Gießen, Donnerstag, den 13. August 1896. 9 Ausgabe Gießen. lundeszeikung Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. —— Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 1 2 Expedition: E Lokales und Provinzielles. W. Gießen, 12. August.(Faufmän⸗ nisches Vereinshaus.) Beim Ausschachten des Fundamentes zum Kaufmännischen Vereins- hause an der Nordanlage zeigt sich, daß dieses Gelände ganz wider Erwarten einen vorzüglichen Baugrund besitzt, so daß, entgegen den gehegten Befürchtungen weder Brunnenbauten noch Beton⸗ schüttung nötig sind. Die Bauarbeiten werden bis Samstag über 8 Tage soweit gediehen sein, daß der Verein dann die beabsichtigte feierliche Grundsteinlegung veranstalken kann, die allerdings in alnfachser Fornl stattfinden soll. Gießen, 12. August. Mit dem Anfang Oktober wird im Café Leib die neue Theater⸗Saison eröffnet werden. Die 15 Wand Direktoren Kruse und Helm haben sich nicht .en. St.([ nur, den Gießener Festsaal für theatralische „Gänse ha e Fee vertraglich gesichert, sondern sie ver⸗ and Mice fügen auch über tüchtiges Personal und wollen sesd, gc 70, Kuttosch, Zentner 450 f orerst Schau- und Lustspiele, sowie Possen zur. ufführung bringen, woran sich später dann peretten⸗Aufführungen anschließen werden. Der euen Theater⸗Direktion geht ein vorzüglicher Nuf voran und wird nunmehr für diesen Winter dem Theaterbedürfnis für unsere Stadt ge— nügt sein. * Gießen, 11. Aug. Ein Privatmatch zwischen Reiter und Radfahrern hatte gestern Abend nicht nur unsere gesamte Radfahrerwelt auf die Räder gebracht, sondern außer denselben waren noch mindestens 1000 Personen auf den Beinen, um den Ausgang dieses sehr interessanten Wettkampfes, an welchen sich zahlreiche Wetten knüpften, beizuwohnen. Es handelte sich darum, die Strecke Gießen(Kempfsche Besitzung)⸗Wellers⸗ burg, hin und zurück ca. 5—6 Kilometer, zu nehmen. Der Record war geschlossen wischen dem Großherzogl. Universitätsstallmeister Kreuz⸗ burg, dem freigestellt war, an der Wende einen Pferdewechsel vorzunehmen, und Röder und Jung vom Gießener R.⸗V., wobei der erste Fahrer durch den zweiten an der Wende eben⸗ falls abgelöst werden konnte. Die Bahn hat ungefähr zur Hälfte der Strecke starke Steigung. „ 5 Juhu 4 bhiliy Leib in storben in e dein di dee cburg, Verunt . Ottmann, beh, A 1 sengesell an Punkt 8 ühr verließ der Reiter mit dem Rad⸗ ter Kohlen fahrer Röder den Start. Etwa 100 Meter von letzterem wich der Renner, wohl durch das 1 Menschengewimmel, scheu geworden, in einen Bießen Feldweg aus, sodaß der Reiter Mühe hatte, das ler wieder in die richtige Bahn zu lenken. Der Oberhessy Fahrer hatte hierdurch etwa 100150 Meter ö Vorsprung bekommen, den der Stallmeister ten übertrage und Monat elk nach lebe, 0 Kreuzburg erst auf dem halben Wege ausglich, dann die Führung übernahm und an dem Wende⸗ punkt seinen Gegner etwa 300-350 Meter zu⸗ rückließ. Der Pferdewechsel unterblieb und im gestreckten Galopp gings nun denselben Weg zu⸗ rück, den Radfahrer, der gewechselt hatte, weit hinter sich lassend. Stallmeister Kreuzburg traf nach 6 Minuten 54 Sekunden am Ziel wieder ein, auf dem ganzen dicht mit Menschen besetzten Wege mit Hurra begrüßt. Sein Gegner Jung, heim heben milch Preis der Anzeigen: 10 Pfg. gilt, die Strecke Restaurant Haubach an der Rodheimerstraße— Abendstern hin und zurück ca. 8 Kilometer zu nehmen. Die Gegner sind zwei hiesige Bauhandwerkmeister und gehört jeder von ihnen einem unserer Radfahrervereine an. Das Matchen nimmt kein Ende mehr! L. Gießen, 12. August. Die Leute, die„ sich's leisten“ konnten, kehren jetzt aus Bädern heim, um das gewohnte Berufsleben wieder aufzunehmen. Sie empfinden, selbst wenn es noch so herrlich in der Ferne war und sie noch so prachtvoll sich amüsiert und erholt haben, nicht annähernd so schmerzlich wie die jugendliche Schar das Scheiden von neuen, liebgewordenen Bekannten, von Berg und Thal, Wald und Wasser; denn daheim, so meinen sie, ist's doch am schönsten, und nach der Ruhe däucht ihnen die Arbeit nur doppelt süß. Vater sehnt sich, wie unbegreiflich es scheinen mag, zum Sterben nach seinen staubigen Aktenstößen zurück, und Mutter freut sich schon wochenlang vorher auf ihre blitzblanke Küche, auf ihren gemütlichen Lehnstuhl am Fenster und zahllose andere Dinge, für welche die kleine Welt noch kein rechtes Ver⸗ ständnis hat. Die Heimreise wird von beiden in einer Gemütserregung angetreten, die sich mehr und mehr steigert, je näher das Ziel rückt, und die für Kenner be⸗ greiflich genug ist. Ob Guste auch regelmäßig die Zimmer gelüftet, die Teppiche gebürstet und geklopft und die Flur⸗ thür beim Ausgehen sorgfältig verschlossen hat? Ob sie wohl abends stets pünktlich zu Hause war, keinen fremden Besuch einführte oder nicht etwa gar mit lüderlicher Ge⸗ sellschaft die Nächte in der„guten Stube“ auf der schönen neuen Plüschgarnitur durchschwärmte? Das alles sind Fragen, deren Besprechung den„armen“ Leuten auf der Heimreise viel Kopfzerbrechen verursacht und die ihnen doch, trotz eifriger Debatte, ungelöste schreckhafte Rätsel bleiben. Gott sei Dank: endlich tauchen am Horizont die Mauern und Türme der Stadt auf; über Brücken und Wälle donnert der Zug fauchend und pfeifend der Halle zu. Mit Behagen atmen die Heimkehrenden den Rauch der Fabrikschlote und saugen entzückt die dunstige Atmo⸗ sphäre ein, die ihnen plötzlich reizvoller dünkt, als die reinste Höhenluft. Am Bahnhof warten schon Freunde und Verwandte; welch ein Begrüßungsjubel, welch Küssen und Händeschütteln! Umarmungen werden getauscht, Blumensträuße überreicht, und wie im Triumphe geht es nach Hause. Guste, die treue, empfängt die Herrschaft mit strahlendem Lächeln auf der Schwelle; von leiner mächtigen Guirlande winkt es in fetten Lettern„Will⸗ kommen“ herab, sämtliche Zimmer prangen in duftigster Toilette. Kein Stäubchen macht sich unangenehm be⸗ merkbar, die Teppiche glänzen wie neu, das Geschirr in der Küche glitzert und funkelt, und die Plüschgarnitur in der„guten Stube“ zeigt nicht eine Spur nächtlicher Zech⸗ gelage. Sogar die Zigarrenkiste auf dem Schrank, die der Hausherr vergessen hat wegzuschließen, steht unberührt noch am alten Platze, und die Betten, schneeweiß über⸗ zogen, sind frisch gemacht. Guste hat gut schmunzeln; eben flüstert Nesthäkchen ihr vertraulich zu, was Mamachen aus der Sommerfrische für sie mitgebracht habe. Wir aber scheiden von dem freundlichen Bilde, das wir da eben in unzulänglichen Farben geschildert haben. Möchte der Empfang, der unsern heimkehrenden Abonnenten zuteil wird, unser Phantasiegemälde weit übertreffen! * Steinbach, 12. Aug. Den hiesigen Land⸗ wirten und Viehbesitzern hat die in den letzten Wochen stark aufgetretene Schwei ne⸗Bräune arg mitgespielt. Glücklicherweise ist die Seuche jetzt als erloschen zu betrachten, nachdem sie unter dem Schweinebestand gehörig aufgeräumt für die Fspaltige Petitzeile. Preise zu verkaufen, um auf diese Weise einem größeren Schaden vorzubeugen. Hoffen wir, daß der Schaden bald wieder auswächst und unser Dorf vor einer neuen Plage bewahrt bleibt. * Bad Nauheim, 12. August. In der letzten Woche sind 920 Kurfremde angemeldet worden, gegen 801 in der entsprechenden Woche des Vorjahres. Bis zum 6. August d. J. be⸗ trug die Gesamtfrequenz 12001, gegen 11138 bis zum 8. August 1895. Bis zum 26. Sep⸗ tember 1895 sind noch 2998 Personen ange⸗ meldet worden, so daß in diesem Jahre unter allen Umständen auf eine Gesamtfrequenz von 15000 zu rechnen ist. Bis 6. d. M. wurden 139857 Bäder abgegeben, 12 252 Bäder mehr als bis zum gleichen Tage des Vorjahres. In der letzten Woche wurden im Durchschnitt in einem Tag 1619 Bäder abgegeben; die Woche vorher 1602. Auf 200 000 Bäder wird man bis zum Schluß der Saison wohl kommen. Lauterbach, 12. August. Die diesjährige Obstausstellung des Oberhessischen Obstbauvereins wird vom 9. bis 12. Oktober hier unter dem Präsidium des Herrn Kreisamt⸗ mann Dr. Heinrichs abgehalten. Die Preise bestehen nur in Diplomen, die in drei Klassen geteilt sind. Nieder⸗Eschbach, 11. August. Die hie⸗ sige freiwillige Feuerwehr, eine der älte⸗ sten Landfeuerwehren in der Provinz Oberhessen, feiert am 16. August das Fest ihres fünfund⸗ zwanzigjährigen Bestehens. Bei dieser Gelegen⸗ heit werden die Mitglieder, die seit der Grün⸗ dung dem Korps angehören, mit dem vom Großherzog gestifteten Verdienstzeichen dekoriert; die Frauen und Jungfrauen der Gemeinde schenken eine Standarte. Die zahlreichen Zu— sagen der Kameraden aus der Provinz lassen eine rege Beteiligung, die Vorbereitungen des Festausschusses in Gemeinschaft mit der ganzen Einwohnerschaft einen würdigen Empfang und vergnügte Stunden für die Gäste erwarten. * Offenbach, 12. August. Das hessische Landeskomitee der sozialdemokra⸗ tischen Partei hielt am Sonntag hier im deutschen Haus eine Sitzung ab, zu der auch die Vertrauensleute aus neun hessischen Landtags⸗ wahlkreisen zugezogen waren. Vertreten waren steben Kreise. Auf der Tagesordnung stand die bevorstehende Landtagswahl, die Agita⸗ tion und die Aufbringung der Geldmittel. Das in voriger Sitzung beschlossene Flugblatt wurde seinem Inhalt nach festgestellt und wird binnen Kurzem erscheinen. 5 b a. d. B., 10. Aug. Zwei hiesige Weinhändler, die eine„Verbesserung“ des Weins mit Rosinen vorgenommen hatten, wurden vom Schöffengericht Lorsch wegen Wein⸗ verfälschung zu Strafen von 70 und 50. verurteilt. Vermischtes. — Die Rettung aus dem Rheinfall. In einem plötzlichen Anfall von Schwermut stürzte sich ein junger Mann vom„Känzell“ des Schlosses Laufen mitten in den gegenwärtig mächtig hohen Rheinfall. Gerade der Wasserreichtum und die Wucht des Falles ließ ihn nicht Kreuzplatz Nr. 4. Schwimmer sich geltend machte, und dem von„Männli“ geleiteten, ihm sofort entgegenfahrenden Kahne zuschwamm, in dem er rettende Aufnahme fand. Es ist das zweite Mal, schreibt das„Schaffh. Intelligbl.“ daß am Rhein⸗ fall ein derartiges Wunder begegnet, und jedes Mal war es der Schiffer des Schlosses Laufen, Männi, der ent⸗ gegeneilte. Vor einigen Jahren stürzte sich eine junge Frau von der Seite ihres Mannes und Kindes auch von derselben Stelle in die Flut, wurde aber dadurch, daß ihr Kleid Luft fing, ebenfalls ohne Schaden hinabgespült und von dem herbeieilenden Schiffer gerettet. — Verurteilte Betrüger. Vor dem Brüsse ler Zuchtpolizeigericht wurde am 4. August ein bemerkens⸗ werter Prozeß verhandelt. Im Mai d. J. waren in vielen ausländischen und belgischen Zeitungen Anzeigen erschienen, die unter verlockeuden Bedingungen junge Mädchen als Gesellschafterinnen für die belgischen See⸗ bäder, besonders für Ostende, verlangten. Diese jungen Mädchen sollten die Führerinnen und Genossinnen der Damen sein, die in dem betreffenden Etablissement ab⸗ steigen würden. Für die Dauer der Badezeit— Juni bis September— waren 1500 Frk. Gehalt und freie Wohnung und Beköstigung zugesagt. Die Anmeldungen strömten zu und den Bittstellerinnen wurde eröffnet, daß sie der Agentur 5 v. H. des Gehaltes und zwar 20 Frk. sofort, den Rest nach beendeter Badezeit einzahlen müssen. Die Dummen werden nicht alle, und so floß den Inhabern der Brüsseler Agentur, Towenier und Delmotte, ein hübsches Sümmchen zu. Natürlich erhielten die Bitt⸗ stellerinnen keine weitere Antwort. Infolge von Be⸗ schwerden der Gefoppten wurden die Agenturinhaber fest⸗ genommen. Es stellte sich heraus, daß die beiden Gauner schon in London ihr Unwesen getrieben und das Weite gesucht hatten. Am Dienstag wurden sie zu 31 Monaten Gefängnis verurteilt und sofort zur Verbüßung der Strafe abgeführt. — Ein gemütlicher Selbstmörder. Von einem gemütlichen Selbstmörder erzählen Wiener Blätter: Ein komischer Vorfall spielte sich jüngst um die Mittags⸗ stunde am Donaukanal nächst der Stephaniebrücke ab. Daselbst sprang der obdachlose Bäckergehilfe Tho⸗ mas Fiedler anscheinend in trunkenem Zustand in den Donaukanal. Zur allgemeinen Ueberraschung einer nach Hunderten zählenden Menschenmenge teilte der sonderbare Selbstmörder mit kundiger Hand die Wogen und schwamm gemütlich stromabwärts. Die Mannschaft des Propellers, der die Ueberfuhr von der Rotenturmstraße zur Lilien⸗ brunngasse versieht, fuhr Fiedler entgegen, um ihn zu retten. Fiedler tauchte aber in dem Moment, als sich der Propeller näherte, unter, schwamm ein Stück unter dem Wasser weiter und kam plötzlich, wieder gemütlich weiterschwimmend, auf der Wasserfläche zum Vorschein. Der Propeller gab infolgedessen die Rettungsversuche auf; inzwischen näherte sich eine von einem Fährmann geführte Zille dem schwimmkundigen Selbstmordkandidaten. Der⸗ selbe machte Miene, sein einmal gelungenes Kunststück zu wiederholen, der Fährmann brachte ihn aber durch gütiges Zureden dazu, von seinen Schwimmversuchen abzusehen. „Schurl“, sagte er zu dem geduldig Zuhörenden,„halt di an, da, kumm' eina!“ Nach einigem Parlamentieren ließ sich Fiedler überreden und stieg in die Zille. Am Ufer wurde er von inzwischen herbeigeeilten Wachmännern übernommen und auf die nahegelegene Wachstube geführt. Auf dem Wege dahin äußerte Fiedler lachend zu den ihn eskortierenden Wachleuten:„Halt's mi do net so fest, i lauf Enk net davon, i hab' mi nur a bisserl ab⸗ kühlen wollen.“ Beim Publikum, das sich auf beiden Ufern des Donaukanals nach Hunderten angesammelt hatte, rief die ganze Szene mit ihrem komischen Ende große Heiterkeit hervor.“ — ueber die Gesammtbevölkeruug des russischen Reiches im Jahre 1892 hat jetzt der „Russische Regierungsbote“ auf Grund der von den Me⸗ dizinal⸗Verwaltungen an die Zentralbehörde des Mini⸗ sinkeu, sondern spülte ihn einfach hinab, wo er sofort als steriums eingereichten Berichte die statistischen Angaben tles und ale der an der Wellersburg abgelöst hatte, traf 10 hat. Die Zahl der verendeten Tiere wird auf Minuten später am Ziel ein. mehr als 150 geschätzt. Aber nicht diese allein Gießen, 12. August. Ein Privat⸗ haben den Schaden verursacht, viele Leute sahen match zwischen zwei Radfahrern wird morgen sich genötigt, ihre gesunden Schweine, die teil⸗ Amal. Vormittag 8 Uhr zum Austrag kommen. Es weise zum Schlachten bestimmt waren, für billige 8 r* S. 18 . leien nicht sagen köunen, mit denen ich mir dama — Das blaue Herz. unter fürchterlichen Qualen bewies, daß ich schweigen f Roman von Karl Ed. Klopfer. müsse, um mich nicht dem verderblichsten Verdacht tt Shun 1(Fortsetzung.) 5 1 auszusetzen.— Kommen Sie zu Ende, Herr Baron! im wic Degenstein zuckte zusammen und fuhr auf, um Aber lassen Sie nichts aus, ich will das Schein⸗ 2 warzvalt dann mit matter Geberde auf den beabsichtigten gebäude dieser Anklage doch bis auf den letzten 2 Protest doch wieder zu verzichten. Stein kennen lernen, und Ihrer Rede fehlt ja noch für 5„Sie reden ja im Namen eines— findigen] der Schlußeffekt, das große Pathos, mit dem der stolt Staatsanwaltes!“ sagte er mit Aerea e Staatsanwalt auf die Phantasie der Geschworenen nk“ mus und ließ sich müde in einen der a tdeutschen wirkt!“. 15. 1 Sessel fallen.„Bitte weiter! Ich will dem Becher, Effenberg stützte sich wirklich unter einer ge⸗ saletlur, den Sie mir kredenzen, bald auf die Neige sehen wissen Amtsmiene auf die Tischplatte. Seine 10 können. Was könnte also nach Ihrer Meinung der bureaukratische Pedanterie glaubte den einmal auf⸗ 1— Graf mit jenem Flacon gethan haben?“ gegriffenen Faden zu Ende spinnen zu müssen.. 12„Während Dingelmann mit den übrigen Flaschen Am folgenden Abend beschränkt sich die Auf⸗ 10 in dem Schrank hantiert, muß es dem Grafen doch gabe des Unseligen nur mehr auf die Beobachtung ein Leichtes sein, die ihm gereichte zu öffnen— vielleicht um den Ger und, nehmen wir an, in die Flüssigkeit zu mischen, kapfel zum Beispiel oder einer dem Alkohol des Haarfärbemittels lösen soll.“ Pegepsteln lachte ei ging. „„Gott steh' mir uch der Tinktur zu prüfen— ein bereitgehaltenes Präparat mittels einer Gelatine⸗ Pille, die sich in über Nacht auf⸗ u hölzernes Lachen, das am Ssgchlusse in einen wilden Verzweiflungsschrei über⸗ bei! So weit also— wirk⸗ aller Maßregeln, um einer späteren Entdeckung des Sachverhaltes vorzubeugen. Thekla darf ihr Gesicht nicht zeigen.— Graf Norbert kann ihr ja die Maske unter dem Vorwand aufgedrängt haben, daß er seine Gattin nicht etwa von zufällig ein⸗ tretenden Kunden begaffen lassen wolle— er ver⸗ bietet sich, daß sie angeredet werde, wodurch sie allenfalls zu einer Aeußerung über ihr Woher und Wohin veranlaßt werden könnte, dann verschüttet er noch den Rest der vergifteten Tinktur— und die Hauptsache ist gelungen. Auf dem Balle findet sich bald Gelegenheit, den Saal zu verlassen, um kehren, man eingetroffene Depes habe ihm vom Hotel aus eine soeben che überbracht, die seine sofortige Abreise nach Paris erheische. Das kann Thekla nicht außerordentlich befremden, denn Degenstein hat sich in vielerlei Finanz⸗Spekulationen einge⸗ lassen, und eine solche führte ihn angeblich ja über— haupt nach Paris. Man verläßt also sofort das Masken⸗ fest, eilt in's Hotel, sich umzukleiden.— Thekla hat natürlich keine Zeit, ihre Frisur zu berühren— und der Orient⸗Expreßzug, der München eine Stunde nach Mitternacht passiert, bringt das Ehepaar am folgenden Spätnachmittag in die französische Haupt⸗ stadt. Hier beginnt Thella bereits— die Wider⸗ lehr ihrer kaum überstandenen Krankheit zu spüren. Die Wirkung einer— Blutvergiftung tritt ein. Die Gräfin ist ja daheim von ihrem Hausarzte er⸗ wiesenermaßen auf die bei der Kopfrose gewöhnliche Art behandelt worden: es waren ihr zahlreiche kleine Ritze und Einschnitte in die Kopfhaut appliziert worden, die die Ausbreitung der Eut⸗ zündung gemeiniglich aufhalten. Durch diese kaum vernarbten kleinen Wunden hätte ein— Giftstoff die Verbindung mit dem Blute erreichen müssen, wohl noch begünstigt durch Theklas Erregung beim Tanze und bei der überstürzten Abreise von München. (Fortsetzung folgt.) ch so weit glaubt mau ehen zu dürfen? Das ich mir in meinen allerpessimistischsten Grübe⸗ dann zum Beispiel mit der Mitteilung zurückzu⸗ — Geburtsregister der Welt. Ueber die Völkerbewegungen der Erde hinsichtlich der Geburts- und Sterbefälle giebt Lavasseur folgende interessante Statistik. Danach beträgt die Bevölkerung Asiens ungefähr 825 954000 Einwohner, Europas 557379000, Afrikas 163 953 000, Amerikas 421713000 und Australiens 3 230 000 Seelen. Von dieser Summe sterben jährlich etwa 32 214000, also 98 840 pro Tag oder 4020 die Stunde oder 67 die Minute. Die Zahl der Geburten beträgt 36 792 000 pro Jahr, 100 800 pro Tag oder 4200 die Stunde oder 70 jede Minute. Hiernach zu beurteilen, würde jede Minute die Zahl der Geburten gegen die der Sterbenden um drei überschreiten. — Gehärtetes Aluminuim. Mit Geschützen aus Aluminium werden sich die Geschütztechniter in Zu⸗ kunft nun auch zu beschäftigen haben. Einem Amerikaner ist es nämlich gelungen, ein Verfahren zu entdecken, nach dem man dem Aluminium die Härte und Festigkeit des Eisens verleihen kann. Kürzlich hat er aus so gehärtetem Aluminium ein kleines Geschütz gegossen, das% Meter lang war bei einem Kaliber von 75 Millimeter Es wurde in Gegenwart des Artillerieobersten Spencer pro⸗ biert und hielt dabei den Druck einer Pulverladung von 460 Gramm aus. Die Wandstärke des Rohres betrug 6 Millimeter und das ganze Geschütz wog 6,3 Kilogramm, während es aus Stahl nach einer Mitteilung des Pa⸗ tent⸗ und technischen Bureaus von Richard Lüders in Görlitz vielleicht 80 Kilogramm gewogen haben würde. Die amerikanische Regierung hat nunmehr ein größeres Probegeschütz in Auftrag gegeben. — ——— Rußland 562 485, Verlobungsmahl und durch die Verlobungsanzeigen ein begründet. Samstag, veröffentlicht. Danach betrug die gesamte Bevölkerung des ganzen russischen Reiches mit Ausschluß des Großfürsten— tums Finnland 119 288 804 Seelen. Die Zahl der Geburten im Laufe des Jahres 1892 betrug 4 976 386, die der Todesfälle 4 403 901. Für die einzelnen Gebiete des Reiches stellten sich die Zahlen folgendermaßen: Im euxopäischen Rußland Einwohnerzahl 100 251510, Ge⸗ burten im genannten Jahre 4365 542, Todesfälle 3 825 281, Sibirien Einwohnerzahl 4 856 902, Ge⸗ burten 225852, Todesfälle 209 190, Kaukasus⸗Gebiet 7864 202 Einwohner, 307007 Geburten, 309 999 Todesfälle, russisches Inner-Asien 6316 190 Einwohner, 77 985 Geburten, 59 493 Todesfälle. Die jährliche Zunahme der Bevölkerung betrug also im gesamten im europäischen Rußland 540 261, in Sibirien nur 16724, in Zentral-Asien 18 492, während das Kaukasus⸗Gebiet um 2992 Einwohner ab⸗ genommen hat. „Sechshundert Nachtmähler““. Aus Wien berichtet das Extrablatt: Ein origineller Zivilprozeß, das Nachspiel einer rückgängig gemachten Verlobung, be⸗ schäftigt bereits seit Monaten das Bezirksgericht Innere Stadt. Anfangs Februar brachte nämlich die Private Ernestine H. gegen den in einem hiesigen Großhandlungs⸗ hause angestellten Buchhalter Hugo L. eine Klage nach⸗ stehenden Inhalts ein:„Vor vier Jahren lernte meine Tochter Herrn L. kennen. Die jungen Leute gewannen einander bald lieb und verlobten sich. Der Herr Gegner schob jedoch die Hochzeit von Tag zu Tag hinaus und stellte endlich an die Erfüllung seines Eheversprechens die Be⸗ dingung, daß mein Sohn die Schwester des Herrn L. heirate. Als mein Sohn auf diese Bedingung nicht ein⸗ gehen wollte, erklärte der Herr Gegner, daß er von der Verlobung zurücktrete und von der Heirat nichts mehr wissen wolle. Während der Zeit des Brautstandes, der vier Jahre dauerte, genoß der Herr Gegner bei mir zu⸗ mindest sechshundert Nachtmähler im Mindestwerte von 25 Kreuzern per Nachtmahl, zusammen 150 Gulden, ferner wenigstens 60 Mittagsmähler im Mindestwerte von 40 Kreuzern, zusammen 24 Gulden; weiter ließ Herr L. drei Wochen seine Schwester bei mir verköstigen, wofür ich 21 Gulden beanspruche; endlich ist mir durch das Schaden von 26 Gulden 40 Kreuzern erwachsen. Die Klage schließt mit der Bitte, das Gericht wolle Herrn L. zur Zahlung von 221 Gulden 50 Kreuzern verurteilen, da die Verlobung durch sein Verschulden zurückging. Der geklagte Bräutigam a. D. führt an, daß er sich für die bei Frau H. genossene Gastfreundschaft derart revanchiert habe, daß er sowohl seiner Braut, als auch deren Mutter wertvollere Geschenke, bestehend in Schmucksachen und Kleidungsstücken, machte und die Damen wiederholt ins Theater und sonstige Vergnügungslokale führte, woraus ihm Auslagen im Mindestbetrage von hundert Gulden erwachsen seien. Herr L. hält schließlich sämtliche in der Klage geltend gemachten Ansprüche für im Gesetze nicht Ueber den originellen Prozeß wird demnächst entschieden werden. — Ueber die Geschwindigkeit der Vögel bringt„Cie et Terre“ einen lesenswerten Aufsatz. Dieses Thema ist gerade in letzter Zeit mehrfach von wurden jedoch übertriebene Zahlen genannt. Zu diesen ist z. B. die Angabe von Spallanzani zu rechnen, nach welcher die Hausschwalbe die enorme Geschwindigkeit von 89 Metern in der Sekunde erreichen soll. Nach Versuchen mit vier Tauben, welche den Weg von Paris nach Pest(ungefähr 1300 Kilometer) in vier Tagen zurück⸗ legten, müßte die Geschwindigkeit der Taube auf 51 Meter in der Sekunde angenommen werden. Diese Zahlen werden nunmehr durch die interessanten Versuche von August Ver⸗ schuren, dem Inspektor des städtischen Reinigungsdienstes in Antwerpen, in Zweifel gestellt. Der Genannte gab einem Manne, welcher mit mehreren Körben voll Tauben nach Compiegne in Frankreich reiste, eine Schwalbe mit, welche in dem Dienstgebäude in Antwerpen ihr Nest auf⸗ geschlagen hatte. Am 17. Mat, Morgeus 7½ Uhr, wurde die Schwalbe zusammen mit den Tauben von letzterem Orte aufgelassen, die Schwalbe nahm blitzgeschwind die Flugrichtung nach Norden, während die Tauben zunächst noch mehrere Spiralen in der Luft beschrieben, bevor sie diese Richtung einschlugen. Die Schwalbe traf bereits 8 Uhr 23 Min. in ihrer Behausung in Antwerpen ein, von einer zahlreichen Zeugenschaft erwartet. Die ersten Tauben dagegen kamen erst gegen 11½¼ Uhr Mittags an ihrem Bestimmungsorte an. Die Schwalbe hatte also die 236 Kilometer zwischen Compiegne und Antwerpen in einer Stunde und acht Minuten zurückgelegt, woraus sich eine Geschwindigkeit von 207 Kilometern in der Stunde oder 58 Metern in der Sekunde letwa die drei⸗ fache Geschwindigkeit eines Schnellzuges) ergiebt. Die Tauben erreichten nur eine Geschwindigkeit von 57 Kilo⸗ metern pro Stunde oder 15 Metern in der Sekunde. Man kann sich nach diesen Zahleu vorstelleu, wie schnell die Wanderungen der Schwalben sich vollziehen, da dieselben mit der obigen Geschwindigkeit nur ungefähr einen halben Tag brauchen würden, um von Belgien nach Nordafrika zu gelangen. Andere Beobachtungen über die Flugge⸗ schwindigkeit von Tauben sammelte Keene, welche mit den Resultaten von Verschuren gut übereinstimmten. Von 320 erwachsenen Tauben erreichten auf die Entfernung von 120 bis 200 Kilometern ungefähr 12 Prozent die Geschwindigkeit von 18 Metern pro Sekunde. Für 2914, junge Tauben war die Geschwindigkeit auf einer Strecke von 80 bis 160 Kilometern nur ein Weuiges geringer. Das Maximum, welches erreicht wurde, war in beiden Fällen 21 Meter. Rodenbach glaubt jedoch noch immer, dem Traume ähnlicher Zustand diesen Tieren nicht fremd zu sein. Der Physiologe J. de Tarchanoff betäubte eine Anzahl Frösche mit Chloroform. Die Betäubung war so vollkommen, daß die Tiere wie tot dalagen und nur das pochende Herz Leben in ihnen verriet. Wurden nun die narkotisierten Tiere an die frische Luft gebracht, so nahmen sie sämtlich, während die Empfindungen des Sehens und des Hörens ihnen noch nicht zurückgekehrt waren, eine eigentümliche Horcherstellung ein. Auf den Vorderfüßen aufgerichtet, streckten sie den Kopf nach Oben, als ob sie den Himmel betrachteten. Dies ist die Stellung von Fröschen, die auf eine geflügelte Beute lauern, und offen⸗ bar haben die chloroformierten Tiere den Traum oder die Hallucination, daß sie eine Beute erlauern, denn öfter machen sie eine hastige Bewegung, öffnen den Mund weit und schnellen die Zunge heraus, um die Beute zu fangen. Dieser Traumzustand dauert einige Zeit, dann kehrt Ge⸗ sichts- und Gehörsempfindung wieder, aber die sonst so friedlichen und pflegmatischen Tiere befinden sich in einem merkwürdig gereizten Wutzustand, sie greifen alle Gegen⸗ stände der Umgebung heftig an und geraten mit einander ohne merkliche Ursache in äußerst heftige Kämpfe, packen einander an der Gurgel und dergleichen mehr. Auf dieses Erregungsstadium folgt eine Art Katzenjammer, die Frösche werden noch scheuer und furchtsamer, als sie es sonst schon sind und verkriechen sich in die entferntesten Ecken des Käfigs, bis nach ein bis zwei Stunden die Wirkungen der Narkose vorüber sind und die Frösche den gewöhnlichen Zustand wieder erlangt haben. Hm! — Um die Schnelligkeit des elektrischen Funkens zu messen, sind in letzter Zeit in Amerika interessante Versuche gemacht worden. Zu diesem Zwecke wurde das submarine Kabel von Montreal in Kanada und Waterville in Irland benutzt. Weiter wurde die Landleitung von Montreal nach Kansa in Neuschottland durch den Uebermittler mit Waterville ver⸗ bunden, so daß die telegraphischen Zeichen von Kanada nach Irland hin- und zurückliefen, also zwei Mal über den Ozean gingen. Ein mit dem Aufgeber und Em⸗ pfänger verbundener Chronometer maß die Zeitdauer des Depeschenlaufes, welche für jedes Zeichen durchschnittlich 1½ Sekunde betrug, um den Ozean zwei Mal zu kreuzen. geben worden. beraten. seines Sohnes Hd. Brüssel, von Orleans bei seiner mitteilen. Der Protektoratsgedanke sei vollständig Hd. Rom, 12. August. Der Vor des Generals Baldissera, Murat setzen und von Massaua bis dahin eine E bahnlinie zu bauen, wurde angenom Als Endziel der Bahn ist Adua gedacht. Hd. Triest, 12. August. Schüler der hiesigen Handels-Akad Marco Madin aus Üdine, wurde Majestätsbeleidigung zu fünf M en Kerker, durch Fasten verschärft, verurteilt. Hd. Athen, 12. August. Nach einer C stantinopeler Depesche beschloß die Pforte, de Kretensern die ihnen im Vertrage von H leppa zugestandenen Vergünstigungen gewähren und schickte dieserhalb Zini Pasch und Ikiades Effendi nach Kreta, um mit de Konsuln über die Mittel Hd. Mailand, 12. Aug. meldet aus Konstantin opel die Et deckung eines Komplotts, w zum Zweck hatte, den Sultan zu Gun Zahlr⸗ Offiziere und hohe Beam te sollen verhaftet worden sein. Ankunft abzusetzen. 12. August. Der Hd. London, 12. August. Aus b Quelle verlautet, Chamberlain w allen Rebellen im Matabele⸗L a welche sich England unterwerfen wo vollständige Amnestie zusichern. Darauf⸗ 6 hin haben sich 2000 Familien unterworfen. b fich Der 16jährf der Pacificierung zu Der Piccolo 1 der Herzo wird in den nächsten Tage in Brüssel vom Kön Leopold empfangen werden und bei dieser legenheit seine bevorstehende Vermählung offtz daß die Taube gelegentlich eine Geschwindigkeit von 32 Metern in der Sekunde erreichen kann, ja vielleicht eine noch größere, da die Tauben niemals ganz geradeaus fiiegen, sondern stets, den Luftströmungen folgend, Zick⸗ zackbahnen beschreiben. Vor einem halben Jahre veran⸗ staltete die Pariser Zeitung„Petit Journal“ ein Probe⸗ fliegen von Tauben. Die höchste Geschwindigkeit, welche damals erreicht wurde, betrug ebenfalls 21 Meter in der Sekunde auf der 150 Kilometer langen Strecke von Abbe⸗ ville nach Paris. Man kanr nach zahlreichen, gut über⸗ einstimmenden Versuchen die mittlere Geschwindigkeit der Taube auf 15, und die höchste Geschwindigkeit auf 21 Meter in der Sekunde veranschlagen. — Träumende Frösche. Man sollte es kaum für möglich halten, daß geistig so niedrig stehende Tiere, wie es die Frösche notorisch sind, träumen können, aber Hd. Paris, An der Küste Hd. Algier, hala heimgesucht. Menelik zwei wissenschaftlicher Seite besprochen worden. Vielfach nach neuerdings gemachten Beobachtungen scheint doch ein] Marab⸗Linie und Neueste Telegramme. wird aus Brüssel gemeldet, daß eine große englisch⸗belgische Expedition ge⸗ gen die Derwische vorbereitet werde. große Truppen⸗Verstärkungen angesammelt. 5 große 1 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Feuersbrunst hat gestern die Stadt Usoni⸗ in den Flammen umgekommen. Hd. Rom, 12. August. verstehen, daß die Friedensverhandlungen Punkte 12. Aug. Dem„Temps“ Sterbefälle. Am 10. August. Wilhelm Hermann, 3 Jahre alt, Landwirt von Westernohr, Kreis Westerburg. Gestorben in der neuen Klinik. werden zu diesem Zweck 12. August. Eine Mehrere Familien sind Opinione giebt zu] Gießen. mit betrafen, nämlich die die Freigabe der Gefangenen. ———— e befindet. Carl Bru ok, Gold. und CSilberarbeiter. Verdi erdingung. den 15. d. Mts., mittags 11 Uhr, soll im Saale des alten Rathauses das Auf— räumen von rund 12 000 lfde. Mtr. Flut⸗ gräben in der Gemarkung Gießen, geteilt, in zwei Loose, unter den bei der Versteigerung bekannt zu gebenden Bedingungen öffentlich versteigert werden. Gießen, den 10. August 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 2 Wolff. Städt. Schlachthaus Freibank. 7 Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 45 Pfg. 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