fen pe ahr alt, der alten bethracht, eruutin e 0 „ Oltuagn, t wage 22„„„„«„„„ 92 1—— 2 0 W 000 M.. 0 0 — Gießen, Dienstag, den 24. Mürz Ausgabe Gießen. ische Landeszeikung, 5 — Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. D 5 ö Expedition: 2. Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 23. März. Der lachende Himmel und der warme Frühlingssonnenschein an dem heutigen ersten Sonntage nach Frühlingsanfang war wohl geeignet, auch dem ärgsten Hypochonder die trüben Gedanken und täglichen Sorgen zu herscheuchen und ihn aus seinen 4 Pfählen hinaus⸗ zutreiben in die frische freie Natur. Die Straßen der Stadt waren am 5 0 öde, wie lange licht; um so fröhlicher und lebendiger wars aber draußen auf allen Wegen und Straßen ach nahen und fernern Ausflugsorten. Die Omnibusgesellschaft hatte ihre Fahrten nach dem Schiffenberger Walde zum ersten Male in diesem Jahre wieder aufgenommen und zeigte nur voll— besetzte Wagen, sowohl nach als später von dem Walde. Der Pächter des reizend gelegenen Schiffenberges ist sicher mit seinem Geschäfte zu— frieden gewesen. Stark besucht waren außer den Nachbardörfern, wie Wieseck, Heuchelheim u. s. w. unter andern auch die„Schöne Aussicht“„Phi⸗ epherwold u.„Liebigshöhe“. Ueberall konnten die Gäste im Freien sitzen, und dem Bierumsatz muß es wohl keinen Abbruch gethan haben, denn wie wir hören, ist dem Wirt auf der Liebigs⸗ höhe das Bierquantum, welches für den Konsum der ganzen Woche bestimmt war, bis auf den letzten Tropfen an diesem einen Nachmittage aus⸗ getrunken worden. Den Durstigen wird's hoffent⸗ lich gut bekommen sein. * Gießen, 23. März. Wir machen auch an dieser Stelle auf die Bekanntmachung des Gas- u. Wasserwerks aufmerksam, wonach morgen, den 24., während mehrere Stunden die Wasser⸗ leitung für die obere Frankfurterstraße 115 der Wilhelmstraße aufwärts) abgestellt vpird. * Gießen, 23. März. Für Lauterbach und Grünberg hat die hess. Regierung für diese Woche e 1 Viehmarkt genehmigt, allerdings mit der Bedingung, daß nur Rindvieh aus Hessen auf⸗ 1 werden darf. Ueber die Gießener Märkte cheint man sich noch nicht schlüssig zu sein. Gießen, 23. März. Das neue Adreß⸗ buch kommt mit dem heutigen Tage zur Aus⸗ gabe. Der Umfang des Buches ist trotz der wenigeren Inserate derselbe wie im Vorjahre. Besonders 120 0 ist die tabellarische Uebersicht der Agenten und Vertreter auswärtiger Firmen. Wir bemerken, daß nur wenige Exemplare über die subscribirte Anzahl Adreßbücher hergestellt e und daß vor dem Juli 1897 keine neue Auflage im Druck erscheint. Gießen, 23. März. Es wird uns mit⸗ geteilt, daß einzelne Restaurateure in der Nähe der neuen Kaserne einen schwunghaften Handel mit Kommisbrod betreiben. Wöchentlich sollen bon denselben mehrere Hunderte dieses Brodes sogar als Pferdefutter verkauft werden. Es be⸗ darf wohl nur dieses Hinweises, um die Militä behörde zu veranlassen, diesen Handel zu unter⸗ binden. Der Soldat bekommt doch dieses nahr⸗ bien Brod nicht geliefert, damit er es für wenige fennige verhandeln soll. Gießen, 23. März. Es wird vielfach bom Publikum darüber geklagt, daß unsere Om⸗ sibusse die Fahrzeit nicht inne halten und häufig bis 5 Minuten zu früh die Haltestellen passieren. Im Spiegel. Skizze von M. Elsner. (Schluß.) erschüttert, und von einer Fülle seltsamer, bis dahin tben das letzte Blatt des zweiten Bandes um, als sie vernahm, daß die Wohnungsglocke ziemlich un— . in Bewegung gesetzt wurde. 9 ar, und sie horchte verwundert, um zu erfahren, er zu so später Stunde Einlaß bei ihr begehren önne. Eine Minute später sprang sie auf und ilte hochklopfenden Herzens zur Thür. Sie hatte 10 lun Sinn seiner Worte nicht verstanden, so war 14% hrem feinen Frauenohr doch der Klang von Augst, 0115 ind Aufregung nicht entgangen, der in dieser voll— dolonae nenden Mäunerstimme zitterte. 10 Das Mädchen war offenbar im Begriff, ihn tersolch, vieder fortzuschicken, oder vielleicht auch wollte er ö wma freiwillig gehen; denn Leonie vernahm das Geräusch ich entfernender Tritte. Da riß sie mit raschem Entschluß die Thür ihres Boudoirs auf und rief einen Namen. Dann war Leonie wieder allein, und sie fuhr sort zu lesen, ohne jetzt auf den Lauf der Viertel- funden zu achten, die ihr während des endlosen Nachmittags so träge dahingeschlichen waren. Tief⸗ laum gekannter Empfindungen bewegt, wandte sie Ein Blick auf ie Pendule belehrte sie, daß zehn Uhr vorüber ie Stimme des Doktor Jordan gehört, wie er nit dem Stubenmädchen sprach, und wenn sie auch Ebenso sollte die Leitung dieses Unternehmens den Schaffnern einschärfen, am Linden⸗, Kirchen-, Markt⸗ und Kreuzplatz besser Umschau zu halten nach Passagieren. Wir beobachteten jüngst, wie Jemand an einem dieser Plätze, wo er im Wirts⸗ haus auf die Fahrgelegenheit zum Bahnhof ge— wartet hatte, sich vergeblich bemühte, dem Om⸗ nibus⸗Kondukteur sich bemerklich zu machen. Es war Regenwetter und der Passagier mußte min⸗ destens 12 Häuser weit hinter dem eilig davon⸗ rollenden Wagen herlaufen, bis er bemerkt und nun natürlich der Omnibus zum Halten gebracht wurde. * Gießen, 23. März. Die am Sonntag Abend in Steins Saalbau stattgefundene Abendunterhaltung des Kaufmännischen Vereins war von dessen Mitgliedern und Gästen sehr zahlreich besucht. Zur Aufführung gelangte das Lustspiel„Unter vier Augen“ von Ludwig Fulda und die komische Pantomime„Die lustige Fliege oder zuletzt kriegen sie sich doch“. Die Zwischenpausen wurden durch Konzert, ausgeführt von Mitgliedern der Regimentskapelle, ausgefüllt. Zum Schluß wurde das Tanzbein geschwungen, und hielt sich besonders die junge Welt noch bis zum frühen Morgen zusammen.. Gießen, 23. März. Der Zirkus Lorch war gestern zweimal gut besucht. Sowohl in der Nachmittags als auch in der Abendvorstellung wurde wiederum Vorzügliches geboten. Da der Zirkus Lorch nicht mehr allzulange hier— bleiben wird, dürfte es zu empfehlen sein, die dem Zirkus noch zugedachten Besuche nicht hinaus— zuschieben. Gießen, 23. März. Was wird die Reise nach Berlin zur Ausstellung kosten? Diese Frage ist nicht nur zeitgemäß, sondern beschäftigt weite Kreise der Bevölkerung schon jetzt. Wir erhalten vom offiziellen Verkehrsbureau und dem offiziellen Wohnungs⸗Nachweis der Berliner Ge⸗ werbe⸗Ausstellung auf unsere Anfrage dieserhalb folgende Auskunft: Es werden von allen Sta— tionen mit 10tägiger Giltigkeit einfache Fahr⸗ karten zur Hin⸗ und Rückfahrt benutzbar aus⸗ gegeben. Demnach stellt sich der Fahrpreis von Gießen mit einfachen Personenzügen 4. Klasse 10. 10, 3. Kl. 20. 10&, 2. Kl. 30%. 10, 1. Kl. 40 ½ 10. Für Schnellzug⸗ beförderunb kostet die Reise 3. Kl. 23% 40&, 2. Kl. 33, 50 3, 1. Kl. 45. 10.— Auf Rundreisebillets werden nach Berlin während der Ausstellung 30 Prozent Rabatt gewährt. Die Fahrscheinhefte gelten bekanntlich 45 Tage, sind aber nur erhältlich, wenn die zurückzulegende Strecke mindestens 600 Kilometer beträgt, welche Entfernung zwischen Gießen⸗Berlin überschritten wird. Wer sich im Uebrigen über Entree-Preise für die Ausstellung ꝛc. informieren will, wende sich an das oben angegebene Bureau Berlin W, Moghrenstraße 10, und es wird ihm bereitwilligst ein Programm zum Besuch der Berliner Gewerbe— Ausstellung gratis und franko übersandt, in welchem er alles Wissenswerte verzeichnet findet. Gießen, 23. März. Eine merkwürdige Vorschrift hat das Offenbacher Kreisamt für eine große Anzahl Orte des dortigen Kreises er— lassen. Danach ist für die Folge in den betreffen⸗ den Orten minderjährigen Mädchen der Besuch von Wirtschaften ohne Begleitung ihrer Eltern oder deren Stelle vertretender Personen unter- sagt. Das Verbot erstreckt sich nicht auf den Besuch von polizeilich gestatteten Concerten und Tanzmusiken. Die Zuwiderhandelnden sowohl, als auch die Wirte welche das Verweilen minder⸗ jähriger Mädchen entgegen den Bestimmungen dieser Verordnung in ihren Wirtschaften dulden, unterliegen, insofern nicht nach den bestehenden Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, einer Strafe bis zu 30. Uns ist diese poli⸗ zeiliche Einschränkung der persönlichen Freiheit der Mädchen bis zum vollendeten 21. Jahre rein unverständlich. Gießen, 23. März. Groß-Reine⸗ machen! Das ist ein Wort, welches schlecht zu Sonntagsfrieden und Sonntagsfreude paßt; und doch ist es, als die Familie gestern Morgen gemütlich am Kaffeetisch saß, dem Munde der Hausfrau fast widerwillig entschlüpft. Wochen⸗ lang lag es ihr auf der Zunge; nun aber ver—⸗ mag sie's nicht länger im Busen zu bewahren, denn heute, am Montag, soll Groß-Reinemachen beginnen. Da ist es natürlich die höchste Zeit, das würdige Familienoberhaupt auf all' das Schreckliche, was ihm in anbetracht des nahen Osterfestes noch in Aussicht steht, geziemend vor— zubereiten. Der Erfolg entspricht ganz den ge⸗ hegten Befürchtungen. Sprachlos starrt zunächst der Hausherr seiner getreuen Ehehälfte ins Auge; der Blick, den er ihr zuwirft, ist unendlich viel— sagend: der ganze Jammer einer gequälten Mannesseele, die von der heimischen Scholle jäh— lings vertrieben wird, liegt darin. Schweigend steht er auf, schweigend rüstet er sich zum Aus⸗ gang. Umsonst versucht die eingeschüchterte Gattin, einen gütigen Gruß beim Abschied von ihm zu erhaschen; für die nächsten Tage ist sie„Luft“ für ihn, und schon heute fängt er an, sein Quar— tier in der gastlichen Kneipe aufzuschlagen. Der Stammtisch ist nämlich, so lange Groß-Reine⸗ machen währt, die einzige Zuflucht für ihn. Zu Hause sieht's öde und traurig aus; die Gardinen sind heruntergerissen, die Teppiche zusammengerollt, die Möbel von ihren Plätzen gerückt und über einander getürmt, Wasserfluten ergießen sich auf die blanken Dielen und derbe Scheuerfrauen lassen mit rauher Faust den Schrubber darüber hintanzen. Biegsame Ausklopfer rumoren auf Sesseln und Sophas herum und unter ihren energischen Hieben wirbelt der Staub hoch auf; die sonst so wohnlichen Räume sind in ihrer kahlen Nacktheit kaum wieder zu erkennen und bieten in dem unruhigen, lärmenden Tohuwabohu, das sie erfüllt, einen trostlosen Anblick. Fürwahr, da ist's gut, in der Kneipe zu hausen und den häus⸗ lichen Penaten den Rücken zu wenden. Nur die Kinderschar fühlt sich von dem aufregenden Treiben, das daheim herrscht, unwiderstehlich angezogen; munter tummelt sie sich zwischen Stühlen und Schränken und hilft nach ihrer Art wacker mit, das oberste zu unterst zu kehren— zum Schrecken der Mutter, deren Auge nicht überall sein kann und in diesen Tagen des Fegens und Schrubberns, des Staubwischens und Teppichklopfens nirgends vor den schlimmen Streichen ihrer lieben Kleinen sicher ist. Schließlich nimmt freilich auch die Periode Groß-Reinemachens ein freundliches Ende. In acht Tagen wird sicher der Hausherr, wenn er morgens am Kaffeetisch sitzt, doppelt heiter dreinschauen und seiner Ehehälfte das Lob nicht versagen, daß sie ihre Sache wieder einmal aus⸗ gezeichnet gemacht habe! Darmstadt, 22. März. Gestern Nach⸗ mittag gegen 6 Uhr wurde in einem Ladenge⸗ schäfte in der Elisabethenstraße ein frecher Dieb⸗ stahl ausgeführt. Während der Laden von einer größeren Anzahl Käufer besucht und der Ladeninhaber nebst drei Gehülfen beschäftigt war, die Kunden zu bedienen, wurde die Ladenkasse mit etwa 200 Mark Inhalt von einem in das Geschäft eingetretenen jüngeren Mann entwendet. Die Kasse ohne Inhalt wurde später im Nach⸗ barhause auf der Haustreppe aufgefunden. Der Verlust der Kasse wurde alsbald bemerkt und bei der Polizei Anzeige erstattet. Dem Thäter ist man auf der Spur. Wald⸗Michelbach, 21. März. Einen furchtbaren Tod fand hier ein zweijähriges Kind. In einem unbewachten Augenblick zündete das vierjährige Schwesterchen unter der Wiege des schlafenden zweijährigen Kindes ein Feuer an. Als der Großvater im Hofe ein jämmer⸗ liches Schreien hörte und in die Stube kam, stand das Bettchen mit dem Kinde in hellen Flammen. Man zog letzteres über und über verbrannt mit eigner Gefahr aus den Flammen. Die Brandwunden waren aber so stark, daß der gestern eingetretene Tod als Erlöser aus furcht⸗ baren Qualen er schien. Mainz, 21. März. Im Haftbefehl des 2. Polizeibezirks hat sich ein Frauenzimmer aufgehängt, das in das Arbeitshaus nach Dieburg verbracht werden sollte. Durch zu⸗ fälliges Erscheinen eines Schutzmannes wurde die Lebensmüde noch rechtzeitig abgeschnitten.— Wegen fahrlässiger Tötung verurteilte die Strafkammer heute den Ziegeleibesitzer Philipp Jungk II. in Wöllstein zu einer Woche Gefängnis. Er hatte eine 14jährigen Jungen beschäftigt, der am 27. August von der Transmisston erfaßt und geradezu in Fetzen gerissen worden war. Die Fahrlässigkeit wurde darin erblickt, daß die Transmission nicht wie in einer solchen Unglücks⸗ fälle ausschließenden Weise verwahrt war. Vermischtes. — Der rechte Bote. Aus süddeutschen Kreisen wird der„Saale-Ztg.“ geschrieben: Im „Rodensteiner“ der kleinen Universitätsstadt X. saßen Studenten verschiedener Korporationen und zechten. Es dauerte nicht lange, so gingen die Holzereien zwischen zwei sich befehdenden Ver⸗ bindungen los. Plötzlich fühlte sich Herr Müffel durch die Worte des Herrn Scharf, dessen Zunge wie Klinge gleich gefürchtet waren, gröblich be⸗ leidigt. Er erhob sich und verließ mit seinem Leibfuchs das Lokal. Seine Couleurbrüder folgten ihm. Nach einer Stunde ungefähr er⸗ schien Müffels Leibfuchs wieder im„Rodensteiner“ und zwar in Wichs. Herausfordernd stellte er sich vor Scharf hin und donnerte ihm ins Ge⸗ sicht:„Herr Scharf, mein Leibbursch Müffel sendet Ihnen durch mich einen„Dummen Jungen“!“ „Das sehe ich“, sagte Scharf gelassen. Unter homerischem Gelächter schlich sich Monsieur Leib fuchs aus dem„Rodensteiner“. — Ueber einen Mordversuch an Bord eines Hamburger Schiffes auf hoher See berichten die —— — — Der Doktor wandte sich nach ihr um und that paar zögernde Schritte auf sie zu. „Ich bitte, mir die späte Störung zu verzeihen, Frau Baronin“, sagte er unsicher,„aber ich erfuhr soeben im Hause des Kommerzienrats Linsinghoff, daß Sie sich wegen plötzlicher Erkrankung hätten entschuldigen lassen. Und da ich im Grunde doch noch immer verpflichtet war, mich als Ihren Haus— arzt zu betrachten—“ „So opferten Sie Ihr Vergnügen, um nach meinem Befinden zu sehen“, ergänzte die junge Witwe, und die demütige Weichheit ihres Tones zauberte einen Ausdruck freudigen Erstaunens auf das Gesicht des Arztes.„Ich danke Ihnen dafür um so inniger, je weniger ich es verdient hatte. Warum aber wollten Sie nun wieder gehen, ohne mir ein Wort zu gönnen?“ „Weil Ich hörte, daß Ihr Unwohlsein jeden— falls nicht von ernstlicher Natur und weil—“ „O doch— ich habe soeben eine sehr ernste Krisis überstanden, Herr Doktor“, unterbrach sie ihn mit einem holden, verschämten Lächeln,„und ich würde Ihnen gern darüber berichtet haben, wenn Sie noch ein paar Minuten für mich übrig hätten.“ Er stand ihr in dem traulichen kleinen Boudoir gegenüber und indem seine klaren Augen forschend auf ihrem erregten Gesichtchen ruhten, sagte er: ein „Sie waren also wirklich krank, Frau Leonie? — Und Sie haben es nun bereits ganz über wunden?“ „Ja,“ erwiderte sie, und es war eine reizende Mischung von Schalkhaftigkeit und Ernst in ihren Worten.„Ihr ärztliches Selbstbewußtsein, lieber Freund wird hoffentlich nicht all' zu empfindlich verletzt werden, wenn ich Ihnen sage, daß ich die Heilung diesmal nicht Ihnen verdanke. Es war eine richtige Wunderkur, die mich von meiner Krankheit befreite. Eine kluge und edle Frau, die ich von heute an verehre, ohne sie zu kennen, hat mir mein eigenes Bild im Spiegel gezeigt und mich zu meinem Schrecken erkennen lassen, wieviel Ungesundes schon in mir und an mir war. Alles, was ich Ihnen an diesem Mittag sagte, war nur ein Ausfluß dieser Krankheit, und darum lasse ich Sie jetzt nicht, bevor Sie mir versichert haben, daß Sie mir verzeihen.“ Doktor Jordan wußte nicht, ob er seinen Ohren trauen dürfe. Eine heiße Glücksempfindung durch strömte sein Herz und fand ihren leuchtenden Widerschein in seinen treuen, ehrlichen Augen. „Ja, wenn ich nur wüßte, ob das alles Ihr Ernst ist, Leonie!— Ich kann mir den Wechsel in Ihrem Benehmen ja garnicht erklären. Wollen Sie mir nicht wenigstens sagen—“ „Nein, nein! Sie müssen das Wunder gläubig hinnehmen, ohne weiter nach seinem Hergang zu fragen, denn all' zu tief darf ich mich doch nicht vor Ihnen demütigen, mein Freund! Aber Sie hatten, wenn ich nicht irre, die Absicht, mir gestern Abend etwas mitzuteilen, etwas, auf das Sie be— sonderen Wert legten. Meinen Sie nicht, daß viel- leicht auch jetzt eine geeignete Zeit dazu wäre?“ Ihr süßes Lächeln und der seuchte Glanz der dunklen Augensterne waren nicht länger mißzuver⸗ stehen. Ueberwältigt von der Macht seiner lange gehegten Liebe für das holde, anbetungswürdige Wesen, erfaßte der Doktor mit leidenschaftlicher Wärme ihre beiden Hände: „Darf ich Sie denn wirklich noch bitten, Leonie, mein Lebensloos mit mir zu teilen? Sie sind ja soviel umschwärmt— so verwöhnt— Sie werden mir vielleicht schon Morgen auf's Neue zürnen, wenn ich auf den ersten Ruf, der an mich ergeht, von Ihnen hinweg zu einem Kranken eile; wenn—“ Da machte sie eine ihrer kleinen Hände frei, um damit seine Lippen zu verschließen, und indem sie sich auf die Fußspitzen erhob, flüsterte sie ihm ins Ohr: „Nein, nein!“— Seitdem ich ich im Spiegel gesehen habe, wie häßlich ich schon geworden war, bin ich davon auf immer geheilt. Ich will von jetzt an weder eine gefeierte Weltdame, noch helden— hafte Amazone sein, sondern nichts als ein Weib— Dein Weib, wenn Du willst, Du lieber grausamer Tyrann.“ „H. N.“: Die Bark„Seestern“, zur hiesigen Rhederei der Herren Theod. F. Eimbcke gehörig, lief am 14. d. Mts. den Hafen von Plymouth an, um daselbst den ersten Steuermann des Schiffes, Herrn Julius Jahde, zu landen, welcher auf See von einem Matrosen schwer verletzt worden war. Die Bark befindet sich auf der Reise von Jquique nach Hamburg. Als das Schiff sich unweit des englischen Kanals befand, gab der erste Steuermann einer Anzahl Leute der Besatzung einige Befehle, deren Ausführung ein Mann verweigerte. Der Mann wurde nach der Kajüte des Steuermannes beordert und demselben dort die See— mannsordnung vorgelesen. Kaum hatte der Steuermann die Vorlesung beendet und war im Begriff, das die See⸗ mannsordnung enthaltende Buch fortzulegen, als der See⸗ mann plötzlich ein Messer zog und dem Steuermann mehrere Stiche im Rücken beibrachte. Als der Steuermann sich zur Wehr setzte, brachte sein Angreifer ihm noch eine weitere Anzahl Stiche in den Unterleib bei. Auf das Hilfegeschrei des Steuermannes eilten der Kapitän und mehrere Leute der Besatzung herbei, da dieselben indes die Kajütsthür verschlossen fanden, so mußte diese gewalt⸗ sam geöffnet werden. Nach vieler Mühe gelang es, den Seemann zu überwältigen und in Eisen zu legen. Er behauptete, der Steuermann habe ihn mit einem Stück Eisen zuerst angegriffen, indeß wird angenommen, daß Letzterer das Stück Eisen in der Nothwehr benutzt hat. Der Seemann soll sich nach Aussage der übrigen Schiffs⸗ besatzung während der Reise durchweg schlecht geführt haben. Die Bark setzte, nachdem der verletzte Steuermann in's Hospital in Plymonth gebracht worden war, die Reise nach Hamburg fort, woselbst der Messerheld nach Ankunft des Schiffes der Polizeibehörde übergeben wer⸗ den wird. — Mich druckt's alleweil so... Der Bauer Berndorfer aus Asing in Oesterreich, welcher am Sonn⸗ tag, 23. v. Mts. in einer Wirtschaft zu Innstadt von dem Knecht Fürcht von Schardenberg durch einen gefähr⸗ lichen Messerstich in die Schulter verwundet wurde, ist allem Anschein nach eine besonders robuste Natur. Er kam nämlich vor einigen Tagen zu dem prakt. Arzte Dr. Burgl mit dem Anliegen:„Herr Doktor, ich kann gar nicht recht liegen, mich druckt's da alleweil a so!“ Der Herr Doktor schaut nach und findet beim Sondiren alsbald einen harten Gegenstand; der Patient wird chlo⸗ roformirt und mit Hilfe zweier Männer gelingt es dem Arzte, die 8 bis 9 Zentimeter lange Klinge eines griff⸗ holt sich der Oesterreicher auch von der Operation recht rasch und gedenkt alsbald heimzukehren. Eine ökonomsche Frau. Ein seltsames Täuschungsmittel hat der„Post“ zufolge in einem west⸗ lichen Vororte von Berlin eine Frau angewandt, um sich billige ärztliche Hülfe zu verschaffen. Da sie glaubte, daß die Aerzte ihre Rechnungen nach der Vermögenslage des Patienten zu schreiben pflegen, begab sich diese Frau, die eine im ersten Stock gelegene sehr hübsch eingerichtete Wohnung inne hat, als ein Unwohlsein sie befiel, zu einer im Keller wohnenden Aufwartefrau, legte sich mit deren Erlaubniß dort in's Bett und ließ dann den Arzt kommen. — Eine Zwanzigmillionen⸗Erbschaft. Nach zwanzigjährigen Verhandlungen ist im Londoner Ober⸗ kanzl. ericht(Court of Chancery) am Mittwoch endlich das Testament der s. Zt. weltberühmten ehemaligen könig⸗ lich preußischen Kammersängerin Therese Tietjens aner⸗ kannt worden. Tochter eines Hamburger Leichterführers, hatte dies vielleicht unerreichte Muster einer„Fides“, von der Meyerbeer schwärmte und die sich an der Wiener Hofoper mit der Dustmann⸗Meyer in den Beifall der be⸗ geisterten Kunstjünger der Donaustadt teilte, während ihrer Künstlerlaufbahn ein enormes Vermögen erworben, das sie durch ihre bekannte Sparsamkeit vortrefflich zu⸗ sammenhielt. Verheiratet ist sie nie gewesen, und als im Jahre 1877 der Tod sie in London ereilte, sah man sich nach einem Neffen, Peter Tietjens, um, der in der Haupt⸗ stadt von Wales, Cardiff, als Schiffsknecht sein Dasein fristete und den sie zum Erben eingesetzt hatte. Dieser war aber schon einige Jahre vor der Tietjens Tode nach Südamerika ausgewandert und konnte nicht aufgefunden werden. Seit nahezu zwanzig Jahren haben nun die nächsten Verwandten versucht, das Vermögen, welches in⸗ zwischen auf über zwanzig Millionen Mark angelaufen ist, in die Hände zu bekommen, aber ihre Behauptung, daß Peter Tietjens tot sei und Leibeserben nicht hinterlassen habe, konnte nicht so glaubhaft nachgewiesen werden, daß das Kanzleigericht sich zur Herausgabe des Vermögens verstanden hätte. Es wurden nun gerichtlicherseits im Auslande Anzeigen und konsularische Nachforschungen an⸗ gestellt, und am Mittwoch erfolgte die Toteserklärung des Erben Peter Tietjens, so daß nunmehr dessen nächste Verwandte in den Besitz des Erbes gelangen können. — Neues Wort. A.:„Was sagst Du dazu, daß sich der Rentier Goldsack und sein Freund stets fürstlich beschenken?“— B.:„Du wirst doch nicht glauben, festen Messers dem Manne unter der Achselhöhle heraus⸗ zuziehen, die seit 12 Tagen sich im Körper letzten befand. Da ist es kein Wunder, wenn einer„gar nicht mehr recht liegen kann“! Wie von der Verwundung selbst, welche den Schulterknochen teilweise durchstieß, er⸗ daß die Leute das von Herzen thun— das thun sie nur aus Reciprotzität!“ — Ein Arbeitsamer. Richter:„Wie lange waren Sie infolge der Verletzungen arbeitsunfähig?“— Zeuge: „Leider nur drei Tage!“ des Ver⸗ Neueste Telegramme. Hd. Wien, 23. März. In den gestern abge⸗ haltenen Protestversammlungen der sozia⸗ list ischen Eisenbeamten wurde beschlossen, falls die Direktionen den verlangten Urlaub nicht bewilligen sollten, einen Generalstreik der sämtlichen Eisen-Bediensteten zu arrangieren. Hd. Prag, 23. März. Gestern konstituirte sich hier ein Verein deutscher Arbeiter. Der Vor⸗ sitzende teilte mit, daß dem diesjährigen Kongreß der österreichischen Sozialisten, welcher in Prag stattfindet, der deutsche Abgeordnete nicht bei⸗ wohnen werde. Hd. Paris, 23. März. Der Temps ver⸗ sichert ebenfalls, daß die Reise des Präsi⸗ denten Krüger nach London eine beschlossene Sache sei. Heute Nachmittag wird das Urteil im Erpressungsprozeß Lebaudy verkündet werden. Die Verhandlungen im Prozeß Dubas und Arton beginnen ebenfalls heute. Hd. Paris, 23. März. Der Minister⸗ präsident Bourgeois wird, wie der Gau⸗ lois meldet, nicht in die Debatte über die Eintkommensteu er eingreifen, da⸗ mit er, wenn die Vorlage abgelehnt wird, ein neues Kabinett bilden kann. Das Petit Journal beschuldigt das gegen⸗ wärtige Ministerium, daß es in 5 Mo⸗ naten Frankreich um die Vorteile seiner ausnahmsweise günstigen Stellung dem Auslande gegenüber gebracht habe. Das früher gewonnene Terrain sei durch verbrecherische Sorglosigkeit verloren ge⸗ gangen. Der Matin erteilt Bourgeois den Rat, Herrn Berthelot wieder iu das Laboratorium zurückzuschicken. Hd. Rom, 23. März. Wie verlautet, ist es zweifelhaft, ob Baratieri vor ein Kriegsgericht gestellt werden wird. König Humbert hat von ihm ein Schreiben er⸗ halten, in welchem Baratieri seine Taktik rechtfertigt und mit Enthüllungen droht, falls die Regierung ihn vor ein Kriegs⸗ gericht stellen sollte. Baratieri will vor dem ganzen Lande den Nachweis er⸗ bringen, daß die Verantwortlichkeit für — die Niederlage bei Adua an höherer Stelle zu suchen sei. 5 Hd. Madrid, 23. März. Die Ausgaben des königlichen Schatzamtes für den cubanischen Feldzug betragen während 8 Monate 27 Mil- lionen mehr, als die Ausweise ergeben. Die Differenz wurde einfach verheimlicht. Hunderttausende werden weggeworfen durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Inserat muß nicht allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondern es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht zu ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be⸗ dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und mit einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer ist die älteste Annoncen-Expedition Haasenstein u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten in Gießen durch Gust av Wohlmuth, Seltersweg. Durch 40 jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des In⸗ und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreichen Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der Lage, dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich zu machen. geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitungen berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang⸗ reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Abrech⸗ nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obiger Firma vor Vergebung eines Annoncen-Auftrages erst ge⸗ nau zu informiren. e— Sterbefälle. Am 22. März. Elisabeth Schubecker, geb. Zecher, 43 Jahre alt, Ehefrau v. Zimmermeister Georg Schubecker dahier, Bismarckstraße 22. Die Be⸗ erdigung findet Dienstag den 24. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr von der neuen Klinik aus statt. 21. März. Georg Weidig, 78 Jahre alt, Rentner dahien, Neustadt Nr. 21. Am 21. März. Karoline Hilgardt, geb. Weidig, 79 Jahre alt, Witwe von Seiler Daniel Hilgardt, dahier. Am Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. * Oberquembach(Gemeindewald). waldshekelche: 12 m Buchenastwellen. 9 Uhr. Treis a. d. Lda. * 2 2 Holzversteigerungen. 8 Distr. Heiland: 10 km Kiefern 3. und 4. Klasse. Distr. Naubenlach: 3 km Eichen 4 Kl. Distr. Langeschneiß: Arm Buchenknüppel. Distr. Bau⸗ 1 Mittwoch, Treis Die Holzversteigerung im Freiherrlich von Rabenau'schen Hohen wald bei Reiskirchen vom 19 d. Mts ist genehmigt und können die Abfuhrscheine vom 30. März an bei der Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. den 25. März, Morgens sicherungsgesellschaft versichert. Bekanntmachung. Auf Beschuß der Stadtverordneten-Versamm⸗ lung vom 22. Juni 1893 und vom 12. März d. J. bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß für die Folge die Stadt Gießen bereit ist, ihrerseits die dauernde Unter⸗ haltung von Gräbern Privater auf dem hiesigen Friedhöfe unter nachstehen⸗ den Bedingungen und gegen die nachstehenden — neuerdings abgeänderten Vergütungen— zu Übernebmen. 1. Die Friedhofskommission ist ermächtigt, auf Wunsch von Privaten die dauernde gärt⸗ nerische Unterhaltung von Einzelgräbern und Erbbegräbnisstätten gegen Leistung einer ein⸗ maligen entsprechenden Vergütung an die Stadtkasse zu Übernehmen. Die Unterhaltung der Gräber obliegt dem Stadtgärtner, unter Kontrolle des Stadtbauamts und der Friedhofs- kommission. 2. Die Höhe der einmaligen, baar zu ent- richtenden oder durch Vermächtnis zu be⸗ stimmenden Summe richtet sich nach dem Grade der einfachen oder reichen gärtnerischen Aus- schmückung und nach der Zahl der Gräber. Die Abstufung in der Ausschmücckung ist eine dreifache, nach folgenden Tarif: 1. Stufe. 2. Stufe. 3. Stufe Für ein Grab AL. 250, 500, 850 „ 2zus. lieg. Gräber„ 320, 800, 1500 „ 8„„ 1„ 390, 1100, 2150 . 1„ 460, 1400, 2700 . 1„ 530, 1700, 3200 N 1„ 600, 2000, 3700 „ jedes weitere Grab mehr 4 ee, e, e 3. Ueber die Unterhaltung von Grabdenk⸗ mälern, sowie von größeren Erbbegräbnis- stätten bleibt für jeden Einzelfall besondere Vereinbarung mit der Stadtverordneten-Ver⸗ sammlung vorbehalten. 4. Die Unterhaltungspflicht der Stadt für die übernommenen Gräber, Erbbegräbnis- stätten und Denkmäler währt so lange, als der Friedhof als solcher erhalten bleibt. 5. Die Vorschriften des 8 8 der Friedhofs- ordnung treten außer Kraft für alle Gräber, Begräbnisstätten und Denkmäler, deren, Unter- haltung den vorstehenden 88 1—4 gemäß, von der Friedhofskommission übernommen wird. — In Ausführung dieser Beschlüsse ist von der Friedhofskommission bestimmt: 1. Die von der Friedhofskommisston zu unterhaltenden Gräber sind nach Bedarf um⸗ zuarbeiten, sodaß keine Senkungen des Bodens entstehen. Steineinfassungen sind in gärxtne⸗ rischer Weise zu erhalten bezw. neu herzurichten, Raseneinfassungen nach Bedürfnis zu erneuern. Regelmäßig zu Ostern sind die Gräber und die anstehenden Wege zu reinigen, die Wege mit Kies zu bestreuen; die Gräber sind sodann nach Maßgabe ihrer Bepflanzung zu pflegen und zu gießen. Im Spätherbst hat wieder eine besondere Reinigung und die Bestreuung der Wege mit Kies stattzufinden. Die Gräber sind sodann, solange es die Witterung gestattet, von dürrem Laub zu reinigen. 2. Die Gräber der ersten Stufe werden mit Epheu oder Immergriln bepflanzt und. unterhalten. Die Gräber der zweiten Stufe werden möglichst zu Ostern mit Frühjahrspflanzen, demnächst, möglichst zu Pfingsten mit blühen⸗ den und einigen grünen Sommerpflanzen be— pflanzt und unterhalten. Die Pflanzen werden um Mitte Oktober entfernt. Die Gräber der dritten Stufe werden möglichst zu Ostern reicher, insbesondere auch mit einigen blühenden Hyacinthen und Tulpen bepflanzt. Die abgeblühten Zwiebelgewächse werden sofort durch andere blühende oder bald zur Blüte gelangende Pflanzen ersetzt. Möglichst zu Pfingsten findet eine reichere und stets nach Bedürfnis durch bessere Pflanzen zu ergänzende Sommerpflanzung statt. Diese Pflanzen werden um Mitte Oktober entfernt und danach— insoweit dies die Rück— sicht auf die Frühjahrspflanzung zuläßt— einige grüne Pflanzen und blühende Winter- astern gepflanzt, die später je nach der Wit— terung zu entfernen sind. Gießen, den 18. März 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung, betreffend Absperrung der Wasser⸗ leitung. Wegen Arbeiten an der Wasserleitung findet Dienstag, den 21 d. Mts., von 9 Uhr Morgens bis gegen 4 Uhr Nachmittags eine Unterbrechung der Wasserleitung für die Frankfurterstraße oberhalb der Wilhelm— straße statt. Gießen, den 21. März 1896. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Ein möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermieten. 443 Grünbergerstraße, Bleiche. Ein Wagen, Pflug und Egge 444 zu verkaufen. Eichgärten 1. 374 Ein braves, tüchtiges Dienstmädchen sucht zu Ostern Frau Dr. Hempel, Wallthorstr. 24, III. Ein ordentliches Dienstmädchen 4%%%%%%%%%%%%%% 2 gesucht. 460 Justus Lenz, Ludwigstr. 62. asche zum Bügeln(Glanzbügeln) 461 wird angenommen. Große Mühlgasse A. Frührosen⸗Kartoffeln zu verkaufen. Große Mühlgasse 1. Ein Lehrling gesucht. 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