Gießen, Donnerstag, den 20. August 1896. adeszeikung. Ausgabe Gießen. Redaktion: 6 Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 19. August. Von hessischen Be⸗ hörden werden steckbrieflich verfolgt: Kaufmann Wilhelm Hansult aus Wieseck hom Amtsanwalt in Offenbach wegen Betrugs; Dienstknecht Heinrich Hoeres aus Lumda bom Amtsanwalt in Gießen; Taglöhner Jakob Müller aus Watzenborn von demselben Amtsanwalt. Gießen, 19. August. Am Sonntag, den 30. August, wird das Herbst⸗Bezirksfest des Nord-Bezirks(Gau 9) d. d. R. B. stattfinden, wobei ein Preis⸗Korso und ein Gala⸗Preis⸗Reigenfahren im Café e Leib in Aussicht genommen ist. Der Haupt⸗ anziehungspunkt dieser Veranstaltung wird aber das Auftreten der beiden Kunstfahrer Ge⸗ see p. St. 11% Gänse per Pe und Nindseasg ell, gen 70-1 70, Kartoffeln* beamer 450 N stiana Elisc⸗ ber, 5 Jahn eiter Ludwig] seßen. Gestolbhe hurg, Verantw. h „Ottmann, bebe! 2 1 0 sergestelt aus er Kohlen⸗ zießen Oberhessen en übertragen. und Monats-“ b nach Ueber⸗ heim. neben meinem ies und halte nöbllertes gin 1 main, m en. 1 2 e 0 immer 9 51 fl. Sul sul! 5 J e ee, 10 nt Lifte in 0 6 ll 9 sale Nin, 12 gl kehl, brüder Lippert aus Worms sein. Rudolf Lippert, geboren am 11. Februar 1883, und Georg Lippert, geboren am 30. August 1884 sind Amateure und im Besitz zahlreicher Ehren⸗ preise. Dieselben haben sich bereit erklärt, zum Radfahrerfest nach hier zu kommen, um sich dem Gießener Publikum als Kunstfahrer zu zeigen. * Gießen, 19. Aug. Der„Darmst. Ztg.“ zufolge hat ein hiesiger Unternehmer mit berschiedenen Gemeinden aus der Umgegend von Beltershain Verträge abgeschlossen, die ihn während einer Reihe von Jahren zur Aus⸗ beutung der in den betreffenden Gemarkungen befindlichen Bauxitlager berechtigen. Bauxit ist gegenwärtig sehr geschätzt und wird zur Ge⸗ winnung des Aluminiums verwendet. Eine große Anzahl Bewohner der dortigen industrie⸗ armen Gegend finden dadurch lohnende Be— schäftigung. 2 Gießen, 19. Aug. Zu den Neuwahlen für den 33. Landtag sind die Vorbereitungen in der Weise Mane daß mit aenlepeun der Wählerlisten Montag, 21. September, begonnen wird und die Wahlmännerwahlen Montag, 5. Oktober, erfolgen, worauf die Abgeordneten⸗ wahlen Mittwoch, 14. Oktober, stattfinden. In den acht mit beson derem Wahlrecht be⸗ 3 Städten sind für folgende Abgeordnete euwahlen vorzunehmen: Darmstadt: Otto Wolfs⸗ Bankier, Arnold 7 Hofbuch⸗ händler; Mainz: Franz Jöst, Kehlleistenfabrikant (hat das Mandat niedergelegt, wie Zeitungsbe⸗ richten zu entnehmen war), Karl Ulrich, Buch⸗ Metz, Rechtsanwalt; Offenbach: Dr. Her⸗ mann Weber, Justizrat; Friedberg: Ane Jöckel, Justizrat; Alsfeld: Karl Gundrum, Gast⸗ wirt; Worms: Nikolaus Reinhart, Fabrikant; Bingen: Jakob Peunrich, Redakteur. In den übrigen 40 Wahlbezirken haben für 15 Abgeordnete Neuwahlen stattzufinden. Da⸗ runter in der Provinz Oberhessen: 3. Wahl⸗ bezirk: Dr. Emil Vogt, Apotheker in Butzbach, 6. Wahlbezirk: Carl Theobald Schönfeld, Kreis- rat in Schotten, 9. Wahlbezirk: Otto Ziußer, Bürgermeister in Schlitz, 9. Wahlbezirk: Christoph Muth, Bürgermeister in Salz, 11. Wahlbezirk; Wilhelm Sturmfels, Gutsbesitzer in Nidda. Gießen, 19. August. Die Versamm⸗ lung deutscher Naturforscher und Kerzte, die im September in Frankfurt a. M. tagt, wird einen Abstecher nach Gießen zur Besichtigung der medizinischen Universitätsinstitute unternehmen. Wie verlautet, bietet die Stadt Gießen ein Frühstück, den Ehrentrunk die Aktienbrauerei. Sollte der gegenwärtig in aller Munde genannte Nordpolfahrer Frithjof Nansen der an ihn ergangenen Einladung zur Beteiligung an dieser Versamm⸗ lung Folge leisten, dann dürften die Gießener das Glück haben, diesen berühmten Mann per⸗ sönlich kennen zu lernen. * Gießen, 19. August. Zur Warnung für Eltern möge folgendes Bild dienen: Gestern Abend gegen 7 Uhr fuhr ein Kinder⸗ mädchen einen Kinderwagen, ihre Augen überall, nur nicht auf das ihr anvertraute Kind gerichtet. Ein Ruck, die Vorderräder des Wagens prallen mit Wucht gegen das Trottoir und im großen Bogen fliegt Decke und Kind auf das Pflaster. Zuerst wurde die Decke wieder in das Vehikel gepackt und dann kam das schreiende und zap⸗ pelude Kind an die Reihe. Eiligst ging dann die Fahrt weiter. Gießen, 19. August. Gestern verhandelte die Strafkammer gegen Willi Bender, 19 Jahre alt, dreimal wegen Diebstahl vorbestraft, wegen Diebstahls und widernatürlicher Unzucht. Der Angeklagte ist im vollen Um⸗ fange geständig und wird zu 6 Monate Gefäng⸗ nis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr beantragt. * Gießen, 19. Aug. Gewisse Kinderspiele kehren alljährlich mit unheimlicher Regelmäßigkeit zu be⸗ stimmten Zeiten wieder und sind der Mode nicht unter⸗ worfen, welcher Umstand sehr für die konservative Ge⸗ sinnung des kleinen Völkchens spricht. Gäbe es keine Kalender, so könnte ein aufmerksamer Beobachter nach der ewig wechselnden Art der Kinderspiele ziemlich sicher den Charakter der jeweiligen Jahreszeit bestimmen; sicherer manchmal, als nach der Witterung, die bekanntlich viel launenhafter und unzuverlässiger ist, als unsere in ihren Spielen so konservativen Dreikäsehochs. Gegenwärtig stehen wir im Zeichen des Drachen steichens— eine Thatsache, die unfehlbar darauf hindeutet, daß der Herbst nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Freilich ist die Hochsaison dieses beltebten Vergnügens noch nicht angebrochen, da die Winde, die zum richtigen Drachen⸗ steigen erforderlich sind, noch nicht in gewünschter Stärke und Ausdauer wehen. Buben und Mädchen bemühen sich um die Wette, aber leider vergeblich, die dürftigen Papier⸗ fetzen, welche an einer Baumwollenleine befestigt sind, zum Steigen zu bringen; ermattet sinken die armen Dinger, kaum daß sie den Anlauf zu einem bescheidenen Fluge gewagt haben, wieder zu Boden und nehmen ein klägliches Ende im Rinnstein oder auf dem harten, staubigen Straßen⸗ pflaster. Laßt aber noch vierzehn Tage ins Land ge⸗ gangen sein, und ihr werdet draußen im Freien, auf Wiesen und Stoppelfeldern, wahre Prachtschauspiele erleben! Die Drachen, die sich dann stolz in die Lüfte erheben, sind herrliche Meisterwerke der Buchbinderkunst und halten Balance wie der schneidigste Seiltänzer. Wünschen wir, daß der Sommer noch ein Weilchen den Herbstwinden Einhalt gebietet und noch eine stattliche Reihe sonniger Tage uns schenkt. Drachen und Herbstwinde kommen in der Regel früh genug! * Oberau(Kreis Büdingen), 19. August. Welches furchtbare Unglück passieren kann, wenn kleinere Kinder, ohne daß die notwendigen Vorsichtsmaßregeln getroffen sind, vollständig sich selbst überlassen werden, läßt folgender Fall, der sich kürzlich in einem hiesigen Hause ereignet hat, wieder deutlich erkennen. Die Mutter eines dreijährigen Mädchens entfernte sich gegen Abend von ihrer Wohnung, um eine Gans einzutreiben, ihr Kind allein daheim lassend. Kaum hat die Frau dem Hause den Rücken gekehrt, als sich das Mädchen in die Küche begiebt und sich über die zum Abendessen bestimmten, noch im Topfe auf dem Herd stehenden neuen Kartoffeln her⸗ macht, um an denselben seinen Hunger zu stillen. Dabei kam es jedoch der Feuerungsanlage so nahe, daß sich das Kleidchen entzündete und bald in hellen Flammen aufloderte. Auf die Hilferufe des armen Mädchens kam eine im unteren Stock desselben Hauses wohnende Frau herbei; sie fand zum Glück rasch einen Eimer mit Wasser, womit es ihr gelang, das Feuer noch zur rechten Zeit zu löschen. Nicht bloß das Kleidchen, sondern auch schon das Hemdchen war größtenteils verkohlt, und das Kind hatte an mehreren Stellen seines Körpers, wie an der Seite, am Rücken und an dem einen Ohr, nicht un⸗ erhebliche Brandwunden davongetragen; auch das Haar war stark gesengt. 4 * Darmstadt, 18. August. Der hiesige Radfahrerverein hält am nächsten Sonntag ein internationales Velocipedrennen ab, zu welchem Berufsfahrer aus dem Auslande, namentlich aus der Schweiz, Belgien und Frank⸗ reich zahlreich gemeldet haben. Auch der Frank⸗ furter Lehr, der seit Wochen auf der Rennbahn des Radfahrervereins trainiert, wird sich an dem Rennen beteiligen. *Darmstadt, 19. 1 Der Histo⸗ rische Verein beabsichtigt, bei günstiger Witte⸗ rung am Ludwigstag Dienstag, 25. August, Hara mit dem neugegründeten Fried⸗ erger Geschichts- und Altertums⸗ verein eine Tour nach Oberhessen zu machen und die beiden kunstgeschichtlich so in⸗ teressanten Kirchenbauten von Ilbenstadl und Nieder-Weisel zu besuchen. um 6 Uhr findet in Friedberg im Hotel Trapp gemeinsames Mittagessen statt. Die Herren aus Ober⸗ hessen, die an dem Ausflug teilnehmen 1 melden sich direkt zum Essen in Fried⸗ erg an. * Darmstadt, 18. Aug. Ein Radfahrer wurde am Samstag vor Pfingsten von zwei Taglöhnern ohne jede Veranlassung auf der Straße nach Eschollbrücken angehalten, arg miß⸗ handelt, mit„Totstechen“ bedroht und ihm schließlich die Maschine völlig zertrümmert. Die rohen Burschen wurden vom Schöffengericht wegen ihrer Heldenthaten zu 6 Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt. Mainz, 19. August. Die hiesige Tur⸗ nerschaft hat sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Turnvereine des 1. Bezirks (Mainz) des Gaues Rheinhessen gewendet, mit dem Ersuchen, sich für eine Trennung des Gaues Rheinhessen in zwei Turng aue auszusprechen, da der Gau Rheinhessen mehr 100 100 Vereine und über 8000 Mitglieder zähle. * Mainz, 19. August. In einer am Sonn⸗ abend Nachmittag stattgehabten sozialdem o⸗ kratischen Delegirtenversammlung aus dem Wahlkreise Mainz⸗Oppenheim wurde ein⸗ stimmig als Kandidat für die bevorstehende Reichstagsersatzwahl der Redakteur Dr. Ed. David aufgestellt. Die Aufstellung des Kandidaten für die Wahl zum hessischen Landtag wurde einer zweiten Konferenz überlassen, da — —— — — druckereibesitzer in Offenbach; Gießen: August Um Sekunden. Eine Anregung von Teo v. Torn. Der Herr Provisor stand vor Tabula B und ordnete die kleinen Flaschen mit Gasstöpsel und mit dem weißen Totenkopf auf dem schwarzen tikett, so daß sie in einer schnurgeraden Reihe und in haarscharf abgemessenen Zwischenräumen standen. Der Herr Provisor hielt etwas darauf, daß„seine Apotheke“ in Sauberkeit und Ordnung förmlich strahlte. Erstens war das gesetzliche und hygienische Vorschrift und zweitens hatte man noch nie beobachtet, daß der Binde⸗Shlips des Herrn Provisor auch nur um einen Millimeter in seinen, steif auf dem blütenweißen Vorhemd gelagerten Enden differierte,— um wieviel weniger durfte man ihm zumuten, das Porzellangefäß mit Cachou auch nur für eine Minute neben dem Gasballon mit aqua destillata zu dulden. Der junge Eleve, welcher vor vierzehn Tagen erst die Schulbank mit der Tonbank vertauscht, konnte ein Liedchen davon singen. Alle die Re⸗ gungen männlicher Würde, die ein wohlbestandenes Abiturium und das Gefühl, sich von einer Kousine geliebt zu wissen, sonst in jungen Herren dieses Alters zur Blüte bringen, waren gleich in den ersten Tagen dieser phänomenalen Ordnungsliebe gegenüber zu einer kleinlauten Lehrlingsfolgsamkeit zusammengeschrumpft. Er hatte Schreckliches zu erdulden. Wie ein Laubfrosch mußte er„um eine einzige lumpige Büchse“ vier- und mehrmal die Leiker auf und niederhüpfen, wenn das Ding nicht so in Reih' und Glied stand, daß selbst ein preu⸗ ßischer Sergeant an der„Richtung“ nichts hätte auszusetzen gefunden. Schließlich,— so ganz Un⸗ recht hatte der Provisor mit dem energischen Training seines Tripdelfitz nicht, denn der junge Mann hatte eine merkwürdige Neigung, Weinsteinsäure für Bullrichs⸗ salz zu verkaufen und mit der Spachtel für Zink⸗ salbe beim Abwägen des dickflüssigen Traubensirup nachzuhelfen. Heute war wieder ein Tag erster Ordnung. Wiohrend der Herr Provisor bei Tabula B ope⸗ J rierte, hielt er dem, mit dem Abwägen von Corella' Eleven eine An lo ötzlich beschäftigten chen Pulver ergötzlich beschäftig den Ladentisch Standpaule über die Notwendigkeit, selbst dann sauber zu halten, wenn man, was übrigens zu bemängeln sei, einen Tatterich in den Fingern habe. Das erhöhte nun zwar die Füll⸗ sicherheit der Hand des jungen Mannes nicht, da⸗ für aber batte er die Genugthuung, die Aufmerk— samkeit und den Redefluß des Herrn Provisor bald von sich abgelenkt zu sehen. Eine alte, ärmlich ge— kleidete Frau war in höchster Eile eingetreten und hatte atemlos, mit einem angstvollen Ausdruck in den rotgeweinten Augen, ein Rezept übergeben. Der Provisor nahm das Papier in die Hand, deren kleine Finger er dabei elegant spreizte und studierte mit umständlicher Sorgfalt die Krähenfüße, aus denen er die Mixtur zu komponieren batte. Die Frau war kraftlos auf eine Bank gesunken, hatte sich die wirren grauen Haare aus dem ver⸗ grämten Gesicht gestrichen und dann die Hände, krampfhaft gefaltet, in den Schooß gelegt. Den Oberkörper vornübergebeugt, verfolgte sie mit unge⸗ duldiger Spannung die gemessenen Bewegungen des feinen Herrn. 5 f Nach der Lektüre des Rezepts fuhr sich der Provisor mit den Spitzen des Zeige- und Mittel⸗ fingers nachdenklich über das blauschimmernde, glattrasterte Kinn und warf daun über die Brillen⸗ gläser hinweg einen bedauernden Seitenblick auf die Frau. „Ihr Kind?“ „Ja, Herr, mein einziges—“ „Te te, böse Dosis! Diphteritis, nicht wahr?“ „Ja, Herr“, schluchzte sie auf,„sowas hat der Kassenarzt gesagt, und— wenn—— wenn das nicht hilft, hat er gesagt,— dann ist's aus mit Gustchen. Ich sollte schnell laufen, Herr;— ich bitt' gar schön, geben Sie mir die Medizin, damit das Gustchen—.“ Hier schlug die Frau den Zipfel ihres Kopftuches vor das Gesicht und ihr Körper erbebte in krampfhaftem Weinen.. Der Provisor setzte seine Brille, die er, während die Frau sprach, abgenommen, gegen das Fenster gehalten und mit einem Lederläppchen sauber abge⸗ rieben hatte, rasch auf, rückte nur noch zweimal an derselben und machte sich dann mit Energie an die Arbeit. Eigenhändig holte er zwei Glasbehälter vom Regal, wog selbst je ein paar Körnchen auf einer sensiblen Wage ab und that sie in eine, vor⸗ her sorgfältig ausgewischte Porzellanschale, wo er sie unter Beigießen einer Flüssigkeit so nachdrücklich zerrieb, als wenn er Diamantsplitter zu zerkleinern hätte. Nachdem er dann das Gemisch in ein Fläschchen gegossen, setzte er dieses in andauernde schüttelnde Bewegung und verfolgte dabei mit scharfem Auge die Bemühungen des Eleven, den ihm zugeschobenen Porzellannapf zu reinigen. Schließlich stellte er noch für einen Augenblick die Flasche hin, um den erschreckenden jungen Mann auf eine gelbe Stelle aufmerksam zu machen, die sich nur bei schärfstem Hinsehen auf dem Geschirr entdecken ließ.— Die Frau hatte sich erhoben. Mit der Rechten auf die Rückenlehne der Bank gestützt, streckte sie die Linke flehend gegen den Mann aus, von dem sie doch meinte, daß er die Rettung ihres Kindes in der Hand habe. „Geben Sie mir, Herr, o geben Sie mir—“ Den jungen Mann mit einem grollenden Blicke messend, ergriff der Provisor die Flasche, schüttelte dieselbe noch heftiger und ging dann zu einem Stehpult, wo er die Flasche vor sich hinstellte und aus einem offenen Pappkästchen einen schmalen, etwas breiter auslaufenden Zettel entnahm, die be—⸗ kannte Fahne. Den Kopf leicht seitwärts geneigt, warf er mit selbstgefälliger Verve den vom Rezept gelesenen Namen und das„viertelstündlich einen Theelöffel“ darauf, nahm dann den Federhalter quer in den Mund, trocknete den Zettel sorgfältig ab und schlug dann ein Buch auf, ein schönes, großes, sauberes Buch, wo er das Rezept kalli⸗ graphisch eintrug. Die Frau war an den Ladentisch gewankt. Auf ihren Wangen malte sich hektische Röte und die zitternden Hände tasteten nervös auf dem Wachs— tuch, als ob sie die Flasche zu erreichen strebten. Die Eintragung war fertig. Indem er wieder— um den Halter zwischen die Lippen nahm, überlas der Provisor aufmerksam das Geschriebene, legte vor— sichtig ein Löschblatt zwischen die Seiten, klappte den Folianten zu und stieß seine Feder in eine riesige Kartoffel, welche er in einem besonderen Napf eigens für die Schonung der Feder vor sich hatte. Mit einem befriedigten„So...“ wandte —— „Eine Mark siebzig, wenn ich bitten darf—“ Die Gepeinigte griff in die Tasche. Ihre Hand flog dermaßen, daß ihr das Geldstück entfiel und unter eins der Regale rollte. Der Eleve sprang herzu und der Provisor beugte sich über den Laden⸗ tisch, dem jungen Manne eingehende Kombinationen über die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit der Richtung, die das Geldstück genommen, zurufend. Die Frau preßte die gefalteten Hände an die Brust und schrie auf: „Um Gottes Barmherzigkeit willen— die Medizin,— mein Kind.... Mit einem Ruck war der Provisor wieder bei der Arbeit. Kunstgerecht legte er ein rundge— schnittenes weißes und ein rotes Papier um den Kork. „Wieviel waren das, liebe Frau?“ „Zwei Mark“, schluchzte die Aermste. „Nun, dann will ich Ihnen die dreißig Pfennige herausgeben auf Treu' und Glauben,— obgleich der Ordnung wegen—“ „Treiben Sie mich nicht zum Wahnsinn!— Ich will die Flasche! Behalten Sie das andere Geld, nur geben Sie mir, geben Sie mir sofort!“ Sich vor den gegen ihn ausgestreckten Armen der Frau zurückbeugend, zog der Herr Provisor noch schnell ein Scheerchen aus der Westentasche, womit er den Faden durchschnitt, mittels welchem er die Fahne an den Flaschenkopf befestigt. Dann be⸗ schnitt er fein säuberlich die Papierumhüllung des Pfropfens und holte schließlich ein in Weiß und Rosa gestreiftes Papier unter der Tonbank hervor, in welches er die nun ganz„ordnungsgemäße“ Medizin einzuwickeln versuchte. Die Frau aber entriß ihm die Flasche und stürmte davon. „Exaltierte Person,“ murmelte der verblüffte Provisor vor sich hin, hieß daun den Eleven den Faden aufwickeln und sammelte selbst die kleinen Papierschnipsel vom Fußboden und vom Ladentisch auf. 5 Ob Gustchen gesund geworden ist, das weiß ich nicht. Ich hoffe es, der armen Mutter wegen, mit der ich nicht einzusehen vermag, welche Heil— kraft in so dringenden Fällen der Fahne und der akkurat beschnittenen Pfropfenhülle an Medizin⸗ er sich um. flaschen innewohnt. man sich über die Personenfrage noch nicht einigen konnte. Klein⸗Steinheim, 17. August. Unweit hiesiger Station ließ sich heute Nachmittag ein etwa 26jähriger Mann von einem Bahnzuge überfahren und wurde sofort getötet. Es ist ein gewisser Lindenfels, Zigarrenmacher aus Klein⸗Krotzenburg, der gestern mit einem Mädchen aus Klein⸗Auheim getraut werden sollte. Eine größere Summe Geldes warf er vor seinem Ende in den Main. Vermischtes. „Wetzlar, 19. August. Eine ganz merk⸗ würdige Kartoffel, die in dem Garten der Herren Gebr. Michel in der Langgasse ge⸗ wachsen ist, wurde uns heute gezeigt. 5 in Kreuzform zusammengewachsene Knollen hatten sich bei diesem Exemplar zu einer 3/10 Pfund wiegenden„Riesen⸗Kartoffel“ vereinigt. Wie uns übrigens mitgeteilt wird, sollen Kartoffeln von 2 Pfund und mehr auf dem betreffenden Grundstück durchaus keine Seltenheit sein. 5(W. Anz.) ö* Wetzlar, 19. August. Die städtis che Ob⸗ ö ligation Lit. D. Nr. 59 über 200 Mark, welche bereits zum 1. April d. J. ausgeloost war, ist bei der Stadtkasse noch nicht eingelöst worden. Da die Verzinsung bereits seit dem 1. April aufgehört hat, wird der Besitzer gut daran thun, die Obligation zur Einlösung vorzulegen, wenn er sich vor weiteren Zinsverlusten schützen will. 5— Verunglückter Radfahrer. An der Straße nach Wiesbaden, nahe dem militärischen Wachtgebäude, fand man am Montag Morgen zur Hälfte im Rhein liegend ein Zweirad. Durch die Nummer des Rades wurde ermittelt, daß das Veloziped Eigentum eines Herrn von Frankfurt ist. Die telegraphische Nachfrage ergab, daß der Herr vermißt wird. Da die Stelle, an welcher das Zweirad gefunden wurde, vor einem sehr abschüssigen Weg liegt, läßt sich befürchten, daß der Eigentümer des Fahrzeuges in den Rhein geraten und ertrunken ist. — Ladendiebin. Eine Dienstmagd aus Nieder⸗ Ramfiadt hat innerhalb Jahresfrist ihrem Dienstherrn, einem Metzgermeister zu Darmstadt, aus der Laden⸗ kasse nach und nach den Betrag von 1730, ge⸗ stohlen. Bei einer gestern vorgenommenen Durchsuchung wurde das gestohlene Geld unter den Effekten des Dienst⸗ mädchens aufgefunden und die Diebin in Untersuchungs⸗ haft genommen. — Eine Familientragödie. Ueber ein schau⸗ riges Verbrechen wird aus Blasewitz bei Dresden be⸗ richtet: In dem Hause Johannstraße 18 liegt eiue prächtige einstöckige Villa inmitten eines Schmuckgärtchens. Die erste Etage des Landhauses bewohnte der Kaufmann Hermann Petermann, Prokurist eines der ersten Handels⸗ häuser Dresdens, mit seiner jungen Gattin, der Tochter einer hochangesehenen begüterten Familie. Am Freitag Abend hatte eine kleine Abendgesellschaft stattgefunden, an der das junge Ehepaar vergnügt und heiter teil⸗ genommen hatte. Was die Nachtstunden gebracht, darüber wird jedenfalls der Schleier des Geheimnisses nicht ge⸗ lüftet werden. Plötzlich in den ersten Morgenstunden wurde das in dem Dachgeschoß schlafende Dienstmädchen einer in demselben Hause wohnenden Herrschaft durch intensiven Petroleum⸗ und Brandgeruch aus dem Schlaf geweckt. Sofort eilte das Mädchen nach der ——— Petermannschen Wohnung, aus der die Flammen und der Qualm kam und machte Lärm. Nichts rührte sich, Hilfe⸗ und Feuerrufe alarmierten die Ortsfeuerwehr, die auch bald zur Stelle war. Nach der gewaltsamen Eröffnung der Wohnung fand man im ersten Zimmer den leblosen und im Gesicht durch Feuer bereits angekohlten Leichnam der jungen Frau. Der Hals zeigte eine klaffende große Wunde, offenbar von einem Stich herrührend. Die Frau hielt ein halbangebranntes Polster krampfhaft umklammert. Die tödlich verletzte und mit Brandwunden bedeckte Frau hatte sich von der Schlafkammer bis hierher geschleppt und war dann verblutet. Petermann lag mit zerschmet⸗ tertem Kopf im Schlafzimmer, neben ihm der Revolver, der noch fünf scharfe Patronen aufwies. Fast alle Möbel waren mit Petroleum übergossen und durch den Brand zum größten Teil vernichtet. Die That ist um so rätsel⸗ hafter, als der Mörder in geordneten wirtschaftlichen Ver⸗ hältnissen gelebt haben soll. — Ein Riesentang. Das größte Gewächs des Meeres und eine der am höchsten aufsteigenden Pflanzen des Erdballs überhaupt ist, wie der„Prome⸗ theus“ mitteilt, ein Riesentang(Nereocystis), dessen Stengel bis zur Länge von 90 Metern angetroffen werden, zur Familie der Laminarien gehörend und zuerst von Mertens in seiner Flora Alaskas beschrieben. Diese an der Nordküste Amerikas und Asiens häufige Alge bildet dort an seichteren Stelle bedenkliche Dickichte, da die Blätterbüschel dieses am Boden durch Haftwurzeln festgehaltenen, bei der jungen Pflanze bindfadenstarken Stiels an seiner Spitze durch eine Art rübenförmigen Luftballons, der zuletzt eine Länge von 2 Meter und einen Durchmesser von 1,30 Meter erreicht, bis ans Tageslicht gehoben wird. Auf dieser luftballonähnlichen Schwimmblase entspringt ein großer Schopf dicker, fester, lanzettlicher Blätter von anfangs 50 bis 60 Centimeter Länge, die sich schließlich spalten und zu einer im Kreis ausgebreiteten Rosette von 15 bis 20 Meter Durchmesser auswachsen. Sie bilden dann am Ufer schwimmende untergetauchte grüne Wiesen, durch die kleine Fahrzeuge nicht hindurchkommen. Die Alsutenbewohner benutzen diese Pflanzen vielfach. Aus den getrockneten zähen Stielen verfertigen sie 80 Meter lange Fangseile, aus den Schwimmblasen Gefäse für den Hausgebrauch und Schöpfer, um das Wasser aus ihren Kähnen zu entfernen. Warnung für Hochzeitsgäste. Ein Münchener Korrespondent der„Frkf. Ztg.“ veröffentlicht den Brief eines dortigen Restaurateurs-„München, den 12. August 1896. Wohlgeboren Herrn N. N. hier. Sie haben an dem Hochzeitsmahle des Herrn M., welches iu meinem Weinrestauraut am 28. Februar 1893 stattgefunden hat, teilgenommen. Bei diesem Male ist nun an Speisen, Getränken u. s. w. bei mir eine Rech⸗ nung von 741, 83„ erwachsen. Ich habe diesen Betrag zunächst vom Brautpaar eingefordert, mußte aber dabei die betrübende Erfahrung machen, daß das⸗ selbe vollständig insolvent ist. Zu meinem großen Be⸗ dauern bin ich daher genötigt, von der mir zustehenden Befugnis Gebrauch zu machen, mich an die einzelnen Teilnehmer des Mahles zu halten. Die Verpflichtung, an den Kosten des Mahles mitzutragen, ergiebt sich schon daraus, daß Sie eben einen verhältnismäßigen Teil an Speisen und Getränken verzehrt haben. Der Umstand, daß Sie vom Brautpaar eingeladen wurden, berechtigt Sie etwa, sich an dasselbe um Ersatz zu wenden, berührt aber als eine zwischen Dritten getroffene Vereinbarung mich nicht. Ich bemerke Ihnen überdies, daß Herr M. mir selbst gesagt hat, Sie würden meinem Anspruch um so eher entsprechen, als Sie für das eingenommene Hoch⸗ zeitsmahl ihm selbst eine Gegenleistung in Form eines Hochzeitsgeschenkes nicht gemacht haben. Ich ersuche um baldgefällige Zahlung des auf Sie entfallenden Anteils im Betrage von 26„ 50 J und bemerke Ihnen, daß ich dabei die mir seit 3 Jahren entfallenen Zinsen im Betrage von 129, 82& gar nicht in Anrechnung gebracht habe. Hochachtungsvollst X. X., Restaurateur.“ Nach dieser Erfahrung des Herrn N. N. wird ein vor⸗ sichtiger Hochzeitsgast in Zukunft gut daran thun, zu ver⸗ langen, daß Bräutigam oder Brautvater vor dem ersten Löffel Suppe— die Kosten des Mahles deponiert. — Hundetoiletten. In Paris giebt es„Tail- leurs pour chiens“. Schneider, die ausschließlich für Hunde arbeiten. In der„Monde illustré“ berichtet Gay Tomel, was ein„Trousseau“ mittlerer Gattung für einen anständigen Hund kostet: Halsband 12 Francs, Bracelet 8. ½ Dutzend Hemden 60, ½ Dutzend Taschen⸗ tücher 6, 2 Paar Schuhe, davon eins aus Rehleder, 15, 1 Morgenanzug, Schlafrock 15, 1 Seebad⸗Kostüm 15, 1 Stadtanzug 30, 1 Galaanzug 50, 1 Reiseanzug 25, 1 Winterpaletot mit Pelz 35 Francs, in Summa 271 Francs. — Ueberfall im Gefängnis. Aus Baden⸗ Baden wird berichtet: Auf den hiesigen Gefangenenauf⸗ seher Lorchert ist im Gefängnis ein Ue berfall aus⸗ geführt worden, indem ein wegen Landstreicherei Inhaftierter in dem Augenblick, als Lochert in die Zelle des Gefangenen trat, mit dem irdenen Wasserkrug bewaff⸗ net, über den Aufseher herfiel und ihm bedeutende Ver⸗ letzungen im Gesicht und auf dem Kopfe beibrachte. Blutüberströmt wich der Aufseher zurück und konnte noch die Zelle abschließen, ehe der Gefangene entweichen konnte. (Ein ähnlicher Vorfall passierte vor einige Zeit im Land⸗ gerichtsgefängnis zu Marburg. Wir berichteten darüber in Nr. 181 der Hauptausgabe. Die Red.) + 7 Letzte Nachrichten. * Gießen, 19. August. Die gestern Abend stattgehabte Preisverteilung des am Sonn⸗ tag und Montag stattgefundenen großen Preisschießens unseres Schützenvereins hatte folgendes Resultat:(Wil dstand: 60 Meter laufendes Wild.) Ehrenpreise: Ehrengabe der Lügentischgesellschaft: Horn⸗Frank⸗ furt(102 Punkte). 2. Karl Wiegandt 15 Punkte). 3. Karl Brück(95 Punkte). Preise: 1. Horn⸗Frankfurt(30 Punkte). 2. Karl Brück (29 Punkte). 3. Karl Wiegandt(28 Punkte). 4. Abrie(27 Punkte). 5. Burk(26 Punkte). 6. Ferd. Windecker(26 Punkte). Ferner: 7. Preis Kilbinger, 8. Schreiner, 9. Max Baumann, 10. Ad. Bieler. 100 Meter aufgelegt: Ehren⸗ preise: 1. Horn⸗Frankfurt(154 Punkte). 2. Schreiner(147 Punkte). 3. Karl Brück (141 Punkte). Preise: 1. Kilbinger(35 Punkte). 2. Horn⸗Frankfurt(35 Punkte). 3. A. Dickore(34 Punkte). 4. F. Dickore(33 unkte). 5. Carl Brück(33 Punkte). 6. Schreiner 33 Punkte). Ferner: 7. Preis Huhn, 8. Kutz⸗ schrad, 9. Gieße⸗Offenbach. 10. Wilh. Homberger. — 175 Meter Standscheibe. Ehren⸗ preise: 1. Kopp⸗Offenbach(237 Punkte), 2. Horn⸗ Fee ee 3. Wiegandt(205 Punkte). Preise: 1. Schreiner(57 Punkte). 2. Horn⸗ Frankfurt(55 Punkte). 3. Kopp⸗Offenbach(55 Punkte). 4. Kilbinger(52 Punkte). 5. Wiegandt (51 Punkte). 6. Dickore(49 Punkte). Ferner 7. Preis Ed. Noll, 8. Carl Brück, 9. Gieße⸗ Offenbach, 10. Berger, 11. F. Dickore, 12. Fritz Helm.— 300 Meter(Feldscheibe). Ehren⸗ preise: 1. Horn⸗Frankfurt(276 Punkte). 2. Kilbinger(236 Punkte). 3. Wiegandt(200 Punkte). Preise: 1. Kopp⸗Offenbach(70 Punkte). 2. Horn⸗Frankfurt(68 Punkte). 3. Becker(65 Punkte). 4. Wiegandt(62 Punkte). 5. Berger (62 Punkte). 6. Kilbinger(62 Punkte). Feruer 7. Preis: Gieße⸗Offenbach, 8. A. Dickore, 9. F. Dickore, 10. Karl Brück. Die Punktzahl für Ehrenpreise(Prämien) wurde in 15 Schuß, die der Preise in 3 Schuß erzielt. 5 Rant 18. August. Als Warnun für übermütige Burschen möge folgende Schöf⸗ fengerichts verhandlung dienen, in sich der 20jährige Jakob Loos von O rosbach zu verantworten hatte. Der Ange klagte ist geständig, J. Zt. zwei Gießener fahrer, die am Abend auf der Rückfahrt vo Bad⸗Homburg begriffen, die Strecke Oberro 0 Friedberg passierten, derart belästigt zu haben daß der eine von ihnen zu Fall kam und pin Gesicht verletzte. Der Verletzte, welcher heute als Zeuge vernommen, bat den Gerichtshof un eine milde Strafe, weil er annehme, da junge Mann weniger aus Rohheit als im Heber. mut gehandelt habe. Nur dieser hatte es der Angeklagte zu danken, daß der Ge⸗ richtshof auf eine Geldstrafe von 50 A erka 9 obschon er eigentlich, wie es in der Ulrtelabe 4 gründung hieß, eine Gefängni 11 fängnisstrafe verdient Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 19. Aug. Wie die „Volksztg.“ meldet, fand gestern früh in der Junge haide zwischen einem Offizier eines auswär. a be che tigen Regiments und einem hiesigen ina Arzt ein Pistolenduelb 1 8 Jar g 5 h Bedingungen statt, bei welchen der Arzt Ma g des schwere Verletzungen davontrug. die Age f Hd. Hannover, 19. Aug. Der Schaue feen 1 zu spieler Odemar vom hiesigen Königlichen gesalt 165 dee Hoftheater sprengte in Ostende die Spiefb ank ff ben uten St zwei Mal. Er gewann 96000 und 100000 fe eine kalunz Fran hau wi 15 Paris, 19. Aug. General Bots⸗ il eie au deffre, der Chef des französischen Generalshan b, Ehle 5 wohnte gestern einer interessanten Schießü bun 9 berg ud Aab bei, bei der elektrisches Licht verwendet uu dann, pen f wurde. Am Schlusse dieses Versuchs wurde buche Olle de eine Artilleriesalve abgefeuert, i 5 ig ge gef wobei 130 Kanonen d. Venedig, 10. August. ier i 0 Komitee in der Bildung e 11 für die Aufständischen in Kandia Sym pathien zu gewinnen. Mehrere Mitglieder adlige Familien, welche sich in Kandia während der benetianischen Herrschaft hervorgethan haben, beteiligen sich an der Bildung dieses Komitees In A Tagen soll ein Manifest erscheinen. Die Aufständischen sollen auch eventuell unter⸗ Bit 1 g f Hd. Brüssel, 19. August. Der„Patriote“ erklärt formell, die belgischen Walen seien der geplanten Bildung einer 0 0 belgischen Kriegsmarine feindlich ge⸗ sinnt, da die Uebernahme des Cougostaat⸗ welche allein die Bildung einer Krigene rechtfertigen würde, die Entwickelung der Unab⸗ hängigkeit Belgiens erschweren würde. Hd. Brüssel, 19. August. mittag größere Brände statt. Mehre Pachthöfe wurden eingeäschert. Man gun aßen ee 7 1 Hd. Madrid, 19. Aug. Der frühere repu⸗ blikanische Abgeordnete Saru omg einige andere verdächtige Persönlichkeiten wurden gestern verhaftet. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. d 4 Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in eßen. 1 Hierdurch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publikum ergebenst mitzuteilen, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues bis auf Weiteres Seltersweg 2, neben Herrn Kaufmann Adolf Geisse N b In vier um⸗ liegenden Gemeinden fanden gestern Nach⸗ feen Zufande 0 werden. Gießen, Al. fuden sch bol Fran bchobeante in ufer ang der preußische Ver Wünschen der bishe scberalser Wese ent Gießen, 20. Fuhr Karl Duil Sonntag am Rennen Gießen, l. pelcher gegen d Stabtbetordnet. der Verlegung, eingelegt wurde, wi 15 Seile mitte robinzialdirektors dem Kreisaussch handlung kommen. Gießen, N. sache des Schlachth den Obermeister de wegen Beleidigung d. N. bormitags, Vahandlungstermin Behünde Strafantra digung von Antzwe wird als Rebenkläge wald betreten. d Vernchmen nach rech Gießen,. genelbete feierliche das Kaufmännis am Samstag N Nordunlage fut I befindet. 4 n 05 5 0 75 12 5 70 N 5 a 1 58 8 er Fel! 19 Carl Brück, Gold- und CSilberarbeiter. be en 1 Bekanntma ch Bek 6. 77 Er uin dn f. 7 1 A U 3 ell. 1. ö Betr.: Die Vergebung 1 Die. 1 e een 9 darb eiter und N 8 e ee e g e 2 Von der Rei ck e Mae do ll f 5 ing hab ö 1 1. d. 95 finden Beschäftigung bei 1 J. 1500 Mk. zur Verteilun gel 8 1 5 5 0 Nach 8 3 der Süiftungeurkunbe können zur im Saale des allen Machauses verpachtet 2 On ET elSe Zzurue 8 Leut Laubach. Wesanlage Nr. 2. von 7 e um die Gaben nur zugelassen werden. Tüchtige 0 Aekoman bol 8 4 Gießen, den 17. August 1896.* 0 7„ 1 ee Feet die oe Prakt. Tierarzt Seiderer, Austreichergehilfen] den haben,— NN 958 HKir uch 9460 Deut 1 b) Frauen und Kinder solcher 5 D 2 ch ch 9² chenplatz No. ff. 1 ir daß 150 5 125 15 Städt. 8 K la thaus Ferd.. 10 Ueber die 10 entern dee n an fle e ne, T...— ͤi1n1n. und daß dieselben von der Zeit der ni und morgen,—— zum 1. Oktober zu vermieten Agenten gl Bewerbung rückwärts t, min⸗ 7 i e— 4 2 F e 1 destens zwei Jaßre in 177 5 e Schweinefleisch. N Mäusburg 12, III Stock. der fh bleces Aus brochen gewohnt haben. nicht ladenrein, pro Pfund 45 Pfg. l 2. 5 Ein möbliertes Zimmer(10 Mk. mit meme ende Gan, bebe fee eis dann 30. eeptencber n.. Ein im Schreiben ge⸗ i 4 507 70 e 1. J. 7 ahnhofstraße III. Stock links. fag 1 bei Großh. Bülrgermeisterei Gießen schriftlich wandter 16—17 a 2 Agesonn —:. Gee eee 1 1 0 äher 72 A mieten. mi affee un e⸗ ele l zu begründen und zu belegen. Gänge zu besorgen hat dienung. 928 e. Mi Gießen, den 17. August 1896 4 858 5 5 Stoch linbe⸗ it de N Großh. Bürgermeiserzi Gießen. wird sofort verlangt. eee e. ae„„ Neues Sauerkraut Bekanntmachung riedel& Asprion 2 und 5 ö Die Verzeichnisse der stimmberechti f—— 0 0 e a ban J dal bee. Ein Hut vertauscht— frisch eingemachte ae sitzer zum Gewerbegericht liegen vom 19. Aug. wurde am Freitag im Hotel⸗Restaurant„Zur von Wilh 1 1 1 5 er ²II, Giger, Sue. Gurken a 1 nachmittags von 2 bie 6 Uhr auf dem 5 555— a N 1 on, en r. 7. in die Höh 1 bee ae g de Nr. 15 Wohne jetzt e Laa n en ern oh. Haukel, Genüschürtler N 0 1 1— zur Einsi er Beteiligten offen. 0 V 2 ö 1 0 6 90 ö 05 1 55 dies 8 100 afin zur Marktstraße Nr. 8 W. Schloßgasse.. de lan sentlichen Kenntnis„b à 5 90 N gab ee 17755 en e ee(neben Herrn Kaufmann Pistor.) 144. 4 1 b. 68 104 isse in der genann i i Apthi ö 0 0 5 1 a ee e eee a Ferdinand Parthier, 1 f 555 E ra eu eng benen Gießen, den 18. Angust 1896. Korb- und Stuhlste chterei T. Den verehrl. Damen die ergebene Mitteilung, dass a ben Großh. Bürgermeisterei Gießen. 2 8 zum ungenirten Erlernen des Radfahrens der grosse Saal von f 8 U 0 J B. Wolff. Reparaturen billigst. a 952 Steins Gar 1 in 11 fe 5 5 Heuven⸗, Damen⸗ un aug 17 f 2 19 ns Garten mir in liebenswürdiger Weise zur Verfügung g 14 ö 75 5 Suche sofort einen 5 gestellt wurde und nehme geschätzte Anmeldungen i iner Kinder⸗Stiefel(eh ed, drt 15 wei sprungfähige reine Schweizer⸗Bock⸗ 0 G W. 8. n gen in meiner erden stets zu den 96 ö elauft d, bürsten kae a e erspeñ tüchtigen Gesellen. ohnung, ee e 5 en be bee e e bar dhe eee rSheim Phl. Klotz, Schuhmacher, ochachtungsvo S 0 N ar alle. g. macher Gr e in Ruttershansen bei Lollar 937 Gr.⸗Liuden. Wilh. Hamel. aan e 5 et Nang 6 n M