iu Abend eh der Dau V Auf beg. e Hochzeit alche auf z dle Woche hu I heutigen gh bon Watelg, Regiment h benen golden fahne befest 1 dem berelh ird weiter h ein Telegrum der Nähe y i Minuten g; uf eine lh, Leck bekomme ging sofort ah der Nähe du vamm und eh ch eine Very onen büßte cg, Verantw. J. Ottmann, bebe — och 15 en rund) r-Uhren“ Remontolk ne Herren drand n 10 Remontoll. lack an, Stel K an, Viele ark an, 5 3 lam! werk ner ur b i g dus beste 9 liche Peri, cheinen könn —. herstellung werden 760„ bewilligt, für die Vermessung t. 143 1 Gießen, Sonnabend, den 20. Juni 1896. Ausgabe Gießen. Hessische Landeszeikung, Versammluug seit Jahren beschäftigt habe. stehen, da für die Getreidebranche allein es nicht ratsam 3½ Uhr Nachmittags die Sitzung. Sämmtliche Stadt⸗ bperordneten sind heute erschienen, um ihre Stimme abzu⸗ geben. Punkt 1 und 2 der Tagesordnung, die Herstelluug des Feldweges am Windhof und auf der Hardt, sowie die Vermessung und die hydrographische Aufnahmen der Lahn, zum Zwecke der Regelung und Kontrolle der Kies⸗ entnahme werden ohne Debatte genehmigt. Für die Wege⸗ der Lahn von der Wieseckmündung bis zur Gemarkungs⸗ grenze sind 1500 Mark in den Etat 1897/98 einzu⸗ stellen. Dieser Betrag soll dadurch wieder eingebracht werden, in dem er den Baggereibetrieben auferlegt werden wird, eine Abgabe pro bm. Kies, den sie aus der Lahn gewinnen, an die Stadt zu zahlen. Die Versammlung geht nun zu Punkt 3 über: Die Errichtung öffent- licher Lagerhäuser bezw. Lagerplätze und An⸗ lage eines Viehmarktes mit Viehhof. Der Ober⸗ bürgermeister bemerkt hierzu, daß diese Angelegenheit die Zuerst habe es sich nur um öffentliche Lagerplätze und Lagerhäuser im Anschluß an die Eisenbahn gehandelt. Auf Anregung hiesiger Fruchthändler und der Großh. Handelskammer hierselbst habe man sich zuerst in der Versammluug mit der Frage beschäftigt, nachdem die Main⸗Weserbahn erklärt hatte, zwar selber diese Einrichtung nicht schaffen zu wollen, aber bereit sei, Schienenverbindung eventuell her⸗ zustellen. Man übertrug die Prüfung der Frage einer Spezialkommifsion der Stadtoerordneten, welche sich im Nov. 1891 mit einem vorliegenden Projekt des Bau⸗ meisters Backofen beschäftigte. Die Fruchthändler, welche diese Lagerhäuser zuerst im Interesse der gedeihlichen Weiterentwicklung unseres Handels zuerst anregten, hatten ihre Bereitwilligkeit ausgesprochen eine Verzinsung des Kapitals der Bausumme im Betrage üon 6000 Mark zu gewähren. Die Spezialkommission war der Meinung, daß diese Summe zu klein sei und man erst ein Mal Umfrage halten sollte, ob nicht auch andere Industrie⸗ zweige der Idee des Lagerhofes sympatisch gegenüber⸗ schien, auf städtische Kosten die betreffende Einrichtung zu schaffen. Denselben Standpunkt nahm auch damals das Kollegium in dieser Frage ein. Eine erneute Umfrage seitens der Handelskammer stellte fest, daß außer dee Fruchtbranche die Papier⸗ Eisen⸗ und Tabakbranche das Bedürfnis nach öffentlichen Lagergelegenheiten anerkenne dhe Interessenten mehrten sich, so daß eine Garantiesumme von 11000 J Jahresmiete als Unterlage für ein Pro⸗ jekt geboten werden konnte, dessen Ausführung an Bau⸗ kosten allein 167000& betragen sollte, zu dem aber eine Geländeerwerb von ursprünglich 60 000 später aber 80 000 Quadr.⸗Meter nötig gewesen wäre. Auch mit diesem Projekt beschäftigte sich die Versammlung 1892/93. Es bestand aber damals noch volle Unklarheit über die Art unseres Bahnhofsumbaues und aus diesem Grunde beschloß das Kollegium, die Frage vorerst auf sich be⸗ ruhen zu lassen bis man wegen der Bahnhofsanlagen klar sehen könne. Der Oberbürgermeister hat auch während dessen angefragt beim Präsidenten des landwirtschaftlichen Provinzialvereins, wie sich die Landwirte zu der Er⸗ bei der Bürgermeisterei eine Eingabe von 55 Viehhändlern ein, welche darauf hinwies, welche Schwierigkeiten und unnütze Spesen der Viehhandel in Gießen habe lediglich wegen der ungünstigen Lage des Viehmarktplatzes, welcher abseits der Eisenbahn gelegen, mit welcher ¼ des Auf⸗ triebes hier ein- und ausgehe. Die Händler erklärten den Platz hinunter dem Schlachthof zur Anlage eines Markt⸗ platzes für ungeeignet und baten, den Gießener Vieh⸗ markt in die Nähe des Bahnhofs zu verlegen und zeit⸗ gemäße Einrichtungen auf dem Markt zu schaffen. In einer Gegenpetition wahrten damals auch die Stallbesitzer ihren Standpunkt. Die Marktkommission, welcher die Ein⸗ gabe der Viehhändler überwiesen wurde, beschloß sich vor— erst auch in der Viehmarktsfrage abwartend zu verhalten. So stand die Sache im Frühjahr 1894, da erfuhr man das Nähere über die beabsichtigte Gestaltung des Güter⸗ bahnhofs und die Bürgermeisterei hielt es für an der Zeit, der ruhenden Frage näher zu treten. Die Spezial⸗ kommission beschloß damals generelle Pläne ausarbeiten zu lassen, damit eventuell die Stadt ihre Hand auf das benötigte Gelände legen könne. 1895 waren die Pläne vom Stadtbaumeister fertig gestellt. Sie wurden der Eisenbahndirektion Frankfurt vorgelegt und fanden deren Billigung. Der Eisenbahnfiskus ist eventuell bereit, das Gelände zur Verwirklichung des Projekts auszutauschen gegen städtisches Gelände. Der Oberbürgermeister legt dar, wie man oben im Süden in der Nähe der Marga— rethenhütte unter Ausschluß der Hofraiten von Schkesinger und Rüsing, das zum Bau der Lagerhäuser und Lager⸗ plätze und zur Einrichrung eines Viehhmarktplatzes und Vieh⸗ hofes henötigte Gelände in Aussicht genommen habe und daß man nicht etwa beabsichtige, gleich ein großes Eta⸗ blissement zu schaffen, sondern daß die Baupläne so an⸗ gelegt seien, daß man ganz, wie es das Bedürfnis er⸗ gebe, so nach und nach die beabsichtigten Etablissements ausführen und vergrößern könne, ohne daß dadurch mehr Kosten entstehen. Der Antrag der Kommission gehe nun dahin, die Versammlung wolle beschließen, das zur Er⸗ richtung von Lagerhäusern, Lagerplätzen eines Viehmarkt⸗ platzes und eines Viehhofes benötigte Gelände von 80000 Quadr.⸗Meter solle freihändig gekauft, eventuell durch zwangsweise Enteignung für die Stadt erworben werden. Der Oberbürgermeister weist weiter auf den Rückgang der Gießener Märkte hin, der seinen Grund hat in den un⸗ zulänglichen Markteinrichtungen, welche die Verlegung des Marktplatzes bedingen. Hierzu kommt noch, daß die pro⸗ jektierte Biberthalbahn welche in 1—2 Jahren in Betrieb kommen wird, ihre Bahnhofsanlagen an der Stelle er⸗ richten will, wo sich zur Zeit der Viehmarktplatz befindet. Redner geht nun dazu über die Agitation der Gegner der Verlegung dieses Marktes zu erörtern, die hierfür vorge⸗ brachten Gründe seien kleinlicher lokaler Natur. Die dem Stadtvorstand von den Herren Hanauer, Bieler, Euler und Happel übermittelte Petition trage im Ganzen 1660 Unterschriften(Nicht 300 wie seiner Zeit bereitet wurde.) Die ganze Sache war schon längst spruchreif, aber die Bürgermeisterei hielt es für richtig erst den Eingang der in der Versammlung im Dezember v. J. seitens der Gegner der Vorlage angekündigten Petition abzuwarten marktes) seien, welche in der Stadt ihre Einkäufe machen, habe man beschlossen, den Schweinemarkt in der Neustadi zu belassen und denselben eventuell hinter den Schlachthof zu verlegen, wo derselbe vor dem Hochwasser der Lahn geschützt sei. Die Kommission war sich einig bis auf eine Stimme in der Frage, der Schaffung von Lagerhäusern und Lagerplätzen an einer dazu geeigneten Stelle und er— kannte an, daß nach dieser Richtung schleunigst gehandelt werden müsse ehe es zu spät ist. Man hielt den ge⸗ gebenen Moment auch um deß Willen für den geeignetsten weil erstens der Endpunkt der Biberthalbahn aus leicht erklärlichen Gründen bis zur Margarethenhütte verlegt werden soll und weil zweitens es in der Absicht der Staatsregierung liegt, Beihülfen zu gewähren für die Er⸗ bauung von Lagerhäusern an geeigneten Punkten des Eisenbahnnetzes und ein solch günstiger Punkt sei unbe⸗ stritten Gießen. Mit 5 gegen 2 Stimmen nahm auch die Kommission unter Scheidung des Großviehmarktes vom Schweinemarkt und Belassung desselben in der Neustadt die Verlegung des Ersteren nach der Westlichen Seite des neuen Güterbahnhofes an. Man war also bestrebt, dem Interesse der Neustadt Rechnung zu tragen, soweit es sich mit dem Gesamtinteresse vertrage. Es stände fest, daß auf dem Schweinemarkt Verkäufer und Käufer aus unserer Umgebung auf dem Landweg sich zusammen finden. Während der größte Teil des Auf- und Abtriebes unserer Rindviehmärkte mit der Bahn geschehe. Mit der Schaf⸗ fung zeitgemäßer ud modernerer Einrichtungen für den Rindviehmarkt vereinfache sich die veterinäre Kontrolle und vermindere sich die Seuchengefahr. Das Ministerium habe der städtischen Verwaltung zugesagt, daß es, wenn die Marktplatzfrage für unsere Stadt zeitgemäß gelöst sei, gestatten würde, hier alle 14 Tage regelmäßig Markt ab⸗ halten zu dürfen, Der Oberbürgermeister erinnert an die traurigen Verhältnisse der letzten Zeit, wo die Märkte ganz und gar verboten worden seien, er weist daraufhin, daß der Bahnanschluß eine bedeutende Förderung und Vermehrung des Auftriebes ergebe, daß aber auch der nach der westlichen Seite des Bahnhofs verlegte Güterver⸗ kehr durch den an der Westanlage herzurichtenden Durch⸗ bruch des Eisenbahndammes eine Näherrückung des Güter⸗ bahnhofs nach dem Mittelpunkt der Altstadt zu bedeute und auch durch den Ausbau der Hammstraße der Verkehr nach der Neustadt zu erleichtert und vom Güterbahnhof aus hingelenkt werde. Er gebe zu bedenken, daß durch die Erbauung der Nebenbahnen in Oberhessen der ganze Verkehr von unserer Stadt abgelenkt werde und daß wir daher Einrichungen schaffen 7 We 9 Redaktion: 40 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 1 Expedition: 10 Kreuzplatz Nr. 4. 2 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. 5——̃ñ*— % 7 7 1 5 richtung eieus städtischen Lagerhauses stellen würden. und dieser Eingang sei im Mai erfolgt. Man sei sich] getrieben. Die Petition Hanauer und Genossen, die wolle Lokales und Provinzielles. Von dieser Stelle wurde erklärt, daß man diese Einrich- klar darüber, 5 12105 die 99 17 Altstadt nicht das Richtige und diese sei zu acceptieren. Der Schweine⸗ e er 1h* Gießen, 18. Jun.(Sitzung der Stadtver⸗ tung mit Freuden begrüßen und daß die Landwirtschaft] schädigen wolle und aus der Erwägung heraus, daß es markt allein resp. dessen Belassung in der Stadt thue es n% ordneten.) Oberbürgermeister Gnauth eröffnet um sich derer fleißig bedienen würde. Im Jahre 1893 ging besonders die Besucher der Mittwochsmärkte(des Schweine-] nicht. Der Rindviehmarkt, der Schweinemarkt und auch der Krämermarkt gehören unzertrennlich zusammen. Der natürliche Platz für den gesamten Viehmarkt sei der Platz hinter dem Schlachthof. Stadtv. Schmall ist bereit, für die Errichtung eines Lagerhofes zu stimmen, wenn der steuerzahlenden Bürgerschaft dadurch keine Lasten er⸗ wachsen. Der Verlegung des Viehmarktes nach dem Süden tritt er entschieden entgegen, weil die Interessen der ge⸗ samten Geschäftswelt der Altstadt auf das Allerempfind⸗ lichste durch die Entziehung des Verkehrs geschädigt werden. Es kann einer Stadt nicht damit gedient sein, einen Markt zu schaffen, auf dem die Händler und Käufer mit der Eisenbahn nur so durchfluten, ohne daß der Marktverkehr den Bürgern der Stadt überhaupt noch etwas einbringt. Man solle sich keiner Täuschung hingeben. Von da oben wird kein Mensch später mehr in die Stadt kommen, um seine Einkäufe zu machen. Auch er sei der Meinung, daß Rindvieh- und Schweinemarkt zusammen gehöre; der jetzige Marktplatz sei groß genug für unseren Marktverkehr, er müsse nur richtig ausgenutzt werden durch eine streng ge⸗ handhabte Marktordnung. Die Stadt Gießen habe doch gar kein Interesse daran, durch kostspielige Anlagen den Interessen der 55 Viehhändler, von denen nur zwei in unserer Stadt seßhaft sind, zu dienen, indem wir den von diesen in ihrer Petition geäußerten Wünschen entsprechen. Er beantrage die Abstimmung wegen der Lager und des Viehhofes und Viehmarktes getrennt vorzunehmen. Stadtv. Grünewald bittet den Oberbürgermeister, den Stadt⸗ verordueten bei so wichtigen Vorlagen eine kurze Darlegung der Verhältnisse zukommen zu lassen, damit man sich besser zu informieren vermöge. Zur Sache selbst wolle er er⸗ klären, daß er auf demselben Standpunkt stehe wie die Kollegen Löber und Schmall. Er habe keinen einzigen Grund gehört, der hinreiche, daß der Marktplatz gerade dahin gehöre, wo ihn die Vorlage hin zu verlegen gedenkt. Man könne ja alle die Einrichtungen auch auf dem Platz hinter dem Schlachthof schaffen. Er habe auch die Mei⸗ nung, daß, wenn der Großviehmarkt erst da oben sich befinde, man in einigen Jahren den Schweinemarkt auch nach dort verlegen werde und daun der gesamte Nutzen, der den Bürgern aus dem Marktverkehr erwachse, diesen entzogen sei. Soweit er sich informiert habe, sei die Schädigung sehr bedeutend. Es stände fest, daß an den Markttagen nicht nur Gastwirte, sondern auch alle anderen Geschäfte, ja selbst Apotheker, einen gesteigerten Geschäfts⸗ verkehr haben. Die Bürgerschaft sage sich, die Leute, welche die Petition unterzeichnet haben, wüßten am besten, wo sie der Schuh drückt, und der öffentlichen Meinung müssen, die uns durch diese Verhältnisse drohenden Schäden wett zu machen. Durch Einrichtungen wie die vorgeschlagenen, die dazu dienen, den Handel und Verkehr unserer Stadt zu heben und damit die Steuerkraft unserer Bürger zu erhalten und zu stärken. Löber erklärt, Gegner dieser Lagerhäuser im Prinzip zu sein; aber wenn die Interessenten die Zinsen der dafür aufzuwendenden Kapitalien tragen, wolle er dafür stimmen. Gegen die Ver⸗ legung des Viehmarktes von der Neustadt trete er mit aller Entschiedenheit ein. Die Petition der Viehhändler wegen der Verlegung mit Eisenbahnanschluß sei vom Eigennutz müsse man sich fügen, um so mehr, wenn sie das Richtige treff e.—— Die Abstimmung der Versamm⸗ lung ergab eine Mehrheit von drei Stimmen für den Erwerb von 80 000 Quadratmeter Gelände im Süd⸗Westen der Stadt.(Den Schluß der Debatte bringen wir in der nächsten Nummer.) Gießen, 17. Juni. Das Finanzministe⸗ rium macht betannt, daß für das Rechnungs⸗ jahr 1896-97 im Großherzogtum Hessen . 9 951 810,60 an Staatssteuern erhoben werden — —— n——————————————— a Nero und Lydia. Richard, überhaupt eine gewissenhafte Rechnernatur,] Sie sind entlassen— für immer— aus meinem Und er? Begab sich nach dem Kontor, saß hier Eine ri n Oscar Linke.“ mußte die Todesursache wissen. Durch seinen Hause!“ auf dem Lieblingsplätzchen seines Nero; um halb (Nachdrud verboten.) (Schluß.) Frieda tuschelte also eines schönen Morgens der jungen Frau einige Worte in's Ohr. Sie blickte das heitere Hausmädchen erschrocken an mit ab— wehrender Handbewegung. „Lassen Sie mir nur machen“, entgegnete sie in ihrem etwas naseweis⸗vorlaut klingenden Berliner Dialekt. Er— na, ick meine ihm— soll et schon nich erfahren. Und wenn? Den Kopp kann et doch ooch nich jleich kosten!“ Und das Grausame geschah. Richard sah nicht den letzten. Todeskampf seines treuen Freundes. Aber er sah vom Fenster seines Kontors aus, wie seine Frau, am Küchenfenster im ersten Stocke des großen Vordergebäubes siehend, sich plötzlich ab⸗ wandte und dann nach einer Weile wieder hinaus⸗ sah, wie aufatmend, mit einem Blicke voll unend⸗ licher Befriedigung. Zur selben Zeit hatte Frau Lydia, ohne ihren Galten zu sehen, beobachtet, wie das arme Tier auf dem Hofe unter gräßlichen Schmerzen verschieden war, einsam unter den Menschen, fern von seinem geliebten Herrn und Pfleger. Und das Hausmädchen lachte dazu und er⸗ zählte, sie hütte einmal eine Katze sterben sehen, und das hätte noch viel drolliger ausgesehen.„Den sind wa' los!“ war ihre Leichenrede auf Neros schmählichen Tod. f Als Herrn Richard mitgeteilt wurde, daß sein Freund auf dem Hofe gapz plötzlich in unerklärlicher Weise ein Ende gefunden habe, war er schier un⸗ tröstlich. Und wie das Hausmädchen in vorlauter Naseweisheit dem Argwohn Raum gab, irgend ein böser Nachbar oder Hausgenosse könnte das Tier vergiftet haben, da hatte dieser unselige Gedanke nicht den erhofften, morphiumähnlichen Erfolg. * Freund, den benachbarten Tierarzt Dr. Fettmann, ließ er den Leichnam untersuchen, und in der That, der Hund war durch Arsenik vergiftet worden. „Gönne ihm die ewige Ruhe, er war alt genug“, sagte schmeichelnd sein Weib.„Oder ver⸗ langst Du gar, daß ich Trauer um ihn anlege?“ Richard überhörte die herzlose Bemerkung. Er konnte den Tod des Getreuen nicht so rasch vergessen. Das Eckwinkelchen, auf welches morgens beim Betreten des Kontors sein erster Blick fiel, blieb leer! Er wurde um so stärker an ihn er⸗ innert, als er kurze Zeit darauf einen großen Ge— schäftsverlust erlitt. „Mit ihm geht nun auch mein Glück dahin!“ sagte er in düster⸗abergläubischer Stimmung, so aufgeklärt er sonst auch scheinen wollte oder war. Er wühlte sich gleichsam in die Vorstellung hinein, den Mörder seines Nero ausfindig machen zu müssen. Und seine Bemühungen hatten Erfolg, ohne daß Frau Lydia von seiner Seelenstimmung etwas merkte. Er erfuhr, daß das Hausmädchen bei einem Droguisten sogenanntes„Schweinfurter Grün“ ge— kauft habe, angeblich, um Küchenungeziefer damit zu vertilgen. Und in seiner Küche gab es keine „Schwaben“, nicht braune, kleine„Franzosen“, noch große, schwarze„Russen“. Richard rief das Mädchen zu sich und sagte ihr die That auf den Kopf zu. Und Frieda? Kalt und schnippisch entgegnete sie jetzt im reinen Hochdeutsch: „Ja, Herr Direktor, ich habe es gethan— Ihrer Frau Gemahlin zu Liebe. Aber wie können Sie denn um einen Hund so viel Aufhebens machen? Ich soll doch nicht darum in's Zuchthaus?“ „Schweigen Sie! Also Sie haben es gethan? „Det woll'n wa' erst noch sehn!“ murmelte das leichtfertige Wesen mit dem hübschen Gesichtchen im Abgehen. Richard erfuhr auch, wann sie die rohe That begangen hatte; er rechnete nach; Zeit, Tag und Stunde, und es wurde ihm zur seelenerschütternden Gewißheit, daß auch seine Frau ohne Mitleid, mit kalter Neugier dem grausamen Schauspiel zugesehen. Beim Mittagessen teilte er seiner Frau mit, daß und weshalb er dem Hausmädchen gekündigt hatte. „Darum?“ fragte Lydia erstaunt und seufzte, daß ihre Mutter schon tot war; wie hätte sie jetzt dem sonderbaren Tierfreunde den Kopf zurecht⸗ gesetzt! „Ja, darum“, sagte er bestimmt und ruhig. „Ich will kein gefühlloses Wesen um mich sehen. Was sie dem armem Nero angethan hat, das könnte eine solche Person—“ „Aber Mann! Verzeih mir, lieber Richard, daß ich ein ernstes Wort mit Dir rede. Vergiß ihn jetzt. Und hast Du nicht mich? Bin ich Dir nicht noch mehr?“— „Gewiß, unendlich mehr! Aber— aber ich kann den Gedanken nicht verwinden, meinen armen Freund auf eine so schnöde, grausam herzlose Weise ver— loren zu haben. Das verdiente er nicht! Nein, das nicht! Und wer so etwas mit angesehen hätte, mit ansehen könnte, der—“ „Der hat kein Herz, willst Du sagen? Und wenn nun— wenn nun ich, Deine Frau, dem Mädchen befohlen hätte?—“ „So wäre die Sache für mich doppelt schwer zu ertragen. Weib, Weib!—“ Sie machte keinen Versuch, ihm unter Reue⸗ thranen in die Arme zu fallen, ihren eutschuldbaren Fehler zu beschönigen. acht verließ er es; morgens um vier Uhr kehrte er nach Hause zurück. Was war das Ende? Nero hatte gehen müssen und Lydia folgte ihm nach kaum zwei Jahren nach. Auf Grund der bekannten unwiderstehlichen„gegen⸗ seitigen Abneigung“ wurde die Ehe zwischen Richard und Lydia wieder getrennt. Alle Ueberredungskünste des Richters waren vergeblich. Lydia war reich genug, um, wie sie meinte, einen weniger tierfreund⸗ lichen Mann noch mit ihrer Liebe beglücken zu könuen. Aber sie hat gewartet, zehn Jahre, zwanzig Jahre und sie wartet noch. Wäre es erlaubt gewesen, so hätte Richard seinem treuen Nero die letzte Ruhestätte neben dem Grabe seines unvergeßlichen Bruders angewiesen; so mußte er sich begnügen, ihn zu bestatten an lauschiger Stelle in dem Gärtchen hinter dem Hause. Dort saß er manchen Abend in tiefen, schwer⸗ mütigen Gedanken und konnte noch immer nicht recht begreifen, weshalb das alles so kommen mußte, und empörte sich darüber, daß ihn Viele einen Sonderling hießen. Jahre vergingen auch darüber. Wenn der zwölfte Juni kommt, so pflegen seine beiden Kinder, der Knabe ist heute zehn Jahre alt und das Mädchen acht, auf Neros Grab einen wunderschönen Kranz niederzulegen. Er mit seiner zweiten Frau steht dabei. Schweigend, mit den Thränen in den Augen, sehen sie sich an. Und sie spricht: „O, das treue Tier! Daß es noch heute lebte und mit ihm Dein Bruder! Sie hätten es gut bei uns haben sollen!“ Indessen wer weiß es? Am Ende hat dle arme Lydia nur für die zweite Frau Richard Hermanns die Kastanien aus dem Feuer geholt! sollen und zwar Einkommensteuer A 5,331,657,60 Gewerbesteuer, 1,033,907.70, Grundsteuer . 3,158,416, Kapitalreutensteuer& 427,327 62. n Gießen, 19. Juni. Sturz aus dem Feuster. Heute Vormittag stürzte in der Marburgerstraße aus dem Fenster des 3. Stockes des Hauses Nr. 36 die Frau eines Schutzmannes und wurde sehr schwer und hoffnungslos verletzt in die Klinik geschafft. g * Gießen, 19. Juni. Heute Vormittag war der Vertreter der Deutschen Kleinbahn-Bau⸗ gesellschaft⸗Berlin hier anwesend und machte dem Provinzialdirektor Freiherrn v. Gagern, sowie dem Oberbürgermeister Guauth seinen Besuch. Diese Gesellschaft baut bekanntlich die Bieber⸗ thalbahn. n * Darmstadt, 16. Juni. Am 20. ds. Mts. findet hier die Wander versamlung des Chemikervereius statt. Treffpunkt ist das Hotel„Britauia“ in der Rheinstraße. Um 3 Uhr Nachmittags erfolgt eine Besichtigung des neu⸗ errichteten chemischen und des elektrotechnischen Institutes der technischen Hochschule unter Füh⸗ rung von Geh.⸗NRat Prof. Dr. Städel und Prof. Dr. Dieffenbach. Es schließt sich an die Be⸗ sichtigung der Chokoladeufabrik von Wehner und Fahr. Abends acht Uhr versammelt man sich wieder im„Hotel Britauig.“ Dr. P. Zipperer⸗ Darmstadt hält einen Vortrag über die Fabri⸗ kation der Kakaopräparate und Herr Petrzilka⸗ Darmstadt spricht über die Kontrolle der Kessel— feuerungen durch Craig's Verbreunungsmesser. Der Sonntag bringt einen Ausflug nach der Bergstraße. f m. Darmstadt, 18. Juni. In einer Gießener Sache hat das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz eine prinzipiell wichtige Entscheidung gefällt. Der Kauf⸗ mann Theodor Geilfus in Gießen hatte eine Halle an der Westanulage errichtet, dicht am Bahndamm, da, wo in einiger Zeit der Bahn⸗ damm durchbrochen werden soll. Auf Veran⸗ lassung der Großh. Bürgermeisterei ordnete die Polizei die Niederreißung dieser Halle an, weil sie den Vorschriften des Ortsbaustatuts nicht entspreche. Der Betroffene legte Recues ein und vor dem Kreisausschusse wurde zwischen den Vertretern der streitendeu Parteien(Großh. Oberbürgermeister Gnauth und Assessor von Bechtold für Stadt und Polizei, Rechsanwalt Grünewald für Geilfus) namentlich darüber ge— stritten, ob die Niederreißung ohne vorausge— gangene gerichtliche Bestrafung des Bauherrn erfolgen könne. Der Kreisausschuß trat der Ansicht der Stadt und Polizei bei und verur— theilte den Recurrenten. Dieser aber beruhigte sich nicht, er ließ seinen Rekurs weiter gehen und hatte den Erfolg, daß das Großh. Mini⸗ sterium ihm Recht gab, das Kreisausschußurteil aufhob und den Polizeibefehl für unzulässig erklärte. * Mainz, 18. Juni. Bei der sog. Parole⸗ musik, welche die hiesige Regimentskapellen ab- wechselnd zwischen 12 und 1 Uhr auf dem Schiller⸗ platz auszuführen haben, ist in der letzten Zeit häufig Unfug verübt worden. So wurde z. B. in den letzten Tagen ein Artillerie-Musiker mit dem Sporn und andern Tags ein Infanterie-Musiker mit dem Säbel während des Spielens au das Ge⸗ länder des Musikzelts angebunden. Die Kommandantur hat deshalb bei dem Gouverne— ment beantragt, die Parolemusik ganz einzu⸗ stellen, wenn derartige Vorkommnisse noch ein⸗ mal wiederholen sollten. 8 5 „Mainz, 18. Juni. Die Handelskammer hat sich für die fakultative Zulassung der Rechtsanwälte bei dem zu errichtenden kauf⸗ männischen Schiedsgericht ausgesprochen. Vermischtes. — Das Unglück, dick und groß zu sein. Herrn Wynne in London kam seine stattliche und wohl⸗ proportionierte Figur, um die ihn so viele beneiden, teuer zu stehen, und er hat zum Schaden nun auch den Spott zu tragen. Er ist sicher einer der hervorragendsten und zugleich gewichtigsten Männer Londons, denn er mißt sechs Fuß fünf Zoll und die sonstigen Dimensionen seines Körpers stehen im Verhältnis zur Höhe. Die ihn um seine Gestalt beneideten, ahnten nicht, daß die Freude daran nicht ungemischt war. Sie wußten nicht, wie häufig Herrn Wynnes Zylinderhut Havarie erlitt, wenn er einen Omnibus bestieg, und wie häufig auf Reisen unter ihm ein morsches Touristenbrett zusammengebrochen war, wenn er sich bemühte, dem einen Fuß, mit dem sein Leib die Bettlänge überragte, darin Raum zu schaffen. Und wie viel Unannehmlichkeiten hatte ihm seine prächtige Figur sonst noch eingetragen! Aber die schlimmste von allen hatte ihm das Schicksal für seine schönste Lebenszeit aufgespart. Vor einiger Zeit mietete Herr Wynne in Piccadylli einen flat— so benennt man im Englischen, was wir in unserem geliebten Deutsch eine Etage heißen. Alles war vortrefflich und Familie Wynne fühlte sich in dem neuen Heim so komfortabel, wie es eine normale englische Familie als selbstverständlich voraussetzt. Doch eines Tages oder, um genauer zu sein, eines Abends fühlte sich Herr Wynne in dem Bewußtsein seines Glückes auf das Empfindlichste erschüttert. Er kehrte später als ge⸗ wöhnlich heim und fand die Hausthür, wie das so üblich ist, verschlossen. Nach der Geschäftszeit bedienten sich die Einwohner des Hauses, in dem Familie Wynne residierte, einer Gitterpforte, um in ihr Heim zu gelangen. Das war dem Helden dieser Geschichte bekannt und er versuchte gleichfalls durch die Pforte in das Haus zu gelangen. Aber seine Bemühungen scheiterten, die Pforte ließ Herrn Wynne nicht hindurch, es bestand ein schreiendes Miß⸗ verhältnis zwischen seinen und ihren Dimensionen und ob Herr Wyune sich auch fast wie ein Igel zusammenrollte und sich auf ein Minimum zu komprimieren suchte, ja sogar des dicken Ueberrocks entledigte, die fehlende Harmonie war nicht zu erreichen. Es war kein Zweifel, die Pforte war nur für Diejenigen, die Grund hatten, den stattlichen Mann um seine Statur zu beneiden. Nachdem dieser sich dann überzeugt hatte, verübte er einen so furchtbaren Lärm, daß alle Hausgenossen herbeiliefen und ihn durch die Hausthür, die nur von innen zu öffnen war, einließen. Am anderen Tage stellte er sein Erlebnis dem Hausherrn dar und hielt es für selbstverständlich, daß dieser sofort Remedur schaffen würde. Aber Herr Lillie, der Hausherr, hatte eine andere Auffassung von der Sache und bestritt auf das Eutschiedenste die Pflicht, die Pforte dem Leibes⸗ umfang seines Mieters anzupassen. Da er durchaus nicht zu anderer Meinung zu bringen war, so ließ Herr Wynne sich eine hohe Pforte bauen und verklagte den Hausherrn auf Kostenerstattung. Aber da kam er schlecht an, denn Mr. Justic Smith vom Westminster Grafschaftsgericht stellte sich ganz auf den Standpunkt des Verklagten.„Ist der Hausherr für Ihren Leibesumfang verantwortlich?“ Unbedenklich und entschieden verneinte Herr Wynne.„Nun, wie käme er dann dazu, Ihnen eine Extrapforte machen zu lassen, wenn der bestehende Eingang für alle anderen Menschen genügt? Mit demselben Rechte können Sie ja von ihm verlangen, daß er Ihnen das Tuch bezahlt, das Sie für einen Anzug mehr gebrauchen als andere Menschen.“ So wurde Herr Wynne abgewiesen und er hat sich nicht nur geärgert, sondern auf seine Kosten die Pforte erweitern lassen und muß jetzt alle Kosten des Verfahrens tragen. Aber das steht fest, wenn er jetzt wieder eine Wohnung mietet, dann schaut er sich auch die Nachtpforte genauer an. — Schiffbruch unter der Erde. Der kühne Erforscher der Höhlen Frankreichs, Martel, wäre beinahe das Opfer einer Katastrophe geworden, welche ihn und seine beiden Begleiter bei der Erforschung der berühmten Höhlen Padriac im Lot⸗Departement traf. Die Haupt⸗ anziehungskraft besagter Höhle, die schon mehrere Male von Martel besucht worden ist, besteht in den vier Seen, welche sich in einer Tiefe von 350 Fuß unter der Erde befinden. Im September vorigen Jahres befuhr Martel mit drei Freunden zum dritten Male die Höhle, außer⸗ dem begleitet von dem Höhleuforscher Armand. Sie er⸗ reichten glücklich den Grund der Höhle, wo sie ihre zwei kleinen Kautschukboote auseinander falteten und sich daran machten, die Seen zu befahren. Das Unheil wurde herbei geführt durch Ueberlastung des einen Bootes mit drei, anstatt nur zwei Leuten. Beim Wenden auf dem letzten See schlug das Boot um, und alle drei befanden sich in der eiskalten Flut. Vollständige Finsternis umgab sie, das andere Boot war außer Hör- und Rufweite, und nur ihrer Kaltblütigkeit war es zu verdanken, daß sie nach unmenschlichen Austrengungen das Ufer des Sees erreichten, wo es ihnen gelang, festen Fuß zu fassen. Martel hatte die Geistesgegenwart gehabt, beim Umschlagen des Bootes sein Licht aus der Laterne zu reißen und fest in der Hand zu halten. Jetzt galt es zu sehen, ob die Reibhölzer, welche Martel bei seinen Ausflügen stets dicht unter dem Körper in wasserdichten Umhüllungen bei sich trug, gelitten hatten; zum Glück gelang es, beim dritten Versuch Feuer zu erhalten, und selten wohl ist mit größerer Freude das Licht einer Kerze begrüßt worden, wie hier. Nach schwierigem Klettern und stundenlangem Wandern gelang es ihnen, den Ausgang der Höhle zu erreichen. — Der Semmelstreit von Pausa. In dem sächsischen Städtchen Pausa ist ein heftiger Semmelstreit entbrannt, da ein Einwohner sich unterstanden hat, in dem dortigen Blatt den Preis und die Güte der Semmeln zu tadeln. Die Bäckerinnung läßt öffentlich erklären, „daß wir hier in Pausa die größten Semmeln der Um⸗ gegend haben“. Aus der Veröffentlichung des Herrn Obermeisters sind für den Semmelkritiker folgende Sätze vernichtend:„In Pausa giebt es Niemand, der weniger als für 5„ Semmeln kauft, denn solche unbemittelte Leute giebt es Gott sei Dank in Pausa jetzt nicht mehr, weil Alles Geld verdient und daher auch bei den Un⸗ bemittelten die Semmel früh auf dem Kaffeetisch nicht fehlt und weil die Konsumenten ganz genau wissen, daß sie da besser thun, als wenn sie Brot und Butter kaufen. Was die Stadtanlage betrifft, hat Einsender mir ganz aus dem Herzen gesprochen, diese Schraube schmerzt uns auch immer sehr und mancher von meinen Kollegen hat schon oft ge⸗ äußert, wenn man Pausa nur den Rücken kehren könnte, denn man muß hier nicht nur große weiße Ware backen, sondern muß auch jedes Pfund Brot 1-1 ¼„ billiger verkaufen wie auf anderen Plätzen. Uns ist es allerdings nicht vergönnt, Pausa gleich zu verlassen, denn man hat Außenstände von langer Zeit her, wo man immer hofft, was davon zu erlangen; man hat auch Besitz, wo man nicht gleich einen Käufer findet. Aber ich glaube an⸗ nehmen zu können, daß dem Einsender jede Minute gegönnt ist, von Pausa fort zu machen und da kann ich ihm einen Ort vorschlagen, wo es keine Anlage giebt, wo die Gehälter für Pastor, Lehrer, Ortsdiener, das Schul- geld Alles aus der Kirchkasse bestritten, ja sogar noch bares Geld ausgeteilt wird, um die Zinsen von der Kirch⸗ kasse unterzubringen, das ist Pahren im Schleizer Gebiet, da allerdings kann der Bäcker große Semmeln backen, wenn auch nicht so groß wie ein Dummkopf, wenigstens aber groß wie ein Katzen kopf.“ Kirehliehe Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sunntag, den 21. Juni, 3. nach Trinitatis. In der Stadtkirche. Vormittags 7¼ Uhr: Pfarrer Dr. Grein, Frühgottes⸗ 30 dienst, verbunden mit Christenlehre für die Markus⸗ gemeinde. Pfarrer Schlosser. Vormittags 9½ Uhr: Mi litärgottesdienst. Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2½ Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Schlosser. (Vorbereitung Samstag Nachmittag 3 Uhr in der Stadtkirche.) Nächstkünftigen Sonntag, den 18. Juni findet Beicht und heil. Abendmahl für Matthäus⸗ und Markusgemeinde gemeinsam statt. In der Johanneskirche. Vormittags 7% Uhr: Pfarrer Dingeldey. Frühgottes⸗ dienst mit Christenlehre für die Neukonfirmirten aus der Lukasgemein de. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer F. Naumann aus Kirch⸗ brombach. In beiden Kirchen Kollekte für die Ge⸗ meinde Seckmauern. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 19. Juni. Die Be⸗ rufung des Obersten Liebert zum Neorganisten der chinesischen Armee darf als nahezu vollzogene Thatsache angesehen werden. Wie das„Berliner Tagebl.“ hört, steht dem Gesuche des Obersten Liebert um Abkommandierung nach China nichts Wesentliches mehr im Wege. Hd. Wien, 17. Juni. Großes Auf⸗ sehen erregt in hiesigen Gesellschafts⸗ kreisen die Verhaftung eines bekannten Lebemannes. Derselbe wird beschuldigt, nachdem er sein über eine Million be⸗ tragendes Erbteil durchgebracht hat, be⸗ trügerische Schulden in bedeutender Höhe gemacht zu haben. Es stehen in dieser Sache noch weitere Verhaftungen bevor. Hd. Paris, 19. Juni. Der Divisions⸗ general Brie re de Lisle ist gestorben. Hd. Paris, 19. Juni. Der italienische Kapitän Ravolle wird wahrscheinlich heute wegen Mangel an Beweisen in Freiheit gesetzt werden. Hd. Paris, 19. Juni. Nach hierher ge⸗ laugten Meldungen aus New⸗York wurde gestern Mac Kinley infolge der ihm zu Gunsten der Geldwährung abgegebenen Erklärung von der republikauischen Partei als Kandidat für den Präsidenten offen proklamirt. Hd. Posen, 19. Juni. Die Verhaftung des an der höheren Knabenschule in Jarotschin thätigen Lehrers Dachne erregt großes Aufsehen. Dachne soll seit längerer Zeit mit den Schülern unzüchtige Handlungen vorgenommen haben. Hd. Athen, 19. Juni. In Kytherg eingetroffene Flüchtlinge erzählten, daß die türkischen Soldaten auf Creta weiter plündern und morden. der heutigen Auflage unserer Zeitung liegt ein Preisverzeichnis des Berliner Sorti— ments⸗Waareuhauses Mannheim u. Lewin (in Gießen Bahnhofstraße J) bei, welches wir der Beachtung unserer Leser empfehlen. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Bekanntmachung. Die Frühkirschen von den Bäumen auf dem Trieb und im Lärchenwäldchen sollen Montag, den 22. Juni d. J., nachmittags 5 Alhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Wirtschaft „Germania“, Gießen, den 18. Juni 1896 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Gründliche Reparatur einer Taschenuhr 2%, Reinigen einer Taschenuhr 1,50., Neue Feder in eine Taschen⸗ uhr 1,50 l., Patentglas 0,40, Brillenglas 0,50. Für jede reparierte Uhr ein Jahr reelle Garantie. P. T. Georg Kochs, Ahrmacher, 579 Neue Bäue 5. 2 von Wiln. Hamel, Gießen, Bleichstr. 7. SLigene Neparatur-Werkslätte Größte Auswahl in Fahr⸗ N rädern, Zubehör und 3 Hochachtungsvoll Den verehrl. 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