ane — le. zatismnus, nchdipgenden seinrüchstangen“ enden Ates . Die Ero jvrisentiert sich dem Besucher der Ausstellung als ein bvohlangelegter Wintergarten, in dem man gestern 1896. Posiztg. Nr. 3239 a Telephou⸗Nr. 112. Gießen, Sonntag, den 15. Nurenber 0 kilung. Ausgabe Gießen. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 775 — Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. Tage nach Sonn- und Feiertagen. 2 2 pedition: 7 Nr. 4. die Lokal Gartenbau ⸗Ausstellung zu Gießen. 4* Gießen, 13. November. Als ein Meisterwerk der gärtnerischen Dekora⸗ bonskunst muß die in Steins Saalbau von 9 un⸗ erer Handelsgärtner arrangierte Gartenbau⸗ Uuẽsstellung bezeichnet werden. Der weite Saal Nachmittag nach den Klängen der Krauße'schen Ka⸗ elle lustwandeln und dabei all die blühenden und errlich duftenden Kinder Floras in Augenschein hmen konnte. An der Breitseite des Saales, da wo sonst die Theaterbühne ihren Platz hat, haben die Aussteller gemeinsam einen kühn ge⸗ pannten Gebirgssteg, hinter dem sich eine jähe Gebirgspartie erhebt, arrangiert. Kaskadenartig eller prächtige Pflanzengruppen untergebracht fleseln die Wasser in die Tiefe, wo dieselben sich n einem Bassin sammeln, aus dem eine Fontaine hren 3 Meter hohen Wasserstrahl in die Höhe endet. Pflanzengruppierungen geben dem Bilde das nötige Colorit, während die nimmer ruhen⸗ den Wafser demselben Leben verleihen. Die Mitte des Saales wird durch ein Blumen⸗ harterre ausgefüllt, in dem die einzelnen Aus⸗ haben. Das größte dieser Einzel⸗Arrangements sst von der Firma Carl Berger aus Cyrus⸗Palmen, usen⸗Blattbegonia, Tuberosen und Cyclamen her⸗ gestellt. Gruppen von Hyazinthen, mit Tulpen um⸗ faßt, fesseln hier unwillkürlich das Auge. Die nächste Gruppe in diesem Riesenbeet von Pflanzen hat Herr Karl Becker geschaffen. Sie besteht aus Cyclamen in prachtvoller dunkelroter Färbung. Dann folgt Friedrich Georg mit einer Gruppe Blattpflanzen, darunter gefärbte buntblätterige Dracgenen und ausgezeichnete Alsophila, die im Gerhardt und Karl Volk haben jeder für sich C 0 den Blumen in allen nur denkbaren Färbungen, zwischen denen Zierbäume und Palmen Ab⸗ t“ 4 zu kämpfen. i Arrangement ganz besonders schön wirkt. Von demselben Aussteller sind sehenswerte Objekte seine Collektion Primeln und gefüllten Primeln ausgestellt. So reiht sich in diesem Pflanzen⸗ parterre eine Gruppe an die andere. Louis Becker, Fritz Schmitz, V. Moser Witwe, Wilh. Prächtiges geleistet und sich doch dabei der Idee des Ganzen angeschlossen. Gleichsam als Um⸗ fassung des Mittel⸗Arrangements zieht sich längs der Wände des Saales, vom Pflanzenparterre durch einen Weg getrennt, ein Kranz von blühen⸗ wechselung schaffen, so daß das Auge durch die überreiche Blütenpracht durchaus nicht ermüdet wird. Längs der Säulen des Nebensaales sind auf einer langen Tafel die Wunder der Kranz⸗ bindekunst untergebracht. Fritz Schmitz hat schönwirkende Körbchen luftig gefüllt mit Blüte ausgestellt. Carl Becker paradiert mit einem demselben Aussteller erregt ein Brautkranz nebst Bouquet die Bewunderung der Damen. Friedrich Georg beweist durch ein Palmen— Arrangement, mit mattroten Rosen durchsetzt, was Kunstfertigkeit und Geschmack zu leisten vermögen. In der Kollektion von Karl Berger ist es besonders ein Kissen aus lebenden Blüten, welches allgemeine Beachtung verdient. Karl Volks Auslage, in ihren einzelnen Teilen weniger luxuriös gehalten, bezeugt als Ganzes durch⸗ gebildeten Sinn für wirkungsvolle Dekoration. Ferner sind als tüchtige Leistungen der Blumen⸗ binderei zu nennen ein großes Kreuz von Louis Becker aus lebenden weißen Blüten, Veilchen und Rosen. Recht mühselig, aber darum um so kunstvoller, sind zwei Bindereien, von Friedrich Georg, hergestellt. Aus lauter kleinen Blüten hat derselbe nämlich eine Staffelei und ein Buch arrangiert, namentlich ist das Letztere in seiner Natürlichkeit überraschend. Verlassen wir die Ausstellung mit dem Wunsche, daß viele unserer Gießener sie besuchen werden, um sich die duftenden Schätze der Aus⸗ steller, die sonst in den Gewächshäusern begraben sind, anzusehen. Wir sind überzeugt, es wird Jeder die Stunden, die er in der Gartenbau— Ausstellung verbringt, angenehm empfinden. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 14. November.(Zur Stich⸗ wahl.) Die Nationalliberalen haben gestern Abend in ihrer Versammlung einstimmig beschlosen für Köhler ihre Stimme ab⸗ zugeben.— Ueber das Verhalten der Frei⸗ sinnigen bei der Stichwahl verlautet immer noch nichts. Es wäre, um die Auslassung der „Frkf. Ztg.“ zu zitieren, unverständlich, wenn die Freisinnigen zu dem Entschluß der Wahl⸗ enthaltung gelangen sollten. Hier steht, so schreibt die„Frkf. Ztg.“ weiter, ein Sozialdemo⸗ krat mit einem Antisemiten in der Stichwahl. Der Autisemit, der den politischen Raubbau be⸗ treibt, hat so schnell gewirtschaftet, wie seine Methode erwarten ließ; er ist auch in seinen schritts und muß, nachdem der freisinnige Kandidat nicht in die Stichwahl gelangte, als solcher anerkannt werden. In den wichtigsten Fragen der begonnenen Session, in den Militär⸗ und Marinefragen, wird er die freiheitliche Politik unterstützen, ebenso in der Frage der Handwerks- organisation. Er ist eine Verstärkung der Gegnerschaft gegen Junkertum und Absblutis⸗ mus, gegen Reaktion und Interessenpolitik, dazu ein Anhänger des gleichen Rechts für Alle, während sein Zukunftsstaat mit den praktischen Augelegenheiten der nächsten Zeit so wenig wie möglich zu thun hat. Die Stellungnahme aller wahrhaft liberalen Wähler kann da nicht einen Augenblick unklar sein. Sie dürfen nicht Gewehr bei Fuß zusehen, dazu ist die Zeit doch zu ernst. Sie werden noch weniger für den Antisemiten stimmeu, sie müssen ihre Interessen ohne gefühl⸗ volle Skrupel durch die Wahl des Sozial- demokraten wahrnehmen. * Gießen, 14. Nov.(Schöffengericht.) Gestern Vormittag um 9½ Uhr wurde in die am 26. September vertagte Verhandlung gegen die 7 Mitglieder des Gießener Zither⸗ Klubs eingetreten. Am Verteidigertisch er⸗ schienen wieder die Rechtsanwälte Kraft und Katz. Amtsanwalt Brühl vertrat die Anklage, bei der es sich bekanntlich um gemeinsamen Hausfriedensbruch handelt, der in der General⸗ versammlung des Gießener Zither⸗Klubs be⸗ gangen sein soll, die am 9. Juli im Löwen, Restaurant Luft, getagt hat. Der Vorsitzende Amtsgerichtsrat Gebhardt stellte inzwischen aus den Akten fest, daß durch Urteil des Amts⸗ gerichts vom 17. Oktober festgestellt sei, daß 10 vom Vorstand des Zither-Klubs als Mitglieder desselben Ausgeschlossene, darunter die sämmt⸗ lichen Angeklagten, noch die Rechte ordentlicher Mitglieder dieses Vereins besitzen. Der Vor⸗ sitzende bemerkte, daß man infolgedessen wohl von der Verlesung der Akten gegen Nebel ab⸗ sehen könne. Hierauf wird der Prästdent Nebel als Zeuge vernommen. Er gesteht zu, daß der Vorstand beschlossen habe, 5 der Angeklagten aus dem Verein einfach dadurch auszuschließen, daß man die Beitragserhebuug bei diesen einstelle. hessischen Hochburgen im Rückgang. Ihm hier eine Niederlage beizubringen und ihm einen Sitz zu entreißen, ist von allge⸗ meiner Bedeutung. Dazu kommt loch die Auffassung, die der Antisemit von seinen parlamentarischen Pflichten besitzt. Wenn ein nationalliberales Blatt meint, eben weil Köhler nicht in den Reichstag geht, sei er ungefährlich, so mag das ein Scherz sein, wir verstehen aber in den sittlich⸗ernsten Fragen der Volkvertretung keinen Spaß. In Gießen ist der Wahlgegensatz klar formuliert— er lautet Reaktion oder Fortschritt. Der Sozial⸗ gewaltigen Kranz aus Chrysanthemum. Von Eine Mitteilung ihres Ausschlusses sei erst später, nach Monaten, an die Ausgeschlossenen ergangen. Der Zeuge schildert übereinstimmend mit dem in der vorigen Verhandlung vernommenen Restaurateur Luft, wie er von diesem den Wirt⸗ schaftsraum für 1 ,. gemietet, lediglich zu dem Zwecke, um die dem Vorstand mißliebigen Per⸗ sonen daraus an die frische Luft befördern zu können. Nebel giebt weiter an, er habe im an⸗ grenzenden Raum genau gehört, wie die General⸗ versammlung des Zitherklubs abgehalten, wie die Vorstandswahl vorgenommen. Er will auf Grund der gezahlten 1 zweimal vergeblich demokrat ist hier der Vertreter des Fort⸗ Schutzleute gebeten haben, doch die Raus⸗ schmeißerei für ihn zu besorgen. Er selber habe zweimal vergeblich die Aufforderung an die An⸗ geklagten gerichtet, das Lokal zu verlassen, seine dritte Aufforderung habe sich allerdings an die ganzen Teilnehmer der Generalversammlung ge⸗ richtet und dieser sei man auch sofort und ganz nachgekommen. Der Amtsanwalt fragte den Angeklagten, ob der Zitherklub außer ihm, dem Präsidenten, nach diesen Vorgängen überhaupt noch Mitglieder habe. Der Zeuge zgesteht zu, diese seien sehr zusammen geschmolzen.(Heiter⸗ keit im Zuschauerraum.) Auf die Frage, warum er, der Präsident des Zitherklub, in dem Zivil⸗ prozeß der 10 ausgeschlossenen Mitglieder denn zugegeben habe, daß er diese noch als ordentliche Mitglieder des Vereins anerkenne, erklärte Nebel, er habe dies auf Anraten des Rechts⸗ anwalts Rosenberg, seines Anwalts, in dieser Sache gethan, um zu verhindern, daß sein Verein durch den Prozeß nicht ganz und gar kaput gehe. Er für seine Person habe zwar das Zugeständnis gemacht, ob aber der Vorstand damit einver⸗ standen, könne er nicht sagen, er habe eine Vor⸗ standssitzung dieserhalb nicht anberaumt. Ferner bekundet Nebel noch auf Anfragen, daß er die Anzeige gegen die 7 Angeklagten wegen Haus⸗ friedensbruch an die Staatsanwaltschaft gerichtet habe.— Hierauf erhob sich der Amtsanwalt und erklärte, daß nach der Aussage des Zeugen Nebel er die Anklage nicht mehr aufrecht erhalten könne, er halte es für nutzlos in dieser Sache noch weitere Zeugen zu hören. Der Prästdent des Zitherklubs habe ja selbst erklärt, daß er die Angeklagten noch für Mitglieder seines Vereins halte, er gebe dem Gerichtshof anheim zu erwägen, ob er schon jetzt die Angeklagten freisprechen wolle. Der Vorsitzende, Umts⸗ ergeht Gebhardt, erklärte, daß er nach dem rgebnis der Beweisaufnahme in der ersten Verhandlung schon den Eindruck e habe, daß die Sache diesen Ausgang nehmen würde. Die Verteidiger verzichteten unter diesen Um⸗ ständen aufs Wort. Naß kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende die Freisprechung der Angeklagten und Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse. * Gießen, 14. Nov.(Stadttheater.) Wir wollen nicht unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, daß am Sonntag die beliebte Raedersche Posse„Robert und Bertram“ oder„Die kustigen Vagabunden“ zur Aufführung gelangt.— Wie man uns ferner aus dem Theaterbureau mitteilt, wird die er⸗ folgreichste Lustspiel-Novität dieser Saison, „Komtesse Gucker!“ von Schönthan und Koppel⸗Ellfeld am nächsten Dienstag zum ersten Male gegeben. * Gießen, 14. Nov. Ernannt wurden: Pfarramtskandidat Hanack zu Kirch⸗Göns zum Pfarrasststenten in Offenbach a. M.(Bieber⸗ Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wenn ich mich unbemerkt glaubte, sog ich mich förmlich in ihrem Aublick fest. Wenn unsere Blicke sich begegneten, vermochte ich mich kaum zu beherrschen. Meine Stimme zitterte vor innnerer Bewegung, wenn ich mit ihr sprach. Ich meinte, aus alledem und so vielem Anderen hätte das feinfühlige, junge Madchen erkennen müssen, wie es um mein Herz bestellt war. Frauen beobachten in diesem Punkte viel schärfer und blicken viel tiefer als wir Männer. g Trotzdem verriet sie mit keinem Wort, mit keinem Blick, welchen Eindruck meine stumme Werbung auf sie machte, oder ob sie sie über⸗ haupt bemerkte. g Ich wünschte von Herzensgrund, daß es mir gelingen möchte, ihre Unschuld zu erweisen und daß sich irgend etwas ereignen möchte, was mir Ge⸗ legenheit bot, sie zu schützen, zu retten, für ihre Ehre Man weiß ja, welche phantastischen Wünsche und Pläne die Gedanken eines unglücklichen Lieben⸗ den erfüllen. Aber das Leben auf der Milton-Park⸗Station war frei von allen aufregenden Zwischenfällen und Eugenie Milton war eines von jenen heldenhaften Mädchen, welche sich selbst der stärkste Schutz sind und die wegen ihrer großen Unerschrockenheit kaum eine Gefahr kennen, aus der sie sich nicht selber retteten. Wie nun, dachte ich mir, wäre und wenn es mir geläuge, wenn sie unschuldig Morgan, den Be⸗ wohner der toten Schlucht, einzufangen! Da waren zuerst die tausend Pfund Prämie— ein Vermögen— dann der Gewinn-Anteil an dem erbeuteten Schatz, der ohne mein kühnes Vorgehen nie an's Licht gekommen wäre. N Mein Name als Bezwinger des gefürchtetsten aller Buschräuber würde von einem Ende Australiens bis zum anderen genannt werden. Ehrende Auszeichnungen und wohl auch ein Amt würden mir zu Teil werden, und dann, dann konnte ich es wohl wagen, um die Tochter Milton's zu werben, ohne mich der Lächerlichkeit und verächtlicher Bebandlung auszusetzen. Ich hatte mich in einer schattigen Laube nieder- gelassen und blickte eben gedankenvoll nach dem Herrenhause hinüber, als ich dort eine Bewegung wahrnahm, welche noch einmal meinen ganzen stolzen Kartenbau über den Haufen warf. Aus dem Schlafzimmer⸗Fenster Eugeniens schwang sich ein Mann leicht und geräuschlos auf die vor demselben hinlaufende Veranda. Diese, welche um das ganze hohe Parterre herumführte, war auf dieser Seite dicht mit Wein umzogen, sodaß ich nur eine Gestalt erkennen konnte, nicht aber auch den Mann selbst. Ich war aufgesprungen, verharrte aber auf meinem Platz, um noch weiter zu beobachten. Der Unbekannte flüchtete nicht wie ein Dieb es wohl gethan haben würde. Er blieb einen Augenblick lauschend und spähend stehen. Dann glitt er leise, wie ein wandelnder Schatten, an dem Weinspalier entlang nach den er— leuchteten Fenstern des Salous. Diese standen ebenfalls auf. Hier war die Blattwand durchbrochen, um einen Ausblick von den Fenstern zu gestatten. Der Mann schlich sich bis an den Lichtkreis heran und streckte lauschend den Kopf vor. Nun erkannte ich ihn mit aller Bestimmtheit. Es war der Bewohner der toten Schlucht Mein Herz krampfte sich bei dem Anblick der Gestalt zusammen. Ich hätte laut aufschreien mögen vor wildem Weh. Sie war doch eine Schuldige, Verworfene! Zwar weilte sie im Salon, während er in ihrem Schlafzimmer war, aber wie hätte er gerade dieses betreten, wo ringsherum die Fenster offen standen, wenn nicht auf Grund einer Verabredung. Er wartete, sie kam nicht und so schlich er zu den Fenstern heran, hinter denen sie weilte, um sich ihr bemerklich zu machen. Das Bestreben danach nur konnte es sein, was ihn veranlaßte, immer mehr in den Lichtkreis des Feusters herauszutreten. Zuletzt stand er voll und ganz in demselben, wie durch ihr seelenvolles Spiel oder durch ihre Er— scheinung gebannt, unbekümmert um irgend Jemand, der ihn hätte beobachten können. Auch ich befand mich unter einem starken Baum. Jetzt mußte irgend etwas geschehen, jetzt mußte es sich zeigen, ob sie seinem Wink Folge leistete. Bei einem ersten flüchtigen Aufblicken mußte sie ihn sehen. Und dann—? Ich war entschlossen, an mich zu halten und ein Zuschauer zu bleiben. Gewißheit wollte ich endlich haben und die konnte ich nur erlangen, wenn ich mich jetzt ganz ruhig verhielt. Ich konnte von meinem Platz aus das Gesicht des Lauschers sehen. Es war erschreckend blaß und ernst, die Lippen geöffnet, wie um ein Wort hervorzulassen, ein bitter⸗ böses Wort, die Augen starr und glanzlos, die Stirn gefaltet— so stand er da, unbeweglich, statuenhaft, wie ein Rache⸗Dämon, wie eine Ausgeburt der Nacht. Ich konnte mir denken, was in seiner Seele vorging, was ihn unbewußt die Fäuste ballen ließ und sein Antlitz so furchtbar machte. Er sah das Glück vor Augen, das er hätte be⸗ sitzen können, den Zauber stiller Häuslichkeit, das Wesen, das er liebte; und hier draußen stand er, ein Ausgestoßener, Verfolgter, geächtet und flüchtig, Qualen der Hölle duldend, während die Seligkeit des Himmels ihm winkte— ein Geschöpf der Nacht, in deren Schatten er bleiben mußte, um nicht ver⸗ raten zu werden. Plötzlich drang ein Hause her an mein Ohr. Ich sah Eugenie vom Klavier aufspringen und sich hastig in's Zimmer zurückwenden, das ich von hier aus nicht weiter überschauen konnte. Zugleich mit jenem Aufschrei war der finstere Beobachter vom Fenster verschwunden. Ich suchte ihn vergebens mit den Blicken. War er geflüchtet? War er in ihr Zimmer zurückgekehrt, um sich bis zu ihrem Eintritt verborgen zu halten? Ich bemerkte eine gewisse Bewegung im Hause, hörte Stimmen und das Oeffnen und Schließen von Thüren, aber was kümmerte mich das! Wie gebannt hingen meine Blicke an den erhellten Fenstern. Erst als es hinter denselben ganz still geworden war, riß ich mich aus meiner Erstarrung. Da war Eugeniens Schlafzimmer, dessen Fenster noch offen standen, das noch dunkel war! Dorthin drängte es mich, nach einem Versteck, von dem auch ich in jene Fenster hineinsehen konnte. War Morgan, oder wer dieser Mann sonst war, darin? Die Beantwortung dieser einen Frage beant⸗ wortete alle übrigen. Ich schlich mich jetzt selbst wie ein Dieb durch erstickter Aufschrei vom den Garten von Busch zu Busch, von Baum zu Baum. — — r . — — = ——— 2 Bürgel), Dekanat Offenbach; Pfarramtskandidat Korell zu Lollar zum Verwalter der ersten evangelischen Pfarrstelle zu Alsfeld, Dekanat Alsfeld; Pfarramtskandidat Klös Zu Lauter⸗ bach zum Pfarrvikar in Alsheim, Dek. Oppen⸗ heim; Pfarramtskandidat Schäfer zu Lauter⸗ bach zum Pfarrassistenteu in Schwanheim, Dek. Zwingenberg; Pfarrverwalter Jost zu Lon⸗ dorf zum Pfarrverwalter in Bleichenbach, Dek. Büdingen. Die Schlußprüfung im August haben bestanden: Wilhelm Fresenius aus Butzbach, Heinrich Hanack aus Kirch⸗Göns, Karl Klös aus Nidda. f * Gießen, 14. Nov.(Stadttheater) Die gestrige Aufführung des Schillerschen Trauer⸗ spiels„Kabale 1155 1 A er wach besucht. an hätte erwar nnen, baß 2 5 dieses klassischen Stückes, und gestern Abend wurde wieder ganz vorzüglich gespielt, etwas mehr Interesse entgegengebracht worden wäre. Wir müssen von neuem wieder⸗ holen, daß sich die Direktion alle Mühe giebt, den Anforderungen unseres Publikums gerecht zu werden, aber wir haben noch nicht konstatieren können, daß diese Bemühungen eine nennenswerte Belohnung gefunden hätten. Der löbliche Zweck des Gießener Theater⸗Vereins, dem kunstsinnigen Publikum eine angenehme Unterhaltung zu ver- schaffen, soll gewiß nicht verkannt werden, aber da gegenwärtig eine strebsame Direktion, wie Kruse⸗Helm, am Orte arbeitet, müßte auch dieses Unternehmen etwas mehr respektiert werden. Die Vorstellungen des Frankfurter Ensembles waren zum Erdrücken voll, die Eiu⸗ nahme wanderte nach Frankfurt, und das hiesige Ensemble, dessen Gage der Gießener Geschäfts⸗ welt wieder zu Gute kommt, findet nicht die verdiente Berücksichtigung. Wenn auch das hie⸗ sige Theater mit dem Frankfurter Eusemble nicht in Vergleich zu bringen ist, immerhin wird hier etwas geboten, was einer besseren Belohnung wert ist. 5 * Gießen, 14. November. Man schreibt uns aus Großen⸗Linden:„Wie notwendig es ist, daß die Gemeinden in ihre Jagdverträge das Verbot des Abschusses der Ricken und Kitzen im letzten Bestandjahre aufnehmen, zeigt das Schicksal unserer Gemeinde⸗Waldjagd. In dem mit 3 Herren Offizieren der Gießener Garnison geschlossenen Pachtvertrage ist die fragliche Bestimmung nicht enthalten, und da die Pacht zu Ende geht, wird gegenwärtig das Wild im Großen⸗Lindener Wald energischer abgeschossen als sonst. Auf einer vorgestern abgehaltenen Treibjagd wurden sieben Ricken und ein Kitzchen erlegt, weiteres Rehwild wurde angeschossen. Es ist erklärlich, daß unser Jagdgelände auf lange Jahre entwertet wird. — In Preußen ist das Schießen auf Kitzen überhaupt verboten. * Gießen, 14. Nov. Morgen, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, wird sich die Gruppe Hesseu und Hesseu⸗Nassau der deutschen Handelsgätuer zu einer Versamlung in Steins Etablissement einfinden. Be⸗ sonders zahlreich werden hierbei die Haudels⸗ gärtner aus Frankfurt a. M. und Wiesbaden erwartet. * Gießen, 14. Nov. Der Vorstand der Gießener Schlachtvieh-Versicherung hat an die Bürgermeisterei ein Gesuch gerichtet, dahingehend, alles von auswärts ein⸗ gehende Fleisch einer Kontrolle be— Bald hatte ich den Platz gefunden, von dem aus ich sehen konnte, ohne gesehen zu werden. Hier stand ich nun mit demselben finsteren Aus- druck, in derselben drohenden Haltung, wie jener Andere vorhin am Fenster gestanden, nur unsere Gedanken waren nicht die gleichen Mein Paradies war zerstört, mein Glück in Scherben gegangen. Sie, in der ich einen Engel zu sehen gewähnt hatte, war eine Tochter der Hölle. Sie schien es wenigstens. Meine werden. Eugenie betrat bastig mit einer Lampe ihr Schlafzimmer. Auch sie war erschreckend bleich und aufgeregt. Sie setzte die Lampe auf den Tisch nieder. Im gleichen Augenblick sah sie etwas, was ihr gefiel. Sie griff es gierig vom Tisch auf. Es war ein zusammengefaltetes Blatt. letzten Zweifel sollten bald gestillt Sie öffnete es. Ihre Hände zitterten, sie vermochte vor Aufregung kaum zu lesen. Sie schien im höchsten Grade bestürzt. Einen Augenblick wollte es mir scheinen, als wenn sie schwankte. Jetzt eilte sie zum Fenster. Sie bog sich hinaus, das Blatt noch in der Hand. Draußen regte sich nichts. Da ging die Thür auf. Ein Dienstmädchen kam herein, um ihr eine Meldung zu machen. Schon beim Oeffnen der Thür hatte sie das Blatt hastig in ihrem Busen verborgen. Kein Zweifel, daß außer ihr es Niemand sehen durfte. Sie schickte das Mädchen wieder fort und schloß selbst die Fenster, deren Vorhänge sie zuzog. „Sie wird kommen. Morgen Nacht!“ Wer hatte die Worte gesprochen? War ich es selbst? Der Nachtwind strich durch das Laub mit leisem Flüstern. Woher lam die Stimme? Ohne mich zu regen, blickte ich seitwärts. Da, nur wenige Schritte von mir, sah ich den Mann stehen, der wie ein böser Geist in mein Leben getreten war, den ich haßte, dem ich fluchte, den ich aber auch durch eine merlwürdige Schickfals— fügung zu vernichten bestimmt war. (Fertsetzung folgt.) treffend seiner Beschaffenheit zu un ter ziehen. Dem Ver nehmen nach wird diese Angelegenheit demnächst unserer Stadtverordneten⸗Versammlung zur Beschlußfa ssung unterbreitet. Ferner hat derselbe Vorstand gebeten, im städtisch en Schlachthof eine Kühlanlagezuerrichten, eventuell der Gesellschaft zu gestatten eine solche Aulage für eigene Rechnung im städtischen Schlachthof schaffen zu dürfen. Diese Frage hat schon einmal, es dürfte im Jahre 1889 ge⸗ wesen sein, unsere städtische Verwaltung beschäf⸗ tigt und scheiterte damals am Wiederspruch der Metzger, denen die Kosten für die Mietung eines Kühlraumes damals zu hochfschienen. Es scheint aber, als wenn sich die Ansichten über diesen Punkt in Metzgerkreisen geändert hätten. * Gießen, 14. November. Im Reichs⸗ haushaltsetat ist das Großherzogtum Hessen wie folgt bedacht worden: Zum Um⸗ und Er⸗ weiterungsbau auf dem Post⸗Grundstück der Stadt Gießen wurden insgesamt 130960% vorgesehen; für Grunderwerb für eine Artil⸗ lerie-Kaserne in Darmstadt 150000 l, insgesamt 1800000 K Grunderwerb für eine Tirain⸗Kaserne in Darmstadt 400 000, insgesamt 609 900, Erweiterung der Pionier⸗ Kaserne zu Kastel bei Mainz 470000 Kl. * Gießen, 13. November. Die Beeren⸗ früchteernten sind längst vorüber und Beeren⸗ weine und Beerengelee längst fertiggestellt, aber in den Hecken und Büschen befindet sich gegen⸗ wärtig noch eine Frucht neben den Schlehen, die gleich diesen fast wenig oder gar keine Be⸗ achtung findet und so in jedem Jahre— sie gedeiht fast immer— nutzlos zu Grunde geht, aber dessenungeachtet zu einem Beerenwein und Becrengelee sich eignet, wie kaum eine andere aller bekannten Beerensorten. Es ist die Hage⸗ butte, die Frucht der wilden Heckenrose. Wohl wird sie hier und da geholt und aufbe⸗ wahrt zur Bereitung eines guten Thees für Husten und Heiserkeit, aber daß man aus ihr einen sehr guten Haus wein und Gelee be⸗ reiten kann, ist seifher so gut wie unbekannt in den ländlichen Kreisen gewesen. Der aus der Hagebutte hergestellte Wein übertrifft an Gehalt und Geschmack alle anderen Beerenweine, als da sind Heidelbeer⸗, Stachelbeer⸗, Johannisheer⸗ und andere derartige Weine. Im jetzigen Stadium, nach vorausgegangenen leichten Nachtfrösten, eignet sich die Hagebutte am besten zur Wein⸗ bereitung und ebenso zu Gelee, der gleichfalls sehr gut ist. * Grünberg, 12. November. Der heute hier stattgehabte Martinimarkt, im Volks⸗ munde der„kleine Gallmarkt“ genannt, war durch die Ungunst der Witterung beeinträchtigt. Derselbe wurde, wie dies alljährlich der Fall ist, innerhalb der Stadt abgehalten. Der Vieh⸗ markt auf dem„Krool“ war mit Schweinen gut, mit Rindvieh dagegen nur mäßig befahren. Die Preise hielten sich so ziemlich auf der Höhe derjenigen des Gallusmarktes. Einviertel- bis halbjährige Rinder galten 60-80 A,; ein träch⸗ tiges Rind rein Vogelsberger Rasse wurde zu 240 K verkauft. Aeltere Kühe waren billiger; eine Kuh mit Kalb ging z. B. zu 175 4. ab. Jüngere Ferkel waren wenig gesucht, und wurden solche oft zu wahren Spottpreisen ab⸗ gesetzt. Ein Landwirt erlöste für vier 8 Wochen alte Ferkel nur 23; ältere von besserer Qualität kosteten immerhin noch 24 bis 40 l. das Paar. Läufer wurden zu 45—60 4. verkauft. Berstadt, 13. Nov. In einer hiesigen Wirtschaft entspann sich gestern zwischen Frei⸗ sinnigen und Antisemiten eine lebhafte Debatte wegen der Stichwahl zum Reichstag, die in Streit ausartete. Um die Güte ihrer Gründe zu beweisen, schlugen die Antisemiten schließlich drauf los, wobei der Schneidermeister E. mit einem Bierglas nicht unerheblich am Kopf ver— letzt wurde. „Seligenstadt, 12. November. Die hie⸗ sigen Bäcker überraschten unsere Bevölkerung mit einem namhaften Preis aufschlag. Der Sechspfünder ist von 50 Pfg. auf 56 Pfg. und der Vierpfünder gemischtess Brot von 40 Pfg. auf 44 Pfg. gestiegen. Einzelne Bäcker erstrebten sogar eine Preiserhöhung von 10 Pfg. resp. 8 Pfg. an, drangen aber beih ders Mehrzahl ihrer Kollegen damit nicht durch. Im Widerspruch mit dieser Preissteigerung stehen die Kornpreise, die sich immer noch zwischen* 13 und 13,75 pro Doppelzentner bewegen. * Mainz, 13. Nov. Unter ungeheurer Teil⸗ nahme und in Gegenwart des gesamten Offizier⸗ korps des hessischen Pionierbataillons Nr. 11 fand gestern die Beisetzung des in Wiesbaden geendeten Liebespaares des Lieutenant Pfeiffer und der Fräulein Zickwolf statt; die Einsegnung der Leiche geschah durch den evaugelischen Pfarrer Lynker. Das unglückliche Paar wurde in ein gemeinsames Grab gebettet. Auch der Stiefvater des Offiziers, ein Frankfurter Polizeibeamter, wohnte der Trauerfeier bei. Vermischtes. — Eine neue Barbara Ubryk. Aus Eisen⸗ berg berichtet die„Saale-⸗Ztg.“: In dem nahen, auf der sogenaunten Haide gelegenen großen Dorfe Königshofen ist die jetzt etwa 19 jährige Tochter Martha des Gutsbe⸗ sitzers Ferdinand Friedrich Lorbeer seit Jahren im Kuh⸗ stuhl eingesperrt gehalten und am 29. Oktober von zwei hiesigen Fleischern, die wegen eines abzuschließenden Kuh⸗ handels den Stall betraten, in grauenerregendem Zustande aufgefunden worden. Durch ein Hüsteln, das aus einer Ecke des Stalles kam, aufmerksam gemacht, zogen sie die Frau des Lorbeer, die sich in jener Ecke aufgestellt hatte, bei Seite und erblickten nun ein völlig nacktes, zusammen⸗ gekauertes menschliches Wesen, das nur einen alten Sack als Decke hatte. Nach erfolgter Anzeige begab sich ein hiesiger Gendarm nach dem betreffenden Gute, ließ sich den Kuhstall öffnen und fand die Unglückliche noch in demselben Zustande, nackt, zusammengekauert und über und über mit Schmutz bedeckt. In dem sofort ange⸗ stellten Verhör erklärten die Eltern, daß ihre Tochter menschenscheu sei, daß sie Betten und Kleider beschmutzt habe, überhaupt keine Kleider auf dem Leibe leiden wolle. Der Gendarm ordnete die Entfernung des unglücklichen Geschöpfes aus dem Stalle, sowie die Reinigung und Bekleidung an. Merkwürdig ist, daß keinem der übrigen Bewohner des Dorfes das vor Jahren erfolgte Ver⸗ schwinden der Martha Lorbeer aufgefallen ist. Die Nach⸗ barn sagen aus, daß das Mädchen allerdings schon früher menschenscheu erschienen, dabei aber ein gut beanlagtes und fleißiges Kind gewesen sei. — Rund um die Erde. Man berichtet aus Sydney: Der amerikanische Kapitän Joshua Slocum, dessen Ankunft in Apia vor einigen Wochen gemeldet wurde, ist mit seiner! Dacht„Spray“ nunmehr gestern in Newcastle(N. S. W.) eingetroffen. Der Kapitän, der bekanntlich in seiner Person die gesamte Besatzung des Fahrzeugs vereinigt, hat sich auf die Fragen dortiger Be⸗ sucher dahin geäußert, daß er seine Reise teils aus finan⸗ ziellen Gründen— für die glückliche Durchführung des Wagnisses scheint ihm nämlich von irgend einer Seite eine Geldprämie zugesichert worden zu sein— in der Hauptsache aber deswegen unternommen habe, um den Beweis zu führen, daß der Mensch ganz gut auch einmal mutterseelenallein die Seereise um die Welt zurücklegen könne. Am 24. April 1895„startete“ der Kapitän von Boston, von wo ihn die Reise zunächst nach Gibraltar führte, wo er bei dem ältesten Offizier des dort statio⸗ nierten euglischen Geschwaders, Kapitän Bruce, gastfreie Aufnahme fand. Von Gibraltar fuhr die„Spray“ als⸗ dann nach Pernambuco, dann der Küste entlang nach Rio Janeiro, dann La Plata und Monte Video, endlich über Buenos Ayres und Sandy Point nach der Insel Juan Fernandez, von welcher der biedere Yankee beiläufig eine Anzahl Andenken an Alexander Selkirk mitgebracht haben will. Von letzterer Insel aus ist Kapitän Slocum als⸗ dann nach den Samoainseln gefahren. Dlese Reise selbst, hat er erzählt, sei sehr angenehm gewesen. Habe er sich müde gefühlt, so habe er die„Spray“ nach dem Winde gedreht und sich schlafen gelegt. Auf die naheliegende Frage, ob er sich denn nicht bisweilen recht einsam ge⸗ fühlt habe, hat er lachend mit dem Hinweis auf seine stattliche Bibliothek verneint und weiter hinzugefügt, er habe sich bei seinen navigatorischen Berechnungen meist auf Schätzungen verlassen müssen, wenn ihm auch ein alter abgenutzter Kompaß, den er in New⸗York um einen Dollar erstanden habe, mitunter gute Dlenste geleistet habe. Kapitän Slocum ist nicht nur Seemann, sondern auch Schiffsbauer, denn die„Spray“(sie ist bei einer Länge von 40 Fuß, einer Breite von 14 Fuß und einer Tiefe von 4 Fuß 4 Zoll auf 13 Tonnen dermessen) ist von ihm ohne jede fremde Hilfe entworfen und im Jahre 1893 zu Fairhaven, Massachuttes, erbaut worden. Durchschnittlich hat das kleine Fahrzeug, das zu der Reise von Gibraltar nach Pernambuco beispielsweise 40 Tage gebraucht hat, an die 100 Meilen im Tage zurückgelegt. — Krokodile vor Gericht. Mehrere Stämme der Eingeborenen von Madagaskar unterscheiden sich dadurch von den Jüngern einer modernen Menschheits⸗ Genealogie, daß sie ihren Ursprung nicht auf die Affen zurückführen, sundern auf die Krokodile, die den Fluß Betsiboka bevölkern. Leider ließen sich diese Reptile durch die zarten Bande der Verwandtschaft nicht abhalten, zu⸗ weilen, um einen etwas groben Shakespeareschen Ausdruck zu gebrauchen, ihren Bauch als passendes Monument für einen zweibeinigen Vetter anzusehen, und es kam zu blutigen Kriegen im Schoße der zweigestaltigen Familie, der endlich, wie in den vom„Temps“ wiedergegebenen Aufzeichnungen des Paters Abinal zu lesen ist, durch einen merkwürdigen Vertrag beendet wurde. Die Land⸗ bewohner schworen Urfehde den Wasserbewohnern, verlangten dafür aber von diesen, daß sie ihren Appetit anderweitig befriedigen sollten, auf jeden Eidbruch seitens der Krokodile sollte die Todesstrafe stehen. Da die Krokodile auf den Vorschlag nichts erwiderten, so war es zweifellos, daß sie denselben angenommen hatten. Sei es nun, daß Ge⸗ legenheit Diebe machte oder daß die langlebenden Saurier mit der Zeit sehr gedächtnisschwach wurden und den Ver⸗ trag vergaßen, oder daß sie, etwa nach Lombroso, sogen. geborene Verbrecher sind, auch kommt es zuweilen vor, daß ein Krokodil den Vertrag bricht und sich an einem Verwandten der menschlichen Seitenlinie vergreift. Wenn ein solcher Mord bekannt wird, begiebt sich der Häuptling des Stammes, begleitet von der Menge, zu dem Stromes⸗ ufer, verliest die Anklageschrift, daß Vetter Kaimann einen Verwandten getötet und die Tötung mit Ueberlegung aus⸗ geführt habe, erinnert dann an die feierlichen Verträge der Vorzeit, ruft Wehe über das frische Verbrechen und fordert die übrigen Krokodile auf, den Uebelthäter aus⸗ zuliefern. Alsdann wird eine Art Angel, besteckt mit einem Ochsenviertel, in den Fluß gesenkt. Am anderen Morgen begeben sich nun das Gericht und die Geschwo⸗ renen nebst den Zuschauern wieder zum Ufer, die Frauen, versehen mit Seidenknäueln, die Männer mit spitzigen Pfählen. Das Seil, an dem die Angel befestigt ist, wird eingezogen und mit ihm, zappelnd und mit dem Schweife schlagend, alle Zeichen eines bösen Gewissens aufweisend, das mörderische und meineidige Krokodil. Jahlreiche Büttel fesseln es, der Gerichtshof tritt zusammen, fordert den Angeklagten auf, vorzubringen, was er zu seiner Ver⸗ teidigung zu sagen habe, erwägt mildernde Umstände und verurteilt ihn dann gewöhnlich zum Tode. Nachdem das Stäblein gebrochen, bohren die Henker unter gellendem Wutgeschrei ihre Pfähle in den lebendigen Sarg des ruchlos Hingemordeten. Kaum hat aber Vetter Kaimann seine schwarze Seele ausgehaucht, so durchziehen mildere Gefühle die Nachrichter, und sie gedenken, daß der Tod alle Sünden auslöscht. Die Verwandtschaft fordert thre Rechte; an Stelle des zornigen Geheuls erhebt sich Toten⸗ klage über dem Leichnam des Gerichteten, Frauen umhüllen ihn unter Thränen und Seufzern mit ihren Seidenfäden und darauf wird er feierlich zur letzten Ruhe geleitet. — Ist der gewaltsame Tod schmerzlich!? Livingstone, der von einem Löwen angefallen worden war und, mit ihm ringend, am Boden lag, gab seinen Em⸗ pfindungen in diesem kritischen Augenblick folgendermaßen Ausdruck:„Ich empfand eine Art traumhafter Ruhe und hatte weder eine Schmerzempfindung, noch das Gefühl der Furcht, obwohl ich das klare Bewußtsein hatte, daß mir der Tod bevorstand. Ich konnte dem Tier ohne Schrecken ins Auge sehen. Wahrscheinlich haben alle Tiere, die den Raubtieren zum Opfer fallen, dieselbe Empfindung; wenn dem so ist, dann hat die Vorsehung hier einen wohlthätigen Organismus geschaffen, der das Sterben erleichtert.“ Der Alpinist Whymper berichtet über einen Absturz aus der Höhe von 76 Metern, bei dem er immer von einem Felsvorsprung auf den anderen stürzte:„Ich hatte eine durchaus klare Vorstellung von dem, was mit mir vorging, und zählte jeden Anprall; aber wie chloroformierter Kranker empfand ich dabel keinen Sch Jeder Fall war natürlich heftiger als der vorherge⸗ und ich erinnere mich ganz genau, daß mir da Gedanke durch den Kopf fuhr: Wenn der nächste g schlag noch heftiger ist, dann ist es aus mit mir, 175 besonders bemerkenswert aber ist, daß dieser Stu A5 die Lüfte mir durchaus keine peinliche Empfudm 155 ursachte. Wäre die Diestanz noch größer gewesen 9 70 hätte ich sicher das Bewußtsein verloren und wäre 5 schmerzlos gestorben.“ Eine junge Französin, 58 aus Eifersucht eine Kugel in die Brust geschossen 3 erklärte Herrn de Varigny auf die Frage, ob ssie 5 Augenblick der Verwundung Schmerzen empfunden habe; „Ich weiß es selber nicht— aber, so drollig es klingen mag: ich hatte eher ein angenehmes als ein wangen Gefühl.“ Der englische Admiral Beaufort, der als jungen Mensch einmal in der Gefahr des Ertrinkens i hatte, äußerte über seine Empfindungen in jenem Moment; „Als ich meine Bemühungen, mich zu retten, aufgegeben hatte, überkam mich ein Gefühl der Ruhe und dez Friedens, das zu dem wilden Gefühlsaufruhr der vorher⸗ gehenden Minute in scharfem Gegensatz stand. Ich dachte nicht mehr an Rettung, und ich litt nicht im geringsten. Ich hatte im Gegenteil eine angenehme Empfindung ähnlich dem Gefühle der Zufriedenheit, das man nach großer körperlicher Anstrengung kurz vor dem Einschlafen hat.“ Zahlreiche weitere Aussprüche von authentischen Zeugen beweisen, daß die Schrecknisse, mit denen wir die Todesstunde umgeben, zu nicht geringem Teil die Erzeug⸗ nisse unserer Phantasie sind. — 60 000 Meterzentuer Fische. Auf diesez ungeheure Quantum rechnet man, 1 9— Lloyd aus Totis geschrieben, bei dem diesjährigen großen Fischfang im Totiser Riesenteiche des Grafen Nikolaus Esterhäzy. Unter Führung des Landesinspektors für Fischzucht Johann Landgraf sind mehrere Oberbeamle des Ackerbauministeriums in Totis eingetroffen, um dem Fischfaug anzuwohnen, der wie stets auch heuer ein zahl⸗ reiches Publikum nach der Sommerfrische Tata⸗Tovaroz locken dürfte. Der Teich selbst ist bereits zum Tell ab⸗ gelassen worden, so daß man in dem klaren Wasser die Fische förmlich mit Händen glaubt greifen zu können. Am Teichufer sind allerlei Behälter errichtet, welche zur Aufnahme und Sortierung der Fische bestimmt sind, die dann verpackt nach Budapest und Wien versendet werden. Im verflossenen Jahre wurde der Fischbestand des Teiches geschont, und so erwartet man heuer nicht weniger als 60 000 Meterzentner Fische als Ertrag des großen Fangegz, — Der Kampf mit einem Geier. Nang berichtet aus Belgrad: Wie die hiesigen Blätter melden, stürzte sich im Walde von Takowa ein Lämmergeier auf einen Bauer und verwundete ihn schwer im Gesicht und an den Händen. Erst als ein zweiter Bauer dem Auge⸗ griffenen zu Hilfe eilte, konnte der gefährliche Raubvogel überwältigt werden. Die Wunden, dem Kampf mit dem Geier davongetragen, sind so schwer, daß er an einer Hand gelähmt bleiben wird. — Ein Arzt vom Patienten getötet. den Berner„Bund“ berichtet folgenden Vorfall: Am Donnerstag Abend machte Dr. Burnier, Arzt am Sang⸗ torium in Leysin, einen Spaziergang mit seinem Kollegen Dr. Stefani. Ein Pole, Pensionär des Hotels Mont Blanc, dem Dr. Burnier vor einigen Tagen den Nat er⸗ teilt hatte, sich an einen anderen Kurort zu begehen, näherte sich ihnen mit den Worten:„Bezahlen Sie ellen, Luftwechsel?“— Dr. Burnier, überrascht, erwiderte ei fach:„Nein!“ Hierauf gab der Pole aus nächster Nahe fünf Revolverschüsse auf den Arzt ab, deren letzter von Dr. Stefani abgelenkt werden konnte. Von vier Kugel zu Tode getroffen, sank Dr. Burnier nieder und slath bald darauf. — Kampf zwischen Bären. Ein Bärenkampf hat im Zoologischen Garten in Düsseldorf stattgefundeh, die beiden Tiere sich vertragen würden. Der Bär ih wehrte. bringen, blieben erfolglos. Schließlich brachte maß Feuerbrände herbei, vor denen der Bär zwar die Flucht ergriff; aber in dasselbe Hintergelaß, in das der A hineinstürzte, lief auch die Bärin. Sofort begann der Kampf von Neuem. Nach längerer Frist erschien der Bil wieder im Zwinger, hochaufgerichtet, im Maule trug e den verstümmelten Körper des toten Weibchens. Wo etwa drei Jahren kam die alte Löwin des Düsseldorset Zoologischen Gartens, ein gutes, zahmes Tier, das dem Garten eine große Zahl von jungen Löwen geschenkt halte, auf ähnliche Weise ums Leben. In den Käfig neben des Löwin war ein neuer Löwe gebracht worden, der beim Reinigen der Käfige, als die Zwischenwand emporgehoben lassen der Zwischenwand den Riegel einzuschleben. Ju der Nacht hob der Löwe mit seiner Pranke die schwen Wand in die Höhe, kroch in den Käfig der Löwin un riß diese in Stücke. — Eine neue Bauart soll demnächst eingefühn werden. Der Erfinder der praktischen Idee ist eil, deutscher Baumeister. Das Gerippe des Hauses wird aus Röhren hergestellt und die Hauptvorteile der neuen Bau- art sollen, wie das Patentbureau B. Reichhold, Berlin, mitteilt, darin bestehen, daß das ganze Gebäude mäßig temperiert ist und sich durch außerordenuiche Dauerhaftigkeit, durch große Bequemlicheeit und Schönhel auszeichnet. Zuerst wird das Gerippe aus Wasserröhren errichtet, die derart unter einander verbunden find, daß ein Wasserstrom die Röhren fortlaufend durchfließen bann. Um dieses Gerippe wird dann das Haus wie gewöhulig errichtet. Alle Zimmerdecken und Fußböden sind don Wasserröhren durchkreuzt, wobei das Wasser erst durch die horizontalen Röhren der Fußböden und Decken hin un her und dann durch die vertikalen Röhren der Seitenwand fließt. Im Sommer zirkultert frisches, kaltes Wasser in den Röhren unter Druck, kühlt die Wände und fl nachdem es durch alle Röhren geströmt ist, in d erhöhter Temperatur ab, da es unterwegs viel Hitze ab: jorbiert hat. Während des langen und leider oft nur 11 strengen Winters wird das im skellerraum in die Möhren eintretende Wasser vorerst auf annahernd 100 Grad er⸗ hitzt und dann durch die Deckenröhren getrieben. größte Teil der Hitze des Wassers bleibt im Hause zurücl sodaß die Temperatur des Wassers beim Austritt un noch 40 Grad beträgt. Die Schnelligteit des Wasserum laufes kaun dem Wärmegrad entsprechend reguliert werden den man zu erzielen wünscht. Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Am 1. November. Dem Gefangenaufseher Friedcit Lang 1 Sohn.— 3. Deu Schutz mann Karl Sommen die der Bauer n S 2 8 1 Bahlltese nchen S 1. Herr! E 9„. 4. 5, andere Da hier Aundddaten ge wischen de kangsdorf Donner gesetzt word Stimmen fi Die Abst 6 hr nachm Man hatte einen neuen Bären, einen kräftigen Burschel, in den Zwinger der Bärin gelassen, in der Hoffnung, da 1 fiel aber sofort das Weibchen, das sich mit aller Kral Die Versuche, den Bären durch Schläge uu Eisenstangen, durch Wasserstrahlen von der Bärin ab war, die Löwin sah. Leider vergaß man beim Herunte? Die Wah Worschriften f Wahlbezirk berändert. Bei der hie bei der er Mrichigung! Gieße Wasen bringen. und ges cafe süͤdtish Louis Vi Carl Sch 8 Bee amulare Ma 0 fit Meisereiae 1 segedäad Sohn.— 5. Dem Metzger Heinrich Henkel 1 T. ophle.— 6. Dem Taglöhner Johann Friedrich 1 Tochter.— 6. Dem Stationsgehülfen Heinrich tag 1 Tochter, Johanna.— 7. Dem Schuhmacher eorg Emil Baum II 1 Tochter Maria Elisabeth Else. 8. Dem Restaurateur Prokop Schadet 1 Sohn, Martin. 12. Dem Schreiner Karl Hofmann 1 Tochter. 0 Aufgebote. Am 10. November. Heinrich Wilhelm Jäger, Schreiner u Homberg mit Anna Wilhelm daselbst.— 11. Karl Weller, Straßenwärter dahier mit Katharine Margarethe pfelffer hierselbst.— 12. Friedrich Wilhelm Groth, Schreiner zu Bad Nauheim mit Elisabethe Stamm da⸗ st.— 12. Wilhelm Filß, Zimmermann zu Frank⸗ furt a. M. mit Elisabethe Klingel daselbst.— 13. Heinrich Karl Förster, Schlosser dahier mit Katharine emm von Leun. 9 Eheschließungen. Am 10. November. Christian Gustav Karl Schmid, Fa dahier mit Sophie Weß hierselbst.— 12. 4 . g er Sinning, Hoboist dahier mit Marie Anna Johanna Josefine Wilhelmine Vogel hierselbst. 1 Sterbefälle. Am 6. November. Johannes Dietz, 70 Jahre alt, Knecht n Nieder⸗Wöllstadt.— 7. Heinrich Karl Gutbub, 63 Jahre alt, Schuhmacher dahier.— J. Friederite Holz⸗ ufer, geb. Walter, 79 Jahre alt, Witwe von Tag⸗ hner Carl Holzhäuser dahier.— 8. Johs Keil, 24 Jahre Kutscher dahier.— 8. Marie Eckhardt, geb. Kirberger, 2 Jahre alt, Witwe von Lehrer Ferdinand Eckhardt zu Wetlar.— 8. Karoline Lotz, 1 Jahr alt, Tochter von damit Philipp Lotz zu Wieseck.— 9. Johanna Hof, 23 Jahre alt, von Wiesenroth.— 11. Adolf Oppenheimer, 5 Jahre alt, Liquerfabrikant dahier.— 12. Dorothea ann, geb. Dönges, 39 Jahre alt, Ehefrau von Bäcker Wilhelm Mann zu Lißberg. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Bürgermeistergehilfen Karl Brod ein Sohn, Georg Ludwig, geb. am 24. September. Dem Barbier Ludwig Zutt ein Sohn, Wilhelm Adolf, geb. am 18. September. Markusgemeinde. 5 Taufen. m 8. Nov. Dem Dienstmann Gustav Schuchard eine Tochter, Marie Philippine Elisabeth, geboren am 25. August. Beerdigte. Am 10. November. Johannes Keil, Kutscher, ver⸗ heiratet, 24 Jahre alt, starb am 8. November. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 15. November, 24. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche: Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Donnerstag, den 19. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal(Neustadt Nr. 61). Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche: Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag, den 16. Nov., abends 8 Uhr, Bibel⸗ stunde in dem Konfirmandensaal der Johanneskirche. 2. Petrusbrief, Kapitel 2. Warnung vor den falschen Propheten und Lehrern. Pfarrer Dr. Nauman. Am Sonntag, den 22. November, als dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, Gedächtuisfeler für die Ver⸗ storbenen. An diesem Sonntag wird nachmittags 2 Uhr Gottesdienst abgehalten in der Friedhofskapelle. Nach allen Gottesdiensten am Totensonntag wird eine Kollekte erhoben für die Waisen und Witwen der ermor⸗ Börsenhalle“ zusolge wird auf eine Eingabe der Hamburger Rheder an den Reichskanzler hin die südamerikanische Station mit einem größeren Kreuzer vom nächsten Frühjahr Milch per Liter 16 Pfg. bis 68, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,00— 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mart, ab besetzt werden. Hd. Oldenburg, 14. Novbr. Die große Cigarrenfabrik von Clodius in Snedlohne brannte völlig nieder. Der Materialschaden ist bedeutend; viele Arbeiter wurden brotlos. Hd. Wien, 14. Nov. Die seit zwei Tagen fällige Post aus der Türkei, Bulgarien und Macedonien von der Route Pirot-Belgrad ist wegen der dortigen Ueberschwemmungen ausgeblieben. Hd. Paris, 14. Nov. Da es den Sozia⸗ listen und Radikalen am Donnerstag nicht gelungen ist, das Ministerium zue stür⸗ zen, so rüsten sie sich für nächsten Montag zum Kampfe. Bourgeois wird für die Ver⸗ fassungsrevision und die Abschaffung des Senats eintreten. Hd. Carmaux, 14. November. Die vom Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ des Postsekretärs Andres. selbe gesteht ein, zu haben. Nach neuesten Meldungen derselbe gegen lassen worden. Elbing, stattgefunden. dicht. Der ausströmende Dampf und vier Arbeiter, gefährlich. „ Pasewalk, 14. Nov., Z uhr 50 Min. Aufsehen erregt hier die Verhaftung Der⸗ unterschlagungen und Uurkundenfälschungen begangen Kaution aus der Haft ent⸗ 14. Nov., 3 Uhr 50 Min. Der„Elbinger Zeitung“ zufolge hat gestern die Probefahrt des auf der Schichauer Werft erbauten norwegischen Torpedobootes Hoal Ein Kesselrohr wurde un⸗ ver⸗ brühte den norwegischen Ingenieur aber nicht lebens⸗ Deputierten Jaurés einberaufene große Ar⸗ beiter-Versammlung ist auf den 29. No⸗ vember verschoben worden.— Das sozialist ische Komitee entsandte Kränze für das Leichen— begängnis des Deputierten Santurier. Hd. London, 14. Nov. Im Hafen von Bristol stieß ein franzs⸗ sischer Dampfer auf eine Fischer⸗ barke, welche sofort sank. Sterbefälle. Am 13. November. Katharine Neeb, geborene Winnecker, 46 Jahre alt, Ehefrau von Tag⸗ löhner Johannes Neeb dahier. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. ds. Mts., nachmittags 31¼ Uhr, von der alten Klinik aus statt. Am 18. November. Karl Johann Gottlieb Baitz, 62 Jahre alt, Ober⸗Telegraphen⸗ Assistent dahier, Bahnhofstraße 33. Die Be⸗ Marktpreise. Gießen, den 14. November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,05 1,10, Hühner⸗ erdigung findet Sonntag, den 15. ds. Mts., 1 nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause aus statt. eier per Stück 7—8, Enteneier—, Gänseeier——, Käse Matthäusgemeinde. deten christlichen Armenier. 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Taufen. Am 8. November. Dem Packmeister Heinrich Hof eine Tochter, Minna Pauline, geb. am 8. Oktober. Dem Neueste Telegramme. Hd. Hamburg, 14. Nov. Der„Hamb. Tauben per Paar 50— 65 Pfg., Hühner p. St. 90— 1,20, Hahnen 42— 54, Enten 1,40— 1,60, Gänse per Pfund 44— 56, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 64 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Bekanntmachung, die Reichstagswahl betreffend. Bei der am 5. l. Mts. stattgefundenen Ersatzwahl in dem N 1. Wahlkreise des Großherzogtums Hessen haben von 12 105 giltig un a,, abgegebenen Stimmen erhalten: an e,. Herr Philipp Köhler VI, Landwirt in Langsdorf 4177, 45 10 2.„ Philipp Scheidemann in Gießen 3351, u uit 3.„ Karl Meinert, Gutspächter in Hammerhof 2442, len gem 4.„ Professor Dr. Stengel in Greifswald 2129, 1 5. andere Personen 6. ab fn 4 Da hiernach eine absolute Stimmenmehrheit auf keinen der be hl, Kandidaten gefallen ist, ist die Vornahme einer engeren Wahl dne zwischen den Höchstbestimmten, Philipp Köhler l in en Langsdorf und Philipp Scheidemann in Gießen, auf „Bezahlen 8 1 5 Donnerstag, den 19. November 1896 rasch, ewöeh le als nägel 0 5 0 ha fh sestgesetzt worden. Alle auf andere Kandidaten fallend en . an Stimmen sind ungültig. a f 3 3 Die Abstimmung beginnt um 10 Uhr vormittags und wird um s uhr nachmittags geschlossen. ilsebonf fu Die Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselb en n Hüfte s Vorschriften statt, wie die erste Wahl. Insbesondere bleiben die in der Hoffung 4 2 2 en 0% Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahlvorsteher un⸗ b sch nb un, verändert. ö t ea Brei der engeren Wahl werden dieselben Wählerlisten angewendet, 191 1 0 wie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und 175 Berrichtigung derselben 18 59 7 laß, in dub K Gießen, den 12. November 1896. . Großh. Bürgermeisterei Gießen. G en. Ein Vin d. Sbsott. nauth. a dit eiche e 3 Ml u HVAZFur Aufklärung. zahues Te, 0 n Wen gef Ju den Rafh duct vulde cennand ewe aß nan ben? ical ee, eiuer Pranke 6 n daft de les Auf die vielfachen Aufragen betreffend unsere Bekanntmachung vom 31. Oktober erklären wir, die unterzeichneten Rindsmetzger: „Es ist eine vielfach im Publikum verbreitete irrige Annahme, daß alles Fleisch, welches in die hiesige Stadt von außerhalb eingeführt und so in den Handel gebracht wird, auf unserem Schlachthof betreffs seiner Be⸗ schaffenheit untersucht worden ist.“— Es ist u. A. vorgekommen, daß nicht ladenreines, ekelerregendes Fleisch— selbst Fleisch, welches später dem Wasen überwiesen werden mußte— versucht wurde in den Verkehr zu bringen.— Lediglich um unsere Mitbürger vor derartigen minderwertigen und gesundheitsgefährlichen Nahrungsmitteln zu schützen, haben wir be⸗ schlossen, alles Fleisch, welches in unseren Läden feilgehalten Ae städtischen Schlachthof untersuchen zu lassen. Louis Vogt, Neuenweg 19, Fritz Schreiner, Seltersweg 15, a August Hofmann, Wallthorstraße 15, Julius Rosenbaum, Schloßgasse, Carl Schneider, Wallthorstr. 39, Ludwig Schneider, Neustadt 18, Philipp Malkomesius, Mäusburg 19. Bekanntmachung. Pa. Tederweisser ormulare für Gesuche der Arbeitgeber um g Arbeitskräfte werden außer bei dem Beamten per halber Schoppen 20 Pf 1051 Stadt Cassel. des städtischen Arbeitsnachweises— Bürger- 0 möbliert oder unmöbliert, meistereigebäude, Zi 14— auch noch bei 1255 amtlichen Verkaufsstellen für u vermieten. 5 1442 5 Schueider, Steinstraße 63. en unentgeltlich, verabfolgt. n ber 1896. Die Deputation N en eitsnachwei 8 Welle.. 55 2. Dem Formermeister Konrad Wolf von Frisch geschossene Lollar, elcher vor kurzem das Ehrendiplom für treu geleistete Dienste erhalten hat, wünschen wir zu seinem heutigen 55. Geburtstage die beste Gesundheit und bringen ihm ein (Kerle wie Schulbuben) 5 dreifach donnerndes Hoch, daß die ganze Main- Weser⸗Hütte in Aufregung kommt. 1446 Hch. Klotz, Mäusburg 17. Grenchen Schleisstein und Ambos 145 Einige Kameraden. 0 Ge kae Jet, waulebe ar eee uud paletots. Havelocks, Joppen Markus Bauer 9 Seltersweg 9. Herren- und Knaben-Garderobe. Grosses Tuch- und Buckskin- Lager in deutschen u. englischen Fabrikaten. SPEZIALIT AZ: KHinder-Anzüge. Ss uon Sunshe Au S eee eee 2 — Urs dpreise— vom 15. bis 29. November 1896. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. 1 Kg. 2 Kg. 2 Kg. 1 Kg. 1 Kg. 2 Kg. 2 Kg. 1 Kg. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod 3 5 f 1. (2 Pfd.) Tafelbrod bei Emil Noll und H. Flick ö N 26 (4 Pfd.) Tafelbrod 8 8 5 f. 5 0 5⁴ (4 Pfd.) Tafelbrod bei Emil Noll, und H. Flick 5 55 52 (2 Pfd.) Weißbrod 85 8 1 5 7 0 8 5 25 (2 Pfd.) Weißbrod bei Emil Noll und H. Flick. f 5 24 (4 Pfd.) Weißbrod 9 8 4 0 8 8 8 50 (4 Pfd.) Weißbrod bei Emil Noll und H. Flick. 5 48 (2 Pfd.) Schwarzbrod. 8 8 5 73 9 8 23 (2 Pfd.) Schwarzbrod bei Emil Noll und H. Flick 22 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod.. 8 3 8 5 46 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod bei Emil Noll und H. Flick 8 44 2 Kg.(4 Pfd.) Kornbrod bei Gg. Keil 1. 5 2 5 42 1 Kg.(2 Pfd.) Schlüchtern-Brod bei Karl Spamer 5 2 8 2¹ 2 Kg.(4 Pfd. 2 Kg.(4 Pid 3 Kg.(6 Pfd 2 Kg.(4 Pfd.) 44 0 Roggen⸗Schwarzbrod bei Ernst Muth und W. Amend 57 ). e 8 ) Schwarzbrod. 8 8 Der auswärtigen Bäcker. Weißbrod bei L. Schmidt von Großen-Linden 44 W. Weitzel von Lang⸗Göns. 8 46 Wilh. Fabel u. Aug. Deibel v. Wieseck 48 Joh. Kd. Velte von Kirch⸗Göns 38 Wilh. Weitzel Lang⸗Göns 5 f 42 W. Steinmüller Lang⸗Göns, L. Schmidt und L. Steinmüller von Großen⸗Linden 40 August Deibel und W. Fabel von Wieseck und G. Jacobi von Alten- Buseck 5 85 5 8 5 5 44 Gust. Jacoby von Alten-Buseck, Ernst Cbrist von Wieseck, Aug Deibel und Wilh. Fabel von Wieseck 2 8 66 Der Brodverkäufer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 14. November 1896. 2 Kg.(4 Pfd.) Schwarzbrod bei 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod bei v. Bechtold. 27 Pfg. fd.) Schlüchtern Brod bei Karl Spamer 5 42 5 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Verdingung. Die zur Ausführung eines gepflasterten Baukets längs der Nordaulage, zwischen der Wetzsteinstraße und Oswaldsgarten erfor⸗ * derlichen und nachstehend beschriebenen Arbeiten und Lieferungen sollen Dienstag, den 24. November d. J. vormittags 11 Uhr öffentlich verdungen werden. Maurerarbeit: e Versetzen von Bordsteinen auf Zementbeton, eiuschl. Dichten der Fugen, Steinhauerarbeit: Liefern von Bordsteinen aus Luungsteinen Pflasterarbeit: Herstellung eines 1.00 m breiten Pflasterstreifens aus vorhandenen Steinen, mit Lieferung des Pflasterkieses 250,30 qm. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden zur Einsicht der Inkeressenten bei uns, Zimmer Nr. 7 offen, wo auch Angebotformulare zu erhalten sind. Angebote sind bis zum obengenannten Termin einzureichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 12. November 1896. Das Stadtbauamt. Schmandt. pfd. Kornbrot 40 pf (echtes Bauernbrot) 1 i bei J. Klingelhöfer. 1292 Asterweg. Möbliertes Zimmer 5 250,30 lfdm. 250,30 lfdm. Ar⸗ und Verkauf, ge⸗ agener zu vermieten Liebigstraße 63. Zugluft 1336 Kleider, Stiefel, uhren u. s. w. Kaplansgasse 10. 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