Gießen, Eg, Lau⸗ 9 Kreisez misstonen arburg, omberg ere Leser Kusgabe 9, bringt N also in N anderes zu bieten Verantw. Ne⸗ E. Oktmanz, engübrung. nandlunges. dswerll. Gießen, Sonntag, den 26. Januar 1896. b undegzei Ausgabe Gießen. lug Redaktion: 75 Kreuzplatz Nr. 4. 2 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die zspaltige Petitzeile. if Expedition: 2 ö Kreuzplatz Nr. 4. 5 Abonnementsbestelungen „Hessische Landeszeitung“ nehmen unsere sämmtlichen Träger sewie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen. Kein anderes hiesiges oder auswärti— ges Blatt bietet annähernd die Vor— teile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird. Preis nur 60 Pfg. monatlich einschließlich Trägerlohn. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 25. Jan. Der S. C. feiert des Kaisers Geburtstag durch einen Kommers im Hotel Einhorn. * Gießen, 25. Jan. Die Drucklegung der vom Geh. Kirchenrat Prof. Köstlin am 19. ds. Mts. in Steins Saalbau gehaltenen Fest⸗ rede hat sich nicht verwirklichen lassen. * Gießen, 25. Jan. Sämtliche Export⸗ und Pilsener⸗Bier schänkenden Wirte, welche solches von der Aktienbrauerei Gießen beziehen, haben eine Kollektiveingabe an dieselbe erichtet behufs Preisherabsetzung dieser Bier— n auf Mk. 18 pr. Hektoliter. * Gießen, 25. Jan. Am kommenden Frei⸗ tag hält der landwirtschaftliche Bezirks⸗ Verein Gießen im Lenz'schen Felsenkeller eine Versammlung ab, bei welcher der Tierarzt Dr. Liebe vom städt. Schlachthof über die Gießener Vieh versiche rungsgesellschaft resp. den Anschluß der Gemeinden an dieselbe, sprechen wird. Gießen, 25. Jan. Zur Frage der Er⸗ mäßigung der Eisenbahn-Personen-Fahr⸗ preise schreibt man: Noch Niemand hat daran edacht, zur Beurteilung dieser Frage die Er— 7 5 heranzuziehen, welche mit den Fahr⸗ 4 ungen gemacht worden sind, die enjenigen Veteranen aus dem Feldzuge von 1870/%1 gewährt wurden, welche aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr der Tage von 1870/71 nach den Schlachtfeldern Elsaß⸗Loth— ringens gewallfahrtet sind. Man darf, wenn man bedenkt, daß au den Gedenktagen von Gravelotte, St. Privat und Mars la Tour zu— sammen mindestens 60,000 Altdeutsche dort ge⸗ weilt haben sollen, die Zahl der deutschen Krieger, welche an den Fahrpreisermäßigungen nach Elsaß— Lothringen Gebrauch machten, auf gering ge⸗ rechnet 150,000 Mann annehmen. Sie ent⸗ stammten allen deutschen Gauen, bis hin in den fernsten Winkel Ostpreußens und Oberschlesiens. Diese Wahrnehmung machte man namentlich auch auf den größeren Bahnhöfen Mitteldeutschlands, welche jener Menschenstrom durchflutete, und das zeigte sich alsdann auch in der Verschiedenartig— keit der Dialekte, die in dem Verkehre der Krieger unter einander an Ort und Stelle zu Tage trat. Schreiber dieser Zeilen fuhr mit Fahrßreiser— mäßigung aus Nordhausen über Frankfurt nach Wörth und Metz und von da über Trier und Koblenz wieder heim. Die Militärfahrkarte dritter Klasse kostete die Gesammtstrecke rund 25 Mark. Da die Reise von der Mitte Deutsch— lands aus unternommen wurde, stellen 25 Mark etwa den Durchschnittssatz für eine jener Krieger— fahrkarten dar. Derselbe ist jedoch anf 20 Mark zu ermäßigen, da aus dem östlichen Deutschlaud der Zuzug unbedingt doch wohl verhältnismäßig schwächer gewesen sein wird, als aus den Gegenden zwischen Rhein und Thüringen. Der Gesamterlös würde für 150,000 Mark zu je 20 Mark mithin zwei Millionen Mark betragen. Besonderer Kostenaufwand wird dem nicht groß gegenüberstehen, da die Veteranen wohl durch— gehends mit den fahrplanmäßigen Zügen fuhren. Rechnet man aber dennoch hierfür rund ½ Million, so bleiben immer noch 1½ Millionen Rein- gewinn der Eisenbahnen aus den Schlacht— felderfahrten. Die Wohlthat, die in Form der Fahrpreisermäßigung den Veteranen gewährt wurde, hat daher auch den beteiligten Eisenbahn⸗ verwaltungen einen erklecklichen Gewinn gebracht. Wem wäre es wohl so leicht eingefallen, die weite Reise zu unternehmen, wenn nicht die Fahrpreiser— mäßigung gewesen wäre! Daraus aber folgert, daß unsere Eisenbahnverwaltungen, und namentlich natürlich die preußische Staatsbahn, das beste Geschäft machen könnten und würden, wenn sie dergleichen Ausnahmemaßregeln zur günstigen Reisezeit des Sommers öfter eintreten ließen. Mau öffne nochmals Elsaß-Lothringen und den Rhein, man verbilligere zeitweise die Fahrkosten nach Berlin mit Umgebungen, nach Hamburg, Helgoland und dem Kieler Kanal, nach Breslau, Görlitz und dem Riesengebirge, nach Thüringen, nach Leipzig, Dresden und der sächsischen Schweiz nach dem Bodensee, und man wird Tausende und Abertausende Reisender davon Gebranch machen sehen und die Einnahmen der Eisenbah— nen beträchtlich vermehren. Unseren Eisenbahn— verwaltungen würde es gewiß ein leichtes sein, herauszurechnen, in welchem Maße dies der Fall sein würde. Welche Erlöse in den früheren Jahren für Militärfahrkarten im Reiche erzielt worden sind, muß bekannt sein. Der Mehr- erlös im Jahre 1895 aber stellt den Betrag dar, welcher durch Gewährung der Fahrpreis— ermäßigung an die Veteranen erzielt und der Reingewinn der Eisenbahnverwaltungen aus dieser Maßregel ist. D. Z. Grünberg, 24. Jan. Gegenwärtig wird das seitherige Pumpwerk, das durch ein großes Wasserrad in Bewegung gesetzt wird, durch die Firma, die es vor etwa drei Jahren lieferte und aufstellte, umgeändert und dessen Anschluß an die neue Leitung bewerkstelligt. Letzteres soll dann ununterbrochen funktionieren, während der Motor nur nach Bedarf(täglich wenige Stunden) arbeiten soll. Mit Ablauf dieses Monats sind voraussichtlich sämtliche Ar— beiten beendigt, und ist als Tag der Einweihung und Uebergabe der ganzen Anlage an die Stadt⸗ verwaltung der 5. Februar festgesetzt worden.— Zur Bestreitung der Unterhaltungskosten und Amortisation des zur Anlage aufgenommenen Kapitals von rund 80 000 Mk. müssen im ganzen etwas über 800 Mk. jährlich an Wassergeld auf⸗ gebracht werden. Eine im Stadtvorstand hierzu gebildete Kommission war seither mit der Ein— schätzung der Hausbesitzer in die verschiedenen Klassen beschäftigt. Wie wir hören, sind die zu zahlenden Gebühren ziemlich hoch, da die Zahl der angeschlossenen Gebäude etwa 350 im Verhältnis zur aufzubringenden Summe gering ist. D. Z. Seligenstadt, 24. Januar. Die diesjährige erste Bezirkskonferenz der Lehrer des Bezirksvereins Seligenstadt (Landes-Lehrer-Verein) fand am Mittwoch hier statt. Herr Schulverwalter Hoffmann von Froschhausen referierte über das Thema:„Wie wird die Autorität des Lehrers gehoben?“ Der an Beispielen aus dem praktischenLehrerleben reiche Vortrag zerfiel in drei Teile, die sich an die Fragen knüpften, welche Faktoren zur Hebung und Erhaltung der für eine geregelte Disziplin und erziehliche Erfolge notwendigen Autorität beitragen können; dies wurde dahin beantwortet: 1. der Lehrer selbst, 2. die vorgesetzten Behörden, 3. die Gemeindebehörden. An den Vortrag schloß sich eine anregende Diskussion. *Ober⸗Ohmen, 24. Jan. Die Gründung einer Molkerei in hiesiger Gemeinde ist ihrer Verwirklichung um einen Schritt näher getreten, so daß die Ausführung des Unternehmens ge— sichert erscheint. Am verflossenen Sonntag Nachmittag fand in der Horst'schen Gastwirtschaft hier eine fark besuchte Versammlung von Inte— ressenten für das Unternehmen statt; Herr Land—⸗ wirtschaftslehrer Leithiger aus Alsfeld legte der Versammlung in beredten Worten den Nutzen einer Molkerei auseinander und empfahl an⸗ gelegentlichst die Gründung einer Genossenschafts— molkerei, der entschieden der Vorzug vor einer Aktiengesellschaft gebühre, da erstere hauptsächlich berufen sei, die so segensreiche Selbsthilfe der bedrängten Landwirtschaft zu bringen. Ein Molkereiinspektor aus Offenbach, welcher der Versammlung beiwohnte, betonte den Nutzen des Auschlusses der neuen Molkerei an den Landes⸗ Genossenschaftsverband, wodurch eine fachmännische Kontrolle der Molkereien gehandhabt und Absatz— gebiete für die Molkereiprodukte vermittelt würden. Die Liste zur Einzeichnung, die sofort 36 Unter— schriften erhielt, liegt 14 Tage lang offen. Darmstadt, 24. Januar. Der Verein für Vogel- und Geflügelzucht zu Offen⸗ bach beabsichtigt, mit der vom 11. bis 13. April dieses Jahres zu Offenbach stattfindenden Geflügelausstellung für das Großherzogtum Hessen und die Königlich Preußischen Regierungs⸗ bezirke Cassel und Wiesbaden eine Verlosung von Nutzgeflügel ꝛc. zu verbinden. Das Groß⸗ herzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Ver— austaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 4000 Lose, zu 0,50 Mk. das Stück, ausgegeben werden dürfen und min⸗ destens 60 pCt. des Bruttoerlöses aus dem Ver⸗ kauf der Lose zum Ankauf von Gewinngegen⸗ ständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose im Großherzogtum gestattet worden. h. Darmstadt, 24. Jan. Die Prüfungs⸗ Kommission für das Justiz- und Verwal⸗ tungsfach macht bekannt, daß die erste Prüfung für das Jahr 1896 am Montag, den 16. März d. J. ihren Anfang nimmt. ch. Offenbach, 24. Jan. In den letzten Tagen wurde hier wieder falsches Geld ver⸗ ausgabt. Diesmal waren es Zweimarkstücke, die das Münzzeichen A und die Jahreszahl 1884 tragen; sie sollen sehr gut geprägt sein. 1. Mainz, 24. Januar. Unter der Anklage der Majestätsbeleidigung stand heute der 60jährige Tagelöhner Heinrich Hentz von Offstein vor der Strafkammer des Landgerichts. Er soll während der Arbeit auf dem Felde im Gespräch mit einem anderen Tagelöhner den Großherzog von Hessen beleidigt haben. Der Mitarbeiter hat ihn denunziert. Das Gericht schenkte jedoch dessen Aussagen keinen unbedingten Glauben und sprach den Angeklagten frei. i. Mainz, 24. Januar. In Kreisen, die Beachtung verdienen, wird versichert, daß es zwischen Preußen und Hessen wegen der Ver⸗ staatlichung der Hessischen Ludwigs⸗ bahn zu einer gewissen Verständigung gekommen ist. Insbesondere habe Preußen eingeräumt, daß der Sitz der Zentral-Verwaltung dauernd in Mainz bleibt. Es sollen in Ausführung dessen, im Bereich der benachbarten Direktionsbezirke einige Verschiebungen eintreteu und die königl. Eisenbahn-Direktion in Saarbrücken wieder auf⸗ gehoben werden. i. Mainz, 24. Jauuar. Heute wurden hier zwei Schuhmacher verhaftet, welche der Falschmünzerei verdächtig sind. 1. Mainz, 24. Jan. Zu der nächsten Sountag dahier stattfindenden Versammlung „hessischer Handwerker, worin die Grün⸗ dung eines„Central-Ausschusses“ hessischer In⸗ nungen und Berufsvereine“ beschlossen werden soll, sind bis jetzt 82 Herren als Delegierte und Gäste angemeldet. Es steht zu erwarten, daß die Versammlung von mehr als 100 Personen be⸗ sucht wird. H. Aus Hessen, 24. Jan. In Gerns⸗ heim starb nach kurzem, schwerem Leiden der Nestor der dortigen Lehrerschaft, Herr Lehrer und Kantor H. Heyder. Der Verstorbene, der im Mai v. J. unter allgemeiner Beteiligung der hiesigen Einwohnerschaft sein 50jähriges Dienst⸗ jubiläum feierte und ein Alter von 70 Jahren erreichte, erfreute sich hier allgemeiner Hochachtung und Verehrung.— In der Hofraite des Wirts Kärcher in Biblis brach Feuer aus, das sehr rasch um sich griff und die Scheuer des Ge⸗ nannten, sowie diejenige des Peter Kissel in Asche legte. Sämtliche Futtervorräte der Geschädigten wurden vom Feuer zerstört, dagegen konnte das Vieh gerettet werden. Die beiden Betroffenen sind versichert.— Gegen 11 Uhr ereignete sich am nämlichen Tage ein weiterer Unglücks⸗ fall. Der bei dem Neubau eines Saales be⸗ schäftigte Zimmermeister Rapp wurde durch eine herabstürzende Eisenschiene so unglücklich auf den Kopf getroffen, daß er die Besinnung verlor Im Dienst. Keine Militär⸗Humoreske von Gottfr. König. (Schluß.) Er arbeitete fieberhaft, schließlich aber stockte das Werk. So klar er auch die Gestalt Brünn— hildens vor sich sah, immer wenn er Stift oder Palette zur Hand nahm, es zu beschwören, zerrann es in nichts.— Wo war's doch gewesen, wo hatte er nur das Autlitz gesehen, das er brauchte, und das ihm vor— schwebte, deutlich zum Greifen?—— Ein junges, starkes Weib war's, was er sah. Noch wogte die Brust in tief leidenschaftlicher stür⸗ mischer Erregung, der ganze Körper bebte, und im Gesichte, das starke braune Flechten umwanden, lag eine seltsame Mischung zornigen Trotzes und heißer, flehender Bitte. Der Maler sann.—— Wie hörte er nicht eine tiefe, klangvoll tönende Stimme heftige Worte sprechen, Worte des Vor— wurfs, des Trotzes,—— fühlte er nicht zwei starke Hände auf seinen Schultern, sah er nicht——— Mit einem Schrei fuhr er auf.— So nahe also! Zwei Sätze und er war an der Thür. „Marie!“ rief er überlaut hinaus. Verwundert eilte die Gerufene herbei: Sie hatte eben das Kind gebadet. Ihr Gesicht glühte noch von der Anstrengung, der Busen ging heftig und die Arme waren naß und nackt bis zur Schulter.— Er ließ ihr nicht Zeit, sich zu entschuldigen. An der Hand zog er sie herein, zwang sie in einen Stuhl und beschwor sie mit heißen, flammenden Worten, Worten voll hinreißender Beredsamkeit, die ihm von den Lippen flogen in unbewußter, unge⸗ wollter Hast, ihm ihren Leib zu schenken für sein Werk. Seine Augen brannten in fieberischem Glanze, seine Stimme sprach in flehenden Tönen und seine Hände, mit denen er den ihren fest umschloß, zitterten heftig. Das Mädchen war nach seinen ersten Worten hastig aufgesprungen, wie um zu fliehen.— Nun stand sie vor ihm.— Das blühende Gesicht war fahl geworden, die Lippen bebten, aber sie blieb stumm. Hastig aber lautlos ging der Atem und in ihren Augen lag dieselbe Bitte und derselbe Trotz wie damals, als er sie zum ersten Male so gesehen. Aber langsam wich der Trotz, und was übrig blieb, war nicht Zorn nicht Bitte mehr, es war ein flirrendes Leuchten, ein kämpfender Glanz, der bald flackernd aufschoß, bald erlosch.— Ihm war's Antwort.— Das Bild gelang. Aber von jenem Tage an war Marie eine Andere. Der Maler, der über seinem Werke die Welt vergaß, bemerkte nicht, wie allmählich die Farbe von den Wangen des Mäd— cheus wich, wie sie stiller und stiller ward und für seine stürmische Freude nur ein Lächeln hatte, das dem jungen Gesichte sonderbar fremd und häßlich stand. Ihr Auge flog zaghaft, fast scheu umher, die Glieder folgten ihr langsam und widerspenstig, als müßten sie sich erst besinnen, ob sie dem Willen gehorchen dürften oder nicht, und ihr Mund war heiß und trocken, wenn sie sich zu eiligem Gute— nacht-Kusse über des Knäbchens Wiege beugte.— Die Zeit verrann. Der Maler hatte sein Werk vollendet und zur Ausstellung geschickt. Heute sollte sich's entscheiden. Aufgeregt und zitternd vor Erwartung war er schon früh die Treppe hinabgestürmt, ohne Lebewohl zu sagen, ohne umzublicken nach ihr. Nun stand sie wieder und kehrte. Die Sonnen— stäubchen tanzten wirbelnd in dem grellen Tages— licht, das in schmalen Streifen durch die hohen Dachfenster hereinbrach, und sie sah mit weit ge— öffneten Augen in die helle Sonne. Aber heute verlor sie den Besen nicht. Sie wußte, das Bild war gut. Er würde den Preis gewinnen. Und dann war ihr Werk gethan. Er war ge— rettet, sich und dem Kinde. Nun durfte, nun mußte sie gehen!— Und sie that's.— Nur flink, daß er nicht kam und sie über— raschte! Wie ihr die Hände flogen! Ein Schwindel ergriff sie; sie mußte sich setzen.— Endlich fertig. Noch ein Blick nach der Wiege, ein Kuß und noch einer— ein letzter Gruß——— da stürzt's die Treppe herauf und weint und lacht und jubelt und singt, und's ist wahr, er hat den Preis gewonnen! Er hat getrunken und springt wie ein Jüngling. Aber was ist das?— Seine Augen werden weit und starr, die Lippen öffnen sich, langsam tappst er die letzten Stufen hinauf. Ein irrer Blick fliegt über die Gestalt des Mädchens.„Marie“ schreit er auf und sperrt ihr die Thüre. f K Langsam, mit gesenkten Wimpern wendet sie sich ab.„Mein Dienst ist zu Ende, ich muß gehen!“— Da verfliegt der Weindunst in seinem Haupt, er stürzt auf sie zu und preßt sie heftig in seine Arme.„Mein Weib!“ ruft er unter heißen Küssen. „Du hast mich gerettet, ich bin Dein!“ Sanft macht sie sich los. Die hohe Blutwelle, die ihr über's Gesicht geschlagen, tritt langsam zurück, und der Busen, der hochaufschwoll und stockte in jähem Freuden-Schreck, wogt leise auf und nieder, wie sie die Arme um seinen Hals schlingt und schluchzt: „In Deinem Dienst, Geliebter!“ * 5 e 1 di it be⸗] Am 23. J. Elisabethe Laucht, geb. Leib, 40 Jahre ration, es keineswegs gerechtfertigt ist, die Rönt⸗ r. 9 Nach längeren Verhandlungen wurde die Wahrheit be-] Am 23. Januar. Elisabet cht 0 bu, 95 ge 0 gt ist, 0 . verletzt vom Platze getragen 177 5 1 kehrte auch Aden zurück, und die Ehe alt, Chefrau von Taglöhner Philipp Laucht zu Gleiberg. gen sche Photographie als Spielerei z bezeichnen. 0 4 — wurde gelöst. Frau Amelie fand bald einen neuen Am 23. Januar. Justina Steuerwald, geb. Nädel, 41 Die Leistungen des Würzburger Physikers würden 1 V 0 btes Gemahl und befindet sich mit ihm auf der Reise nach Jahre alt, Ehefrau von Feldschütz Christian Steuer⸗ ganz besonders die Militärärzte zu schätzen ermisch 68. Australien; was aber mit dem Gatten seiner eigenen wald dahier. wissen, denen bekanntlich die Auffindung der in. — Die Ehe mit der eigenen Tochter.„Cor⸗ Tochter geschah, weiß das italienische Blatt nicht anzugeben. L le N 1 5 0 den Körper gedrungenen Projektile große Schwie⸗* riere della Serra“ erzählt folgenden Roman: Vor langen Ciwilstand der Stadt Gießen. etz E achte t. rigkeit bereitet. 5 Jahren kamen ein Franzose end ne guglanteeien Jahr i eh.„Gießen, 25. Jan. Das Konzerthaus] kd, Rom, 25. Januar.“ Der Direktor des 1 1 73 8 1 u ide 5 2. J Dem Taglöhner Daniel Müller 1 Lahnstein, bisher dem Kommerzienrat Gail ge- physikalischen Kabinetts der Universität in Rom , n er se 1 Paris wo 12 n Ludwig hörig, wurde gestern der Baufirma Birkenstock erklärte, daß nach seiner Ansicht die Errungen⸗ K 5, e 8— 5 ider reis 0 R 5 5 5 0 der Verführer das unglückliche Weib sitzen ließ und nach Am 13. Januar. Dem Schuh machermeister Georg Wink und Schneider zum Preise von Mk. 42,000 sch aft Röntgens ein erster Schritt zur Südamerika abdampfte. Nach einiger Zeit lächelte der 1 Tochter, Elisabeth. verkauft. Es sollen auf dem unbebauten Ge⸗ Entdeckung neuer Geseße für jene Naturkräfte Verführten das Glück, ein reicher Landsmann heiratete[ Am 13. Januar. Dem Schneider Adam Volz 1 Tochter, lände 2—3 Wohnhäuser errichtet werden. Der sei, welche sich durch Vibration des Aethers 7 sie, aber schon nach drei Monaten starb er mit Hinter⸗ Marie Lina Elisabeth. g 1 15 11 davon abhängig, daß die] äußern. lassung von 25,000 Pfund Sterling. Die Wittwe hatte Am 15. Januar. Dem Kaufmann August Montanus 2. Aktienbrauerei(Winterwerb) in Nassau a. d. L. Tri S i nun nichts Eiligeres zu thun, als nach Mailand zurück⸗ 1 Sohn.. 12 welche das Vorkaufsrecht besitzt, von diesem e Cpcugcliche 1 1 N zukehren, sie begab sich, mit den nötigen Dokumenten] Am 16. Januar. Dem Dachdeckermeister Heinrich Ruck⸗ keinen Gebrauch macht. S 26. Januar. 3. nach Epiphanias 1 versehen, ins Findelhaus, um ihre Tochter, die mittler⸗ stuhl 1 Tochter, Wilhelmine Johanna Margaretha. f„ N 8 weile den Namen Amelia Aurelia erhalten hatte, zu sich[ Am 17. Januar. Dem Wirth Karl Wittmann Zwillinge, Letzte Telegramm K In der Stadtkir 5 a das Me iner S 12 5 1 n rche. zu nehmen. Das Institut hatte aber ee 0 1 lebend geborener Sohn Heinrich und ein todt⸗ Hd. Berlin, 25. Januar. Dem„Berliner Vormittags 9, Uhr: Pfarrer Dr. Grein— Bauernfamilie in Trezzano Rosa anvertraut. it Dol⸗ geborener Sohn. 2 5 in,. Ol.„Berl 0 117775 h eee— meer und Zeugen ale nun die Mutter nach dem arm⸗ Am 17. Januar. Dem Gefangenenwärter Heinrich Otto Tageblatt“ wird von einem parlamentarischen e 8 N 5 unt 0 1 5 9 0 seligen Dorf, fand die Tochter, die damals zwölf Jahre Wahl 1 Tochter, Elise Helene. Berichterstatter geschrieben, der Reichstagsab⸗ Nachmittags Mont 1 den 27 N 128 irche.)— alt geworden, und reiste mit ihr nach England. Das Am 18. Januar. Dem Iustitutsdiener Georg Bayer 1 geordnete v. Kardorff gedenkt den Abgeordneten Feier des Gchurt ah Seiner Majestät 15 Kaisers ö war im Jahr 1885. Wenige Monate nachher kehrte Herr Sohn, Rudolf Leonhard. Dr. Barth wegen dessen Aeußerungen über das Vormittags 9. Uhr: Militärgottesdienst. Pf. Din elden Claite, der alte Liebhaber, aus Südamerka nach London] Am 24. Januar. Dem Bahnarbeiter Johannes Wei⸗ Verhalten Kardorffs in der Donnerstagssitzung 9 Donnerstag den 30. Jamar r zurück, er näherte sich feiner verlassenen un und nandt 1 Sohn, Wilhelm. des Reichstages fordern zu lassen oder hat Abends 8 Uhr: 00 16 1 9 613— wurde von dieser als alter 1 der Fan n Aufgebote. es bereits gethan, wenn ein im Reichstage von knabenschule. Pfarrer Dr. Grein. 1 f die gestellt. Es dauerte 1 75 8 e 115 Ver⸗ Am 21. Januar. Jacob Leinweber, Kutscher dahier, mit einer den Konservativen nahestehenden Person In der Johanneskirche. 40 e 1725 Bangen rer Mt fad. Diese Marie Schmidt hierselbst. verbreitetes Gerücht zutrifft. Vormittags 9¼ Uhr: Geheimer Kirchenrat Dr. Köstlin. Hef 1759 155 ent wurde der Vormund Amelia's, Eheschließungen. 5 g 5 Hd. Paris, 25. Januar. Der Handels- Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinde. 3 1 die er im Jahre 1893 heiratete. Im nächsten Jahre Am 18. Januar. Nicolaus Weßbecher, Schlosser dahier, minister wird heute in der Kammer einen Gesetz— Pfarrer Dingeldey. 5 ehe wurde ihm auch ein Sohn geboren. Im Anfang 1895 mit Katharine Volk hierselbst. 5 5 entwurf einbringen, durch welchen die Annahme Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und wi di entdeckte Frau Clarke in alten Papieren ihrer Mutter Am 18. Januar, August Mink, Knecht dahier, mit Mar- eines Schiedsgerichts zwischen Arbeit— heil. Aena für die Johannesgemeinde. 1 be allerlei seltsame Briefe, die sie über die Beziehungen] garethe Hedderich hierselbst. 1 Igebern u ud Arbeitern für beide Teile 5 Mente den 27. Januar. g 1 J J zwichen Gatten und Mutter aufklärten. Sofort strengte Am 23. Januar. Moritz Docter, eterinärarzt zu obligatorif ch ist. Derjenige Teil, welcher ends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmaudensaale der Fein sie einen Prozeß gegen den Vater und Gatten Büdingen, mit Jenny Docter hierselbst. sich dem Versuche des Schieds 5„ 7 N Johanneskirche. 1. Petrusbrief, Kap. 3, von Vers ö 0 5 5 72 85 5 15 1 Srichters, eine Eini⸗ 13 an: Wie wir Christus ähnlich werd d i ges Bla an, da es ihr nicht nur darauf ankam, diese unwürdige Sterbefälle. gung herbeizuführen, widersetzt, soll mit Geld— an: Wie wir Christus ähnlich werden und ihm. Ehe zu lösen, sondern auch der Welt zu beweisen, daß sie[ Am 19. Januar. Andreas Grein, 63 Jahre alt, Tag⸗ strafe belegt werden 7 nachfolgen. Pfarrer Dr. Naumanu. Nächsten Sonn- ile der ohne besseres Wissen gehandelt habe. Aber der Londoner löhner von Ober-Erlenbach. Hd Wien 25 Junnar Ir ber ˖ tag, den 2. Februar, wird im Abendgottesdienst 1 6 high court erklärte, auf Grund der vorgebrachten Doku- Am 20. Januar. Emma Laucht, 20 Wochen alt, Toch⸗ Abend st⸗ 5 efund 5. Januar. In der gest ern Beichte und heil. Abendmahl für die Lukasgemeinde 1 det Ein mente kein Urteil fällen zu können, und so schickte er im ter von Taglöhner Philipp Laucht zu Gleiberg. end sta 2 0 enen wissenschaftlichen Versamm. gefeiert werden. Niohbare Juni 1895 den Richter Monron und den Advokaten Am 22. Januar. Henriette Keiner, geb. Eckhardt, 55 lung der Aerzte gab Professor Mosetig die Er⸗ Derleger: Paul Bader in Marburg, Verautw. Re⸗ Wallace, welche die beiden Parteien vertraten, nach Mai⸗ Jahre alt, Ehefrau von Bremser Wilhelm Keiner klärung ab. daß nach den ihm mit Hilfe der dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, land. Amelia begleitete sie mit der Gattin Monrons. dahier. Röntgen'schen Strahlen gelungenen Ope- beide in Gießen. 1 an feder 0—————— F ĩ ͤ ꝶ:r— TT ĩ¾—:::.... a —.* 0 8 b 1 f a Bekanntmachung, Holzversteigerungen. 14 etr. die Heichelheim'sche Stiftung. 25 b 4 b Aus obiger Stiftung sind am 27. April d J. die halbjährigen Zinsen 0 525 Mark Oberföͤrsterei Krof dorf. einschließ n eine in Gießen wohnbafte würdige und bedürftige christliche Familie oder Person zu ver⸗. 3 Anmeldungen werden von beute an bis 10. Februar d. J im Bürgermeistereigebäude, 5 g Klafter⸗Nutzbolz 1 f Jimmer Nr. 8, entgegengenommen. 5 N 3 Tax⸗ Langnutzholz Nutz- 125 m lang 24m 1 L0 0 b Gießen, den 23. Januar 1896.. 22 5 9 8 Schutzbezirk Forstort Holzart 81155 stangen f lang 4 Cie . Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Klasse fm gespalt. rund rund 0 J. V.: Wolff. zahl 6 d Stück] rm vn 0 lautet, UI 8—— 35 Holzversteigerungen. 50 e Su 21[1 16 40 1„ J Ar 425 Helntuge. Hart Wißmar.(Gemeindewald) Distrikte Reitzensteinerwald, Reußling, Beckert u. Stümp i 15 Eiche 3—4 11 5 58 5. 0 1 10 33,66 fim Eichenstämme, 11,0 im Eichenstangen J. bis 3. Kl, 79 rm Eichen- und 851 rm f 5 3 8 2 abend ei 5 ö ler, 205 St Hainbuche 4 1 17 Buchen⸗Scheit⸗ und Kullppelbolz, 1481 rm Reiser, 205 rm Stöcke. Fichte 4 1 2 7 Morgen rtr 1 1 29. d. Wige Vormittags 10 Uhr. 5 Buchwald 17b Eiche e 3 4⁵ dem Schl Zusammenkunft bei Wirt Lauz in Wißmar. Buche 4 1 572 8 Gun 77— 7 9„ 5 20a Eiche 4 2— 56 6 4* 8 ö berlif. 7 Wo gehen wir am Sonntag hin? eie,. 5 rvich du 2„ N iche 135 1 Alle, asse auf den Tonys Viersieller Fichte e ee Für die ein 2 2 5 3 9 35 75 3 2 zur ersten närrischen 7 J N„ 224 819 2522 12 8 1 21 68 a — 3 1 2 1„ 1 — D u men si un— 5 Wett. Homb. Forst[ Nadelholz 4 34 7 80][ 22 24[ Kiesern und Fichten. gel 100 e a 5 53— é Waldhaus Lindenschied 54. 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