„ Weuuntt, J ttmann, bebe b aswärtign unseren n auch ter um Ver⸗ len dies Geuuß⸗ gsmittel nges. ohol, da⸗ Malz- ehalt, nährung und be⸗ ⸗Porter⸗ lasehe s Ouan⸗ Haus. öhrle; rauerei, 658 r 0 Gegensatz zu den Arbeitgebern. . Gießen, Mittwoch, den 27. Mai 1896. Ausgabe Gießen. 7 Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 5 Expedition: 2 Kreuzplatz Nr. 4. Die Fabrikinspektion in Hessen. V Traurige Verhältnisse sowohl bezügl. der allgemeinen Arbeitsbedingungen als auch der„Wohnungen“ scheinen in den Ziegeleibetrieben zu herrschen. Es giebt deren in Oberhessen 53, in denen zusammen 1290 Personen be⸗ schüftigt werden. Davon sind 80 jugendliche, 498 er⸗ wachsene männliche und 10 erwachsene weibliche Arbeiter. Die verhältnißmäßig besten Verhältnisse herrschen in den großen Betrieben. Schlimm sieht es oft in den Kleinen aus. Wir lesen darüber: „Die Mißstände finden sich fast immer in den kleineren und kleinsten Betrieben. Die Unternehmer, d. h. die Eigentümer der Ziegeleibetriebe, vergeben die Herstellung der Ziegelsteine oft wieder an selbständige Akkordanten, welche dann Arbeiter auf eigene Rechnung annehmen. Hier ist alsdann meist von einem Einhalten der gesetzlichen Bestimmungen keine Rede. Uebermäßige Arbeitszeiten für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, schlechte Wohnungs⸗ 1 Ernährungsverhältnisse sind oft regelmäßig wieder⸗ lehrende Uebelstände in diesen Betrieben. Vielfach handelt es ich hier bei Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern um Familien⸗Angehörige der Akkordanten, für welche un⸗ gesetzliche Beschäftigungsarten zu konstatieren sind. Die Unternehmer pflegen alsdann jede Verantwortlichkeit mit der Motivierung abzulehnen, daß sie keinerlei Einfluß auf die von den Akkordanten beschäftigten Arbeiter auszuüben in der Lage seien. 155 Schwere Mißstände sind in einigen kleineren Ziegeleien festgestellt worden, in welchen zugezogene Arbeiter als Akkordanten junge Leute und Arbeiterinnen beschäftigt haben, die vollkommen in die Familiengemeinschaft der Akkordanten aufgenommen waren, verköstigt wurden und ede Selbständigkeit eingebüßt hatten. In zwei Fällen wurden junge Leute beiderlei Geschlechts in Ziegeleien angetroffen, welche gegen eine gewisse Pauschsumme von den Eltern der betreffenden Jungen und Mädchen dem Akkordanten für die Saison vertragsmäßig überlassen waren und ein geradezu menschenunwürdiges Dasein fristeten. Ein 18 jähriger zurückgebliebener Junge wurde in Ge⸗ meinschaft mit seiner jüngeren Schwester, einem gleichfalls in der Entwickelung zurückgebliebenen Mädchen, den ganzen Tag über mit dem Transport nasser Steine beschäftigt. Als Aufenthalt und Schlafstelle war den beiden Ge⸗ schwistern ein ärmliches gemeinsames Lager in einem leinen einzelstehenden Häuschen angewiesen, das von Schmutz starrte. Als das Mädchen von dem revidieren⸗ den Aufsichtsbeamten angeredet wurde, brach dasselbe in Thränen aus. Als Ursache dieses Verhaltens wurde von dem Akkordanten angegeben, daß das Mädchen von seinem Bruder fortgesetzte Mißhandlungen zu erdulden habe. In einer anderen Ziegelei wurde bei Besichtigung der Schlafstellen konstatiert, daß der Akkordant einem 15jähr. Mädchen, das in ähnlicher Weise für die Saison gemietet war, wie im vorigen Fall, mit zwei erwachsenen Burschen ein gemeinschaftliches Lager im Dachranme eines Bretter⸗ hauses angewiesen hatte. Der Akkordant schlief mit seiner Frau im unteren Raume.“ Die Arbeiterorganisationen theilt der Jabrit⸗ inspektor in 2 große Gruppen: „In Arbeiterbildungsvereine, bei welchen Belehrung und Unterhaltung, Familienzusammenkünfte ec. die Triebfeder zur Vereinigung bilden. Wenn durch diese außerdem wirtschaftliche Vorteile erstrebt werden, so geschieht dies nur nebenbei und nicht im bestimmten Es gehören hierher die auf religiöser Grundlage aufgebauten katholischen und evangelischen Arbeitervereine, bei welchen das religibse Moment, wenn es auch nicht im Vordergrund steht, doch den Kitt zum Zusammenhalt und zur Ver⸗ Das Gesicht. Novelette von Hellmuth Mielke. „Wie, Herr Professor, Sie wollen schon fort?“ In der Stimme der schönen Frau klang ein aufrichtiges Bedauern. Der Professor, der Miene gemacht hatte, sich von seinem Platz zu erheben, zögerte. N „Ich fürchte, gnädige Frau, Ihnen die Nacht⸗ ruhe zu rauben“. versetzte er.„Ich bin der letzte Gast“ es— war, als wäre er verlegen über das Alleinsein mit der Jugendgeliebten. 5 „Die Nachtruhe?“ Sie wies lachend auf die Stutzuhr.„Wir haben ja noch nicht elf Uhr. Man merkt doch, daß Sie ein Provinziale sind, der gewohnt ist, mit den Hühnern zu Bette zu gehen und mit ihnen aufzustehen. Nein, warten Sie. Noch ein Gläschen Wein wollen wir zusammen trinken.“ ö 2 Sie klingelte rasch vem Mädchen und erteilte keinen Auftrag. Der Professor versuchte noch ein⸗ mal einen schwachen Widerstand, aber er vermochte ihn den schönen blauen Frauenaugen gegenüber nicht durchzuführen. Etwas von dem Abglanz einer schöneren Zeit spiegelte sich in diesen Auugen und fiel ihm wie ein lockender Schein ins Herz. 5 Während sie den Wein einschenkte, sah er mit dewundernden Blicken durch seine Brille die an— nutige Beugung des runden Frauenarms und die zarte Weiße der Hand, welche die Flasche hielt. tt es gefällig?“ bat sie lächelnd. Sie stießen mit einander an; ihre Blicke senkten einigung bildet. Je mehr diese Vereine jedoch volks—⸗ wirthschaftliche und politische Gebiete in Angriff nehmen und derartige Ziele anstreben, um so schärfer bildet sich der Gegen satz zu den Arbeitgebern und Unternehmerverbänden heraus und das anfänglich gute Einvernehmen und das Wohlwollen der Fabrikanten, auch diesen Vereinen gegenüber erlischt. Zu diesen geselligen Vereinigungen können hier noch die Bzirks vereine des deutschen Werkmeisterverbandes gerechnet werden. Die andere Gruppe der hier im Vordergrund des Interesses stehenden Organisationen sind die sogenannten Gewerkschaften, für welche hier hauptsächlich die Stadt Mainz in Betracht kommt. Diese Organisationen sind Kampfvereine, die im scharfen Gegensatz zu den Arbeit⸗ gebern gebildet und durch das Zusammenfassen nach einzelnen Industriezweigen, hierzu besonders geeignet sind. Es bestehen dermalen in der Stadt Malnz 17 gewerkschaftliche Organisationen mit nahezu 1700 Mit⸗ gliedern. Die nach der Zahl der Mitglieder am stärksten hervortretenden Organisationen sind die der Metallarbeiter, Schuhmacher, Buchdrucker, Holzarbeiter und Bauhand⸗ werker, welche sämtlich mehr als je 100 Mitglieder haben. Manche dieser Organisationen stellen erhebliche Anfor- derungen in Bezug auf Beitragsleistungen an ihre Mit⸗ glieder. Den höchsten Wochenbeitrag bezahlen die Buchdrucker mit 1,40 Mk., womit 8 pEt, des niedrigsten Wochenlohnes in Anspruch genommen werden. Auf den Durchschnittslohn berechnet, ergiebt sich bei den Buch⸗ druckern ein Betrag von 6 pCt. Allerdings leistet der Buchdruckerverband erhebliche Beiträge für humanitäre Zwecke, wie Reise⸗, Arbeitslosen⸗, Kranken-, Invaliditäts⸗ und sonstige Unterstützungen an seine Mitglieder. Die Beiträge zu den übrigen Gewerkschaften betragen meist 15 und 20 Pfg. pro Woche. Mit der Wiedergabe der Ansichten des Herrn Baurat über die Organisationen der Arbeiter wollen wir schließen. Was er über die konfessionellen Arbeitervereine gesagt hat, wird ihm unter den Fabrikanten, die dieselben protegiren, keine Freunde verschaffen. Was uns an dem dies- jährigen Bericht besonders freut, ist die durchaus uubefangene Sprache. In vielen Dingen unterscheidet sich der diesjährige Jahresbericht von seinem Vorgänger außerordentlich vortheilhaft. Allerdings ist die ganze Gewerbeaufsicht unseres Erachtens nach eine du chaus ungenügende. Das liegt eben daran, daß zwei Beamte gar nicht im Stande sind, die ihnen gestellte große Aufgabe zu erfüllen. Es wäre deshalb zu wünschen, daß das oft ausgesprochene Verlangen, die Zahl der Fabrik⸗ inspektoren zu vermehren und ihnen sobald als möglich, ide, Assistenz zur Seite zu geben, verwirklicht würde. Lokales und Provinzielles. Gießen, 26. Mai. Der erste Pfingst⸗ feiertag ist sozusagen programmmäßig ver⸗ laufen. Die Sonne lachte vom blauen Himmel, daß selbst der schlecht gestimmteste Mensch seine Freude daran haben mußte. Fröhlich zogen die Menschen hinaus in den Wald und nach den umliegenden Höhen. Auch die Eisenbahn wurde vielfach benutzt, um die Schönheiten der näheren und ferneren Umgebung aufzusuchen. Wetzlar, Braunfels, 5 Marburg wurden stark von hier besucht. Aber auch nach Oberhessen ergoß sich der Strom der luft⸗ und erholungs⸗ bedürftigen Städter. In Wetzlar konzertierte die Kapelle des Kaiser Wilhelm⸗Regiments im Schützengarten.— Am zweiten Pfingsttag schaute am Vormittag alles nach dem etwas trüben Himmel, der 10 5 nach Regen aussah. War es auch kühl tagsüber, so blieb es wenigstens trocken und man konnte sich im Freien aufhalten.— Das Konzert der Kraußeschen Kapelle in Steins Garten war sehr gut besucht,, Die Künstlerschar leistete Vorzügliches. Nur wollen wir tadelu, daß der Spielzettel in letzter Zeit so ziemlich dieselben Piceen aufweist. Gießen, 26. Mai. In der Nacht vom ersten zum zweiten Feiertag wurden zwei junge Burschen von drei älteren Leuten ohne Veran lassung in der Bahnhofstraße überfallen und mit Spazierstöcken mißhandelt. * Gießen, 26. Mai. Unfall. Am 1. Pfingstfeiertag erlitt auf der„Schönen Aussicht“ ein junger Mann einen Unfall dadurch, daß er von der Schiffsschaukel hinunterstürzte und sich hierbei den linken Oberschenkel brach. Die Schuld trifft den Mann selbst; derselbe vertrieb die Kinder von der Schaukel und nahm dieselbe trotz aller Proteste seitens der Erwachsenen und zum Verdruß der anwesenden Kinder längere Zeit in Anspruch. Während er die Schaukel in übertriebener Weise in Bewegung setzte und auf derselben Kunststücke auszuführen versuchte, stürzte er herab. Vom Vogelsberg, 20. Mai. Die dies⸗ jährigen Holzversteigerungen sind nun bis auf wenig zurückstehende beendigt. Im all⸗ gemeinen darf der Preis des heurigen Brenn— holzes als normal bezeichnet werden. Bei Be— ginn der Versteigerungen etwas hoch, sank er zu Ende derselben auf die seither gewohnte Preis— stufe. Eine Ausnahme von den sonst üblichen Brennholzpreisen machen die Preise im Ober— walde. Hier wurde in einzeluen Distrikten der Raummeter Buchenscheit für nur 2 Mk. verkauft, während er sonst durchschnittlich 6—7 Mk. ge⸗ kostet hat. Der Raummeter Buchenprügel kostete nur 1,50—1,90 Mk., gegen 4—5 Mk., die man dafür in anderen Waldungen zahlen mußte. * Bad Nauheim, 25. Mai. In der letzten Woche sind 771 Fremde(591 in 1865) hier angekommen. Gesamtzahl 2206 bis 21. Mai inkl., gegen 2384 bis 24. Mai in 1895. Da wir heuer 2 Tage zurückdatieren, so ist die vor⸗ jährige Frequenz um dieselbe Zeit überschritten. Es geht dies auch schon aus der e der Hader hervor, voriges Jahr bis 21 Mai nkl. 22042, heuer bis diesen Tag 13,277 Bäder. * Offenbach, 25. Mai. Nach einer vor⸗ läufigen rechnerischen Zusammenstellung der Eiu⸗ nahmen und Ausgaben des neulich hier abge⸗ haltenen Wohlthätigkeitsfestes beziffert sich wie die„Offenb. Ztg.“ hört, der ungefähre Ueberschuß auf 17000 Mk., die wie folgt verwendet werden sollen. 11000 Mk. dem Offen⸗ brcher Hilfsverein 3000 Mk. unter Verwaltung der Bürgermeisterei der Wettlauferschen Augen⸗ Klinik 2000 Mk. nach dem Offenbacher Verein zur Ferienversorgung kranker Schulkinder und 1000 Mk. dem Offenbacher Zweeigverein vom Roten Kreuz zur Unterstützung von Invaliden. * Darmstadt, 25. Mai. In den Tagen vom 31. Mai bis zum 8. Juni wird die hiesige Turngemeinde das Fest des 50 jähr. Be⸗ stehens feiern. Als Festplatz ist der Parade⸗ platz mit dem angrenzenden Baugelände für das — sich dabei tief in einander. Vor ihnen stand die Lampe und der rote Schirm derselben übergoß das volle Gesicht der schönen Frau mit dem magischen Schimmer erwachter Jugendlichkeit. Ihm war, als säße er nicht mehr der Dame des Hauses, der dreißigjährigen Frau gegenüber, die er nun seit dem Tode ihres Gatten zum erstenmal wiedersah, sondern einer Andern... jener Andern, die er einst ge— liebt hatte und deren Traumbild noch in seinem Schulmeisterherzen lebte, dort, wo er die Ideale des sittlichen Lebens aufgestellt hatte. Sie schien mit der feinen Boobachtungsgabe der gereiften Frau den Eindruck zu spüren, den sie uf ihn in diesem Beisammensein zu zweien machte, und damit nicht unzufrieden zu sein. „Wissen Sie auch, daß ich Ursache habe, Ihnen zu zürnen?“ begann sie wieder.„Sie hatten mir versprochen, mich einmal in das alte Museum zu begleiten. Ich hätte so gern von Ihrer Wissen— schaft profiliert. Vierzehn Tage siyd Sie nun in Berlin und ich habe Sie in meinem Hause kaum dreimal zu sehen bekommen. Am Ende gehen Ihre Ferien vorüber, ohne daß Sie Ihr Versprechen wahr machen.“ 5 „Sie sind leider schon übermorgen zu Ende.“ „Uebermorgen schon? Ach wie schade!“ Es war leise wie ein Seufzer über ihre Lippen ge— gangen. Wußte sie, daß das leise Wort in ihm ein stärkeres Echo fand? Einen Augenblick schwie gen Sie beide, dann sagte sie wie im ernsthaften Unmut „Nein, das ist einfach abscheulich von Ihnen, Herr Professor. Jetzt werden Sie natürlich wieder in Ihre Provinz verschwinden, ohne daß man auf lange Zeit ein Lebenszeichen von Ihnen erhält. Wenn Sie wüßten, wie ich mich gefrent habe, als ich Ihr liebes Gesicht zum erstenmal nach Jahren wiedersah! Ich fühle mich so einsam...“ Er unterbrach sie mit einem Ausruf des Er⸗ staunens. „Einsam?... hier in Berlin.. großen Gesellschaftskreisen? „Ach, lieber Professor, hier ist man nur reich an Bekannten, aber arm an Freunden. Warum haben Sie sich so fern gehalten?“ Er fühlte, wie bei dieser Frag; das Herz ihm schwoll. Glühte auch in ihr noch ein Rest jener Empfindung, die, wie er meinte, sie beide einst be— seligt hatte? „Ich glaubte nicht,“ erwiderte er,„daß Sie der Teilnahme eines Freundes bedurften. Darum blieb ich fern. Vielleicht auch...“ Nun?“ fragte sie, als er zögerte. wähend ihre blauen Augen ihnen von neuem lockend anstrahlten. Diesmal that ihr Glanz ihm fast weh. Er suchte sich von der Aufwallung zu befreien, die ihn erfaßt hatte. „Nehmen wir einmal an,“ sagte er mit er— zwungenem Lächeln,„daß ich als echter Philosoph das Gleichgewicht meiner Seele nicht stören wollte.“ in Ihrem „Wirklich, das ist wahr?“ Sie hielt ihm die neue Museum zur Verfügung gestellt. Die Haupt⸗ feier wird Samstag, den 6. Juni durch einen Begrüßungsakt eingeleitet, dem Sonntag früh eine akademische Feier folgen wird. Für den Nachmittag ist ein Festzug durch die Stadt, Riegen⸗ und Schauturnen auf dem Festplatze und Abends ein Bankett vorgesehen. D. Z. Darmstadt, 25. Mai.(Grober Unfug.) Die vielen Störungen durch rück⸗ sichtsloses Klavier- u. s. w. Spiel bei offenem Fenster in unserer Stadt, ins⸗ besondere durch Tonleiter, später auch 7 kle⸗ mentische Sonaten u. s. w. übende Anfänger mit mehr oder weniger Talent, sind bekannt. Das Großh. Polizeiamt erläßt nunmehr fol⸗ gende Bekanntmachung in dieser Angelegenheit. In Folge verschiedener, in letzter Zeit bei uns eingelaufener Beschwerden sehen wir uns veran⸗ faßt, das Publiknm zu ersuchen, Belästigungen der Nachbarschaft durch ungebührliche laute und lang andauernde musikalische Produktionen, na⸗ mentlich auch bei geöffneten Fenstern, zu ver⸗ meiden, da wir im Falle die Beschwerde der Nachbarschaft als berechtigt zu erachten wäre, genötigt sein würden, eine Anzeige wegen Zu⸗ widerhandlung gegen§ 300 Ziffer 11 des Reichs⸗ strafgesetzbuchs erheben zu lassen. Mainz, 25. Mai. Anläßlich der Schiffs⸗ katastrophe zu Aßmannshausen hat der sozialdemokratische Abgeordnete Jöst(Mainz) an die zweite Kammer des hessischen Land⸗ tags folgende Anfrage gestellt;„Durch die am 20. d. M. bei Aßmannshausen erfolgte Explosion des Betriebskessels des Schleppdampfers H. A. Disch III. wurde wiederum die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die mangelhafte Aufsicht über die Schiffskessel gelenkt, der Unterzeichnete richtet deshalb an die großherzogliche Regierung die Frage: welche Maßregeln gedenkt dieselbe zu fiote um eine bessere Kontrolle herbeizu⸗ ühren. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäus gemeinde. Taufen. Den 17. Mai. Dem Kaufmann Louis Reitz ein Sohn, Julius Wilhelm, geb. den 7. April. Denselben dem Lokomotivführer i. P. Ludwig Werner ein Sohn, Rudolf Emil, geb. den 5. April. Trauungen. Den 21. Mai. Dr. Richard Wanner, prakt. Arzt zu Dilsseldorf und Emilie Marie Elsa Wallenfells, Tochter von dem Cigarrenfabrikant Louis Wallenfels zu Gießen. Beerdigte. Den 17. Mai. Johanna Noll, Tochter von dem ver- storbenen Friedhofsaufseher Jakob Noll, 26 Jahre alt, starb den 15. Mai. t Marcusgemeinde. Taufen, Den 16. Mai. Dem Schlosser Wilhelm Klös eine Tochter, Emma Wilhelmine, geb. den 21. Februar. Den 17. Mai. Dem Kaufmann Karl Orbig 3. eine Tochter, Marie Christine, geb. den 27. März. Trauungen. Den 16. Mai. David Emil Christian Waldschmidt, Kupferschmied zu Wetzlar und Auguste Susanna Otto, Toch⸗ ter von dem verst. Glockengießer Georg Otto zu Gießen. Den 19. Mai Jakob Wilhelm Aßmann, Brauer zu Gießen und Margaretba Dörr, Tochter des zu Laubach verst. Ackermanns Johann Heinrich Dörr. —.—.——. K ͤ— Hand hin und obwohl er nur ein Professor und Schulmeister und in galanten Diensten unerfahren war, beugte er sich doch über diese schlanke, zarte Hand, um sie zu küssen. Darauf sagte er leise: „Sollten Sie es nicht wissen, Eleonore, daß mein Leben nur ein Erinnern an Sie ist?“ Hunderttausende werden weggeworfen durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Inserat muß nicht allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondern es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht zu ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be⸗ dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und mit einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer ist die älteste Annoneen-Expedition Haasenstein u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten in Gießen durch Gustav Wohlmuth, Seltersweg. Durch 40jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des In⸗ und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreichen Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der Lage, dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich zu machen. Alle Aufträge werden prompt und billigst aus⸗ geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitungen berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang⸗ reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Abrech⸗ nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obiger Firma vor Vergebung eines Annoncen-Auftrages erst ge⸗ nau zu informiren. 1 ische Landeszeikung, ö 0 Beerdigte. Den 22. Mai. Marie Lampus, Wittwe 2— 3 1 1701 f 4 Lukasgemeinde. e eerbigte gehindert werden. Ein e 10 1 155 bah. 11 5 f 5 5 5 5 e 4585 i. 9 schi fo 0 er 5 5 9 Den II. Mai.— 1 ee ee Heng Sabre, Toglöbrer zu 23 i st geht sofort J Am 23. Mai. Elisabeth Zink, geb. Schee Wiibeine ag Heu, ee Merz g ein Sohn, Gießen, 40 Jahre alt, starb den 15 Mai 5 77 Jahre alt, dahier, Wittwe von Taglöhner Philipp 10 W N Privattelegramme Marktpreise.„ ee a 10 a i i f ilf 8 Am 24. Mai Heinrich Nolte, 48 Jahre alt, Bahn⸗ e Den 21. Mai. Jakob Fischer, Stationsgehilfe und Gießen, den 19. Mai. Auf dem heutigen arbeiter dan Neustadt Nr. 58. Die e Mathilde Wilhelmine Emilie Schröder, Tochter . Schlossers Heinrich Schröder. Militärgemeinde. Trauungen. Den 16. Mai ü Margarethe Kerolise Marie Klara Lerstorbenen Fubrmanns Jobannes Bekanntmachung, betr. Verwertung der Gras- und Klee⸗ nutzung von den Wegen ze. in der Gemarkung Gießen. Die rubricirten Gras- und Kleenutzungen sollen Donnerstag, den 23. Mai d. J. versteigert werden und zwar: ) Vormittags 9 uhr mit Zusammen⸗ kunft am Neustädterthor die Klee⸗ ut ung von zwei Grundstiscken am Wis⸗ 1 marerweg, sowie von dem oberen Teile des 1 Friedbofs; 5 3 ph) Nachmittags 2 Uhr im Saale des 0 alten Rathauses die Grasnutzung von sämtlichen städtischen Wegen. Gießen, den 22. Mai 1896. . Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gn auth. Verdingung. Die zum Neubau einer Dienerwoh⸗ nung bei der Stadtmädchenschule erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie: end- und Maurerarbeit, inmetzarbeit, immerarbeit, achdeckerarbeit, Speuglerarbeit, ö Eisen lieferung, * 1 Schreinerarbeit, . Schlosserarbeit, a Glaserarbeit, Weißbinderarbeit und Pflasterarbeit „ sollen 5 1 Waontag. den 15. Zuni d. J., Schleuning. . Vormittags 11 Ahr, 1 öffentlich verdungen werden. ö . g Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen 10 Schlosser Georg Lampus, 43 Jahre alt, starb den 19. Mai. August Hermann Schmidt, Hoboist und Schleuning, Tochter des Johannesgemeinde. Taufen. 2 Den 16. Mai. Dem Photograph Gustav Mook ein Sohn, von dem milie ermordet. In Rethymnon ist ein landen wollendes Schiff mit Hafen⸗ kanonen beschossen Sterbefälle. und die Landung Am 23. Mai. Katharina Marschang, geb. des verst. der„Hessischen Landesztg.“ Hd. Athen, 26. Mai. Die Erhebung auf Kreta ist allgemein. In Canea⸗ Kussier des russischen und griechischen Konsulats ist der Agent der griechischen Schiffahrtsgesellschaft John mit Fa⸗ Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,00— 1,10, Hühner⸗ eier 2 Stück 9— 11, Enteneier 6, Gänseeier 14— 00, Käse 511, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 30 Pfg., Tauben per Paar 60—90 Pfg., Hühner p. St. 1.301,50, Hahnen 1,40— 1,80, Enten 1,80,—2 Mk., Gänse per Pfund 00-00, Ochsenfleisch 70— 74. findet Mittwoch, den 27. Mai, Nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause aus statt. 5 12 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 1 TTT ͤ v ¼—1—T———. heutigen Tage mein Restaurant „Zur kaufweise an Herrn Alhert Kuhnd übertragen habe. Nachfolger gütigst übertragen zu wollen. ꝓꝓFFFTTiT!:!'k— der„Schönen Aussicht“ mein eifriges internationalen Bierausstellung in München Expo Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, 700 Wirtschafts⸗ Uebertragung. Einem verehrten Publikum von Gießen fund Umgegend hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem Schönen Aussicht“ Indem ich für das mir seit Jahren erwiesene Wohlwollen bestens danke, bitte ich, dasselbe auch auf meinen Hochachtungsvollst Joh. Fr. Sorger und Frau. Bezugnehmend auf obige Auzeige, teile ich einem verehrten Publikum ergebenst mit, daß es nach Uebernahme Bestreben sein wird, mir d urch coulante Bedienung, gute Speisen und(etränke das Wohlwollen meiner Gäste zu erhalten und zu erwerben. In Zapf kommen wie seither die zuletzt mit der goldenen Medaille und Ehrendiplom auf der 1895 prämiirten und beliebten t- Sowie Pilsener ans der Aktienbrauerei Gießen zu Gießen. Zur Bequemlichkeit des mich beehrenden Publikums werden zeitgemäße Einrichtungen in Bälde getroffen. halte ich mich bestens empfohlen. Hochachtungsvollst Von jetzt ab bringen wir neben unseren anderen Bieren auch orter in Flaschen zum Ver⸗ kauf und empfehlen dies Bier als ein Genuß⸗ und Stärkungsmittel ersten Ranges. Hat wenig Alkohol, da⸗ gegen hohen Malz extrakt-Gehalt, fördert die Ernährung des Körpers und be⸗ kommt gut. In Original⸗Porter⸗ flaschen, à Flasche 25 g. Jedes Quan⸗ tum frei in's Haus. Gebr. Röhrle, Exportbier-Brauerei, niessen. 658 Telephon Nr. 47. ere Submissionen. Großh. Hessische Staatseisenbahnen. Verdingung der Bauausführung der Hochbauten für die Stationen Wölfersheim—Södel, Inheiden(Haltepunkt), Weckesheim, Reichelsheim, Gettenau— Bingenheim, Echzell, Römerbrunnen und Salzhausen(Haltepunkt) der Neubaulinien Friedberg Hungen und Beien⸗ heim Nidda. Die obigen Bauausführungen sollen im Ganzen oder nach den Stationen abgeteilt oder auch nach den einzelnen Arbeitstiteln getrennt öffentlich verdungen werden. Die Zeichnungen, Berechnungen und Bedingungen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der Großh. Behörde für Nebenbahnen in Oberhessen in Gießen(Frankfurterstraße 64) einzusehen. Die Verdingungs⸗ anschlag⸗Formulare und auf Wunsch auch die Bedingungen oder Teile derselben, sowie Umdruck⸗ Zeichnungen der Entwürfe werden ebendaselbst gegen Entrichtung von 10 Pfg. für jeden Akten⸗ bogen oder jedes einzelne Aktenblatt, beziehungsweise gegen Bezablung von 1 Mk. für jedes Zeichnungsalatt in Normalformat abgegeben. Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an dieselbe Behörde bis zum Eröffnunstermin Samstag, den 30. Mai d. J., Vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. SGeschäfts⸗Ulebergabe. Dem geschätzten Publikum von Gießen und Umgegend, sowie meiner werten Kundschaft die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem Heutigen Herrn Otto Wilhelm Schmidt mein Uhren-Geschäft übertragen habe. Für das mir geschenkte Wohlwollen bestens dankend, bitte ich, dasselbe auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. 1 liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote mular, sind zu vorgenaunten Termin an ans einzureichen. Gie ßen, 21. Mai 1896. 0 Das Stadtbauamt. TDofalpolizeireglement betreffend die Beseitigung von in die Straßen ⸗ 1 fluchtlinie votspringenden Fenstergittern usw. Auf Grund des Art. 30, letzter Absatz der 1 9. 1 der Stadtverordneten-Versammlung und Zu⸗ 9 stimmung des Kreis⸗Ausschusses mit Genebmi⸗ a gung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiß vom 30 April l. I. Provinzialhauptstadt Gießen hierdurch Folgen⸗ des verordnet: 8 In die Straßeuflucht vorspringende Feenstergitter, Kettensteine und Ketten, Ab⸗ Thore einspringen, Säulen, Freitreppen, Kellerhälse und ähnliche Vorrichtungen sind 0 10 zu beseitigen, sofern der Gebrauch der Straßen 1 und öffentlichen Plätze dadurch beeinträchtigt hältnismäßigen Opfern für die Eigentümer verbunden ist. Gießen, den 21. Mai 1896. 152 Großherzogl Polizeiamt Gießen. Bekanntmachung. 75 Am 1 Juni word bei der Kaiserlichen Post⸗ agentur in Steinberg(Kreis Gießen) eine Telegraphen⸗Anstalt zu Fernsprechbetrieb er⸗ stelle verbunden ist. Darmstadt, den 16. Mai 1896. 0 l Der Kaiserliche Ober-Postdirektor. 1 Geh. Ober⸗Postrat Clavel. Der Oberbautechniker des Oberhessischen N Obstbauvereins, Herr Metz aus Friedberg, beabsichtigt, in den nachstebend verzeichneten Orten des Kreises Gießen Vorträge über weisungen an Obstbäumen zu erteilen: Freitag, den 29. Mai in Watzenborn, Nach⸗ 5 lag von 26 Uhr praktische Unterweisung, Abends 9 Ubr Vortrag; ö auf vorgeschriebenem, bei uns erhältlichen For⸗ l Schmandt. allgemeinen Bauorduung, wird nach Anhörung 13 zu Nr. M. J. 12634 für den Bezirk der 8 weissleine, sofern diese nicht. auch in die ird und die Abänderung nicht mit unver⸗ v. Bechrold öffnet werden, mit welcher eine Unfallmelde⸗ Bekanntmachung. Obstbau zu halten und praktische Unter⸗ Samstag, den 30. Mai in Steinberg, von Vormittags 8—12 Uhr und Nachmittags von 2—6 Uhr praltische Unterweisung e Sonntag, den 31. Mai in Großen Buseck, a Nachmittags 3 Uhr Vortrag, 1. Juni, Vor⸗ 7 mittags von 811 Uhr praktische Unter 5 weisung; Samstag, den 6. Juni in Staufenberg, Abends 9 Uhr Vortrag, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr praktische Unterweisung; Sonntag, den 7 Juni in Daubringen, Nach- mittags 3 Ubr Vortrag, 8. Juni, Vormittags von 8—11 Uhr praktische Unterweisung; Montag, den 8. Juni in Lollar, Abends 9 Uhr Vortrag, J. Juni, Vormittags von 8 bis 11 Uhr praktische Unterweisung; Dienstag, den 9. Juni in Heuchelheim, Abends 9 Uhr Vortrag, 10 Juni, Vorm. von 811 Uhr praktische Unterweisung. Die Mitglieder des Obstbauvereins, sowie alle Interessenten sind zur Beteiligung ein⸗ 0 eladen 6 5 vom 1. Mai ab Naeustadt Nr. 48 .(Harms'sches Haus). Ferd. Parthier, e Korb und 592 Stuhlflechterei. Reparaturen billlgst. 2 Achtungsvoll 75 Wilhelm Schön. ee Bezugnehmend auf Obiges werde ich unter meiner Firma: 1 0* SOStto Wilhelm Schmidt das Geschäft M Neustadt 8 weiter führen, und empfehle ich dem geschätzten Publikum von Gießen und Umgegend, sowie meiner werten alten Kundschaft mein in allen Arten von Then und GZoldwaaren aufs Beste assortirte Lager zu streng reellen Preisen, in nut prima Qualität. Durch eine langjährige Thätigkeit in der Schweiz stehe ich mit den ersten Fabriken meiner Branche direkt in Verbindung und bin ich in der Lage, den Wünschen des mich beehrenden Publikums in jeder Weise gerecht zu werden. Als Spezialität führe für die Herren Bahn⸗, Post⸗ und Telegraphen⸗ beamten die berühmte 5 un„ Railway-Präzisions- Uhr“!— deren alleinige Vertretung mir übertragen ist. Sämmtliche Uhren werden unter schriftlicher Garantie abgegeben. 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