Gießen, Dienstag, den 21. Juli 1896. Ausgabe Gießen. ssche Landeszeikung, Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 77 — Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Fspaltige Petitzeile. Tage nach Sonn- und Feiertagen. 0 2 edition: Kreuzplatz Nr. 4. 10— % Lokales und Provinzielles. * Gießen, 20. Juli. Dem Ortseinnehmer Philipp Jacob Zimmer 2. zu Lich ist in An⸗ erkennung seiner treu geleisteten Dienste das All— jemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„Für eue Dienste“ verliehen worden. * Gießen, 20. Juli. Reine Luft im Schlafzimmer! Alle Hygieniker arbeiten un⸗ susgesetzt daran, den Lebenden die Gefährlich⸗ eit des Einatmens verdorbener Luft nahe zu gen und ihr Bemühen ist ja auch teilweise von brfolg begleitet. Gegen eine Erkenntnis sträuben sch aber noch so Viele, daß nämlich auch des Fachts der frischen Luft in das Schlafzimmer bingang zu verschaffen sei. Wer es nicht wage, im Winter bei geöffnetem Fenster zu schlafen, 18. Jul er gleiche diese Unterlassungssünde wenigstens 0 18 z etzt aus. Ein Schlafzimmer, in dem auch nur wal%—3 Personen bei verschlossenem Fenster die een Nacht berbringen, ist am Morgen mit schlechter sschlagen 4 luft angefüllt. Es wundern sich so manche fitbem gap leute, daß sie morgens mit„eingenommenem“ von den Au Topfe erwachen, und merken nicht, daß das vom en würde. 2, Schlafen in ungenügend erneuter Luft kommt. Deshalb kann 1 96 10 1 werden, im 5— cqhlafzimmer die Nacht hindurch wenigstens ein 1 0 Fenster, wenn auch nur etwas, geöffnet zu halten. wee, c Gießen, 20. Juli. Ein Mann, der es in der Fremde zu etwas gebracht hat, General Louis 175 Lag 6e aus Philadelphia, seit 47 Jahren von 1 U 1 acute un 1 J tene sbecimmt be. sta das Porte ommen. Al, eundschafssih, 15 eu nach der Nit b Mau bin dalla hn in gtößcken Tl sangenen in Fich 0 ärtien finer Heimat durch den Ozean getrennt, weilt gegen⸗ daubwürtige bartig auf kurze Zeit in seiner Vaterstadt Gießen. Als ditergs lflähriger Knabe verließ Wagner seine Heimatstadt, um jach den Vereinigten Staaten auszuwandern. woselbst er J ncht nur ein wohlhabender Mann geworden, sondern es vührend des Rebellionskrieges bis zum Brigade⸗General jebracht, auch von seinen Mitbürgern vielfach durch Er⸗ vöhlung und Ernennung zu Aemtern und Ehrenämtern zusgezeichnet wurde. Wagners Vater war durch seine Beteiligung an den Unruhen des Jahres 1848 zur Aus⸗ vanderung gezwungen, wollte er sich nicht in seiner Heimat mudlosen politischen Verfolgungen aussetzen. Nach Be⸗ digung seiner Studien betrieb Louis Wagner das Litho⸗ sraphengewerbe bis zum Ausbruch des Rebellionskrieges. Als einer der ersten ließ er sich im Juli 1861 in die Urmee der Nordstaaten einreihen und marschierte als Oberlleutenant im pennsylvanischen Freiwilligen⸗Regiment aus. Er rückte von Stufe zu Stufe vor, bis er Brigadier wurde. In die bürgerlichen Verhältnisse zurückgekehrt, wandte sich der General mit gutem Erfolge dem Ver⸗ scherungsgeschäfte zu. Im Jahre 1866 wurde Louis Wagner als Vertreter der 22. Ward der Stadt Phila⸗ belphia in den Stadtrat gewählt, 1873 ernannte ihn dus Richter⸗Kollegium zum Mitglied des Erziehungsrates, 40 fer. ile. iter anten. s Uhr. ds welches er viel Eifer und Verständnis für die Besse⸗ 0 tung der Volksbildung entwickelte. Eines seiner hervor⸗ ektion, zugendsten Aemter war das der Direktion der öffentlichen —— Berke in Philadelphia. Heute noch ist Wagner Präsident Hol“ ber dritten Nationalbank, sowie der„Sinking⸗Feud⸗Kom⸗ mission“ der Stadt. Vor zwei Jahren wählte ihn die Deutsche Gesellschaft zu ihrem Präsidenten, eine Wahl, durch welche dieselbe nicht nur ihn, sondern sich selbst geehrt hat. Auch als Veteran des Rebellionskriegs wurde Wagner mit vielen Ehrenämtern bedacht.— Nur noch wenige Tage wird General Wagner in Gießen verweilen, um dann noch die größeren Städte Deutschlands, die Schweiz und Frankreich zu besuchen. Seiner am 22. August erfolgenden Abreise nach Amerika wird noch ein Abstecher nach England und Schottland vorausgehen. Wir wünschen unserem Landsmann glückliche Reise und viel Vergnügen. Gießen, 19. Juli. Die gestern Abend im Postkeller stattgefundene General ver⸗ sammlung des kaufmännischen Vereins nahm den vom Vorsitzenden Karl Orbig er⸗ statteten Bericht über die Hausbau-Ange⸗ legenheit entgegen und genehmigte den seitens der Stadt wegen Ueberlassung des Baugrund— stücks stipulierten Vertrag. Ein Antrag des Vorsitzenden, die Baukommission schon jetzt zu ermächtigen, über die gärtnerischen Anlagen um das neue Haus bestimmen zu dürfen und die hierzu nötigen Geldmittel in das Ermessen der Kommission zu stellen, wurde zurückgezogen, nachdem von verschiedenen Seiten dagegen ge— spiochen und besonders darauf hingewiesen, daß dieser Gegenstand hätte auf der Tagesordnung stehen müssen und eine Beschlußfassung gegen die Statuten verstoße. Gießen, 20. Juli. Die Strafkammer sprach heute den 19 Jahre alten Kutscher Harnisch von Friedberg, zuletzt wohnhaft zu Bad Nauheim, wegen des ihm zur Last gelegten Sittlichkeits⸗ verbrechens frei. Aus den öffentlich verkündeten Urteilsgründen ging hervor, daß die Strafkammer sich nicht entschließen konnte, auf die im übrigen schwankende Aussage des 9jährigen Mädchens hin, eine Verurteilung auszusprechen, so stark auch der Angeklagte belastet sei. * Gießen, 20. Juli. Zu dem im Monat August zu Wiesbaden stattfindenden Süd⸗ Westdentschen Uhrmachertag Rhein-⸗Main⸗ Gauverband werden für unsern Bezirk entsendet: Die Herren Otto Schmidt, Karl Stöver und Georg Spieß sämtlich von hier. Die Tages⸗ ordnung besteht außer der Besprechung über ge— werbliche Fragen in der Erörterung über die geplante Organisation des Handwerks. * Gießen, 20. Juli. Am vorigen Samstag Abend fanden städtische Arbeiter in dem Schor— graben in der Westanlage die Leiche eines unbekannten Mannes. Während die⸗ selben der Polizei die Anzeige machten, war ein starker Gewitterregen eingetreten und hatte das anströmende Wasser die Leiche in den Kanal fortgeführt. Eine Durchsuchung des Kanals konnte des hohen Wasserstandes wegen nicht stattfinden. Bei Schluß der Redaktion erfahren wir, daß die Leiche heute morgen aus dem Kanal an der städt. Pumpstation geländet wurde. Sie wurde als diejenige des Studenten Hch. Liese⸗ feld aus Uedem agnoszirt. Jedenfalls liegt ein Unglücksfall vor. Gießen, 20. Juli. Gestern Abend fand in der Kaplansgasse eine Schlägerei zwischen Arbeitern und in der Nacht eine solche zwischen Studenten und jungen Kaufleuten in der Schulstraße statt. In beiden Fällen wurde Strafanzeige erhoben. * Gießen, 20. Juli. Die in Berlin er⸗ scheinende Allgemeine Fleischerzeitung bringt folgende beachtenswerte Mitteilung: Eine größere Anzahl von Viehhändlern, welche regelmäßig den Frankfurter Markt besuchen, haben die öffent— liche Erklärung abgegeben, daß sie Vieh nach Darmstadt nur ohne Währschaft verkaufen, so lange die hessische Regierung sich weigert, die Fleischbeschau nach den in Preußen, Bayern und Baden geltenden Bestimmungen auszuüben, welche auf Grund jahrelanger wissenschaftlicher und praktischer Versuche aufgestellt und von dem vom 16.—21. November 1895 stattgehabten in⸗ ternationalen tierärztlichen Kongreß in Bern im Prinzip als richtig anerkannt wurden.— Die Folge dieses Vorgehens, das durch das seltsame hessische Freibanksystem veranlaßt ist, wird die Verteuerung des Fleisches in Hessen sein. Es wäre nun wirklich an der Zeit, daß die hessische Regierung ihre Fleischbeschau nach den Grund⸗ sätzen einrichtet, wie sie in fast ganz Deutschland bereits geltend sind. * Gießen, 20. Juli.„Vor Taschen⸗ dieben wird gewarnt!“— Diese beachtens— werte Mahnung kann man jetzt vielfach anf Bahnhöfen, in viel hesuchten Kurgärten und Ver⸗ gnügungslokalen, in großen Hotels und an Ausstellungskassen, lesen. In der That ist die weiße Warnungstafel, die in deutlichen schwarzen Lettern dem Publikum anempfiehlt, sich vor Taschendieben zu hüten, nicht überflüssig. Denn mit der erholungsbedürftigen Menschheit, die Bäder und Sommerfrischen aufsucht, die Gast⸗ höfe und Wartesäle bevölkert, geht auch die weit⸗ verzweigte und vielgefürchtete Spezies der Taschen⸗ diebe auf Reisen. In Pferdebahnwagen und Eisenbahnkupees, auf Gebirgskämmen und Dampfschiffsverdecken sind sie zu finden. Wo in Straßen odersim Freien die Menge zusammenströmt, wo Konzerte oder Volksfeste stattfinden, treiben sie mit Vorliebe ihr unwürdiges Handwerk und fischen im Gedränge nach willkommener Beute. Keine Börse, keine Brieftasche, keine Brosche oder Uhrkette ist vor geübten Fingern sicher. Sie knüpfen Bekanntschaften an, die durch lustige Bowlen und übermütige Sektgelage besiegelt werden und die, wenn die Sinne des unglück⸗ lichen Opfers genügend benebelt sind, ihnen reichliche Ernte an Geld und Schmucksachen bringen; sie schleichen auf leisen Sohlen in fremde Hotelzimmer, berauben fremde Röcke und Beinkleider ihres Inhalts und nehmen fremde Hüte und Spazierstöcke mit. Sie treten mit echter und schäbiger Eleganz auf; sie wissen ebenso trefflich den„schneidigen Kavalier“ wie die„Unschuld vom Lande“ zu spielen. Achtung also, und Vorsicht vor ihnen! Jeder, der jetzt in der Heimat oder Fremde seinen sommerlichen Passionen nachgeht, präge sich die bedeutungs⸗ vollen vier Worte fest ins Gedächtnis:„Vor Taschendieben wird gewarnt!“ *Wieseck, 20. Juli. Vom schönsten Wetter begünstigst, ist gestern das 34. Stiftungsfest unseres Turnvereins verlaufen. Um 3 Uhr Nachmittag durchquerte der interessante Festzug unser Dorf. 10 Fahnen waren im Zuge, welcher sich in das Dorfeld'sche Etablissement begab, wo der Schriftführer des Turnvereins, Herr Lotz, eine markige Festrede an die versammelten Turner hielt. Die Turngesangs⸗Riege sang hierauf den Turnermarsch Frisch-⸗fromm⸗fröhlich⸗ frei und leitete so über zu den turnerischen Vor⸗ führungen, welche in Freiübungen, Schau- und Kürturnen und in einem Stabreigen bestanden. Her Dorfeld'sche Garten war mit Menschen überfüllt, die sich unter den schattigen Bäumen amüsierten. Auf einem im Freien errichteten Tanzplatz wurde fleißig getanzt. Die Gesang⸗ vereine füllten mit ihren Vorträgen die Pausen aus und so verging uns und unsern Gästen der Nachmittags 15 die angenehmste Weise. Nach 10 Uhr abends stellten die Turner Pyramiden, die sich des allgemeinen Beifalls erfreuten. Auch im Restaurant Gambrinus herrschte Nachmittags über ein reger Betrieb. Die vielen Fremden konnten in der eigentlichen Festwirtschaft nicht Unterkunft finden, doch kamen sie nicht zu kurz, denn auch im Gambrinus gab es Musik und Tanz. Im ganzen Dorfe herrschte am gestrigen Tage ein reges Leben und Treiben. Das Fest nahm den denkbar schönsten Verlauf und wird in angenehmster Erinnerung bleiben. * Södel, 17. Juli. Der durch seine an⸗ schaulichen, leicht faßlichen Vorträge und prak⸗ tischen Unterweisungen auf dem Gebiete des Obstbaus in den Vereinsbezirken Friedberg und Büdingen des Oberhessischen Obstbau⸗ vereins wohlbekannte Obstbautechniker John von Friedberg ist gegenwärtig in hiesiger Gegend thätig. In unserem Orte hat Herr John in den Gemeinde-Baumstücken Anleitung zum Sommerschnitt erteilt, woran auf Anordnung Großh. Kreisamts Friedberg auch die oberen — — dene. 05 — Digitalis purpurea. Eine Erzählung nach dem Leben von A. Oskar Klaußmann. (Fortsetzung.) 0 Es ist ein armes Volk, das in elenden Dörfern Ieh der Fremdenverkehr in jener Gegend hat ber Geld gebracht und einzelne Dörfer fangen an seh zu kultivieren und weisen schon massive Häuser auf. Rrisende, deuen daran liegt, billig zu leben und sich ganz von allen sonstigen Gewohnheiten bszulösen, nehmen wohl Privatquartier in den lesseren Häusern der Gorallen, und wenn auch die Birtschaft ein wenig lüderlich und unreinlich ist, so kutschädigt dafür wieder die Liebenswürdigkeit und Liederkeit der Bewohner, die einen wirklich kind⸗ lichen Charakter haben. 5 Daß sich Brettschneider für den„falschen Arinkmann“ interessierte, war selbstwerständlich. Er lennte ihn hier im Auslande in Oesterreich⸗Ungarn licht wegen der Breslauer Affaire zur Recheuschaft ziehen; aber es lag ihm doch viel daran, zu er⸗ fahren, wer der Mann war, der ihn belogen und i Ungelegenheiten wegen seiner Gutmütigkeit ge⸗ kracht hatte. Den Wirt konnte Brettischneider nicht ihne Weiteres zu seinem Vertrauten machen; er wußte es dem Zufall überlassen, etwas über den emden zu erfahren. Da man in verhältnismäßig einem Kreise lebte, war die Wahrscheinlichteit ja licht ausgeschlossen, daß Brettschneider jenem Men⸗ pen bald wieder begegnete.—————— inige Tage später unternahm der junge Frivatdozent einen auf mehrere Tage berechneten kotanisikrausflug in die Berge. 5 Am zweiten Tage landete er hoch oben in den zergen in einem Gorallendorfe. Er war von der soitze sehr erschöpft und trat in ein ziemlich sauber zussehendes Haus, ul sich hier gegen Bezahlung ein Glas Ziegenmilch auszubitten. Die Gorallenfrau ver⸗ zand nicht, was er wollte, da sie kein Deursch lonute; sie rief aber aus dem Juneren des Hauses 1 einen alten Mann herbei, der ein gebrochenes Deutsch sprach und den Dolmetscher machte. Brett- schneider erhielt gegen wenige Kreuzer ein Glas leichten Ungarwein, gutes Brot, Butter und Ziegen— käse, sogenannte„Brinse“, und hielt ein fürstliches Mahl. Dem Alten machte er sich durch die Spende von einigen Zigarren sehr geneigt, sodaß er während des Essens mit ihm eine sehr angenehme Unterhaltung hatte. Der Goralle war jahrelang in Deutschland herumgezogen, hatte länger als zehn Jahre in einem Berliner Vororte sich aufgehalten, und wenn er auch nicht ganz richtig und gewandt die deutsche Sprache redete, konnte man sich doch mit ihm ganz gut verständigen. Er war sehr redselig und kramte gern, wie alle alten Leute, Erinnerungen au seine Reisen in Deutschand aus. Während Brettschneider ihm zuhörte und tapfer schmauste, sah er plötzlich den Pseudo-Brinkmann ziemlich dicht am Hause vorübergehen. Das er⸗ regte seine Aufmerksamkeit derartig, daß er un⸗ willkürlich aufstand und an das Fenster trat. Er sah den Pseudo⸗Brinkmann auch in ein Nachbar- haus auf der anderen Seite der unregelmäßigen Dorfgasse treten. „Ihr habt hier fremde Dorfe?“ fragte er den Gorallen. „Isse Herr von Wien, sehr reiches Herr mit viele Geld. Hat kranke Schwester, was trinkt hier Thee von Blumen aus Karpathen. Armes Freliczta“*) sehr krank. Kann nich mehr gehen urntlich. Muß werden geführen.“ „So, so!“ sagte Breitschneider. Leute schon lauge hier?“ „Schon von zwei Monat. Aber Freliczka immer mehr krank. Und geht fremder Herr immer selber in Berge, holt Pflanzen, kocht Thee. Isse sehr tluges Herr, isse berühmte Letschnik““), wie sagt man doch in deitsche Sprache zu Mann, was giebt zu trinken Kranke, daß wieder werden gesund?“ Sommergäste im „Sind die ) Fräulein.) Arzt. „Ihr meint wohl einen Arzt?“ „Serr gut, serr gut, mein ich ein Arzt. Herr sehr berühmtes Arzt. kann er nicht helfen.“ „Ist die Schwesterr noch jung?“ „Sehr lieber, junger Mädchen, vielleicht von zwanzig Jahre oder etwas mehr, aber krank, sehr krank.“ „Das thut mir sehr leid! Wie heißen denn die Leute?“ „Heißen auf Name?“ „Ja, wie ihr Name ist.“ „Haben sie Name ungarisches sehr schweres, aber fällt mir jetzt ein: Kecskemet. Er heißen Laezle(Ladislaus), Schwester heißen Flora.“ „So, so! Und wie heißt das Dorf hier?“ „Heißen Ladna.“ Eine halbe Stunde später verließ Brettschneider wieder das Gorallendorf Ladna und trat seinen Rückweg nach Ernstdorf au. Er freute sich über den merkwürdigen Zufall, der ihn in den Ort gebracht hatte, in welchem die Persönlichkeit, für die er sich inter ssierte, in solcher Abgeschlossenheit wohnte. Also Kecskemet hieß der Fremde. Es fiel Brettschneider plötzlich ein, daß Kecskemet der Name eiuer ungarischen Stadt sei. Wahr⸗ scheinlich führte jener sonderbare Manu auch hier einen falschen Namen, ebenso wie er sich in Breslau falschlich Brinkmann genannt hatte. Das war ja ein ganz geheimnisvoller Bursche, der sich unter falschen Namen in der Welt herumtrieb und sich in der Einsamkeit eines Gorallendorses begrub. Was machte der Mann hier, wenn er so reich war, wie der Goralle erzählte? Er suchte heilsame Kräuter für seine kranke Schwester und bereitete daraus Thee. Breitschneider blieb plötzlich auf der Strauße stehen, als wäre etwas ganz Unerwartetes vor ihm aufgetaucht. Hatte der Mann damals nicht im botauischen Isse Aber gegen Krankheit, Garten zu Breslau eine sehr gefährliche Giftpflanze ausgerissen, um sie mit sich zu nehmen? Er hatte zwar gethan, als wisse er nicht, daß es eine sehr giftige Pflanze sei, aber dieser Mensch log und betrog. Es wurde Brettschneider plötzlich ganz unheim— lich, er kam sich vor wie ein Kriminalbeamter, der plötzlich ein gefährliches Verbrechen entdeckt hat. Am Abend kam Brettschneider sehr ermüdet in Poprad an und ging im Gasthofe zeitig zur Ruhe. 3 Am nächsten Morgen in früher Stunde brach Brettschueider wieder von Poprad auf, um Erust⸗ dorf noch vor Abend zu erreichen. Er trug ziemlich schwer an den notdürftig präparierten Pflanzen und mußte sich beeilen, nach Hause zu kommen, damit die Pflanzen, die nur provisorisch verpackt waren, ordentlich bearbeitet werden konnten. Gegen Mittag machte er Halt in einem unga⸗ rischen Dorfe. Während er sich mit frugalem Mahl in der Schenke stärkte und mit Behagen das scharf paprizierte Gulyasfleisch aß, das man ihm vor⸗ setzte, trat eine Gendarmeupatrouille in die Schenke, um hier ebenfalls Rast zu machen. Es waren drei prächtige Gestalten die beiden Gendarmen und ihr Postenführer. Ihre Uniformen, bestehend aus grünen Waffeuröcken nach preußischem Schutt mit roten Aufschlägen und Kragen, vor Allem aber ihre runden Hüte mit den an der linken Seite dicht herabwallenden grünen Hahnenfeldern gaben ihnen etwas Eigenartiges und Achtunggebietendes. Die österreichisch-ungarische Gendarmerie kann sich rühmen, eine der tüchtigsten Polizeitruppen der ganzen Welt zu sein, und wenn man daran denkt, wie Großartiges sie unter den schwierigsten Ver⸗ hältuissen und bei der vielsprachigen Bevölkerung der Monarchie leistet, kaun man ihr die höchste Anerkennung nicht versagen. (Schluß folgt.) Jahrgänge der Schule beiwohnen durften. Der abends in der Volzschen Wirtschaft hier gehaltene Vortrag hatte zum Gegeustand: 1. Sorten- wahl, 2. Anpflanzung der Aepfel⸗ baum e. Zum ersten Punkt führte der Referent aus, daß die Schafnase vielfach der Liebling der Obbtzüchter sei, weil dieser Apfel die Säcke fülle, weshalb jene Vorliebe ihre Berechtigung habe; allein es gebe noch eine Reihe edler Sorten, die hinsichtlich der Ertragsfähigkeit der Schafnas in keiner Weise nachstünden, durch den höheren Preis sogar einen größeren Gewinn einbrächten. Dahin gehörten die Casseler Reinette, der Rheinische Bohnapfel, überhaupt alle spätblühen⸗ den Sorten, deren Anbau recht warm empfohlen wurde. Bezüglich der Auswahl der Stämmchen 1 E Seitenzweige. ö solle der Obstzüchter vor allem darauf achten, aß die Form derselben kouisch, am Wurzelhals gut ½ dicker als an der Krone sei. Die Bäum⸗ 185 dürften nicht unter vier, aber auch nicht über sechs Jahre alt sein; die weniger als vier— 0 jährigen seien Treibhauspflanzen, die nur unter * den günstigsten Verhältnissen fortgingen, die mehr als sechsjährigen seien überständig und würden an ihrem Bestimmungsort nicht gedeihen. 10 Die anzupflanzenden Stämmchen sollen sechs Zbweige haben, einen Kronenzweig und fünf Recht eingehend sprach sich der Redner über die auszuwerfende Grube aus. Es sei ganz falsch, an der Normalgrube(1 Meter im Quadrat) noch weiter festzuhalten; denn eine Normalgrube setze auch einen Normalboden vor— aus, und dieser sei nicht vorhanden. Im steinigen Boden gelange die Wurzel gar bald an die 1 Felswände, und da heiße es natürlich„Still⸗ Schaufel beiseite stellen. gestanden!“ Bei den Aepfeln gehe die Wurzel überhaupt mehr nach der Seite als in die Tiefe. Einen, höchstens zwei Fuß tief, dagegen 2—3 Meter weit, das sei eine Grube, die für den Baum passe. Bei zu steinigem oder zu nassem Boden sei die sogen. Hügelpflanzung vorzuziehen. Was die Zeit der Verpflanzung anlange, so ge⸗ bühre aus verschiedenen Gründen der Herbst⸗ pflanzung der Vorzug. Doch warnt der Redner 9 nachdrücklich vor dem Pflanzen bei nassem Wetter oder gar bei Regen. Sobald der Landmann der Nässe wegen seine Aecker nicht mehr bear— beiten könne, solle auch der Baumzüchter die Lieber solle mau im Frühiahr einige Eimer voll Wasser herbei— schleppen, als durch Herbstpflauzung Wurzel- fäulnis und damit den Ruin des Baumes ver⸗ anlassen. Der Pfahl solle auf der Südwestseite des Stammes angebracht werden, damit der Baum vor dem direkten Einfluß der Sounen— strahlen geschützt sei, da gerade an dieser Seite schon im zeitigen Frühjahr eine lebhafte Zirku— lation des Saftes hervorgerufen werde, der in kalten Nächten gefriere, was alsdann ein Bersten der Rinde verursache.(D. Ztg.) * Darmstadt, 19. Juli. Folgende Berichte des ersten Ausschusses der Zweiten Kammer der Stände liegen z. Zt. noch vor. 1. Ueber die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, die Errichtung eines Badehauses in Bad Nauheim betreffend.— Es wird beantragt, die Kammer wolle ihre Zustimmung dazu erteilen, daß zu Lasten des Kurfonds des Bades Nauheim ein Betrag bis zu 460000% zur Erbaung eines neuen Badehauses, Nr. 6, verwendet werde. 2. Ueber die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Wasserversorgung der Zellenstrafan—⸗ stalt in Butzbach betreffend.— Der Antrag geht dahin, die Kammer wolle die Zustimmung dazu erteilen, daß die Kosten der Beschaffung einer eigenen Wasserversorgung für die Zellen⸗ strafanstalt Butzbach im Betrage von 35000% aus den Ersparnissen beim Neubau der Anstalt, eventuell aus Ueberschüssen der Hauptstaatskasse in der Finanzperiode 1894—97 gedeckt werden. 3. Ueber die Vorlage Großh. Ministerien des Innern und der Justiz, sowie der Finanzen, die Erneuerung der Heizanlage im Gymnasialgebäude zu Worms betreffend. * Darmstadt, 19. Juli. Der Bericht des Finanzausschusses der zweiten Kammer uber die Verstaatlichung der hessischen Ludwigsbahn, vom Abgeordneten Wolfskehl verfaßt, ist erschienen. Es wird beantragt, die Kammer wolle 1) zu dem vorgelegten Staats- vertrag mit der preußischen Regierung vom 23. Juni 1896 ihre Zustimmung erteilen 2) die hessische Regierung ersuchen, mit derjenigen Preußens weitere Verhandlungen dahingehend einzuleiten, daß dem hessischen Staat nach— träglich die Befugnis eingeräumt werde, in ausgedehnterem Maße, als dies durch Artikel 18 Ziffer 2 festgesetzt, neuzuerbauende Neben— bahnlinien in die Finanzgemeinschaft einzu— werfen. Was den Vertrag der beiden Regie— rungen mit der Ludwigsbahn und den Gesetz— entwurf wegen der hessischer Seits aufzubringenden Mittel für den Erwerb und Betrieb der Lud⸗ wigsbahn angeht, so wird für beide ebenfalls Zustimmung empfohlen. Vermischtes. —„Er steht unter dem Pantoffel“ Ueber den Ursprung dieser Redensart berichtet der schwäbische Augustinermönch Benediktus Anselmus Folgendes:„Vor grauen, urdenklichen Zeiten lebte ein gewaltiger Ritter, genannt Polyphem mit der eisernen Stirn. Papst und Kaiser hatten nach langer, blutiger Fehde Frieden gemacht und zur Feier desselben Feste und Turniere angeordnet, zu welchem die Blüte der Ritterschaft geladen wurde. Jeder der Turnierenden sollte entweder des Papstes oder des Kaisers Farben tragen. Polyphem aber schwur, er trage nie das Zeichen der Knechtschaft, weder das rote Kreuzband des Papstes, noch die schwarze goldgeränderte Schleife des Kaisers, er trotze dem Bannfluch und der Reichsacht und fürchte Keinen im ganzen Reiche. Da aber kam Frau Beatrix, seine Gemahlin, und bat ihn inständig, ihretwegen eines der Zeichen zu tragen, brach in Thränen⸗ ströme aus, als der Ritter sich weigerte, und behauptete, er liebe sie nicht. Der Ritter betheuerte ihr das Gegen⸗ teil und erbot sich, seine Liebe im Kampfe mit scharfer Waffe gegen zwölf Ritter zu beweisen. Seine schöne Frau aber wollte von nichts wissen, schluchzte herzbrechend und klagte:„Wenn Du eine Spur von Liebe zu mir in Deinem Herzen fühltest, so würdest Du meiner Bitte nachgeben und eines der Zeichen an Deinen Helm heften.“ Damit ging sie in ihre Kammer, schlug die Thür hinter sich zu und ließ den bestürzten Ritter vor der verschlossenen Thür stehen. In diesem Augenblick schmetterten die Trom⸗ peten zum Turnier. Halb bewußtlos ergriff der gewaltige Polphem den kleinen goldgestickten Pantoffel, den seine zürnende Ehehälfte in der Hast verloren, befestigte ihn an seinem Helm und eilte in die Schranken. Die Herolde riefen ihn an:„Stellst Du Dich unter das Szepter des Kaisers oder unter den Krummstab des Papstes?“— „Unter den Pantoffel meiner Frau!“ war die Antwort. — In dem Ritterspiel blieb Polyphem der alleinige Sieger, und als ihm des Kaisers Schwester den Kampfpreis, eine goldgestickte Schärpe, über die Schulter hing, flüsterte sie ihm zu:„Herr Ritter, Ihr stellt Euch weder unter den Kaiser, noch unter den Papst. Euch vermag kein Mann zu überwinden, aber unter dem Pantoffel steht Ihr doch!“ Dieses Wort war bald im ganzen Reiche bekannt, und es zeigte sich, daß der Pantoffel mehr Unterthanen habe, als Szepter und Krummstab zusammen. — Der Erfinder. Im Pariser„Figaro“ geißelt Alfred Capus die in der französischen Verwaltung herr⸗ schende pedantische Beschränktheit, über die so vielfach Klage geführt wird, durch folgenden Dialog: Ein Herr tritt in das Bureau eines Ministeriums: Mein Herr, ich habe die Ehre, Sie um eine Audienz zu bitten.“— Der Ministerialdirektor:„Ich stehe zu Diensten.“— Der Herr:„Es handelt sich um Folgendes: Ich habe eine Erfindung gemacht, von der ich glauben darf, daß sie...“ Direktor(ihn unterbrechend):„Pardon, mein Herr, aber sie scheiuen mir noch sehr jung zu sein. Sagen Sie mir gefälligst, wie alt sind Sie eigentlich?“ Der Herr:„Achtundzwanzig Jahre.“ Ministerial⸗ direktor(in ironischem Tone):„Und bereits mit 28 Jahren wollen Sie etwas erfunden haben, während ich, der ich fünfundfünzig zähle... doch bitte, fahren Sie fort! Der Herr:„Schon mehrere Jahre arbeite ich daran.“ Direktor:„Noch ein Wort! Aus welchem Zweig unserer Verwaltung sind Sie hervorge⸗ gangen: Der Herr:„Ich aus keinem.“ Direktor: „Ich verstehe nicht. Ich meine, gehören Sie der Marine⸗ verwaltung an? Der Herr:„Nein.“ Direktor: „Der des Krieges?“ Der Herr:„Auch nicht.“ Direktor:„Der Verwaltung der öffentlichen Arbeiten? Der Finanzen?... Nein? Das ist phantastisch! Nun, dann haben Sie doch wenigstens das Polytechnikum ab⸗ solvirt?!“ Der Herr:„Ebensowenig.“ Direktor: „Aber ich bitte Sie, woher kommen Sie dann?“ Der Herr:„Von mir selber komme ich.“ Direktor: „Mein Herr, ich bin kein Freund von schlechten Spässen und besonders nicht von solchen, deren Opfer ich bin. Sie lassen mich eine halbe Stunde verlieren, in der ich einen Bericht hätte lesen können.“ Der Herr: „Aber Sie werden sehen, daß meine Erfin⸗ dung...“ Direktor:„Ihre Erfindung besteht darin, daß sie einen der höchsten Beamten in der Ver⸗ waltung belästigt. Was diese sogenannte Erfindung an⸗ belangt, fehlt mir die Muße, sie zu prüfen. Ich habe noch nicht Zeit gehabt, selbst eine Erfindung zu machen, geschweige, daß ich dazu käme, die Erfindungen Anderer zu studiren. Wenn Sie wirklich etwas erfinden wollen, was der Mühe lohnt, so treten Sie in ein Bureau und arbeiten Sie, seien Sie pünktlich und gewissenhaft, ge⸗ horchen Sie Ihrem Vorgesetzten und in 20 bis 25 Jahren werden Sie das Recht haben, ein Erfinder zu sein und Sie werden dafür dekorirt werden!“ Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 20. Juli. Dem„Klei nen Journal“ wird aus Wien telegraphiert, daß Schönerer auf die Reichsrats-Kandidatur in Saaz verzichtet hat, weil er jede Bewerbung für völlig aussichtslos hält. Hd. Paris, 20. Juli. Aus Mar⸗ seille flüchtete ein 55 jähriger Mann, der sich Louis Reveyre nannte, nachdem er verschiedenen Geld⸗Instituten insgesamt 175 000 Francs entlockt hatte. Hd. Budapest, 20. Juli. Fortdauernde Gewitter und Regengüsse an der Donau richteten empfindlichen Schaden auf den Feldern an und hindern die bereits begonnene Ernte. Ad. Budapest, 20. Juli. Die Untersuchung in der Angelegenheit der Ermordung des Grafen Sztaray hat Thatsachen zu Tage gefördert, welche auf ein anarchistisches Ver. brechen zurückzuführen sind.(2) Hd. Brüssel, 20. Juli. Der Minister des Innern wurde vom Kriegsminister Brassini er⸗ sucht, die Vertrauens⸗Instruktionen betreffend die im Falle einer Mobilisierung vorgeschriebenen Grenz⸗lleberwachung den betreffenden Behörden ins Gedächtnis zurückzuführen. Sobald die Mobilisierung dekretiert ist, muß die belgische Flagge auf allen Kirchtürmen und allen öffent⸗ lichen Gebäuden der Grenzortschaften aufgehißt werden. Hd. Athen, 20. Juli. Trotz neuerlichen Befehls des General⸗Gouverneurs dauern die Feindseligkeiten fort. In Rethymno und Kanea fanden Straßenkämpfe zwischen Christen und Türken statt, welche nur schwer von den Truppen unterdrückt werden konnten. Viele christliche Abgeordnete sind aus Kanea abgereist, weil die Pforte noch immer nicht die schriftlichen Vorschläge der Ch isten beantwortet hat. Hd. Athen, 20. Juli. Man befürchtet jetzt 1 hier, daß die Türken, die jetzt um Apokorona einschreiten, die Waffenruhe zur Konzentrierung ihrer Truppen benutzen werden, um daun mit überlegener Kraft die Christen anzugreifen. Die Verluste der Türken in den letzten Tagen waren sehr schwere. Nach Kanea wurden 150 Ver⸗ wundete gebracht. Hd. Arad, 20. Juli. Man ist hier großen Postdiebstählen auf die Spur gekommen. Dieselben werden seit Jah⸗ ren systemathisch betrieben. Zwei höhere Postbeamte wurden bereits verhaftet. 5 Ste rbefãlle. Am 18. Juli. Hermann Nickel, 61 Jahre alt, Brauereibesitzer von Weilmünster, Kr. Ober⸗ lahn. Gestorben in der neuen Klinik. Die Leiche wird nach der Heimat verbracht. l Am 18. Juli. Christine Lauuspach, geb. Wehrum, 74 Jahre alt, Ehefr. von Taglöhner Ludwig Launspach von Reiskirchen. Gestorben in der psychiatrischen Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. 1 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ 1 Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in ießen. Bekanntmachung. Zufolge gestrigen Beschlusses der Stadt verordneten-Versammlung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß in der Zeit vom 1. August bis 1. September voraussicht⸗ lich keine Sitzungen der Stadtverordneten-Ver⸗ sammlung abgehalten werden. Dringliche, die Beschlußfassung der Stadt- verordneten⸗Versammlung erfordernde Ange— legenheiten sind daher behufs vorgängiger Er— ledigung unverzüglich bei uns anzubringen. Schlackensteine, Eisenwerke liefern: gesunder, trockener Gießen, den 17. Juli 1896 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Verpachtung der Markt⸗ lauben und der Keller Schlackenmehl, empfehlen. besonders passend. im Turmhaus am Brand. Nachdem am 1. August d. J. die neue und ähnlichen Räumen geeignet. . Schlackensand, bestes Material zur Mörtelbereitung. Wochenmarkt⸗Ordnung in Kraft treten wird und von da ab das Feilbieten von Gegen⸗ ständen des Wochenmarktverkehrs am Stand außerhalb der Markttage und Weitere Auskunft erbeilen und Bestellungen nehmen entgegen: Margarethenhütte-Giessen. zu jedem Bau, besonders zur Erbauung Format 250, 120„ 100 mm zur Fachwerk; Normalformat 250„ 120 65 mm für Massivbauten Ersatz für Cement, Graukalk und Weiß⸗ kalk, zur Herstellung von Fruchtböden Sophienhütte- Wetzlar. Wohnhäuser zu Ausmauerung von 628 Marktzeiten uur noch in den gedeckten Marktlauben gestattet ist, sollen diese nebst den Kellern im Turmhaus am Brand Freitag, den 24. d. Mts., abends 5 Alhr, im Hofe des Turmhauses öffentlich an die Meisibietenden für die Zeit bis zum 31 März 1897 verpachtet werden. Die Verpachtungsbedingungen können zuvor schon von der unterzeichneten Stelle— Zimmer Nr. 15— bezogen werden. Gießen, den 14. Juli 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 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