V. 170 Na ö. N Gießen, Mittwoch, den 22. Juli 1896. ae 2 7 ne der D t 0 dn Fh lene Ent ei 5 e Unter. 5 R N 00 zu 1 1 8 dug I. 9 u de beg 0 eu e, 9 0 mae de ne hüben g 1 8 Lehörde* e dar 0 bag 9 1 9 985 1 9 3 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. 3 D Expedition: sten h—— 8 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. t 5— oh nee 0 P jnꝛi oc[den Radfahrersport seit Wochen gepflogen] 10. Juli v. J. um 8 Uhr Abends den Rothe] den Verbreitung dieses Sports sich auch in unheimlichem dauert hn Lokales und f rovinzielles. wurden, sind nunmehr zum Abschluß gekommen. mit einem blauen Sträußchen im Knopfloch 10 Maße die Zu be feet„Fahrraddie be“ ver⸗ Rethymg 1 Was Möbnasere Ni 9 er uns:] Drei Mitgliedern der Wanderer G. R. G. hat der gratzenbergerschen Wirtschaft gesehen. Der mehrt hat. Wo ein Nad urbeaufsehtiat an Zäunen ichen Chr 15 Bürgermeisterei in ssich der Brauereibesitzer Bichler gegenüber ver⸗ Angeklagte behauptet, er habe damals fest ge⸗ von Biergärten oder Hausfluren steht, da schwingen sie wer m. der B dat 0 115 1 5 Diese pflichtet, am Fuße der Hardt eine 400 Quadrat- glaubt, dieser Vorfall sei am 10. Juli 14 2 5 cc flug in den Sattel und fußren in Flug. davon anten dit Trage 0 119 1 0 as Le bal uusere mieter haltende Fläche mit einer Cementhahn für und er glaube dies beute noch. Wenn andere ace eren der on oer die oe eue Sun iu dne dürgerschaft.— Wir können nicht glauben, was Radfahrer einzurichten. Ferner sollen Tribünen, Zeugen das Gegenteil behaupten und sich nicht. Seer!:! die f gerest, uns von sonst gut informierter Seite versichert Musiktempel ꝛc. gebaut f. 8 5 707„. z, Spitzbuben, bringe sein Fahrrad, wenn man es verläßt, ie dre l„gebaut werden. Der Mittelraum irren, so wäre nur möglich, daß er sich irre., ga J schristachn hird, daß trotz des eingelegten Rekurses gegen] der Strecke soll zu Spielplätzen benutzt werden. Als Zeugen wurden bernommen die Wirt ,,,, tet hal, en Beschluß der Stadtverordneten, krotz der Gi 21. Jult. Die Gießener K 5. hel a n die Wirt die spätere Ermittelung des Diebes zu erleichtern, so befürch,,, ber Bü, e aun e ießen, 21. Juli. Die Gießener Ruder⸗ Kratzenbergerschen Eheleute, die Frau Haus, die scharf wie möglich, alle eigentümlichen Merkmale der be⸗ efürchtet h er Bürgermeisterei und der Sta verordneten⸗[Gesellschaft ist mit den Eintrittspreisenssschon vor den Geschworenen vernommenen Zeugen nutzten Maschine ein. Denn die Fahrraddiebe sind keck um Apptoront hersammlung mitgeteilten Resolution der stark zu der am Sonntag stattfindenden Regatta Feldhaus, Becker und Wachester, sowie Clemens und verwegen und schre ren selbst vor den gefährlichsten umgertrun suchten Versammlung gegen die Verlegung des gegen früher herantergegangen. Von der Er⸗ Rothe. Derselbe behauptet selbst nicht, daß er] Wagnissen nicht zurück; sie werden nicht eher ihr ber⸗ un daun mi Narktes nach dem Südende der Stadt— daß bauung einer Tribüne hak man wie im Vorjahre] um die fragliche Zeit in der Wirtschaft gewesen, werfliches, aber pekuniär einträgliches Handwerk aufgeben kotzdem an der Margarethenhütte im Auftrage ur Stadt Vermessungen vorgenommen werden, se doch zwecklos sein würden, wenn dem Rekurse uttgegeben und es zu einer neuen Verhandlung n Rathause über die schwebende Frage kommen zugreifen. Ji i Tagen ware den 150 Ver Nan itt hier zürde. Es wird uns aus Stadtverordneten⸗ J die pur selsen mitgeteilt, daß mindestens zwei der Ja⸗ den seit Jah, iger bei einer erneuten Abstimmung der Frage Zwei höher, it Nein stimmen würden.— Interesfant und verhaftel. it neues wichtiges Argument, welches gegen die —— elegung in der geplanten Weise spricht, ist die —— löwischen bekannt gewordene Ansicht eines unserer leterinär⸗Mediziner, daß nämlich die Gefahr tel, al gehn ir Verseuchung eines Marktes um so größer te, dr. Obr.„ je mehr man die Ställe, in denen das Vieh n All. Ie er dem Markt untergestellt wird, auf eine brach. Stelle verlegt. Gerade die Dezentralisation der iuspach, geh Jiehställe zu unseren Märkten— so äußerte sich ben Tugläher“ er betreffende Herr— gäbe die Gewähr, daß man en, Gefotben] fit Erfolg der Seuche begegnen könne, wenn Die Leiche wich] gendwo in einem Stall ein seuchen verdächtiges gtück Vieh in einem der jetzt räumlich von ander getrennt liegenden Ställe angetroffen bird.— Diese Ansicht, die sich stützen soll auf faktische Erfahrungen und welche auch wissen⸗ haftlich vertreten wird, soll auch der Bürger— essterei bekannt geworden sein und steht wohl hoffen, daß bei der demnächstigen erneuten Be⸗ utung der ganzen Frage hierauf gebührend hin⸗ Aloiesen werden wird, um dieselbe in anderer Beise zu lösen, als es projektiert gewesen.“ Gießen, 20. Juli. Verhandlungen, die urg, Verantw. Je, Ottmann, beibe l. — abgesehen und soll der ganze Bootsplatz einheit⸗ lich als Festplatz hergerichtet werden. Nur ein ganz kleiner Teil des Platzes wird für Rumme⸗ rierte⸗Sitzplätze in Anspruch genommen. Der Eintrittspreis beträgt, abgesehen von diesen nummerierten Plätzen, im Vorverkauf nur 80 pro Person, wogegen der Zutritt nicht nur zum eigentlichen Rennen, sondern auch zu den Vor— rennen am Vormittag und zu dem Festarrange⸗ ment, welches am Abend am Bootsplatz geplant ist, den Inhabern dieser Karten freisteht. Die festliche Veranstaltung am Abeud ist ganz be⸗ sonders glanzvoll geplant. Eine feenhafte Be⸗ leuchtung des ganzen Platzes wird nicht nur eine Hauptanziehungskraft ausüben, sondern das idyllische Plätzchen an der Lahn wird dadurch noch reizvoller gestaltet werden, daß die ganze Kapelle des 27. Artillerie-Regiments- Mainz unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten Herrn Breul auch während des Abends konzertieren wird. Betreffs des Wetters kann man ganz 9 5 Sorge sein, unsere Ruderer haben zweifels⸗ ohne dieses Mal Glück, es wäre wenigstens schade, wenn das schöne Arrangement zu Wasser würde. * Gießen, 21. Juli. Heute Vormittag hatte sich der Arbeiter Ludwig Pitzer von Gießen wegen fahrlässigen Meineids zu verantworten. Der Angeklagte, welcher 56 Jahre alt ist, wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Ihm wird zur Last gelegt, daß er vor dem Geschwo⸗ renengericht in der Sache gegen den Kaufmann Clemens Rothe beschworen habe, er habe am und erklärt unter Eid, daß er das ihm von Frau Haus an dem Tage geschenkte Sträußchen in deren Wohnung habe liegen lassen. Der Ver⸗ treter der Staatsbehörde, Assessor Brühl, plai⸗ diert für schuldig des fahrlässigen Falscheides und beantragt gegen den Angeklagten 10 Monat Gefängnis zu erkenneu. Die Strafkammer sprach den Angeklagten jedoch kostenlos frei. Es stehe zwar fest, daß der Angeklagte objektiv falsch geschworen, aber derselbe habe ge⸗ glaubt, das, was er damals unter Eid bekundet, sei wahr; wenn er beschworen nach bestem Wissen die reine Wahrheit zu sagen, so habe er sagen müssen, was nach seiner Meinung das Richtige war und mußte das, was er glaubte zu wissen, angeben. Es sei in der heutigen Verhandlung kein Beweis erbracht, daß der Angeklagte den Glauben nicht gehabt habe, daß dem so sei, was er beschworen, daher sei der Angeklagte freizu⸗ sprechen und aus der Haft zu entlassen. Gießen, 21. Juli. Der edle Radfahrsport nimmt mehr und mehr an Ausdehnung zu, und das Fahrrad ist im öffentlichen Verkehrswesen ein Faktor geworden, mit dem man rechnen muß. Täglich wächst die Zahl seiner An⸗ hänger, wenn es auch täglich, Dank dem blinden Ueber⸗ eifer radelnder Dillettanten, zu unangenehmen Straßen⸗ szenen kommt. Radfahrer, denen es ernst um die Sache ist, werden mit Unwillen von solchen mißlichen Vor⸗ gängen Kenntnis nehmen und energisch darauf hinzu⸗ wirken suchen, daß mit der Zeit alle waghalsigen Stümper, die ohne gründliche Uebung im Fahren frisch drauf los radeln, endgiltig von der Bildfläche verschwinden. Auch der Strafrichter hat sich bereits vielfach mit dem edlen Radfahrsport zu beschäftigen gehabt, da mit der wachsen⸗ — bis die Fahrräder so billig geworden sind, daß es sich nicht mehr der Mühe lohnt, sie zu stehlen— ein märchen⸗ hafter Zustand, dessen Verwirklichung leider noch in weite Ferne gerückt scheint. Aussichtsvoller als dieser herrliche Zukunftstraum ist die Hoffnung, daß unsere Damenwelt immer regeren Eifer der Pflege des Radfahrsports widme. Schon jetzt kann man mit aufrichtiger Freude wahrnehmen, wie einzelne Vertreterinnen des schönen Geschlechts ohne Scheu vor der zimperlichen Kritik prüder Philisterseelen, hoch zu Stahlroß die Straßen durchfliegen, was sich gar nicht prosaisch, sondern im Gegenteil sehr poetisch ausnimmt und viel dazu beiträgt, den Radfahrsport po⸗ pulär und beliebt zu machen. Denn unbedingt gewährt eine radelnde Dame einen anmutigeren, reizenderen An⸗ blick als ein radelnder Herr, den sie an Chic und Ele⸗ ganz der Erscheinung, an Ruhe und Sicherheit im Fahren in der Regel bedeutend übertrifft. Wir hoffen, daß die Schar der Radfahrerinnen, die vorläufig leider noch eine kleine ist, erheblich zunehmen wird, sobald erst, die schwierige— Toilettenfrage eine glückliche Lösung ge⸗ funden hat. Wenn erst das ideale Kostüm für weibliche Radler erfunden worden, das gleichzeitig praktischen und modernen Ansprüchen genügt, dann wird unsere Damen⸗ welt hoffentlich definitiv ihre Zurückhaltung aufgeben und nicht länger seufzend dem edlen Radfahrsport fern bleiben! * Bad Nauheim, 20. Juli. Nach der Kurliste sind in der letzten Woche 965 Fremde (1895: 879) angemeldet worden. Die Gesamt⸗ frequenz bis zum 16. Juli 1896 ist 9589; der Vorsprung gegen das Vorjahr berechnet sich an Personen auf etwa 1000, an verabfolgten Bädern auf 11555. * Mainz, 20. Juli. Das 11. Pionier⸗ Bataillon veranstaltete vorgestern Nachmittag eine Ruderregatta, die sich über eine Strecke chufs Schaffung einer Rennbahn für — ——— ——̃̃— 2—— Digitalis purpurea. Eine Erzählung nach dem Leben von A. Oskar Klaußmann. (Schluß.) Der Postenführer musterte Brettschneider einen Augenblick, kam dann auf ihn zu und reichte ihm e Hand. „Hab die Ehr'“, sagte er,„Sie sind doch der err Professor aus Breslau, der in Ernstdorf zohnt. Habe schon einmal das Vergnügen gehabt, nit Ihnen dort zusammen zu sein. Es war vor ungefähr vierzehn Tagen. Mein Name ist Bundari.“ v5 Ah, Herr Postenführer, jetzt erlenne ich Sie. t mir außerordentlich angenehm, Sie wieder zu chen. Wollen Sie nicht die Güte haben, bei mir Alatz zu nehmen.“ „Küß' die Hand, Ehre nich, Herr Professor.“. In wenigen Minuten war Brettschneider mit außerordentliche für d t J öfen Sie, Herr Professor, der Mann hat Sie cn, angelogen. Wer lügt, der macht auch L ftämmere Sachen. In ein paar Täg“ kann ich 5„ Anen vielleicht schon sagen, was das für ein Kadett 4 4 111 en eben so liebenswürdigen wie für seine beschei⸗ Miele ehen Beamtenverhältnisse recht gebildeten Manne grub rie„ einem interessanten Gespräch. Die Gendarmen 1 5 1 baren auf einer Streife und hielten in der Schenke augen u Ittagsrast. gegen Auch Brettschneider erzählte von seinem kleinen lisfluge, und es war eigentlich ganz selbstver⸗ amel. ändlich, daß er auch seiner Begegnung mit Brink⸗ ur Blech zenn⸗Kecskemet Erwähnung that und dem Posten⸗ 1 8 1 ö rer erzählte, auf welch sonderbare Weise er mit h busen pu m Manne schon im Leben zusammengekommen a K. i. Der Postenführer hörte aufmerksam zu, dann 1 77 echte er sich einige Notizen in seiner Brieftasche ute) n sagte: 1 0 6. 1 8 Mann müssen wir uns schon einmal ben er anschguen.“. 8 insel 100„Ich will den Mann nicht weiter verdächtigen, sc un cer Poftenführer!“ a. 1% 0„Bitte, das hat keinen Anstand, ich will mir lat li u diesen einsamen Kurgast in Ladua anschauen 1— az von Weitem, ohne daß er etwas merkt. 5 1 Ist er ein harmloser Kerl, nun, um so besser trase“ f ibn. Hab die Ehr, küß die Hand, Herr N bellen, wir müssen schauen, daß wir weiter bormen.“ jonen 11 Die Gendarmen brachen auf und auch Brett⸗ scneider machte sich auf den Weg nach der Station, an der er noch eine mehrstündige Eisenbahnfahrt bis nach Ernstdorf zurückzulegen hatte.——— Es waren ungefähr vierzehn Tage vergangen. Brettschneider hatte seine Sachen schon gepackt, um nach Breslvu zurückzukehren, da die Universitäts⸗ ferien zu Ende gingen. Dort erhielt er unmittelbar vor der Abfahrt einen Brief des Bezirksgerichtes in Teschen, in welchem er aufgefordert wurde, in einer Kriminalangelegenheit nach Teschen zu kommen. Unkosten würden ihm selbstverständlich vergütigt werden.. Er beschloß, dieser Aufforderung Folge zu leisten, obgleich er sich nicht erklären konnte, um was es sich handle. Die Angelegenheit Brinkmann-Keeskemet hatte er schon vollständig vergessen, zumal er den Mann gar nicht wieder gesehen hatte. Er fuhr mit dem nächsten Morgenzuge nach Teschen und meldete sich hier im Bezirksgericht. Er wurde vor den„staatsanwaltlichen Funktionär“ geführt, einen Herrn, der trotz seiner Uniform ein sehr liebenswürdiger, jovialer Mann war. „Freut mich sehr, Sie kennen zu lernen, Herr Privatdozent! Wirklich eine außerordentliche Ehre! Ihr Herkommen ist im letzten Augenblicke gegen— standslos geworden, denn der Mann hat ein um⸗ fassendes Geständnis abgelegt, allerdings erst heut früh. Nun Sie aber einmal da sind, kann ich Ihnen doch gratulieren, von ganzem Herzen gratu— lieren!“ „Ich danke bestens!“ entgegnete Brettschneider, trotzdem er nicht wußte, wozu ihm der staatsan⸗ waltliche Beamte gratulierte. „Es freut mich sehr, Herr Privatdozent, daß Sie gerade unseren Bundari auf die Sache auf⸗ merksam gemacht haben. Der Mann ist ein unbe— zahlbarer Exekutivbeamter. Ein Anderer wäre garnicht zu solchem Resultat gekommen. Die Hauptsache aber war doch, daß Sie ihn aufmerksam machten, und bei der Verteilung der Gelder wird auch genügend darauf Rücksicht genommen werden. Ich kann es Ihnen jetzt schon verraten, daß auf Ihren Anteil über achttausend Gulden kommen. Sie können das Geld schon in einigen Tagen in Empfang nehmen. Ich freue mich, daß Sie das Glück gehabt haben. Sie machen gewiß mit dem Gelde eine große Studienreise, und so hat halt die Wissenschaft wieder einen Vorteil davon. Nochmals meinen besten Glückwunsch!“ Brettschneider wurde ganz verwirrt. Er sollte achttausend Gulden bekommen? Soviel Geld hatte er sich ja noch nie auf einem Haufen denken können, und wofür sollte er denn die riesige Summe erhalten? Er machte wohl ein sehr erstauntes Gesicht, der Beamte lächelte und sagte, nachdem er geklingelt hatte. „Sie kösinen sich den Mann gleich ansehen. Sie haben ja auch schon in Breslau mit ihm zu thun gehabt.“ Wenige Minuten später brachten zwei Gendarmen den Brinkmann-Kecskemet in das Zimmer geführt. „Kenuen Sie diesen Herrn? Erinnern Sie sich, diesen Herrn da schon einmal gesehen zu haben?“ „Nein!“ entgegnete der Arrestant. Der Staatsanwalt erzählte in raschen Worten den Vorfall im botanischen Garten zu Breslau, und der Verhaftete sagte mit mattem Lächeln: „Ach Sie sind es, Herr Doktor! Nun erkenne ich Sie.“ Brinkmann-Kecskemet Brettschneider erklärte: „Nun, Herr Staatsanwalt, bitte ich Sie um gütige Aufklärung über die ganze Angelegenheit, denn ich verstehe vorläufig kein Wort davon.“ Der Staatanwalt nahm ein Aktenstück zur Hand, blätterte in demselben und sagte dann: „Hier ist die erste Anzeige des Postenführers Bundari, in welcher er mitteilt, daß Sie ihn auf einen verdächtigen Mann in Ladna aufmerksam ge— macht haben. Hier ist einige Tage später eine zweite Meldung desselben Beamten, in welcher er mitteilt, er glaube einem Verbrecher auf der Spur zu sein. Der Verdächtige sammle Giftkräuter und gebe Thee davon der weiblichen Person zu trinken; es sehe aus, als beabsichtige der Verdächtige eine langsame Vergiftung der Frauensperson, die ihm vielleicht irgendwie im Wege sei. Gleichzeitig bat Bundari mit dem letzten Bericht um die Zusendung einiger alter Nummern von Späheblättern, durch welche Verbrecher steckbrieflich verfolgt werden, weil ihm die kranke Schwester des Verdächtigen selbst sehr verdächtig vorkam. Mit dieser Sache hat Bundari nun einen großartigen Griff gemacht. Vor länger als zwei Jahren ist auf ihrem einsamen un⸗ garischen Schlosse die reiche Gräfin Miskolos ver— storben. Bald nach ihrem Tode entdeckte man, daß nicht weniger als neunmalhunderttausend Gulden in Staatspapieren fehlten, die zugleich mit der Kammerjungfer der Gräfin verschwunden waren. Man nahm an, die Kammerfungfer sei nicht die Diebin, sondern sei zu dem Diebstahl von einem entfernten Verwandten der Gräfin, einem ver⸗ kommenen Subjekte angestiftet worden. Da das wurde abgeführt, und Mädchen spurlos verschwunden war, nahm man an, daß dieser entfernte Verwandte sie mit Gewalt bei Seite geschafft habe, zumal auch er nicht zu ent⸗ decken war. Es wurde von den Erben der Gräfin die Summe von zwanzigtausend Gulden auf die Wiederbeschaffung des verschwundenen Geldes aus⸗ gesetzt; aber alle Nachforschungen waren vergeblich. Da brachten Sie Bundari auf die Spur. Der angebliche Brinkmann mit seiner angeblichen Schwester ist der entfernte Verwandte der verssorbenen Gräfin und deren Kammerjungfer. Die Beiden haben sich gut verborgen gehalten, und der angebliche Brink— mann hat dem Mädchen nach dem Leben getrachtet, nicht nur um die Mitwisserin los zu werden, sondern um auch in den Alleinbesitz des gestohlenen Geldes zu gelangen, welches versiegelt unter falschem Namen bei einem Wiener Banquier deponiert war. Die Kammerjungfer war brustleidend und wird wohl an der Schwindsucht sterben. Angeblich um ihr zu helfen, in Wirklichkeit aber um ihren Tod zu beschleunigen, hat ihr der Verbrecher wochen⸗ lang schwache Abkochungen der Blüten und der Blätter von digitalis purpurea beigebracht. Das Mädchen hat dieses angebliche„Hausmittel“ willig genommen, da es sich wegen etwaiger Entdeckung fürchtete, einen Arzt zu konsultieren. Als das Frauenzimmer erfuhr, daß ihr Mitschuldiger sie vergiften wollte, hat sie aus Rache ein vollständiges Geständnis abgelegt und auch verraten, wo sich die deponierten Wertpapiere befinden. Der angebliche Brinkmann hat bis heut' ge⸗ leugnet, aber sich jetzt doch zu einem Geständnis entschlossen. Das ist der Zusammenhang. Die Prämie für die Wiederbeschaffung des Geldes kommt nun zur Verteilung, und wie ich Ihnen bereits mitteilte, kommen auf Ihren Anteil gegen achttausend Gulden, der Rest wird unter die Gendarmen verteilt.“— Ein halbes Jahr später saß Brinkmann-Kecskemet zu fünfzehn Jahren schweren Kerkers verurteilt in Haft, während seine angebliche Schwester, die schon während der Uuntersuchung an Schwindsucht ver⸗ storben war, im Grabe ruhte. Der Privatdozent Brettschneider aber befand sich auf einer Studienreise nach Südamerika, wohin zu gehen er sich schon zeitlebens gewünscht hatte. Der Prämienanteil für die Beschaffung der ver⸗ schwundenen 900 Tausend Gulden hatte ihm diese Reife ermöglicht. f Wenn er zurückkommt, wird er wohl ordent— licher Professor werden. Kenntnis von trifft auch heuer zu. von etwa 1200 Metern von der Straßenbrücke nach dem Uebungsplatz der Pioniere hinzog. Es wurden acht Rennen mit je vier Pontons zu je vier Mann und einem Steuermann abgehalten. Sodann fand noch ein Preisstarten für acht Pontous statt und ferner ein interessantes„Preis— wriggeln“, bei dem ein Pionier das Ponton mit einem Ruder fortbewegt, das er an dem Hinter— teil des Bootes wie eine Schraube dreht. * Mainz, 20. Juli. In Sachen des Reichs- tagsabgeordneten Jöst fand gestern eine sozial⸗ demokratische Parteiversammlung statt, in welcher nach langer Diskussion eine Resolution fol⸗ genden Inhalts angenommen wurde:„Die heutige bersepnung billigt die durch den Vor⸗ stand im Einverständuis mit Herrn Jöst ge⸗ Sie nimmt mit Bedauern 1 der Mandatsniederlegung des Herrn Jböst und spricht demselben als einem langjährigen Vorkämpfer ihren Dauk aus. Die 0 thanen Schritte. 1 Versammlung hofft, daß er auch in Zukunft der Partei seine agitatorische Kraft nicht entziehen werde.“ 5 * Mainz, 20. Juli. Die vielbesprochene Angelegenheit der Kopie des Sch reyerschen Gemäldes:„Die Araber in der Wüste“ hat jetzt insoweit ihren Abschluß gefunden, als Herr Fischer seine Stelle als Direktor der Ge⸗ mäldegallerie niedergelegt hat und aus der Mu⸗ seumsdeputation ausgetreten ist. Er hat außer der Kopie des obengenannten Bildes auch zwei weitere mit Signatur versehene Kopien, Thier⸗ stücke von Gebler, der Bürgermeisterei zur Ver⸗ fügung gestellt. Auch hat Herr Fischer, welcher der deutsch⸗freisinnigen Partei angehört, sein Stadtverordnetenmandat niedergelegt. 4* Aus Rheinhessen, 20. Juli. Ein land⸗ läufiges Sprüchwort sagt:„Gibts viel Wein, so gibt's auch Nüsse. Diese Folgerung Die Nußbäume sind durchschnittlich gut behangen und sichern einen befriedigenden Ertrag. Leider verschwindet der Nußbaum in unserer Gegend immer mehr und mehr, da sein Holz zur Fabrikation von Ge⸗ wehrschäften und Möbeln ein gesuchter Artikel ist, für den hohe Preise bezahlt werden. Die allmähliche Ausrottung dieser nützlichen und wohlschmeckenden Fruchtsorte ist unseres Er⸗ achtens aber ein großer wirtschaftlicher Fehler. Erfahrungsgemäß werden alljährlich für Nüsse gute Preise bezahlt, dabei ist der Nußbaum so einträglich, wie kaum irgend ein anderer Obst⸗ baum, und wenig durch Witterungsverhältnisse beeinflußt. Darum sollen die landwirtschaft⸗ lichen Vereine in erster Linie für die Aufzucht junger Nußbäume energisch wirken. im Löwenkäfig Vermischtes. * Wetzlar, 21. Juli. Ein bei einem Neu⸗ bau beschäftigter Maurer Namens Claas aus Dollar stürzte gestern Morgen aus einer be— deutenden Höhe herunter und brach mehrere Rippen. * Wetzlar, 21. Juli. Gestern Abend wurde der 19jährige Knecht Friedrich Jung von Herrmannstein durch einen Messerstich in die linke Seite derart verletzt, daß innere Teile hervor— traten. Der Thäter, Karl Kauk von Wetzlar, wurde heute morgen durch den hiesigen Polizei— Kauk ist geständig und gibt an, daß er zu dieser That gereizt worden sei. Aus Essegg Seit einiger Zeit hält sergeanten verhaftet. — Panik in einer Menagerie. Sird vom 14. d. M. gemeldet: sich hier die Menagerie Kopetzly auf, in welcher sich Frl. Kopetzty mit mehreren Panuthern und einer mächtigen Löwin produziert. Für Sonntag und Montag wurde eine„Klabriaspartie im Löwenkäfig“ angekündigt, und thatsächlich fanden sich die Schriftsetzer der„Slavonischen Presse“, Franz Opatril und Rudolph Tracikiewicz, die, umgeben von diesen unheimlichen„Kibitzen“, ein Spielchen wagten. Die Löwenbändigerin Fräulein Kobetzky ging zuerst in den Käfig, die Genannten folgten ihr auf dem Fuße, und das Spiel begann. Eben hatte patril seinem Partner ein zaghaftes Kontra gegeben, als die Löwin, die bisher scheelen Blickes die Eindringlinge betrachtet hatte, mit einem Satze über Fräulein Kobetzky hinweg und auf Tracikiewicz sprang. Dieser hatte den Kopf rasch abgewendet, sodaß die Löwin den Trabikiewicz vermeinten Schlag mit der mächtigen Pranke— dem Tisch versetzte und dann auf die Füße des noch immer sitzenden Tracikiewicz herabglitt und ihm mit der Tatze einen Fuß verletzte. In den Reihen des Publikums ent⸗ stand nun eine ungeheuere Panik, ein ohrenbetäubendes Kreischen und Schreien, und während Alles dem Ausgange zustürzte, hatte die Tierbändigerin die erboste Löwin von den zu Tode erschrockenen Klabriasspielern weggejagt, wo⸗ rauf diese den Käfig verließen. Kaum zehn Minuten später betrat Tracikiewicz in Begleitung des Fräuleins Kobetzty abermals den Käfig, wurde aber diesmal von der Löwin vollständig ignoriert. Als das Publikum, welches massenhaft in den Glacisanlagen promenierte, die kreischende Menge aus der Menagerie flüchten sah, nahm auch dieses, in der Meinung, eine Bestie sei entsprungen, Reißaus, und in wilder Hast ging es nun der nahen Oberstadt zu. Glücklicherweise gab es außer einigen Hautabschürfungen bei der Panik keinen ernsteren Unfall. — Die Ermordung des Grafen Sztaray. Das bereits gemeldete tragische Ende des ungarischen Ab— geordneten Grafen Stephan Sztaray erregt, wie wir vor— hersahen, allgemeine Sensation. In der Angelegenheit wurden bereits 20 Verhaftungen vorgenommen. Drei Personen sind besonders schwer verdächtig. Der Graf soll am Abend vor dem Mord eine Dame empfangen haben. Ueber die Einzelheiten der verbrecherischen That ist bisher wenig Authenthisches bekannt geworden, und ebenso gehen die Zeitungsmeldungen bezüglich des Schauplatzes des Mordes auseinander. Es ist wahrscheinlich, daß Graf Sztaray auf seinem Schlosse zu Sztara ermordet wurde. Der Graf hatte tagsüber auf seiner benachbarten Be⸗ sitzung zur Jagd verweilt und sich früh zur Ruhe be⸗ geben. Während des Lesens eines Buches scheint er ein⸗ geschlafen zu sein, da man das Buch neben dem Bette fand. Graf Sztaray war bis vor Kurzem noch in be⸗ scheidenen Vermögensverhältnissen und hatte in Budapest eine kleine Junggesellenwohnung inne. Durch den Tod seines Onkels, des Grafen Anton Sztaray, war er in den Besitz der beiden Güter Sztara und Nagi-Mihaly gelangt. Der Vater des Ermordeten hatte mit Bauern langwierige Prozesse geführt, bei welchen die Bauern einen Teil ihrer Forderungen zugesprochen erhielten. Der Ermordete wollte jedoch von einer Anerkennung dieser Forderungen nichts wissen. Es wurde auch schon vor zwei Jahren ein Attentat gegen den Grafen verübt, indem eine Dynamit⸗ patrone in sein Schlafzimmer geworfen wurde, die jedoch nur an den Möbeln Schaden anrichtete. Im selben Zimmer nun fand Graf Sztaray jetzt seinen Tod durch die Revolverkugel. Graf Stephan Sztaray war seit dem 5. Januar vermählt. — Rache am Rindvieh! Das Publikum der südfranzösischen Stadt Perpignan weiß sich recht verständig zu benehmen. Es läßt sich die tier- und menschenschin⸗ derische Lustbarkeit der Stiergefechte nicht nehmen, wenn aber einmal, wie es neulich vorkam, einer der gemarterten Stiere seinem Quäler die Hörner kräftig durch den Leib rennt, so fordert das brave Volk von Perpignan entrüstet, daß man am Rindvieh, das so unvernünftig war, einen Menschen zu töten, blutige Rache nehme. So geschah es am 14. d. M., als die Menge vom Begräbnis des ge⸗ töteten Toreador Tito in die Stierkampfarena kam. Man forderte Rache an den Stieren! Die Behörden wollten die Tötung der Tiere nicht gestatten. Da begann ein Aufruhr, der großen Umfang annahm. Als die Arena halb verwüstet war, Stühle und Bänke zerschmettert um⸗ Bäckerpferd Freiheitsgedaunken und rannte mit dem Brodwagen davon, richtete jedoch keinerlei 60. Infanterie-Regiments, die unter Lei⸗ tung ihres Dirigen en J. P. Ehmig am Don⸗ herlagen, die Schutzbarren weggerissen waren, erlaubten die Aufsichtsbeamten endlich die Tötung der Stiere, von denen unter ungeheurem Jubel der Zuschauer alsbald vier niedergemacht wurden. — Der Sohn Emil Palleskes. Franz Emil Palleske, der Sohn des bekannten Litterarhistorikers und Schiller⸗Biographen Emil Palleske, wurde vor wenigen Tagen in Wien dem Strafrichter als Häftling vorgeführt! Die auf Uebertretung des Vagabundengesetzes lautende Anklage legte ihm zur Last, daß er arbeitsscheu sei und in den Straßeu des dritten Bezirkes gebettelt habe. Der Angeklagte war des Thatsächlichen geständig. Er habe sich nach Absolvierung des Gymnasiums dem Kaufmanns⸗ stande gewidmet, habe dann geheiratet, war jedoch ge— zwungen, sich von seiuer Gattin, mit der er in unglück⸗ licher Ehe lebte, scheiden zu lassen. Sein häusliches Miß⸗ geschick habe ihn veranlaßt, seiner deutschen Heimat den Rücken zu kehren. Im Januar dieses Jahres langte er mit seiner geringen Habe in Wien an, um sich hier eine neue Heimat zu gründen. Trotz aller Bemühungen habe er aber keine Anstellung und auch keinen anderen Erwerb finden können, und deshalb sei er so tief, bis zum Straßenbettler, gesunken. Der Richter verurteilte den Angeklagten zu 14 Tagen Arrest. Letzte Nachrichten. * Gießen, 21. Juli. Zwischen einem Schlos— ser- und Bäckergesellen fand gestern Abend in der Neustadt eine Schlägerei statt. Der Bäcker er⸗ hielt einen Messerstich in den Kopf und der Gegner einen Hieb mit einem Sillscheit, sodaß beide Kämpfer verwundet den Kampfplatz verließen. Anzeige wegen Körperverletzu ig wurde erhoben. * Gießen, 21. Juli. In der Nordaulage ging gestern Morgen ein Pferd mit Wagen durch und wurden hierbei mehrere Bäumchen beschädigt. Auch in der Göthestraße bekam ein Schaden an, da es bald wieder angehalten wurde. * Gießen, 21. Juli. Der Kapelle des nerstag Abend hier ein Konzert in Steins Garten geben wird, geht ein vorzüglicher Ruf voraus. Mit Ehren geradezu überhäuft wurde die militärische Künstlerschaar in Altona. Im dortigen„Tageblatt“ schreibt Professor Dr. G. Weiß über die Weißenburger:„Wohl noch nie und nirgends sind einem Militär— Musikmeister der deutschen Armee so überschwäng— liche Huldigungen dargebracht worden, als dies am Mittwoch hier geschah; denn nicht nur ein prachtvoller Blumenkorb, sondern 7 Lorbeerkränze von der Größe eines Wagenrades wurden ihm überreicht, sowie auch kostbare Geschenke ehrten den beliebten Weißenburger Dirigenten, welcher es auch vortrefflich verstand, der auf ihre schöne Vaterstadt so stolzen Hamburger volle Sympathie zu gewinnen. Wieder und immer wieder mußte er eine Ertranummer geben, und das Beifall— klatschen und Hurrarufen wollte nicht enden. Wir rufen der scheidenden Kapelle, deren Mit— glieder gleichfalls überall gern gesehen wurden, ein herzliches„Lebewohl!“ zu und richten an ihren Führer den Wunsch: Auf Wiedersehen!“ Neueste Telegramme. Hd. Luxemburg, 20. Juli. Bei dem Zusammentritt der Kammer wird die Regierung über die militärischen Vorbereitungen Deutschlands in Malmedy, Wilwerdingen und Ulflingen tralität Luxemburgs. Hd. Paris, 21. Juli. Der Liberte zufolge bezweckt die Rundreise Lihung Tschangs durch Europa nicht die Bestellung von Kriegs⸗ Materialien, sondern die Aufnahme einer be⸗ deutenden chinesischen Anleihe. Hd. Venedig, 21. Juli. Wie die Gazzetta di Venezig meldet, sind die Pläne für die voll⸗ ständige Befestigung Siziliens al jede feindliche Juvasion bereits fertig gestellt, die selben sind in großartigem Stile gehalten und sollen binnen drei Jahren ausgeführt sein. Die Bauten kosten 60 Millionen Lire. Hd. Brüssel, 20. Juli. Am Sonntag finden in Belgien die Wahlen zu den Pro- vinzialräten statt. In der Hauptstadt kan⸗ didieren die Liberalen und die Sozialisten. Da die Klerikalen die liberale Liste unterstützen werden als Entschädigung für die Unterstützung, welche sie von den Liberalen bei den Kammer- wahlen genossen haben, so dürften die Liberalen mit großer Mehrheit als Sieger hervorgehen. Hd. Athen, 21. Juli. In den Ort⸗ schaften in der Nähe von Kandia wur⸗ den viele Christen massacrirt. Es herrscht daher in Kandia furchtbare Auf⸗ regung. Die Christen schlossen ihre Läden und wendeten sich hilfesuchend an die Consule. Letztere telegraphierten nach Kanea und baten um schleunige Ent⸗ sendung von Kriegsschiffen. Weitere Meldungen besagen, daß bereits in Kan⸗ dia selbst Massacres stattgefunden haben, bei denen viele Christen getödtet und verwundet wurden. Gießen, den 21. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter p. Pfd. 80- 100, Hühner⸗ eier 2 St. 1113, Enteneier 6, Gänseeier———, Käse 5— 10, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 60— 90 Pfg., Hühner p. St. 90— 1,20, Hahnen 60—90, Euten 1,60,— 2 Mk., Gänse per Pfund 00 00, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 50—66, Schweinefl., gesalz. 70— 72 Kalbfleisch 50—, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln per 100 Kilo 4,50—8,00, Zwiebeln per Zentner 6,00—, Mk., Milch per Liter 16 Pfg., Kirschen per Pfd. 15—25 Pfg. e Sterbefälle. Am 19. Juli. Juliane Reuter, geb. Müller, 51 Jahre alt, Ehefrau von Landwirt Philipp Reuter aus Ostheim bei Butzbach. Gestorben in der alten Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. 19. Juli. Marie Auguste Köhler, 3 Jahre alt, Tochter von Briefträger Joh. August Köhler dahier, Bahnhofstraße Nr. 63. Die Beerdigung findet heute Nachmittag ½5 Uhr vom Sterbehause aus statt. Am 20. Juli. Emmy Margarethe Minna Karoline Strack, 5 Monate alt, Tochter von Georg Strack dahier, Steinstraße Nr. 43. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. d. M., nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 20. Juli. Johannes Philipp Eiser, 50 Jahre alt, Nachtwächter von Unter-Widders⸗ heim. Gestorben in der neuen Klinik. Am 20. Juli. Adam Schweizer III., 54 J. alt, Handarbeiter von Obermörlen(Kreis Fried⸗ berg). Gestorben in der alten Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. Am Am Bekanntmachung. Wegen Vornahme der durch den Umbau des Bahnhofs nötigen Verbreiterungsarbeiten an dem von der Größerschen bis zur Riemerschen Besitzung fübrenden s. g. Mittelweg ist letzterer vom 25. d. Mts. ab auf 3 Wochen für Fuhrwerke gesperrt. Wir bringen dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der hier in Betracht kommenden Grundbesitzer, daß während dieser Zeit als Zufahrt zu den betreffenden Grundstücken der südlich des Riemerschen Hauses neu angelegte Verbindungsweg von der Frankfurterstraße aus zu benutzen ist. Gießen, den 20. Juli 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen Garnison: Weißenburg i. Els. sowie der Viston-Virtuosin Fräulein S. Branden. Donnerstag. den 23. Juli 1896. von abends s Uhr an,. Großes Ertra-Konzert obiger Kapelle. Steins Garten, Gießen. 7 A Concert- Tournee der Kapelle des Inf.⸗Rgts. Markgraf Karl(7. Brandenburg.) Nr. 60 Direktion: J. P. Elamig, Königl. Musikdirigent. interpelliert werden. Die öffentliche 55 A Gießen. Meinung sieht in diesen militärischen Maßregeln eine Gefahr für die Neu⸗ f Reda rene Hit lat bie zwe 1 genwärtge N 2 e 1 gur Beran 10 der feat er ga en aus de enn ie wiederholt ler die loten u. 15 Je Negierungsbe denen einttaten, Ahe bei ihren u lber die Jusan achse bete in kumner, auch e i bihtend die. che Hull du at enpiahl die 1 ce der stärker e Gerchten und l Schmidt betonte do nicht e echeftagen zune Jäger erllötte es a0 e ohne Julasu Manner lehnte sch ang der Kam 0 agaigtshof ab, e Iabot der Teilna 1 Tanzbelustigun asbesuch. Die Ko e gen d Stimmen ilpurs. —— Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Georg offeriert 50 Mark an, Unren von goldene 28 Mark an, Mark an [Unren Remo silberne Damen- Remontolr- bir-Uhren von 15 Mark an, Niekel- Koch, 7 Uhrmacher, 94 Neue Bäue 5(Kühlen Grund) goldene Herren- Remontoir- Uhren von Damen-Remontolr- silberne Herren- Remonmtoir- Uhren nit Goldrand von 16 it Goldrand von 18 Mark an, Stahl- Gnauth. Bekanntmachung. Das Wasser im Stadtbach wird wegen Reinigung desselben von Donnerstag, den 23. d. Mis. ab während drei Wochen abgestellt. Während dieser Zeit findet der Zufluß des Wassers nur vom Samstag Abend bis zum Sonntag Abend statt. Gießen, den 20. Juli 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Stierfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 45 Pfg. Bildhauer, Spezialist in Blumenarbeiten, sucht bis 1. Oktober 1896 in einem Grabsteingeschäft dauernde Stellung. Offerten unt. Nr. 392 an die Exped. d Ztg. erbeten. Ein Pferd, im Zug und Acker⸗ bau tüchtig, zu verkaufen. 85 Wetzsteingasse 7. Junge Leute, die gesonnen sind, sich Abends an Kursus im Schnell-Schönschreiben& zu beteiligen, wollen sich melden unter. G. 82 postlagernd Gießen. 851 Jede noch so schlechte Schrift wird in wenigen Stunden tadellos. 1 einem Eintrittspreis: im Vorverkauf bei Herrn Erust Challier 50 Pfg., an der Kasse 75 Pfg.— Programme an der Kasse. Die Kapelle batte die hohe Ehre, bei Gelegen eit der Einweihungsfeier des Kaiser⸗ Friedrich⸗Denkmals in Wörth, bei Sr. Majestät dem Kaiser auf Schloß Dürkheim die Tafel⸗ musik ausführen zu dürfen, und sprach Se Majestät hierbei dem Musikdirigenten Ehmig seine Allerhöchste Anerkennung für die vorzüglichen Leistungen aus.— Im Konzerthaus(Gebr. Ludwig) in Hamburg war die Kapelle seit 1887 sechs Mal engagiert. 895 Sachgemisse Untersuchu S und Herstellung von Blitzableitern, Einrichtung von Telephonen und Telegraphen übernimmt billigst 897 Max Weissbäcker, Elektrotechniker, Giessen, Seltersweg 31. eee Stamm, Gieße 1 fertiger Herren- und e ber Tuch, Bukskin und Manufakturwaaren. e 72 S Se eee Gasthaus„Zum deutschen of““. Vereinszimmer n dangeben, Mittagstisch im Abonnement. so 888 R Weeker, 1 Regulateure mit Schlagwerk 2 von 12 Mark an. ontoir-Uhren von 10 Mark an, ich 2 Jahre reelle Garantie. Reparaturen werden nur auf das beste und 5— billigste unter Garantie ausgeführt. Senn S T iebelkuchen g 2 Dienstag, Donnerstag und Berren⸗, Damen⸗ und Samstag. Ni 8 Sti 1 Fritz Schreiner. en efe Lindenplatz 4. 877 werden stets zu den höchsten Preisen angesfe vom dee Per 1. August oder später 2 möblierte Zimmer für einzelne Personen zu vermieten. Schuhmacher Groh, Gr. Mühlgasse 6. 882 Kreuzplatz 4. 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