den Erde 7 Nl er 7 9 nischen ß 1 + 5 N 1 Ar, 5 Handlung nes, eren Ustattung. i eigener 165 den 20. November 1896. 9 Posiztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112. Gießen, Freitag, Ausgabe e Tan Gießen. deszeilun 6 Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. . Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg. Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die Sspaltige Petitzeile. . 2 Kreu Expedition: zplatz Nr. 4. . 1 1 2 Lokales und Provinzielles. Gießen, 19. November. Von hessischen Be⸗ hörden werden steckbrieflich verfolgt: Eine angebliche Opernsängerin Wally Berger aus Köln vom Amtsanwalt in Friedberg wegen e Uhrmacher Georg Hergert aus armstadt, von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen Sachbeschädigung; Paul Hinkel, richtig Heinrich Witzel, seine angebliche Ehefrau Helene, geb. Kanzelsberger aus Weidholz, die frühere Witwe des Barbiers Heinker aus Leipzig; Karl Eibenbach, richtig Georg Moritz Scheuer, aus Frankfurt a. M., vom Polizeiamt Gießen und der Polizeidirektion in Wiesbaden wegen Diebstahls; Maschinenbauer Pe Klotz aus Gießen vom Amtsanwalt in ffenbach wegen Betrugs. * Gießen, 19. November. Der„Darmst. Ztg.“ zufolge hat der Großherzog zu der am nächsten Samstag stattfindenen Einweihung des Hygienischen Instituts sein Erscheinen zugesagt. * Gießen, 19. November. Die Stich⸗ wahl zwischen dem Reformparteiler Köhler und dem Sozialdemokraten Scheidemann war seit 10 Uhr im Gange. Aber das bewegte Leben, wie es sich sonst den ganzen Tag über in den Straßen der Stadt bemerkbar machte, ließ dies⸗ mal auf sich warten. Der Wahltag ging in möglichster Stille vorüber. Vor den Wahllokalen wurden Wahlzettel und Flugblätter in Menge verteilt. Nachdem auf unsere Eingabe an die Oberpostdirektion Darmstadt um Verlängerung des Telegraphendienstes zustimmender Bescheid eingegangen ist, werden wir in der Lage sein, dem Publikum bis spätestens 12 Uhr Nachts das Resultat der Stichwahl durch Extra⸗ blätter und durch einen in unserem Schaufenster angebrachten Transparent bekannt geben zu können. * Gießen, 19. Nov.(Fortsetzung des Be⸗ richts über die Versammlung des landwirtschaft⸗ lichen Bezirks⸗Vereins.) In seinem Vortrage empfahl Herr Rechtsanwalt Jost, die Versamm⸗ lung wolle beschließen, bei dem Großh. Mi⸗ nisterum zu beantragen, daß die chemischen Untersuchungsämter angewiesen werden, in Ge⸗ mäßheit des§ 11 der Milchverkaufs⸗Ordnung für die Stadt Gießen eine Milch nur dann zu beanstanden, wenn deren spezifisches Gewicht unter 1,027 beträgt. Nach den Ausführungen des Redners und der Art, wie in der Praxis diese Sache von unseren Gerichten gehandhabt wird, kann es jedem Milchverkäufer passteren, daß er, obschon er die Milch nicht gewässert hat, schaft in Einklang gebracht werde. In der hierauf folgenden Diskussion erklärt Polizei⸗ amtmann v. Bechtold: Es schwebten be⸗ reits Verhandlungen, die Milchverkaufsordnung für die Stadt Gießen zu ändern. Professor Günther, Vorsitzender des chemischen Unter⸗ suchungsamtes Gießen, bemerkt, daß das spezi⸗ fische Gewicht der Milch ein sehr unsicheres Kri⸗ terium für die Güte derselben bilde und führt das an mehreren Aug die näher aus. Redner ist der Meinung, daß die Milchkontrolle durch die Polizeibeamten beizubehalten sei, allerdings mit der Beschränkung, daß diese Beamten ohne Hin⸗ zuziehung von Beamten der Untersuchungsämter nicht berechtigt sein sollen, Milch dem Verkehr zu ent⸗ ziehen. Probinzialdirektor von Gagern erklärt, es gäbe überhaupt keine allgemein gültige hessische Milchverkaufsordnung, von der der Rechtsanwalt Jost gesprochen, wohl aber habe jede größere Stadt ihre Ordnung, welche den Verkauf der Milch regele. Nachdem der Vertreter der Polizei⸗ behörde erklärt, daß wir demnächst eine Neu⸗ ordnung für Gießen betreffs des Verkaufs und der Beschaffenheit der Milch zu erwarten haben, schlage er vor, gar nichts zu beschließen und sich vorerst abwartend zu verhalten. Brauereibesitzer Bichler giebt Beispiele aus seiner Praxis an, wonach die Qualitätsbeschaffenheit der Milch seines Viehbestandes wesentlich differiere. Man sollte seitens der Untersuchungsämter in zweifel⸗ haften Fällen erklären, daß solche Milch nicht den Anforderungen der Milchverkaufsordnung zweiten Hauptgewinn erhielt Herr Iager Beamter am Gericht, während der dritte Gewinn an einen Arbeiter gefallen ist. Der größte Teil der Gewinne wurde gestern schon abgeholt, doch raten wir den säumigen glücklichen Gewinnern, sich ihre Blumen ꝛc. schleunigst abzufordern, da Gartenbau⸗Ausstellung wurde besucht; am Freitag, dem ersten Tage ihrer Eröffnung(Ein⸗ trittspreis mit Konzert 75 9), von 146 Per⸗ sonen, dem zweiten Tag, am Samstag(Ein⸗ trittspreis 50„), von 263 Personen, sowie von 427 Schulkindern, à 10 Eintrittsgeld. Am Sonntag war der stärkste Besuch zu verzeichnen, wurde die Ausstellung von 618 Personen, à 25%, und von 27 Aliceschülerinnen, à 10„ Eintrittsgeld, besucht. Die Aussteller haben nach oberflächlicher Zusammenstellung ein Defizit von 500, also pro Mann etwa 50 /, zu tragen, welches sich eher noch um ein kleines erhöhen als vermindern dürfte. * Gießen, 19. November. Auf dem gest⸗ rigen Zwiebelmarkt war die Aufuhr nur eine miktlere. Der Handel entwickelte sich Tages über sehr lebhaft, doch wurden nur kleinere Quanten verkauft, der Bedarf der größeren Ah⸗ nahmen war schon gedeckt. Man berechnete beste letzten Tage, entspreche, sodaß nicht gleich Jemand der Makel eines Fälschers anhafte. Polizeiamtmann von Bechtold erkennt die Berechtigung der Aus⸗ führungen Bichlers an und stellt in Aussicht, daß nach dieser Richtung in der beabsichtigten neuen Verordnung Wandel geschaffen werde. Man einigte sich schließlich dahin, daß die Herren Bichler, Oberverwalter Erb und Gutsbesitzer Schlenke als Kommission gewählt wurden, welche in Gemeinschaft mit Herrn Bechtold die Aus⸗ arbeitung einer Milch verkaufsordnung vornehmen soll. Zum Schluß sprach Herr Oberamtmann C. Hoffmann⸗Hofgüll über die Aufzucht der Schweine. * Gießen, 19. Nov.(Stadttheater.) „Fräulein Doktor“, welches u. A. im Großh. Hoftheater zu Darmstadt kürzlich mit großem Erfolge zur Aufführung gelangte, wird in hiesigem Stadttheater am Freitag, den 20. d. Mts. in Szene gehen. Dieses ist bereits die zweite Novitäten⸗Aufführung in dieser Woche, und wäre es der rührigen Direktion Kruse⸗Helm wohl zu wünschen, daß ste durch ein besetztes aus belohnt würde, zumal sich„Fräul auf Anzeige des chemischen Untersuchungsamtes H bestraft wird, wenn das spezifische Gewicht der von ihm feilgehaltenen Milch unter 1,029 be⸗ trägt. Zur Verhütung der Bestrafung unschuldig verurteilter Personen, sei es daher unbedingt er⸗ forderlich, so führte Redner aus, daß die In⸗ struktion der Untersuchungsämter, seitens des Ministeriums einer Revision unterzogen und daß diese Instruktion mit der Erfahrung der Wissen⸗ zugkräftig erwiesen hat. Gießen diesmal nicht wieder eine Ausnahme. * Gießen, Ausstellungs⸗ Wimpfen, hier in treffer, einen gefüllten sowie zwei Blumenständer mit Palmen. ein Doktor“ an sämtlichen Bühnen als äußerst Hoffentlich macht 19. Nov. Bei der Garten bau⸗ otterie gewann die Gräfin Gießen wohnhaft, den Haupt⸗ Blumentisch mit wan de en Wetterauer Zwiebeln mit 4 4,50, geringere Ware mit 3,50. pro Zentner. Die Mäste wurde durchschnittlich mit 50. abgegeben. Knoblauch kostete das/ Hundert 30—40. Die Vorrätedes Marktes wurden nur teilweise geräumt. * Gießen, 19. November. Der gestrige Ochsenmarkt war von acht Stück Vieh be⸗ fahren, sodaß sich ein Handel nicht entwickeln konnte. Auf dem Schweinemarkt belief sich der Auftrieb etwa auf 300—400 Stück meistens Läufer und Einleger, auch einige Stück Fettvieh waren am Markt. Der Markt setzte zu Anfang flau ein, doch hob sich gegen Mitte die Kauflust, trotz der von den Händlern geforderten hohen Preise. Es wurden gehandelt, 8—10 Wochen alte Ferkel mit 24—30 Mark, Läufer mit 40 bis 50 Mark, Einlegschweine mit 70—90 Mark pro Paar. Fettvieh wurde verkauft mit 48 bis 52 M., pro 100 Pfd. Schlachtgewicht. * Lollar, 19. November. Vergangene Nacht ist bei dem Gastwirt Karl Schupp hierselbst ein Einbruchs diebstahl verübt worden. Obgleich der Bestohlene durch das Erbrechen der Schublade aus dem Schlafe geweckt wurde, ist der Dieb durchs Fenster, durch welches er auch eingestiegen, entkommen. Derselbe hat die Geld⸗Schublade samt Inhalt, ungefähr 120 bis 130 Mk. mitgenommen. Heute Morgen wurde die Schublade auf einem Abort gefunden. Der Gensdarmerie ist Anzeige erstattet. * Lauterbach, 18. Nov. Trotz der schon Kraut, das sich bes stammende. bezogene Orten schö häuser ziemlich gleich kam, aber nur im Jahr. Später ist es rasch wieder gering wertiger für den vierpf jetzt 42 3.— Die Preise jetzt an(2,50 bis 3 1 per sich dies einerseits dadurch, der nassen Witterung durchschnittlich weniger Stroh geerntet w 8 an Stelle des zwecken benutzt wird. etwas vorgerückten Zeit kommt Weißkraut auf den Markt. eine ziemlisp große Menge stellte sich der Preis au Am beliebtesten ist hier das Landen häu onders durch Weiße, Zart⸗ nämlich vormittags bei 25„ Eintrittsgeld 393] ausgefallen. Aeußerlich Personen, nachmittags(Eintrittspreis bei Kon⸗ Kraut an der nach oben zert 50 5), 718 Personen. Am Montag, dem Köpf wirt wie im Notjahr 18 Zwecken sich übrigens zu mehrere Wagen voll von schneidewerken hier und * Ilsdorf(Kreis Am Sonntag wurde beerdigt, der einem Opfer gefallen ist. mittelbar angrenzenden worden, um diese zur A noch dunkelte, nahm er begab sich auf den Weg, Hause zurück. Die Later Solms⸗Ilsdorf liegen u rigem Suchen in der Leiche. Der Anfall in das Wasser Geschwister. stufen eröffnet. *Heusenstamm, Dieser Qualitätsunterschied an den Bodenverhältnissen liegen. zwar des öfteren s orden ist, Grummetausfalles zu Futter⸗ Vielfach greift der Land⸗ 93 wieder zu anderen Streumitteln, wie z. B. Sägemehl, das diesem Zwecke sehr gut eignet, da es die Jauche aufsaucht und die darin ent⸗ haltenen Dungstoffe bindet. Es werden täglich * Seligenstadt, 18.. hie Handwerkerschule wurde kürzlich mit übe 50 jungen Handwerkern verschiedener Alters Die Schüler werden in zwe Klassen, meistens getrennt, un 5 Einrichtung hat sich bis jetzt sehr gut bewährt 17. mittag fand im Gasthaus„Zum Tivoli“ hie immer noch Heute war wieder davon zu sehen, und f 56 4 pro 100 Köpfe. ser dieselben sonst ohne Pflege im kalten Zimmer heit und Wohlgeschmack auszeichnet. Es wird verkommen. deshalb auch meist um 3—4/ pro Hundert „Gießen, 19. November. Unsere Lokal⸗ höher bezahlt als das aus anderen Gegenden muß Man hat chon durch von Landenhausen Pflanzen oder Samen auch an anderen nes Kraut gezogen, das dem Landen⸗ ersten ist das Landeuhäuser zugespitzten Form der e leicht erkennbar, während das sonstige Kraut meist flach und rund geformt ist.— Das Brot hat hier einen Preisaufschlag von 2 0 ündigen Laib erfahren und kostet des Strohs ziehen Zentner); es erklärt daß überhaupt bei andererseits, daß es den verschiedenen Holz- in der Umgegend ab⸗ geholt, und stellt sich ein schwerer Kastenwagen voll auf etwa 10—12 K durchschnittlich. Alsfeld), 18. hier ein 25jähriger Bursche, der Knecht eines hiesigen Landwirts, traurigen Geschick zum 0 Er war von seiner Herrschaft fruͤhmorgens zu einer Wäscherin in dem un⸗ Solms⸗Ilsdorf; geschickt November. rbeit zu rufen. Da es eine Laterne mit und kehrte aber nicht nach ne fand man im Dorfe nd den Knecht nach eif⸗ hier tiefen Ilsbach als Unglückliche litt Krämpfen und ist gewiß in einem derartigen geraten. Lindenstruth und hinterläßt weder Eltern noch an epileptischen Er stammt von November. Die hiesig unterrichtet. Dies Nov. Am Sonntag Nach Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Fortsetzung.) Sie hatte den Zügel ihres eines Buxienbaumes befestigt, derselben. Er folgte ihr auf dem Fuße. Der Leser darf nicht glauben, daß ich aus der von ihr gebrauchten sogleich auf einen den Beiden hätte schließen können. Der Engländer hat bekanntlich überhaupt nur diese Anredeform. Mit„Du“ wird nur Gott an gerufen. Liebende, Gatten, einander stets nur mit„Sie“ an. Da die H ls eit 8 Fensterscheiben hatte, ward es mir leicht genug, di Vorgänge innerhalb derselben genau zu verfolge jedes Wort zu verftehen. Ich schlich mich schnell näher heran. Ein Malleybusch bot mir vollkommene Deckung, während ich Alles sehen konnte. Auf der Herdstelle brannte ein Feuer. Die in einer Wandvertiefung stehende Blend⸗ laterne des Unbekannten warf einen grellen Schein, Milton jetzt einander in welchem er und Eugenie gegenüberstanden. „Sie schrieben fliegendem Atem,„daß Sie all kennen, welches meine Herkunft nur Sie im Stande wären, mir“, begann die Letztere m Pferdes an dem Ast der vor der Hütte stand und schritt ihm voran in's erleuchtete Innere Aurede in der dritten Person Mangel an Intimität zwischen Eltern und Kinder reden te weder mehr als eine Thür, noch—— 0 225 1 e„Braves Mädchen“, sagte mit einem bewun⸗ „Wenn Alle so dächten, llein das Geheimnis umgiebt und daß mir Näheres über das 4 Schicksal meines unglücklichen hiehergekommen zu eine Falle gelockt, oder ich tot am Milton kennt keine Platze bleiben werden. Sie war um zwei Schritte gegen die Hütten wand zurückgetreten und hervorgenommen. halten, so kannte ich Ja, so war sie, wurde es mir zur Gewißheit, daß hatte, Geliebten dieses Mannes gemacht. Diese schwersten Anschuldigungen fielen mi sammen. n] dernden Blick der Mann.. wie Sie, o wie viel unsägliches Elend wäre de nichts von mir. Ich war Ihnen öfter nahe, al Sie wissen. Hören um Ihne der sein eigenes Leben in Gefahr brachte, nahe zu sein, Stunde bereit wäre, gehen.“ „Sie für Sie in den Tod z it sprechen ten.„Es genügt mir zu wissen, Vaters zu sagen. Ich sagte Ihnen bereits, daß meine Zeit sehr ge⸗ Wenn dem so ist, dann soll es mich nicht gereuen, sein, haben Sie mich aber in dann sage ich Ihnen, daß Sie Eugenie Furcht und scheut den Tod nicht, wenn es die Verteidigung ihrer Ehre gilt!“] Einzelnes zu verstehen. hatte ihren Revolver, den sie in den Falten ihres Reitkleides verborgen ge— sie, und nun ich mich getäuscht als ich sie zur Mitschuldigen oder gar zur ihren wenigen resoluten Worten in ein Nichts zu⸗ Menschheit erspart geblieben! Aber fürchten Sie Sie mich an, und Sie werden beschämt die Waffe sinken lassen vor einem Mann, und der noch heute, noch in dieser seltsam“, entgegnete Eugenie, welche diese Worte allerdings nicht beruhigen konn⸗ daß Sie messen ist, also bitte, sprechen Sie! Was wissen Sie von meinem Vater und von meiner dunklen Herkunft?“ „So schnell läßt sich das nicht sagen“, sprach düster der Andere.„Sie müssen Alles wissen, um Nach mir wird Niemand so zu Ihnen sprechen, wie ich. Ich bin der alleinige Bewahrer dieses Geheimnisses, das Ihnen jetzt enthüllt werden soll. Ich habe dort einen Holzblock zu Ihrer Bequemlichkeit hingestellt. Setzen Sie sich und hören Sie mich bis zu Ende.“ Er selbst setzte sich auf dem Kaminstein nieder, von dem Feuer der öden Herdstelle angeglüht. Der Block stand fern genug, und so nahm auch t Eugenie Platz, die von dem schnellen und langen Ritt noch ganz erschöpft war. Ich hätte jetzt fortgehen können, da es sich um Mitteilungen handelte, die zu erlauschen keine Ehre brachte, aber ich konnte zu dem Mann kein rechtes Vertrauen fassen, ich fürchtete für Eugenie und hielt mich durch diese Sorge um sie gerechtfertigt, auf meinem Platz zu bleiben. „Sie wissen, daß Sie keine Tochter Milton's sind?“ fragte nach einigem Sinnen der Mann. n Eugenie bejahte. „Die Mutter hat es mir gesagt und mir meines u wahren Vaters Namen genannt, aber sie hat mir auch gesagt, daß ich nach mehr nicht forschen dürfe. Ich sei von Milton adoptiert, und das müsse mir genügen, wie es auch der Welt genügte.“ * sagte stirnrunzelnd der muß ich zerstören. und wären berechtigt den zu tragen, berühren werde, Ihnen den Namen Ihre „Sie können sich den senkten meinen jungen Ge es sein Leben lang gewesen Herzen ein tiefes, heißes meinen Vater unglücklich, schon damals eine innere sehr unglücklich gewesen. meine Blicke richten, um Weltmeer?„Nimm an, Mutter. Das war nicht leicht hatte er sie verlasse dem Elend preisgegeben, einer Anderen glücklich w Fremde rauh in's Wort. französisch aussprach. Das oder die intime (Fortsetzu „Das könnte bei Ihnen den Eindruck hervor⸗ nichts Feindliches gegen mich im Sinne haben. rufen, als ob ein Makel auf Ihrer Herkunft ruhe“, der mir das Leben gegeben. Mac 5„Diesen Wah Sie sind in echter Ehe gebore Namen Ihres wahren Vater wenn nicht aus Gründen, die ich noc Ihre Mutter es vorgezogen hätt, s Stiefvaters zu geben Aber Sie wollten noch etwas sagen?“ ken“, fuhr Eugenie for „wie jene dunklen Andeutungen auf mein Empfinde wirken mußten, verstimmend, verdüsternd, sie ve ist in Schwermut. Den seitdem ich den nicht mehr Vater nennen durfte, de war, erwachte in meine Sehnen nach jenem Man Sie nannten vorhi und dasselbe sagte m Stimme, ja, daß er seh ein müsse. War er tot Lebte er noch? Wohin mußte ich mein Sehnen ur ihn zu suchen— nach d Sternen oder in die unabsehbare Weite, über er ist tot!“ sagte mei ja und nicht nein. Vi n, sie und mich, und u während er in den Arm ar.“ „Nein, das hat er nicht, Eugenie!“ fiel ihr d Ich bemerkte, daß auch dieser Mann den Nam Anrede machte sie stutz ug folgt.) 1 —— LD ———— — —— 2 2 eine von Herrn Bürgermeister Winter einbe⸗ rufene Volksversammlung statt. Die Tagesordnung bildete die Frage der Erbauung der Nebenbahn⸗Zweiglinie Bieber Dietzenbach. Laut Mitteilung des Großh. Ministeriums der Finanzen an die hiesige Bürgermeisterei kann diese Bahnstrecke noch nicht in Angriff genommen werden, da die Gemeinde Bürgel auf ihrer Preisforderung für das Ge⸗ lände, das zu diesem Bahnbau erforderlich ist, beharrt. Auch hat dieselbe die Einwilligung zum einstweiligen Beginn des Bahnbaues verweigert. Die hiesige Gemeindeverwaltung hat nunmehr den Beschluß gefaßt, den von Bürgel geforderten Mehrbetrag von 700, zur Hälfte zu tragen und an die Gemeinde Bürgel auszuzahlen. Ein gleiches Vorgehen wird auch seitens der Gemeinde Dietzenbach erfolgen; dadurch hofft man die Schwierigkeiten am ersten zu beseitigen. Eine Deputation von beiden Gemeinden soll Großh. Ministerium der Finanzen diesen Beschluß unter— breiten und um Beschleunigung des Bahnbaues bitten. Die Versammlung stimmt dem Beschlusse des Gemeinderats einstimmig bei. * Klein⸗Krotzenburg, 17. November. Der Landwirt Ph. Andreas Schwab hier stach gestern Abend im Stalle aus Unvorsichtigkeit ein Pferd mit einer Gabel in ein Hinterbein. Das Tier schlug vor Schmerz aus und versetzte seinem Herrn einen wuchtigen Huftritt an die Brust, sodaß dieser bewußtlos zusammenbrach. * Klein⸗Welzheim, 17. November. In unserer Gemeinde herrscht heuer und selbst jetzt noch eine sehr rege Baulust. Die sogenannte Hintergasse, die parallel mit der Hauptstraße läuft, wurde fast vollständig ausgebaut. Die sechs Russensteinfabriken, die innerhalb weniger Jahre hier entstanden, hatten vollauf zu thun, den Bedarf zu decken. * Aus dem Weschnitzthal, 18. Nov. Infolge der durch das regnerische Spätjahr sehr ungünstig beeinflußten Futterernte sind die Viehpreise fortgesetzt im Rückgange be⸗ fiffen. Fettgroßvieh stellt sich im Einkauf für Zentner je nach Qualität auf 40—50 A.; Schweine sind für 1 Zentner zu 45—50 Mark massenweise zu haben. Demzufolge sind auch manchen Orts die Fleisch- und Wurst⸗ waren entsprechend abgeschlagen. *Michelstadt, 18. November. Mit dem diesjährigen Martinimarkt war zum erstenmale ein Geflügelmarkt verbunden. Diese neue Einrichtung ist dem hiesigen Geflügel⸗Zuchtverein zu danken, der seit seinem Bestehen eine rege Thätigkeit entfaltet. Käufer und Verkäufer hatten sich zahlreich eingefunden. Wenn auch die Preise nicht ausnahmsweise hoch zu nennen sind, so war doch der Absatz besonders an jungen Hühnern recht flott und insofern für die Ver⸗ käufer von Vorteil, als sie ihre Ware ohne viel * Aus Rheinhessen, 18. Nov. Ver⸗ schiedene Kreisämter haben zur Bekämpfung, bezw. Vertilgung der Rebschädlinge eine An⸗ ordnung gelroffen, die auch für Nichtweingegen⸗ den von Interesse ist. Innerhalb einer von den Vürgermeistereien festgelegten Frist müssen näm⸗ lich sämtliche Rebstöcke in Weinbergen und Weingärten von den Strohbändern befreit sein, da diese eine Brutstätte der im letzten Sommer stark aufgetretenen Rebschädlinge sind. Das Stroh muß sofort verbrannt werden.— Eine große Zahl von Landwirten aus allen Teilen Rheinhessens war gestern in Alzey versammelt, um über die Gründung einer rhein hessischen Genossenschafts-Zuckerfabrik zu beraten. Mainz, 17. November. Heute Vormittag wurde im Hafen die Leiche der Tochter eines hiesigen Bäckermeisters geländet. Das Mäd⸗ chen, das 25 Jahre alt, war seit vier Wochen verschwunden. Mainz, 18. November. Es verlautet bestimmt, das Kriegsministerium beabsichtige am 1. Januar eine Schlächterei für die Zwecke der Militärverwaltung ein⸗ zurichten. Alzey, 18. November. Die am Sonntag Nachmittag in der„Reichspost“ abgehaltene Versammlung rheinhessischer Landwirte zwecks Gründung einer genossenschaftlichen Zucker— fabrik an hiesigem Patze erfreute sich eines regen Besuchs und nahm einen sehr günstigen Verlauf, so daß das Projekt als ge— sichert gilt. 7 5 Vermischtes. — Ein zarter Scherz. Ueber einen recht gröb⸗ lichen studentischen Ulk wird aus Karlsruhe berichtet. Daselbst erhielt am 15. November früh der Studierende der Rechtswissenschaft Meyer aus Pfullendorf, der hier die juristische Prüfung ablegen will, ein Telegramm von einem Juristen aus Freiburg, Namens Worcher, wonach er fliehen solle, der Leichnam sei gefunden. Daraufhin wurde der Studierende, der das Telegramm für einen schlechten Scherz erklärte, verhaftet und erst am 16. November aus der Haft entlassen, da sich das Tele⸗ gramm inzwischen wirklich als ein„Ulk“ eines Frei⸗ burger Kommilitonen herausgestellt hatte. Erwähnt sei noch, daß vor einigen Tagen bei Waldhut eine Leiche geländet wurde, an der man Spuren von Gewaltthätigkeit entdeckt haben will. — Selbstmörder und Muttermörder. In Dreux beschloß ein junger Mann Namens Ulysses Rouquel, sich wegen Liebesgrames zu töten. Gestern früh erhob er sich zeitig und nahm eine Flinte, die er niederknieend unter dem Kinn ansetzte. Seine Mutter überraschte ihn hierbei, sprang hinzu und riß ihm den Kopf zurück— allein es war schon zu spät. Der Schuß ging los, streifte die Wänge des Unglücklichen und zerschmetterte seine rechte Schläfenseite. Dieselbe Kugel traf aber auch die Mutter. Das Projektil drang ihr durch den Mund in das Gehirn und verursachte ihren sofortigen Tod. Der Sohn ver⸗ schied einige Stunden später. — Die Motorwagen in London. Aus Anbietens los wurden. ee*— besonders in Paris, schon seit einigen Jahren sich eine Art Bürgerrecht auf den Straßen erkämpft haben, werden von nun ab auch in den Straßen Londons zugelassen. Ein in ber letzten Tagung im Unterhause durchgegangenes Gesetz hatte den Grundsatz der Zulassung zum öffentlichen Verkehr festgestellt, und kürzlich ist nun auch die Bekannt⸗ machung für die Regelung dieses Verkehrs seitens des Lokalverwaltungsamtes erfolgt. Am vergangenen Sams⸗ tag wurde dieses Ereignis durch eine Fahrt von hier nach Brighton feierlich begangen, an der zwischen 50 und 60 Motorwagen teilnahmen. Die Fahrt ging von Whitehallplace über die Brücke von Westminster. In der Nähe des Ausgangspunktes wurden recht ansehnliche Preise für Fenster gezahlt. — Postdiebstahl auf einem Dampfer des „Norddeutschen Lloyd“. Die Polizei in Wien verhaftete kürzlich einen Mann, der sich anfangs Edwin Schweitzer, später Karl Hölken aus Haßlingshausen in Preußen nannte. Derselbe hatte sich durch Ausgabe von Goldmünzen verdächtig gemacht. Man fand bei ihm ein Säckchen japanischer, französischer und anderer Gold⸗ münzen im Werte von 4300 Gulden vor. Der Ver⸗ haftete gab an, die Sache rühre von einem großen Dieb⸗ stahl her, den zwei Matrosen des„Hohenzollern“ vom Norddeutschen Lloyd in den indischen Gewässern begangen hätten. Er hätte damals als Matrose gerade Nachtwache gehabt, als er die Diebe überraschte. Diese hätten dann sein Schweigen mit den Goldmünzen erkauft. — Eine blinde Radfahrerin erregt seit kurzem in den Straßen von Chicago Aufsehen. Sie bewegt sich so ruhig und sicher durch die belebtesten Straßen der Stadt, daß man ihre Blindheit kaum bemerkt hätte, wäre man nicht durch die große Aufmerksamkeit des sie be⸗ gleitenden Herrn und dadurch, daß dieser stets ihre Steuer⸗ stange festhielt, darauf gekommen. Das junge Mädchen, Edna Morris, ist 17 Jahre alt und vollkommen blind, doch hat sie das Radfahren außerordentlich leicht gelernt und war schon nach drei Stunden im Stande, ihr Rad allein fortzubewegen, und in geringer belebten Straßen bedarf sie jetzt gar nicht mehr der Hilfe ihres Lehrers. Sie ist während des Lernens nicht ein einziges Mal gestürzt, was manche Dame, die im vollen Besitz ihres Augenlichtes ist, nicht von sich behaupten könnte. So weiß wenigstens der„Kampioen“ zu melden, dem wir die Verantwortung dafür überlassen müssen. — Eine Anatomin. Im ersten anatomischen Institut der Berliner Universität, dem Geh. Rat Waldeyer vorsteht, ist seit geraumer Zeit eine wissenschaftliche Hilfs⸗ arbeiterin, Fräulein Clara Schneider, thätig, die eine so hervorragende Fertigkeit in der Herstellung von anatomischen Präparaten für die mikroskopische Unter⸗ suchung, besonders von Serienschnitten des Rückenmarks erlangt hat, daß sie von Geh. Rat ⸗Waldeyer und dem Prosektor, Professor Hans Virchow, den Aerzten zur An⸗ fertigung derartiger Arbeiten empfohlen wird. — Eine gestörte Theatervorstellung. Man berichtet aus München: Als der Hofschauspieler Stu ry, der vorige Woche in Schillers„Räuber“ den Karl Moor gab, im 4. Akt an den Turm ging, den alten Mann zu befreien, fing er plötzlich zu stottern an und ließ Worte aus. Er schloß die Thür des Turmes noch auf und sank mit dem Rufe„Ach mein Vater“ in die Kniee. Als er sich erheben wollte, stürzte er vornüber aufs Ge⸗ sicht und verlor das Bewußtsein. Der Vorhang mußte heruntergelaffen und das Stück konnte nicht weitergespielt werden. Stury hatte nach der Mitteilung des Regisseurs London wird geschrieben: Die Motorwagen, die anderswo, einen Ohnmachtsanfall erlitten. Heute geht es ihm ver⸗ hälkutsmäßig gut. In dem dichtgefüllten, fat aug verkauften Hoftheater rief der Vorfall große Aufregung hervor. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 21. November 1896. Vorabend: 4.15 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Sabbathausgang: 5.20 Uhr. Neueste Telegramme. Hd. Wiesbaden, 19. November. Auf dem Wege zwischen Frauenstein und Schierstein wurde der Land briefträger Diel auf seinem Dienst⸗ gange von Strolchen überfallen, kampfunfähig gemacht und seiner Barschaft und der Uhr beraubt. Hd. Berlin 19. Nov. Von dem Staats⸗ sekretär des Aus wärtigen und dem fran⸗ zösischen Botschafter ist gestern ein Ab- kommen unterzeichnet worden, welches der deutschen Einfuhr in Tunis die Meist⸗ begünstigung sichert. Hd. Wien, 19. Nov. Die Regierung per⸗ langt einen Kredit von drei Millionen Gulden behufs Beteiligung an der Pariser⸗Welt⸗Aus⸗ stellung im Jahre 1900. Hd. Paris, 19. November Infolge der fortgesetzten Steigerung der Getreidepreise ist der Preis für ein Kilo Brot seit gestern um 5 Centimes gestiegen. Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ *Recklinghausen, 9. Nov., 12 25. Min. Auf der Zeche„Blu men⸗ thal“ fand heute Vormittag einer Explosion schlagender Wetter statt. Die Unglücks ätte ist noch nicht zugänglich. Vermutlich sind 30 Bergleute getötet. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen U Gartenstraße 2. = Städt. Vom 16. bis 18. Novemb Angebot der Arbeitnehmer. Nachfr 1 Buchbindergeh., 2 Aushülfs kelln., 1 Friseurgehülfe, 1 Gärtner, Mälzer, 1 Colporteur 1 Schuhmacher⸗ 1 tüchtig. erde⸗ 1 5 7 5 Cabrönesch 1 Bäcker⸗ ing 1 miedgeselle, Fahrbursche, 1 Schlosser⸗ I Dienstmagd 1 Schneidergeselle, 1 Pferdeknecht, 2 Buchbinder⸗ S 2 Arbe, 2 Schuhmachergef., 6 Haus burschen, 1 Buchdrucker⸗ 2 1 Dienstmädchen, 1 Schreiuergeselle, 1 Strickerin, 1 Setzer⸗ 2 auf Weihnachten: 6 Taglöhner, 2 Dienstmädchen 1 Schmied⸗ 5 z tüchtige Pferde⸗ 2 Schweizer, 1 Werkführer od. 1 Schueider⸗ kuechte, 1 Glasergeselle, Bureaugehülfe. 1 Schweizer, 3 Stallmägde, Auf sofort: Arbeitsnachweis, 1 Glasergeselle, 1 Kutscher, Gießen. age der Arbeitgeber. nach Auswärts: 1 Schweizer, 5 Dienstmädchen. Bekanntmachung. Aus der Stiftung des Gemeinderatsmitglieds Alle Louis Labroisse ist um Weihnachten Brenn- material an 15 arme Familien zu vergeben Bewerbungen werden auf dem Armenamt bis zum 24. d. Mts. entgegengenommen. Gießen, den 17. November 1896. Die Armen⸗ Deputation der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Montag, 23. I. Mts., vormittags 11 Uhr soll im Bilrgermeistereigebäude— Zimmer Nr. 15— ein städtischer Bauplatz von 708 am, Ecke der Grünberger⸗ und Landmaunstraße gelegen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Lageplan und die Versteigerungsbedingungen können auf unserem Bilreau eingesehen werden. Gießen, den 18. November 1896 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse und der Plockischen Stiftung für 1895/6 liegt während 8 Tagen auf unserem Büreau— Zemmer Nr. 3 der Bürgermeisterei— zu Jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 16. November 1896. Die Armen⸗Deputation der Stadt Gießen. Wolff. 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