1 — d die ergeh erudes F Bahn⸗ in der ö N an Gießen nach Bieber. bürfnisses abgelehnt, Valentin für das Haus Rodheimerstraße 36 Gießen, Sonntag, den 13. Dezember 1896. Poflztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe lundeszeilun Gießen. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 640 — Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zzspaltige Petitzeile. 5 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. — 8 öfales und Provinzielles. 5 Gießen, 12. Dezember.(Stadtverordneten⸗ Aksammlung. Schluß.) Zwei Gesuche, 1. der Frau Dampfmann, 2. der Frau Sommerlat, ihnen zu ge⸗ gegen eine Abgabe in der Vorhalle des alten ses ihre Verkaufsstände für Obst und Gemüse eren zu dürfen, werden aus prinzipiellen Gründen lehnt.— Ph. Kröck, der an der Rodheimerstraße here Hofratthen besitzt, beantragt, ihm zur Arrondierung el n im ganzen 46 Quadratmeter Gelände zu ver⸗ . fen. Es handelt sich hierbei um die Böschung der ße, welche der Gesuchsteller benötigt, um vor seinen dohnhäusern Vorgärten anzulegen, damit dieselben mit Straße verbunden werden. Das Stadt⸗Bauamt be⸗ neilt den Wert dieses Geländes mit 4% pro Quadrat- nter. Der Stadt schlägt die Bau⸗Kommission vor, dem Igsuuche des Kröck zuzustimmen und demselben pro Qua⸗ utmeter 1,30 /, im ganzen also 59,80/ für die Ichietsabtretung zu berechnen, welchem Vorschlag seitens e Versammlung zugestimmt wird.— Kleinbahn Es handelt sich um den der Kleinbahngesellschaft seitens der Stadt abzu⸗ ießenden Vertrag wegen Ueberlassung des benötigten elraßengeländes; da dieser Vertrag noch die Bau⸗Kom⸗ Aton beschäftigt, wird dieser Punkt von der Tagesord⸗ ung abgesetzt.— Der Kirchen vorstand ersucht um bbriß des Spritzenhauses zwischen Turm und Stadtkirche, i dasselbe durch die Erbauung des Turmhauses am hand überflüssiig geworden, und Ueberlassung des Platzes un die Kirchengemeinde aufgrund einer Zusage der Stadt⸗ meinde, die im Jahre 1867 gemacht wurde. Nach arlegung der Verhältnisse durch den Oberbürgermeister id dem Antrag willfahren. Gleichzeitig wird dem krinzip zugestimmt, daß es mit der Kirchengemeinde bei em Umbau der Stadtkirche genau so gehandhabt werden poll wie bei jedem Privaten. Es sollen derselben die Kosten ber Verlegung der Treppe an der Kirchstraße ersetzt werden. — Henry Dumant. der Begründer des roten Kreuzes ud der Genfer Konvention, lebt in ärmlichen Verhältnissen einer Pension in der Schweiz. Es ist von Stuttgart n Aufruf erlassen, eine Ehrengabe zu stiften für diesen uneigennützigen Mann. Es werden 100, bewilligt.— Der nächste Punkt, Einrichtung von öffentlichen Feuer⸗ meldestellen, wird, da noch nicht spruchreif, von der Tagesordnung abgesetzt.— Das Gesuch der Witwe Karl Balser, Burggraben, ihren Wirtschaftsbetrieb auf ihren errichteten Neubau ausdehnen zu dürfen, wird genehmigt, ebenso ein Gesuch um Schankerlaubnis des J. F. Sorge r für den Deutschen Hof.— Die Gesuche der Oranien⸗ brauerei Dillenburg für die Häuser Neustadt 1 und Linden⸗ platz 5 um Erlaubnis zum Ausschank(es handelt sich um zu errichtende Stehbierhallen) werden mangels eines Be⸗ ebenso ein Gesuch des Karl aus gleichem Grunde.— Ein Gesuch des Joh. Ferber um Schankerlaubnis für Neustadt 11(Herkules) wird an⸗ genommen, da es sich hier um eine schon bestehende Wirt⸗ schaft handelt.— Es folgt eine geheime Sitzung. * Gießen, 12. Dezember. Der Personal⸗ bestand an unserer Landes⸗Universität beträgt für das Wintersemester 626 immatriku⸗ lierte und 41 nicht immatrikulierte, zusammen 667 Hörer, davon gehören 51 der theologischen, 175 der juristischen, 196 der medizinischen und 204 der philosophischen Fakultät an. Der Staats⸗ angehörigkeit nach besuchen 451 Hessen und 175 Nichthessen die Vorlesungen. Gießen, 12. Dezember.(Stadttheater.) Am Sonntag Nachmittag findet die letzte Kinder— vorstellung statt, welche das beliebte Stück „Max und Moritz“, ein Bubenstück in sieben Streichen, bringt. Das ist wieder etwas für unsere Kleinen, welche am Sonntag sich wieder zahlreich einfinden werden. Lumpaci Vaga⸗ bundus wird am Sonntag Abend gegeben. In dieser beliebten Posse tritt Herr Hans Portz, der erste Komiker des Kölner Stadttheaters, als Schneider Zwirn auf. Da ist dann am Sonntag in der Besetzung des„liederlichen Kleeblatts“ wohl das beste geboten, indem Herr Helm den Schuster Knieriem und Herr Peickner den Tischler Leim neben dem bewäheten Gaste spielen wird. Gießen, 12. Dez. Die bekannte Posse „Kyritz⸗Pyritz gelangte gestern Abend in unserem Stadttheater zur Aufführung. Das Theater war ziemlich gut besacht. Die ge⸗ botenen Leistungen waren wieder vorzüglich. Besonders ausgezeichnet durch vielen Beifall wurde die Gastin Frl. Cela Enrici vom Frankfurter Stadttheater, Herr und Frau Helm, sowie Frl. Emma Dellmar. Morgen Sonntag Nachmittag wird die letzte Kinder- vorstellung stattfinden. Gießen, 12. Dez. Die ersten Christ⸗ bäume kamen heute von Beltershain hier an. Dieselben waren für den Dienstmann Ferber bestimmt. * Gießen, 12. u Auf dem Delegirtentag des Verbandes hessischer Freiwilliger Feuerwehren, der in Frank⸗ furt stattfand, hatte die Lang-Gönser Wehr beantragt:„Der Landesausschuß möge bei Großh. Regierung vorstellig werden, daß dieselbe bei den Kreisämkern die nötigen Schritte thue, damit innerhalb aller hessischen Kreisfeuerlösch⸗ ordnungen eine einheitliche Vergütung der Mannschaft pro Kopf und Stunde bei auswärtiger Brandhilfe einzuführen sei, sowie baldmöglichst eine Regelung der Ver⸗ gütung bei Hilfeleistung in benachbarten nicht⸗ hessischen Ortschaften erfolge.“ Der Antrag wurde jedoch wieder zurückgezogen, nachdem der Provinzialvertreter für Oberhessen, Feller von Lollar, erklärte, die nötigen Schritte zur Er⸗ ledigung dieses Antrages bei dem Großh. Kreis— amt Gießen zu thun. Bad Nauheim, 11. Dez. Der hiesige Stadtrat hat für die Errichtung eines öffent⸗ lichen Schlachthauses 40000 Mark, für die Erbauung einer Markthalle oder von Marktlauben 10000 Mark ausgeworfen. Ober⸗Ohmen, 10. Dez. Von einem recht traurigen Unfall mit tödlichem Ausgang wurde heute Mittag der hiesige Einwohner Greb betroffen. Derselbe, ein Holzmacher, war mit seinen Kameraden in einem Distrikte der Freiherrlich Riedeselschen Waldungen in der Ge—⸗ markung Ruppertenrod mit dem Zersägen eines durch Windfall gestürzten starken Baumstammes beschäftigt. Durch das Wurzelwerk lag der Stamm in einiger Entfernung am Boden. Bei dem Zersägen krachte plötzlich der Stamm ent⸗ zwei, schlug nach der Seite und begrub unter sich den Holzhauer mit solcher Wucht, daß er in den Boden eingedrückt wurde. Als Leiche zog man den Unglücklichen hervor. Greb war ein 61 Jahre alter Witwer. *Darmstadt, 12. Dezember. Das Schwur⸗ gericht verurteilte den Backsteinmacher Valentin Eichhorn aus Offenbach, der am 26. Mai seinen ehemaligen Arbeiter Friedrich Beyer aus Löhnbach durch einen Revolverschuß ge⸗ tötet hatte, wegen fahrlässiger Tötung und mehrfacher Körperverletzung zu ein Jahr sechs Monate und 20 Tage Gefängnis, der Mitange⸗ klagte Heinrich Helfmann wurde freigesprochen. * Darmstadt, 11. Dezember. Das Groß⸗ herzogliche Ministerium hat bezüglich der Errich— tung des Baues einer Kleinbahn nach Wiesbaden und nach Eltville bezw. Rüdesheim für die Dauer eines Jahres die Erlaubnis, Vorarbeiten und Vermessungen inner⸗ halb des Großherzogl. Staatsgebietes vorzu⸗ nehmen, erteilt: 1. Herrn Ph. Balke in Berlin für eine mit Dampfkraft oder elektrisch zu be⸗ treibende schmalspurige Eisenbahn von Rüdesheim nach Kastel und von da nach Wiesbaden; 2. der Süddeutschen Eisenbahn⸗Gesellschaft zu Darm⸗ stadt für schmalspurige elektrische Eisenbahnen von Mainz nach Wiesbaden und von Kastel über Biebrich und Schierstein nach Eltville. Mainz, 11. Dez. Bei den gestrigen Be⸗ sprechungen zwischen Herrn Oberbürgermeister Dr. Gaßner und den Vertretern des hiesigen Journalisten- und Schriftstellervereins wurde das Jahr 1900 als Zeitpunkt der fünf⸗ hundertjährigen Geburtsfeier Guten⸗ bergs bestimmt. Mit Leipzig, das die Errich⸗ tung eines Gutenbergdenkmals beabsichtigt, sollen Verhandlungen durch den Oberbürgermeister eingeleitet werden, damit die beiden Feiern nicht kollidieren. Mainz, 12. Dez. Nach einer Zusammen⸗ stellung über den Güterverkehr des abge⸗ laufenen Jahres in den Mainzer Hafen (Mainz—Kastel—Gustavsburg) ist dieser Verkehr gegen das Vorjahr um 2,233,000 Zentner ge⸗ stie gen. Mainz, 11. Dezember. Der hier ent⸗ wichene berüchtigte Einbrecher Alois Ziegler aus Pettau spricht außer perfektem Hochdeutsch auch französisch und angeblich italienisch und spanisch. Ziegler ist lange auf der See gefahren und soll sich in Amerika, Spanien, Portugal, Holland und der Schweiz aufgehalten haben. Bei seiner Flucht war er völlig mittellos, und dürfte er versucht haben, sich alsbald durch Einbruchsdiebstähle wieder Mittel zu verschaffen. Ein dieser Tage in einem benachbarten Dorfe verübter Einbruch, wobei dem Diebe 400. zufielen, dürfte wohl auf sein Konto zu setzen sein. Vermutlich wird er sich jetzt wieder auf ein Schiff begeben haben. Schwurgericht. W. Gießen, 11. Dezember. (Fortsetzung.) Landgerichtsrat Müller eröffnet heute Vormittag die Verhandlung gegen Heinrich Scheerer von Rüddingshausen, angeklagt des Verbrechens im Amt, der Urkundenfälschung und des Betruges. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Kraft. Es sind 30 Zeugen zu vernehmen. Die be⸗ gangenen Delikte zerfallen in 2 Gruppen, deren erste in Fälschungen bei Bürgschaftsscheinen, die zweite Gruppe in falschen Beurkundungen, die zum Zwecke der Eintragung ins Grundbuch gemacht wurden, besteht. Der Angeklagte war vom Jahre 1888 in Rüddingshausen Bürgermeister, seit 1890 aber auch Ortsgerichtsvorsteher, vor 1 Jahren wurde er von der Strafkammer zu Gießen wegen Ver⸗ leitung zum Meineid zu 6¼ Jahre Zuchthaus verurteilt, von welcher Strafe er inzwischen 1 Jahr 2 Monate ver⸗ büßt hat. Heute erscheint er mit der harmlosesten Miene von der Welt, als wenn er kein Wässerchen trüben könnte, in Sträflingskleidern vor den Schranken des Gerichts und nachdem der ziemlich umfangreiche Anklagebeschluß ver⸗ lesen, erklärt er sich in einzelnen ihm zur Last gelegten Fällen für schuldig, bestreitet aber, daß es sich in all den Fällen um Vermögensvorteile für ihn gehandelt hat. Er set bei der 1888er Bürgermeisterwahl als Kandidat der geringen Leute mit einer Stimme Mehrheit zum Dorf⸗ oberhaupt gewählt. Sein Vermögen, das er damals be⸗ sessen, sei nicht sehr erheblich gewesen. Im Besitz von etwa 8 Morgen Land war sein Gütchen doch 4000 wert. Unwahr sei es aber, wenn die Anklagebehörde be⸗ hauptet, daß ihn das Traktieren vor und nach seiner Wahl finanziell zurückgebracht habe. Sein Wahlsieg sei verhältnißmäßig billig zu stehen gekommen. Einige Faß Bier, die er spendiert, seien kaum der Rede wert. Im Jahre 1890 habe man ihm auch das Vorsteheramt vom Ortsgerichtsamt übertragen. Wegen der Mitwirkung der anderen Ortsgerichtsmänner bei vorkommenden Geschäften befragt, gesteht Angeklagter mit einem gewissen Humor zu, die seien weiter nicht gefragt worden und hätten meistens unterschrieben, ohne viel zu lesen nachdem er ihnen über den Inhalt des Schriftstücks, das zu unterschreiben war, Bescheid gesagt; 5 Fälle der Gruppe 1 sind gleichartiger Natur. Es handelt sich um Schuldscheine, die der Ange⸗ klagte an die Kassen von Londorf, Geilshausen und Grün⸗ berg gegeben, auf denen er teilweise die Bürgschaftsunter⸗ schriften, in anderen die Beglaubigungsunterschriften der Ortsgerichtsmänner gefälscht. In einzelnen Fällen haben die Ortsgerichtsmänner die gefälschten Unterschriften der * Mächte der Finsternis. Roman von Helmuth Wolfhardt. Ihnen recht herzlich. (Fortsetzung.) „Ich habe eine Frage an Sie“, tönte ihm eine jugendliche, angenehm klingende Stimme an das Ohr,„und ich bitte recht von Herzen, mir die Ant- wort nicht zu verweigern.“ „Nun, was wünschen Sie zu wissen?“ gab er zurück.„Wenn sich die Auskunft rasch erteilen läßt, sollen Sie sie gerne haben.“. „Das Mädchen, welches soeben aus einem Wagen in den anderen gebracht wurde— Sie selbst waren behilflich es dahin zu tragen— ist es schwer verwundet?“ 0 1 5. „Meinen Sie die dreizehn- oder vierzehnjährige Kleine mit der Verletzung an der Stirn?“ „Ja, die meine ich, Herr Doktor!“ „Ich glaube, Ihnen zu Ihrer Beruhigung sagen zu können, daß sie sehr gnädig davon gekommen ist; die Stirnwunde wird in acht oder zehn Tagen voll— ständig geheilt sein, und andere Contustonen schienen nicht vorhanden.“ Mit ungestümer Lebhaftigkeit und Wärme drückte der Fragende die Hand des Arztes. f „Ich danke Ihnen“, sagte er freudig,„danke Sie haben mich von einer sehr großen Sorge befreit.“ Er wandte sich zum Gehen, und auf des Doktors Frage, ob er denn nicht auch mit dem sogleich ab⸗ fahrenden Zuge nach Hollingstadt zurückkehren wolle, schüttelte er verneinend den Kopf. ch muß jetzt so schnell als möglich nach 5 erwiderte er,„und da ist es am Besten, ich trete auf der Stelle die Wanderung an. Den Weg nach Rothhaide habe ich schon oft genug zu Fuß gemacht, und ich kann hn nicht verschlen denn da sehe ich ja ganz deutlich den Kirchthurm von Ragosewo. Noch einmal dankte er für die erhaltene Aus— kunft; dann drehte er sich um und war schon in der nächsten Minute den Blicken des ihm verwundert nachschauenden Arztes entschwunden. Viertes Kapitel. Grau und nebelig dämmerte der Wintertag herauf. Noch zeichneten sich die Häuser des Städtchens Rothhaide nur in verschwommenen Um⸗ rissen gegen den weißlichen Himmel ab, als Bern— hard Milow am Ziele seines langen und beschwer— lichen Marsches anlangte. Er war von vielem Um— herstreifen mit der Umgegend seiner Vaterstadt wohl vertraut und hatte darum alle Fußpfade und Wiesensteige benutzen können, die ein Stückchen von der mannigfach gewundenen Landstraße abschnitten; aber er hatte trotzdem während der letzten Stunde fast daran verzweifelt, daß ihn die totmüden Füße noch bis zu seines Vaters Hause tragen würden. Das kleine Besitztum des Packmeisters lag ein wenig außerhalb der Stadt. Es war ursprünglich ein Bauernhof gewesen, der seiner Frau noch vor ihrer Verheiratung durch Erbschaft zugefallen war. Milow aber hatte die dazu gehörigen Aecker und Wiesen verkauft und den Erlös zum Teil dazu verwendet, das Häuschen etwas anmutiger und solider aufzubauen. Nur ein kleiner, mit Blumen und mit Küchengemüsen be— pflanzter Garten war bei demselben geblieben, und wenn da drinnen in der guten Jahreszeit alles grünte und blühte, bot das bescheidene Heim des Packmeisters sogar einen sehr ansprechenden und freundlichen Anblick dar. Heute freilich, in dem gelbgrauen Winteruebel, sah es nicht besser aus als irgend eine armselige Baracke, und noch niemals hatte sich Bernhard mit so wenig freudigen Empfindungen seinem Vater— hause genähert, als an diesem Morgen. Als er die wenigen Steinstufen erstiegen hatte, die zur Ein— gangsthür emporführten, sah er zu seiner Ueber⸗ raschung, daß diese letztere nicht geschlossen, sondern nur leicht angelehnt war. Er ging hinein mit dem Wunsche, sich womöglich unbemerkt auf das kleine Giebelzimmer zu schleichen, das ihm als Kind zum Schlafen zugewiesen worden war, und das sich, wie er wußte, noch immer in dem nämlichen Zu⸗ stande befand. Er hatte keinen Grund, auf einen besonders freundlichen Empfang gefaßt zu sein, und er fühlte sich jetzt so todesmatt, daß er sich wenig⸗ stens erst durch eine Stunde erquickenden Schlum— mers für die Kämpfe stählen wollte, die ihm be— vorstanden. Aber wie vorsichtig er auch zu Werke ging, so konnte er doch nicht hindern, daß die Stiege verräterisch unter seinen Schritten knarrte, und ehe er noch bis in das erste Stockwerk hinaufgekommen war, wurde unten im Erdgeschoß mit ungestümer Heftigkeit eine Thür aufgerissen. „Wer schleicht da herum?“ rief ihm eine heisere Stimme nach.„Ich lasse mich nicht ausspionieren, denn ich habe nichts gethan?“ Im ersten Schrecken verharrte Bernhard regungs— los auf der Stelle, wo er stand. Die Biegung der Treppe entzog den Rufenden seinen Blicken, aber bei dem fremden Klang der Stimme konnte“ er nicht glauben, daß dies sein Vater sei. Schnell genug sollte ihm indessen darüber Gewißheit werden, denn als ihm von oben her keine Antwort gegeben wurde, eilte der unten Befindliche mit schweren, wuchtigen Tritten die Stiege empor. „Nimm Dich in Acht, nichtswürdiger Spion!“ keuchte er.„Ich will Dich lehren, einem ehrlichen Manne etwas anzuhängen!“ Unwillkürlich schmiegte sich Bernhard hinter einen Schrank, der auf dem Treppenflur stand, und diese Vorsicht war vielleicht nicht überflüssig gewesen, denn der riesenhaft gebaute Mann, welcher da hinaufstürmte, schwang mit drohend erhobenem Arme einen schweren Zimmermannshammer, der in solcher Faust zu einer der furchtbarsten Waffen wurde. Nun sah Bernhard freilich, daß es wirklich sein Vater war, welchem er gegenüberstand, aber er erzitterte zugleich bis ins innerste Herz vor der ent— setzlichen Veränderung, die seit seiner letzten Abreise mit demselben vorgegangen war. Das Gesicht des Packmeist os war gedunsen und tief gerötet, die Augen, welche etwas seltsam Starres und Glasiges hatten, traten weit hervor; dicke Schweißtropfen standen auf seiner Stirne, und das dunkle Haar hing ihm wirr und struppig um die Schläfen. Er war nur halb angekleidet, und Bernhard sah das wilde Arbeiten seiner breiten Brust unter dem offen⸗ stehenden Hemde. Nur der höchste Zorn oder die wildeste Todesangst konnten einen Mann in solchen Zustand versetzen. Stephan Milow wurde des Knaben nicht sogleich ansichtig, und als er darum den Arm mit dem Hammer sinken ließ, trat Bernhard entschlossen aus seinem Versteck hervor. „Ich bin es, Vater“, sagte er.„Ich gedachte mich leise auf mein Zimmer zu begeben, weil ich Dich nicht aus dem Schlafe stören wollte.“ Mit grimmigem Hohn lachte der Packmeister auf. „Im Schlafe— ha, ha!— Als wenn ich schlafen könnte, wenn so Viele auf mein Verderben lauern! Aber zum Henker, Junge, woher kommst Du denn bei Nacht und Nebel?“ „Ich komme von Ragosewo, Vater, und bin müde zum Sterben.“ Milow umklammerte mit seiner nervigen Linken das Treppengeländer. Sein Gesicht nahm eine fast bläuliche Färbung an. (Fortsetzung folgt.) 8—ů—ç— ay r —. r Bürgen beglaubigt. Es handelt sich hier um 5 Dar⸗ lehen, die Scheerer von zusammen 1600, erhoben. Die weiteren 6 Fälle der Gruppe 2 sind auch wie der andere geartet. In zwei Fällen hat sich Scheerer selbst bereichert. Der Thatbestand dieser Delikte ist der folgende. In Rüd⸗ dingshausen stand eine Feldbereinigung bevor. Rüddings⸗ hausen ist ein Ort, dessen Bewohner vielfach nach Paris als Gassenkehrer oder sonstwohin ins Ausland gehen und ihre Ackerparzellen an Verwandte überlassen, oder sonst wie später verkaufen. Von diesen Besitzwechseln ist aber viel⸗ fach kein Akt im Grundbuch genommen. Die Leute im Ausland sind gestorben und verdorben. Trotzdem längst andere Personen Besitz von den Ackerflächen genommen, sind die früheren Besitzer nach den Grundbuchakten noch Eigentümmer derselben. So war auch ein gewisser Dörr in den 40er Jahren nach Amerika gegangen, nachdem er seine Aecker versteigert und an Verwandte teilweise ver⸗ schenkt hatte. Die Steigerer und Verwandten haben da— mals auch Besitz von den Aeckern und Wiesen ergriffen, im Grundbuch fungierte aber Dörr noch als Eigentümer. Statt nun, wie es richtig gewesen wäre, durch ein Auf— gebot die Erben des Dörr durch die Zeitung zu ermitteln, erklärte einfach der Angeklagte als Ortsvorsteher eine Frau Susanne Feldbusch, geb. Dörr, als alleinige überlebende Erbin des nach Amerika gegangenen Namensvetters, fertigte Kaufnoteln an, ließ sie von der Feldbusch und auch von dem faltischen Besitzer der betreffenden Wiesen und Aecker unterschreiben, beglaubigte, was zu be— glaubigen war, und schickte die Punktation an das zustän⸗ dige Amtsgericht nach Homberg, von wo der Amtsrichter den Eintrag in das Grundbuch verfügte. So machte Scheerer alles schön in die Reihe, um im Grundbuch Ordnung zu schaffen und damit er selber nicht zu kurz kam, ließ er die Frau Susanne Feldbusch, die als Zeuge vernommen, erklärte, sie habe dem Bürgermeister alles unterschrieben, was er verlangt habe, ohne zu lesen, auch in zwei Fällen Kaufnoteln unterzeichnen, wonach sie, die einzig überlebende Erbin des Dörr, seinem, des Bürger⸗ meisters Sohn, und Schwester zwei Wiesengrundstücke ver⸗ kaufte. So wurden denn auch zwei Scheerersche Familien⸗ mitglieder als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen, ohne daß deren rechtmäßige Besitzer gefragt wurden oder eine Ahnung davon hatten. Die Anklage nimmt an, daß der Angeklagte diese zwei Ueberschreibungen an seine Familie bewirkt hat, um bei der Feldbereinigung Nutzen daraus zu ziehen, daß er diese Manipulationen in den 4 übrigen Fällen vorgenommen hat, um die Sporteln zu verdienen, die er als Ortsgerichtsmann davon gehabt. Die Gebühren der ganzen Ortsgerichtsbarkeit sind nämlich meistens in Scheerers Sack gewandert, denn seine Kollegen deponieren, sie hätten selten einen Pfennig von den Ein⸗ nahmen des Ortsgerichts bekommen. Die Beweisauf⸗ nahme wurde um 7½ Uhr Abends abgebrochen. Die Verhandlung wird um 5 Uhr Nachmittags fortgesetzt. An die Geschworenen sind 22 Fragen gerichtet. Die Verhandlung dürfte erst am späten Abeud ihr Ende er⸗ reichen. Vermischtes. — Ein Hoteldieb. Berlin. Durch eine Zu⸗ schrift gelangt folgendes gefährliches Abenteuer, das eine Dame in einem hiesigen Hotel zu bestehen hatte, zur Kenntnis des„B. B.⸗C“. Man schreibt dem Blatte: Unsere Schwägerin, die verwitwete Frau Kommerzienrat W., kam auf der Durchreise am letzten Montag hier an, um einige Tage bei uns zu bleiben, wollte jedoch im Hotel logieren, und meine Schwester sollte mit ihr dort schlafen. Es wurde ein Zimmer mit zwei Betten bestellt und der Name und Titel meiner Schwester ins Fremden⸗ buch eingetragen. Gegen zehn Uhr Abends kommen die beiden Damen an und finden„Alles in Ordnung“. Von der Reise ermüdet, schläft meine Schwägerin sehr bald und fest ein, während meine Schwester absolut keinen Schlaf findet, auch immer in Zwischenräumen ein leises Geräusch gehört, wie Knarren an Möbeln oder am Fuß⸗ boden. Sie weckt dann die Schwägerin und Beide horchen eine Weile atemlos, doch es bleibt still, und meine Schwägerin schläft auch wieder ein. Ganz finster war das Zimmer trotz der geschlossenen Vorhänge nicht, schon der Lichtschein der Straßenlaternen kam durch die Ritzen, und nachdem meine Schwester das Geräusch aufs Neue hört, diesmal aus der Richtung der Thür, die sie unver⸗ wandt im Auge behält, hört sie auch den Riegel von innen schieben und sieht die Thür aufgehen, schreit natür⸗ lich laut auf, daß die Schwägerin erwacht, und Belde springen nun auf. Nachdem die elektrische Klingel energisch gedrückt. worden, erscheint bald der Hausknecht (es ist gegen 1 Uhr Nachts gewesen), doch der Strolch, der unter dem Bette meiner Schwägerin gelegen und sich wohl auf Händen und Füßen, langsam bis zur Thür geschoben, war bereits in seinem Zimmer, das dem meiner Schwägerin gegenüber lag. Es ist, wie sich am Dienstag Morgen, als er gefesselt zur Wache gebracht worden, herausgestellt hat, ein notorischer Hoteldieb, den die Polizei bereits gesucht und nun also glücklich gefaßt hat. — Was ja möglicher Weise hätte passieren können, wenn meine Schwester eben so fest geschlafen hö'se, ist kaum auszudenken. Der Kerl ist ein schmächtiger Mensch von 18 bis 20 Jahren, der sich als„Ernst Liebe“ mit sehr hölzerner Schrift ins Fremdenbuch geschrieben hat. — Empfehlenswerte Pfleger. Vor der Strafkammer in Aachen standen zwei frühere Kranken⸗ wärter R. und G. der gegenwärtig bekanntlich unter der Verwaltung der Provinz stehenden Irrenanstalt Mariaberg unter der Beschuldigung, im Januar d. J. einen Geistes⸗ kranken in roher Weise mißhandelt zu haben. Der Kranke wollte sich damals die auf dem Tische liegende Hose des Wärters G. anziehen und widersetzte sich heftig, als man ihm das Kleidungsstück nehmen wollte; insbesondere richtete sich sein Angriff gegen G., den er an der Kehle packte. Unter Mitwirkung mehrerer Wärter gelang es schließlich, den Kranken in seine Zelle zu bringen. Dorthin folgten ihm aber kurz darauf die beiden Wärter R. und G. und mißhandelten den Kranken derart, daß er Verletzungen am Kopfe und am Auge, sowie Schwielen am Arme auf⸗ wies. Der vom Oberwärter dem Anstaltsarzt gemeldete Vorfall gab diesem zu einem Berichte an den Landes⸗ direktor der Rheinprovinz Anlaß; außerdem wurde die so⸗ fortige Entlassung der beiden Wärter verfügt. Auf den vom Landesdirektor gestellten Strafantrag hin hatten sich die Wärter, von denen der eine gegenwärtig Stallknecht in Düsseldorf, der andere Arbeiter in Königswinter ist, vor Gericht zu verantworten. Die Strafkammer verur⸗ teilte jeden der beiden Angeklagten zu zwei Monaten Ge⸗ fängnis. — Der Herr Einjährige. Wegen unrecht⸗ mäßigen Erwerbs der Berechtigung zum Einjährigfrei⸗ willigen⸗Dienst ist dem„Lok.⸗Anz.“ zufolge gegen den Sohn eines bekannten Berliner Gastwirts und Inhabers eines Tanzsaales K. die strafrechtliche Untersuchung einge⸗ leitet worden. K., der auf der Schule schwer fortkam, aber gern als Einjähriger gedient hätte, fand in einem Bekannten, der bereits diese Berechtigung besaß, gegen Entgelt einen Helfer zur Durchführung seines unredlichen Planes. Dieser machte nochmals einen Vorbereitungs⸗ Kursus und schließlich auf K.'s Namen das Examen. Im Besitze dieser Berechtigung zum Einjährigendienst trat nun K. in ein Berliner Garde-Regiment ein und diente sein Jahr ab. Vor zwei Jahren wurde er entlassen; seit dieser Zeit setzten die Helfer in dieser Sache die Schraube gegen ihn an und versuchten andauernd Erpressungen. K. ging schließlich auf einige Zeit in das Ausland; bei seiner Rückkehr wurde er auf die gegen ihn erstattete Strafan⸗ zeige verhaftet. — Ein baierischer Räuberhauptmann, Joh. Bapt. Ambros, vulgo Hollauer, wurde am Sonn⸗ abend von der Strafkammer in Deggendorf zu 12 Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für 10 Jahre verurteilt. Ambros war der Anführer einer Einbrecher- und Hehlerbande, welche im Sommer die Be⸗ zirke Deggendorf, Freyung, Passau usw. unsicher machte. Ambros wurde wegen Fluchtverdachts an Händen und Füßen gefesselt in den Gerichtssaal geführt. Seine Ge⸗ liebte erhielt wegen Beihülfe anderthalb Jahre Gefängnis, drei weitere Personen wegen Begünstigung drei Monate bis ein Jahr Gefängnis. Die Verhandlung, zu welcher über 60 Zeugen geladen waren, dauerte bis in die Nacht. — Desertion deutscher Fremdenlegionäre. Aus Alexandrien berichtet man der„K. Z.“: Abermals ist es fünf deutschen Angehörigen der französischen Fremden⸗ legion gelungen, auf der Abrelse nach Tongking zu entfliehen; der letzte uns bekannt gewordene Fall ereignete sich Mitte Juni; damals gelang drei deutschen Fremden⸗ legionären die Flucht. Jetzt passierte am Sonntag, den 8. November, der französische Transportdampfer Cachmire, der am 1. November Algier verlassen hatte, den Suez⸗ kanal, als nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr vier Rheinländer über Bord sprangen und ans Land schwammen, nachdem bereits am Sonntag Morgen gegen 5 Uhr ein Badenser mit diesem Beispiel erfolgreich vorangegangen war. Die fünf Leute wurden am Land von der ägyptischen Polizei festgenommen und dem fran⸗ zösischen Konsulat in Port Said vorgeführt; hier beriefen sie sich aber auf ihre deutsche Nationalität und wurden darauf dem deutschen Konsulat ausgeantwortet. Es sind zwei Brüder Gustav und Robert Lauterbach aus Unter⸗ düssel bei Barmen, Rudolf Vetter aus Barmen, Gustav Köster aus Elberfeld, die seit November 1894 der Fremdenlegion angehört und in Sidi Bel Abbas in Garnison gestanden hatten, sowie Alois Weiß aus Rauen⸗ burg in Baden, der bald, nachdem er seiner Dienstpflicht beim 109. Infanterie⸗Regement genügt hatte, unmittelbar darauf im November 1895 sich in Verdun hatte anwerben lassen und gleichfalls in Sidi Bel Abbas in Garnison gestanden hatte. — Eine Leiche als Frachtgut. Aus Warschau wird polnischen Blättern berichtet: Ein Praktikant des Geschäftshauses Aronowski in Warschau, Namens Feigl, hat auf Anstiften seiner Freunde Szezepinski und Klein jum seinem Chef 4000 Rubel entwendet. Er wurde sodann von seinen Komplizen in ein Haus des Stadtteils Nowo⸗ lipie gelockt, wo er, als die Teilung des entwendeten Be⸗ trages vorgenommen werden sollte, in gräßlicher Weise ermordet wurde. Um die Spuren der Mordthat zu ver⸗ wischen, legten die beiden jugendlichen Verbrecher, von denen der Eine 18, der Andere 19 Jahre alt ist, die Leiche ihres Genossen in eine große Kiste, die sie als Frachtgut nach Lodz aufgaben und von dort nach Odessa weiter dirigterten. Die Sicherheitsbehörde, welche Feigl wegen des zur Anzeige gebrachten Diebstahls kurrentierte, entdeckte bei den eingeleiteten Recherchen, daß der Dieb das Opfer eines verbrecherischen Komplots geworden sei. Die beiden Mörder, die sich noch im Besitze des ent⸗ wendeten Geldes befanden, wurden festgenommen. Sie verlegten sich anfänglich aufs Leugnen, gestanden aber dann ihre Schuld rückhaltslos ein, worauf die Kiste mit dem unheimlichen Inhalte, die, als Ware deklariert, mittlerweile den Weg bis Brest⸗Litewski zurückgelegt hatte, daselbst angehalten und nach Warschau zurückbe⸗ fördert wurde. — Ein Katermörder vor Gericht. Eine merkwürdige Katzengeschichte spielte sich letzter Tage vor den Schranken des Bezirksgerichts Zürich ab. Im Monat August wurde in einem Garten im Kreise I eine schwarze Angorakatze von einem jungen Studenten mit einem Flobertgewehr erschossen. Die Katze gehörte einem kinder⸗ losen Ehepaar an und war der Liebling der Leute, namentlich der Dame. Man kann sich die Trauer nicht vorstellen, die wegen Tötung dieses Katers bei den Ehe⸗ leuten herrschte. Der Mörder des Viehes hatte sich zu erkennen gegeben und auch bereit erklärt, eine angemessene Entschädigung zu zahlen; er bot 20 Fr. Doch damit waren die Eigentümer des Katers nicht einverstanden, sie verlangten 200 Fr. oder drohten im Nichtleistungsfalle mit gerichtlicher Klage wegen böswilliger Eigentums⸗ schädigung. Da der Student auf eine so große Forderung nicht einging, verklagte der Katzeneigentümer den Mörder seines Lieblings gerichtlich und der Handel kan letzten Freitag zum Austrage. Der Eigentümer erschien selbst vor den Gerichtsschranken. Er hatte eine glänzende Rede eingeübt, in der er besonders die Tugenden des ver⸗ storbenen Katers hervorhob. Er sei ein Angorakater mit prachtvollem schwarzen Pelz gewesen. An Größe habe er alle in Zürich lebenden Katzen übertroffen. Zu diesen körperlichen Eigenschaften gesellte sich noch eine erstaunliche Klugheit und eine große Anhänglichkeit. Wenn an Sonn⸗ tagen die Leutchen mit einander spazieren gingen im Garten und der Kater ihnen folgte, so hätten die Vor⸗ beigehenden stille gestanden und den Kater bewundert. Der Student habe ohne Veranlassung aus lauter Rohheit das Tier getötet. Der Geschädigte wäre bereit, 500 Fr. zu zahlen, wenn er die Katze wieder lebend haben könnte. Er stellt dem Gericht den Antrag, die Zivilforderung nicht zu behandeln, den Augeklagten aber wegen böswilliger Eigentumsschädigung nicht etwa nur mit Buße, sondern mit Gefängnis zu bestrafen. Der Verteidiger des Ange⸗ klagten macht geltend, daß der Wert des Katers 20 Fr. nicht übersteige nach eingezogenen Erkundigungen bei der kantonalen Tierarzueischule und nach einem Gutachten des Direktors des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. Der Kater sei schon zehn Jahre alt gewesen, habe keinen Verkehrswert mehr gehabt und eine Entschädigrug richte sich nur nach dem letzteren. Er beantragt Freisprechung des Angeklagten oder nur eine ganz geringe Buße. Das Gericht fand, wie es scheiut, doch, daß eine böswillige Eigentumsschädigung vorliege und verurteilte den Ange⸗ klagten zu einer Buße von 60 Franken und zu einer Entschädigung von 30 Franken an den Kläger und zu den Gerichtskosten. Der Katzenfall ist damit aber noch keineswegs erledigt, da der Geschädigte nun noch eine Zivilklage auf Ersetzung des Wertes des getöteten Katers stellt, indem er eine Summe von 200 Franken verlangt. — Ein medizinisches Institut für junge Damen soll in Petersburg eröffnet werden, und die Meldungen zum Eintritt in die Anstalt laufen in be⸗ deutender Anzahl ein; der Andrang der Zuhörerinnen wird danach wohl sehr groß sein. Die Gesellschaft zur Unterstützung der Fonds der Kurse hat sich im August und September an 700 diverse landschaftliche, städtische und andere Institutionen mit der Bitte zur Fördrrung der Zwecke der Gesellschaft gewandt, da das Institut allen Ständen in allen Teilen des Reiches zu Gute kommen würde. Von vielen Seiten sind denn auch schon mehr oder weniger große Spenden eingelaufen. Unter den größeren Spenden befinden sich 1000 Rubel von einem Gutsbesitzer aus Taurien, Pospolitaki. Die nächste Aufgabe hat sich die Gesellschaft in der Organisation eines Konvikts für die Zuhörerinnen gestellt. Vorläufig, da die Mittel zu einem eigenen Hause zu diesem Zwecke fehlen, soll ein Quartier gemietet werden, wo fünfzig Zuhörerinnen plaziert werden könnten. — Elektrische Stubenheizung. Mit elektrischer Stubenheizung durch Wasser werden gegenwärtig in Amerika Versuche gemacht. Diese neue Erfindung basiert auf der Eigenschaft des elektrischen Stromes, Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu zerlegen und besteht in folgender Einrichtung: Im Boden eines mäßigen Wasser⸗ behälters mit konstantem Zufluß befinden sich am Boden angelötet die beiden Leitungsdrähte, deren im Wasser liegende Pole Platinbleche tragen, über die luftdicht Glas⸗ zylinder gestülpt sind. Bei geschlossener Leitung entwickelt sich an dem einen Pole Wasserstoff, am anderen Sauer⸗ stoff. Die beiden in großen Blasen aufsteigenden Gase werden nach einer Mitteilung des Patent- und technischen Bureaus von Richard Lüders in Görlitz durch einen Hahn mit zwei konzentrischen Oeffnungen geleitet. Durch den äußeren Schlitz dringt Wasserstoff, welcher mit hoher Flamme verbrennt, deren Hitze durch das Zublasen von Sauerstoff aus dem inneren Schlitze auf 1200 Grad ge⸗ bracht wird. Die Flamme wird auf eine Chamotteplatte geleitet, die bald in Weißglut strahlt und so die Wärme zur Heizung abgiebt. — Verurteilte Polizeibeamte. Wie aus Warschau berichtet wird, kam in Zytomir ein aufsehen⸗ erregender Prozeß gegen die beiden russischen Polizei⸗ beamten Stephan Zanozowski und Eugen Szczer⸗ binski wegen Bestechlichkeit und verbrecherischen Einvernehmens mit allerhand Spießgesellen zum Abschlusse. Das Be⸗ weisverfahren ergab, daß die Angeklagten sich im Besitze zahlreicher, von Diebstählen und Raubanfällen herrührenden Kostbarkeiten, Waffen, Wertsachen usw. befanden. Zano⸗ zowski forderte von Parteien für die Erledigung einer jeden Angelegenheit in seinem Amtsbereiche ein Trinkgeld. Szczerbinski erklärte den Obsthändlern auf dem Markte von Owrucz, er müsse von jedem derselben ein Schweig⸗ geld von zwei Rubeln erhalten, weil er sonst deren Aepfel (der Markt fand im Monat Oktober statt) für unreif er⸗ klären und sodann vernichten lassen werde. Da die Obsthändler der Einhebung einer solchen willkürlichen Auflage sich widersetzten, befahl der hierüber erbitterte Szezerbinski den Polizei⸗Organen, sämtliche Aepfelvorräte auf dem Markte mit Naphtha zu begießen. Auf Grund des einstimmigen Schuldspruches der Geschworenen wurde Zanozowski zu zwölfjähriger Verbannung nach Sibirien verurteilt und Szczerbinskt für sieben Jahre in das Oloniecker Gouvernement verschickt. Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Am 30. November. Dem Glasermeister Heinrich Gröninger ein Sohn, Otto. Dem Bäckermeister Karl Spamer ein Sohn.— Am 1. Dezember. Dem Schul- diener Friedrich Becker eine Tochter, Lina.— Am 3. Dezember. Dem Ingenieur Hermann Raimund Wagen⸗ schein ein Sohn.— Am 5. Dezember. Dem Bremser Otto König ein Sohn, Konrad. Dem Privatier Heinrich Weber eine Tochter, Pauline.— Am 6. Dezember. Dem Sergeant Wilhelm Ernst Hinz eine Tochter, Katharine Margarethe Emilie.— Am 8. Dezember. Dem Möbel⸗ fabrikanten Christian Reiber ein Sohn, Hans Christian. Dem Posthilfsboten Hermann Ilgner eine Tochter. Aufgebote. Am 9. Dezember. Ludwig Mapimilian Joseph Wil⸗ helm Schraner, Stationsgehülfe dahier, mit Ellsabetha Becker hierselodst.— Am 10. Dezember. Jean Karl Meyer, Schuhmacher dahier, mit Margarethe Wallbott zu Garbenteich.— Am 11. Dezember. Albert Alwin Gretscher, Agent dahier, mit Marie Katharine Pfeffer zu Rödelheim. Eheschließungen. Am 10. Dezember. Christian Karl Emil Wilhelm Schopbach, Schreinermeister dahier, mit Martha Sophia Henriette Elisabeth Harnickel hierselbst. Ludwig Offen⸗ bacher, Polsterer und Tapezierer dahier, mit Katharine Wilhelmine Friederike Jakobine Schäfer von Wetzlar. Sterbefälle. Katharine Ruckelshausen, geborene Bast, 32 Johre alt, Ehefrau von Maurer Johannes Ruckelshausen zu Burg-Gemünden. August Stobbe, 30 Jahre alt, Knecht von Bubenrod.— Am 5. Dezember. Anna Katharine Größer, geborene Balser, 36 Jahre alt, Ehefrau von Flurschütz Konrad Größer zu Steinbach, Kreis Gießen. Heinrich Konrad Peter Ludwig Hermann Philipp Keil, 59 Jahre alt, Rentner dahier.— Am 6. Dezember. Anna Katharine Gerbig, geb. Gringel, 39 Jahre alt, Ehefrau von Bahnarbeiter Bernhard Gerbig dahier. Hermine Katharine Elisabeth Goß, 2 Jahre alt, Tochter von Schlosser Ludwig Goß dahier. Karl Bierau, 74 Jahre alt, Glaser dahier.— Am 8. Dezember. Philipp Meurer, 72 Jahre alt, Landwirt von Hüblingen. Am 4. Dezember. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 13. Dezember, 3. Advent. Gottesdienst. In der Stadtkirche: Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäusgemeinde. Zu dieser Feier wird auch noch besonders die konfirmierte Jugend der Gemeinde eingeladen. Anmeldungen zuvor im Pfarrhaus erbeten. Die Bibelstunde am nächsten Donnerstag, den 18. De⸗ zember, fällt aus. Die Konfirmanden vereinigung in der Herberge wird um der Abendmesse willen auf nächsten Freitag, den 18. Dezember, verlegt. In der Johanneskirche: Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und hl. Abendmahl für die Johannesgemeinde. Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, Bibel⸗ stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Zweiter Petrusbrief, Kap. 2. Des Herrn gewisse Zu die Spötter vor derselben. Pfarrer Dr. Mauna Am 2. Weihnachtsfeiertag findet Beichte und heill, 0 Abendmahl für Lukas⸗ und Johannesgemeinde im Wer. mittagsgottesdienst statt. 15 Letzte Nachrichten. Fellingshausen bei Rodheim g. d. B 12. Dezember. Zwei hiesige Familien wurden vorige Woche in tiefe Trauer versetzt. Am Freitag verunglückte der 25 Jahre alte Georg Gerlach in einem Steinbruch bei Bieber da⸗ durch, daß er von einer sich lösenden Steinplatte getroffen wurde, sodaß eine halbe Stunde später der Tod eintrat. Am gleichen Tage langte aus Saarburg die Nachricht an, daß sich der bel dem dortigen 66. Infanterie⸗Regimente dienende Sohn des Georg Bockter erhängt habe. Die e zu dieser unseligen That sind noch nicht ekannt. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, Lehrer⸗Besoldungs⸗Komissiog des Abgeordneten hauses nahm gestern die zweite Lesung des Gesetzent wurfs betreffend das Dienst⸗Esn⸗ kommen der Lehrer und Lehre rinnen an den öffentlichen Volks schulen vor. Der Gesetzentwurf wurde einstimmig angenommen. Gleich⸗ 12. Dezember. Die zeitig wurde von den Konservativen, dem Zentrum und den Polen eine e solution der Konservativen angenommen, betreffend baldige Vorlage eines all gemeinen, aufe christlicher und konfessio, neller Grundlage beruhenden Volksschul⸗ Gesetzes. Hd. Berlin, 12. Dezember. Dem„Börsen⸗ Kourier“ zufolge ist gegen die„Deutsche Tageszeitung“ wegen Beleidigung des Auswärtigen Amts Strafantrag gestellt worden. Hd. Berlin, 12. Dezember. Die „Deutsche Tageszeitung“ be streitet heute, jemals gesagt oder an, gedeutet zu haben, daß Staatssek reli Marschall oder das Auswärtige Amt die Verfasser des Artike“ in der„VBank⸗ und Handelszeitung“ über den unterbliebenen Zarenbesuh beim Fürsten Bismarck seien. 15 Hd. Leipzig, 12. Dez. Den„Leipziger Neuesten Nachrichten“ zufolge ist gestern der Herausgeber der„Gerichtszeitung“ S. Werner, wegen dringenden Verdacht 0 Allge N Sonnt in der Nef J. Gesch 2. Neun 3. Erhö J. Abän 5. Vers gießen, d —— ö der Wechselfälschung verhaftet und dem Untersuchungsrichter überwiesen worden.„ Hd. Köln, 12. Dez. Der„Kölg Ztg.“ wird aus Bremerhaven gemelde daß die Leiche des Kapitäus de⸗ untergegangenen Dampfers„Sg lier“ bereits gefunden und ge borgen worden ist. 14 Hd. Brüx, 12. Dezember. Gestern Nach mittag fand in der Nähe der wendischen Kirche, sowie in der Nähe des Bahnhofes eine nene Erdsenkung statt. Die entstandenen Erd⸗ spalten wurden sofort verschüttet. Mit diesen Erdsenkungen ist die Gefahr für die Stadt wieder näher gerückt. Hd. Petersburg, 12. Dezember. Auf der Wolga ist infolge des furchtbaren Sturmes ein Segelboot mit 16 deutschen An⸗ siedlern umgeschlagen. 9 Personen, darunter auch Frauen, sind ertrunken. Dit andern, welche halb erstarrt sich an den Brettern angeklammert hatten, wurden noch ans Land gebracht. Von den 7 Personen sind zwei infolge der erlittenen Strapazen gestorben. Hd. Antwerpen, 12. Dez. Der Dampfer„Kingston“, dessen Untergang befürchtet wurde, hat gestern Vlissingen passier und wird heute hier erwartet. Hd. Antwerpen, 12. Dez. Der Dampfer „Viktoriaso“, von New-Orleans kommend, mit Holz beladen, ist in der Nähe von Flaeg untergegangen. 6 Mann sind ertrunken. Hd. Brüssel, 12. Dez. Ein schwerer Un⸗ fall, welcher leicht schlimme Folgen nach sich ziehen konnte, trug sich bei VBahnarbeiten bei Senenna zu. Eine Lokomotive und mehrere Wagen stürzten infolge Zu⸗ sammenbruchs einer Holzbrücke in die Tiefe. Sechs in den Wagen befindliche Arbeiter erlitten schwere Verletzungen. Marktpreise. Gießen, den 8. Dezember. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1— 1,20, Hühner⸗ eier 1 St. 7—9, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 50—60 Pfg., Hühner p. St. 901,00, Hahnen 60— 100, Enten 1,50— 1,70, Gänse per Pfund 45— 55, Ochseufleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 50— 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50— 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Sterbefälle. Am 10. Dezember. Karl Horn, 38 Jahre alt, Schreiner dahier, Hammstraße 12. Die Be⸗ erdigung findet Sonntag, den 13. d. Mts., Nachmittags 2½ Uhr vom Sterbehause aus statt. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 1 eröffnet Festung . oel 9 1 ee Vr dy rei se 55 vom 13. Dezember bis 27. Dezember 1896. Der hi 5 (2 Pfd.) Tafelbrod hiesigen Bäcker. felhr. 5 27 Pfg. „(2 Pfd.) Tafelbrod bei Emil Noll rr. lick 5 „(4 Pfd.) Tafelbrod bei Emil Noll,„ 54„ r. Fick 2 2 pid.) Weißbrod bei Emil Noll und H. Flick 24 1 5 1 bfd.) Weißbrod 5 8 8 5 5 50 % bid) Weißbrod bei Emil Noll und H. Flik. 43„ 5 2 Pfd.) Schwarzbrod. 5. 5 23 2 Fd.) Schwarzbrod bei Emil Noll und H. Flick 22 3 „(4 Pfd.) Schwarzbrod bei Emil Noll und H. Flic i 5 5 1 1 Pfd.) Kornbrod bei Gg. Keil 5 10 5 A 5. 42 5 „% Pfd.) Schlüchtern. Brod bei Karl Spamer 21 g 0 Pfd.) Schlüchtern. Brod bei Karl Spamer 42„ (4 Pfd) Roggen⸗Schwarzbrod bei Ernst Muth! 1 (6 Pfd.) Schwarzbrod* 0 Der auswärtigen Bäcker. (4 Pfd.) Weißbrod bei W. Weitzel von Lang⸗Göns 5 46 Wilh. Fabel u. Aug. Deibel v. Wieseck 50 . Velte von Kirch-Höns, W. Steinmüller von Lang⸗Göns und L. Steinmüller von Großen⸗Linden 8 09 5 L. Schmidt von Großen⸗Linden 8 42„ Aug. Deibel und W. Fabel v. Wieseck und G Jacobi von Alten-Bufeck 44 3 Kg.(6 Pfd.) Schwarzbrod bei Gust. Jacoby von Alten Buse und Ernst Christ und Wiesec k. 66„ Wilh. Fabel von Wieseck. 5( 5 Der Brodverkäufer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 12. Dezember 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. General⸗Versammlung er Allgemeinen Sterbekasse Gießen. Sonntag, den 13. Dezember l. J., 1 nachmittags 4 Uhr, in der Nestauration Spiess, am Oswaldsgarten. Tages Ordnung: Geschäfts⸗ und Kassenbericht. Neuwahl des Vorstandes und des Aufsichtsrats. Erhöhung des Sterbegeldes. Abänderung der Statuten. Verschiedenes. Gießen, den 1. Dezember 1896. 1 Der Vorstand. F 1627 5 und paletots. Havelocks, Joppen Markus Bauer 9 Seltersweg 9. Herren- und Knaben-Garderobe. Grosses Tuch- und Buckskin- Lager in deutschen u. englischen Fabrikaten. SPEZIALIT AT: Kinder-Anzüge. spl uonu Sunshaeguy 0 2 0 — — 2 5 0 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 14. Dezember 1896, vor⸗ mittags 9½ Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in den Distrikten Franzosenschneise und alte Viehweide(hinter dem Exerzierplatz) versteigert werden: 448 rm Nadelknüppelholz, 338,5, Nadelstockholz, 23230 Wellen Nadelholz. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger⸗ straße an der Germania. Gießen, den 5. Dezember 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 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