i, dootez g 3%. W gesunn! derte g t N. 116 gen. de. c! Vel set. artet Shlussg . Pim dl lekte un zn hritiha hn ds 8 Ihr: u eustadt el, g t Wobenber, 16 f Abendmahl fu einsam in er bei den Pi che: Naumann, für die Nh ann. e. deh. wen der ernie bs 8 Uhr Bi der Jphauu ingeldeh, als dem 1. U udmahl genh eneinde ga ienst. Auch Adbent wich u. erhoben f dpitalbermögalß 1 1 1 15 in Meni 4 1 1 Oelteuf 35 am nächsten Montag stattfindet, bekannt geben. 0 Eine Einrichtung, welche man in Gießen noch Gießen, Sonntag, den 22. November 1896. Posiztg. Nr. 3239 Telephou⸗Nr. 112. Ausgabe ische Landeszeilung, Gießen. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. . 1 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.. Expedition: . 4 Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.. 2 Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. Gießen, 21. November.(Neue Ver⸗ nigung.) Zur Zeit vollzieht sich in unserer Ftadt die Gründung einer Gesellschaft, se besonders der Erd⸗ und Völkerkunde, wie der Wirtschaftsgeographie dienen . Wie wir hören, besteht die Absicht, her⸗ rragende Gelehrte und Reisende zu Vor- tägen heranzuziehen; außerdem werden an stimmten Abenden Versammlungen zur lesprechung geographischer und wirtschaftlicher kagesfragen wissenschaftlichen oder allgemeinen halts abgehalten werden. Die Annahme, daß in Bedürfnis für derartige Veranstaltungen in heiten Kreisen der Stadt bestehe, hat sich als kerechtigt erwiesen, da bereits eine große Anzahl on Mitgliedern aus allen Ständen der geplanten hereinigung beigetreten sind. Am Montag, hen 23. November, 8½ Uhr abends, findet im kleinen Saale des„Gasthofs zum Ein⸗ lorn“ die Konstituierung der Gesellschaft satt, worauf wir hiermit hinweisen. Als erster fedner wird Anfangs Dezember einer der an⸗ gesehensten Gelehrten Deutschlands sprechen. leberhaupt legt die neue Gesellschaft Wert harauf, Männer von hervorragendem Rufe zu ewinnen, andererseits aber auch darauf, die orträge möglichst allgemein zugäng⸗ lich zu machen. Dies ist bei dem geringen Beitrage von jährlich 4 4 freilich nur dann möglich, wenn möglichst zahlreiche Mitglieder sich anschließen. Nur dann wird die Gesellschaft im stande sein, wirklich Vorzügliches zu leisten. * Gießen, 21. Nov. Die Stichwahl⸗ Resultate sind nun alle zur Stelle. Als letztes ist heute Morgen das Resultat von Heuchelheim im Kreise Büdingen eingegangen. Köhler ist mit einer Majorität von 4478 Stimmen aus dem Wahlkampf hervorgegangen. Das genaue Stimmenverhältnis können wir jedoch erst nach der amtlichen Feststellung, welche voraussichtlich Daß es die„Hessische Landeszeitung“ 1 5 brachte, noch am Abend des Wahltages ie Resultate bis auf nur wenige Orte bekannt geben zu können, hat allgemeine Anerkennung ber. Im Ganzen liefen bei uns 119 elegramme ein, darunter solche, welche die Resultate mehrerer Orte zusammen enthielten. nicht 3 57117 hat, war die Aufstellung eines Transparents in unserem Schau⸗ fenster, wodurch der auf dem Kreuzplatz Kopf an Kopf stehenden Menge die einlaufenden Wahl⸗ ziffern sofort nach Einlauf der Telegramme be⸗ kannt gegeben wurden. Der Andrang des Pub⸗ likums auf dem Kreuzplatz wurde so stark, daß fortwährend zwei Schutzleute zur Aufrechterhal⸗ tung der Ordnung anwesend sein mußten. Erst gegen 11⅛ Uhr, als der Dienst soweit erschöpft war und die Stimmenzahl nicht mehr stieg, ging die Menge langsam auseinander. Dem⸗ folge waren wir auch die ersten, welche mit Schauspiel„Die Anna⸗Lise“ gegeben.— Die Aufführung des nach Savages bekannter Ronelle bearbeiteten sensationellen Schauspieles„Die offizielle Frau“ findet am Dienstag, den 24. ds. Mts. statt. In dieser Novität gastiert Fräulein Thessa Klinkhammer vom Frank⸗ furter Stadttheater. Gießen, 21. November. Die hiesige Studenten⸗Verbindung„Hassta⸗Rhenania“ hielt am 29. Juni einen Kommers ab, nach dessen Be⸗ endigung einige Teilnehmer Nachts einen solchen Radau verübten, daß die Polizei einschreiten mußte. Einige Studenten gerieten mit den Schutzleuten in Wortwechsel, wobei der Student Joseph Schneider von Mainz, unter Anspielung auf seine sogenannte„bessere“ Bildung in Gegensatz zu derjenigen der Schutzleute, diese be⸗ leidigte, infolgedessen von letzteren Strafantrag gestellt wurde. Der Angeklagte, welcher zur Verhandlung nicht selbst erschieuen ist, hat bei seiner Vernehmung erklärt, er habe nur einen Scherz gemacht. Das Gericht verurteilte ihn zu 25 Mark Geldstrafe, eventuell fünf Tagen Ge⸗ fängnis. Gießen, 21. November. Die Oktroi⸗ einnahme belief sich im Jahre 1895/96 in unserer Stadt auf zusammen 122 668,35 A. Davon entfielen auf Getränke(Wein, Bier, Branntwein) 29 127,15 4, auf Mehl und Backwaren 29 437,43, auf Schlachtvieh, zerlegtes Fleisch und Wildpret 36280 KA. 77, auf Brennmaterialien 25 657,77 KA. und auf Fütterungs mittel 2165,14 4.— Zürückvergütet wurden insgesamt 27 582 l. 13, sodaß eine bare Einnahme von 95086 22 verblieb. * Gießen, 21. Nov. Wir haben schon früher Gelegenheit gehabt, hervorzuheben, wie sich der hiesige Gastwirt⸗-Verein durch Einfüh⸗ rung der Plakatgebühren in den Dienst der Wohlthätigkeit gestellt hat. Auch jetzt, beim Herannahen der Weihnachtszeit hat der Verein die Erträgnisse der Plakatgebühr wieder erteilt, und zwar sind überwiesen worden: dem Verein Jugend freunde und dem Siechen⸗ haus je 10 1 den beiden Schwestern⸗ häusern 20 l, und der Familie eines gänzlich erblindeten Mädchens im Verbande 15 KA. Indem wir gern im Interesse der Sache hiervon Notiz nehmen, wollen wirs dem Wirte⸗Verein wünschen, daß auch fernerhin sein schönes Wohl⸗ thätigkeitsstreben dadurch belohnt werde, daß immer weitere Kreise sich dem Institut an⸗ schließen und dasselbe benutzen mögen, Es kommt dies den Interessenten wieder selbst zu Gute, da ste ihre oft theueren Plakate auch wirk⸗ lich ausgehängt sehen und damit der Zweck ihrer Reklame voll und 9058 erfüllt wird. * Gießen, 20. November. Der dem preußischen Abgeordnetenhause zuge⸗ gangene Gesetzentwurf betr. den Erwerb der Hessischen Ludwigsbahn ermächtigt die Regierung, nach Maßgabe der Verträge vom 8. und 9. Juli und am 23. Juni 1896 den Um⸗ taufch von ν 111900000 Stamm⸗Aktien der trablättern dienen konnten. * Gießen, 21. Nov.(Stadttheater.) Am Sonntag wird Hermann Herschs beliebtes in Schuldverschreibungen der Zprozentigen hes⸗ sischen Staatsanleihe herbeizuführen, sowie die Schuldverschreibungen der Zprozentigen preußischen Anleihe in dem zur Ausführung der Berträge erforderlichen Betrage auszugeben. Die Re⸗ gierung ist ermächtigt, don dem Baarbetrage 41 . auf jede Aktie gleich dem in Höhe von 7646 500 l auf Preußen entfallenden Anteil zu vertragsmäßigen Abfindungen an den Vor⸗ sitzenden, die Mitglieder der Spezialdirektion und die gegenwärtigen Mitglieder des Verwaltungs- rates der Hessischen Ludwigsbahn, zur erstmaligen Instandsetzung und Ergänzung der Betriebsmittel der Bahn, 1 Million, zur Deckung der schweben⸗ den Schulden der Hessischen Bahn bis 2253000 l„dem auf Preußen entfallenden Anteil“ zu zahlen. Der Finanzminister und Arbeitsminister sind ermächtigt, den Kaufpreis für den Erwerb der Bahn zu zahlen beziehungsweise auf die Staatskasse zu übernehmen. Der Finanzminister ist ferner ermächtigt, die bisher begebenen An⸗ leihen des bezeichneten Eisenbahn-Unternehmens, soweit sie nicht getilgt sind, zur Rückzahlung zu kündigen. Die von Preußen aufzubringenden Mittel sind durch Verausgabuung des entsprechen⸗ den Betrages von Staatsschulden⸗Verschreibungen aufzubringen. Wegen Verwaltung und Tilgung der Anleihe kommen die Vorschriften des Gesetzes vom 19. Dezember 1869 zur Anwendung. * Gießen, 21. November. Gestern Abend wurde im hiesigen Stadttheater die Novität „Fräulein Doktor“ von Oskar Walter und Leo Stein aufgeführt. In der That, es war ein reizendes Stück. Die Darstellung der einzelnen Rollen rief den Beifall des Publikums hervor. Besonders zeichneten sich Herr Alfred Helm, sowie Fräulein Klara Leno, welche die Haupt⸗ rollen übernommen hatten, durch exaktes Auf⸗ treten aus. Leider war das Theater nur schwach besetzt. Die akademische Jugend, welche früher das Theater zahlreicher besuchte, giebt diesmal leider wenig Interesse zu erkennen. * Gießen, 21. Nov. Heute Nachmittag 2 Uhr wurde das auf dem Seltersberg von der hessischen Stadtregierung neu erbaute hygtenische Institut in Gegenwart des Großherzogs, des Staatsministers Finger, des Geh. Staats⸗ rats v. Knorr sowie des Direktors vom Reichs⸗ gesundheitsamt Dr. Köhler⸗ Berlin, der Pro⸗ fessoren Fischer⸗Kiel, Gärtner⸗Jena u. a. durch einen Festakt seiner Bestimmung übergeben. Wir haben im September die Baulichkeit, soweit deren äußere Wirkung in Frage kommt, eingehend be⸗ sprochen. Betreten wir daher heute die terrassen⸗ artige Treppe die zum Hauptportal des Hauses führt, um im Inneren desselben Umschau zu halten. Das Vestibüle ist einfach in mit leichten Farben gemaltem Stuck gehalten, von Gottlieb Nauheimer Gießen ausgeführt. Vom Vestibüle führt eine steinerne Treppe in das obere Geschoß, indem sich außer dem großen bakteriologischen Laboratorium das für 50 Hörer berechnete Audi⸗ torium befindet. Außer der gewöhnlichen Glüh⸗ licht⸗Beleuchtung des Raumes sind hier zwei Bogenlampen vorhanden, deren Lichtausstrahlung mittels darunter befindlichen Scheinwerfern nach Hessischen Ludwigsbahn in Schuldverschreibungen der Zprozentigen preußischen Staatsanleihe und wird, von wo zurückfallend indirekt sie den Hörsaal taghell erleuchten. Eine weitere Bogenlampe dient zur Nutzbarmachung des Projektions⸗Apparates. Es reihen sich an den Hörsaal je 1 Laboratorin für deu Direktor der Anstalt und dessen Assistenten, das chemische Laboratorium, das Waagezimmer, der Vorbereitungsraum für die Vorlesungen, ein Schreibzimmer fuͤr den Direktor und die Bibliothek. Eine Treppe höher hat die Assistentenwohnung zweckentsprechend Unterkunft gefunden, ebenso der Raum für Photographie mit dem neu ange⸗ schafften Apparat für Mikro-Photographie. Da⸗ neben befindet sich der Raum für optische Unter⸗ suchungen, sowie Räume zur Unterkunft für Sammlungen. Im Laboratorium befindet sich die Wohnung für den Institutsdiener und die Hitzanlage(Niederdruck Dampf⸗ heizung). Außer dem folgenden Ventilationsraum befinden sich hier die Laboratorien für Bakterio⸗ logie, für Operationen, für Gas-Analyse, sowie der Verbrennungsraum für chemische Verbren⸗ nungen. Mehrere Räume sind mit Behältern für kleinere und mittlere Versuchstiere ausgestatet. Ein besonderes Gebäude ist für Unterbringung größerer Versuchstiere errichtet und schließt gleichzeitig einen Verbrennungs⸗Ofen für Tier⸗ kadaber in sich. Die Mobillar⸗Einrichtung des Instituts, aus Pitchpineholz geschmackvoll und solid hergestellt, ist von den beiden Gießener Möbelfirmen Karl Reiber und Th. Brück geliefert. Die Maurerarbeiten des Hauses hat die Baufirma Birkenstock und Schneider⸗ Gießen ausgeführt. Die Schreinerarbeiten im Innern des Baues sind von den beiden Gießener Schreinermeistern Christoph Weiß und Fritz Beusler besorgt, auch Schreinermeister Keßler⸗ Lollar hat sich dabei beteiligt. Die Weißbinder⸗, Maler⸗ und Lackierarbeiten, die sehr sauber und Aline ausgeführt sind, sind das Werk des eißbindermeisters Seipp-Gießen. Schuckart und Co.⸗Nürnberg und Frankfurt a. M. haben die elektrische Beleuchtung, Emil Koch⸗Frank⸗ furt a. M. die Wasserleitung, das städtische Gas⸗ und Wasserwerk-Gießen die Gas⸗ anlage eingerichtet. Die Parquettböden sind von Lenz⸗Gießen, während die Terazzoböden durch Birkenstock und Schneiders Vermittelung gelegt wurden. Sämtliche Schlosserarbeiten mit der eisernen Einfriedigung sind vom Schlosser⸗ meister Kgarl Wiegand⸗Gießen ausgeführt, während die Kandelaber, welche die Treppe zum Hauptportale flankieren, Arbeiten der Firma Heyligenstädt und Co. sind. Die Beetanlagen des Vorgartens sowohl, als auch auf dem Ge⸗ lände hinter dem Institut hat der Pflastermeister Nickel⸗Gießen ausgeführt. So ist durch das Zusammenwirken von in der Mehrheit Gießener Unternehmern dieses Institut entstanden, welches der hygienischen Wissenschaft eine Stätte zu neuem Forschen bieten wird. Der Staatsxregie⸗ rung aber und den Kammern, welche die Mittel dazu bewilligt, gereicht dieser Vau zur Ehre, und unserer Vaterstadt ist derselbe eine Zierde geworden. * Gießen, 21. November. Im Großherzog⸗ tum Hessen wurden im Jahre 1894/95 3552 oben an die schneeweiß gehaltene Decke geworfen Rekruten eingestellt, von denen keiner Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Arme Eugenie, wie sollst Du diesen doppelten Ver lust ertragen! Was soll Deinem Leben noch ferner einen Halt geben, wenn auch diese Stütze unter ihm zusammenbricht? Blicke auf zu Gott, denn nur von oben kann Dir Hilfe kommen! „Ja, Kind, Ihre Mutter“, fuhr der Mann in „Doch Bestätigung einer stummen Frage fort. hören Sie weiter:“ f Es war vor einer Reihe von Jahren, welcher mit dem Frohsinn solcher armer Student, t seinem den die Jugend giebt, und Stundengeld allein zu rechnen hatte. glücklich damit, denn er wollten. Es war ein würdiges Leben da oben auf der Mansarde, zunächst dem Himmel und da unten in den Straßen, wo der dünne Ueberrock nicht geen ein der nicht seine Gefährtin Sturm und Kälte schützte. Aber da ift Sperling auf dem Dach, fände, und auch in dieses arme, aber fröhlich Menschenleben sandte der Stern der Liebe seine ver⸗ söhnenden Strahlen. da lebte in dem sogenannten lateinischen Viertel von Paris, das hauptsächlich von Studenten bewohnt wird, ein spärlichen Aber er war hatte ja noch seine Wissen⸗ schaft— die Mathematik,— die sehr ernst, und seine Kameraden, die sehr heiter genommen sein Eine kleine Grisette, die ein Ausbund von Schönheit und leichtem Sinn, nicht Leichtsinn, war, hatte da oben unter den Dachziegeln auch Wohnung genommen und sie störte den armen Studenten mit ihrem Gesang, der allezeit jubelnd, wie das Lied einer Lerche, zum Himmel aufstieg. Das konnte er nicht ertragen und so fand eine Auseinandersetzung statt, die damit endete, daß sich die kleine Lerche in sein Herz einnistrte. Nach einem kurzen, aber glücklichen Brautstand, wurden sie ein Paar. O, Du selige Zeit der ersten, jungen Liebe, wo das Herz sich den Freuden des Daseins öffnet, soweit wie die Blume der Sonne, wo kein Leid die Seele trübt, das nicht ein jugendfrisches Lippen⸗ paar hinwegküßte, warum ist Dein Glanz so groß, weil er so kurz ist?“ 5 5 Der Erzähler strich sich mit der Hand über die Augen, als wollte er da etwas zerdrücken oder auslöschen, was zu sehen ihnen wehthat. „Auch das Glück dieser Beiden war nur von kurzer Dauer“, fuhr er mit gepreßter Stimme fort. „Nachdem der erste Rausch verflogen war, ging der Mann mit Ernst und Eifer an die Arbeit, um sein so schnell erblühtes Glück dauernd zu befestigen, um so mehr, als seine Frau ihm ein süßes Geheimnis anvertraute, welches zur Vorsorge für eine kommende Zeit ermahnte. Er mußte sein ihm liebgewordenes Studium zwar aufgeben und Beschäftigung suchen, die ihm minder behagte, aber er that es gern, denn er that e es für sie, die er über Alles liebte und die er hoch zu halten geschworen hatte, als sein schönstes Juwel, als eine reine Blume, welche der große Gärtner dort oben ihm zum Trost, zur Versöhnung mit einem harten Geschick und zur Freude an den Weg gepflanzt, die er seiner besonderen Fürsorge und Pflege anvertraut hatte. Ach, der Unglückliche! Wußte er denn nicht, daß es die früh entwickelten Knospen sind, welche den Wurm in ihrem Kelche bergen, daß der berauschende Duft, welchen sie ausströmen, nur die innere Fäulnis zu verdecken bestimmt ist? Eugenie war, als er sie kennen und lieben lernte, in schlechte Ge⸗ sellschaft geraten, sie war mit jenen Grisetten in nahe Berührung gekommen, welche dieser an sich ganz ehrwürdigen Standes⸗Bezeichnung einen Makel angehaftet haben, die Vorstellung von einem leicht⸗ fertigen Mädchen. Sie hatte mit ihnen die Tanz: böden besucht und sich in dem Schimmer eines falschen Reichtums gesonnt. Sie hatte erkennen gelernt, wie blendend schön sie war und daß das heutzutage einen Anspruch auf alle Freuden und Genüsse des Lebens gewährt, auf die höchsten gesellschaftlichen Beziehungen und Aus⸗ zeichnungen. Sein Dazwischentreten hatte sie noch rechtzeitig von dem Sumpf, dem sie ahnungslos zuschritt, wieder abgelenkt und den Schatz von Liebe, welchen Gott ihr in's Herz gelegt hatte, zur höchsten und reinsten Blüte entfaltet. Er wähnte sie dauernd gerettet, er sah in ihr sein tugendsames Weib, die kein höheres Glück kannte, als ihn glücklich zu machen und ganz ihrer stillen, bescheidenen Häuslichkeit zu leben. Wie sehr täuschte er sich und wie bitter sollte sein blindes Vertrauen sich rächen! Er hatte, da sich gerade nichts Anderes bot, die Stelle eines Buchhandlungs-Reisenden angenommen, er reiste auf wissenschaftliche Werke, die nur ein wissenschaftlich gebildeter Mann mit Erfolg ver— treiben konnte, und das führte ihn oft und auf längere Zeit fort von Paris, wo er sein hübsches, junges Frauchen in dem Schutze ihrer eigenen Sitt⸗ samkeit und ihrer Liebe zu ihm ganz sicher wähnte. Aber bei dieser stellten die guten Freundinnen von früher sich wieder ein, welche ihre Vermählung mit einem undermögenden Mann, mit einem„durch⸗ gefallenen Studenten“, wie sie ihn nannten, als eine tief zu beklagende Verirrung bezeichneten. Sie bedauerten sie wegen ihrer Armut, zollten ihrer Entsagung boshafte Bewunderung und er— gingen sich in Schilderungen von dem glänzenden Leben in Saus und Braus, welches sie selber führten. Die Eine hatte einen Offizier, die Andere einen jungen Attache und die dritte sogar einen wirklichen Herzog zum Freunde, die ihnen be— wundernd zu Füßen lagen und nur darauf bedacht waren, ihnen immer neue, immer reichere Genüsse zu schaffen und ihnen jeden Wunsch zu erfüllen. (Fortsetzung folgt.) . — 2 2——— e S Lee. 1 rr Unterricht in fremden Sprachen genossen. Zwei hatten gar keine Schulbildung; sie konnten weder lesen noch schreiben. * Mainz, 20. November. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung teilte der Vorsitzende, Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner mit, daß die Anstellung eines Stadt⸗ arztes mit einem Anfangsgehalt von 5400 von der Stadt Mainz beabsichligt sei; der Orts⸗ gesundheitsrat und der Finanzausschuß wurden 1 fade diese Angelegenheit zu prüfen. Zu sachberständigen Beratern bei Ausarbeitung und 0 des Planes für die Wieder⸗ hlerstellung des kurfürstlichen Schlosses wurden gewählt die Herren Geh. Regierungsrat Prof. Julius Raschdorff in Berlin, Geh. Baurat Dr. Wallot in Dresden, Oberbaudirektor Prof. Dr. Durm in Karlsruhe, Architekt Hauberisser, Mitglied der Akademie der Künste in München, Prof. Gabriel Seidl in München, ferner die Herren Oberbürgermeister Dr. Gaßner, Geh. Baurat Kreißig, Prälat Dr. Schneider, Architekt Opfermann, Franz Joseph Usinger und Wilh. Usinger, letztere sämtlich in Mainz.— Die „Errichtung eines städtischen Arbeits- nachweises“ wurde von der Tagesordnung abgesetzt und die Beratung darüber auf den 9. Dezember vertagt.— Die Verpflegsgelder im städtischen Rochushospital wurden für aus⸗ wärtige Vereine und Gemeinden von 1,75. auf 1,50„ per Kopf und Tag festgesetzt, doch müssen diese Krankenvereine und Gemeinden sich e sämtliche Kranken in das hiesige Hospital zu senden. * Oppenheim, 20. November. Die Ehe⸗ frau des Phil. Jakob Hedderich von Mommen⸗ heim hat ihr vierjähriges Kind in einer brutalen Art und Weise fortgesetzt mißhandelt, daß es die Nachbarschaft nicht länger mit an⸗ sehen konnte und der Gendarmerie Anzeige davon machte. Die vielen Zeugenaussagen gaben die traurige Bestätigung, daß die unnatürliche Mutter das Kind oft mit Fußtritten und Schlägen arg mißhandelte, dasselbe bei kalter Witterung im Hof entblößte und reinigte, auch so knapp mit Essen hielt, daß gutherzige Menschen das Kleine speisten, welches, wie ein Zeuge sich ausdrückt, so ausgehungert war, daß es drei Teller Suppe zu sich nahm. Das Schöffengericht erkannte auf die Minimalstrafe— mit Rücksicht auf die bis⸗ herige Unbescholtenheit der Angeklagten— von zwei Monaten Gefängnis; beantragt waren fünf Monate. * Wetzlar, 20. Nov. Ein großes Un⸗ lück hatte sich heute Nachmittag auf der Schlagen a der Sophienhütte zugetragen. Eine größere Anzahl Arbeiter war im Auftrag des Unternehmers Naumann von hier mit dem Lockern und Verladen des Schlackeusandes beschäftigt. Bei dieser Arbeit stürzte ein Teil der Schlackensandhalde ein und verschüttete vier Arbeiter. Einer derselben, der Arbeiter Grünewald(Wetzlar) wurde zuerst, aber schwer verletzt, aus den Sand⸗ massen hervorgeholt, während die drei übrigen als Leichen geborgen werden konuten. Es sind die:: Würz aus Aßlar, 21 Jahre alt, Wagner aus Niedernbiel, 22 Jahre alt, Pricarius aus Krofdorf, Vater von acht Kindern, von denen der 14jährige älteste Knabe mit bei der Arbeit war. Ob Jemand eine Schuld an dem Unglücksfall hat, steht bis jetzt nicht fest. Sophie.— Am 12. November. Dem Tagelöhner Karl Jokob Mäurer eine Tochter, Bertha.— Am 13. Nov. Dem Kutscher Philipp Blum ein Sohn, Philipp.— 13. Dem Karl Anton Lehr eine Tochter, Lina Wilhelmine Karoline. Am 14. November. Dem Schlosser Nikolaus Weßbecher eine Tochter.— 14. Dem Konditor Hierony⸗ mus Heinrich Hettler eine Tochter, Erna Maria.— Am 19. November. Dem Tagelöhner Gottfried Mankel ein Sohn, Gottfried.— 19. Dem Postschaffner Heinrich Bourcurde eine Tochter, Margarethe Ottilie. Aufgebote. Am 17. November. Viktor Joseph Puecher, Mosaik⸗ arbeiter zu Marburg, mit Elisabethe Helene Maus hier⸗ selbst.— 17. Philipp Glaub, Sergeant dahier, mit Anna Henriette Vogt zu Biedenkopf.— 17. Christian Karl Emil Wilhelm Schopbach, Schreinermeister dahler, mit Martha Sophie Henriette Elisabeth Harnickel hierselbst.— Am 19. November. Ludwig Offenbacher, Polsterer und Tapezier dahier, mit Katharine Wilhelmine Friederike Jakobine Schäfer zu Wetzlar.— Am 20. November. Konrad Spieß, Maurer dahier, mit Karoline Bechthold hierselbst. Sterbefälle. Am 13. November. Katharine Neeb, geb. Winnecker, 46 Jahre alt, Ehefrau von Tagelöhner Johannes Neeb dahier.— 13. Karl Johann Gottlieb Baitz, 62 Jahre alt, Ober⸗Telegraphen⸗Assistent dahier.— 13. Wilhel⸗ mine Hammel, 3½ Jahre, Tochter von Heizer Heinrich Hammel dahier.— Am 15. November. August Voigt, 43 Jahre alt, Kaufmann dahier.— Am 16. November. Johann Karl Martin Wehrum, 57 Jahre alt, Kassendiener dahier.— 16. Emma Wilhelmine Klöß, 8 Monate alt, Tochter von Schlosser Wilhelm Klöß dahier.— 16. Philipp Will, 53 Jahre alt, Bergmann von Langenscheid Kreis Unterlahn.— Am 17. November. Christoph Fischer, 59 Jahre alt, Landwirt von Butzbach. Standesanttliche Nachrichten. Taufen. Am 9. November. Dem Liqueursabrikanten Wilhelm Hanstein eine Tochter.— Am 10. November. Dem Lokomotivheizer Georg Röddiger ein Sohn, Emil Peter Karl.— Am 11. November. Dem Feldwebel Reinhard Fauré ein Sohn, Emil Johann Georg.— 11. Dem Tagelöhner Johannes Fölsing eine Tochter, Elise Katharine r Grosse Auswahl in Pelzwaren, Kanin⸗, Biber⸗, Opossum⸗, Dachs⸗, Nurmel⸗, Skungs⸗ und Eisvogelmuffe, Kragen und Baretts sowie Kindergarnituren empfiehlt zu außergewöhnlich billigen Preisen J. Kaan Ir., Kreuz 10. 1330 Treuenfels hat anläßlich eines Ofsizier⸗ Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 21. November. Einem Wiener Telegramm des„Berl. Tagebl.“ zufolge wird auch im österreichischen Parlament das Duellwesen zur Sprache gebracht werden. Der Abt Duells Interpellation eingebra die Regierung angefragt wird, mit tödlichem Ausgange c worin zu thun gedenke, um in diesem Duellunfuge zu sten u Hd. Paris, 21. November. Infolge eines in der„Patrie, erschienenen und„Milleyg gezeichneten Artikels hat Dr. Paul Goldmann, der Vertreter der„Frankfurter Zeitun 5 m seine Zeugen geschickt. Die beider en Zeugen pereinbarten ein Pistolen duell, heute Vormittag stattfinden soll. Die dingungen lauten: 25 Schritt Distanz und zwei⸗ maliger Kugel wechsel. J Hd. Berlin, 21. November. Das Direk⸗ torium des Zentralverbandes deutscher Industrieller tritt heute zu einer Sitzung zusammen. Hd. Bochum, 21. November. Auf der benachbarten Zeche Karl Fried! rich entstand gestern eine Explosion schlagender Wetter. Sechs Berg leute wurden schwer verletzt in das Krankenhaus Bergmannsheil verbracht, die übrige Belegschaft konnte sich in Sicherheit bringen. Marktpreise. Gießen, den 21. November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 90—1,05, Hühner⸗ eier 1 St. 6—8, Enteneier—, Gänseeier—.—,. 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 50— 65 Pfg., Hühner p. St. 901,20, Hahnen 42— 54, Enten 1,40— 1,60, Gänse per Pfund 4458, Ochsenfleisch 6674, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56—66, Schweinefl., gesalz. 7072, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,00— 4,50, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Verleger: Paul Bader in Marburg, VDerantd. d. 8 Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, belde in eßen eee Geschäfts-Eröffnung. Theile dem geehrten Publikum hierdurch ganz ergebenst mit, dass ich Sonnenstrasse 5 ütte- Tief- Käse- 1 Fesspienengescdat eröffnet habe, und bitte ich das geehrte Publikum, mich in meinem Unternehmen 5 5 8 i 5 5 * gütigst unterstützen zu wollen. Waare reell zu bedienen. Hochachtung svoll 1530 Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine Kunden mit' guter billiger WW. Teitge. eee * E Restaurant und Cafe Oranien- Bräu. 6 Ludwigsstraße 6. Mittagstisch im Abonnemet 63-88 Pfg. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit. Separate Zimmer für Gesellschaften. 2 II. Weine., Biere und Liqueure. 131 8 2 I Markus Blauer? 58 9 Seltersweg 9. S S FJerren- und Knaben- Garderobe.& 25 Grosses Tuch- und Buckskin- Lager 3 21 in deutschen u. englischen Fabrikaten. N SPEEIALIT AR: 2 E Kinder-Anzüge. 25 2 2 Die Freibank b Anerkannt bestes Mittel gegen Schmerzen vollständig weg waren. tana, Malva rotundifolia, Semen billy, Bryonia alba, je 5 Ko. Sicherer Heilerfolg! Droguerieen. J. Schrapenborg, Pr. 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