susgesellsch, „Abends 8 z 1 Lokales und behause aus sit surg, Verantv. don E. Ottug chung, alten der Tau Eaatzeit. uben werden s Feldstrafgese an jezt bis zeige und Bestet 1890 jermeisterei Gießs nauth. ank. e leisch fund 58 Pit den Tage ble Ubr geöffnet tige geselles ung und E Schömberg m Wirten warzwalb. 9 Konrad Keuscher eine gegen ihn erkannte Ge⸗ behaupten, man habe sie zuerst beschimpft und Gießen, Sonntag, den 19. April 1896. 9 k Ausgabe andeszeikung. Gießen. — Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 60 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 5 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die ᷑5spaltige Petitzeile. Provinzielles. * Gießen, 18. April. Der provpisorische 12 55 an der Höheren Mädchenschule zu Gießen, Lehramtsassessor Dr. Fritz Sommerlad, ist zum Lehrer an dieser Schule ernannt worden. * Gießen, 18. April. Die gestrige Vor⸗ stellung des Baseler Operettenensembles war gut besucht. Zur Aufführung gelangte „Der Mikado“ von Sullivau. Das Publikum zeigte sich für die dargebotene guten Leistungen recht dankbar und zeichnete die Künstler mehrfach sogar bei offener Szene aus. Besonderen Beifall ernteten die Herren Bömly als Oberscharfrichter und Siebert als fahrender Musikant. Am Sonntag findet die letzte Vorstellung statt. Zur 5 Aufführung gelangt:„Der Vogelhändler“. * Gießen, 18. April. Gestern Vormittag verhandelte das Schöffengericht gegen die Metzgerburschen Buß von Gießen, Heinrich Keuscher und Konrad Keuscher von Mar⸗ burg. Die beiden letzteren sind wegen Körper⸗ verletzung mehrfach vorbestraft und verbüßt fängnisstrafe von 4 Monaten. Es handelt sich um eine Rauferei, die am Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr an der Lahnbrücke wischen Zivilisten und zwei Sergeanten stattge⸗ 5 10 725 wobei das Militär von der blanken Waffe 9 Gebrauch gemacht hat. Wir berichteten s. Zt., daß gegen die beteiligten Soldaten ein er ber eingeleitet sei und daß Zeugen darüber vernommen wären, wen eigentlich die Schuld an dieser Affaire, bei der es blutige Köpfe gegeben, trifft. Während der gestrigen Verhand⸗ lung wurde aus den Alten konstatiert, daß das gegen die Sergeanten anhängig gewesene Verfahren eingestellt worden ist.— Alle drei Angeklagten be⸗ streiten entschieden ihre Schuld, sie wollen von dem Militär überfallen worden sein und zwar ohne Grund, und wollen sich lediglich aus Notwehr mit ihren Stöcken verteidigt haben, wobei die Sergeanten allerdings schlecht weggekommen sind. Die beiden bei der Rauferei beteiligten Sergeanten einer der Angeklagten habe dann die Rauferei damit begonnen, daß er einen von den Soldaten mit dem Stock über den Kopf geschlagen habe. Der Geschlagene hat darauf den Kampf mit der blanken Waffe begonnen, worauf die Hiebe der Metzger nur so gehagelt hätten. Der zweite Sergeant glaubte seinem Kameraden helfen zu müssen und zog ebenfalls die Waffe, sich in den Streit mischend. Beide Soldaten wurden als bei der That mitbeteiligt unvereidet vernommen. Mehrere einwandsfreie Zeugen, die noch ver— nommen wurden, konnten auch nicht angeben, wie die Rauferei begann. Jedoch wird fest⸗ gestellt, daß, nachdem die Schutzleute Frieden gestiftet hatten, Heinrich Keuscher von neuem — ͥͤä D— Streit begann.— Amtsanwalt Brühl bean⸗ tragt bei Buß Freisprechung, für Kon rad Keuscher wegen Körperverletzung und wegen Widerstands gehn die Staatsgewalt eine Gesamtstrafe von 2 Monaten und 2 Wochen, und da dieser An⸗ geklagte eine viermonatliche Strafe wegen des⸗ selben Deliktes, um das es sich heute handelt, teilweise noch zu verbüßen habe, so bitte er um eine Zusatzstrafe von 2 Monaten und 1 Woche. Gegen Heinrich Keuscher, der die zweite Rauferei begonnen, müsse er 2 Monate und 14 Tage Ge⸗ fängnis wegen Körperverletzung und eine Geld⸗ strafe von 10. wegen Beilegung eines falschen Namens beantragen. Das Urteil wird am Freitag, den 24. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, verkündet werden. Gießen, 18. April. Der nächste Vieh⸗ und Krammarkt findet am 28. und 29. d. M. statt. Das Verlosen der Krämerstände findet am 23. April, morgens 7 Uhr, statt. Gießen, 18. April. Unsere heute schon geäußerte Ansicht, daß zur Kontrolle eines so großen Auftriebes von Vieh wie ihn die Gießener Märkte zeitigen, ein Tierarzt nicht genüge, scheint höheren Ortes geteilt zu werden, denn beim jüngsten Markt waren trotz des zu er— wartenden kleinen Auftriebs zwei Tierärzte zur Stelle, die Stück für Stück untersuchten, ob etwa Seuchenverdacht vorhanden war. Nun, man hat bei 500 Stück Rindvieh 6 Stück als nur verdächtig ausgesondert und diese in 3 Transporten unter Begleitung je eines Schutz⸗ mannes zurückbefördert. Die Maßnahme, daß vor 6 Uhr Morgens kein Vieh mehr auf den eigentlichen Marktplatz geführt werden darf, ist eine Wohlthat nicht nur für die Menschen, son⸗ dern auch für das zu Markt gebrachte Vieh. Gießen, 18. April. Eine recht lobenswerte Neuerung scheint man jetzt in Deutschland be— treffs der Einberufungen der Reservisten zu Uebungen eingeführt zu haben,— wenn der uns vorgelegene Gestellschein nicht etwa einen Schreib⸗ fehler enthält.— Die betreffende Ordre, die schon jetzt in die Hände des Gestellungspflichtigen ge— kommen, beruft diesen auf den 11. März 1897 zu einer 14tägigen Uebung nach der Wahnerhaide ein, wozu er sich am gedachten Tage, nachmittags 3 Uhr, beim Bezirkskommando zum Transport nach Wahn zu melden hat. Der Beorderte hat also beinahe 11 Monate Zeit sich auf die Uebung einzurichten. * Grünberg, 17. April. In unserer Ge⸗ markung treten gegenwärtig die Maul würfe in übergroßer Zahl auf und verursachen durch ihre Wühlarbeit den Landwirten viel Arbeit und Aergernis. Das Einliefern derselben wird daher städtischerseits bezahlt.— Wie alljährlich im Frühjahr um diese Zeit hat auf dem letzten hie⸗ sigen Wochenmarkte der Verkauf von Kar⸗ toffeln in größerem Umfange begonnen. An 40 bis 50 Wagen voll waren größtenteils aus der Wetterau, namentlich aus der Umgegend von Lich, Hungen und Butzbach hierher zu Markte gebracht worden. Verkauft wurden nahezu 600 Zentner. Die Preise schwankten zwischen 3 l 50„ und 4. 20 für 1 Malter je nach den Sorten. Von der Rabenau, 17. April. Auf der nunmehr bald beendigten Nebenbahnstrecke Grünberg⸗Londorf sind gegenwärtig eine große Anzahl Arbeiter mit der Steindeckung be⸗ schäftigt. Außerdem werden an vielen Stellen auf beiden Seiten des Bahndammes, bezw. der Böschungen Fichtenbäumchen gepflanzt. Die Bahn dürfte voraussichtlich in wenigen Monaten voll⸗ endet sein. * Worms, 16. April. In Gegenwart von Vertretern der Regierung, der Stadt, der Ge⸗ werbe u. s. w. wurde gestern hier die erste deutsche Fleischerschule eröffnet. Zum ersten Kursus haben sich 40 junge Leute aus ganz Deutschland nebst einigen Ausländern ein- gefunden. Mainz, 17. April. Gestern Mittag wurde in einem Hause der Stiftsstraße von zwei un⸗ bekannten jungen Leuten ein frecher Einbruch verübt. Sie stahlen aus einem verschlossenen Zimmer eine angeschraubte Kassette, in der sich etwa 600, bares Geld, Koupons, mehrere Sparkassenbücher, eine goldene Damenuhr und sonstige Wertgegenstände befanden. * Mainz, 17. April. Vom 15. Mai ab wird eine Dampfschiffsverbindung Mainz(Alt⸗ stadt)⸗Mainz(Neustadt)⸗Biebrich mit Anschluß an die Züge der Wiesbaden-Biebricher Dampfbahn eingerichtet.— Die Bürgermeisterei veröffentlicht heute iu Angelegenheiten der Verstaat⸗ lichung der hessischen Ludwigsbahn einen Auszug aus der Denkschrift der Handels— kammer an die hessische Regierung. Durch Be— schluß der Stadtverordneten vom vorgestrigen Tage hat sich auch die Stadt diesen Wünschen und Bedenken vollständig angeschlossen. Vermischtes. — Selbstmord aus Schamgefühl. Von einem tragischen Geschick ist die Familie des Klempners Otto Krüsel in Berlin betroffen worden. Krüsel, der seit 28 Jahren verheiratet ist und mit seiner Familie, Frau und fünf Kindern, im besten Einvernehmen lebte, arbeitete schon 15 Jahre auf derselben Stelle und war als solider Mann und fleißiger Arbeiter geschätzt. Seine Frau ver⸗ diente als Silberpoliererin durch Hausarbeit für eine Fabrik mit. Durch Sparsamkeit hatte die Familie es allmählich zu einer hübschen Wirtschaft gebracht. Den sogenannten dritten Feiertag und auch den folgenden Tag hatte Krüsel sich verleiten lassen und u. A. den Platz der Gewerbeausstellung besucht. Da er dadurch eine dringende Arbeit versäumt hatte, so schämte er sich später, wieder in die Fabrik zu gehen. Die Frau machte ihm deshalb Vorwürfe.[Gestern Nachmittag verließ er seine Wohnung, wobei er seiner Frau gegenüber äußerte, daß der Abschied ihm sehr schwer werde. Diese Worte schienen auf die Absicht des Selbstmordes zu deuten, Frau Krüsel war aber wieder beruhigt, als ihr Mann bald zurückkehrte. 1 Scherzend bemerkte sie noch:„Das Wasser war wohl noch zu kalt.“ Aber ihr Scherz sollte bald bitterer Ernst ö werden. Plötzlich, als es in der Wohnung schon dunkel war, trank Krüsel in der Küche aus einer kleinen Flasche Scheidewasser, das die Frau bei ihren Arbeiten gebraucht und erst vorher hatte holen lassen, lief dann in die gute Stube und brach mit einem lauten Aufschrei auf dem Teppich zusammen. Ein Arzt, der herbeigerufen wurde, konnte sein Leben nicht mehr retteu. Die Familie ist um so schwerer getroffen, als die Frau ihres kleinen Kindes wegen jetzt nicht arbeiten kann. 1 — Massenbedarf für künstliche Beine. Eine 14 unheimliche Sendung ist in Neapel verladen worden. Cs sind dies dreihundert Gummibeine für jene unglücklichen Soldaten, welche nach der Schlacht bei Ada vom Feinde verstümmelt worden sind. Die Abessynier pflegen alle Schwarzen, welche im Dienste der Italiener gegen den Negus fechten, auf entsetzliche Weise zu bestrafen, indem sie ihnen mit einem Beil oberhalb der Knie das Bein abhacken und die Verstümmelten dann aus dem Lager ö jagen, wo die meisten sich verbluten. Anscheinend hat man diesmal auch viele Weiße auf dieselbe und auch auf noch schlimmere, nicht wiederzugebende Weise gepeinigt. 4 Wie das Blatt„Kapitale“ behauptet, handelt es sich sogar um nahezu 1000 Verstümmelungen, welche dern Negus vor seinem Abzuge nach dem Süden an all' den Gefangenen hätte vollziehen lassen, welche krankheitshalben als Sklaven nicht verkäuflich sind. Das erwähnte Blatt will wissen, daß auch ein Teil der Aermsten durch fa natische Schoanerinnen verstümmelt worden wäre. Ge- neral Baldissera hat telegraphisch die schleunige Ent⸗ sendung von Orthopäden verlangt, welche im Feldlagen die Verunstalteten mit neuen künstlichen Gliedmaßen ver⸗ sehen soll. Der Spezialist Dr. Invernizzi befindet sicht bereits auf dem Wege nach Massauah. Gleichzeitig. — wurden in Rom, in Mailand und auch in Paris und N Berlin zahlreiche Kunstbeine bestellt mit beschleunigter Lieferfrist, welche nach Erythräa geschickt werden sollen. Danach zu urteilen, ist an der Richtigkeit jener Meldung des genannten Blattes kaum noch zu zweifeln. M — Weib— Frau— Gemahlin. In den hin⸗ terlassenen Papieren von David Strauß findet sich über die Bezeichnungen Weib— Frau— Gemahlin folgende treffliche Anmerkung:„Wenn man aus Liebe heiratet, wird man Mann und Weib, wenn man aus Bequemlichkeit heiratet, Herr und Frau, und wer aus Verhältnissen heiratet, Gemahl und Gemahlin. Man wird geliebt von seinem Weib, geschont von seiner Frau, geduldet von seiner Gemahlin. Die Wirtschaft besorgt das Weib, das Haus die Frau, den guten Ton die Gemahlin. Den kranken Mann pflegt das Weib, ihn besucht die Frau, und nach seinem Befinden erkundigk sich die Gemahlin. Unseren Kummer teilt das Weib, unser Geld die Frau, und unsere Schulden die Gemahlin. Sind wir tot, so beweint uns unsere Gemahlin.“— Standesamtliche Nachrichten. Geburten. 9. April dem Tapezier Daniel Linker eine Tochter. 1 1 Eine fixe Idee? Von Martin Böttcher. (Fortsetzung.) Mit der besten Hoffnung war er fortgezogen, und das Beste hoffend hatte sie ihn gehen lassen. Aber nun saß sie daheim im reichen Hause und barg ihr verweintes Antlitz in dem weichen fühl⸗ losen Polster.— Eine mitfühlende Brust, an die sie es hätte lehnen können, kannte sie nicht. * * Und die Zeit schritt vorwärts. Es ward Abend am Tage der Trennung, und es wurde Morgen und wieder Abend und die Tage reihten sich an⸗ r einander und wurden Wochen.— Die Zeit schritt vorwärts mit ewig sich gleich bleibenden taktfesten Schritten. Warum stellt die Kunst sie dar als eine be⸗ flügelte Gestalt auf schnell rollendem Rade?— Der Urheber dieser Allegorie muß sicher ein sehr glücklicher Mensch gewesen sein.— Hätte er eine schwere Sorge tragen müssen, wäre er von einer . Al verfehlt haben?“— So fragte das geängstigte großen, unerfüllbaren Sehnsucht belastet gewesen 5 — er hätte eher die Schnecke mit dem Haus auf dem Rücken als ihr Symbol gewählt. Auch sie kommt vorwärts, aber langsam, langsam! 5 Langsam, langsam hatte sich die Zeit vorwärts geschlichen, seit dem Tage der Trennung; aber vor⸗ wärts war sie gekommen: Es lagen schon viele Wochen zwischen damals und jetzt.— Warum er⸗ schien der Brief noch immer nicht? Lange hatte sie täglich auf der Post nach dem⸗ selben gefragt; aber der Postbeamte hatte jedesmal gleichgültig den Kopf geschüttelt. Nun schüttelte er den Kopf, ehe sie fragte, nicht gleichgültig, aber verdrießlich. „Sollte er verloren gegangen sein oder das — Herz wohl tausendmal, und der Verstand, welcher gern der Antwort vorbeugen wollte, die es selber im Begriffe stand, zu geben, antwortete so oft:„Es ist ja so leicht!“ Und als ob er fühlte, daß er kein Vertrauen verdiene, führte er eine Menge von Gründen an.—— Und die Wochen reihten sich an einander und wurden Monate, und der Postbeamte schüttelte noch immer den Kopf, wenn sie sich auf der Schwelle des Bureaus zeigte, aber nicht mehr gleichgültig oder verdrießlich. Er hatte mehrmals Gelegenheit gehabt, die Wirkung wahrzunehmen, welche sein Kopfschütteln hervorbrachte! Die eine Hand der Fragenden hatte mitunter, wenn die Gemütsbe— wegung durch die immer wiederkehrende Täuschung zu gewaltsam wurde, krampfhaft den Thürgriff um⸗ klammert, während die andere das Herz gesucht hatte. „Der Brief, welcher die Ankunft hätte melden sollen, muß verloren gegangen sein, und der nächste kommt nicht, ehe er die freudige Nachricht bringen kann, daß die Spur des Glücks endlich endeckt worden ist,“ antwortete der Vorstand jetzt, so oft das geängstigte Herz fragte:„Warum— warum kommt er nicht?“ Aber nun wurde seine Antwort kaum beachtet; die Gegenwart des Herzens vermochte sie nicht mehr zu übertäuben. Eines Tages, als sich das junge Mädchen nach einer wie gewöhnlich fruchtlosen Anfrage auf dem Heimwege vom Posthause befand, kam der Sturm, der wieder sein Unwesen trieb in der Lindenallee, mit Andeutungen. Er war ja vorher schon so oft mit unbarmherzigen Anspielungen gekommen; aber so unbarmherzig deutlich wie heute hatte er sich doch noch nie ausgedrückt:„Hi⸗-hi⸗ hi... i⸗i! .. Wir haben mit den Schiffen getanzt, wir, die Winde und die Wellen!— Hi⸗hi⸗ hi!. Ein Schiff tanzt nie mehr mit, nie, nie!“—— Klopfenden Herzens eilte sie nach Hause, und mit zitternder Hand durchsuchte sie die Zeitungs— mappe im Zimmer des Vaters.— Daß sie nie früher daran gedacht hatte!— Aber sie war so unbekannt mit den Dingen und Verhältnissen des praktischen Lebens!— Die Zeitungen mußten ja Schiffs nachrichten bringen, und wenn sie von einem größeren Unglück auf der See nichts zu erzählen hatten, dann durfte sie wieder— hoffen.—— Hier waren schon„Schiffs nachrichten“— die Buch— staben schienen zu tanzen—:„Gothia“, vorgestern in St. Thomas angekommen;..„Bahia... „Theben!..., Polynesia“.. Nein, nein, — nicht hier!„Fortuna“ war der Name des Schiffes, das ihr Glück getragen.— Sie blätterte weiter in den Zeitungen.—— Hier, hier stand es:„Fortunas“—— Untergang.“— Der Vater, welcher heute zu ungewöhnlicher Zeit vom Kontor zurückgekehrt und eben in das anstoßende Zimmer eingetreten war, hörte einen langgezogenen, verhallenden Schrei und einen dumpfen Fall. Als er hinzueilte, fand er seine Tochter in totähnlicher Ohnmacht auf dem Teppich liegen. Ihre krampfhaft zusammengeballte Hand wollte das Zeitungsblatt mit der verhängnisvollen Nachricht nicht loslassen. Was sie nun erfahren hatte, das hatte er schon lange gewußt, und er wußte noch mehr: Er hatte die Verlustliste gelesen, aus welcher hervorging, daß sich der Pflegesohn unter den Vermißten— mit anderen Worten— unter den Verunglückten befand; denn sonst müßte ja ein Wunder geschehen sein. Bis jetzt hatte er nicht den Mut gehabt, der Tochter die entsetzliche Thatsache mitzuteilen. An⸗ fangs hatte ihn ein schwacher Schimmer der Hoff⸗ nung davon abgehalten; denn die Liste konnte nicht als völlig zuverlässig verbürgt werden, und es war ja früher geschehen, daß jemand, den man verloren geglaubt, durch einen Zufall gerettet worden war. — Nun, da nach so langer Zeit keine nähere Nach⸗ richt gekommen, nun war auch dieser letzte schwache Hoffnungsschimmer erloschen. 5 Der Arzt konnte vorläufig nicht viel ausrichten; seine bedenkliche Miene weissagte nichts Gutes— Lange lag die Kranke ohne Bewußtsein, mit ge- schlossenen Augen. Und als sie dieselben endlich öffnete und anfing zu reden, da wußte man nicht, ob man sich darüber freuen dürfe, oder ob man eine Wendung zum Schlimmeren zu befürchten habe. Die Augen hatten einen unstäten, irren Ausdruck und die Zunge war so gelähmt, daß es nicht möglich war, zu verstehen, was sie unaufhörlich lallte.— — Die Tante der Kranken, eine ältere Schwester ihrer verstorbenen Mutter—„eine exzentrische Person“, wie der Schwager sie nannte, unter anderem, 1 weil sie,„ohne es nötig zu haben“ und„aus bloßer Kaprice“ Krankenpflegerin geworden war— war augenblicklich geholt worden. Sie war unermüdlich in ihrer Sorgfalt, saß Tag und Nacht am Schmerzenslager und gönnte sich kaum die aller⸗ nötigste Ruhe. Ihr gelang es nach und nach, einzelne der Worte aufzufaugen, die fortwährend wiederholt wurden im Fieberwahn. Nach und nach hatte sie den ganzen Zusammenhang derselben au gefaßt und damit die eigentliche Veraulassung de Krankheit erfahren. Eine dunkle Ahnung hatte sie schon lange gehabt. Alte unverheiratete Tanten haben in gewissen Sachen oft ein durch trübe E fahrungen geschärftes Ahnungsvermögen. 1 (Fortsetzung folgt.) ein Sohn. 12. April dem Kutscher Peter Dittmar eine Tochter. 12. April dem Schneider Christian Sauer ein Sohn, Ernst Ludwig. 14. April dem Straßenwärter Kaspar Becker ein todt⸗ geborenes Kind weibl. Geschlechts. 15. April dem Postschaffner Johann Konrad Lehr eine Tochter, Johanna Lina Sophie. 15. April dem Monteur Karl Ludwig Petri ein Sohn, Wilhelm. 16. April dem Schneider Georg Hildebrandt eine Tochter, Johannette Lina Anna Katharina. Aufgebote. 11. April. Johann Daniel Weiß, Lehramtspraktikant zu Mannheim, mit Elise Philippe Maria Atzbach hierselbst. Denselben. Georg Christian Friedrich Theodor Martin Konrad Carl Philipp Pfeil, Schreinermeister dahier, mit Johanna Karoline Amanda Wiedenhöft zu Frankfurt a. M. Denselben. David Emil Christian Waldschmidt, Kupferschmied zu Wetzlar, mit Auguste Susanne Otto hierselbst. 5 16. April. Martin Schönberger, Postassistent zu Darmstadt, mit Marie Elisabeth Bauer hierselbst. 5 Denselben. Heinrich Döll, Sergeant dahier, mit Elisabethe Kircher zu Rödgen bei Gießen. 5 Denselben. Wilhelm Joseph, Postassistent dahier, mit Maria Hartmann zu Nidda. Denselben. Johannes Möser, Weißbinder zu Cassel, mit Marie Preßler zu Cassel. Eheschließungen. 15. April. Johann Heinrich Sauer, Knecht dahier, mit Marie König hierselbst. 16. April. Wilhelm Gustav Cellarius, Forstassessor zu Mainz, mit Friederike Luise Ottilie Gerbode hierseblst. Denselben. Karl Friedrich August Eimil Berthold, Gerbode, Kaufmann dahier, mil Pauline Auguste Felsing hierselbst. Sterbefälle. 10. April. Georg Klein, 36 Jahre alt, Gepäckträger dahier. 11. April. Katharine Schäfer, 68 Jahre alt, von Höchst a. d. Nidder. Denselben. Luise Neeb, 2 Jahre alt, Tochter von Taglöhner Johannes Neeb dahier. 12. April. Therese Elise Stiasny, 16 Tage alt, Tochter von Agent Carl Stiasny dahier. Denselben. Margarethe Schneider, geb. Kinzenbach, 64 Jahre alt, Ehefrau von Straßenkehrer Johannes Schneider dahier. i Denselben. Marie Kersten, 4 Jahre alt, Tochter von Seiler August Kersten dahier. 13. April. Elisabeth Schumann, geb. Weißmüller, 43 Jahre alt, Ehefrau von Schlosser Wilhelm Schumann dahier. 14. April. Elisabethe Wolf, geb. Schnorr, 70 Jahre alt, Ehefrau von Stationsassistent Georg Wolf dahier. 15. April. Heinrich Brück, 6 Jahre alt, Sohn von Taglöhner Heinrich Brück dahier. 10. April dem Oberpost⸗Assistent Wilhelm Kammer Theodor Friedrich Zimmermann zu Waldhausen. Denselben. Christian Carl Schopbach, 74 Jahre alt, Schreinermeister dahier. 16. April. Georg Ferdinand Brückel, 3 Jahre alt, Sohn vom verstorbenen Fabrikarbeiter Balthasar Brückel dahier. 5 Denselben. Lina Stein, geb. Stauffer, 34 Jahre a., Ehefrau von Amtsrichter Carl Ludwig Heinrich Friedrich Stein zu Fürth i. O. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde. Trauungen. Den 17. April Wilhelm Gustav Cellarius, Forstassessor zu Mainz, und Friederike Luise Ottilie Gerbode, Tochter von dem Ober-Postsekretär in Pension Karl Gerbode zu Gießen. Denselben Karl Friedrich August Emil Berthold Gerbode, Kaufmann zu Gießen und Pauline Auguste Felsing, Tochter von dem verstorbenen Kupferdruckereibesitzer Friedrich Felsing zu München. Marcusgemeinde. Taufen. Den 12. April dem Ingenieur Friedrich Ferdinand Wagner eine Tochter, Anna Hedwig Mathilde, geb. den 10. Februar. Denselben dem Kalkulator Robert Neumann ein Sohn, Edmund Friedrich Julius, geb. den 7. Februar. Beerdigte. Den 17. April Elisabeth Wolf, geb. Schnorr, Ehefrau des Stationsassistenten Georg Wolf, 69 Jahre alt, starb den 14. April. Lukas gemeinde. Taufen. Den 12. April. Dem Sattler Ludwig Belloff ein Sohn, Wilhelm Gustav, geboren den 11. März. Denselben. Dem Lohnarbeiter Christoph Mootz eine Tochter, Marie Katharine, geboren den 20. Februar. Beerdigte. Den 12. April. Georg Klein, Packträger, 37 Jahre alt, starb den 10. April. Johannes gemeinde. Taufen. Den 12. April. Dem Weichensteller Christian Arnold ein Sohn, Jakob Adolf, geboren den 19. März. Beerdigte. Den 14. April. Margarethe Schneider, geborene Kinzenbach, Ehefrau des städtischen Straßenkehrers Johannes Schneider, 64 Jahre alt, starb den 12. April. Den 15. April. Elisabethe Schumann, geborene Weißmüller, Ehefrau des Schlossers Wilhelm Schumann, 43 Jahre alt, starb den 13. April. Hunderttausende werden weggeworfen durch unzweckmäßige Abfassung von Annoncen und durch Benutzung ungeeigneter Zeitungen. Ein Inserat muß nicht allein sachverständig und treffend abgefaßt sein, sondern es ist auch der Leserkreis der Zeitungen in Betracht zu Denselben. Luise Anna Friederike Zimmermann, ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungswesens wird zwei und dreiviertel Jahre alt, Tochter von Weißbinder sich der Laie nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen und zuverlässigen Rathgebers be— dürfen, um sein Geld nutzbringend anzulegen und mit einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer ist die älteste Aunoncen-Expedition Haasenstein u. Vogler, A. G., Frankfurt a. M. Vertreten in Gießen durch Gust av Wohlmuth, Seltersweg. Durch 40jährige Praxis, welche zu den intimsten Ver⸗ bindungen mit allen Organen der Zeitungspresse des In⸗ und Auslandes geführt hat, ist sie mit ihren zahlreichen Zweighäusern und Agenturen vorzugsweise in der Lage, dem inserirenden Publikum sich in jeder Weise nützlich zu machen. Alle Aufträge werden prompt und billigst aus⸗ geführt, da nur die Originalzeilenpreise der Zeitung en berechnet werden, und kommen auf diese Preise bei belang⸗ reicheren Aufträgen noch die höchsten Rabatte in Abrech⸗ nung. Man versäume deshalb nicht, sich bei obiger Firma vor Vergebung eines Annoncen-Auftrages erst ge⸗ nau zu informiren. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Sonntag, den 19. April, Misericordias Domini. Vormittags halb 10 Uhr, Pfarrer Schlosser. Konfirma⸗ tion der Kinder aus der Matthäusgemeinde. Feier des heil. Abendmahls. Nachmittags 6 Uhr, Pfarrer Dr. Grein. Kollekte für die Armen. Nach dem Gottesdienst findet die feier⸗ liche Entlassung der konfirmirten Chorschüler statt. Nächsten Sonntag, den 26. April, Nachmittags 2 Uhr, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags halb 10 Uhr, Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr, Kinderkirche der Lukasgemeinde, Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Dr. Naumann, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Johan nes⸗ gemeinde. Am Sonntag, Jubilate, 26. April, findet die Konfir⸗ mation der Kinder aus der Johannesgemeinde statt; nach derselben Feier des heil. Abendmahls. Beichte am Samstag vorher, Nachmittags 2 Uhr. Marktpreise. Gießen, den 18. April. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfund 80— 95, Hühner- eier per Stück 5, Enteneier 6, Gänseeier 14—00, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 30 Pfg., Tauben per Paar 70— 110 Mk., Hühner p. St. 1.30— 1,50, Hahnen 1,40— 1,80, Enten 1,80,— 2 Mk., Gänse per Pfund 00-00, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 66 bis 68, Schweinefl. 50— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 55—60, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln per 100 Kilo 4,00—5, Zwiebeln per Zentner 5 0,00 Mk., Neueste Telegramme. gleich vollzogen worden sei. Hd. Linz, 18. April. men geworden. Hd. Florenz, 18. April. Jahren Kerker verurteilt worden. Hd. Paris, 18. April. schanzte Lager von Paris wurde in der Nacht alarmirt. selbst eine Truppenschau abgehalten. Hd. Paris, 18. April. Briefe an den Minister des Innern beschuldigt der Abgeordnete und Präsident der Budget⸗ Kommission Cochery die Regierung, die Lokal⸗ Anzeiger, welche in den Gemeinden Frankreichs verbreitet werden, zur radikalen Propaganda be⸗ nutzt zu haben, indem dieselben nur die dem Einkommensteuergesetz günstigen Reden veröffent- lichten, dagegen die dem Gesetz feindlichen fort⸗ ließen. Der Minister antwortete hierauf das schärfste, sodaß eine diesbezügliche Interpellation in der Kammer bevorsteht. Hd. London, 18. April. Die Entsendung indischer Truppen nach Afrika ist eine ausgemachte Sache. Die Eventualität des Einspruchs einer fremden Macht dagegen wird nicht ernst ge⸗ nommen. 0 Hd. Sosia, 18. April. Offiziös wird die Meldung der Nowoje Wremja als grundlos be⸗ zeichnet, wonach der Sultan dem Fürsten von Bulgarien den Abschluß einer Militär⸗Konvention nahe gelegt haben soll. dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Milch per Liter 16 Pfg. Publikum ergebenst mitzuteil Hierdurch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem i e ö em geehrten hiesigen wie auswärtigen en, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues bis auf Weiteres Seltersweg 2, neben Herrn Kaufmann Adolf Geisse Carl Brück, Gold- und Silberarbeiter. befindet. 449 Bekanntmachung, betreffend das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 79 des Feldstrafgesetzes auf— gefordert, ihre Tauben von jetzt bis 30. April in den Schlägen einzuhalten. Uebertretungen dieser Vorschrist müssen nach Maßgabe des Fel dstrafgesetzes zur Anzeige und Bestrafung gebracht werden. Gießen, den 17. April 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Verdingung. Die zur äußeren Herstellung der Gebäude des alten Arresthauses erforderlichen Dachdecker⸗, Spengler-, Schreiner- und Weiß⸗ binderarbeiten sollen Mittwwoch, den 22. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vor⸗ geschriebenem Formular sind bis zum vorge— nannten Termin bei uns einzureichen. Gießen, 11. April 1896. Das Stadtbauamt. Schmandt. Städt. Schlachthaus Fr 5 n k. Ochsenfleisch nicht ladenrein, pro Pfund 56 Pfg. Heute und die folgenden Tage bleibt die Freibank bis Abends 10 Uhr geöffnet. sechetten der dason, 503 Herren- und Knaben- Anfertigung in e. Confection. — Spezialität: Kinderanzüge von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung in Sammt, Plüsch, Tuch und Buckskein. Billards. Nussische u. französische Billards, 515 sowie die beliebten 1 Tischbillards liefert billigst unter Garantie die Billardfabrik von W. Passe, Hannover. Commis für Laden und Neise gesucht. M. 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