Ju gnllst sutdekong eh erschwörn ade Vati . haben kun nagoge, . * Auf ben hach 05120, Hh ö fnseier——,% 1e, Linsen 28, 1p. St. 901% Gänse pet fu und Minde. ., gesalz. 70 J urg, Verantw. J Ottmann, bele 1 110 olr-Lhren“ u- Remontolr ne Herren Idrand n U - Bemontoll. Mark an, Stall k au, 1 0 Mark an, 5 Jon 8 Mart u lagwerü N . sandten der deutschen Gießen, Donnerstag, den 17. September 1890. ssche Landeszeitung. Ausgabe Gießen. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 75 — Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Aus dem Handelskammerbericht. IV Der Bericht giebt die s. Zt. von uns schon veröffentlichte Statistik des hiesigen Ge⸗ werbegerichts wieder und knüpft daran folgende Bemerkungen: b „Die Erfolge des hiesigen Gewerbegerichts sind sonach als durchaus günstige zu bezeichnen, vermögen aber unserem im vorjährigen Bericht (S. 17) 1 Wunsch auf Einfüh⸗ rung der Berufung gegen sämtliche Ge⸗ werbegerichtsurteile, gleichgültig ob das Streit⸗ objekt 100 A übersteigt oder nicht, sowie auf Vollstreckbarkeit nur gegen Sicherheitsleistung nicht zu beeinträchtigen. Ist die Thätigkeit des einzelnen Gewerbegerichts eine ersprießliche, so wird die erstrebte Gesetzesänderung in diesem Wirken nichts schaden, sie würde* B. in den in Gießen anhängig gewordenen 92 Fällen nur bei den 17 Endurteilen, also Galler Prozesse in Betracht gekommen sein; bestehen aber wie bei vielen Gewerbegerichten Mißstände, so muß Abhülfe geschaffen werden, die eben nur durch Reichsgesetz erfolgen kann. Wir können deshalb von unserer Stellungnahme, trotz des im Ver⸗ waltungsbericht der Stadt Gießen pro 1895 ausgesprochenen Bedauerns der hiesigen Stadt⸗ verwaltung nicht abgehen.“— Ginge der Wunsch der Handelskammer in Erfüllung, dann würden die Arbeiter mit Recht sagen, daß für sie das Gewerbegericht wertlos geworden sei. Gerade das schnelle und endgültige Urteil ist das für den mittellosen Arbeiter JWichtigste an unseren Gewerbegerichten. Der hiesige Kaufmännische Verein zählte — dem Handelskammerbericht zufolge— zu Ende 1895 269 Mitglieder(gegen 220 im Vor- jahr). Die von ihm begründete Kaufmännische Fortbildungsschule begann, wie wir dem Bericht des Kaufmännischen Vereins entnehmen, mit dem 15. Oktober den Winterkursus, welcher sich auf folgende Fächer erstreckte: 1. Französisch in 2 Klassen mit 2. Englisch„„ J. Doppelte Buchführung, 1„„ 14 Einfache Buchführung„ 2„„ 28 „ Wechsellehre, 2„„ 30 Rechnen 2 1 26 Korrespondenz, 2„„ 30 Der Unterricht wurde erteilt: 1. Für französisch in wöchentlich 2 Std. für jede Klasse. 2. englisch 4 70 2„ Doppelte Buchführg.„ 1 5 Einfache Buchführg., 15 Wechsellehre, 7 Rechnen„„* Korrespond.„„ 4 bezw. 5 Schülern. 3 4 Da jedoch die Beteiligung an dem Kursus in fremden Sprachen sehr gering war, so wurde der Unterricht auf je eine Stunde für jede Klasse reduziert. Bei Beginn des Semesters traten 114 junge Leute, zum größten Teil Lehrlinge, ein; im Laufe des Kursus traten 8, meistens wegzugshalber, aus, so daß bei Schluß der Schülerbestand sich auf 106 bezifferte. Der Besuch der Fachschule hat also seit dem ersten Jahre 1893/94 merklich zugenommen, denn im Vorjahre betrug der Schülerbestand nur 85, mithin ist ein Zuwachs von 29 Schülern zu verzeichnen. Von den Besuchern waren 52 fortbildungs⸗ pflichtig, es kann somit lobend hervorgehoben werden, daß mehr als die Hälfte der jungen Leute nicht dem Schulzwang, sondern dem eigenen Drange nach beruflicher Bildung folgend, diese so wohlthätige Anstalt besuchte. Nach Schluß des Kursus fand am 6. April abends von 8 bis 10 Uhr die öffentliche Prüfung statt, wobei die Kammer, der Stadt- und Schul⸗ vorstand, sowie einige Prinzipale vertreten waren. Das Ergebnis der Prüfung wurde auf Grund der ausgelegten schriftlichen Arbeiten und der mündlichen Leistungen als„gut“ und„recht gut“ bezeichnet. Die Stadtverordneten⸗Versammlung hat das Bedürfnis und die Erfolge dieser Schule durch Verwilligung eines(inzwischen auf 1000 Mark erhöhten) jährlichen Beitrages von 800 Mark auch ihrerseits anerkannt. Die Kammer bewilligte zu Lasten des Budget-Ueberschusses zunächst einen einmaligen Zuschuß. Die mangelhaften Schul⸗ räume ließen den Gedanken der Erbauung eines eigenen Vereinshauses entstehen, der bei Schluß unseres Berichtsjahres die besten Aus⸗ sichten auf Verwirklichung zeigte. Ueber das städtische Arbeitsamt sagt der Bericht:„Von einer Ausdehnung desselben auf Angestellte im Handelsgewerbe, wie seitens des Ausschusses der Gießener Arbeiterschaft be⸗ antragt wurde, riet die Kammer ab, weil die bestehende Stellenvermittelung kaufmännischer Vereine ausreichend und des Handelsstandes würdiger erscheint, als eine, wenn auch nur„äußerliche Gleichstellung, mit ge⸗ werblichen Arbeitern und Dienstboten“.— Das erscheint uns als eine recht unglückliche Begründung. Sollten die Gießener kaufmänni⸗ schen Angestellten wirklich derselben Ansicht sein, wie die Herren Handelskammermitglieder? 2? Lokales und Provinzielles. * Gießen, 16. Sept.(General⸗Versamm⸗ lung des Freisinnigen Vereins für den 1. Hess. Wahlkreis). Schluß.) Rechtsanwalt Metz erklärt, daß seine letzte Abstimmung in der Jesuiten⸗ frage kein Grund sein könne, weshalb er von den Gegnern nicht mehr in den Landtag gewählt werden könne, denn die Nationalliberalen haben vor 6 Jahren, als man ihn wählte, genau gewußt, wie er über dieses Ausnahmegesetz denke. Er halte, nebenbei bemerkt, die Jesuiten im Frack für viel gefährlicher, als die in der Kutte, deren Treiben man überwachen könne. Weiter er⸗ klärt Redner seine Stellungnahme in der Ludwigsbahn⸗ frage. Es sei der Vertagungsantrag von ihm unterstützt worden, damit das hessische Volk oder derjenige Teil des⸗ selben, der die Wahl diesmal auszuüben haben wird, durch sein Votum bestimmend auf die Vorlage hätte wirken können, und so die hochwichtige Frage von der Entschei⸗ dung des Volkes abgehangen hätte. Redner weist darauf hin, wie bis beinahe in die Entscheidungsstunde hinein eine Anzahl nationnalliberaler Abgeordneter genau so über diese Frage dachten wie er, wenn diese aber so nach und nach umgefallen, so sei dies ihre Sache. Er habe geglaubt, im Interesse der hessischen Steuerzahler so votieren zu müssen, wie er es in der Ludwigsbahnfrage gethan und glaube damit auch seine Pflicht seinen Wählern gegenüber treu erfüllt zu haben. Ein lautes Bravo bewies dem Rechtsanwalt Metz, daß die Versammlung, die er nun verließ, seine Meinung teile.— Ein Redner wies darauf hin, daß der Beschluß des Vorstandes, eine gemeinsame Kandidatur mit den Nationalliberalen abzu⸗ lehnen, nur mit Freuden zu begrüßen sei, darüber solle man sich aber doch klar sein, nationalliberal sei unser Oberbürgermeister nie und nimmer. Er stände den Frei⸗ sinnigen politisch viel näher, wenn er auch selber sich keiner Partei zurechne. Die Gründe des Vorstandes seien auch die der Versammlung, wenn sie den von den Gegnern gemachten Vorschlag einer gemeinsamen Kandidatur unseres Ober⸗ bürgermeisters entgegen sei. Die Versammlung befür⸗ wortet darauf einstimmig die Wiederaufstellung des Rechts⸗ anwalts Metz als Kandidaten für die Stadt Gießen in den Landtag. Aus der Mitte der Versammlung wurde hierauf das Verhalten des Landtagsabgeordneten Dr. Schröder auf der Delegiertenversammlung der Gewerbe⸗ vereine und dessen Stellungnahme betreffend dei Einfüh⸗ rung der Zwangsinnung einer scharfen Kritik unterzogen. Er habe sich dort um den eigentlichen Kern der Frage aalglatt herumgedrückt. Rechtsanwalt Metz, der in⸗ zwischen sich wieder der Versammlung zugesellt hatte, schildert in drastischer Weise den Umfall des Dr. Schröder in der Ludwigsbahnfrage. Damit war die Tagesordnung erschöpft und man trennte sich mit dem Beschluß, nun energisch für die Wahlen zu werben und zu arbeiten. Gießen, 16. September.(Strafkammer⸗ Verhandlung). Wegen versuchter Erpressung und verläumderischer Beleidigung des Straßenwärters Schu e e⸗ berger zu Stammheim bei Friedberg hatte sich gestern vor der Strafkammer der Landwirt Wilhelm Thaler von Stammheim zu verantworten. Das Gericht hatte in dieser Sache schon einmal verhandelt und wurde damals versucht, den Wahrheitsbeweis wegen der die Beleidigungen begründenden Thatsachen zu führen. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Jung, stellte in der da⸗ maligen Verhandlung den Antrag der Vertagung und Ladung neuer Zeugen, um die Aussagen zweier Ent⸗ lastungszeugen durch die weitere Vernehmung deren Ge⸗ währsmänner zu erhärten. hinter seinem Wagen einen Pflug eine kurze Strecke Wegs geschleift hatte. Auf ein ihm daswegen zugefertertigtes Der Thatbestand der Anklage ist der folgende: Thaler war vom Straßenwart Schnee⸗ berger, ohne vorher verwarnt zu sein, angezeigt, weil er Strafmandat in Höhe von 3& 10 b erhob er keinen Eiuspruch. Hierauf teilte Thaler dem Straßenmeister Ritzert mit, daß Schneeberger Straßenabraum gegen Entgeld abgegeben habe. Es soll— so behauptet die An⸗ klage darauf— Thaler den Bruder des Schneeberger den Polizeidiener des Orts, veranlaßt haben, diesem mitzu⸗ teilen, er wolle seine Anzeige nicht weiter verfolgen, wenn er, der Straßenwart, die auf seine Anzeige erfolgte Strafe bezahle. Dieser lehnte jedoch die Sache ab— wie er selber meinte, weil er glaubte, sein Gegner wollte ihn aufs Glatteis führen und dann erst recht anzeigen. Thaler hat hierauf die Anzeige an das Kreisamt erstattet, auch einer dritten Person gegenüber die Be⸗ hauptung aufgestellt, daß Schneeberger an den Landwirt Carl von Stammheim mehrere Fuhren Straßenabraum gegen 2—3 Mesten Korn abgegeben habe. Der Zeuge Lang sowohl, wie der vernommene Schneeberger behaupten unter Eid, das Korn sei nicht für den Abraum gegeben, Schnee⸗ berger will seine Frau zu Carl geschickt haben, um Zah⸗ lung für das Korn zu leisten, und da will Carl deren Empfang abgelehnt und erklärt haben, er wolle dem Straßenwart das Korn schenken. Die Beweisaufnahme, bei der sehr gründlich zu Werke gegangen wurde, recht⸗ fertigte nicht nur den Verdacht, sondern gestaltete denselben zur Thatsache, daß das Korn gegen den Abraum gegeben. Der Gerichtshof hielt den Wahrheitsbeweis für erbracht und sprach den Angeklagten wegen Beleidigung frei, aber auch wegen des Erpressungsversuchs kam der Gerichtshof zu einem Freispruch. Es lägen zwar objektiv alle Merk⸗ male einer Verletzung des§ 253 des R.⸗Str.⸗G. vor. Der Gerichtshof war aber mit dem Verteidiger der An⸗ sicht, daß sich der Angeklagte nicht bewußt gewesen, daß er eine strafbare Handlung begehe, indem er dem Polizei⸗ diener Schneeberger einen Vermittelungsvorschlag gemacht, wie die Differenz mit dessen Bruder aus der Welt zu schaffen sei. Der Angeklagte kann geglaubt haben, er sei von dem Straßenwart zu Unrecht angezeigt, er kann es für zulässig gehalten haben, daß er die Anzeige, die er dem Straßenmeister Ritzert schon mündlich gemacht, zu⸗ rücknehmen könne, und daher rechtfertige sich das ergangene Urteil. Der Staatsanwalt hatte wegen des Erpressungs⸗ versuchs das niedrigste zulässige Strafmaß, 8 Tage Ge⸗ fängnis, und wegen Beleidigung in einem Falle, die er allerdings nach der Beweisaufnahme als eine einfache Injurie auffaßte, 20 J Geldstrafe beantragt. * Gießen, 16. September. In der Straf⸗ sache gegen Freund Vater und Sohn aus Alten⸗Buseck wegen Verbrechens der Brandstiftung ist durch Beschluß der Strafkammer die Ein⸗ stellung des Verfahrens wegen nicht genügender Beweise verfügt worden und sind beide Ange⸗ schuldigten schon vor 14 Tagen aus der Unter⸗ suchungshaft entlassen. * Gießen, 16. Sept. Die schon von uns gemeldete Versammlung des Provinzialver⸗ bandes der freisinnigen Volkspartei für Oberhessen findet am Sonntag, den 20. d. M., vormittags im„Hotel Schütz“ statt,— Am Nachmittag ist eine Vertrauensmännersitzung im Restaurant Feidel angesetzt. * Gießen, 16. Sept. Ein Ständchen brachte gestern in später Abendstunde der Gesang⸗ verein„Heiterkeit“ seinem ältesten Mitgliede, —..—...—— Marja, das Heldenmädchen von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg (Fortsetzung.) 13. Kapitel. Der erste Mann in Süd-Afrika. In dem Gouverneurshause zu Buluwayo war großer Empfang. a Sir Cecil Rhodes, der ungekrönte König von Rhodesta, ein Mann, ausgezeichnet durch seltene Gaben des Geistes, durch Thatkraft und fabelhaften Reichtum weilte wieder einmal, wie so oft schon, bei seinem Freunde, d. h. bei seinem ersten und treuesten Unterthan, und ihm zu Ehren gab Jameson dieses Fest. Mittels Blumen, Fahnen und Beleuchtungs⸗ körpern, Teppichen und Behängen war es dem eur gelungen, vornehme, eines so hohen Gastes würdige Räume herzustellen, und sein Ge⸗ fangener, Graf Hallern, hatte ihn dabei unterstützt, auch die Oberleitung der ganzen Festarrangements übernommen. Kurt hatte sich bereits eingelebt. Er bemerkte ningenvs einen Zwang, sah niemanden ihn bewachen, denn es bewachten ihn eben alle, wenn man ihm auch mit großer Zuvorkommenheit begegnete. Ebenso unmöglich, wie es ihm gewesen wäre, ein Pferd zu oder Buluwaho zu irgend einer Tages⸗ ober Nachtzeit unbegleitet zu verlassen, ebensowenig hätte er einen Brief absenden können, der zuvor nicht heimlich geöffnet worden wäre. „Jameson gestattete seinem Gefangenen so zu sagen volle Freiheit, einmal, weil er gänzlich fremd im Lande war, und daun weil er noch immer hoffte, den intelligenten Deutschen und vermutlichen Abge⸗ Regierung für die Sache n, was zwangsweise unmöglich geschehen konnte. 5 Fast wollte es scheinen, als hätte Jameson das Fest seinem Gefangenen zu Ehren gegeben. Selbst Cecil Rhodes, dem Kurt hier zum ersten Male gegenübertrat, bemühte sich mit aller ihm zu Gebote stehenden Liebenswürdigkeit um seine Gunst. Der selbst in seinem Zivilkleide noch schneidige, schöne Offizier war Gegenstand allgemeiner Beachtung. Er war der flotteste Tänzer und daher von den Damen förmlich umstritten. Besonders war es eine glutäugige, fast weiße Creolin, von siunberückender Schönheit und feinsten Umgangsformen, welche ihre Schmachtblicke auf Kurt richtete, und der es auch mehr und mehr ge⸗ lang, ihn in ihrer Nähe zu bannen. Sie stand in irgend welchen Beziehungen zu König Rhodes und hatte von ihm die Rolle zugedacht erhalten, Kurt in ihre Netze zu locken, um, wenn nicht anders, ihm unter dem vereinten Einfluß von Wein und Liebe seine vermeintlichen Geheimnisse zu entlocken und einen Umschwung in seinen Ansichten zu Gunsten der englischen Herrschaft in Transvaal herbeizu⸗ führen. Von der anderen Seite wirkte Sir Cecil mit seinen bestechenden Gunstbezeugungen ein. Er zog Kurt in in Gespräch über die politische Lage und gab ihm eine Uebersicht, welche Reformen im Boerenlande als dringende Notwendigkeit hinstellte. „Man irrt“, sagte er,„wenn man unseren Landsleuten in Transvaal revolutionäre Tendenzen zuschreibt. Wir wollen nichts als Reform en, wie sie die Gleichberechtigung in einem Staat mit gemischter Bevölkerung mit zwingender Notwendigkeitfordert. Die Boeren⸗Regierung aber will keine Parität; sie sagt; Alle Rechte den Boeren, alle Pflichten den Fremden. Unsere Landsleute in Trausvaal verdienen aber längst nicht mehr den Namen Uitläuders und numerisch sind sie schon seit langem den Boeren überlegen. Immer weitere Gebiete erobern englische Intelligenz, englische Arbeit und englisches Kapital. Und doch noch immer ist von Seiten der Boeren dieser passive Widerstand und eine ungerechte Ge⸗ setzgebung, welche geradezu himmelschreiende Härten aufweist. sein hitziges Blut oder die unsinnige Anordnung eines dummen Unterbeamten zur Widersetzlichkeit treibt, wird all seiner sauer erworbenen Güter und Sparpfennige für verlustig erklärt, und in den Raub teilen sich Staat und Denunziant. Und schlau ist dieser Paragraph 19 des Goldgesetzes er⸗ sonnen! Wohl weiß es der kluge Mann in Pretoria, der Bettler hat niemals Macht. Seine Klage ver⸗ hallt ungehört; und das Beispiel einer solchen bürgerlichen Existenzvernichtung schreckt die Anderen. Er bindet ihnen Zunge und Hände, denn wer möchte um einen Augenblick des Aufatmens verlieren, was er in einem halben Menschenleben erworben? Ist es da natürlich, daß schließlich eine allge— meine tiefe Gährung Platz greift, und daß es nur eines geringen Anstoßes bedarf, um den angehäuften Zündstoff zur Entladung zu bringen? Ich sage Ihnen, Graf, wenn Sie als Ausländer in Transvaal lebten, Sie selbst würden sich gegen die Boerenherrschaft auflehnen und ihre Beseitigung fordern.“ „Das vermag ich nicht zu beurteilen“, ent⸗ gegnete Kurt mit weiser Zurückhaltung,„ich kann nur nach dem urteilen, was ich mit eigenen Augen gesehen und was ich an mir selbst erfahren habe. Ich kaun Ihnen nicht verhehlen, Sir, daß meine Landsleute, die Deutschen, sich drüben alle sehr wohl befinden und gar keinen Umschwung wünschen. Denn, Sir, deutsche Intelligenz, deutsches Kapital und deutsche Arbeit sind doch auch ein mächtiger Faktor in der Entwickelungsgeschichte der Südafrika⸗ nischen Republik! Mir selbst hat man von allen Seiten, auch von der höchsten Stelle das größte Entgegenkommen bewiesen. Ich habe nichts von Wen der lange oder zu schwere Druck, dem Zwang und Druck empfunden, unter welchem Ihre Landsleute seufzen.“ „Ja, Sie!“ sagte Rhodes mit einem süßsauren Lächeln.„Den Gast behandelt man anders als den Mitwohner des Hauses. Und was Ihre Lands⸗ leute anbetrifft, so sind sie gleich den Boeren in der Minorität. Darum läßt man sie in Ruhe und buhlt um ihre Bundesgenossenschaft. Zwei Mino⸗ ritäten geben einer opponierenden Majorität keinen zu weiten Spielraum. Vergessen sie nicht, zwischen Deutsch-Südwest-Afrika und Transvaal liegt eng lisches Gebiet. Wäre die Lage nicht denkbar, daß man den gewaltigen Gegner im Falle eines Krieges zwischen sich erdrückte? Die Delagoa-Bai-Bahn ist betrachtet könnte man sie eine strategische Bahn nennen. In der Delagoa-Bai können deutsche Kriegsschiffe ungezählte Truppen landen, und die Delagoa-Bahn kann sie auf dem kürzesten Wege nach Pretoria führen.“ 1 „Sie vergessen das Stückchen Portugal“, wandte Kurt, dem das Gespräch peinlich wurde, lächelnd ein.„Lourenco-Marquez, die Hauptstadt Portugiesischen Bahn!“ Sir Rhodes zuckte die Achseln. 1 „Portugiesisch-Ostafrika ist ausdehnbar noch nach! dem Zwischenreiche Britisch⸗Betschuanaland— Sie“ begreifen!“ 13 „O, Sie sind aber ein weit schauender Politiker,“ Sir Cecil!“ scherzte Kurt.„Ich fand bei Ihrem! Herrn Bruder, dem Oberst Rhodes in Johannes“ burg, viel gemäßigtere Ansichten.“ Der Lord wechselte ein wenig die Farbe. Er hatte nicht geahnt, daß der Graf auch mit seinem Bruder zusammengetroffen war. (Fortsetzung folgt.) hauptsächlich mit deutschem Geld erbaut und genauer; von Portugiesisch⸗Ostafrika, ist der Euppunkt dieser 8 7 r — ä dem Gemüsehändler, Herrn Klotz in der Mäus⸗ burg, anläßlich dessen Geburtstages. Möge dieser Tag noch recht oft wiederkehren. f Gießen, 16. Sept. Gestern stürzte in der Neustadt ein Dachdecker vom Dache eines zum Glück nicht sehr hohen Hintergebäudes ab, ohne sich fichtbar zu verletzen. Ob der Mann innerlich Schaden genommen, war vorerst nicht festzustellen.— Heute Morgen hatte ein Schreiner auf dem Hofe eines Hinterhauses am Seltersweg zu thun, er stand oben auf der Leiter und han⸗ tierte an einem Laden, als plötzlich in Folge der Glätte des Plasters die Leiter unten ab rutschte und er kopfüber nach unten fiel. Der Manu kam zum Glück mit leichten Verletzungen am Arm davon. 5 * Langsdorf, 16. Sept. Dem Landwirt Bender, einem schon bejahrten Mann, passierte gestern Abend ein Unfall, der leicht ernste Folgen hätte nach sich ziehen können. B. war mit dem Einfahren von Grummet beschäftigt und befand sich mit seinem mit Kühen bespaunten Wagen in der Nähe des Bahndammes, als ein Eisenbahnzug vorbeifuhr. Die Kühe wurden scheu, Bender geriet unter den Wagen und wurde amt Halse nicht unerheblich verletzt, obgleich jede Lebensgefahr ausgeschlossen ist. * Bad Nauheim, 14. Sept. In der Woche vom 3. bis 10. September einschl. sind 323 Kurfremde(gegen 289 in 1895) ange⸗ meldet worden, so daß sich die Gesamtfrequenz auf 14880 stellt, 1999 sind hiervon noch an⸗ wesend. Voriges Jahr sind bis zum 26. Sep⸗ tember noch 415 Personen angekommen. Kom⸗ men jetzt noch(mindestens) 120 Fremde an, so ist das fünfzehnte Tausend vollzählig; bei 256 Personen beträgt der Vorsprung gegen das Vor⸗ jahr 1000 Personen, und das trotz einem reg⸗ nerischen Sommer und Nachsommer.— In der Woche vom 3. bis 10. d. Mts. wurden 6877 Bäder abgegeben, 982 im Durchschnitt auf 1 Tag, gegen 1186 Bäder im Durchschnitt der vorhergehenden Woche. Die Gesamtbäderzahl vom 1. April bis 10. September 1896 war 185754, der Vorsprung gegen das Vorjahr 13244. Ende Oktober 1895 betrug die Gesamt⸗ bäderzahl 186884, so daß wir heuer wohl auf 200000 Bäder insgesamt rechnen dürfen.— Die Theatersaison wurde gestern abgeschlossen, die Konzertsaison schließt Ende September. Dessenungeachtet kann noch den ganzen Monat Oktober gebadet werden. Die Badezellen und die noch zugänglich bleibenden Räume des Kur⸗ hauses, insbesondere auch der Restaurationssaal und das Lesezimmer werden je nach Bedürfnis geheizt. Die Abendkonzerte werden von jetzt ab bis Ende September im großen Konzertsaal ab⸗ gehalten. * Büdingen, 15. Sept. Im nahen Cal⸗ bach wurde eine arme Familie in tiefe Trauer versetzt, indem ihr Ernährer, ein noch junger Mann, tot heimgebracht wurde. Derselbe war Heizer an der Lokomotive eines Dampfpfluges und geriet unter das Rad des in Bewegung be⸗ findlichen Dampfwagens; er loser Masse zusammengedrückt, unter herausgezogen. Sitzung vom 12. d. M. verhandelte der hiesige Lehrerverein „Freie Bibliotheken und Lesehallen“ richtung einer solchen in unserer Stadt. In der Debatte wurde allseitig das Bedürfnis anerkannt und infolgedessen der einstimmige Beschluß gefaßt, der Vorstand des Lehrervereins solle in Verbindung mit dem Bildungsverein die nötigen Schritte thun, um die Begründung einer Lese⸗ halle mit Freibibliothek nach dem Muster der in Frankfurt und anderen Städten bereits bestehen⸗ den Anstalten in die Wege zu leiten. fügung des Kreisgesundheitsamtes müssen die⸗ jenigen Schutzleute, Diphtherie erkranken, so lange vom Dienst e suspendiert werden, wie diese Krankheit in ihrer Familie dauert. von der richtigen Anschauung aus, daß ein Schutz⸗ mann während seines Dien lien verkehren muß, also Gefahr vorhanden ist, daß er den Krankheitsstoff auf Andere überträgt. wurde, zu form⸗ diesem er öffentlich seine * Darmstadt, 15. September. In seiner Af der hk nach einem Vortrage über: über die Er⸗ * Mainz, 15. September. Nach einer Ver⸗ deren Kinder an der Das Gesundheitsamt geht tes bei vielen Fami⸗ der Pariser Halbwelt spielt in Ostende jetzt eine große Rolle. ist sie von„Herren“ umschwärmt, aber auch die Augen der Frauenwelt sind bewundernd und neidisch auf sie ge⸗ richtet; stets ist sie von einem Diener begleitet. Diese Schöne trägt die entzückendsten Gewänder allerneuester Mode und die herrlichsten Geschmeide; alle Lokale reißen sich um den Besuch dieser— Reklamedame. Weder die Toiletten noch die Geschmeide gehören ihr, sie stellt sie nur aus. lier haben sich im Verein mit der Leitung des Ostender Spielklubs zu dieser Ausstellung verbündet. Der die Re⸗ klamedame begleitende Diener ist ein Beamter des Juwe⸗ liers, wachen hat. das einst vielgenannte Modell des Berliner Malers Gräf, das auch bei dessen bekanntem Bilde„Das Märchen“ zum Modell gedient hat, wird sich, wie ein Berliner Blatt erfährt, demnächst mit einem Grafen St. ver⸗ Dr. Hamilton. folge des Schahzada zum Besuche der Heimat. erwarb sie das Modell eines Stalles für Kälber, welche zur Erzeugung von Kalblymphe dienen. Nach ihrer Rück⸗ kehr nach Kabul zeigte sie das Modell dem Emir und erklärte ihm die Grundsätze und Methoden der Impfung direkt vom Kalbe. von einer heftigen Blatternepidemie heimgesucht. weniger als ein Fünftel aller Kinder geht dabei zu Grunde. V ermis cht e 8. eigentümlich nennen? — Die Reklamedame. Eine schöne junge Dame Sobald sie am Straude oder im Kursaal erscheint, Der Emir, welcher großen natürlichen Scharfsinn besitzt, wurde durch die Auseinandersetzung Miß Hamiltons von der Wirkung der Schutzpockenimpfung so überzeugt, daß Absicht Impfungsstationen in seinem Lande anzulegen. bat er seine Unterthanen, ihn zu unterstützen, um die allgemein durchzuführen. Ställe werden jetzt schon in Afghanistan gebaut. Miß Hamilton hat auch eine Apotheke in Kabul gegründet. Jeden Tag sprechen dort 350—450 Kranke vor. In der Apotheke wird Miß Hamilton von einer geschulten Kranken⸗ pflegerin unterstützt, welche sie mit Genehmigung des Emirs von England mitgebracht hat. —„Coquettieren“ auf Deutsch. Eine Ver⸗ deutschung des Wortes coquettieren weiß ein Theater⸗ kritiker schon im Jahre 1778 in Vorschlag zu bringen. „Es giebt Schauspielerinnen“, schreibt er,„welche dadurch Naivetät auszudrücken suchen, daß sie trippeln, anstatt zu gehen; daß sie mit den Händen und selbst mit den Schul⸗ tern auf eine seltsame Weise zucken; daß sie endlich im Stehen unaufhörlich bald mit dem einen, bald mit dem andern Fuße niedertreten und sich so beständig schaukeln. Wenn es sehr ausgezeichnete Künstlerinnen sind, die sich dergleichen angewöhnt haben, wie fängt man es an, diese Kleinigkeit zu rügen, ohne sie zu beleidigen? Soll man den Uebelstand schweigend ertragen? des Publikums würde doch so sehr erhöht werden, wenn sie ihn ablegen! Man hat es den Deutschen zuweilen nachgerühmt, daß sie kein eigenes Wort für coquettieren haben! doch da die edle Kunst uns so wenig fremd ist als den Franzosen, warum sollten wir sie nicht auch Coquett kommt her von Cog und bezeichnet ein Betragen, Hennen erinnert, wenn sie den Hahn locken. Könnte man also nicht anstatt: sie coquettiert, sagen, sie„hähnelt“? — Aber auch Münner sollen zuweilen coquettieren. da können wir, meint das„L. T.,“ die Franzosen sogar durch eine Unterscheidung überbieten; wir dürfen nur sagen: er„hennelt“.. Kalblymphen⸗ Zugleich ankündigte, Zwei führung bei dem Geilfusschen Hause bezw. G. tung und Geländeverpachtung. 1 4. Ausbau des Riegelpfads und der Bruchstra hier: Vergebung von Arbeiten. b 5. Gesuch des Simon Nußbaum zu Gießen laubnis zum Bauen eines Lagerhauses am Gleiben 6. Gesuch des A. Spengler um Erlaubnis zz ung einer provisorischen Halle. 65 f 7. Gesuch des A. Seydel um Erlaubnis z wohnen des Katzensteinschen Gartenhäuschen n neuen Kliniken. 15 5 8. Die Entwässerung der Linde 1 9. Gesuch des Joseph Fries um Erlaubnis zum Be⸗ trieb einer Zapfwirtschaft im Hause Ludwigstraße 6. 10. Vergrößerung des bestehenden, bezw. Anlage eines 2. Friedhofes. 1 ngasse. 5 Aber das Vergnügen] des das an das Benehmen der Nun, R. H. Ein Pariser Schneider und ein Pariser Juwe⸗ der die Geschmeide und Edelsteine zu über⸗ — Von Gräf— zur Gräsin. Bertha Rother, Briefkasten. Der Verfasser des Artikels über die Dele⸗ gierten⸗Versammlung der Handwerker Hessens teilt uns mit, daß der Beschluß, die Verhandlungen als vertraulich zu behandeln, gefaßt sein müsse, bevor er den Saal betreten habe. seinerseits könne keine Rede sein. Zutritt erhalten und von seiner Absicht, für die Presse zu berichten, seiner Umgebung gegenüber Mitteilung ge⸗ macht.— Wir sehen nicht ein, weshalb derartige Ver⸗ handlungen hinter verschlossenen Thüren stattfinden sollen. Selbstverständlich hätten wir den Beschluß der Versamm⸗ lung respektiert, wenn er uns bekannt gewesen wäre. Von einem Vertrauens bruch Er habe ungehindert Union“, Im letzten Jahre befand sie sich im Ge⸗ Hier In jedem Frühjahr wird Afghanistan Nicht] material. Donnerstag, den 17. September 1896, nachm. 3½ Uhr pünktlich. 1. Grundstücke der Stadt verpachtet zur Besoldung der 2. evangelischen Pfarrei. 2. Gesuch des G. Grünig um Erlaubnis zur Be⸗ 1 nutzung von städtischem Gelände zur Lagerung von Bau⸗ 3. Umbau des Bahnhofs Gießen; hier: die Wegunter⸗ Am 14. September. Koch, 24 Jahre alt, Ehefrau von Sattler Louis Belloff dahier, Frankfurterstraße 13. Verleger: dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 1 Neueste Telegramme. Berlin, 15. September. Wie die„Deutsche Tagesztg.“ mit Bezug auf die gestern erwähnte Meldung eines hiesigen Blattes über den General v. Hahnke von ganz zuverlässiger und durch⸗ aus kundiger Seite hört, hat der Ka iser aller⸗ dings in sehr warmen Ausdrücken die Verdienste Herrn v. Hahnke hervorgehoben, aber irgend welche politische Anspielungen nicht gemacht. Im Besonderen sei die Aeußerung, daß der Kaiser sich nicht das Recht nehmen lasse, um Rat zu fragen, wen er wolle, entweder gänzlich mißver⸗ standen, oder vollkommen aus der Luft gegriffen. Halle a. S., 15. Sept. In der hiestgen Klinik wurde der„Hall. Ztg.“ zufolge ein Fall von Lepra-⸗Erkrankung konstatiert. Der Erkrautte ist ein Ausländer, der sich die Krank. heit vermutlich während seines Aufenthalts auf den Molukken zugezogen hat. Er wurde au die Isolierstation verbracht. g Bericht erstattet worden. 12 Hamburg, 16. September. Der englische Arbeiterführer Tom Mann der gestern Abend in einer großen Seemanns-Versammlung über die Anbahnung eines gemeinschaftlichen internationalen Vorgehens der englischen und 0 deutschen Seefahrer sprechen wollte, wurde bei seiner Ankunft nebst seinem Begleiter, dem nor⸗ wegischen Agitator Fehr, verhaftet und poll⸗ zeilich aus Hamburg aus gewiesen. wurden zugleich mit dem gestern ausgewiesenen Sekretär 7„Sailors, Dockers and Firemen⸗ 133 0, Weitere Ausweisungen von an der A itation beteiligten Ausländern stehen bevor. Die Ein⸗ berufer der Versammlung protestierten gegen die nach London eingeschifft. heiraten. Für das zukünftige Ehepaar ist bereits eine Wohnung in Groß⸗Lichterfelde gemietet worden. + a 8 esor d nun 9 — Fräulein Leibarzt. Der Leibarzt des Emirs] für die Sitzung der Stadtverordneten— Ausweisung. von Afghanistan ist bekanntlich die Engländerin Fräulein Versammlung, 5 Sterbefälle. Antonie Belloff, geb. Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ befindet. Hierdurch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem geehrten hiesigen wie auswärtige Publikum ergebenst mitzuteilen, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues bis auf Weiteres Seltersweg 2, neben Herrn Kaufmann Adolf Geisse Carl Brück, Gold- und Silberarbeiter.“ Obstversteigerung. Das Spätobst von den städtischen Bäumen am Krofdorferweg, Hardtberg, in den Friedhofs⸗ anlagen, am Lutherberg, an der Licherstraße, am Anneröderweg und im Lärchenwäldchen, sowie die Kastanien an der Licher⸗ und Grün⸗ bergerstraße sollen Freitag, den 18. September, nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Schlachthaus. Gießen, den 15. September 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 48 Pfg. Nindfleisch, nicht laden rein, pro Pfund 52 Pfg. An die Arbeiterschaft Gießens. Drei Jahre sind verflossen, seit das hiesige Gewerbegericht seine Thätigkeit begonnen. Wir stehen nun vor der Neuwahl desselben, welche noch dadurch eine höhere Bedeutung gewinnt, weil die zu wählenden Beisitzer auch gleichzeitig Kommissionsmitglieder für den städtischen Arbeits nachweis vorzuschlagen haben. Indem wir der Ueberzeugung sind, daß Sie, gleich uns die segensreiche Wirkung des Gewerbegerichts erkannt haben, fordern wir Euch alle auf, an der Wahlurne zu erscheinen und den von der Gießener Arbeiterschaft nominirten Kandidaten ihre Stimme zu geben. Dieselben werden jederzeit unparteiisch, ohne Ansehn der Person Recht sprechen und die Sache der Arbeiter in jeder Weise würdig vertreten. Die Kandidaten sind: Andreas, Alwin, Buchdrucker, Hock, Augusl Hrüuligam, Jul, Bürstensortierer. Diehl, Toh., Schneider. Dillmann, Jakob, Müller. Krüger, Guslav, Eisendreher. Kreiling, Cudw., Schreiner, Wieseck. Die Wahl findet am 19. September, von Mittags 12 Uhr bis Abends 6 Uhr auf dem Bürgermeistereigebäude statt.— Stimmzettel sind vor dem Wahl⸗ lokal zu haben. 1064 Ochel, Karl, Fabrikarbeiter. Slrobel, Hermann, Bäcker. Schäfer, Joh., Lackierer, Steinberg. Rudolph, Tohs., Zigarrenmacher, Wieseck. Reuschling, Wilhelm, Zigarreumacher, Klein⸗Linden. Drechsler. Das Gewerksehafts⸗Kartell. J. Arnold, Die Freibank bleibt bis 10 Uhr Abends zum Schipkapass, Bahnhofstrasse No. 7. geöffuet. Soe. eee 234 e Meiner verehrl. Kundschaft zur gefl. Nachricht, dass ich mein graphisches Geschäft seit 1. April d. J. nieht meli in meinem früheren Ateller, Dietzstrasse 4 ausũbe, sondern in dem neuerbauten Atelier Photographie. photo- Grünbergerstrasse No. 10. Aufnahmen finden zu jeder Tageszeit von Morgens 9 Uhr bis Nachm. 5 Uhr statt. Hochachtungsvollst G. Mook, Photograph. S GOGO; Neguller-Füllosen Morgen Donnerstag Abend (At euter A. B.) Spansau S billig zu verkaufen. 1069 bei —— HKreuzplatz 4. Ein größerer, noch neuer 4 2 Füllofen ist billig zu verkaufen. 1068 Gießen, Liebigsstraße 71. Saale eines hiesigen Privathauses Sonnenstraße Nr. 5, zu machen.— Unterricht für einzelne und Extra-Partien werden zu jeder Tageszeit erteilt. Laufmädchen ge 071 gesucht. 1071 Ludwigstraße 34. Canz Anterricht. Mein Unterricht beginnt wieder in meinem eigens dazu hergerichteten großen Montag, den 5. Oktober. Gefällige Anmeldungen erbitte möglichst vorher in meiner Wohnung, 976 Joseph MShl. Achtungsvoll Buderus'sche Eisenwerke liefern: 71 zu jedem Bau, besonders zur Erbauung gesunder, trockener Wohnhäuser zu 100 mm zur Ausmauerung von Schlackensteine, empfehlen. Format 250, 120 Fachwerk; Normalformat 250 7 120 065 mm für Massivbauten Ersatz für Cement, Graukalk und Weiß⸗ 1 kalk, zur Herstellung von Fruchte besonders passend. Schlackenmehl, Und ähnlichen Räumen geeignet. 6 Schlackensand, bestes Material zur Mörtelbereitung. 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