Gießen, Sonntag, den 18. Oktober 1896. Ausgabe Gießen. che Landeszeitung. Redaktion: 5 Kreuzplatz Nr. 4. E 1 1 1 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 bokales und Provinzielles. * Gießen, 17. Oktober. Die evangelische andessynode zu Darmstadt hat gestern ter Dr. Gre be abends 8 ln (Neustadt lh he: ldey. die Auladgeuchh inan.(Jagt fete des char den 19. Oli er Johannezlich it nich Gesehen ten. Pfarttt Di ing, Verantw. Jh Ottmann, bebe! 2 ich nein phete einem früheres Atelier inen Antrag Dieffenbach-Koch mit großer ehrheit abgelehnt, wonach es den evan⸗ jelischen Theologen in Hessen gestattet in sollte, ihre Studien und die Falultäts⸗ külfung bei irgend einer deutschen theologischen stililt zu absolvieren. Der Antrag war in Angriff auf die in Gießen hervor- lagend vertretene freiere Richtung in ger Theologie. * Gießen, 17. Okt. Die letzte Vete⸗ zanin unserer Stadt aus den Kriegsjahren 870%½1, welche damals als freiwillige rankenpflegerin die im Felde verwundeten krieger verpflegen half, ist gestern Mittag durch en Tod aus unserer Mitte abberufen. Frau blise Prell, geb. Henkelmann, ist im Besitze ges Sanitätskreuzes und der Kriegsdenkmünze ür Nichtkombattanten. Sie ist nach langjährigem leiden zu jener großen Armee abberufen, von er es kein Wiederkommen giebt. Mit der ktauernden Familie stehen an der Bahre der roten die Veteranen aus jener Zeit und zahl⸗ eiche unsere Mitbürger. Ehre ihrem Andenken! Gießen, 17. Okt.(Stadttheater.) Die„Orientreise“, ein lustiger Schwank von blumenthal und Kadelburg, kam gestern zur Aufführung und wurde durch die tollen Einfälle, ie das Stück enthält, viel belacht. Die Dar⸗ teller waren sämtlich auf ihrem Platze. Ueber as neu engagierte Mitglied, Fräulein Clara deno vom Stadttheater in Breslau, schon jetzt un Urteil zu fällen, halten wir für gewagt, wenigsten ließ ihre gestrige Rolle ein solches icht zu. Wir glauben aber heute schon an⸗ gehmen zu dürfen, daß die Direktion in der Dame eine gute Acquisition gemacht hat und bir noch manche gute Leistung von ihr zu er⸗ 1 in und außet N 12 hung 1e den Mull 115 „ „ 20000 15 110 1. von je Mul 90 1 2 0 . w. n! Gewinne in b 150,000 bei ö „un ur scheh znechte * 1 U 0 1 * U Aale 0 Le N 1 , eber b. kinen umgestürzten Baumstamm, um warten haben. Der Besuch des Theaters ließ sehr zu wünschen übrig, sodaß es sich empfehlen würde, die von guten und tollen Einfällen be⸗ gleitete„Orientreise“ zu wiederholen. Gießen, 17. Okt.(Stadttheater.) Am Sonntag geht unter Mitwirkung der hiesigen Militärkapelle die große Gesangsposse„Schützen⸗ isl“ in Szene und wird auch hier, wie überall, ihre Anziehungskraft bewähren. Voll gesunden Humors, ausgestattet mit hübschen Gesangs⸗ nummern, brachte es„Schützenlisl“ allein in Berlin auf mehrere Hundert Aufführungen. Am Montag wird auf allgemeinen Wunsch Philippis„Dornenweg“ noch ein f⸗ geführt. 5 g“ noch einmal auf 8 Gießen, 17. Oktober. Seit gestern ist die Jagd für weibliches Rehwild offen. Ebenso sind die Schnepfen, dieses so wertvolle Wild, bei uns im Durchzuge nach dem wärmeren Klima. * Gießen, 17. Okt. Die Strafkammer verwarf 1 die vom Gerichtsassessor Schimme pfenng eingelegte Berufung gegen das ihn wegen Widerstands gegen die Staats⸗ ewalt zu 150% Geldstrafe verurteilende Er⸗ enntnis des hiesigen Schöffengerichts. Der Verurteilte hat bekanntlich einen Schutzmann, der sich in Ausübung seines Dienstes befand, im Korpshaus der Hessen die Treppe hinab— geworfen. * Gießen, 17. Okt. Der erste Preis der Darmstädter Pferdemarkt⸗Lotterie fiel an Herrn Friedr. Handschuch in Wembach. * Grünberg, 17. Oktober. Der erste Gallusmarkttag(Mittwoch) war vom Wetter begünstigt. Infolgedessen herrschte ein ungewöhnlich starker Verkehr, sowohl auf dem Marktplatze, als auch in der Stadt. Der Vieh⸗ markt war stärker mit Vieh befahren, als je in den letzten 10 Jahren. Das Angebot an Schweinen übertraf bei weitem die Nachfrage, was nicht ohne Einfluß auf die Preise blieb. Besonders schlecht am Preis waren füngere Ferkel; das Paar wurde je nach dem Alter mit 26 bis 36*,. verkauft. Gesuchter waren sog. Einlegschweine oder Läufer. Dieselben galten 40, 48 bis 50% je nach der Qualität. Die Verkäufer der Schweine waren zum großen Teil auswärtige Händler. Auch die Preise des Rind⸗ viehs waren nur mittelmäßig. Dreivierteljäh⸗ rige Rinder wurden mit 60 bis 70, zwei⸗ jährige mit 130 bis 150% bezahlt. Ein zweijähriger Stier galt 200 A4; für frischmel⸗ kende Kühe wurden 250&. durchschnittlich be⸗ zahlt.— Auf dem Krammarkt waren mehrere hundert Stände aufgeschlagen. Die Verkäufer und auch die Geschäftsleute in der Stadt er⸗ freuten sich namentlich in den Nachmittagsstunden eines starken Zuspruchs. Der zweite Gallusmarktkag war weniger vom Wetter begünstigt, als der erste; es nebelte fast während des ganzen Tages. Trotzdem war der Markt aus der Umgegend wiederum gut besucht. Die Geschäftsleute sind durchweg mit dem Ergebnis des diesjährigen Marktes sehr zufrieden. * Friedberg, 17. Oktober. Am Montag, 19. Oktober, l. J., vormittags 11¼ Uhr findet die nächste Aufnahme der neu eintretenden Kandidaten der Theologie in der Burg⸗ kirche statt. Mit derselben wird diesmal noch eine andre wichtige Feier verbunden sein, nämlich die Einführung und Verpflichtung des neu er⸗ nannten Direktors der Predigerseminars Herrn D. Weiffenbach und des neu eintretenden Lehrers an derselben, Herrn Professor Schöler, durch Herrn Prälaten D. Habicht. * Langen, im Oktober. Die hiesige lan d⸗ wirtschaftliche Winterschule nimmt Neuaumeldungen zum 3. November d. J. an. Die Anstalt hat zwei Winterkurse, die je bis Ende März dauern. Reichliche Lehrmittel in neuester Ausführung sind vorhanden. Im Som⸗ mer finden Spezialkurse für Obstbau und Obst⸗ verwertung statt. Jungen Leuten, die den zwischen beiden Kursen liegenden Sommer auf einer größereu Gutswirtschaft zubringen wollen, wird Stellung vermittelt, desgleichen den Absol⸗ venten. Der Unterricht wird möglichst praktisch gestaltet und durch Demonstrationen unterstützt, wozu die musterhaft betriebenen Güter in der Umgebung von Frankfurt a. M.(mit der Bahn nur ½ Stunde entfernt) vorzügliche Gelegenheit geben. Unterricht durch 2 ständige Landwirt⸗ schaftslehrer und 8 Hilfslehrer. Die Verpflegung in guten Bürgerfamilien der Stadt ist gut und billig. Sorgsame Ueberwachung der Zöglinge in und außer der Schule in Bezug auf Fleiß, Be⸗ tragen und Wohlergehen. Programme sind vom Austaltsdirigenten zu erhalten. * Offenbach, 17. Okt. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurden für die Errichtung einer städtischen Arbeitsvermit⸗ telungsstelle zur unentgeltlichen A0 für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zunächst 20 al bewilligt, während man sich die weitere Aus⸗ gestaltung der Einrichtung zu einem Arbeitsamt nach dem Muster von Stuttgart, Worms und Gießen vorbehielt, um die betreffenden Er⸗ fahrungen abzuwarten. * Bürgel bei Offenbach, 17. Oktober. Die Die Wohlthat der bedingten Begnadigung hat ein Steinhauer aus Sandbach gründlich ver⸗ Ueberdies hat er den bedingt erlassenen Straf⸗ rest von 4½ Monaten zu verbüßen. Klein⸗Welzheim bei Seligenstadt, 17. Okt. Die chemische Fabrik zu Fechenheim ließ in letzter Zeit zwischen Groß⸗Welzheim und Kahl Boh⸗ rungen nach Braunkohlenlager vor⸗ nehmen. Infolge des günstigen Resultats dieser Nachforschungen beabsichtigt jetzt das genannte Etablissement den Ankauf von vorerst 50 Morgen Gelände in der Flur„Magdalenenbrunn“ behufs Ausbeutung der gefundenen Kohlenlager. * Rembrücken im Rodgau, 15. Okt. Die Fälle, daß Bürgermeister wegen dienstlicher Be⸗ leidigungen klagend vorgehen mußten, zählen in unsrer Gegend leider nicht zu den Seltenheiten. Heute stand die Ehefrau des Landwirts Georg Joseph Subtil von hier wegen Beleidigung unsres Herrn Bürgermeisters R. vor den Schranken des Schöffengerichts in Seligenstadt. Die Beschuldigte hatte auf freiem Felde aus ge⸗ ringfügiger Veranlassung dem Bürgermeister gegenüber dessen Ehefrau Eigennutz usw. vorge⸗ worfen. Das Gericht verurteilte die Be⸗ 25 wegen öffentlicher Beleidigung zu 25 A4 Geldstrafe und zur Tragung der Kosten. Dem Beleidigten wurde die Publikationsbefug⸗ nis zugesprochen. * Mainz, 17. Oktober. Am Mittwoch Mittag 12 Uhr hält der Mittelrheinische abrikantenverein im Konzerthaus der Liedertafel eine Vereins⸗Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: Die Weltaus⸗ stellung in Paris 1900 und der Gesetzentwurf betr. die Abänderung von Arbeiterschutzgesetzen. Der Reichskommissär für die Weltausstellung, Herr Geh. Regierungsrat Richter⸗Berlin, hat sein Erscheinen zugesagt. Einladungen zu dieser Versammlung haben auch die Handelskammern u Bingen, Koblenz, Karlsruhe, Darmstavt Frank⸗ 1 5 Gießen, Ade Ludwigshafen, Mann⸗ heim, Offenbach, Wiesbaden und Worms, sowie die größeren wirtschaftlichen Fachvereine von Frankfurt, Mainz und Umgebung erhalten. Industrielle, die an der Weltausstellung in Paris ein Interesse haben oder ste beschicken wollen, scherzt. Wegen Körperverletzung wurde er zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Durch Gnadenakt wurden ihm hiervon 4½ Monate unter der Bedingung fünfjährigen Wohlver⸗ verhaltens erlassen. Vor Ablauf dieser Frist machte er sich aber einer neuen Körperverletzung schul dig, beleidigte den hiesigen Polizeidiener in Ausübung seines Berufs und widersetzte sich seiner Verhaftung. Dafür traf ihn jetzt eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und 27 Tagen. sind, wenn sie auch nicht Mitglieder des Vereins sind, willkommen. * Mombach, 15. Okt. Das Anstreichen der Fensterrahmen an dem Schulhaus wurde heute vergeben. Es forderten Köhler und Kull⸗ mann 220, Brodbäcker 110 A4.(Er machts also für die Hälfte— 1) *Nieder⸗Ingelheim, 15. Okt. Die Diebe, welche hier aus einer Fabrik den armen Arbei⸗ tern Ersparnisse in der Höhe von 7500 K Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich hatte jetzt keine andere Waffe mehr als nein Messer. Den Strick, den ich um den Leib ug, konnte ich unter Umständen benutzen, um Jemanden zu binden. Aber das war nur im Ausnahmefall. Meine Aufgabe war nicht, anzugreifen, sondern unbemerkt zu beobachten. Dias ließ mich auch den Verlust meines Re⸗ olvers eher verschmerzen. 5 Wurde ich gesehen und verfolgt, dann besaß ich in meinem Pferd ein ganz sicheres Mittel zur ae Auf seine Schnelligkeit konnte ich mich ver⸗ assen. „Meinen„Sway“(Decke mit Juhalt) nahm ich ö mit mir, um ihn zunächst am Rand der Schlucht m Farnkraut zu verstecken. 8 Ich bewegte mich nun mit großer Vorsicht durch die Strauch- Wildnis, die jetzt, zur Nachtzeit, ge⸗ ügenden Schatten spendete, um meine Schritte zu dberdecken. Nach zwanzig Minuten war der Waldsaum reicht. Ungewöhnlich dicht, mit manneshohem Farnkraut m Grund und Schlingpflanzen von Baum du Baum, war hier der Wald. Ich konnte mir; diese Erscheinung nur so erklären, daß der jetzt tote Flußlauf in einer weit zurückliegenden Zeit so viel Wasser führte, daß im Winter, wo es bekanntlich Tag für Tag regnet, Ueberschwemmungen eintraten, die weite Gebiete unter befruchteten.* So entstand dieser fast tropische Wald, Wa er setzten und stark diese Dase in der Wüste. 0 i Am Rand des Gehölzes setzte ich mich auf noch eine Wiertelstunde zu ruhen und zu lauschen. 5 Außer dem früher erwähnten gespenstischen Treiben der australischen Nacht⸗Tiere, wie Opossum, wilde Katze, Bandikut, Wombat und anderer der Flugtiere und der einzigen Nacht-Eule, war nichts, auch gar nichts zu sehen oder zu hören, was auf die Anwesenheit von Menschen gedeutet hätte. Der Sergeant hatte von der Möglichkeit ge⸗ sprochen, daß Wachtposten ausgestellt seien. Hatten diese meine Annäherung bemerkt und den Anderen gemeldet? Hatten die Räuber sich in ihre Schlupfwinkel zurückgezogen, um selbst zu beobachten? Sie konnten ja nicht wissen, ob ich nicht die Vorhut einer größeren Truppe war, die jeden Augenblick eintreffen konnte. Für diesen Fall wäre es unklug gewesen, mich sogleich aus dem Hinterhalt zu erschießen. 5 Es hätte ihre Anwesenheit verraten, wo viel⸗ leicht Keiner gefunden werden sollte. Das waren so meine Gedanken, während ich dasaß und meine Blicke zwischen den Bäumen hinschweifen ließ. Nach einer Viertelstunde nutzlosen Wartens brach ich auf. 5 9 merkte mir die Stelle genau und verbarg dort meinen Sway in einem hohlen Baum, der ganz vertrocknet war und sich durch sein weißes, rindeloses Geäst weithin kenntlich machte. Innerlich erregt, aber äußerlich ruhig, schritt ich in den Wald hinein, den ich wegen seiner Dichtigkeit und der vielen gestürzten Bäume, welche von Farnkraut ganz verdeckt waren, mit dem Pferd gar nicht hätte durchdringen können. Das Mondlicht schuf hier eine zauberisch⸗schöne, aber auch unstäte und trügerische Beleuchtung. Grelle Schlaglichter wechselten mit tiefen Schatten und lauschiger Dämmerung.. Ich konnte mir denken, daß man geneigt war, einen folchen Wald, der durch die ihn umgebende Wüste fast unnahbar war, mit gespenstischen Wesen zu bevölkern. f Raub, Mord und Todtschlag hatten von jeher auf den Goldfeldern geherrscht, und man durfte annehmen, daß sie auch in der toten Schlucht im Schwange gewesen. Da war es gewissermaßen naheliegend, ruhelose Seelen von Erschlagenen und Mördern wieder an die längst verödete Stätte zurückkehren zu lassen, um hier, zur Nachtzeit, die jählings unterbrochene Thätigkeit wieder aufzunehmen. Wer weiß, welcher phantasiereiche oder furchtsame Buschmann diese Mähr zuerst verkündet hatte? Sie fand Glauben und Verbreitung, wozu die abergläubischen irischen Arbeiter wohl am meisten beitrugen. Den ersten Erzähler verscheuchte seine dumme Gespensterfurcht, die Anderen hielt sie fern. Niemand wagte sich wohl zur Nachtzeit mehr hierher, wo er von jeder menschlischen Hilfe voll— ständig abgeschnitten war. Die übertriebensten Ge⸗ rüchte, deren Ursprung Niemand nachforschte, gingen um; von Station zu Station wurden sie weiter kolportiert und in der Schänke mit ernster Miene besprochen. So entstand dann die Legende von dem ge— spenstischen Goldgräber der toten Schlucht. Mußte denn etwas Wahres daran sein? Der Sergeant glaubte es. Ich war nicht länger geneigt, seine Meinung zu teilen. Vielleicht hielt auch ihn seine allerdings ver⸗ leugnete Gespensterfurcht fern und vielleicht hatte er mich nur abgesandt, um seine Neugierde zu befriedigen. Mühsam und vorsichtig brach ich mir Bahn durch das dichte Unterholz und konnte doch nicht verhindern, daß ich mich ab und zu an vor— springenden Stümpfen und Aesten stieß und sogar einmal an der Kniescheibe empfindlich verletzte. So etwas erhöht eine vorhandene Verstimmung uugemein. Ich begann meine Bereitwilligkeit und Leicht— gläubigkeit zu verwünschen. Schon eine halbe Stunde wanderte ich durch den mondhellen Wald, und noch immer wollte keine Schlucht oder überhaupt eine Vertiefung sich zeigen. Nun fehlte nur noch, daß dies gar nicht der — ͥ—Q—Z— Dann war ich ja auf dem besten Weg, mich gründlich zu verirren, und aus diesem verhexten Wald vielleicht nie mehr herauszukommen. Jährlich sterben in Anstralien Hunderte, die sich im„Busch“— das bezeichnet eben Alles, Wald und Wüste— verirrten. Sollte ich hierhergekommen sein, um diese Zahl durch Einen zu vermehren? Ich stand still. ich mich nach Forschend sah hin um. Da war ich nun mitten d'rin im Wald, ohne Steg und Wegweiser. Und noch immer keine tote Schlucht! Die einzige Veränderung, die ich bemerkte, war die, daß der Wald sich etwas gelichtet hatte; wenigstens war das Unterholz hier nicht mehr so dicht und gefährlich. Ganz erschöpft warf ich mich in's Gras, um ein wenig zu ruhen, ehe ich meine planlose Wande⸗ rung weiter fortsetzte. 5 Das Farnkraut verdeckte mich so, daß ich selbst nicht gesehen werden konnte, wohl aber durch die dünne, grüne Wand einen ziemlich freien Ausblick hatte. Ueber mir wölbte sich ein Kasuarinenbaum, durch dessen Schachtelhalme der kaum wahrnehm⸗ bare Nachtwind mit leisem Klagen strich. Ich lauschte diesen Trauer- Melodien, welche ähnlich wie aus den Saiten einer Windharfe er⸗ tönten, und sie stimmten mich selbst todestraurig und lebens müde. Was hatte ich denn nun mit all' meinen Mühen und Anstrengungen erreicht? Und so war mein ganzes Leben— verfehlt; ein Jagen ohne Rast, ein Mühen ohne Erfolg.“ So würde es auch immer sein. Ich beklagte mein Geschick, dasß mich nichts Höheres hatte erstreben lassen, als der Sklave eines fremden Willens zu sein. Plötzlich vernahm ich ein Geräusch, als wenn ein großer Vogel durch den Wald hinfliege. allen Seiten Wald war, zu dem man mich gewiesen hatte. Ich blickte überrascht auf und sah nun etwas, was mir das Blut in den Adern erstarren machte. 2 — 2 — 2——Hꝝ 2— — — ——— 17 ———— 2—— ——— — „— er er stahlen, sind verhaftet; es sind dies Göttert und die Gebrüder Schweikard. Göttert gibt an, daß sie das Geld bei Caub in den Rhein bersenkt. * Darmstadt, 16. Okt. In einer gestrigen, vom Ortsgewerbeverein einberufenen Hand⸗ werker versammlung wurde der preußische Gesetzentwurf, betreffend die Organisation des Handwerks, beraten und eine diesen Entwurf zur Durchführung billigende Reso⸗ lution Lautz, die zugleich die Ansicht aus⸗ spricht, daß die Durchführung der Zwangs⸗ organisation die Gewerbevereine nicht in ihrem Bestande schädigen werde, da diesen die Pflege des gewerblichen Schulwesens vor allem verbleibe — mit 20 gegen 7 Stimmen(bei 21 Stimm⸗ enthaltungen) angenommen. * Offenbach, 15. Okt. Bei der heute vor⸗ genommenen Wahl eines Landtagsabgeord⸗ neten für die Stadt Offenbach wurde Buchdruckereibesitzer Karl Ulrich hier gewählt, der somit doppelt gewählt ist. Da Herr Ulrich in letzterem Wahlkreise das Mandat annehmen wird, so hat im Wahlkreise Offenbach⸗Land ein neuer Wahlgang stattzufinden. Stadtverordnetensitzung vom 16. Oktober. Die gestrige Stadtverordneten-Versammlung wurde vom Oberbürgermeister Gnauth gegen 4 Uhr eröffnet. Bei der Löberschen Stiftung für den Zeitraum vom 12. Juli 1895 bis 12. Juli 1896 fand sich nichts zu erinnern. Nach Verteilung der vor⸗ geschriebenen 8 Legate und Renten in Höhe von 2080 und der Verwaltungskosten im Betrage von 72 02 A verbleibt ein Kassenvorrat von 171 4 73&. Das Stiftungskapital beträgt, nachdem es sich um ein kleines erhöht hat, 51,817 4 15. Der Voranschlag der Löberschen Stiftung pro 1896/97 wurde dem Kol⸗ legium unterbreitet. Die Vorlage der Plockschen Stiftungs⸗ rechnung pro 1895/96 resp. deren Prfüung erfolgt ohne Beanstandung. Das Vermögen dieser Stiftung beläuft sich auf 133,510, von deren Rente für die Unter⸗ bringung armer kranker Personen aus Gießen im städ⸗ tischen Hospital oder im Siechenhaus pro Tag und Per⸗ son 1 4 20 resp. 1 4 90„ gezahlt wird. Die Aus⸗ gabe für diese Pfründner betrug pro 95/96 4874 4 80 8. Im Voranschlag pro 1897/98 sind in Einnahme 200 4 mehr für Pachtzinse gegen früher verzeichnet. Dieses findet dadurch seine Erklärung, als bei Neuver⸗ pachtung freigewordener Grundstücke eine höhere Pacht⸗ summe erzielt wurde, wie die seither gezahlte ausmachte. Für die Unterhaltung der Pfründner sind pro 1897/98 in Ausgabe ca. 500„ eingestellt. Zur Balanziernng des Etats sind daher von den 4000/ betragenden Er⸗ sparnissen früherer Jahre 500, im Voranschlag in Ein⸗ nahme. Im laufenden Etat sind zur Errichtung von Kursen für erziehliche Handarbeit 600, in Ausgabe ge⸗ stellt, denen jedoch 240 in Einnahme für Schulgeld ꝛc. gegenüberstehen. Die hierfür einzurichtenden 3 Kurse langen nicht mehr aus, um die besonders aus der Volks⸗ schule sich meldenden Knaben aufnehme, und so bean⸗ tragt der Schulvorstand zur Errichtung eines weiteren 4. Kurses die Bewilligung weiterer 180, dem die Ver⸗ sammlung auch nachkommt. Die Vergebung der Thon⸗ röhren zum Kanalbau in der Lindengasse wird der Firma Carl Hensel hierselbst als den Mindestfordernden in der engeren Submission übertragen. Eine Kostendekretur für die Handwerkerschule hat nur eine formale Bedeutung und hält sich in dem Rahmen des für Reparaturen für diese Schule vorgesehenen Voranschlags, so daß die Versamm⸗ lung sich zustimmend verhält. Ferner werden genehmigt 301 zur Einrichtung von Gasbeleuchtung in dem Zimmer des I. und II. Stocks des Polizeigebäudes, so⸗ weit solche noch fehlen. Das Gesuch des Vereins „Sängerkranz“ um Ueberlassung eines Saales im Ge⸗ bäude der höheren Mädchenschule zur Abhaltung von Gesangsproben ruft eine lange Debatte hervor. Das Kuratorium der Schule hält es nicht für erwünscht, Es war ein Reiter auf schwarzem Pferd, welcher lautlos an mir vorüberglitt, obwohl er im Galopp riit und die Hufe seines Renners den Erdboden berührten. Seine Gestalt war in einen weitfaltigen schwarzen Mantel eingehüllt, welcher hintennach im Wind flatterte; sein Kopf war mit einem breitrandigen, schwarzen Schlapphut bedeckt. Ein langer, schneeweißer Bart wallte ihm bis auf die Brust herab, das ebenfalls weiße Haar fiel in dichten Massen auf die Schulter. Dieser Reiter trug einen Spaten über der linken Schulter, dessen Eisen im Mondschein blinkte. Hätten noch irgend welche Zweifel bei mir be⸗ standen, so hätte der Spaten mich überzeugen müssen, daß es der gespenstische Goldgräber der toten Schlucht war, welcher da an mir vorüber— schwebte. Noch ehe ich die Erscheinung recht in mich auf⸗ genommen, war sie verschwunden, vorübergehuscht, mit keinem anderen Geräusch, als dem, welches der Flügelschlag eines großen Vogels verursachen würde. Ich sah nach meiner Uhr. Sie wies auf halb Eins! Im ersten Augenblick war ich starr. Kalt rieselte es mir über den Rücken. Dann wich diese ganz natürliche Regung einem Gefühl tiefer Beschämung. Ich glaubte wieder in das spöttisch lächelnde 1 0 meines Sergeanten zu sehen, als er mich ragte: „Glauben Sie an Gespenster?“ „Nein, ich glaube nicht an Gespenster,“ hatte ich geantwortet. Ich glaubte auch nicht daran. Voll Unwillen gegen mich selbst, sprang ich auf meine Füße. Ich stürzte vor nach der Stelle, wo der ge— spenstische Reiter den Boden berührt haben mußte. Weder dort, noch auf der ganzen Strecke, die er vor meinen Augen zurückgelegt hatte, fand ich irgendwelche Huf-Eindrücke! Bei dieser Entdeckung stand ich wie vom Blitz 1 80 Auch von diesem Schlag erholte ich mich. (Fortsetzung solgt.) dem Gesuche stattzugeben, besonders hält sie die Mitbe⸗ nutzung des vorhandenen Schulinstruments bei diesen Proben des Vereins Sängerkranz für nicht angängig. Im Juteresse der Hyglene könne man das Gesuch des Vereins nicht befürworten. Die Reinigung und Lüftung des Raumes, der Morgens um 8 Uhr wieder zu Schulzwecken benutzt werden müsse, sei undurchführbar, wenn der Verein bis 10 Uhr an einem Wochenabende das Lokal benutze. Zwar habe man dem israelitischen Synagogengesangverein für den Samstag Abend einen Raum zur Verfügung ge⸗ stellt und ebenso dem evangelischen Kirchengesangverein, aber beide dienen doch kirchlichen Zwecken und so gern man dem Verein Sängerkranz dienen wolle, müsse man doch nach gründlichen Erwägungen das Gesuch abzulehnen em⸗ pfehlen. Stadtverordneter Haubach bittet doch dem Ge⸗ such des Sängerkranz zu willfahren. Derselbe habe einen ziemlich starken Damenchor und fände eben infolgedessen kein passendes Lokal für seine Gesangsstunden. Es sei doch auch ein idealer Zweck, dem der Verein diene. Nötigenfalls wird die Aufstellung eines besonderen In⸗ struments sich ermöglichen lassen. Er könne nicht ein⸗ sehen, daß die Reinigung und Lüftung des Raumes so⸗ fort nach beendeter Benutzung durch den Sängerkranz Schwierigkeiten machen sollte. Stadtverordneter Wallen⸗ fels bedauert ebenfalls, daß man dem Sängerkranz nicht dienen kann, und regt an, doch die Turnhalle für den Zweck des Vereins zur Verfügung zu stellen. Gegen die Mitbenutzung des Schulflügels als Begleitungsinstrument bei den Gesangsproben müßte er sich auch aussprechen. Oberbürgermeister Gnauth wendet hiergegen ein, daß es doch dem Zwecke, dem die Turnhalle zu dienen hätte, nicht entspräche, wenn man in derselben ein Musikinstrument aufstellte, welches jedenfalls beim Turnen im Wege stehen würde. Stadtverordneter Emmelius spricht gegen die Be⸗ willigung eines Schulraumes zu Gesangsübungen des Sängerkranzes, ebenso Stadtverordneter Homberger, während Stadtverordneter Kirch dafür ist. Durch Ab⸗ stimmung wird das Gesuch des„Sängerkranz“ a bge⸗ lehnt. Das Ausleeren der Gruben usw. in den städtischen Gebäuden hat bisher J. Stahl, der Pächter des Kempfschen Gutes besorgt. Das Gut ist an H. Selzer in Pacht übergegangen und wird diesem der mit seinem Vorgänger für diese Leistungen geschlossene Akkord über⸗ tragen.— Ein Gesuch des August Zöckler um Erteilung der Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Westanlage 28 wird, da man kein Bedürfnis dafür anerkennt, abgelehnt.— Die Gesuche um Wirtschafts⸗ konzession des H. Knoch für das Haus Grünbergerstraße 32 und des Kasparbauer für die Lotzkneipe am Selters⸗ weg werden, da es sich nur um den Uebergang bestehen⸗ der Wirtschaften handelt, genehmigt. Vermischtes. — Eine Wilderer⸗Affaire kam am Montag vor dem Schwurgericht in Hanau zur Verhandlung. Der Wilderer Fr. Sauer von Röhrig bei Biber wurde wegen Totschlags und qualifizierten Jagdvergehens zu 8 Jahren 1 Monat Zuchthaus verurteilt. Sauer hatte mit seinem Bruder, dem ehemaligen Sergeanten des 80. Infanterie⸗ regiments und jetzigen Invaliden Georg Sauer, am 14. Juli d. J. im Walde bei seinem Heimatsorte ge⸗ wildert und zwei Rehe erbeutet. Bei ihrer Heimkehr am Abend trafen die Brüder mit den Jagdaufsehern Herr⸗ mann und Bellmann zusammen. Es entstand zwischen Herrmann und Friedrich Sauer ein Kampf auf Leben und Tod, in dessen Verlauf Sauer dem Jagdaufseher mit einem Revolver vier Schüsse beibrachte, von denen einer in die Lunge ging und nach einigen Stunden Herrmanns Tod herbeiführte. Als Bellmann von der Verfolgung G. Sauers zurückkam, war die That bereits vollbracht. Der sterbende Herrmann vermochte noch genaue Angaben über das Geschehnis zu machen, unter Anderem erzählte er auch, der Wilddieb habe ihm schließlich noch den Revolver vor die Stirne gehalten und unter den Worten abgedrückt:„Kerl, ich mache Dich kalt!“ Doch habe der Revolver keinen Schuß mehr enthalten. Eine Witwe und 5 unerzogene Kinder betrauern den unglücklichen Forst⸗ beamten. Die von der Verteidigung beantragten mildern⸗ den Umstände wurden von den Geschworenen nicht zuge⸗ billigt. Georg Sauer wurde wegen qualifizierten Jagd⸗ vergehens zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verhandlungen erreichten erst um halb 12 Uhr abends ihr Ende. — Der Fall Pröhler. Der aus dem Elsaß stammende Menonit Pröhler weigerte sich bekanntlich während seiner Dienstzeit bei der Garde in Berlin be⸗ harrlich, die Waffen zu berühren. Zwei Jahre sind jetzt verflossen, seit der Mann zum Militär einberufen wurde, und während dieser Zeit hat er seiner Weigerung wegen drei Festungsstrafen verbüßt, zuletzt eine von 6 Monaten mit erschwerter Einzelhaft. Jetzt sind die mit ihm Aus⸗ gehobenen wieder in die Heimat zurückgekehrt, er aber muß, wie aus Mülhausen gemeldet wird, noch ein Jahr in Spandau absitzen. In der festen Ueberzeugung, recht zu handeln, hat er alle Strafen still und ruhig ertragen und sich auch sonst willig gezeigt, nur die Waffen wollte er aus religiösen Skrupeln nicht ergreifen. — Abenteuer eines Erzherzogs. Die in Wien erscheinende Oesterreichisch-Ungarische Radfahrer⸗Zei⸗ tung bringt nachstehende Mitteilung:„Am 27. v. M. hielt der Verein Ottakringer Radfahrer aus Wien auf dem Tullnerfelde, und zwar nächst Königstetten, sein Klubrennen ab. Da kam, als die Radfahrer eben im dichten Haufen auf der Straße(am Ziele) standen, ein Fiaker angefahren, welcher sich der Aufforderung„Auf⸗ halten“ nicht anbequemen, sondern mitten durch die Rad⸗ fahrer weiterfahren wollte. Darüber erbittert, fielen einige Radfahrer den Pferden in die Zügel, rissen dem Kutscher die Peitsche aus der Hand, schrieen und schimpften und wollten sich endlich sogar an den zwei Insassen des Wagens selbst vergreifen. Einer von den Herren soll auch thatsächlich, und zwar— von einer Dame einen Schlag in den Nacken erhalten haben. Erst jetzt, nach⸗ dem der Spektakel seinen Höhepunkt erreicht, erfuhren die Radfahrer zu ihrem Schrecken, wer die beiden Herren sind. Der eine Herr ist ein Mitglied des kaiser⸗ lichen Hauses, der andere sein Begleiter; sie waren auf der Heimfahrt von einer Jagd begriffen. Das ist die kurze Darstellung eines Vorfalles, als dessen erste Konse⸗ quenz das jüngst erlassene Verbot sämtlicher Straßen⸗ rennen im Bezirke Tulln zu betrachten ist, dessen weitere Folgen jedoch vorderhand uoch gar nicht abzusehen sind.“ Auf Grund der Schilderung eines Augenzeugen fügt die Oesterreichisch-Ungarische Radfahrer-Zeitung ihrem Berichte noch Folgendes bei: Die Sieger waren eben in Sicht, die Aufregung demnach eine allgemeine, Alles blickte, da die Fahrer eben angestürmt kamen, diesen ent⸗ gegen. Da sei plötzlich, während diese dichte Schar eben das Ziel besetzt hielt, ein Wagen mit zwei Pferden er⸗ schienen, dessen Kutscher, ohne Rücksicht auf die Leute zu nehmen, einfach durchfahren wollte. Darüber sei eine große Erregung entstanden, und in weiterer Folge dieses Umstandes mögen dann auch Ungehörigkeiten von Seiten der Radfahrer vorgekommen sein. Von den Rad⸗ fahrern aber werde bestimmt versichert, daß erstens ein Anhalten der im vollsten Spurt befindlichen Rennfahrer nicht mehr möglich war und daß ihrerseits nicht provoziert wurde. — Das Geheimnis eines ungarischen Schlosses. Aus Miskolcz schreibt man: In der Ort⸗ schaft Szmirna⸗Bessenyö, wo sich das Fideikommißgut des Grafen Alfred Szirmay befindet, wurde gelegentlich der auf Veraulassung eines beim Grafen weilenden Raritäten⸗ Sammlers vom Gutsherrn angeordneten Ausgrabung in der Ruine einer verfallenen Burgkapelle ein räthselhafter Fund zu Tage gefördert. Als die Erdarbeiter etwa zwei Meter tief unter die Grundmauer kamen, stießen sie auf eine festgemauerte Wölbung; diese wurde geöffnet, ein penetranter Geruch entstieg der Höhle und auf deren Boden wurde eine eiserne Truhe sichtbar. Heraufgeholt erschien sie von Roste tief angefressen und zerbröckelte bei dem Oeffnungsversuche unter der Hand. Der zerfallenen Truhe entnahm der die Arbeiten überwachende Graf ein Bündel, das, vorsichtig entrollt, sich als ein golddurchwirkter Stoff in Form eines Meßgewandes zeigte und als Um⸗ hüllung für drei antike Gefäße aus Metall von kunst⸗ voller Filigranarbeit diente; in jeder derselben befanden sich mehrere Kupfer- und Silbermünzen. Nebst diesem Bündel lagen in der Truhe noch einige kleinere Gefäße aus stark oxydiertem Silber. Bei fortgesetzter Ausgrabung zeigten sich alsbald zwei andere Höhlungen, deren Inhalt die Arbeiter mit Schaudern erfüllte. Es wurden nämlich aus denselben nacheinander Skelette von Erwachsenen und Kindern hervorgeholt. Da ließ der Graf sofort die weiteren Ausgrabungen einstellen, die Knochengerüste wur⸗ den wieder in die Höhlen gelegt und nun läßt der Graf sein Familien⸗Archiv von unterst zu oberst kehren, um mit Hilfe seines Gastes in den vergilbten Urkunden irgend welche Spur zur Aufklärung des räthselhaften Fundes zu erlangen. — Ein Riesen⸗Goldklumpen. Ein Riesen⸗ brocken Gold, so berichtet die„New⸗Yorker Handels⸗Ztg.“, kam dieser Tage in New⸗York an. Der gigantische Klumpen, den wohl Mancher gern im Schweiße seines Angesichts nach Hause wälzen möchte, wog 473 Pfund und ist 85 000 Dollars wert. Er kam von der Bank von Montreal, Canada, gehört der„Carlboo Mining Co.“ von British Columbia und wurde vom Grand Central⸗ Debot nach der Assay Office in Wall Street per Wagen befördert. Das gigantische„Goldkorn“ wurde von fünf Detektives bewacht. Es soll das größte Stück Gold in einem Klumpen gewesen sein, das je in die amtliche Münzstätte eingegangen ist. — Ein Denkmal für Ibsen und Björnson. Aus Christiania wird der„Voss. Ztg.“ geschrieben: Daß Ibsen und Björnson, die nichts weniger denn Freunde sind und einander gern meilenweit aus dem Wege gehen, doch noch einmal einträchtig Seite an Seite stehen werden, hat gewiß niemand geglaubt, aber diesen seltenen Anblick wird man in Zukunft genießen können, wenn auch nur in der Form von Bronzestatuen. Die beiden Dichter gehören zu den wenigen Sterblichen, denen schon bei Lebzeiten ein Denkmal gesetzt wird. Beide sind von ihrem Landsmann, dem norwegischen Bildhauer, Stephan Sinding, modelliert worden. Während der Künstler dieser Tage das Modell Björnstjerne Björnsons gelegentlich dessen Aufenthalts in Kopenhagen vollendete, ist das Ibsens bereits nach Berlin gesandt worden, wo es jetzt gegossen wird. Die Bronze⸗ statuen erhalten ihren Platz vor dem neuen schönen „Nationaltheater“, das hier in den letzten Jahren inmitten einer parkartigen Anlage erstanden und bis auf die innere Ausschmückung fertig ist. Einen schöneren Platz können sich die Dichter nicht wünschen. Das Theater liegt an einer prächtigen, beliebten Promenade an der Karl Johansgade, dem Mittelpunkt des Fremdenverkehrs, mitten zwischen dem Storthin und dem Schlosse. Hier vor der vornehmsten norwegischen Bühne werden die beiden geistigen Größen Norwegens, die der Litteratur ihres Landes den Weg durch die Welt gebahnt haben, dem Beschauer in charakteristischer Auffassung entgegentreten. Stephan Sinding sagt selbst, er habe es sich zur Aufgabe gemacht, die beiden Dichter so darzustellen, wie sie sich voraussichtlich die Nach⸗ welt denken werde. In seiner Charakterisierung Ibsens und Björnsons sagt er, Ibsen sei der einsame, in seinem innersten Inneren einsame Mann, der Grübler, in dem das Mystische atmet und der in seiner Person selbst etwas von der großen Mystik habe. Björnson sei die offene Persönlichkeit mit dem frohen Sinn, mit dem Drang, sich mitzuteilen, mit dem großen liebenden Herzen; der Mann, der die ganze Welt an seine breite Brust drücken möchte, wenn er könnte. Beide— Ibsen und Björnson— seien Symbole des norwegischen Volkscharakters, ja, man könne sagen, der norwegischen Natur: Ibsen das dunkle, mächtige, unergründliche Gebirge, Björnson der lachende Birkenwald mit Frühlingssonne darüber. Demgemäß hat Siuding auch die beiden Gestalten geformt und Ibsen mit dicht zu⸗ geknöpftem langem Rock, die Hände auf dem Rücken, etwas vornüber gebeugt, in Grübeln versunken, dargestellt. Bei der Björnsonschen Statue ist das Haupt hoch aufge⸗ richtet, die Augen blicken unter den buschigen Brauen weit in die Ferne. Ibsen, den man nicht anders als mit Brille sieht, ist vom Künstler ohne diese dargestellt worden, wo⸗ durch die Statue auf den ersten Anbrick ohne Zweifel einen etwas anderen Anblick gewähren wird als der Ibsen, den man auf den Straßen wandeln sieht. Sinding ist aber der Ansicht, daß dadurch die Persönlichkeit des Dichters zu besserem Ausdruck komme. — Ein unblutiges Duell. Auf origiuelle Art und Weise wurde dieser Tage in einem Städtchen des Ostmünsterlandes ein Zweikampf ausgefochten. Die Duel⸗ lanten gehörten den„höchsten“ Kreisen an und war der eine das Ortsoberhaupt und der andere ein Doktor. Die angegriffene Ehre sollte durch einen Degenkampf wieder hergestellt werden. In einem Wirtslokale trafen sich die⸗ selben. Der Gastwirt machte den vortrefflichen Vorschlag, sich doch gegenseitig nicht mit solch gefährlichen Waffen zu Leibe zu gehen, wobei vielleicht einer das Leben lassen müsse, sondern lieber ein Trinkduell zu veranstalten, indem Derjenige als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen solle, der das Trinken am längsten aushalte. Man erklärte sich mit dem famosen Vorschlag einverstanden. Das Duell fand sofort statt und hatte zur Folge, daß der be⸗ leidigte Doktor als Sieger aus dem unblutigen Kampfe hervorging. — Der 1396er. Aus Rheinhessen wird be⸗ richtet:„Das hübsche Herbstwetter der letzten Woche ist den Weinbergen sehr zu Gute gekommen. Die Trauben wurden veredelt und haben, da die Stöcke noch belaubt sind, an Zuckergehalt, sehr gewonnen. Freilich kann ja der Oktober nicht nachholen, was die beiden Vormonate versäumt haben, aber die Hoffnung auf einen brauch⸗ baren Mittelwein ist immer noch berechtigt. In der That spricht eine Vergleichung der aus 1896er bis jetzt erzielten Mostgewichte mit jenem des 1894er Jahr⸗ ganges entschieden zu Gunsten des ersteren. In verschiedenen Gegenden, an der Hardt, im Markgräfler Land und in Elsaß⸗Lothringen wurde zwar in Rücksicht auf das Faulen der Trauben der Herbst begonnen, am Rhein und in Rheinhessen sucht man aber die Weißweinlese möglichst lange noch hinausschieben. Nur Nierstein, das sonst durch seine Spätelesen auszeichnet, gestattet in Rück⸗ sicht auf den reichen Behang, der die Lese auf mindestens dret Wochen ausdehnt, den Beginn derselben am 12. Oktober. Der Herbst aus Portugieser Trauben ist sehr reich ausgefallen. Verkäufe sind aber nur weuige und zwar zu ganz ungenügenden Preisen zu Stande gekommen. In Weinen älterer Jahrgänge wurden an verschiedenen Orten kleinere Abschlüsse erzielt.“ — Der größte Mann der Welt. Mr. Wil⸗ kins ist für einige Tage im Orpheum zu Frank⸗ furt a. M. zu sehen, und er ist in der That ein sehens⸗ werter Mann. Er ist jetzt 22 Jahre alt, 386 Pfund schwer und 2 Meter 46 Centimeter hoch. Er ist noch immer im Wachstum begriffen, hat also Aussicht, drei Meter zu erreichen, ein recht anständiges Gardemaß. Was seine Familienverhältnisse anlangt, so stammt er von normalen Eltern ab; normal sind auch seine vier Brüder und seine einzige, 18 Jahre alte Schwester, ein hübsches Mädchen, das über seine Hand noch nicht ver⸗ fügt hat. Sie soll, beiläufig bemerkt, stark umworben sein, denn die Amerikaner schwärmen bekanntlich für alles Außerordentliche und viele Pankee⸗Junggesellen möchten gerne mit dem größten Mann der Welt verschwägert sein. Seinen Eltern ist Louis Wilkins schon in jungen Jahren über den Kopf gewachsen. Bis zu seinem vierten Jahre war er ein Kind wie alle anderen; von da an datlert sein unheimliches Wachstum und als er zehn Jahre alt geworden war, maß er bereits zwei Meter. Von seinen riesigen Proportionen mögen folgende Ziffern noch einen schwachen Begriff geben: seine Schuhnummer ist 62, dle Hutuummer 72, die Handschuhnummer 14. In letzter Beziehung ist ihm übrigens ein Droschkenkutscher über, der in einem Handschuhladen der Verkäuferin, als siie nach der Nummer frug, errötend die Antwort gab: 975 Mr. Wilkins hat einen Cylinder, der anderen Leuten, und seien sie noch so dickköpfig, bis auf die Schultern geht; kein Thaler ist so groß, daß man ihn nicht bequem durch den Trauring Mr. Wilkins stecken könne. Mr. Wilkins ist nämlich seit etwa Jahresfrist verhelratet und lebt mit seiner Frau in sehr glücklicher Ehe. Zu selnem Reisegepäck gehört infolgedessen eine Leiter, auf welche die junge Frau steigt, wenn sie ihren Mann küssen will. Seine Schuhe sind nicht ganz so groß wie Oderkühne. Er ißt für drei Personen und hat sich auch seit seinem neunmonatlichen Aufenthalt in Europa einem mäßigen Alkoholgenuß ergeben, obgleich seine Eltern strengste Temperenzler sind. Das Mäßig ist vechältnismäßig zu verstehen; er hat in München, wo er jüngst verweilte, in manchem Bierduell höchst ehrenvoll bestanden und kennt keinen Rausch und keinen Katzenjammer. Welch ein Glück für ihn, denn das müßte ein riesiger Jammer werden, für den noch kein Häring erfunden ist! Mr. Wilkins it sehr gutmütig von Natur; wenn er auch der größte Mann der Welt ist, kennt er keinerlei Hochmut. Er sieht zwar die Leute von oben herab an, aber das ist kein Gemüts⸗ fehler, gerade so wenig, wie man ihn für einen kriechen⸗ den, demütigen Menschen halten darf, weil er gebeugten Hauptes das Zimmer betritt, denn daran sind nur unsere Baumeister schuld, welche die Thüren zu niedrig außz⸗ führen lassen. Er fährt in zweispänniger Equipage, an⸗ gestaunt von einer zahlreichen Menschenmenge und begleltel von der johlenden Schuljugend. Mr. Wilkins nach Beendigung seiner europäischen Tournte in einem großen amerikanischen Bankhaus Anstellung als erster Kassierer finden. Man glaubt nämlich, daß dleser Mann sicherlich keine Fluchtgedanken hegt, denn ein Steckbrief, der als besonderes Kennzeichen:„2 Meter 46 Centimeter groß“ trägt, würde nicht vergeblich erlassen 9 werden. — Aerzte im Luftballon. Ueber eine Stu⸗ dienreise im Luftballon berichtet das Neue Wiener Tage⸗ blatt aus Wien: Vor einigen Tagen unternahmen zwe hiesige Aerzte, Assistenten an der Klinik des Professors v. Schrötter im Allgemeinen Krankenhause, ein interessantes Experiment. Sie bestiegen die Gondel des Ballonz „Vater Radetzky“ und machten mit demselben eine Fahrk 1 durch die Lüfte zu medizinischen Zwecken. Die beiden Aerzte nahmen bei diesem Aufflug eine ganze Anzahl von Instrumenten und Apparaten mit, und zwar Instrumenke zur Untersuchung der Veränderungen im menschlichen Or⸗ ganismus bei dem Eintritt vou einer Luftschicht in bie andere; diese Veränderungen wollten sie genau am eigenen Leibe fixleren. Das Experiment hat diesmal einen um so wichtigeren Zweck, als es mit Studien über eine zlem⸗ lich junge Krankheit im Zusammenhang steht, deren Kennt⸗ nis und Behandlung noch manche Unklarheiten übrig läßt, Es handelt sich nämlich um die sogenannte Caissonkrank⸗ heit, dieses mit so komplizierten Beschwerden einhergehende Leiden der Schleusenarbeiter. Der Aufenthalt im Cassson ist, wie die betreffenden Arbeiter nur zu gut wissen, mlt vielen physischen Unbehaglichkeiten verbunden. Der Caisson, dieser kastenförmige, aus Eisen geschmiedete, innen hohle Koloß, wird in den Fluß hinabgelassen, und dann wird durch eine Oeffnung von oben durch die Dampfmaschine komprimierte Luft eingetrieben, welche das Wasser inner⸗ halb des Caissons vollständig verdrängt. Statt der Flüssigkeit hat man dort nur mehr verdichtete Luft, und die Arbeiter, die in der Tiefe Abgrabungen und Erdar⸗ beiten sonstiger Art für die Legung von Brückenpfeilern auszuführen haben, können sich nun hinablassen und auf dem trocken gewordenen Untergrunde ihren Arbeiten nach⸗ gehen. Das Verweilen in der verdichteten Luft übt aber mannigfache Nachteile auf den Organismus, weshalb die Caissonarbeiter jedesmal blos einige Stunden in jenem Raume verbleiben dürfen. Sie werden beim Eintritt in den Caisson lebhafter und arbeiten rascher, allein nur allzu schnell stellen sich empfindlicher Druck auf allen Körperpartien, Muskelschmerzen und schließlich Erschöpfung ein. Noch schlimmer ergeht es dem Manne beim Ver⸗ lassen des Caissons, also beim Eintritt aus der verdich⸗ teten in die normale, dünnere Luftschichte. Der Wechsel wird stets sehr behutsam und langsam vorgenommen, allein trotzdem wird der Caissonarbeiter häufig von Be⸗ schwerden befallen, die ihn für den Anfang wie gelähmt erscheinen lassen. Er vermag sich nicht zu rühren, ist ohne Bewußtsein und zuweilen erfolgt Blutaustritt aus dem Gehirn und in weiterer Folge der Tod. Die Kraul⸗ heit ist noch verhältnismäßig jungen Datums und in ihren Beziehungen und charakteristischen Details wenig erforscht. Um nun in das Wesen dieses Leidens genauer eindringen zu können, haben die erwähnten Aerzte, die sich schon seit längerer Zeit mit Untersuchungen über die Caissonkrant⸗ heit befassen, das Experiment mit dem Ballon unternom⸗ men, durch welchen man gleichfalls aus der dichteren Luftschichte in die dünnere emporsteigt. Während der Wie man hört, wird Ba Normal Herren. Herren ll 6 Stück g 0 Paar 4 Damen. Gestrickte 6 Handti Schwarze Damen SS J anhin wn gib: gu anderen Leung uf die Shlllen ihn nicht u den könnt, 0 Wet Eh. du un Fahrt wurden die physischen Begleiterscheinungen, wie der bender Blutumlauf, der Druck auf den Puls 1110 5 Atmungsorgane, die Störungen im Gehör, im Nerven⸗ ergunismus usw. beobachtet. Mit Rücksicht auf den Um⸗ tand, daß man in der Gondel ruhig sitzen bleiben muß um den Ballon nicht überflüssigerweise ins Schwanken zu bringen, vermochten die beiden Aerzte bei dieser ersten Fahrt nicht viel Material zu sammeln. Sie stiegen bis zu dreitausend Meter Höhe, also nicht hoch genug, um eine wirkliche Parallele zu den atmosphärischeu Differenzen zu finden, welche beim Austritt aus dem mit kompri⸗ mlerter Luft gefüllten Caisson in die gewohnte Luftschichte gegeben sind. Immerhin ergab aber schon diese erste Stu⸗ dienfahrt Details zum interessanten Vergleiche. Die Fahrten sollen nun systematisch fortgesetzt werden. — Es ist verboten, den Fakir zu necken. Selbst ein schlafender Fakir braucht sich nicht Alles ge⸗ fallen zu lassen. Das ist jetzt gerichtlich entschieden und wird jedenfalls zu Manchester als Präzedenzfall gelten. Dort wurde in einem Varistétheater ein Fakir in hypno⸗ isschen Schlaf versenkt und laut Programm erst nach einer Woche wieder aufgeweckt; unterdessen aber staunte ihn die Menge an. Nun lud die Leitung der Veranstaltung das Publikum ein, sich dadurch von der Echtheit des Schlafes zu überzeugen, daß aus seiner Mitte sich ein Ueber⸗ wachungsausschuß bildete, der den Fakir dauernd zu kon⸗ trolieren hatte. Wirklich fanden sich einige Herren, die sich bereit erklärten, eine Nacht beim Fakir zu durchwachen. Mit eiuer ordentlichen Batterie Bierflaschen versehen, stellten sie sich Abends ein. Zuerst spielten sie Whist und Poker, aber wie die Stunden verstrichen, wurde ihnen das zu zahm, und so begannen sie denn, den Fakir etwas handgreiflich zu„kontrolieren“. Dem Kitzeln und Kneifen gegenüber hielt der indische Gottesmann wacker Stand; = als aber Einer ihm die brennende Zigarre an die Nase hielt, sprang er aus dem Sarge und versetzte dem Ver⸗ 9 Auge. an kuf, 1 bann zog man auf die Sanitätswache. eiter, auf nal Mann Hen ul nie Oderihu 1 5 K 0 Eltern n auch seit kahn eiten nißhn höltniznähl p füngst dewel anden und km Wel ein ll Mu. Mlllut g der größte Nun t. Er sicht zog ist kin Gent für einen ktichem well er geheug im sind tur ug zu niedrig auß ger Equipage,. menge und beglch man hört, ig topäschen Tout c Jammer val wegenen einen wohlgezielten Faustschlag auf das linke Eine Viertelstunde lang ging es recht lebhaft zu, Und der Polizei⸗ tichter entschied, daß brennende Zigarren nicht zu den legitimen Kontrolmitteln schlafender Faktre gehörten. Humoristisches. — Aus der Schule. Ein Lehrer will den Be⸗ griff des Wunders demonstrieren. Es entspinnt sich f zwischen ihm und einem seiner Schüler folgender Dialog: Lehrer: Sage mir, wenn einer vom Turme herunter⸗ gestürzt und wird nicht beschädigt, was ist das? Schüler: Zufall! Lehrer: Hm, nun, das könnte man so auffassen, aber wenn er nun nochmals herunterfällt, ohne daß es ihm schadet, was ist dies? Schüler: Glück! Lehrer: Gut. Auch das will ich zugeben. Aber wenn er nun zum dritten Male, hörst du wohl, zum dritten Male herunterfällt itten„ohne Schaden 7 Wie würdest du das nennen mien e Schüler: Uebung! Standesamtliche Nachrichten. Geburten. 5 5 4. Oktober. Dem Hoboist Jakob Friedrich Mü ller 2 8 n.— 6. Dem Schlosser Ludwig Kreuter eine 5 hter.— 8. Dem Packmeister Heinrich Hof eine Tochter, 1 2 Pauline.— 9. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Henn 1 ohn, Heinrich Franz. Dem Schneider Kaspar olland eine Tochter. Dem Liqueurfabrikant Christian . eine Tochter.— 10. Dem Omnibusschaffner Karl Wagner eine Tochter, emma.— 12. Dem Kutscher Ludwig Christ ein Sohn, Heinrich Christian. Dem Kauf⸗ mann Oskar Freygang ein Sohn.— 14. Dem Kauf⸗ mann Emil Weißbäcker ein Sohn. Aufgebote. Am 10. Oktober. Eduard Wilhelm Friedrich Bal⸗ thaser Hert, Vizefeldwebel dahier, mit Anna Marie Schuler zu Wetzlar.— 12. Andreas Jakob Segadelli, Cement⸗ arbeiter dahter, mit Marie Katharine Röddiger hierselbst. — 13. Wilhelm Weimar, Schlosser dahier, mit Katharine Saamer von Romsthal. Baruch Kaan, Liqueurfabrikant dahier, mit Mathilde Speier von Heldenbergen. Wilhelm Zierlein, Gärtner zu Nidda, mit Lina Lynker daselbst.— 14. Balthaser Philipp IV, Ackersmann zu Watzenborn, mit Katharina Elisabetha Hirz daselbst.— 15. Dr. Georg Otto Heinrich Pfeiffer, prakt. Arzt zu Kelsterbach, mit Agathe Mathilde Schmidt zu Hirschberg.— 16. Christian Gustav Karl Schmid, Gastwirt dahier, mit Sophie Weß hierselbst. Eheschließungen. Am 10. Oktober. Georg Karl Ludwig Christian Haubach, Schreiner dahier, mit Katharine Auguste Büttner hierselbst. Sterbefälle. Am 11. Oktober. Friedrich Abel, 27 Jahre alt, Bäcker von Laufenselten, Amt Schwalbach. Katharine Flach, 18 Jahre alt, Dienstmagd von Bruchenbrücken.— 12. Katharine Albert, geb. Blößer, 41 Jahre alt, Ehe⸗ frau von Taglöhner Karl Albert dahier.— 13. Elisabeth Thomas, geb. Kehr, 66 Jahre alt, Ehefrau von Fuhr⸗ mann Johannes Thomas dahier.— 16. Elise Prell, geb. Henkelmann, 58 Jahre alt, Ehefrau von Gastwirt Konrad Peter Prell dahier. Letzte Nachrichten. * Gießen, 17. Oktober. In der nunmehr für die Stadt Gießen abgeschlossenen Wähler⸗ liste für den Reichstag sind 4485 Per⸗ sonen als wahlberechtigt eingetragen, darunter 37, welche erst auf Reklamation nachträglich in der Liste aufgeführt wurden. * Gießen, 17. Oktober. Die„Wanderer“, Gießener Radfahrer-Gesellschaft, beabsichtigen nächsten Sonntag Vormittag ein Rennen und nachmittags eine Schnitzeljagd zu ver⸗ anstalten. * Gießen, 17. Okt.(Schöffengericht.) Ueber eine interessante Frage entschied gestern das Schöffengericht. Der Handelsmann Sieg⸗ mund Löb von Hohensolms hatte am 9. Juli d. J. auf dem Grundstück der Witwe Lang, Rodheimer Chaussee 6, Kälber eingestellt, die ihm der Metzger Schreiner zur Lieferung bestellt hatte. Die Tiere waren in einem Latten⸗ verschlag unter der Treppe untergebracht, wäh⸗ rend sich der Händler zu Schreiner begab, um diesem die Ankunft der Ware zu melden. Der Besteller hatte aber inzwischen anderweit Kälber gekauft, sodaß er nur vier derselben abnehmen konnte. Die anderen zwei Tiere kaufte an Ort und Stelle der Hofmetzger Möhl. Durch diesen Handel soll der Angeklagte gegen eine kreisamt⸗ liche Verfügung vom 21. November 1895, welche das Einstellen der von auswärts eingebrachten Tiere ohne ärztlichen Gesundheitsschein in Stallungen mit Rücksicht auf die Maul⸗ und Klauenseuche verbietet, gefehlt haben. Außerdem ist der Hausierhandel mit Vieh zur damaligen Zeit verboten gewesen. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei, weil er den Lattenverschlag für keinen Stall ansah und der Handel mit Möhl kein Haustier⸗ handel sei, weil sich der Angeklagte in einer Zwangslage befunden, nachdem Schreiner von den bestellten sechs nur vier Kälber abgenommen. * Grünberg, 17. Okt.(Marktbericht.) Auf dem heutigen Wochenmarkte wurde Weizen mit 15,2017%, Roggen mit 15. per Doppelzentner, Gerste mit 6,20 4, Hafer mit 6 K per Zentner bezahlt. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 17. Okt. Der Hanl⸗ delstag hat gestern die Beratungen über den Entwurf eines neuen Han⸗ delsgesetzbuches zu Ende geführt. Hierauf wurde der Handelstag ge⸗ schlossen. Hd. Berlin, 17. Oktober. Die Re⸗ gierung beabsichtigt die Gründung die erforderliche Zahl geschulter Kräfte für den olonialdienst zu gewinnen. Hd. Berlin, 17. Okt. Den„Berl. Neuest. Nachr.“ zufolge ist vor einiger Zeit eine Kabi⸗ nettsordre ergangen, in welcher denjenigen Offizieren, die auf Grund von Heirats⸗ Annoncen in Zeitungen eine Ehe ein⸗ gehen, mit der Verabschiedung gedroht wird. Hd. Charleroi, 17. Okt. Die Polizei ent⸗ deckte eine Falschmünzerei, in welcher zahlreiche Zwei-Franksstücke geprägt wurden. Mehrere Falschmünzer wurden ver⸗ haftet. Diese Entdeckung macht deshalb großes Aufsehen, weil die Münzen 6 Gunsten der Anarchisten-Propaganda verwendet wurden. Hd. Rom, 17. Okt. Nach Meldungen aus Eritrea rückt Ras Man⸗ gascha mit großen Truppen massen gegen die Grenze vor. General Baldissera stellte des⸗ halb die Rückbeförderung der Truppen nach der Heimat ein. Marktpreise. Gießen, den 17. Oktober. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 951,05, Hühner⸗ eier 1 Stück 6—7, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5-7, Käsematte 3, Erbsen per Liter 16, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 5060 Pfg., Hühner p. St. 90—1,00, Hahnen 50—80, Enten 1,60 2,00, Gänse per Pfund 4856, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln pro 100 Kilo 3,50 6,00, Zwiebeln per Zentner 4,00— 5,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Zwetschen 8,— 10,00 p. Ztr. Sterbefälle. Am 16. Oktober. Elise Prell, geborene Henkel⸗ mann, Ehefrau von Gastwirt Peter Prell da⸗ hier. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr vom Sterbehause, 1 Kreuzplatz 4 aus statt. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in eines Kolonial⸗Semin ars, um a— Gießen. b r ——— . ————ↄ—ᷓ— ———— ͤ ͤ—-——————— Pͤꝛ— ͤ——- 7285 Bahnhofstrasse 1 us Austellung ah init 1 Normal⸗Herren⸗Hemden v. 65% an Kinder⸗Kleidchen v. 28, an 7e 175 Herreu⸗Unterhosen„ 63„„ Wollene Kinder⸗Strümpfe, Paar„ 24„„ bach age, Herren⸗Unterjacken„ 60„„ Betttücher, per Stück„ 75%, 1 6 Stück Herren⸗Taschentücher 72„„ Damen⸗Schürzen„ 5 1 22 cher e 2% 6„ Herreu⸗Kragen„ 72„„B Nachtjacken f. Damen, pr. Stck., 35„„ eue Wiener T 6 Paar Herren⸗Socken„ 90„„ Kinderkragen,„, unternahmen ird Damen⸗Unterröcke„ 88,„ 12 Stück Damen⸗Tascheutücher„ 60„„ 1 des Prosesul Gestrickte Damen⸗Strümpfe„ 33„„ Kinder⸗Schlabber 5 „ an men 6 Handtücher„ 66„„ Vorgezeichnete Tablettdeccchen 5%ù ua de ba Schwarze Damen⸗Schürzen„ 65„„ Gestickte Paradehandtücher 78, 4. 4 Damen⸗Corsets„ 66„„ Gestrickte Kinder⸗Faust⸗Haudschuhe 11„„ e gaze Anzahl l. 5 Große A in menschen Auffehicht u e genau an de diesmal chen ien über eint le i sicht, darm ger beten Uh unte Cilso aden enheee . e Posamenten und Besatzartikeln, Seidenstoffen, Sammeten und vorgeze Richard Loewenthal& Co. GIS SEN Mielseitigstes und leistungsstiligeles Sorlimenitsgeschast um Hlulee. Wir empfehlen dem geehrten Publikum zum Vergleich: uswahl in Schirme, Cravatten etc. Wir bitten auf unsere Schaufenster zu achten. Bahnhofstrasse 1. 6 Stück Eßlöffel v. 20% an Schürzenstoffe, per Meter v. 35& an 1 Paar Messer n. Gabeln„ 18,„ Bettzeuge, 5 2 n Wollene Waffel⸗Kopftücher„ 35„„ Handtuchstoffe, per Meter„ 11 Wollene Kinder⸗Jäckchen„ 32„„ Futterstoffe, 0„ Wollene Kinder⸗Häubchen„ 50„„ Shirting, 5 5 Eleg. gekl. Gelenkpuppen„22, Hemdenstosfe, Barchend„ Erstlingshemden„ 10„„ Gardinen, 6 Gestrickte Kinder⸗Anzüge W Häkelgarne, Knäul 5 Bamen Barchend⸗Blousen 75%„ Zephir⸗Wolle, per Lage„53 Weiße Waffel⸗Bettdecken„120„„ Strickwolle, alle Farben, Pfd.„190„„ Scheuertücher„ Doppellage„ 35„„ ichneten Waaren. Spitzen, Stickereien, Wäsche. 1172 Gießen, den 17. Oktober 1896. l rd yreise— vom 18. Oktober bis 1. November 1896. Der hiesigen Bäcker. Großherzogliches v. B Bei meiner diesjährigen Inventur Tanzunteficht, 1 Kg.(2 Pfd.) Tafelbrod 20 Pfg. 8 5; 9 1 90 0 1% 1 5 22„ habe ich einen großen Posten in eee zu den g. 0 eißbro„ f 1 1 0 4 152 Ware. 55 1 N 5 8 N intel-Tanz- Kursen 2 85 4 318 ed e 44„ 8 2 2 5 15 i g 1 K.(2 Pfd.) Schlüchtern, Brod bei Karl Spamer 20„ 0 9 8 0 1 werden zu jeder Zeit entgegen⸗ 2 Kg.(4 Pfd.) Schlüchtern⸗Brod bei Karl Spamer a. a 2„. 0 genommen. 1185 2 Kg.(4 Pfd) Roggen⸗Schwarzbrod bei Ernst Muth und W. Amend 55 1 3 5 1 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod. 5 1 8 5 0 9 1 1 5 Möh 1 swärtigen Bäcker,„ 85 2 65( Pp Weteren he ld Mee rer nee, de, 1 für Herren und Knaben Sonn; Wilh. Fabel u. Aug. Deibel v Wiese 15 8887 f 24g.(a pfd) Sch warzbrob bei 5 Wee en, Seeler on zurückgesetzt, welche zu sehr billigen Preisen 3 Sees . eitzel un 1 0 und L. Schmidt von 15 kauft werden. medicinal- Gr.⸗Linden 5 N 8. 1 b Alten⸗Buseck und FCC Carl rensòdor Cognac 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod bei Gust. Jacoby von Alten ⸗Buseck und 5 von Schrapenbor g.(E Pfd.) 66 b 8 Ernst Christ von Wieseß„(Mainz) Brod verkäufer. 2 f 1 Dieselben Peel wie bel den hiesigen Böceern. Bahnhofstr. Gießen Ecke Neu tadt. pei 1227 Polizeiamt Gießen. echtold. Kleines Familienlogis, 2 ver 1. Oktober zu vermieten. Kreuzplatz 4. Ein klein. 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