit zur Aburteilung kommen. Angeklagt So kam der erste Tag der 39. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte mit dem 17. September 1864 für unsere alte Musenstadt Gießen heran. Die Zahl der Teilnehmer an dieser Versammlung war keine kleine. Das da⸗ mals geführte Tageblatt bezeichnet die Zahl derselben mit 1083, darunter 424 ordentliche Mitglieder. Aus aller Herren Länder waren die Gelehrten zu uns gekommen, um an dem Feste und dessen Wcrten dun Ausbeute teil⸗ sunehmen. Die Gelehrten waren aus allen eilen Deutschlands, aus Oesterreich, Holland, Belgien, Schweiz, Frankreich, England, Schweden, Rußland, Italien, Vereinigte Staaten von Nord— Amerika, Westindien und ostindischen Juseln. Ganz Gießen befand sich damals in festlicher Erregung. Die Turner hatten sich bereitwilligst in den Dienst der Sache gestellt und fungierten als Fremdenführer und leisteten dabei sehr wert⸗ volle Dienste. Am 17. September morgens wurde die Versammlung im prächtig geschmückten Saale des Vereinshauses mit einer festlichen Ansprache vom Professor Leuckart eröffnet. Er begrüßte die Gäste, ganz besonders herzlich aber die Männer aus dem damals erst wieder ge⸗ wonnenen Schleswig⸗Holstein, welche Ehrung mit lautem Bravo von der Versammlung begrüßt wurde. Seitens der Staatsregierung begrüßte 0 der Geh. Regierungsrat Küchler die Ver⸗ ammlung. Bürgermeister Vogt hieß die Ver⸗ sammlung namens der Stadt und deren Bewohner willkommen und erklärte, daß die Stadt und deren Einwohner die Ehre wohl zu würdigen wissen, die darin liegt, eine Versammlung solcher Männer in ihren Mauern tagen zu sehen. Deu Schluß bildete bei diesem Rede-Aktus eine An⸗ sprache des damaligen Rektors der Universität Professor Dr. Schäfer. In der Mitte der Fest⸗ versammlung weilte Erzherzog Stephan von Oesterreich, der von Schloß Schaumburg herüber gekommen war. Einladungen waren ergangen de einer Festfahrt in das Lahnthal, sowie von en Städten Nauheim und Marburg. Es ent⸗ spann sich dann eine lebhafte Debatte über die Aufbewahrung der Akten der Versammlung, welche damit endete, daß die Versammlung einem Antrag des Professors Vogt⸗Genf zustimmte, der dahinging: die Sache so zu belassen, wie sie und die Akten, die nicht so viel wert wären, als die Zeit, die darüber versprochen sei, denjenigen zu überlassen, die sie gemacht 5 5 Es folgte dann die Anweisung der Räume für die Sektionen, woran sich die Ueber⸗ 1 tafel im damals Zinßerschen Garten statt, nahme dieser Räume seitens der einzelnen Sektious⸗ 55 schloß. Am Nachmittag fand eine Fest⸗ fahrt per Sonderzug ins Lahnthal statt, woran sich über 1000 Personen beteiligten. In der liebenswürdigsten Weise wurden die Teilnehmer dieser Partie auf Schloß Schaumburg, wo Station gemacht wurde, vom Erzherzog Stephan persönlich empfangen, der es sich als besondere Ehre ausbedungen hatte, seine Gäste bewirten zu dürfen. Nach in Schaumburg prächtig ver⸗ brachten Stunden ging die Reise weiter nach Ems, sodaß man abends wieder in Gießen zurück war und sich dort von den Anstrengungen der Tour erholen konnte. Der folgende Tag war vormittags wissenschaftlichem Thun gewidmet. Am Abend fand im Busch'schen Garten der Fest⸗ ball statt, an dem sich die Bürgerschaft rege be⸗ teiligte. Man amüsterte sich in dem eigens dazu errichteten Festsaal, dessen Wände mit Tannen⸗ grün auf das schönste geschmückt waren, so eng der Raum auch für die große Menge der Ball⸗ gäste war— getanzt wurde doch bis zum frühen Morgen. An den übrigen Vormittagen, die die Gelehrten noch in Gießen weilten, fanden stets Sektionssitzungen statt, Dienstag Nachmittag fand die Festfahrt nach Nauheim statt, während am Donnerstag Mittag die Teilnehmer der Versammlung der Schwester⸗Universität Mar⸗ burg einen Besuch machten. Leider zu früh, am Freitag den 23. September, fand mittags der offtzielle Schluß⸗Akt für die Versammlung statt. Hiernach wurde noch mit Musik eine große Ex⸗ kursion nach dem Schiffenberg unternommen. Die Festtage des Jahres 1864 waren für Gießens Einwohner verrauscht, aber manch liebe Erinnerung haben sie hinterlassen, und viele der damaligen festfrohen Meuschen leben noch in unserer Mitte. Mögen diese Zeilen die Bilder * Gießen, 26. September. Eine hohe, aber wohlverdiente Strafe wegen Sach- beschädigung, nämlich 6 Monate Gefängnis, erhielt ein 20 Jahre alter Maler in Frankfurt. Er hat sich das niederträchtige Vergnügen ge⸗ macht, die Kleider mehrerer vorübergehender Damen mit Oel zu bespritzen, sodaß die Kleider unbrauchbar wurden. * Gießen, 26. Sept.(Schöffengericht.) Im Juli dieses Jahres hatten sich der Schlosser⸗ lehrling Stiehl und der Bäckerlehrling Lohfink, beide von Gießen, vor der Hofraithe des Bäcker meisters Noll gegenseitig gerauft. Beide waren gestern, dieserhalb wegen Körperverletzung an⸗ geklagt, geständig. Doch ging aus der Zeugen⸗ aussage hervor, daß Lohfink nur aus Notwehr gehandelt, weshalb derselbe freigesprochen wurde, während sein Genosse Stiehl zu 30, Geld⸗ strafe event. 10 Tage Gefängnis verurteilt wurde. — Joh. Arnold, 23 Jahre alt, und Ludwig Arnold, 19 Jahre alt, beide wegen Körperver— letzung vorbestraft, waren, nachdem sie vorher schon Streit gehabt, am 6. Juni in einer Wirt⸗ schaft in der Löwengasse an einander geraten und hatten sich gleichzeitig gepackt, mit dem zu⸗ geklappten Messer und dem Stiefelabsatze gegen⸗ seitig derart bearbeitet, daß sie bluteten. Beide feindliche Brüder wurden nach dem Prinzip „gleiche Brüder, gleiche Kappen“ vom Schöffen⸗ gericht zu je 10 Tage Gefängnis verurteilt. Der Amtsanwalt hatte je 14 Tage Gefängnis be— antragt. * Gießen, 26. Sept. Zunge heraus! Wer hätte früher jemals geglaubt, daß die Zunge auszustrecken, das beste Mittel sein könnte, Jemand von Qualen zu erretten? Diese Ope⸗ aus jenen Tagen, die im Laufe der Zeit wohl verblaßt sein dürften, wieder auffrischen unter denjenigen unserer Mitbürger, die jenes Fest mit⸗ erlebt haben.— Lokales und Provinzielles. * Gießen, 26. Sept. Nächtliche Revi⸗ sionen fanden der hier erscheinenden sozial⸗ demokratischen„Mitteld. Sonntags⸗Ztg.“ zufolge im Laufe der vorigen Woche in hiesigen Bäckereien statt. Nirgends sei festgestellt worden, daß die gesetzlichen Vorschriften unbe⸗ achtet geblieben wären. Die„M. S.⸗Ztg“ will aber wissen, daß einzelne Bäckereiarbeiter aus Furcht vor ihren Prinzipalen verschwiegen, daß hier und da die Vorschriften doch eigentlich nur auf dem Papier stehen.“ * Gießen, 26. September. Am Sonntag, den 4. Oktober, wird der Kandidat der frei⸗ ration kann mit großer Aussicht auf Erfolg beim„Schlucken“ angewandt werden, nicht nur beim einfachen, sondern auch beim chronischen, gegen den bekanntlich wenig auszurichten ist. So wird von dem Schlucken eines jungen Mäd⸗ chens berichtet, der bereits vier Tage anhielt und sehr heftig war: 30 maliges Atemholen in der Minute. Dieses junge Mädchen von sonst guter Gesundheit halte Verdauungsbeschwerden. Die Zunge wurde untersucht und zu diesem Behufe streckte das Mädchen sie so lang es ging heraus und hielt sie so eine ziemlich lange Zeit hindurch. Und während dieser Zeit hörte der Schlucken auf. Dem Mädchen wurde dann aufgegeben, die Zunge mehrere Minuten lang ausgestreckt 91 halten. Der Schlucken verschwand definitiv. dere Fälle verliefen ähnlich. * Gießen, 26. Sept. Der Gießener Zither⸗ Klub vor dem Schöffengericht. Gestern hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft im Schöffen⸗ waren der Kutscher Chr. Stiehl, der Schul⸗ diener Fr. Becker, der Wasserhändler Jean Weisel, der Landwirt Karl Valentin, der Wirt Heinrich Grün, der Bahnhofs⸗Portier dam Döring und der Schuldiener Ludwig Decker sämtlich von Gießen und unbestrafte Leute. Dieselben werden Ae des gemeinsamen Hausfriedenbruches, begangen am 9. Juli d. Is. im Restaurant Luft, anläßlich einer Generalversammlung des Gießener Zither-Klubs. Zur Verteidigung der Angeklagten sind die Rechtsanwälte Katz und Kraft erschienen. Die Anklagebank im Schöffensaal ist zu klein, um müssen dieselben stehen. Der Wasserhändler Weisel erklärt im Namen seiner Genossen, daß sie lange vor der betreffenden Versammlung er⸗ fahren hätten, daß man sie aus dem Verein aus⸗ geschlossen hätte, dieser Ausschluß sei zu Unrecht nachdem sie gegen diese Maßnahmen protestiert, die sich darin äußerte, daß man von ihnen ein⸗ fach keine Beiträge erhob. Man habe dann unterstützt durch 26 Unterschriften von Mitgliedern eine Generalversammlung beim Vorstand ver⸗ langt, damit sich die zu Unrecht Ausgeschlossenen bei dieser beschweren könnten, darüber seien Wochen vergangen, ohne daß dem Antrag statt- gegeben. So seien sie denn in die Versammlung am 9. Juli bei Luft gegangen, um ihre Unge⸗ legenheit dort verhandeln zu lassen. Er, Weisel, worauf der Präsident darauf hingewiesen, daß Nichtmitglieder in der Versammlung seien, und erklärt habe, daß, wenn diese den Raum nicht verließen, er die Versammlung nicht eröffnen würde. Sie seien aber nicht gegangen, weil sie sich noch zum Verein gehörig betrachteten, wo⸗ rauf der Präsident, Schornsteinfegermeister Ne⸗ bel, und noch einige Herren die Versammlung verließen. Die zuruͤckgebliebenen 31 Mitglieder des Zitherklubs vergewisserten sich, indem sie beim Wirt Luft anfragten, ob sie im Lokal weiter beraten dürften, was dieser bejahte, worauf ein Vorstand gewählt wurde. 7 Mitglieder zu Unrecht erfolgt sei, Darauf betrat der Schornsteinfegermeister Nebel wieder den Saal und erklärte, er habe denselben von Luft gemietet und fordere die Herren auf, den Saal zu verlassen, welcher Aufforderung man nachkam, nachdem der Wirt die Wahrhest dieser Angabe bestätigt hatte. streiten hiernach den ihnen zur Last gelegten Hausfriedensbruch. Als erster Zeuge wird ver⸗ maliges Mitglied des Zitherklubs. Er erklärt, ———— von Transvaal. Zeikroman von Pieter Vryburg (Nachdrud verboten.) (Fortsetzung.) „Ja, und das mag Ihnen eine Erklärung dafür abgeben, warum ich noch ehe ich Sie sah, nur auf Grund Ihres Namens, den innigsten Wunsch hegte, helfend und rettend in ihr Lebensschicksal ein⸗ Niemand hier kennt meine Vergangen⸗ Ich nenne mich Bianca Capella. Warum, das werde ich Ihnen später erklären. Ich hätte mich Ihnen ja gleich entdecken können, aber ich wollte erst wissen, welcher Ich bin eine schutz- lose Waise und habe auf Grund dessen viele Das hat Nun habe ich Sie aber als echten Edelmann mit wahrhaft 2 i n wohl auch ein, daß ich kein Werkzeug Ihrer Feinde, sondern nur von n Händen em Seufzer und einem heuchlerischen Augenaufschlag hinzu,„es Sie sehen mich reich und strahlend im Festesglanz, ist ein armes eise werden zugreifen. heit und meinen wahren Namen. Art von Mann Sie waren. Kränkungen im Leben erdulden müssen. mich etwas mißtrauisch gemacht. ligen Gesinnungen erkaunt. Ihnen vertraue unbedingt, und Sie seben nu dem Gedanken erfüllt bin, Sie aus dere zu befreien. Freilich“, fügte sie mit leis ist ein trauriger Tausch; mit Macht ausgestattet, und die Sie hinwegführen sollen, Mädchen, für die Sie in irgend einer W˖ sorgen müssen, bis es mir wiederum gelungen irgendwo und irgendwie meinen Unterhalt mi Stundengeben, als Erzieherin oder Gesellschafterin zu gewinnen.“ „Verzeihung—“ siammelte Kurt,„Sie sehen mich ganz verwirrt. nennt—“ „Ja, man nennt mich so“, wehrte Bianca diesen Zweifel ab,„und auch das werde ich Ihnen erklären. In meinen Adern fließt aber kein Creolenblut, sondern dasselbe hochadelige Blut, wie in den Ihren, und ich meine, wenn Sie mir nur ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, mußten sie bemerken, daß solche Alluren nicht an⸗ erzogen, sondern dem Menschen nur durch Geburt vererbt werden.“ „Das allerdings“, bestätigte Kurt, noch immer zweifelnd. „Aber was liegt auch daran“, lenkte Bianca von dem heiklen Thema ab.„Nicht um mich handelt es sich jetzt, sondern um Sie. Alles Andere ist Nebensache. Warten Sie hier einen Augenblick; ich will nur nach meiner Wohnung hinüber, um Ihnen eine Waffe zu holen, damit Sie keinen Augenblick mehr ohne Schutz sind.“ Sie wartete seine Antwort nicht ab und huschte unter den Bäumen hinweg, nachdem sie sich zuvor überzeugt batte, daß Marja nicht mehr in der Nähe weilte. Es lag nicht in ihrem Plane, ihm jetzt mehr zu sagen. Sie brauchte Zeit, um das Lügen gewebe, das sie dem Arglosen über den Kopf, ge⸗ worfen, zu einem unzerreißbaren Netze zu verstricken. Kurt's flüchtige Mitteilungen an Marja ließen deutlich erkennen, daß hier mit Dreistigkeit und Ge⸗ wandtheit ein Erbschaftsschwindel mit Leichtigkeit insceuiert werden konnte, und es handelte sich um Millionen. Diese mußte sie erringen, aber des Grafen Hand dazu. Kam dann später einmal die Wahrheit zu Tage, so war sie durch seinen Namen gedeckt. Sie konnte im Gegenteil noch ihre Be⸗ dingungen stellen, um eine skandalfreie Lösung der Ehe herbeizuführen. Vor gerichtlicher Verfolgung 7 t Wie konnte ich ahnen, daß 0 N 11 Sie— Sie, Signora, die man„die schöne Ereolin“ war sie durch diese gesich Aber warum mußte es denn dahin kommen? Wenn der Graf einmal frei und im Schutze der Boeren war, fehlte ihm jede Verbindung mit den Männern die allein über ihre Vergangenheit volle Aufklärung hätten geben können. Es galt zunächst nur, den Grafen über alles noch weiter auszu— forschen, ohne ihn das merken zu lassen und dann ein gefälschtes Papier über die erfolgte Ehe zwischen Strehlen und der Komtesse Marie von Hallern bei— zubringen. Alles weitere blieb ihrer Erwägung und freien Erfindung überlassen. In großer Bestürzung und mit heftigen Zweifeln kämpfend, war Kurt im Garten zurückgeblieben. Diese Enthüllung war ihm doch gar zu plötzlich gekommen, und es war soviel Fremdartiges darin enthalten, daß er seiner Verwirrung nicht Herr werden konnte. Bianca Capella, die vollendete Salondame entsprach durchaus nicht dem Bilde, welches er sich von der Tochter Strehleus, des ebe— maligen Unter⸗Inspektors auf den gräflichen Gütern gemacht hatte. Der Großonkel hatte ihm diesen Mann ganz anders geschildert, als unnatürlich und gewaltthätig, und der Umstand, daß er vor zwanzig Jahren nach dem Innern von Transvaal gewandert war, um dort in der Wildnis sich eine Existenz zu gründen, sprach auch dagegen, daß er seine Tochter als Aristokratin hatte erziehen lassen. Ueberhaupt war ja noch alles an dieser merkwürdigen, ver blüffenden Entdeckung in tiefstes Dunkel gehüllt, in das erst Bianca mit ihren Erinnerungen aus der Kinderzeit Licht bringen sollte. Freilich, sie handelte nicht aus Eigennutz. Sie vermeinte vielmehr, einer sorgenvollen, ungewissen Zukunft entgegen zu gehen und hatte keine Ahnung davon, daß sie eine Millionenerbin war. Er wollte damit auch noch zurückbalten und mehr die gemüt⸗ volle Seite der Trennung von Vater und Tochter hervorkehren. Ueberhauft war Kurt auf alles Kommende nun sehr gespaunt, da es ihm noch immer nicht in den Kopf wollte, daß Bianca die von ihm gesuchte Erbin war. Ueber diesen Grübeleien vergaß er selbst die Gefahr, in der er schwebte. Von Bianca irrten seine Gedanken zu Marsa, Seele vorschwebte, verglichen, und bei der er eine große Aehnlichkeit mii diesem Bilde herausgefunden hatte. Nur war dieser schöne Traum, in ihr die Gesuchte gefunden haben, zerstört; und doch hatte er ihr Glück bringen dürfen, denn sie liebte ihn, 0 und was waren Gold und Schätze gegen das Be- wußtsein, ein edles Menschenherz sein Eigen zu nennen. Großneffen, sonst würde er derselben nicht mit einer Mission betraut haben, die ihn selbst in Gefahr brachte, das reiche Erbe zu verlieren, in Gefahr und auch in Versuchung, es sich um jeden Preis zu erhalten. Kurt hing nicht am Mammon. In ihm lebte jene Ritterlichkeit fort, welche die Helden des Mittelalters durch Sage und Dichtung un⸗ 9 sterblich machte. ö Die Rückkehr Bianca's schreckte ihn aus tiefen Gedanken. „Hier, mein Freund und nun bald mein Vetter,“ sagte sie„nehmen Sie diesen Revolver und dieses Dolchmesser, und verbergen Sie beides au Ihrem Körper. In der Hand eines Soldaten können sie ö einem Dutzend Gegner gefährlich werden. Und nun lassen Sie uns zu der Gesellschaft zurückkehren.“ Eine längere Abwesenheit wäre nicht ziemlich. 1 9 meiner Wohnung, drüben in der Villa„Marly“.“ Unterwegs werden Sie, wenn erst die Gefahr vorüber ist, alles Nähere über mich und meine Herkunft von mir erfahren. . 1 ö den 7 Personen Raum zu gewähren, und so geschehen und ihnen auch erst später mitgeteilt, sei gegen 10 Uhr in die Versammlung gekommen, 1 Die Ver⸗ sammlung beschloß dann, daß der Ausschluß der Die Angeklagten bes nommen Geldbriefträger Philipp Brand, ehe die er anfänglich mit dem Bilde, das ihm in der f Fürwahr, der alte Graf Hallern kannte seinen 1 6 Morgen früh um 9 Uhr besuchen Sie mich in 1 e Aber warum zögern Sie noch, Graf? Wir müssen Nebensächliches auf 15 1 vom Verein ausgetreten zu sein, weil er keine Zeit gehabt, den vielen Sitzungen des Vor⸗ standes, dem er angehört habe, beizuwohnen. Rechtsanwalt Katz fragt den Zeugen, ob er davon gehört habe, daß die Frau des Präsi⸗ denten Nebel geäußert habe, sie wolle es ihrem Manne sagen, daß er(Brand) sofort ausgestoßen werde, weil er, statt einer Vorstandssitzung bei⸗ uwohnen, ins Schlierseer Bauerntheater gegangen del Der Zeuge, der über diese Frage anscheinend sehr erregt ist, erklärt, daß seine Frau ihm am Abend, als er aus dem Theater gekommen, eine dahingehende Mitteilung gemacht und daß er am nächsten Morgen sich aus dem Verein abgemeldet habe. Zeuge Luft erklärt, er habe dem Präsi⸗ denten Nebel sein Lokal zur Abhaltung einer General⸗Versammlung des Zitherklubs überlassen. Nachdem dieser das Lokal verlassen, sei er zu ihm gekommen und habe ihn ersucht, die ihm mißliebigen Personen daraus zu entfernen; dieses habe er abgelehnt, dem Nebel aber den Vorschlag emacht, er möge ihm den Raum abmieten, dann könne er ja darin machen, was er wolle. Als Mietspreis sei ihm dann 1 ½ bezahlt. Auf Befragen des Rechtsanwalts Katz erklärt der Zeuge, daß er das Lokal dem Nebel vermietet habe, damit dieser eine General⸗Versammlung des Zither⸗Klubs darin abhalten könne. Auf Befragen des Amtsanwalts äußert sich der Zeuge dahin, daß er dem Nebel das Lokal für J A überlassen, mit dem Bemerken, er könne nun damit machen, was er wolle. Der Amts⸗ anwalt will die Antwort so auffassen, als ob Nebel durch Zahlung der Mark das Recht er— worben habe, nicht nur seine Gegner, sondern, wenn es ihm passe, auch seine Freunde hinaus⸗ werfen zu können. Hiergegen protestiert die Verteidigung, und es wird festgestellt, daß der dag vorher anders ausgesagt. Zeuge Friseur onrad, Rechner des Zither-Klubs, bekundet, daß Nebel die 1 4 Miete für das Lokal aus seiner Tasche bezahlt hat. Er habe damit den Saal zur Abhaltung einer Versammlung des Zither⸗Klubs gemietet. Darüber, warum die Angeklagten aus dem Verein ausgewiesen, ver⸗ weigert der Zeuge die Auskunft und erklärt, keine Auskunft darüber geben zu können, wie viel Vorstandsmitglieder bei der Ausschließung der Angeklagten von den statutenmäßig im Vor⸗ stande sitzenden 11 Personen mitgewirkt haben, es seien über diese Verhandlungen Protokolle vorhanden. Auf Antrag des Verteidigers Katz, dem sich der Amtsanwalt mit einem gleichen Antrage anschließt, wird die Sache vertagt, um die Akten des Zither-Klubs einzufordern. Termin zur neuen Verhandlung steht am 13. November, vormittags 9 Uhr, an. * Gießen, 26. Sept. Die hiesigen Natio- nalliberalen halten morgen, Sonntag, nachmittags von ½4 Uhr ab, eine Versamm⸗ lung im Hotel Viktoria ab. Die Herren Jean Kirch und Dr. Fuhr laden ihre Partei⸗ genossen ein zu einer Besprechung über die bevor⸗ stehende Reichstagswahl und den in Berlin demnächst stattfindenden nationalliberalen Par- teitag, zu dem von hier aus zwei Delegierte gewählt werden können. * Gießen, 26. Sept.(Verzeichnis der Sitzungen des Schwurgerichts pro 3. Quartal.) Montag den 28. Sept. Andreas Merle von Althattendorf wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Widerstand, Ankläger Staatsanwalt Zimmermann, Verteidiger Rechtsanwalt Weidig. Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. Sept. August Hofmann von Wünschenmoos wegen betrügerischen Banke⸗ rotts, Ankläger Staatsanwalt Koch, Verteidiger Rechtsanwalt Justizrat Dr. Reatz. Donners⸗ tag den 1., Freitag den 2. und Samstag den 3. Oktober Hermann Rausch von Vilbel wegen Verbrechen im Amt, Ankläger Staatsan⸗ walt Koch, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Ro⸗ senberg. Montag den 5. Oktober Konrad —....... Strack von Homberg wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit, Anklaͤger Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich, Verteidiger Rechtsanwalt Justizrat Baist. Dieustag den 6. Oktober Jo⸗ hannes Becker Ehefrau von Heidelbach wegen Brandstiftung, Aukläger Staatsanwalt Zimmermann, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Fuhr. Donnerstag den 8. und Freitag den 9. Oktober Hrch. Wilh. Vitt von Seifertshausen, Ferd. Johann Fischer von Ober⸗Erleubach, Friedr. Fischer von Ober⸗Erlenbach, Joh. Stein von Rautenhausen und Joh. Häde von Schwarzenhassel wegen Landfriedensbruch, Ankläger Gerichtsassessor Dr. Friedrich, Ver⸗ teidiger die Rechtsauwälte Dr. Fuhr, Rosen⸗ berg II, Hirschhorn, Metz und Kraft. Außer diesen Fällen werden noch einige andere, in denen die Termine noch nicht festgesetzt sind, zur Verhandlung kommen. * Grünberg, 25. Sept. Vor einigen Tagen wurde auf dem Wege zwischen hier und Lich dem Fahrburschen einer Brauerei das Gel d⸗ ränzchen mit 100 Inhalt aus dem am Wagen befestigten Kasten gestohlen. Wie man hört, soll ein der That verdächtiges Individuum bereits verhaftet sein. * Butzbach, 25. September. Die Wahl⸗ listen sind durch die Wahlkommission abge⸗ schlossen und sind nach Feststellung der Listen 444 in der Gemeinde wohnende zur Wahl— männerwahl stimmberechtigte Staatsbürger und 286 in der Gemeinde wohnende Staats— bürger, die zu Wahlmännern wählbar sind, vorhanden. Infolge der Zunahme an Ein⸗ wohnerzahl hat die hiesige Stadt 6 Wahlmänner zu wählen. Als Kandidaten zur Landtags⸗ wahl des hiesigen Wahlbezirks sind aufgestellt: von der nationalliberalen Partei der seitherige Abgeordnete, Herr Apotheker Dr. Vogt hier, von den Reformern der ehemalige frei⸗ sinnige Vertrauensmann Herr Bürgermeister Joutz hier. Wie verlautet, beabsichtigt die deutsch⸗freisinnige Partei auch einen Kandidaten aufzustellen. * Bad Nauheim, 25. September. Der Extrazug der deutschen Naturforscher und Aerzte nach hier war von etwa 150 Teil- nehmern, darunter viele Damen, besetzt. Mit einem Hurra empfangen, fuhren die Gäste in 50 Wagen auf den Johannisberg, woselbst Er— frischungen gereicht wurden. Dr. Schott be⸗ grüßte die Gäste. Nach der Rückfahrt wurden einzelne Badehäuser, das Zanderinstitut und die Trinkquellen unter Leitung des Badevorsitzenden besichtigt. Um 7 Uhr begann das Festdiner im Kurhause. Es herrschte eine große Fidelität. Um 9 Uhr wurde ein brillantes Feuerwerk ab— gebrannt und illuminiert. Gegen 11 Uhr erfolgte die Rückfahrt. * Mainz, 24. September. Der Rentner Paul Friedmann zu Frankfurt a. M. hatte im Juni 1896 Strafantrag wegen Beleidigung gegen den Redakteur und Verleger der hier er— scheinenden Zeitung„Der Israelit“ Herrn Os- kar Lehmann gestellt. Als in Rußland im Jahre 1891 viele Juden ausgewiesen wurden, faßte Friedmann den Plan, mit den Ausge⸗ wiesenen eine Ackerbaukolonie zu gründen. Fr. warb in Krakau Juden, die sich zum Ackerbau verpflichteten und gleichzeitig zum Waffendienst. Dagegen verpflichtete sich Friedmann, die Leute frei an Ort und Stelle zu befördern, sie zu be⸗ köstigen und einen bestimmten Lohn zu zahlen. Wer bis zu einer bestimmten Frist nicht bleiben wolle, den sollte Friedmann frei nach England befördern.„Der Israelit“ lobte Anfangs das Unternehmen, doch bald darauf schrieb das Blatt, die Leute müßten fürchterlich arbeiten und nebenbei hungern u. s. w. Die Artikel machten natürlich großes Aufsehen und gingen in viele Blätter über. Das Unternehmen selbst verkrachte, Die Verhandlung konnte erst heute stattfinden, weil die Zeugen in alle Welt zerstreut waren. Das Gericht erkannte Herrn Lehmann der Be⸗ leidigung für schuldig auf Grund der§8 185 und 180 des R.⸗St.⸗G. und verurteilte ihn zu 50 /. Geldbuße. Vermischtes. — Ein seltenes Naturspiel. In den ameri⸗ kanischen Zeitungen und Vierteljahresschriften hat die im Sommer 1888 in den Sümpfen am West⸗River(New⸗ Haven, Conn.) gefangene Mißgeburt einer dort heimischen Sumpf ⸗Schildkröte(Chrysemys picta) ein so nachhal⸗ tiges, bis auf den heutigen Tag fortwirkendes Interesse erregt, daß Herr Erwin Hinckley Barbour von der Neb⸗ reska-Universität nachträglich seine Beobachtungen an dem merkwürdigen Tier in Science vom 7. August 1896 mitteilt. Der„Prometheus“ entnimmt diesem Bericht nachfolgende Einzelheiten, die sowohl von pfychologischem Standpunkte als auch von Gesichtspunkten der An⸗ passungslehre von Interesse sind. Als das Tier gefangen wurde, war es erst etwa einen Tag alt, etwas breiter als gewöhnlich und etwas in den Schilden verzerrt, im Ueb⸗ rigen aber glich es einer gewöhnlichen Schildkröte mit den üblichen aus dem Panzer hervortretenden vier Beinen und dem Schwänzchen, so daß man es für eine eigene Art hätte ansehen können, wenn nicht zwei wohlgebildete Köpfe und Hälse vorhanden gewesen wären. Herr Barbour be⸗ suchte dieses kleine Monstrum, dessen Reiz in der großen Vollkommenheit seiner Unvollkommenheit lag, wochenlang täglich, denn eine solche Einheit einer doppelten Persön⸗ lichkeit war nicht leicht wieder zu finden. In dem ge⸗ meinsamen Panzer des munter gedeihenden und wachsen⸗ den Tieres staken zwei Verdauungskanäle, zwei Nerven⸗ systeme, zwei Atmungs- und Blutumlaufssysteme und, wenigstens teilweise, auch zwei Muskel- und Knochen⸗ systeme. Ebenso war ein doppelter Wille vorhanden, denn die beiden Köpfe kämpften beständig für die Rechte ihres gemeinsamen Hauses und um ihr Futter, als wären sie zwei Personen. Die beiden Hausgenossen verrieten auch deutlich einen verschiedenen Charakter, der eine rechts wohnende gab sich lebendiger, furchtsamer und reizbarer, der andere zeigte sich mehr stumpf. Jeder Kopf konnte für fich hören, sehen, essen, trinken und atmen. Ursprüng⸗ lich war keine gemeinsame Thätigkeit zwischen der rechten und linken Körperhälfte vorhanden, sie wurde aber er⸗ worben, und das war wohl nicht so einfach, wie bei den siamesischen Zwillingen und ähnlichen menschlichen Doppel⸗ geburten mit je zwei Armen und je zwei Beinen. Nun sah man die vier zu den beiden Hälften gehörigen Beine in Uebereinstimmung arbeiten, als wenn ein gemeinsames Nervensystem vorhanden gewesen wäre. Jede Hälfte mochte, wie sie wollte, trinken, schlafen, schwimmen, oder auch Alles dies nicht mit der andern gemeinsam thun. Wenn nun die eine Hälfte mit ihren Organen schlief oder sich träge verhielt, dann bildete sie für die andere eine tote Last, um welche als Zentrum diese endlos kreisen mußte. Daraus ergab sich schließlich ein schönes Beispiel von An⸗ passungsfähigkeit. Die rechte Hälfte(nicht aber die linke) lernte, sich selbst seitwärts über die ganze Länge des Hofes hinschleppen. Wenn sie zusammen schwammen, kamen sie gut von der Stelle, das Zusammenschreiten blieb aber unbehilflich. Denn wenn sie krochen, bewegten sich die beiden Vorderbeine gleichzeitig und ebenso die Hinterbeine, wodurch abwechselnd das Vorder- und Hinter⸗ teil des verhältnißmäßig schweren Körpers ohne Stütze blieb. So kamen sie dann mit einem langsamen, schaukelnden oder schwankenden Gang wohin sie wollten. Beim Aufbrechen strebten beide Hälften ziemlich regelmäßig nach entgegengesetzten Richtungen, wodurch sie zumeist mit aller Anstrengung nur drei bis vier Fuß rückwärts ge⸗ langten. Dann, nach einem Augeablick Ruhe, entschlossen sie sich, zusammen zu gehen und legten den Umkreis des Hofes zurück. Trotz alles widrigen Geschickes paßten sie sich ihren unglücklichen Lebensbedingungen so merkwürdig an, daß sie die Bewunderung aller Beschauer erregten, und Schaubudenbesitzer veranlaßten, ganz übertriebene Preise für ihren Besitz zu bieten. Da Schildkröten sehr zählebig sind, so würden sie auch wahrscheinlich ihre Rech⸗ nung dabei gefunden haben, aber die Eigentümer wiesen alle Kaufangebote zurück. Während sie damit ein großes Interesse an der Merkwürdigkeit bekundeten, verabsäumten sie leider, sie mit der entsprechenden Sorgfalt zu hüten. Eines Tages, während das Doppeltier frei mit anderen Lieblingen im Hofe umherlief, stürzte sich eine räuberische Katze darauf und schlug ihre scharfen Krallen ein. Ob⸗ wohl sofort befreit, sah man es alsbald die Steinstufen, welche zu ihrem Keller hinabführten, hinunterfallen. Es wurde sogleich in sein Aquarium gebracht, wo der rechte Kopf bald aus dem Schutzdach hervorkam, der linke aber erst eine halbe Stunde später. Am anderen Tage ver⸗ was nicht gerade ungewöhnlich war, sank aber am Tage zusammen. Obwohl es sich von Zeit zu Zeit raffte und umherkroch wie gewöhnlich, starb die H deren Kopf und Füße bald ab; es zeigte sich, daß Katze ihre Krallen tief und dicht an der Schale! Vero Nacken des linken aun geschlagen hatte. Die Betrüb⸗ Abe niß oder das Unwohlbefinden der anderen Hälfte trat bald 24. He sehr augenfällig hervor, diese verdoppelte zwar für kurze gulharle Zeit ihre Energie und Kräfte, starb aber bereits dritte⸗ 1 bel Jol halb Stunden nach ihrer verwundeten Hälfte. die a dieser Zeit hatte sie mit Ausnahme eines gelegentliche 60 Schnappens nach mehr Luft kein Zeichen von Schw 9 6 1 gegeben. Das kurze Leben der kleinen Mißgeburt hatte An 1 ahler,! vom 1. Juni bis zur Mitte des Septembers gedauert. 3 1 Bern — Acetylen⸗ Beleuchtung. Der Rückschlag,„ 0 i H welcher der anfänglichen Begeisterung für das Acetylen 1 7 7 Gas vor anderthalb Jahren folgte, weil die ersten a kanischen Angaben über die Herstellungskosten des Cal. cium⸗Carbids sich als viel zu sehr schöngefärbt erwiesen, scheint der Sache selbst doch nicht nachhaltig geschadet u 1 0 haben. Ganz langsam, aber mit guten Aussichten 1 1 sich die Acetylen-⸗Beleuchtung jetzt in die Praxis eln. 0 Rente Man weiß jetzt: So billig, wie die Sache anfänglich l Dienstt dargestellt wurde, ist sie nicht; auch nicht ganz so einfach. Eine Verdrängung des Steinkohlen⸗Gases durch Acetylen ist als höchst unwahrscheinlich erkannt. Aber das nene Gas hat ein ganz eigenes und schon jetzt ziemlich weites Verwendungsgebiet vor sich; es wird dem elettrischen Licht gefährlicher werden als dem Gaslicht. Die Kosten⸗ frage stellt sich jetzt so, daß ein Kilogramm Calcium Carbid im Kleinbezug für etwa 40„ zu haben ist; aus dieser Carbidmenge entwickeln sich durch Uebergießen mit Wasser ungefähr 300 Liter Acetylen Gas. Es sigd brauchbare, d. h. nicht qualmende Brenner erhältlich, di bei 20 Liter stündlichem Verbrauch praktisch dieselbe Licht menge ergeben, wie eine sechszehnkerzige Normalflamme Die Brennstunde kostet also ungefähr 2, das sst t Zeit rund 1% mehr, als dieselbe Lichtmenge in der Petroleumlampe kostet. Es ist Aussicht vorhanden, 5 der Carbidpreis auf etwa 35, sogar 30 zurückgeht; überdies kann vielleicht die Beschaffenheit des Carbig noch verbessert werden, so daß die Gasausbeute ö Die Frage nach dem geeignetsten Rohmaterial für daz aus Kalk und Kohle im Schmelzofen dargestellte Carbld ist noch nicht endgiltig entschieden. Die wirtschaftliche Brauchbarkeit des Acetylen⸗Gases ist aber schon mit den jetzigen Preisverhältnissen für bestimmte Zwecke durchaus gesichert. Für einzeln gelegene Villen, Fabriken, klein Bahnhöfe ist die Acetylen⸗Beleuchtung bereits in beschei denem Umfange eingeführt(z. B. Bahnhof zu Gerbstebt — Vekaunt Saaigen, welbe, 590 a 5 gem zu besie ee späteste Ji uuf unserm Bu al n. Die Nur ive bauch bei Halle); auf einigen französischen und schweizeris 1 lung Eisenbahnen und Straßenbahnen ist versuchswelse bie 1 10 il. neue Beleuchtung in Personenwagen und sogar füt dee Om und i Lokomotiv⸗Kopflaternen eingeführt. Die Firma Piutsch in Berlin, von der die jetzige Fettgasbeleuchtung der meisten europäischen Eisenbahnwagen herrührt, hat eben n ele sestgeseht v Aachen 2 ice, den 24. Se falls schon einen ganzen Zug probeweise mit Acetylenlich Otoßh. 0 versehen, wie behauptet wird, mit solchem Erfolg, da weitere Ausdehnung der Fettgasbeleuchtung, ebenso aber Bekannt auch der elektrischen, in den maßgebenden Krelsen der preußischen Eisenbahnverwaltung nicht mehr beabsichtigt sein soll. Für mehrere elektrotechnische Firmen, denen bel in Sobmissonem dem erwarteten Uebergang zur elektrischen Beleuchtung 1 perden. Augeb. Personenwagen ein großes Geschäft zu erwarten stand, löfchis bis zun kann die Acetylen⸗Belenchtung unerwünscht kommen. Die i unten technische Durchführung ist zweierlei Art: Für Fahrzeuge en dn 2 80 kommt komprimiertes oder verflüssigtes Acetylen⸗Gas it Goh 1 Anwendung; namentlich die zweite Form gestattet die Mitführung sehr lange ausreichender Mengen in kleinen 3 ö Unt Behältern, und dürfte selbst für Fahrräder und Droschlen k fall brauchbar sein. Für stationäre Anlagen kommen fast nur dak, Die Vergebt die selbstthätigen Gasentwickler, die von Zelt zu Zeit mis ud Setzerlöhne Carbid zu beschicken sind, in Betracht. Die Aufgabe, Liadtwaldung einen brauchbaren Apparat dieser Art zu beschaffen, ist„ auen! weniger einfach, als sie auf den ersten Blick erschellt, Jauslag, den hat aber doch bisher unter vielen mittelmäßigen einigt vormittags gute Lösungen gefunden. Neuerungen tauchen jetzt faß n eagle des alle täglich auf. Auch an der tragbaren Acetylenlampe(ut when weden. Carbid) wird sehr eifrig gearbeitet; so gut wie die Gezen, den 28. S. 1 Huoßhersogl. Sl 0 Mann da Redatj un K. as liesge Schlot Spiritus⸗Glühlampe ist sie schon jetzt ausgebildet. 1 Standesamtliche Nachrichten. Geburten. 1 engen aug. Am 17. Sept. Dem Fuhrmann Valentin Dietz 1 8. A duuunmerscil Heinrich Friedrich.— Am 18. Sept. Dem Friseur. neden efuact, dan aupegen. A sahringung der il folgt. Ludwig Zutt 1 S.— 18. Dem Glaser Friedrich Wll⸗ helm Sickert 1 T., Friederike Wilhelmine Henriette.- 18. Dem Dachdeckermeister Karl Heck 1 T., Lina. später verschieben. Zuerst gilt es doch nur Ihre Rettung!“ „Verzeihung, Signora,“ sagte Kurt,„Sie haben mir ganzes Vertrauen geschenkt, und ich darf Ihnen gegenüber darin nicht zurückstehen, um so weniger, als es sich um einen Freund handelt, der von meinem Vorhaben unbedingt und ohne Aufsehen benachricht werden muß.“ Bianca heuchelte Befremden. „Sie haben einen Freund— hier?“ fragte sie. Es giebt einen Menschen, der um unser Geheimnis, weiß?“ Ja und einen Freund, in dem kein Falsch ist, der uns nicht verraten wird.“ „Um des Himmels willen, Unglücklicher, was haben Sie gethan?!“ rief Bianca entsetzt.„Sie haben sich einem Spion Sir Cecils anvertraut, und Sie und ich, wir Beide sind verloren.“ „Nein nein“, beschwichtigte Kurt.„Es ist Jemand von drüben“ und Jemand der mir so nahe steht, wie kein anderer Mensch. In Wahrheit hatte der getreue Ekkehard es übernommen, mich ebenfalls um jeden Preis retten zu wollen. Ich erkenne an, daß mich Ihre Mitteilungen erst von meinem Ehren— wort entbunden haben und daß ich nur in Gemein— schaft mit Ihnen meine Flucht bewerkstelligen kann. Außerdem würde ich die Tochter Strehlens unter leinen Umständen allein zurücklassen. Aber—“ „Nun?“ drängte Bianca voll Unruhe. „Ich darf auch den Freund nicht zurücklassen. Er muß mit uns zusamen die Stadt verlassen.“ „Mit uns zusammen— ein Fremder? Unmög— lich, Graf! Der Andere muß dann gleich fort— heute noch und muß einen anderen Weg nehmen. Ich will es ihn wissen lassen Wer ist es?“ Marja hatte Kurt gebeten, der Creolin ihr Ge— heimnis zu verraten. Das wollte er auch nicht. „Es ist ein gewisser Dalston, und er hat hier im Gasthaus„zur Krone“ ein Quartier bezogen, um mir nahe zu sein. Lassen Sie ihm von mir sagen, er möge nach Hause reiten— aber nein, das kann man einem Boten doch wohl nicht anver— trauen. Ich will lieber selbst—“ „Das wäre sein Verderben und das Ihre dazu“, unterbrach Bianca leidenschaftlich, denn sowie Sie allein dieses Haus und diesen Garten verlassen, sind Sie keinen Augenblick ohne Aufsicht, selbst ohne daß Sie es wissen.“ „Aber was ist zu thun? Ich kann den Freund, der mich retten wollte, nicht unter den Feinden wissen!“ „Gut denn, so werde ich Ihnen einen neuen Beweis meiner Opferwilligkeit geben, indem ich selbst es übernehme, den Fremden zu benachrichtigen. Sie sprachen mit ihm von mir?“ „Ig“. „Um so besser, dann kann er keinen Zweifel hegen. Und wie lautet die Botschaft?“ „Er möge sofort aufbrechen und auf dem kürzesten Weg nach Hause eilen, seinen Vater von dem drohenden Einfall in Transvaal benachrichtigen und das weitere mir überlassen. Ich komme bestimmt.“ Bianca nickte und wandte sich zum Gehen. In ihren Augen fuukelte es bedrohlich. Sie hatte Marja ein anderes Schicksal zugedacht, und das sollte sich eben jetzt erfüllen. Darum wollte sie Kurt aus dem Garten fortbringen. Sie tanzten noch einmal zusammen, und dann verließ sie nach einem Blick des Einverständnisses mit Kurt das Fest, wie er meinte, um Marja auf— zusuchen. Rhodes und Jameson zogen Kurt zu den Spieltischen, und wohl nach Mitternacht suchte dieser sein Zimmer auf! Auch Bianca verbrachte eine schlaflose Nacht. Sie legte sich ein Märchen für den Grafen zurecht, welches alle Widersprüche lösen und ihre Herkuuft —— als berechtigte Erbin des Millionenvermögens außer Zweifel stellte. War das erreicht, dann galt es, auch den nächst berechtigten, echten Erben zu be— seitigen, dazu war mit der Trennung der Liebenden der erste Schritt gethan. 19. Kapitel. Das öde Haus. „Mister Dalston hier?“ „Jawohl, da kommt er eben über den Hof!“ Marja hatte selbst noch einal nach ihrem Pferde gesehen und wollte sich nun nach ihrem Zimmer begeben. Da trat ein fremder Mann zu ihr heran, der den Schlapphut tief in die Stirn gezogen hatte, so daß sie seine Züge nicht erkennen konnte. „Sie sind Marja Witborg! raunte er ihr zu. Marja that einen sprungartigen Schritt zurück. Ihre Hand zuckte nach dem Revolver, den sie im Gurte trug. „Gemach,“ sagte der andere, ich„komme von Graf Hallern die Nenuung Ihren wahren Namens mag Ihnen ein Beweis dafür sein. Der Graf läßt Sie ersuchen, mich zu ihm zu begleiten. Wo⸗ rum es sich handelt, wüßten Sie schon. Die Sache hat Eile. Er wartet.“ Der Sprecher hatte sich dem geängstigten Mäd⸗ chen wieder genähert und seine Stimme gedämpft. „Wer sind Sie?“ fragte Marja, noch zweifelnd. „Das kann Ihnen gleich sein. Meine eigene Sicherheit erfordert, daß ich meinen Namen ver— schweige. Der Graf hat mich für diesen Gang gut bezahlt, sonst hätte ich ihn nicht unternommen.“ „Wo haben Sie den Grafen gesprochen?“ „Im Park des Administrationsgebäudes.“ „Wie kamen Sie dorthin?“ „Das kümmert Sie nicht.“ „Und wo ist der Graf jetzt?“ ae, den 24. —— „Das darf ich zso ohne weiteres nicht sagen Es ist nicht allein das. Eine Dame ist bei ihm“ end „Signora Bianca!“ schlüpfte es Marja übe in me All die Lippen. Jauner „Ich kenne die Dame nicht. Er scheint, da 4 5„ gänzlich unbewaffnet ist, um seine Sicherheit besorg N zu sein. Aber wenn Sie nicht kommen wollen— 1 55 Der Mann wandte sich zum Gehen. 7 0 „Ich komme!“ entschied Marja schnell. Si ö 1 5 dachte an das belauschte Gespräch zwischen Lor 0„ Rhodes und Doktor Jameson. Es schien so, al 0 wenn der Graf sich von Bianca trotz Marjas Wa- 100 Stile nung zu einer geheimen Zusammenkunft hatte be. 0„ stimmen lassen und daß ihm dann im letzten Augen 1„ blick doch noch Zweifel an Bianca's Aufrichtigkeil“ Aim if gekommen waren. Marja vertraute jener und dn che drängte nun selbst zum Aufbruch. I eee Sie wanderten Seite an Seite durch mehre“ Wan da Straßen, welche um diese Zeit schon ziemlich ve bin ödet waren. Dann lenkte der Unbekannte in einen n Heckenweg ein, an dessen Ende inmitten eines 95 d. J. 1 ziemlich verwilderten Gartens eine Villa stand. daun Auch diese schien unbewohnt. Kein Licht et endha hellte die Fenster. Die Vorhänge waren herabg“. zogen. o cru. Der Mann schritt jetzt voran. 1 e Marja folgte ihm voller Unruhe unde in bangt Erwartung. 1 ö Unten an der Treppe zur Veranda blieb se stehen.. 2 7 „Hier ist Niemand“, sagte sie. Dieses Hard fene ist unbewohnt.“ 1 ö e Der Andere wandte sich zurück. 1 (Fortsetzung felgt.) 5 ae Ude Fahnhef zu Gag gen und hoh fh „ De dire Put sretgasbeleuchung 1. iu berührt, hal ce weise nit Aecthlaltg cuctung, chenso ah bgebenden fern l. lit niht bebsch scche Firmen, denen st zu erwarten fit wünscht omen. d. Art: Fit Fahre igtes Aettylen⸗ Gas zy ite Form gestattct de der Mengen in ann Ahrräder und Droshle lagen kommen fat n e bon Zelt zu Zeit; tracht. Die Aufgak, Att zu beschaffen, A ersten Blick erscht u mittelmäßigen eine gen tauchen jezt en Aeetnlenlaupe daß iet; so gut wie 5 gner 1 S., Fritz Karl Wilhelm. 2 Aufgebote. löhner Heinrich Bierau hierselbst.— Am 4 eh Marie Katharine Schall hierselbst. Eheschließung en. 8 Sterbefälle. Am 18. Sept. Georg Decher, 34 Jahre alt, Knecht bon Münchleusel.— Am 19. Sept. Gustav Schmidtborn, 1 2= 19. Sept. Dem Fuhrknecht Konrad Maus ch Wilhelm.— Dem Lokomotivheizer Heinrich starker Schneefall Laibachs sind bedrohlich ange-[Dienstag, Der Laibach stieg in kurzer Zeit 1 8 die N Hd. Paris, 26. Sept. Das Kabinet: 6.00 Uhr. Méline, welches befürchtet, bald nach e 5 dem Zarenbesuch infolge der zahlreich eingelaufenen Interpellationen gestürzt zu werden, Monte dea* Neueste Telegramme Hd. Leipzig, 26. „Leipziger Neuest. geblich best unterrichteter daß der Chef des Militär⸗ neral v. Hahn im Amte bleiben wi sei der kommandierende General vo ausersehen. von Hahnke dürfte ein Zeichen der kais zufassen sein, Wahrscheinlich sehr bedeutende autoritativ ersehen ist. Hd. München, September. wird von an⸗ Seite mitgeteilt, Kabinetts, Ge⸗ e, nur noch kurze Zeit Als sein Nachfolger General des Garde⸗ von Winterfeld, Rücktritt des Generals jedoch keineswegs als 5 erlichen ungnade auf⸗ vielmehr könne man mit der daß er für eine e Stellung aus⸗ Am 22. Sept. Heinrich Karl Jakob Baum, Omni⸗ tscher zu Gießen, mit Louise Horst hierselbst. Johann Georg Leinbach, Knecht dahier, mit Katha— eine Margarethe Bieran geb. Laucht, Witwe von Tage⸗ Karl Feldhaus, Arbeiter dahier, mit Karoline Kreiling hlerselbst.— 24. Heinrich Wendel, Gefangenaufseher zu anz, mit Katharine Carle hierselbst.— Am 25. S Karl August Heil, Former dahier, mit Johannekte Elisa⸗ Am 19. Sept. Friedrich Eduard Gottlieb keit rechnen, Utzeseldwebel dahier, mit Marie Elisabeth Rühl hierselbst. — 19. August Bernhard Friedrich Schwab, Uhrmacher bahler, mit Louise Helene Julie Leo hierselbst.— Am 24. Sept. Leonhard Kaiser, Kaufmann zu Darmstadt, mit Lina Marie Christine Dort hierselbst.— 24. Friedrich Wil⸗ hen Hause, Uhrmacher dahier, mit Marie Friesse hierselbst. nicht glücken. Hd. Paris, 26. Sept. Sämtliche Pariser Gießen Offiziere, Geheimpolizisten und Agenten. auf dem Wege, den das Zarenpaar Schwauthaler aufgestellt werden. Passage wird heute Abend mit „Die Sünde wider den h Halbe's„Jugend“ Mahl des Nero“ eröffnet. Hd. Budapest, 26. September. tober wird Ministerpräsident Bauffy im Reichs⸗ r. die Auflösung des 5 g publizieren. Die Neuwahlen bis zum 31. Oktober durchgeführt werden. Hd. Laibach, 26. Sept. Woche wurden mehrfach terungen wahrgenommen. schweres Gewitter nieder. eiligen Geist“,„Max licher Sturm hat die Hafenarbeiten, welche zum Empfang des Zarenpaares unternommen sind, zum Teil zerstört. Hd. London, 26. Sept. Durch den in der vorgestrigen 77 Jahre alt, Rentner dahier.— 19. Emilie 23 Jahre alt, Dienstmagd von Bobenhausen.— Am 20. Sept. Karl Strack, 3½ Jahre alt, Sohn von Schuh⸗ macher Wilhelm Strack dahier.— Am 21. Sept. Katha⸗ 918 das Dekret betr. Re jch s. A beg englische und französische Fischer-Flottille stark Die Packetboote hatten eine schwere Die neuen Hafenwerke in Dover wurden arg beschädigt. kine Jung, 56 Jahre alt, Ehefrau von Landwirt Johannes Jung zu Gleiberg.— Am 22 Sept. Jakob Rau, Jahre alt, Bremser dahier.— 22. Alfred Freund, 32 Jahre alt, Kaufmann dahier.— 22. Georg Simon Hugo Dael, 24 Jahre alt, Kaufmann von Mainz. Im Verlauf dieser starke Erderschüt⸗ Gestern ging ein Später stellte sich Alle Flüsse und Bäche Gottesdienst in der Synagoge. den 29. und Mittwoch, den 30. 6 tember 1896, Laubhüttenfest⸗Ende. 3. Tag. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. 9 8 1 9. Tag. ., hat beschlossen, ein Gesetz Vorabend: 6.45 Uhr. auszuarbeiten, welches das Interpella⸗ tionsrecht, das die einzige parlamenta⸗ rische Garantie der Minderheit ist, ein⸗ schränkt oder ganz abschafft. Wird ihm Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Festesausgang: 6.45. Marktpreise. den 26. September. Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,10— 1,20, Hühner⸗ eier 2 Stück 12— 13, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 16, Linsen 28 Pfg., Cherbourg, 26. Sept. Ein schreck- Tauben per Paar 50— 75 Pfg., Hühner p. St. 901,00, Hahnen 50— 100, Enten 1,50— 1,80, Gänse per Pfund 48— 58, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50, Hammelfleisch 60— 70, 100 Kilo 4,00— 6,00, Zwiebeln per Zentner 5,00 6,00 wütenden Sturm im Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Zwetschen 6,— 10,00 p. Ztr. Aermel-Kanal haben zahlreiche Schiffe sowie die 3 Gleßen. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Hierdu Publikum ergebenst mitzu ch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem geehrten hiesigen wie auswärtigen teilen, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues bis auf Weiteres Seltersweg 2, neben Herrn Kaufmann Adolf Geisse Bekanntmachung Diejenigen, welche für den bevorstebenden Winter Fichten⸗Deckreiser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldungen spätestens bis zum 10. k. Mts. auf unserm Bureau— Zimmer Nr. 15 E erstatt n. Die Anmeldungen können jedoch nur insoweit berücksichtigt werden, als nach den slattfindenden Fällungen die Lieferung guter rckreiser möglich ist. Die Lieferung erfolgt frei vors Haus und ist der Preis auf 16 Pfg. pro Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten. Sießen, den 24. September 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth Bekanntmachung. Der Bedarf an Korustroh(Handdrusch) für das hiesige Schlachthaus— ca. 80 Ctr.— soll im Submisstonswege zur Lieferung ver geben werden. Angebote sind mit entsprechen— der Aufschrift bis zum 30. l. M. verschlossen bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Gießen, den 24 September 1896 2 Großh. Bülrgermeisterei Gießen nauth. G Bekanntmachung. Betr. Die Vergebung der Holzhauer⸗ und ⸗Setzerlöhne für die Gießener Stadtwaldungen pro 1397/98. Die vorbemerkten Löhne sollen Samstag, den 3. Oktober l. J., vormittags 10% Ahr, m Saale des alten Rathauses öffentlich vergeben werden. Gießen, den 26. September 1896. Oroßherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. u Bale Dec 1e bheluuine Hentielk.— eck 1 L., Lu — 6 veileres nicht lan, Dame it b 1 0 pte es Maß 1 f 5 . Er schrill, 14. ine Sicherheit a — 0 N % Ua 0 zie, 1 0%% % — 1 Bekanntmachung. Diejenigen Hausbesitzer, deren Hofraithen mit Hausnummerschildern noch nicht versehen sind, werden ersucht, uns solches binnen acht Tagen anzuzeigen. Wir bemerken noch, daß die Anbringung der Schilder kostenlos durch uns erfolgt. Gießen, den 24. September 1896. Das Stadtbauamt. Schmandt. Submission. Für unsere Kliniken soll die Lieferung von: 25 Zentner Aepfeln, 600„ Kartoffeln, 15„ untererd. Kohlraben, 1½ 15 obererd. Kohlraben, 1 Zwiebeln, 2 1 roter Rüben, 2 7 Meerrettig. 6„ weißer Rüben, 10„ gelber Rüben, 36 5 Weißkraut, 100 Stück Rotlraut, 400„ Wirsing, 350 17 Lauch und 300„ Sellerie auf dem öffentlichen Submisstonswege vergeben werden. 8 5 Die Lieferungsbedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau, nachmittags von 3—5 Uhr offen. e Osferten sind versiegelt und mit entsprechen⸗ der Aufschrift versehen, bis zum 16. Ok⸗ tober d. J. auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist erfolgt bis zum 20. Oktober Gießen, den 26 September 1896. Großh. Verwaltungs⸗Direktion der chirur und ophthalm. Univ⸗Klinil. Bose Vossius. Möbliertes Zimmer 5 zu vermieten. Liebigstraße 63. Ein kleines Familienlogis zu vermieten. Schuͤtzenstraße 6.(1091 Kleines Familienlogis, per 1. Oktober zu vermieten. N Kreusplat 4. Carl Brück, Reingehaltene Weine. Gold- und Silberarbeiter. . 5 a e 2 92 Hilo sophenwald.. Hiermit gebe ich einem verehrlichen Publikum bekannt, dass ich jetzt wieder neben dem bisher geführten dunklen Lauterbacher Bier mur das allgemein beliebte und Auszeiehn ungen bedachte, zuletzt bei der inter- matlonalen Bler konkurrenz in München 1895 mit der goldenen Medaille und Ehrendiplom prämiierte Pilsener Bier der Aktien- brauerei Giessen Gleichzeitig bringe ich meinen neu bergerichteten Saal sowie Gastzimmer im empfehlende Erinnerung und um recht zahlreichen Besuch bittend zeichne Hochachtungsvoll Heinrich Leib. nit den höchsten „sols„n 1034 Neues Sauerkraut Lager a fertiger Herren- und Knaben- Kleider. Tuch, Bukskin und Manufakturwaaren. Herren-Garderobe nach Maaß. adfahrer- Hunde- Schutz. Fr. Rüger. Eine kräftige, fleißige Lauffrau Kaplansgasse 18. Ein Bäckerlehrling Erust Muth, Bahnhofstr. 12. Heinrich Sack, Schreinermeister, Große Mühlgasse 5. Ein Basaltsteinbruch auf dem Steinbacherfeld, zu verkaufen.(1090 Näh. bei Johs. 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