1 4 1 litteilung, dus rose Saal n zur Verfügung gen in meiner egen. affeln. iger Afenthdl Leu haukel 3 b bringen N —— Gießen, Freitag, den 17. Juli 1896. Ausgabe Gießen. iche Lundeszeikung. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. ——ů—— 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 5 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. ö Lokales und Provinzielles. * Gießen, 16. Juli. Der ersten Lehrer und Dirigent an der erweiterten Volksschule zu Guntersblum Dr. Karl Frenzel ist zum Lehrer an dem Schullehrer⸗Seminar zu Fried⸗ berg, mit Wirkung vom 11. Juni d. J. an, er⸗ stannt.— Der ordentliche Professor an der Landesuniversität Gießen, Geheimer Kirchenrat Dr. Bernhard Stade ist für die Zeit vom 1. Oktober 1896 bis zum 30. September 1897 zum Rektor der Landesuniversität ernannt worden.— Ernannt wurden am 7. Juli 1896 der Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen karl Gebauer zum Lokomotivführer bei den Hessischen Staatseisenbahnen und der Hilfsheizer hei den Oberhessischen Eisenbahnen Wilhelm Diel aus Geinsheim zum Heizer bei den Hessi— schen Staatseisenbahnen. * Gießen, 16. Juli. Der Verband der Stenographen des Main-Rhein-Gaues, her die Jünger Gabelbergers im Groß— pberzogtum Hessen, in Hessen-Nassau und den ungrenzenden Teilen Bayerns umfaßt, hält seinen 16. Stenographentag am Sonntag, den 19. Juli, in Heppenheim ab. Den Anfang macht ein Wettschreiben in vier Abteilungen, wobei mit einer Geschwindigkeit von 100—190 Silben in der Minute geschrieben wird. Um 11½ Uhr folgt darauf ein öffentlicher Vortrag bes Herrn Dr. Gantter aus Frankfurt a. M. über den Siegeslauf der Stenographie. Nach dem Mittagessen findet eine Vertreterver⸗ sammlung zur Beratung stenographischer Fragen statt. Den Schluß soll ein gemütliches Zu⸗ sammensein mit Konzert, ausgeführt von einer Abteilung der 115er Kapelle, im Garten des Hotels„Zum halben Mond“ bilden. Es ist dabei auf zahlreichen Besuch von auswärts zu kechnen; auch der Vorsitzende sämtlicher deutscher Stenographen⸗Verbände, Herr Gymnastalober⸗ lehrer Dr. Clemens aus Wolfenbüttel, hat sein Erscheinen zugesagt. Gießen, 16. Juli. Nachdem der Pro⸗ yinzial⸗Kabbiner Dr. Levi hierselbst in den Ruhestand versetzt, läßt das Ministerium die craelitischen Gemeinde⸗Vorstände der Provinz Oberhessen darüber abstimmen, ob sie den Rab⸗ binatsstuhl für Oberhessen mit einem liberalen Geistlichen oder mit einem solchen streng gläu⸗ biger Richtung besetzt zu sehen wünschten. Das Ende vom Liede wird sein, daß das Ministerium für jede Richtung einen besonderen Rabbiner austellt, wodurch selbstverständlich die Lasten der Gemeinden vergrößert werden. Gießen, 16. Juli. Gestern sind auch an unserem Amts- und Landgericht die Ferien ktingetreten. Dieselben dauern bis in den Sep⸗ tember hinein. Alle nicht eiligen Sachen können während dieser Zeit nicht erledigt werden. Die Strafkammer und das Schöffengericht arbeiten auch während dieser Zeit ruhig weiter. Bei der — Ersteren sind auch während der Ferien vorerst für jede Woche 2 Sitzungen anberaumt. Gießen, 16. Juli. Mit Genehmigung der Ministerien des Innern und der Justiz vom 7. Juli 1896 ist der von unserer Stadtverord— neten⸗Versammlung auf Grund der§§ 69 und 149 der Gewerbeordnung beschlossenen Wochenmarktordnung die Genehmigung er⸗ teilt worden. Im Inseratenteil der heutigen Nummer bringen wir die neue Marktordnung zum Abdruck. Gießen, 16. Juli. Die gestern Abend stattgehabte erste Generalversammlung des Vereins zur Züchtung reiner Hunde— rassen war sehr stark besucht. Der Vorsitzende gab zunächst bekannt, daß sich bis jetzt 50 Mit⸗ glieder angemeldet hätten. Die Statuten wurden sodann durchberaten und mit einigen kleinen Aenderungen genehmigt. In den Vorstand wurden gewählt als 1. Vorsitzender Herr Ferd. Windecker, als 2. Vorsitzender Herr Fabrikant Heinr. Mylius, als 1. Schriftführer Herr Dr. Seiderer, als 2. Schriftführer Herr Adolf Bieler, als Kassierer Herr Ernst Müller, Prokurist, als Bibliothekar Herr C. Burk und als Schliefmeister Herr cand. med. Reif. Dem Vorstand sind noch drei weitere Herren zur Wahl eines passenden Schliefplatzes beigegeben. Als solcher sind in Vorschlag ge⸗ bracht die„Schöne Aussicht“, die Pulvermühle und die Liebigshöhe. Die Herren werden sich diese Plätze ausehen und denjenigen, der zu ge— dachtem Zwecke am geeignetsten erscheint, der nächsten Generalversammlung in Vorschlag bringen. Wie wir hören, hat sich der Besitzer der„Schönen Aussicht“, Herr Kuhnd, bereit erklärt, einen Schliefplatz, sowie das zum Anlernen und Er— proben der Hunde nötige Raubzeug gratis zur Verfügung zu stellen.— Mit der Konstituierung dieses Vereins ist nunmehr den Hundeliebhabern alles geboten, was zur rationellen Züchtung und Abrichtung reiner Hunderassen notwendig ist. * Gießen, 16. Juli. Der Gesangverein „Heiterkeit“ hielt gestern Abend im Vereins⸗ lokal, Gastwirtschaft Arnold(Schipkapaß), Bahn⸗ hofstraße eine Generalversammlung ab. Die Rechnungsablage vom letzten Halbjahre wies einen äußerst belegen, Kassenbestand auf. Die Vorstandswahl erledigte sich durch nahezu ein⸗ stimmige Wiederwahl der seitherigen Vorstands⸗ mitglieder. Beschlossen wurde sodann, das 18. Stiftungsfest im Monat September in größerem Maßstab zu feiern. * Gießen, 16. Juli. Die Generalversamm⸗ lung des Schützenvereins beschloß gestern Abend, Mitte August ein nere Preis⸗ schießen, verbunden mit Volksbelustigungen, abzuhalten. * Gießen, 16. Juli. Unsere Turner⸗ schaft wird bei dem in Usingen am Sonn⸗ tag stattfindenden Turnfest 100 Mann stark vertreten sein. — Gießen, 16. Juli. Der Segen der Gießener Schlachtvieh⸗Versicherung hat sich am eklatantesten während der heißen Tage in den letzten Wochen gezeigt. Es mußten nämlich in einer dieser Wochen soviel Schweine der Frei⸗ bank überwiesen werden, daß deren Fleisch nicht alles unterzubringen war, sodaß infolge der Hitze 4 Stück von den ausgeschlachteten Tieren verdarben. Das Fleisch mußte der Wasen⸗ meisterei überliefert werden. Auch mit dem Unterbringen der der Freibank überwiesenen Ochsen hat es öfter seine Schwierigkeit. Es wurden u. A. innerhalb 2 Wochen nicht weniger als 9 Ochsen, darunter Tiere bester Qualität, als nicht ladenrein befunden. Es kann bei dieser Gelegenheit den Landwirten nicht dringend ge⸗ nug empfohlen werden, Schlachtvieh, welches sie nach hier verbringen, zu versichern. Gießen, 16. Juli. Eine neue Veran⸗ lassung, daß unser beliebter Ausflugsort die „Liebigshöhe“, sich immer mehr zum An⸗ ziehungspunkt des Publikums entwickelt, dürfte die Anlage einer Radfahrer-Rennbahn sein. Wie wir hören, ist heute ein hiesiger Radfahrer⸗ Verein mit dem Besitzer des Etablissements, Herrn Bierbrauereibesitzer Ihring aus Lich, wegen ider Anlage einer Rennbahn in Verhand⸗ lung getreten. Ferner wird uns mitgeteilt, daß auch eine Studenten-Korporation mit Herrn Fandel zwecks Erbauung eines Korpshauses ver⸗ handelt. Gießen, 16. Juli. Die Verhandlung gegen die wegen Kindesmord angeklagte Wittmann findet am 28. ds. Mts., morgens 8 Uhr, vor der hiesigen Strafkammer statt. Gießen, 16. Juli. Einem Soldaten kam am vorigen Sonntag in einem hiesigen Gartenlokal das Seitengewehr abhanden. Des Diebstahls verdächtig ist eine Frauensperson, welche angeheitert war und sich in der Gesellschaft des Soldaten befand. Gießen, 16. Juli. Eine Betrügerin betreibt seit einigen Tagen in hiesiger Stadt ihr„sauberes“ Gewerbe. Dieselbe giebt sich als Dienstmädchen aus, vermietet sich kurzer Hand, um gleich darauf mit dem erhaltenen Mietgeld zu verschwinden. Gießen, 16. Juli. Von der Schutzmann⸗ schaft wurde heute morgen bei den hiesigen Bäckern eine Revision bezüglich des Brot⸗ gewichts vorgenommen. Eine größere Menge zu leicht befundenes Brot wurde beschlagnahmt. Gießen, 16. Juli. Die Brüder David und Feist Sommer von Crainfeld haben beide ein Menschenalter die Bauern der Ge— gend ausgewuchert. Jedes Mittel war ihnen Recht, ihre Zwecke zu erreichen. Beide Brüder waren nicht in Ehren grau geworden, da erreichte den David Sommer vor 1½ Jahren die Nemesis. Er wurde in Haft genommen und sollte wegen der verübten Verbrechen vor die Geschworenen gestellt werden. Der 70 Jahre alte Sünder entzog sich aber damals— die Sache ist etwa 1 Jahr her— der weltlichen Gerechtigkeit, indem er sich zu Gießen in der Untersuchungshaft erhängte. Inzwischen mußte sich die Strafkammer mit einem Sohn des Feist Sommer beschäftigen, welcher wegen Unter⸗ schlagung verurteilt wurde. Ein Bruder dieses Verurteilten hatte sich wegen Meiueid vor 4 Mo⸗ naten vor den Geschworenen zu verantworten und wurde zu 2¼ Jahr Zuchthaus verurteilt. Vor einigen Tagen ist der Feist Sommer in Crainfeld wegen Wuchers und Meiueid ebenfalls in Haft genommen und wird ihm dieserhalb hier in Gießen der Prozeß gemacht werden. Gießen, 16. Juli. In Garbenteich hat sich ein freiwilliges Feuerwehrkorps gebildet. In Alten-Buseck ist eine freiwillige Feuerwehr in Bildung begriffen. Gießen, 16. Juli. Der„Siebenschläfer“. hat zur großen Genugthuung unserer Ausflügler und Sommerfrischler die Hoffnungen gründlich enttäuscht, die schadenfrohe Gemütsmenschen auf ihn setzten: nach einer bescheidenen Anzahl heftiger Regentage, die zu den schlimm⸗ sten Wetterbefürchtungen Anlaß gaben, ist die Sonne glorreich zum Siege gelangt, hat die schwarzen Wolken⸗ massen zerstreut und zu Paaren getrieben und behauptet standhaft das Feld. In wundervoller Bläue, mit einem funkelnden Strahlendiadem geschmückt, wölbt sich der Himmel über der schwellenden Erde, die ihr farbigstes Sommerkleid angethan hat und unter der Glut der heißen Sonnenküsse leise erschauert. Nicht nur die muntere Schar der Vergnügungsreisenden atmet erleichtert auf, auch die sorgendurchfurchte Stirn des Landmanns glättet sich allgemach und giebt einem Ausdruck heiterer Zufrie⸗ denheit Raum. Wenn nicht ein unliebsamer Witterungs⸗ wechsel eintritt, so kann er befriedigt das ruhige Heran⸗ reifen seiner Feldfrüchte abwarten. Die Ernteaussichten sind jetzt das ausschließliche Thema seiner Gespräche, je nachdem es die Elemente gut oder schlecht mit ihm meinen. Hagelschaden und Blitzschlag eines Tages zer⸗ stören ihm oft die mühsame Arbeit langer Monate, und selbst eine übergroße Hitze kann ihm verderblich und ver⸗ hängnisvoll in sein Schicksal eingreifen. Wünschen wir, daß in diesem Jahr reicher Lohn ihm zuteil werde, daß die Sonne ihm seine Ernte aufs schönste gedeihen lasse und ab und zu ein heil samer Regenschauer seine durstenden Aecker neu erquicke. Jetzt muß er sich rüsten den Roggen zu ernten, Weizen und Hafer werden bald folgen. Welch' eine Lust dann, über die segenstrotzenden Felder zu gehen, wo tausende Hände sich fleißig regen, wo die Halme unter der Schwere der Aehren sich demütig neigen und froh sind, niedergesichelt, zu stattlichen Garben zusammen⸗ gebunden und reihenweis aufgeschichtet zu werden! Später noch geht es der edlen Knollenfrucht, der Kartoffel, an den Kragen, die gegenwärtig erst in zartester Blüte prangt. Fragt unsere Landsleute, was ihnen lieber ist, die stolze, würzigen Duft aushauchende Rosenblüte oder die sanfte, in Rosa und Weiß schlicht und duftlos schillernde Kar⸗ toffelblüte? Sie werden, ohne sich viel zu besinnen, der äußerlich minder bevorzugten Schwester den Preis er⸗ teilen. Denn die Rose, wenn sie entblättert ist und ihr Prachtgewand abgelegt hat, trägt nichts als Dornen— und mit Dornen nimmt selbst der hungrigste Dichter nicht vorlieb, wogegen er ein solides Kartoffelgericht schwerlich von der Hand weisen wird. Die Moral dieser lehrreichen Digitalis purpurea. Eine Erzählung nach dem Leben von A. Oskar Klaußmann. g 8(Nachdruck verboten.) Der Assistent Dr. Brettschneider vom bota— nischen Garten zu Breslau wollte an einem Sommer⸗ ö luge des vorigen Jahres gerade Mittagspause machen, als ein Diener des Gartens im Direktionsgebäude irschien und ihm mitteilte, es sei soeben ein fremder Herr verhaftet worden, weil er gegen die Vorschrift Hlumen im Garten abgerissen habe. Brettschneider begab sich nach dem Hause, das am Eingange des Gartens stand und das die Woh⸗ nung des Kastellans und den Aufenthaltsraum für lie diensthabenden Gärtner enthielt, und fand hier tenen anständig gekleideten Mann, der in dem Uugenblicke verhaftet worden war, als er den Harten verlassen wollte. Einer der Gärtner, intten, erzählte: „Ich sah diesen Herrn schon wiederholt hier in Garten, und es kam mir vor, als pflücke er desmal Pflanzen ab und verberge sie unter seinem Locke. Ich habe ihn heute besonders scharf auf's born genommen und habe bemerkt, wie er im west⸗ schen Teil des Gartens, als er sich unbemerkt laubte, mit seinem Taschenmesser eine ganze Pflanze bPschnitt und unter seinem Rocke verbarg. Ich ging em nach und verhaftete ihn, als er soeben den Harten verlassen wollte. Der Herr verweigert die Lennung seines Namens, und wir haben nach bhnen geschickt, Herr Doktor, um zu erfahren, ob eir den Herrn der Polizei übergeben sollen.“ „Sie hören, was der Gärtner gegen Sie aus⸗ 1 die den Aufsichtsdienst sagt“, erklärte Dr. Brettschneider,„was haben Sie zu erwidern?“ „Ich möchte Sie einen Augenblick allein sprechen, Herr Doktor“, sagte der Verhaftete,„ich bitte Sie dringend um eine Privatunterredung.“ Dr. Brettschneider überlegte einen Augenblick. „Kommen Sie in das Nebenzimmer!“ sagte er;„was haben Sie mir mitzuteilen?“ Als Brettschneider mit dem Fremden allein war, verbeugte sich dieser und sagte: „Mein Name ist Brinkmann und ich bin hier in Breslau ansässig. Ich bin leidenschaftlicher Botaniker, obgleich mir meine Berufsgeschäfte dazu wenig Zeit lassen. Vor Allem habe ich mir ein Herbarium angelegt und suche dasselbe auf's Eifrigste mit wertvollen Pflanzen zu versehen. Haben Sie Mitleid und Nachsicht mit einem Menschen, der von Sammelwut ergriffen ist, und der nicht in der Lage ist, nach seinen eigenen Nei— gungen zu leben. Ich bin königlicher Beamter und den ganzen Tag über an das Bureau gefesselt. Es bleibt mir kaum in den Abendstunden Zeit zu botanisieren, und so habe ich mich heut verleiten lassen, bei Ihnen im Garten eine Pflanze mitzu— nehmen, weil ich glaubte, Sie würden den Verlust nicht besonders bemerken, da ja von dieser Art noch eine ganze Anzahl anderer Pflanzen vorhanden sind. Ich weiß nicht einmal, was es für eine Pflanze ist. Das größte Vergnügen bereitet mir zu Hause das Bestimmen der Pflanzen aus Büchern. Tage⸗ lang kann ich dann nachgrübeln und nachsinnen, um zu bestimmen, in welche Klasse die Pflanze ge⸗ hört, und kein Mensch, der ein Lotterieloos gewinnt, mag eine ähnliche Freude empfinden, wie ich, wenn es mir geglückt ist, eine Pflanze in der richtigen Klasse unterzubringen.“ „Wollen Sie mir einmal die Pflanze zeigen.“ Brinkmann griff unter den Rock und holte eine Pflanze mit Blüten hervor, die er Brettschneider zeigte. Brettschneider Gesicht. „Das ist digitalis purpurea“, sagte er;„der Fingerhut, eine Giftpflanze.“ Brinkmann schien erschrocken. „Eine Giftpflanze?“ sagte er;„davon habe ich keine Ahnung gehabt. Sie ist doch nicht gefährlich?“ „Allerdings ist sie gefährlich“, erklärte Brett— schneider.„Der Fingerhut mit seinen Abarten ist eine unserer giftigsten Pflanzen. Sie finden ihn ja auch als Zierpflanze in den Gärten; aber das ist die ungefährlichere Art. Was Sie da in der Hand haben, ist die Abart lexxuginea, eine Spezies des syrischen Fingerbuts, und ich muß Sie vor Allem bitten, diese Pflanze sofort zurückzugeben. Sie dürfen dieselbe nicht mit sich aus dem Garten nehmen. Sie sehen, wohin es führt, sich wider⸗ rechtlich in den Besitz von Pflanzen zu setzen, die man nicht kennt.“ „Machen Sie mich nicht unglücklich, Herr Doktor!“ sagte Brinkmann.„Denken Sie, ich bin königlicher Beamter und eine Anzeige bei der Polizei bringt mich um meine ganze Karriere. Ich will Ihnen auch bei Allem, was mir heilig ist, bei meinem Ehreuwort schwören, mich nie wieder au Pflanzen des botanischen Gartens zu vergreifen. Die Pflanze sah so verlockend, so eigentümlich aus, daß ich in einem Augenblick der Unzurechnungs⸗ fähigkeit mich an ihr vergriff.“ machte ein etwas erstauntes Dr. Brettschneider dachte einen Augenblick nach. Er konnte den Mann, der sich an den Pflanzen — vergriffen hatte, nicht ohne Weiteres laufen lassen; aber er that ihm leid. Der Mann war königlicher Beamter, und durch eine Anzeige wurde wahrschein— lich seine Stellung vernichtet. Das hohe Interesse, das Brinkmann für Botanik hatte, machte ihn auch bei Dr. Brettschneider, der selbst ein eifriger Botaniker war und als Privatdozent der Botanik an der Universität funktionierte, recht sympathisch. Er erklärte daher: „Mein Herr, ich kann keine Entscheidung treffen, denn das ist lediglich Sache des Herrn Direktors. Dieser ist augenblicklich nicht da. Aber ich glaube Ihren Versicherungen und werde die Sache in möglichst mildem Lichte dem Herrn Direktor dar— stellen, muß Sie aber um Ihre Adresse bitten, damit eventuell an Sie geschrieben werden kann. Ich hoffe, Sie werden mit einer Verwarnung da— von kommen. Ich glaube Ihnen jetzt schon ver⸗ sprechen zu können, daß die Polizei sich in die Sache nicht einmischen muß. Wenn der Herr Direktor es verfügt, müssen Sie allerdings eventuell für den Schadenersatz aufkommen, und dieser dürfte doch 5 bis 6 Mark betragen.“ „Ich will den Schaden selbstverständlich recht gern tragen“, erklärte Brinkmann,„wenn es sein muß, auch noch irgend ein Strafgeld für die Armenkasse zahlen, nur bitte ich Sie, mich nicht weiter zu denunzieren, da Sie mich unglücklich machen würden. Ich habe eine alte Mutter, deren Tod es sein würde, wenn ich wegen einer solchen Handlung mit Schimpf und Schande aus dem Dieust gejagt würde.“ (Fortsetzung folgt.) 1 225 28 22 — . — 2— Geschichte ist zu klar, als daß wir sie noch ausführlich zu erörtern brauchen! * Laubach, 15. Juli. Am hiesigen Gym— nasium hat sich eine Schülerkapelle ge⸗ bildet, die aus etwa 20 Teilnehmern besteht. Die regelmäßigen Uebungen werden im Rathaus⸗ saale, der seitens der Stadt bereitwilligst zur Verfügung gestellt wurde, abgehalten. Darmstadt, 15. Juli. Im Ober post⸗ direktionsbezirke Darmstadt war der Ertrag der Wechselstempelsteuer im Juni 1896: 11 673,10, der Gesamtertrag ab 1. April d. J. 37 140,60. oder 63* weniger als im entsprechenden Zeitraume von 1895. * Darmstadt, 15. Juli. Bei Beratung des Entwurfs eines Gesetzes, die polizeiliche Beaufsichtigung der Mietwohnungen und Schlafstellen betreffend, wurde von beiden Kammern der Stäude das Ersuchen aus⸗ gesprochen, über Zahl, Art und Beschaffenheit der diesem Gesetze unterliegenden Mietwohnungen, Schlafräume und Schlafstellen, sowie über Zahl und Art der auf Grund des Artikels 7 gefaßten Beschlüsse und der auf Grund des Artikels 15 verfügten Ausweisungen Mitteilungen zu erhalten. In Erledigung dieses Ersuchens hat nun das Ministerium des Innern und der Justiz der zweiten Kammer der Stände eine tabellarische Uebersicht, in welcher die bezüglichen Angaben für die Zeit vom 1. April 1894 bis dahin 1895 enthalten sind, zugehen lassen.— An die zweite Kammer der Stände ergeht ein Ansinnen des Ministeriums des Innern und der Justiz, die Zustimmung zu erteilen, daß die Kosten der Beschaffung einer eigenen Wasserver⸗ sorgung für die Zellenstrafanstalt Butzbach im Betrag von 35000 aus den Ersparnissen beim Neubau der Anstalt, eventuell aus Ueberschüssen der Hauptstaatskasse in der Finanzperiode 1897-1900 gedeckt werden.— Weiter wurden von der zweiten Kammer 13335 Mark verlangt für eine Zentralheizungs⸗ anlage im Gymnasialgebäude zu Worms. Mainz, 15. Juli.„Im weißen Rößchen“ fand gestern Abend eine sehr zahlreich besuchte Ver sammlung der Maurer statt, die einen sehr stürmischen Verlauf nahm. Es wurde beschlossen, das Ergebnts der heutigen Verhandlung mit den Unternehmern vor dem Gewerbegericht abzu⸗ warten. Sollten dieselben auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, so wird die Strike- Erklärung für eine heute Abend stattfindende zweite Versammlung in Aussicht genommen.“ „Zwischen der Lohnkommission der Maurer und stundenlanger Beratung vor dem von beiden Seiten als Einigungsamt angerufenen Gewerbegerichte nach gegenseitigem Entgegen⸗ kommen eine vollständige Einigung über die bestehenden Differenzen zu Stande gekommen. Heute Abend findet eine öffentliche Maurerver⸗ sammlung statt, in der die Vereinbarungen aller Voraussicht nach angenommen werden.“ Vermischtes. * Flörsheim a. M., 14. Juli. Der Gemeinde⸗ rat hat das Auflesen der Tannäpfel in unserem Gemeinde-Tannenwald Montags, Mittwochs und Samstags freigegeben. Diese Gelegenheit, sich billiges Material zum Feueranzünden oder einen ansehnlichen Nebenverdienst zu verschaffen, wird fleißig benutzt. Da der Sack mit 60 Pfennig bezahlt wird, so macht manche Familie einen hübschen Taglohn. * Wiesbaden, 15. Juli. Heute Vormittag sind einer hiesigen Wittwe in deren kurzer Ab⸗ wesenheit, nach Erbrechung der Wohnung und einer Kommode, aus der letzteren Wertpapiere im Betrag von 22 000. und mehrere Hundert Mark baares Geld gestohlen worden. Die Papiere bestehen aus Wiesbadener Stadtobli⸗ gationen, nassauischen Landesbankobligationen und Frankfurter Hypothekenbank-Pfandbriefen, die Nummern sind bekannt. — Das Geständnis der Fakire. Die ent⸗ larvten Fakire haben einem Berichterstatter des„B. Tgbl.“ über ihr Schlafen und Wachen reumütiges Geständnis abgelegt. Der Berichterstatter fand den entlarvten Fakir Bheema Sena Protapa in seinem Fakirkostüme gemächlich auf dem Kanapee liegend. Der zweite Fakir, Rama Chandra, der eigentliche Chef der Fakire, saß, eine Ciga⸗ rette rauchend, am Tische. Außerdem war noch der ver⸗ traute Diener der Fakire, sowie ein Schwager des früheren Impresario„Dr.“ Fricker, ebenfalls ein Eingeweihter, anwesend. Der dritte Fakir Gopal Krishna war momentan nicht zu Hause. Die Fakire, respektive Rama Chandra, denn der Andere giebt an, noch zu erschöpft zu sein, er⸗ klären sich sofort bereit, Rede zu stehen. Auf die Frage, ob auch die in Indien existierenden Fakire bloß diese Rolle spielen, antworteten sie, daß der größte Teil der Fakire ebenfalls nur Gaukler sind. Es giebt allerdings einige Fanatiker, Mitglieder einer religiösen Sekte, die es ernst nehmen, doch sind dies bloß Ausnahmen. Aber selbst bei diesen ist der größte Teil ihrer Künste Humbug. Auch die berühmten lebend begrabenen Fakire, über welche sich in Indien gewesene Europäer mit dem größten Erstaunen äußern und welche sie als ein undurchdringliches Rätsel beschreiben, haben eine einfache Lösung. Die Freunde des Fakirs graben einen unterirdischen Gang zum Grabe, die Erde wird aufgepölzt und der Sarg in den unterirdischen Gang getragen, wo der Fakir gelabt und während der „Schlaffrist“ gehalten wird. Sobald man dann hört, nach in seinen Sarg, die Pölzung wird herausgehoben, die Gangöffnung gut verschüttet und den staunenden Zu⸗ schauern bietet sich der Fakir in seinem ursprünglichen Zustande, wie er begraben wurde, dar. Rama Chandra erzählt über seine zwei Kollegen ganz erbauliche Dinge. Gopal Krishna kann bloß mittels Hypnose schlafen. Er wird hypnotisiert nach den gewöhnlichen Regeln der Kunst, und dies befähigt ihn, 24 Stunden lang regungslos zu liegen. Nach dieser Zeit muß er jedoch Nahrung erhalten, um dann wieder hypnotisiert zu werden, was ihn aber⸗ mals zu einem 24 stündigen Schlafe befähigt. Diese Prozedur wiederholte sich jeden Tag, solange der„Schlaf“ währte. Die Verabreichung der Nahrung erfolgte dann durch seinen wachen Kollegen, der ihn nie verließ, sowie durch einen vertrauten Diener bei Nacht, als das Fakir⸗ haus für jeden der Nichteingeweihten, selbst für die Kon⸗ trollkommission geschlossen war. Der andere Fakir Bheema Sena Protapa, der das„Malheur“ hatte, entlarvt zu werden, ist zwar jünger, hat jedoch einen festeren Willen, und so braucht derselbe nicht hypnotisiert zu werden, sondern er bringt es zu Stande, aus freiem Willen in wachem Zustande so unbeweglich im Sarge zu liegen, als ob er schlafen würde. Natürlich muß er auch jede Nacht gelabt werden, und geschah dies immer nachts zwischen 12 und 2 Uhr. Unter dem Vorwande, daß er nun von seinem wachen Kollegen massiert werden müßte, durfte Niemand im Zimmer bleiben, und diese Zeit benutzte der Fakir, um seine Milch zu trinken, Gugelhupf zu essen, Cigaretten und Tschibuk zu rauchen und seine vom vielen Liegen erschlafften Glieder durch Laufen und Gymnastik zu beleben. Die Fakire nehmen die Sache durchaus nicht tragisch. Sie haben Geld, leben flott und lustig, besuchen sogar die Chantants, wo ihre Produktionen parodiert werden. Sie haben auch schon einen neuen Tric ersonnen und wollten sich nun als„hängende Fakire“, wie jüngst ein solcher in Paris auftrat, produzieren. Nachdem jedoch die Polizei diese Produktion hier verboten hat, haben sie sich anders besonnen. Sie treten in einem Orpheum als — indische Tänzer und Sänger auf. Ihrem früheren Impresario gegenüber erklärten sich die schalkhaften Herren bereit, gegen Zurückziehung der Betrugsanzeige 800 fl. Pönale zu bezahlen. Bis zur Beendigung dieser Ver⸗ handlungen hat der Impresario um vorläufige Suspen⸗ dierung des Verfahrens gegen die Fakire angesucht. — Durchschaut. Regierungsrat:„.. Wissen Sie, lieber Herr Kollege— selbstverständlich ganz freundschaft⸗ lich unter uns gesagt— Ihre geschätzte Frau Gemahlin müßte— natürlich ganz formaliter— meine Gattin wohl doch zuerst grüßen!“— Regierungs⸗-Assessor: Bedaure un⸗ endlich, bin aber in diesem Fall ganz machtlos... stehe leider auch unter dem Pantoffel!“(Fl. Bl.) — Bevorzugung. Bliemchen:„Mir Sachsen hamm doch was voraus! Während andere Menschenginder mit fimf Sinnen herumloofen missen, geynen mir schtande⸗ beene mit Sächssinnen dorch's Läb'n geh'n!“ (Fl. Bl.) — Feinste Bildung.„ Unsere Martha, Herr Professor, muß bekommen die feinste Bildung. For und for de englische eine Miß!“—„Und wie halten Sie es mit dem Deutschen?“—„Das lerne wir se!“ Fl. Bl.) Privattelegramme der„Hessischen anden e d. Darmstadt, 16. Juli, 2.10 Nm. Der Darmstädter Zeitung zufolge er⸗ scheint mit dem Abschluß des Staats- vertrags zwischen Hessen und Preußen über die gemeinschaftliche Verwaltung des Eisenbahnbesitzes die Errichtung der Nebenbahn Frankfurt⸗Stockheim gesichert. Die preußische Regierung hat das Bedürfnis anerkannt und will unter der Voraussetzung des Zustande⸗ kommens des Staatsvertrages unter der Bedingung freier Geländestellung die Strecke Höchst Frankfurt auf preu⸗ ßische Kosten bauen. Hessen wird die Strecke Höchst⸗Stockheim herstellen. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 16. Juli. Bei der Finanzierung des Lehrer⸗Be⸗ soldungsgesetzes, das bekanntlich dem Landtag im Herbst von neuem vor⸗ gelegt werden soll, ist zur Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden die Ein⸗ stellung von einer Mehrausgabe von jährlich 400 000 Mark in den Staats- hausetat in Aussicht genommen. Hd. Berlin, 16. Juli. Für den verstor⸗ benen Professor Curtius wird in Griechen⸗ land die Errichtung eines Denkmals geplant, Hd. Paris, 16. Juli. Präsi dent Faure will nach seiner Rückkehr von Reims die Glück⸗ wünsche der Monarchen beantworten. Die Depesche Kaiser Wilhelms traf gleichzeitig mit der des Zaren ein. Hd. Reims, 16. Juli. Gestern fand die feierliche Enthüllung der Sta⸗ tue der Jungfrau von Orleans statt. Präsident Faure und die kon⸗ stituierenden Körperschaften wohnten der religiösen Feier nicht bei. Nachmittags empfing der Präsident die Behörden. Beim Erscheinen des Klerus hielt der Kardinal Langetereur eine Ansprache, in welcher er ausführte, daß Patriotis⸗ mus und Glaube zwei unzertrennliche Tugenden seien. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in den vereinigten Bauunternehmern ist heute Mittag oben werde das Grab geöffnet, legt sich der Fakir rasch! de französische Sprache engagieren wir eine Gouvernante, J Gießen. ——————— 2— . Bekanntmachung. G K 5 Wochenmarktordnung Wegen Ausführung asphaltierter Sorg O00 9 10 je 9 ini 9 7 Bürgersteige wird die Marktstraße für die Weaiugtalbauvefkgdt Gießen. ee e e Uhrmacher, An Dienstag, Donnerstag und Samstag eder Woche findet in Gießen Wochenmarkt statt. 850. e Neue i Grund) ö 8 2. Die Marktzeit dauert dabei vom 15. April bis 15. September einschl. von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags, im Uebrigen von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. 8 3. Zum Verkauf auf den Wochenmärkten zugelassen sind die sämmtlichen iu§ 66 der Ge— werbeordnung aufgeführten Gegenstände des Wochenmarktverkehrs; die Wochenmärkte sind aber vorzugsweise bestimmt zum Feilbieten solcher Erzeugnisse des Bodens, der Land- und Forst⸗ wirthschaft, wie der Jagd und Fischerei, welche als Lebensmittel dienen, sowie von Blumen, Pflanzen und Samen. 8 4. Zu Wochenmarktplätzen sind zunächst besti mmt: a) der Marktplatz für Geflügel, Wildpret und Fische; b) die Schulstraße für Beeren und Obst in einzelnen Körben; e) der Lindenplatz für Gemüse und Kartoffeln im Kleinen, Pflanzen, Blumen und Saamen; d) die Marktlaubenstraße für Butter, Käse und Eier; e) der Kanzleiberg und Brand für Kartoffeln, Kraut und Obst auf Wagen— ladungen; f) der Oswaldsgarten für Heu und Stroh, Holz und Brennmaterialien auf Wagenladungen; g) die Marktlauben für die unter a bis d aufgeführten Gegenstände. 8 5 8 5. Die auf den offenen Marktplätzen(a bis kf) des 8 4 Feilbietenden bekommen ihre Plätze durch den Marktmeister nach der Reihenfolge ihres Eintreffens und in der Art ange- wiesen, daß die Waren gleicher Gattung sich thunlichst in denselben Reihen befinden und der freie Durchgang nicht behindert wird; ebenso müssen die Zugänge und Zufahrten zu den um liegenden Häusern freibleiben. Kein Verkäufer darf ohne Erlaubniß des Marktmeisters den einmal eingenommenen Platz wechseln; spätestens mit Ablauf der Marktzeit jedoch haben die Verkäufer ihre Plätze zu räumen. Standgeld ist für diese Plätze nicht zu entrichten. § 6. Die gedeckten Marktlauben(g des 8 4) dagegen werden je auf die Dauer eines Rech— nungsjahres unter die Liebhaber meistbietend versteigert; einzelne Lauben, welche nicht fürs ganze Jahr vergeben sind, werden auch auf kürzere Zeit, zum Mindesten aber auf die Dauer einer Woche an die Verkänfer nach der Reihenfolge der Anmeldung zu der tarifmäßigen Ge— bühr abgegeben. 8 7. Außerhalb der Markttage und Marktzeiten ist das Feilbieten von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs am Stand auf den vorgenannten offenen Verkaufsplätzen verboten und nur in den gedeckten Marktlauben gestattet.— Ausnahmsweise kann im Bedarfsfalle auch das Feilbieten von Obst und Bodenerzeugnissen am Stand an bestimmten anderen Plätzen der äußeren Stadt, und an den Thoren der inneren Stadt in jederzeit widerruflicher Weise von Großherzoglichem Polizeiamt im Einverständnis mit der Stadtverordneten-Versammlung und gegen— im Einzelfall festzusetzende— Gebühren erlaubt werden. 98 8. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs, welche an Markttagen ohne feste Bestellung von außerhalb hier eingeführt werden, dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiesenen Ver- kaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen feil geboten werden. 8 9 Zuwiderhandlungen gegen die vorstehende Wochenma g wer i äßhei des§ 119, 6 der e mit Heldsrafe bis zu 30 Mö, im Falle des 1 mit Haft bis zu 8 Tagen bestraft. Vorstehende Wochenmarktordnung tritt am 1. August 1396 in Kraft. Gießen, den 16. Juli 1896. Großherzoͤgliches Polizeiamt Gietzen. J. V. Roth. Eine Wohnung zu vermieten. Krofdorferstraße 13. e Gründliche Reparatur einer Taschenuhr 2 A1, Reinigen einer Taschenuhr 1,30.. Neue Feder in eine Ta schen⸗ uhr 1,30 1, 0 9 Ake e 0,40 4, Frima rillenglas 0,30 l. A— Für jede reparierte Uhr ein Jahr reelle Spfelwein Garantie. Georg Koch, Ahrmacher, Neue Bäue 5. verzapft 411 J. Arnold, zum Schipkapass, Bahnhofstrasse No. 2. 579 gesperrt. Gießen, den 14. Juli 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Verpachtung der Markt- lauben und der Keller im Turmhaus am Brand. Nachdem am 1. August d. J. die neue Wochenmarkt⸗Ordnung in Kraft treten wird und von da ab das Feilbieten von Gegen⸗ ständen des Wochenmarktverkehrs am Stand außerhalb der Markttage und Marktzeiten nur noch in den gedeckten Marktlauben gestattet ist, sollen diese nebst den Kellern im Turmhaus am Brand Freitag, den 24. d. Mts., abends 5 Ahr, im Hofe des Turmhauses öffentlich an die Meistbietenden für die Zeit bis zum 31 März 1897 verpachtet werden. Die Verpachtungsbedingungen können zuvor schon von der unterzeichneten Stelle— Zimmer Nr. 15— bezogen werden. Gießen, den 14. Juli 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 45 Pfg. 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