Gießen, Somabend, den 19. September a 1896. Ausgabe Gießen. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 2 2 Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die Fspaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Aus dem Handelskammerbericht. Nh V. Der spezielle Teil des Berichts enthält „Berichte über Thatsachen“, die von den einzelnen Branchen selbst geliefert wurden und deshalb mit gewisser Vorsicht gelesen werden müssen. Wir wollen beginnen mit dem Abdruck des Berichts über Eisengießer eien: „Im Anfang des Jahres waren die Aus⸗ sichten für eine günstige Gestaltung der Geschäfts⸗ lage wenig. Erst in der zweiten 5 trat eine Wendung zum Bessern in der Gesamthaltung der Eisenindustrie ein, die, wie al, wir hier gleich bemerken möchten, auch bis jetzt din angedauert hat. Zunächst machte sich eine leb⸗ eh hafte Nachfrage nach den Rohstoffen bemerkbar, die nach und nach durch die fast für alle diese Materialien bestehenden Syndikale noch weiter efördert wurde. Insbesondere erfuhren die reise der Eisenerze fortgesetzt eine Erhöhung.... und Rindfeesch d fel, geg 70. 70, Kartffün Die„Fabrikate“ konnten den Preissteigerungen Heuer 3 50-60 der Rohstoffe in gleicher Weise nicht folgen, wenn welshen 7800 Mauch nicht verkannt werden darf, daß auch hier eine Besserung eingetreten ist. Die Verhält⸗ nisse auf dem Roheisenmarkte werden dann erst eine dauernde Gesundung erfahren, wenn es ge— lingt, die jetzt auf die 5 eines Roh⸗ eisen⸗Syndikats gerichteten Bestrebungen zu verwirklichen. Angesichts der Thatsache, daß alle Rohmaterialien, welche die Hütten⸗ Industrie verbraucht, syndiziert sind, muß es als ein Akt der Selbsterhaltung angesehen werden, auch dem„Fabrikat“ durch ein Syndikat eine bessere Beherrschung des Marktes zu sichern. Wir lassen hier die Bemerkung ein⸗ fließen, daß wir grundsätzlich der Bil⸗ dung von Syndikaten sympathisch egenüber stehen, unter der bestimmten 1 daß sie nicht dazu die⸗ nen, die Verbraucher rücksichtslos aus⸗ unutzen. In dieser Beziehung würde den Auswüchsen eines Roheisen⸗Syndikats dadurch ein Gegengewicht geboten sein, daß dieses Syn⸗ churg, Verantw. Jh E. Ottmann, bebe u ö erzen fe für Gaz 20 Pfg. fd 5 Wir haben indessen seit Bestehen der Syn⸗ dikale die unangenehme Wahrnehmung machen müssen, daß die beherrschende Stel- lung dersel ben, namentlich beim Kokssyn⸗ dikat, von den einzelnen Zechen dadurch aus⸗ genutzt wird, daß sie auf die Herstellung und Verladung ihrer Produkte nicht mehr diejenige Sorgfalt verwenden, welche beim freien Wett⸗ bewerb von selbst geboten wäre. Wir konnten feststellen, daß seit Bildung dieses Syndikats nach und nach die Aschen⸗ und Wassergehalte fast sämtlicher rheinisch⸗westfälischer Kokssorten eine nicht unwesentliche Vermehrung erfahren haben. Auch will es uns scheinen, daß das Koks⸗Syndikat bei Reklamationen seitens der Verbraucher die einzelnen Zechen mehr in Schutz nimmt, als das berechtigt ist, und es würde sich fraglos größerer Sympathien zu erfreuen haben, wenn es den Abnehmern gegenüber ein größeres Entgegenkommen zeigte, und vor allen Dingen, wenn es berechtigte Klagen nicht stets kurzer Hand abwiese.“ „„Was hier von den Syndikaten gesagt wird, ist wirklich originell. Der Herr Verfasser steht denselben sympathisch gegenüber,„unter der be⸗ stimmten Voraussetzung, daß sie nicht dazu dienen, die Verbraucher rücksichtslos aus⸗ zunutzen. Sehr gnädig, wahrhaftig— die Kon⸗ sumenten ausbeuten, aber: rücksichts voll. Weiter heißt es über die Eisengießerei in dem Handelskammerbericht: „Wenn wir noch mit wenigen Worten auf die jetzige Geschäftslage eingehen, so möchten wir hervorheben, daß die befriedigende Gestaltung derselben wesentlich auf den vermehrten Ver— brauch Deutschlands zurückzuführen ist. Es darf nicht verkannt werden, daß zur Zeit die Ge⸗ schäftslage im Auslande, namentlich in England und Amerika, eine keineswegs rosige ist. Die Dauer der jetzigen Verhältnisse wird also wesent⸗ lich davon abhängen, ob es möglich ist, den eigenen Verbrauch im Inlande mindestens in der dem rheinisch-westfälischen Industriebezirk weiter zu ermäßigen. Wir haben gegen diese Herab⸗ setzung nichts einzuwenden, halten es aber für ganz selbstverständlich, daß als Ausgleich auch eine i ee der Koksfrachten von West⸗ falen nach dem hiesigen Bezirke gleichzeitig zur Durchführung gelangt.“ Daß der oder die Verfasser des Berichts schon deshalb die Arbeiterverhältnisse als durch⸗ aus günstige betrachten, weil Ent⸗ lassungen nicht vorgekommen sind und von Lohn herabsetzungen abgesehen werden konnte, ist auch recht bezeichnend. Im Uebrigen freuen wir uns, daß die heimische Eisengießerei über günstige Geschäftslage berichten kann. Lokales und Provinzielles. Gießen, 18. Sept.(Lakanzen im Bezirke des 11. Armee⸗Korps.)— Berle⸗ burg, Königl. Amtsgericht, Lohnschreiber, 5 bis 7 Pfg. für die Seite Schreibarbeit.— Biedenkopf, Stadtverwaltung, I. Gehilfe 540 Mark jähr⸗ lich.()— Biedenkopf, i II. Gehilfe, 240 Mark jährlich.()— Kassel, Stadtrat der Residenz, Bureauhilfsarbeiter bei der direkten Steuerverwaltung, Anfangsgehalt zwischen 900 und 1200 Mk. jährlich.— Königl. Eisenbahn⸗Direktion Frankfurt a. M., Nacht⸗ wächter für den Stations dienst, zunächst 700 Mk. diätarische Jahresbesoldung; bei der Anstellung als etatsmäßiger Nachtwächter 700 Mk. Jahres⸗ gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzu⸗ schuß.— Friedrichshall, Kaiserl. Postagentur, Landbriefträger 700 Mk. Gehalt und 60 Mark Wohnungsgeldzuschuß jährlich.— Friedrichwert, Kaiserl. Postagentur, Landbriefträger, 700 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jähr⸗ lich.— Ober⸗Postdirektionsbezirk Kassel, Brief⸗ träger, 800 Mark Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß.— Um die beiden fetten jetzigen Höhe beizubehalten und gleichzeitig die Ausfuhr zu steigern, denn, da die deutschen Werke über eine bedeutend größere Leistungs⸗ fähigkeit, als sie zur Zeit zur Geltung bringen, verfügen, so muß allmählich die vermehrte Er⸗ zeugung auf den Markt drücken, wenn es nicht gelingt, weitere Absatzgebiete zu schaffen. Ueber die Arbeiter-Verhältnisse auf unseren Werken können wir uns nur durchaus günstig äußern. Arbeiter⸗Entlassungen sind nicht vorgekommen, auch konnte von Lohnherabsetzungen abgesehen werden. Zum Schlusse möchten wir noch darauf hin⸗ weisen, daß Bestrebungen im Gange sind, die darauf hinzielen, die Frachten für Erze nach Posten in Biedenkopf werden sich die Leute, die lange Jahre dem Vaterland gedient haben, ganz besonders reißen. * Gießen, 18. Sept. Den Gymnasialober⸗ lehrer Pastor Albrecht Schöler zu Kiel ist zum dritten Professor und Lehrer an dem evan⸗ elischen Predigerseminar zu Friedberg und farrer daselbst, mit Wirkung vom 1. Oktober l. J. an, ernannt worden. * Gießen, 18. Sept. Samariterkurse sollen, wie das„Mainzer Journal“ hört, in kommenden Winter an den gewerblichen Fach⸗ schulen Hessens eingerichtet werden. Die Unter⸗ weisung geschieht durch Aerzte. * Gießen, 18. September.(Stadtver⸗ — ordnetenversammlung.) Oberbürgermeister Gnauth eröffnete gestern um 3½ Uhr die Sitzung. Die Versammlung genehmigt die ihr Horgen Abfindungssumme an die zweite evangelische Pfarrei in Höhe von rund 29. pro Jahr. Dem G. Grünig wird in der Stephansmark städtisches Gelände zum Lagern von Baumaterial wp zur Verfügung estellt.— Gegen die Unkerführung der Main⸗ Weserbahn(Durchbruch des Dammes am Geil⸗ fusschen Hause) in der Westanlage hat die Ver⸗ sammlung nichts zu erinnern. Für die vorüber⸗ gehende Benutzung städtischen Geländes während der Durchbrucharbeiten erhält die Stadt nach Beendigung der Arbeiten den überschüssigen Boden.— Die Vergebung von Arbeiten zum Ausbau des Riegelpfades und der Bruchstraße wird von der öffentlichen Beratung abgesetzt. — Dem Simon Nußbaum zu Gießen wird für den Gleibergerweg der Bau eines Lager⸗ hauses, dem A. Spengler der Bau einer provisorischen Halle widerruflich gestattet.— Ein Gesuch des A. Seydel zum bewohnen des Katzensteinschen Gartenhäuschens neben den neuen Kliniken ist gegenstandslos geworden, da der hessische Staat dasselbe erworben.— Zur besseren Entwässerung der Lindengasse soll von der Hundsgasse an ein 50 ctm. starkes Rohr nach dem Stadtgraben geführt werden, wozu die Ver⸗ sammlung ihre Genehmigung erteilt.— Dem Joseph Fries wird die Erlaubnis einer Zapf⸗ wirtschaft im Hause Liebigstraße 6 erteilt.— 1 erstattet Stadtverordneter Professor affky Bericht über eine zu machende neue Friedhofsanlage, derselbe entwickelt die Gründe, weshalb er von einer Vergrößerung des alten Friedhofs abrät. Auer am Leih⸗ Ai and an ebenso rechts an der Chaussee nach ich und am alten Schiffenbergerweg betreffs der Bodeubeschaffenheit dort haben ergeben, daß sich das Gelände aus gesundheitlichen Gründen zur Friedhofsanlage nicht eignet, sodaß das Nord⸗ ende der Stadt zu einer Friedhofsanlage am ge⸗ eignetsten bleibt und zwar ist dafür vorerst ausersehen das Gelände am Rodberg zwischen dem Rodwege und der alten Marburgerstraße, doch soll noch nach anderem geeigneten Gelände geforscht werden. * Gießen, 18. Sept.(Drachensport.) Die Zeit ist wieder da, von der es heißt:„Die Knaben lassen ihre Drachen steigen“. Die Pa⸗ pier⸗Ungeheuer sind indessen nicht nur Kinder⸗ spielzeug. Allgemein weiß man, daß Frank⸗ lin durch Beobachtung an einem Drachen zur Erfindung des litzableiters gekommen ist. Weniger bekannt schon ist es, daß alle Flugtechniker, um das große Problem des — 100% dikat mit dem Preis des englischen Roheisens ier zu rechnen hat, wodurch es sich von selbst ver⸗ 9 bietet, den Verbrauchern Preise aufzuzwingen, die mit der Marktlage nicht im Einklang stehen. Im Uebrigen soll hier nicht unerwähnt bleiben, eee daß Kohlen- und Koks⸗Syndikate auch in der jetzigen Zeit des Aufschwungs insofern von guter Wirkung sind, als sie verhinderten, daß die ab bringen. Preise unberechtigte Höhen erreichen; beim freien en unseren. Wettbewerb wäre sicherlich eine größere Preis⸗ Bieren auch steigerung zu verzeichnen gewesen, die sich aller⸗ dings eines langen Bestandes nicht zu erfreuen rt er gehabt hätte. 1 ANarie, das Helden mädchen e, von Transvaal. 15 Genuß Zeitroman von Pieter Vryburg atungznitel Fortsetzung.) 5 5 agb.„Nachdem das alles zur Zufriedenheit erledigt ee, ba⸗ und jede Spur ihrer verdächtigen Thätigkeit ver⸗ . Malz nichtet war, verließ sie Zimmer und Gasthof, um 25 nalt, das Terrain zu soudieren und vor allen Dingen - hrung Näheres über den Mann zu erfahren, den sie liebte 4** be⸗ und gleichzeitig haßte, zwischen dem und ihrem erz Vaterlande sie nun wählen mußte. Das heißt, sie t gore wähnte den Kampf in ihrer Brust schon entschieden ginale be und zwar zu Gunsten ihres Vaterlandes, das selbst e dann gerettet werden mußte, wenn der Deutsche, des ou der Genosse und Verräter darüber zu Grunde ging. f Die arme kleine Thörin kannte bisher nur der Liebe Luft und Leid; nichts ahnte sie noch von den furchtbaren Qualen welche die Eifersucht den Menschen bereitet, und sie sollte diese Höllenqual schneller, als sie es ahnen konnte, an sich selbst erfahren. Der Zufall wollte es, daß gerade dies der Abend war, an welchem der Gouverneur sein Fest gab. Die ganze Stadt war in Bewegung. Man sprach fast von nichts anderem als von dem großen Ereignis dieses Tages. Marja erlauschte hier schon genug, um zu wissen, was verging. Sie wollte aber genauer unterrichtet sein und betrat zu diesem Zweck die breite, in Halbdunkel gehüllte Veranda einer Taverne, wo sie sich niederließ und ein Glas Bier bestellte. Am Nebentisch saß eine Gruppe lebhaft debat⸗ tierender Männer, und sie belauschte nun folgendes Gespräch. „Haben auch lange genug gewartet“, sagte eben ein herkulischer Mann mit tiefer rauher Stimme. r Me e — A 1 und 0 f Di was ihm gehört.“ „Wann wird dann der Tanz losgehen?“ fragte ein Anderer „Kalkuliere bald, jedenfalls werden sie es heute noch zwischen sich festsetzen. Den Ball ist natürlich nur Vorwand, um zu täuschen. Cecil Rhodes und Jameson sind zwei Hauptkerl, der Eine giebt den Arm und der Andere das Geld. An Männer fehlt's nicht, die sich für die Annexion des Goldlandes be— geistern können. Hier sitzt schon einer!“ „Und hier ein zweiter!“ „Wir alle!“ tönte es im Chor. „Was ich sagen wollte“, nahm wieder der erste Sprecher das Wort,„was macht denn der Deutsche da zwischen ihnen? Ich werde aus der ganzen Ge⸗ schichte nicht klug. Der eine sagt, es sei ein Ge⸗ fangener, den der Gouverneur von drüben mitge⸗ bracht, die anderen meinen, er sei ein Gast Sir Cecils und dritte nennen ihn einen Spion.“ Marja lauschte auf. Eine starke Erregung be⸗ mächtigte sich ihrer. Sie war froh, hier so ge— schützt zu sitzen, daß man das nicht bemerken konnte.“ „Ein Gefangener?“ lachte ein Anderer.„So möchte ich gefangen sein! Der und Jameson sind zusammen von drüben herüber gekommen. Das ist alles. Sie waren vom ersten Tage an die dicksten Freunde und sind das noch. Einem Gefangenen zu Ehren kommt Rhodes nicht von Kapstadt herauf. Der Mann soll sogar ein schneidiger Reiteroffizier sein, und wahrscheinlich wird er ein Kommando er halten. Daran mangelt's bei uns, und die Preußen, das ist ja bekannt, sind die besten Sol⸗ daten der Welt.“ 75 5 Marja's Herz stand still. So war es denn wahr und ihr Verdacht in vollstem Maße bestätigt! Sie saß da wie geistesabwesend und starrte vor sich hin. Ihr Glas hatte sie noch nicht berührt. „Ihr wißt alle nichts!“ ließ sich nun jetzt eine 1e „Es wird endlich einmal Zeit, den Boeren den neue Stimme vernehmen.„Ich kenne einen der 0 Garaus zu machen und England wieder zu geben] Soldaten, der dabei gewesen. Der Deutsche ist Gefangener und ein Graf, auch Offizier. Er wurde drüben als Spion verhaftet, nachdem es ihm bereits gelungen war, zu entkommen. Er soll, nebenbei bemerkt, in geheimer politischer Sendung nach Transvaal gegangen sein. Thatsache ist, daß er vom Oom Paul in Pretoria empfangen worden ist. Darum wagt man ihm noch nichts zu thun. Er hat sein Ehrenwort gegeben keinen Fluchtversuch machen zu wollen, und bei den Deutschen heißt es immer noch: Ein Wort ein Mann! Er hat so seine Geheimnisse, wie man sagt, und die möchten sie gern von ihm herausbekommen, auch wohl durch ihn auf Deutschland einwirken, um es für die be⸗ vorstehende Wendung der Dinge in Transvaal ge⸗ neigt zu machen. Das ist die Wahrheit der Sache.“ Man schien allgemein über diese Enthüllungen zu staunen, auch wohl nicht recht daran zu glauben. Ju Marjas Herzen aber jubelte es. Diese Worte des Unbekannten klangen ihren Ohren wie Musik. Sie meinte, ein Engel habe ihre Schritte hierher gelenkt, damit sie endlich von ihren unwürdigen Zweifeln lasse und in dem Deutschen wieder den edlen ritterlichen Mann sehe, als welchen sie ihn sofort erkannt hatte, den sie liebte. Sie hatte genug gehört und wollte gehen. „Larifari!“ rief da ein Anderer in leichtfertigem Ton.„Ich weiß es besser, was den Deutschen hier festhält. Die schöne Bianca Capella ist es, eine portugiesische Creolin, die Freundin Cecil Rhodes, von der man schon so viel hat reden hören. Ich war vorhin drüben, eingeführt durch einen Verwandten, der bei Jameson bedienstet ist. Der Deutsche macht gar kein Hehl aus seinen Ge— fühlen für die schöne Bianca. Er verkehrt auch so frei mit Jameson und Rhodes, daß von Ge— fangenschaft gar nicht die Rede sein kann. Man würde sich auch wohl hüten, einen Zwischenfall mit dem mächtigen Deutschland herbeizuführen, um man hatte in Deutschland längst schon ein wach⸗ sames Auge auf Transvaal, weil dort viel deut— sches Kapital engagiert ist. So hat man denn diesen Herrn zur Wahrung der deutschen In⸗ teressen und zur Berichterstattung nach dort ent⸗ seudet. Eine zufällige Begegnung mit Jameson ließ diesen die Bedeutung dieses Mannes sofort er⸗ kennen. So verschleppte er ihn von Trausvagl nach Buluwayo, um aus dem Wege zu sein. Es soll erst eine vollendete Thatsache geschaffen werden, ehe man ihn wieder frei läßt, und da man absolut kein Recht hat, ihn für länger fest zu halten, als es ihm beliebt, zu bleiben, hat man die schöne Por⸗ tugiesin hereitiert. Und das war klug. Er steckt nun so fest in den Banden der Liebe, daß er nichts anderes mehr denken mag und nicht sieht, was unter seinen Augen vorgeht. Ist Transvaal unser, dann wird man durch ihn Deutschland Garantien anbieten lassen, welche ein Einschreiten jener Macht als überflüssig erscheinen läßt, und Deutschlaud will nur seine Interessen schützen, es fragt viel danach, ob Oom Paul oder Jameson in Pretoria regieet. So liegt die Sache!“ Das leuchtete allen ein und der andere Sprecher, welcher die Wahrheit gesagt hatte wurde überstimmt. „Ist denn diese Hexe, die Bianca wirklich so schön, wie man sagt, fragte einer. „Blendend schön und eine begeisterte Vertrrterin unserer Sache. Ich denke, man ist darauf aus, sie mit dem schönen jungen Deutschen zu verheiraten. Lord Cecil würde sie mit einer Million Pfund Mitgift ausstatten, das sind zwanzig Millionen nach deutschem Gelde. Das zieht, und die größten Erfolge der hohen Politik sind doch immer durch Weiber erzielt worden.“ „Ja, Rhodes, der kanns, man sagte, er ver- füge über vierhundert Millionen. Vor Marjas Augen lag es wie ein Schleier. eines Menschen Willen, während man im Begriff steht, Tausende hinzuschlachten. Die Wahrheit ist, Sie war auf ihren Stuhl zurückgesunken. In dem vorhergehenden Widerstreit der Meinungen, war sie ische Landeszeitung. 4 ——— j —— —— —— . „Fliegens der Menschen“ zu lösen, den Drachen zu ihrem Studium benutzt haben, und die ein⸗ zigen praktischen Erfolge, die man auf dem Gebiete dieses Problems, wenn auch bisher nur in beschränktem Maße erzielt hat, gründen sich alle auf dasselbe Gesetz des Luftdrucks auf die schiefe Ebene, der das„Steigen“ des Drachens bewirkt. Aber auch die Kriegstechnik verwendet, wie wir in der„Agbg. Allg. Ztg.“ lesen, den Drachen, und zwar zu demselben Zwecke wie den Fesselballon, nämlich zur Auskundschaftung der feindlichen Stellungen. Der Drache bringt einen photographischen Apparat hinauf, der durch die Schnur aus übersponnenem, Kupferdraht; elektrisch reguliert wird. Ein Druck unten, es öffnet. sich das Objektiv der mit dem Drachen in den Lüften schwebenden camera obscura, und eine Moment⸗ aufnahme ist gemacht. Nachdem man den Drachen wieder zur Erde gezogen und die Brom⸗ silber⸗Gelatine⸗Platte„entwickelt“ hat, sieht man getreulich auf der Platte, was da oben das künstliche Auge des Drachens erblickt hat. Der eschwänzte Luftbummler kann also unter Um⸗ tänden auch als Vaterlandsverteidiger im Festungsdienste eine Rolle spielen. * Grünberg, 17. September. Der kunst⸗ fertigen Hand des Herrn Bildhauers Leon⸗ 1 5 hier ist es gelungen, den steinernen zöwen, der seit mehr denn dreihundert Jahren unseren Marktbrunnen zierte und der vor einiger Zeit nächtlicherweile herabgeworfen und durch den Sturz stark beschädigt wurde, wiederher⸗ zustellen. Das ebenfalls in Stein gehauene städtische Wappen, ein geharnischter Reiter mit fliegender Fahne, das der Löwe in der einen Vorderpfote hält, war durch die Länge der Zeit infolge Verwitterung fast nicht mehr zu erkennen. Es 5 von genanntem Meister ebenfalls in kunst⸗ voller Weise ausgearbeitet worden. Der Löwe selbst soll mit sogen. Sandsteinfarbe angestrichen und das Wappen bunt bemalt werden. Wie Herr Leonhard versichert, kann das Ornament jetzt wieder viele Jahrzehnte überdauern, wenn es nicht wieder von bübischer Hand be⸗ schädigt wird. Von jedem Altertumsfreund wird es mit Genugthuung begrüßt werden, daß es gelungen ist, in dem Löwen eines der wenigen Wahrzeichen aus alter Zeit, die unsere Stadt noch aufzuweisen hat, zu erhalten. Da der Marktbrunnen nunmehr entfernt worden ist, fehlt es bis jetzt an einem geeigneten Platz zur Aufstellung des Löwen. Es wäre zu wünschen, daß der von einem Sachverständigen gemachte Vorschlag, aus den Umfassungssteinen des Marktbrunnenkumpfes auf dem Marktplatze eine Säule aufzuführen, die dann das noch vorhandene steinerne Postament mit dem Löwen tragen könnte, zur Ausführung käme. Dem Vernehmen nach hat man sich im Stadtvorstande hierüber noch nicht schlüssig gemacht.— In dieser Woche haben die Obstversteigerungen von den an den Staatsstraßen befindlichen Bäumen stattgefunden. Für die Aepfel wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Ein Bäum⸗ chen, das kaum zwei Körbe voll lieferte, kostete 6 A., andere kamen noch viel höher. Für Früh⸗ äpfel, die hier dieser Tage als Kelterobst an einen Händler verkauft wurden, wurde dagegen viel weniger erlöst. Der Zentner galt nur 3 4 50& bis 4 A1. In dieser Preislage wurden auch größere Mengen Auflesäpfel, die durch den heftigen Wind der letzten Tage abgeschüttelt wurden, abgesetzt. Einen überreichen Ertrag liefern heuer die Walnußbäume, von denen allerdings in unserer Gegend nur wenige Exemplare vorhanden sind. 5 Stockheim, 16. Sept. Die hiesige Aktie n⸗ Zuckerfabrik tritt demnächst in ihr 13. Ge⸗ schäftsjahr, das für die Rübenlieferanten recht günstig zu werden verspricht. Mit dem Ergeb⸗ nis des letzten Jahres sind die beteiligten Land⸗ wirte recht wohl zufrieden gewesen, denn die Zuckerausbeute war in demselben bei durchschnitt⸗ lich 14,2 Proz. um 2,11 Proz. höher als im vorhergehenden. Der Durchschnittsertrag belief sich auf rund 116 Zentner für 1 Morgen. Im ganzen wurden im letzten Jahre von der Fabrik 373 440 Zentner Rüben mit einem Kaufpreise von 352719,70 K verarbeitet, die von 3196 Morgen geerntet wurden. Der Erlös für Zucker betrug im Durchschnitt 11774. 4 * Kirchberg, 18. Sept. Die Gastwirtschaft des Herrn Heinrich Rau von hier ist für den Preis von 9000. in den Besitz des Keller⸗ meisters an der Aktienbrauerei zu Gießen über⸗ gegangen. Die nicht weit von der Bahn ent⸗ fernt liegende Wirtschaft dürfte ein viel aufgesuchter Ausflugsort werden, da die Lokalität schön ein⸗ gerichtet und die Umgebung reich an landschaft⸗ lichen Schönheiten ist.— In dem benachbarten Dorfe Ruttershausen, woselbst am ver⸗ gangenen Sonntage die Kirmes stattfand, ver⸗ unglückte ein Bursche beim Aufbauen der Musik⸗ bühne, indem derselbe einen Armbruch erlitt. * Friedberg, 16. Sept. Nächsten Sonntag hält die am 17. März 1895 von 37 Mitgliedern gegründete O b stverwert ungsgenossen⸗ schaft ihre diesjährige Generalversammlung hier ab. Die Mitgliederzahl ist bereits auf 49 gestiegen. Die Versammlung wird u. a. über die Verwendung des Gewinns von 361 Mk. 39 Pf. zu beraten haben, der im ersten Jahre des Bestehens gemacht werden konnte, obgleich der Geschästsumfang der geringen vorjährigen Obst⸗ erträge wegen sehr unbedeutend war. Auch in diesem Jahre ist die junge Genossenschafi sehr rührig und hat für unsre Gegend abermals großen Nutzen gebracht, da sie der wichtigste Faktor bei der Preisbildung des Obstes ge⸗ worden ist. Das haben im Sommer bereits die Orte mit großer Kirschenzucht erfahren, die nur schnell.“—„Wenn ein Hund zu bellen anfängt, so bellen sie bald alle.“—„Ein Blinder fürchtet keine Schlange.“ —„Reue kommt später.“—„Zu viele Seeleute lassen das Schiff auf einen Berg auffahren.“„Wenn jemand seine Krankheit kennt, ist er schon halb geheilt.“ —„unbekannte in der Nähe sind besser, als Verwandte in der Ferne.“— Man kann in der Welt nicht steigen, wenn man sich ihrer Weise nicht beugt.“—„Der Meister ist oft der Diener.“—„Der Besiegte ist häufig der Sieger.“—„Der Fisch, den man nicht gefangen hat, ist immer groß.“—„An die Götter wenden wir uns nur, wenn wir in Not sind.“—„Seines Vaters Liebe erkennt man erst, wenn man selbst Kinder hat.“— I der Liebe giebt es keinen Rangunterschied.“—„Liebe ist ein Mysterium.“ — Zitate im Munde von Göttern und Menschen.„Das Hemd ist mir näher als der Rock,“ meinte die schaumgeborene Venus.—„Jetzt gieb mir einen Menschen, gute Vorsicht!“ brüllte der hungernde Riese Polyphem.—„Alles ist eitel!“ rief. sich im Wasser⸗ spiegel betrachtend, Narciß.—„Nun sei bedankt, mein lieber Schwan,“ sang die Leda.—„Arbeit macht das Leben süß!“ tröstete sich der arme Sisyphus.—„Von des Lebens Gütern allen, Ist der Ruhm das Höchste doch,“ deklamierte stolz Herostratus.—„Raum ist in der klein⸗ sten Hütte,“ sprach Diogenes und kroch in seine Tonne. —„Der Tod macht Alles gleich,“ tröstete sich der Gast, als er statt eines Hasen⸗ einen Katzenbraten aß.— „Alles in der Welt läßt sich ertragen, Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen,“ meinte der Regenschirmfab⸗ rikant.—„Das bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht,“ meinte der Pantoffelheld und zog, als er vom Wirtshaus spät nach Hause kam, auf der Treppe die Stiefel aus. —„Das Wasser ist das Beste,“ versicherte der Wirt und goß Wasser ins Weinfaß.—„Fluchwürdig Schicksal des Soldaten!“ jammerte die Köchin, als ihr Schatz nach Germersheim versetzt wurde.—„Geben ist seliger denn Nehmen,“ dachte Jörg und gab dem Hans eine Ohrfeige. —„Und sie bewegt sich doch,“ dachte im Schweiße seines Angesichts der Lieutenant beim Tanze mit der dicken Kommandeuse.—„Ein jeder Wechsel schreckt den Glück⸗ lichen,“ stotterte verwirrt der Studio, da ihm ein Accept präsentiert wurde. — Die Spielhölle in Ostende. Aus Brüssel durch das Bieten jener von den Händlern höhere Preise, namentlich für die Brennkirschen, erzielen konnten. * Darmstadt, 17. Sept. In der Merckschen Fabrik in der Mühlstraße sind gestern Nachmittag drei Arbeiter von einem etwa vier Meter 1 Gerüst gestürzt, so daß einer der Ar- eiter schwer verletzt in das städtische Kranken⸗ haus verbracht werden mußte, während die beiden anderen nur leichte Verletzungen davon getragen haben. * Darmstadt, 17. Sept. Zur bevorstehen⸗ den Wahl zum 30. hessischen Landtag ist Seitens des Landesausschusses der hessischen Centrums partei soeben der Wahlaufruf erschienen. In demselben werden als Haupt⸗ forderungen des Centrums drei Punkte angeführt: 1. Das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. 2. Die Abänderung der jetzigen wird der„Voss. Ztg.“ geschrieben:„Es ist schon wieder⸗ holt hervorgehoben worden, daß in Ostende eine Spiel⸗ wirtschaft herrscht, die eine Schmach für Belgien ist, Ostende hat längst Monaco überflügelt. Wie im soge⸗ nannten Privatklub des Ostender Kurhauses jetzt gespielt wird, davon giebt heute die„Lüttich. Ztg.“ ein erbau⸗ liches Bild. In Monte Carlo ist der höchste Einsatz auf einer Nummer des Roulette 180 Fr.; hier kann man bis 300 Franken gehen und man hat berechnet, daß ein ein⸗ ziger Koup an 200 000 Fr. Gewinn bringen kann. Bei dem Trente et Quarante ist der höchste Einsatz 12 000 Fr., aber die Kroupiers lassen einen Zuschnß von 6000 Fr., ja sogar für die großen Gegenspieler 25 000 Fr. für einen Wurf zu. Während man in Monte Carlo mit Gold spielt, läßt man in Ostende die Spielmarken, deren Wert bis 6000 Fr. geht, zu; gewisse bekannte Persön⸗ lichkeiten haben bei der Spielbank unbegrenzten Kredit. Kürzlich haben vier Spieler zu gleicher Zeit den höchsten Einsatz— 12000 Fr.— auf jeden Wurf gesetzt, was niemanden bewegte, während in Monte Carlo alle Spieler sich erheben, wenn der Ruf ertönt:„Ein Herr spielt das Wahlkreiseinteilung, Beseitigung jeder Wahlkreis⸗ Geometrie. 3. Die Beseitigung der gesamten hessischen Kulturkampfgesetzgebung, Freiheit der Confessionen in ihren religiösen und sozialpoli⸗ tischen Bestrebungen. Insbesondere der Wieder- einführung der confessionellen Schule. Vermischtes. — Japanische Sprichwörter. Japan ist reich an Sprichwörtern. Die folgenden mögen beispielsweise angeführt werden:„Der Weise redet nicht von allem, was er thut, aber er thut nichts, wovon er nicht reden kann.“—„Die Menschen können sich vor der Tugend beugen, aber die Tugend nicht vor den Menschen.“— „Aufmerksamkeit auf kleine Dinge ist die Sparsamkeit der Tugend.“—„Die Tugend verleiht keine Talente, sondern tritt an ihre Stelle, aber die Talente können nicht an die Stelle der Tugend treten.“—„Heute trifft ein Unglück Andere, morgen uns selbst.“—„Faule Leute arbeiten an Festtagen.“—„Wer schnell lernt, vergißt Maximum!“ Leider giebt sich in der diesmaligen Bade⸗ zeit gerade das schöne Geschlecht mit einer wahren Leiden⸗ schaft dem Hazardspiele hin; an der Spitze stehen die Engländerinnen, ihnen folgen die deutschen Frauen. Die Halbwelt ist natürlich sehr stark vertreten. Die großen russischen Spieler erscheinen erst im September. Die Säle sind zu eng geworden; nur die großen Spieler können noch einen Stuhl erhaschen; die mittlere Klasse der Spieler ist gezwungen— seine Geldstücke stehend zu ver⸗ lieren. Und das geschieht öffentlich unter den Augen der belgischen Behörden!“ 5 — Die Wirkung der Freiheitsstrafe auf das Leben der Verbrecher. Wie das„Neue Wiener Tageblatt“ mitteilt, hat Strafanstaltskontrolleur Nadastiny soeben über diesen Gegenstand eine interessante und lehrreiche Studie unter Zugrundelegung praktischer Erfahrungen, die er sich während eines Jahrzehntes in der österreichischen Strafanstalt Stein erwarb, veröffent⸗ licht. Dieser Abhandlung, welche für Reformen in Bezug auf die ärztliche Behandlung der Gefangenen und des zu entnehmen: Von den in den Jahren 1885 bis 1 in Stein eingelieferten 5981 Sträflingen wurden 0 0 ihrem Eintritte in die Strafanstalt rund 75 Prozent ge. wu Tg sund befunden. In diesem Zeitraume starben im ganz Ait Villen bew 1082 Sträflinge, und zwar 6 in einem Alter bis zu 16 n 5 unde b Jahren, 70 von 16 bis 20 Jahren, 397 von 20 bis 0 f% fel Jahren, 268 bon 30 bis 40 Jahren, 176 von 40 big 6 f. u d 50 Jahren, 97 von 50 bis 60 Jahren und 68 im Alter 10 i von mehr als 60 Jahren. Die größte Sterblichkeit weist demnach das Alter von 20 bis 30 Jahren mit 36,6 Prozent auf. Von den Verstorbenen war mehr als die 5 fh Hund w. Hälfte(55,1 Proz.) bei der Einlieferung für gesund er. gal ur 1 ef kannt worden. Von diesen 1082 Verstorbenen starben e dee 558 an Lungenkrankheiten, und zwar die meisten an 5 0, un Tuberkulose, 57 an Auszehrung, 100 an Wassersucht 15 gallen, 118 an Beinfraß oder Skrophulose, 67 an Marasmus, scha. 31 an Lähmungen des Gehirns, des Rückenmarks oder— des Herzens, 47 an Entzündungskrankheiten, 104 an ver⸗ Kirch. schiedenen anderen Krankheiten, worunter auch eine Üb⸗ Coon rigens verschwindende Zahl von Selbstmördern und 2 Justifizierungen aufgezählt erscheint. Bemerkenswert ist der Sonntag, 0 Umstand, daß gerade Personen, die gesund und kräftig 0 waren, in verhältnismäßig kurzer Zeit von der Lungen⸗ In! tuberkulose ergriffen und hinweggerafft wurden, während 15 l Gefangene, die bei der Einlieferung kränklich waren, sich peu. f gegen die Tuberkulose weit widerstandsfähiger erwiesen, erna l Bei den erstgenannten trat gewöhnlich zwischen dem dritten Nahe und vierten Jahre der Kerkerhaft die Erkrankung en, guvitu% g welcher nach 2 bis 3 Monaten der Tod folgte. Die u helles 5 höchste Strafdauer erreichte in diesen zehn Jahren ein 7 Aumelbuld 1 Jahre alter, gesund eingelieferter Rückfälliger, welcher 3814 male 17 7 Tage verbüßte und schon nach 28 Spitalstagen an gollche zun Tuberkulose starb. Der Verfasser erörtert sodann die An⸗ che Zwolle steckungsgefahr, eine Folge der gemeinschaftlichen Schla⸗ In der säle und Zellen, und bedauert, daß bei Knochenerkrankungen 4%, J Uhr: keine operativen Eingriffe gemacht würden. Das Faktum, dem daß sich jahrelange Verwesungsprozesse an dem lebendem. Körper vollziehen, stelle das menschliche Empfinden manches Gefängnisbeamten auf eine harte Probe. Eine dritte, durch die Verhältnisse des Gefängnislebens mitbedingte Krankheit, die Wassersucht, nehme in Stein einen rapfden fung weiden u. Verlauf. Verfasser führt diesbezügliche Beispiele an, wo⸗ i ben Sansun nach Sträflinge innerhalb sieben bis elf Spitalstagen an lr h en Wassersucht gestorben seien. Die verstorbenen Sträflinge ae verbüßten zusammen 444 230 Straftage, hiervon 89 774 10 Meter Tage, also 20,2 Prozent im Spitale. Die Einzelh 1 bulbleinen linge konnte der Verfasser nicht eingehender behand weil kranke Zellenhäftlinge, sobald ihr Zustand mehr bedenklich erscheine, in die Gemeinschaftshaft versetzt un dann zu den verstorbenen Gemeinschaftshäftlingen gezählt werden. Nur selten gelinge es einem oder dem anderen Zellensträfling, früher als seine Auszellung erfolgt sel, ins Jenselts hinüberzugehen. Nadastiny belegt dies mt mehreren Beispielen, welche darlegen, daß Häftlinge schon nach einem Tage(in drei Fällen) nach ihrer Auszellung gestorben seien. Im Laufe seiner weiteren Ausführungen empfiehlt der Verfasser gegenüber diesen ungünstigen sanl⸗ tären Verhältnissen besonders die Einführung des irischen Gefängnissystems und eine neue Organisation des Lel⸗ tungs⸗ und Ueberwachungsapparates. ibi 0 sucgeföbige G00 0 Musern bi en 26. d. N., da unecem, Anmenaf ul die 10 55 0 ace fund., gehen, den 12. Se 18 eambtag) den! — Vom Propheten Jonas. Dem„Schwarz, fachhmwittags ö Uhr wälder Boten“ wird aus dem württembergischen Städt-:(bellen, als: J. DagaldseinLieferun J Aufsehen derselben, J Chausseren, veranf 1 leberdeden,„ J. Grabenaufräumen, a hiesigem Raths chen Wangen geschrieben: Das hiesige Gasthaus„Zum Walfisch“ trägt an seiner Vordersette ein Doppelbild, das wohl als ein Kuriosum bezeichnet werden darf. Das eine Bild stellt nämlich Jonas dar, wie er im Schlunde bez Walfisches verschwindet, das andere zeigt den ausgespieenen Propheten. Dabei wäre nun nicht sonderlich viel Merk Wied, am 14. S. würdiges; aber daß Jonas mit ein Paar Sandalen aß Otoßb. den Füßen in den Bauch des Meerungeheuers einzleh. 80 und mit ein Paar Stiefel bekleidet wieder zum Vorschesn Tü kommt, das war es, was bis jetzt den Beschauern del U 1 Bildes schmerzhaftes Kopfzerbrechen machte. Nun aber i liform des Räthsels Lösung gefunden. Wie ein eifriger Nati; den dauernde B. forscher herausgebracht hat, hatte der Walfisch an jenen§el Tage zum Frühstück einen Matrosen verspeist, dessen gu us gießen genagelte Stiefel als unverdaulich im Magen zurüchg u ching blieben waren. Diese Stiefel eignete sic Jonas natiril E e en an, da sie ihm zu seiner langen Reise zweckmäßiger et Schmied scheinen als seine Bastsandalen. 0 ui erden — Die Austernbank im Schiff. Eine eiges 3 e teiue artige Szene spielte sich jüngst in einem Liverpool le A. W Trockendock ab. Dort wurde der Dampfer„Kwa von der Afrikanischen Dampfschiffgesellschaft zum Zy der Reinigung des Bodens gedockt. Die„Kwarra“ Klesnes I J. Olkaber zu de Sanitätswesens in den Gefängnissen eintritt, ist folgendes ein Dampfschiff von 900 Register Tons, das nahezu! in ihrem Urteil über den Deutschen hin und her— geschwankt. Da handelte es sich nur um seinen Charakter, den sie, das liebende Weib, gern hoch— gehalten hätte. Wo seine Gefühle in Frage kamen, unterschied sie besser. Auch sie stimmte dem letzten Sprecher im Stillen zu. So mußte es sein. Der Gift der Eifersucht war in ihr argloses Herz ge— fallen. Zum ersten Mal empfand sie eine Qual, welche ihrem jungen, thaufrischen Leben so lange völlig fremd gewesen war. Was nun? Ja, was nun? Sie dachte an ihr armes, bedrohtes Vaterland, zu dessen Rettung sie sich aufgemacht hatte, und sie erkannte, von welcher unendlichen Wichtigkeit es jetzt war, den Deutschen die Augen zu öffnen, ihn nach Transvaal zu seiner Pflicht zurückzuführen. Sollte sie es wagen, das zu bewirken? Nie⸗ mand sonst konnte es, als sie. Hier waren nur Engländer, herrschten nur englische Interessen. Man sprach ganz offen von diesen Dingen, die in Pretoria noch Geheimnis waren. Es schien, als sollte es schon Morgen losgehen, und das Volk war für den verwegenen Feldzug begeistert. Es würde in hellen Haufen der Fahne der Empörer zuströmen, in der Gewißheit, die Landsleute in Transvaal dasselbe thun zu sehen. Und was dann? Sie stand leise auf und verließ die Veranda. Niemand achtete auf sie. Jetzt erst wußte sie, was der große Volkszulauf nach Buluwayo zu bedeuten hatte. Nicht das Fest des Gouverneurs, nicht die An⸗ wesenheit von Cecil Rhodes bewirkte dieses Wunder. Die Idee des Feldzuges gegen Transvaal war durch Emissäre Jamesons im Lande verbreitet worden, und nun sammelte sich ein Heer von Abentenrern hier an, um gegen den Erbfeind zu marschieren und das Goldland in Besitz zu nehmen. Englische Truppen waren in den Kämpfen mit den furchtbaren Boeren unterlegen. Die sich jetzt ihnen gegenüber stellen würden, waren gleich verwegene Männer und gleich gute Schützen, und Jameson schien ganz der Mann, um General Joubert die errungenen blutigen Lorbeeren zu entreißen. Und wie sie jetzt dahinschritt, nach dem Palaste des Gouverneurs, war sich Marja der Gefahr be— wußt, in welcher sie schwebte. Wenn einer der ihr Begegnenden geahut hätte, wer sie war, würde er an ihr zum Mörder ge— worden sein und noch ehrende Anerkennung bei dem fanatisierten Volke gefunden haben. Der Tod umlauerte sie auf Schritt und Tritt. Und doch ging sie weiter. Plötzlich blieb sie stehen. Brachte sie nicht die Sache des Vaterlaudes mit diesem Gange in Gefahr? War es nicht weiser, sofort wieder zu Pferde zu steigen und von jenseits der Grenze das Land zu alarmieren? Wer sonst konnte die Kunde von dem hier Erlauschten nach Transvaal zu bringen? Sie schwankte in heftigem Kampfe mit sich selbst. Dann aber tauchte wieder die Gestalt der schönen Creolin vor ihren Augen auf, wie sie den ahnungs— losen Deutschen umstrickte und ihn, der so hoch über ihr stand, zu sich hinabzog. Und dann quoll die Eifersucht in ihrem Herzen auf. Da regte sich das Weib in ihr, und das Weib errang den Sieg über das Heldenmädchen von Transvaal. Sie ging weiter. Es war ihr Verhängnis. 15. Kapitel. Bianca. Die schöne Creolin war ein leidenschaftliches, in allen Verführungskünsten geübtes Weib. Sie lebte in der großen Welt, war klug und formengewandt. Siegesbewußt trat sie dem Deutschen gegenüber. Graf Hallern war von ihrem Anblick betroffen. Er glaubte noch nie eine so schöne Frau gesehen zu haben. Er führte sie zum Tanz und erwies ihr alle die Aufmerksamkeiten, welche ein Kavalier seiner Dame schuldig ist. Sie lud ihn ein, neben ihr Platz zu neben, und nun begann sie halb hinter ihrem Fächer eine der gewöhnlichen Ballkonversationen. „Deutschland ist ein großes, herrliches Reich“, sagte sie im Lauf des Gesprächs.„Ich bewundere Ihren jungen Kaiser, der so klug, so mächtig und so schön ist. Welch ein herrliches Heldengeschlecht, diese Hohenzollern, das mit seinem Ruhme die Welt erfüllt! Und dann Ihre Armee! Wahrhaflig, Graf, Sie sind ein beneidenswerter Mann. Offizier einer Elitetruppe, der Garde, Günstling bei Hofe“— hier richteie sie einen lauernden Blick auf des Grafen ausdrucksvolle Züge, um zu sehen, wie er diese Auspielung aufnehmen würde—„Stamm⸗ halter eines alten, edlen Geschlechts und, ohne Zweifel, ein Liebling der Frauen— ja ja und wenn Sie das mit stolzer Bescheidenheit auch abwehren wollen— frei, in Friedenszeiten den Waffenrock vorübergehend ablegen und weite Welt⸗ reisen machen zu können: was mehr kann das Leben Ihnen bieten, was mehr können Sie vom Leben verlangen! Dagegen wir hier in unserer großen Oede und Thatenlosigkeit— ach, es ist immer mein Sehnen gewesen, die Welt zu sehen, in der Welt zu leben, aus der Sie kommen, und ich kann es mir garnicht vorstellen, wie man ihr den Rücken wenden kann, um wüste Strecken zu durchreiten und unter dem niederen Dache einer Boerenhütte Schutz und Erholung zu suchen. Selbst unsere Vereinigung hier muß Ihnen ein heimliches Lächeln abnötigen, entspricht sie doch so wenig dem Bilde von Glanz und wahrer Vornehmheit, wie sie es zu sehen gewöhnt sind. Und Ihr Urteil über die Ge⸗ ellschaft hier, wie kann es anders lauten als: sunpel und roh!“— „Aber, meine Gnädigste, ich bitte!“ wehrte Kurt euergisch ab.„Im Gegenteil, ich bin eutzückt, hier im fernsten Süden eine so feine Geselligkeit und einen solchen Kreis schätzenswerter Menschen und schöner Frauen zu finden, deren herrlichste, die mit ihrer sieghaften Schönheit alles diesseits und jeu⸗ seits des großen Wassers überstrahlt, mir die Huld ihrer beglückenden Nahe zu Teil werden läßt. Er beugte sich zu ihr hinüber und küßte ihre Hand. „Aber Graf, was soll man denken?“ wehrte sie Tonnen . ab. Sie warf einen Blick des Triumphes nag ir i des hinü* ber iweste ee Rhodes hinüber, der ihr lächeln erm ß 19 5 5 mee. Niere „Denken?“ wiederholte Kurt.„Daß ich bil Königin des Festes meinen ritterlichen Tribut dar“ bringe. Und was sprechen Sie da von Oede ui Thatenlosigkeit! Da ist der Mann, den man de „ungekrönten König von Südafrika“ nennt, el J zu verkaufe Mann so hochstehend und selbstbewußt wie ein wil, 2 licher Regent; da ist Dr. Jameson, klug 1 N thatendurstig, ein Feldherr ohne Degen und Orde ec Und dann diese Stadt, diese blühenden Heuwese N haben Sie sie nicht, wie unser Schiller faßt„GRe prangend aus der Verwilderung steigen lalsen ö flug zu de Ist es nicht ein größerer Ruhm, neue Kulturstättt L zu schaffen, als alte zu erhalten? O und wi— diese alten Kulturstätten, ihre überverfeinerte Klim. fen Sitten und raffinierten Genüsse anbetrifft, sehn be den Sie sich nicht nach ihnen! Sie machen lebensmü! 0 nend schlaff und unzufrieden. Nur was er selber schaff pschen gewährt dem Menschen Genuß. Frei dehnt o hier der Blick, die Brust in der endlosen Weit“ man fühlt sich als Herr im großen Naturganza wo man zu Hause im engsten, intimsten Kreise uc Lunge Sklave veralteter Vorurteile und eines stets läfis 2 empfundenen Etikettenzwanges ist. O es ist ein 0 iner i. Lust, so zu reisen, Abenteuer zu bestehen und dal kalen wie durch Verzauberung den alten Marchenglaube“ wieder aufleben zu lassen von unermeßlich“ Schätzen, welche verborgen in der Erde ruhen, el Kauibalen und himmlischen Feen, welche dem irn den Ritter immer dann begegnen, wenn sein Mill versagt und er der Verzweiflung anheimfalll möchte. Diesen fröhlichen, allen Uufrieden N Seele lösenden Kinderglauben hat mir die Beg nung nut Ihnen wieder erweckt, und diese Stund birgt für mich die schönste Erinnerung, die ich en“ N N mit hinwegnehmen werde.“ N N mal nach meiner Wiederbefreiung von Südafre bün ge, (Fortsetzung folgt.) 10 fh 5 Heir ü Anh. 1 10. Jahre im afrikanischen Küstendienst der Gesellschaft ge⸗ wut 5 5 dienst mit Christenl für di irmi fanden hat. Da es in jener Gegend an Docks mangelt st Christen ehre für die Neukonfirmierten dae de so war während der ganzen Zelt keine Vodenreinigung Wide 0 ier den ene, An 1 vorgenommen, und nun zeigte es sich, daß der baue 155 1 95 5 Pfarrer Dingeldey. Beichte 97 8 9 unter Wasser liegende Teil des Schises vollständig mit Ame ies Abendmahl für die Lukasgemeinde. 176 n N eßbaren Austern bewachsen war. Durch irgend einen Zu- Vormittags A u e 17 f d a0 0 fall war die Kunde bon dieser Thatsache bekannt geworden, Pfarrer 9 5 0 10 inderkirche für die Lukasgemeinde. Ster ßjodaß sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden hatte, Kollekte l Beße der Kaiser Wilhelm S Juhren umd noch ehe das Dock ganz vom Wasser entleert war, für deutsche Invaliden er Kaiser Wilhelm⸗Stiftung war uch%% wateten 5 1 7 bis an die Hüften ins 8 dung e, Wasser, um sich ihren Teil an der willkommenen Beute dale 6 zu sichern. Mit allen möglichen Instrumenten, wie sie Gottes dienst in der Synagoge. n. an gerade zur Hand waren, wurden die afrikanischen„Na⸗ Bold 15 den 19. September, 1896. 00 u B 0 kes“ von der Schiffswand abgelöst, sodaß die Mann⸗ ge 8 30 uhr 5 07 8 Rane schaft des n um 127 die 1 1 5 der Docks auf⸗ Na 51 1 8 1 0 55 b 0% Mun en hatten, um das Fahrzeug vor Beschädi 75 3 5 e 1 85 U Jahrzeug eschädigung zu Sabbathausgang: 7.15 Uhr. 104 un ag n 8 7 an ug n 5 a 5 Neueste Tesear e Kirchliche Anzeigen. 5 3 1. 1 lerkenznt i i 5„Derlin September. 5 Evangelische Gemeinde. Staatssetretär des Reichs Barine umts, Sonntag, den 20. September, 16. nach Trinitatts. Hollmann, trifft morgen in Ki el Gottesdienst. ein, um verschiedenen Versuchen auf In der Stadtkirche: dem Gebiete des Torpedo⸗Wesens bei⸗ Vormittags 75/ 1 0 3 Schlosser. Letzte l Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Berlin, 18. Sept. In dem Proze Matthäusgemeinde. 5 gegen die internationalen Vankpfeb 5 Vormittags 91/ Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte welche sich Walter Henry Bowers und Joseph meinde erbeten. deutsche Invaliden. In der Johanneskirche: Bekanntmachung. Zur diesjährigen Ausführung der Ebel⸗ stistung werden u. A. erforderlich und sollen auf dem Submisstonswege bezogen werden: Ca. 25 fertige Anzüge für Knaben, 60.—80 Meter Stoff zu Winterkleidern für Mädchen, ehen muh che Veil 4 elf Spületagn rsuibenen Stellt, tage, hierdon 890% 1 Eiwelh ca. 150 Meter Baumwollflanell, bezw. ingchender beharh Halbleinen zu Hemden ihr Zustand uch! Leistungssähige Geschäfte wollen ihre Ange chastshaft erscht u bote nebst Mustern bis spätestens Samstag, den 26. d. M., nachmittags 5 Uhr, bei unserem Armenamt e nreichen, woselbst atshäftagen ge auch die näheren Bedingungen, Stoffmuster lem oder dem ale lung afflgt cd l einzusehen sind. u belegt di w N 2 2 95 1 Spb d ace 5 „daß Hä ie Armen⸗Deputation der e 1 Stadt Gießen. ah ihrn Alix beiten Augfüh den ungünstgen uu inführung des irc un deb le. J. V.: Georgi. 5 Versteigerung f von Graben⸗ und Wegebauarbeiten in den Waldungen der Gemeinde Wieseck. den 19. September I. J., sollen die nachstebenden Samstag, 2 5 Uhr, irbeiten, als: 5 I. Basaltstein⸗Lieferung, veranschl. zu, 645 Mk., J Aufsetzen derselben, veranschl, zu 37 Mk. 50 Pf. 3. Chaussieren, veranschl. zu 375 Mk., 4. Ueberdecken,* 3 1 5 5. Grabenaufräumen, v rauschl zu 97 Mt 10 Pf auf hiesigem Rathaus verst igert werden. Wieseck, am 14. September 1896. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. as. Dem„Sb ttembergischen Sta iestge Gasthaus Ju te ein Doppelbilb, herden darf. Da e e er im Schluube v gt den due 1 t sonderlih viel 1 n Paar Sandala Merungeheuers eh, wieder zum Volt 9 0 1 5 5 den B 19 2 A 0 0 e Uniform ⸗Arbeiter gie ein eiter dur finden dauernde Beschäftigung. der Palfsch an, Scheel Co. 1078 Gießen, Seltersweg 87. en bespest, deser Swe * lin m sofortigen Eintritt 0 Eis—. 1075 h in Magen jut ue sch Junus nat Neige zwecnäß ige N u Schiff. E in einem Abe der Daupfer„us focselschoft zu kt. Die„wart u Tous, dab lg . des Tiiuupheß! 1. der ihr ll esucht vom 9. Will in Krofdorf. Wei ordentliche Arbeiter erhalten reine Schlafstelle. 1072 A. Weber, Liebigstraße 65. Kleines Familienlogi 5 per 1. Oktober zu vermieten. 1070 Kreuzplatz 4. TSonnenstraße 26 t der zweite Stock, bestebend aus zwei Zimmern nebst, Zubehör sofort anderweit zu dermieten. 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Das in mehreren Städten Deutschlands von den Zensur⸗ behörden verbotene Sensationsstück:„Das Recht“ von Dr. Haas ist von der Wiener Zensurbehörde freigegeben worden. Hd. Athen, 18. September. Das Korps des Benoera, die einzige noch in Macedonien befindliche Räuber⸗ bande, ist seit einigen Tagen von zahlreichen türkischen Truppen, welche Kanonen mit sich führen, in einem Kloster eingeschlossen und scheint ver⸗ loren zu sein. Hd. Newyork, 18. Sept. Ueber die Orga⸗ nisation der Bombenschule in Newyork ver⸗ lautet in Zusammenhang mit dem dieser Tage entdeckten Anarchisten-Komplott, daß die Ueber⸗ wachungs-Kommission dieser Anarchistenschule aus folgenden Personen besteht: Wilhelm Hassel⸗ mann, früher deutscher Reichstagsabgeordneter, der nach se ner Rede über Nihilismus, die er im Reichstage hielt, sein Mandat niederlegte, Leo Hartmann der russische Nihilist, welcher im Jahre 1878 den russischen Kaiserzug in Moskau sprengen wollte und dessen Auslieferung Frankreich ver⸗ weigerte, Johann Most, der Redakteur der Frei⸗ Verherrlichung der Nihilisten, welche Alexander II. ermordeten, zu 18 Monaten Gefängnis ver⸗ urteilt wurde, ferner der russische Nihilist Novachowicz.(Was wir von diesen Bombenge⸗ schichten halten, haben wir wiederholt ausge⸗ sprochen. Red.) Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ r. Berlin, 18. Sept. 3 uhr Nm. Wie der„Sozialist“, das Organ der hiesigen Anarchisten, meldet, sind alle bekannten Anarchisten seit der Abreise des Zaren von Breslau scharf beobachtet worden. Der Anarchist Machner von Mainz ist in Stettin verhaftet worden. (Leider meldet das Telegramm nicht, warum Machner verhaftet wurde. Unsere Leser mögen derartige Sensa⸗ tionstelegramme, die auf den äugst⸗ lichen Spießbürger einwirken sollen, mit der nötigen Vorsicht aufnehmen.) Rom, 13. September. Bei der gestrigen Gala vorstellung zu Ehren der spanischen Journalisten im Theater Costanzi geriethen die Draperien der vierten Gallerie in Brand, wo⸗ durch eine Panik eutstand. Beim fluchtartigen Verlassen des Theaters wurden viele Personen verletzt. Der Brand selbst war unbedeutend. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Unterschlagung im Amte, schwerer Ur⸗ heit, welcher im Jahre 1882 in London wegen ———.——ñ— Philosophen wald. Hiermit gebe ich einem verehrlichen Publikum bekannt, dass ich jetzt wieder neben dem bisher geführten dunklen Lauterbacher Bier mur das allgemein beliebte und mit den höchsten Auszeiehnungen bedachte, zuletzt bei der inter- nationalen Bier konkurrenz in München 1895 mit der goldenen Medaille und Ehrendiplom prämiierte Pilsener Bier der Aktien- brauerei Giessen Gleichzeitig bringe ich meinen neu bergerichteten Saal sowie Gastzimmer im empfehlende Erinnerung und um recht zahlreichen Besuch bittend zeichne Hochachtungsvoll Heinrich Leib. derung ste N Kreuzplatz 4. m bear lf ö f 8 nd Klim. Kurort Schömberg 155 ae bei Neuenbürg im Württem⸗ jüsse gane 5 bergischen Schwarzwald. Sie macher!, b 2 2 1 5 1 Heilanstalt für he dne ra n ke. 1 1777 17 0 L u n 8 e n E 3 bannen n N Sommer⸗ u. Winterkur. Beste 1 e ee bee, f 0 eit. Arzt: Dr. 5 ee 11 Prosp. 171 durch d. Direktion. % aha— alen W—.— 5 „ a ee da, Tell Föll. Chepiotreste in dg f für eine rheinische Fabril. geen, 150 l 1. 461) Peter Jeppla, Neustadt 79. U 3 7 7 e, Wohne jetzt 105 8 ee Marktstraße Nr. 00 1 datben deren gaufmaun 5 10.) e, Ferdinand Farthier, 915 Gaorb- und Stuhlstechterei. Reparaturen billigst. 952 führe. Reingelaltene Weine. Gießen. eb S-s„n) 1034 2 2 Bekanntmachung, die Wahl der Beisttzer für das Gewerbegericht der Stadt Gießen betr. Für das Gewerbegericht der Stadt Gießen sind auf Jahren, beginnend am 1. November 1896, 24 Beisitzer zu eine Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber von den wahlberechtigten Arbeitgebern und die andere Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeiter von den wahlberechtigten Arbeitern. Zum Beisitzer eines Gewerbegerichts kann oder die empfangene Unterstützung erstattet hat und in dem gerichts seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt zum Amt eines Schöffen unfähig sind, können nicht berufen werden. Die Wahl findet Samstag, 19. September 1896, von mittags abends 6 Uhr, im Sitzungssaale des Bürgermeistereigebäudes statt. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und abzugeben. Gießen, den 10. September 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen nur berufen werden, wer das dreißigste Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahr für sich oder seine Familie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln Arbeiter werden daher eingeladen, in der angegebenen Abstimmungszeit sich persönlich einzufinden und ihre Stimme J. V; Georg i die Dauer von drei wählen und zwar die begonnen. Kommissionsmitglieder für zu erscheinen ihre Stimme Person Recht sprechen und Die Kandidaten sind nicht empfangen, Bezirk des Gewerbe⸗ ist. Personen, welche Bock, Augu Bräuligam, Diehl, Joh., Schneider. Drechsler. 12 bis 5 lokal zu haben. Geschäfts- Verlegung. Meiner werten Kundschaft zur gefl. Nachricht, daß und mein Geschäft nach Gießen, Asterweg 23, verlegt habe. 2 Indem ich für das mir bisher geschenkte Vertrauen mir dasselbe auch für die Zukunft bewahren zu wollen. Achtungsvoll Heinr. Kleinhenn, Schuhmacher, Asterweg 23. ich meine Wohnung . 5 1005 bestens danke, bitte Gasthaus„Zum deutschen do“ 888 Vereinszimmer 5550 Mittagstisch im Abonnement. eee eee ee An die Arbeiterschaft Drei Jahre sind verflossen, seit das hiesige Gewerbegericht seine Thätigkeit Wir stehen nun vor der Neuwahl desselben, welche noch dadurch eine höhere Bedeutung gewinnt, weil die zu wählenden Beisitzer auch gleichzeitig Indem wir der Ueberzeugung sind, daß Sie, des Gewerbegerichts erkannt haben, und den von der Gießener Arbeiterschaft nominirten Kandidaten zu geben. Dieselben werden jederzeit unparteiisch, ohne Ansehn der f. Zul., Bürstensortierer. Dillmann, Jakob, Müller. Krüger, Gustav, Eisendreher. Kreiling, Cudw., Schreiner, Wieseck. Die Wahl findet am 19. September, von Mittags 12 Uhr bis Abends 6 Uhr auf dem Bürgermeistereigebäude statt.— Stimmzettel sind vor dem Wahl— Gießens. den städtischen Arbeitsnachwels vorzuschlagen haben. gleich uns die segensreiche Wirkung fordern wir Euch alle auf, an der Wahlurne die Sache der Arbeiter in jeder Weise würdig vertreten. Ockel, Karl, Fabritarbeiter. Skrobel, Hermann, Bäcker. Schäfer, Joh., Lackierer, Steinberg. Rudolph, Johs., Zigarrenmacher, Wieseck. Reuschling, Wilhelm, Zigarrenmacher, Klein-Linden. Das Gewerkschafts⸗Kartell. — 5 Weit über 100 Kerzen strablen die neuesten Glühstrümpfe für Gas⸗ glühlicht aus. solche zu haben bei à Stück 1 Mk. 20 Pfg. sind 1039 A. Gretscher, Neustadt 78. : 1064 Andreas, Alwin, Buchdrucker, Geschästs-Eröffnung der Firma Richard Loewenthal& Co. Bahnhofstraße! Gießen Bahnhofstraße 1 Sonnabend, den 19. September. 4——ĩ N N A ——— Dee Dem allemeinen Bedürfnis des geehrten Publikums von Gießen und Umgegend folgend, bieten wir demselben von nun an die Möglichkeit, ihre Ein⸗ käufe ohne Zweifel günstiger als bisher zu machen und haben wir am hiesigen Platze ein Geschästshaus für Kurz-, Weiß- und Wollwaren errichtet. Gestützt auf langjährige Erfahrung und durch direkte Verbindung mit den ersten Fabriken obiger Branchen sind wir in der angenehmen Lage, unsere verehrl. Kunden bei denkbar größter Auswahl äußerst billig und durchaus reell zu bedienen. 1 N 2 beitragen und da Teste Preise. Kurzes Preisverzeichnis. Teste Preise. e ii ede en,, wre, Gestrickte Kinder⸗Anzüge.. Jper Stück von 25 Pfg. JI br eben 11 S e, Zephir⸗Kinder⸗Jäckchen. E 1 5 1 0 eh,, 2 Stück Gehäkelte wollene Kinder⸗ Mützen 3 5 1 14115 lahm fl Handzwirn, Knäuel 8 5 Wollene Kinder⸗Häub chen 7% 50% I ber das Ge Maschinengarn, 200 Yards. 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