ber die gag während 5 nden haben 0 et und mehtth Lestekt 5 7 . pynagoge. ber, 1896, —— Auf dem heute 105—1 0 fh. Jänseeier——, h 16, Nuusen 28 N, let p. St. 90— 1.0 „ Gänse per Piu und Rindfleisch ö. sefl., gesalz. 70— 1 70, Kartoffeln zn ener 3,50— 40h Turg, Beranhu. J , Ottmann, bebe 1 rine zu genießen. Gießen, Sonnabend, den 12. September 1896. ssche Landeszeitung 0 * 1 2 0 Ausgabe Gießen. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 7. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 50 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Aus dem Handelskammerbericht. II Die Handelskammer hat sich u. A. auch mit der Währungsfrage beschäftigt. Einmütig mit dem ganzen deutschen Handelsstand sprach sich die Kammer für die bestehende Wäh⸗ rung aus. Dem in Berlin gegründeten Verein 15 Schutze der deutschen Goldwährung trat ie hiesige Kammer als Mitglied bei. Das Margarinegesetz lehnte die Kammer schlankweg ab. Es heißt in dem Jahresbericht: „Die Kammer verharrte in der schon in früheren Jahren eingenommenen ablehnenden Stellung gegenüber jeglichen die Margarine⸗ fabrikation einschränkenden gesetzlichen Bestim⸗ mungen, indem sie die Berechtigung der Margarine⸗ fabrikation darin begründet sieht, daß dieselbe ein billiges und gesundes Volksnahrungsmittel schafft. Wie im Jahre 1894 eine bezügliche Eingabe der Handelskammer zu Frankfurt a. M. unterstützt wurde, so befürwortete die Kammer im Berichtsjahre eine die ganze Materie in aus⸗ führlicher Weise behandelnde Petition des Königl. ommerz⸗Kollegiums zu Altona.“ Z3bwetfellos ist die Margarine ein weiteren Volkskreisen unentbehrlich gewordenes Volksnah⸗ rungsmittel. Die Bestrebungen der Agrarier gingen bekanntlich darauf hinaus, dem Volke die Marga⸗ rine zu vereckeln. Die Margarine sollte entweder intensiv 1 werden— blau, grün oder rot — oder aber es sollte überhaupt verboten sein, sie zu färben. Das war gehüpft wie 2 Das eine sowohl wie das andere edeutete eine Vereckelung der Margarine, die ungefärbt eine nicht sonderlich appetit⸗ liche graue Farbe hat. Nach Ansicht der Agrarier hatte man also die Wahl: entweder ungefärbte graue oder gefärbte blaue Marga⸗ Daß ein solch buntes Butter⸗ brot nicht gerade appetitförderlich ist, leuchtet ein. Das war aber auch seitens der Agrarier bezweckt. Sie wollten dem Volke die Margarine ver⸗ eckeln. Sie glaubten, daß die Bevölkerung von — der Kunstbutter zur Naturbutter zurückkehren Es ist erfreulich, daß die hiesige Handelskammer werde. Die Herren Junker und ihre Trabanten dachten leider nicht daran, daß die geringeren Volksklassen die Margarine nicht genießen, um die Naturbutterproduzenten zu ärgern, sondern daß sie zu der billigen Kunstbutter greifen, weil sie die teuere Naturbutter nicht zahlen können. Das einzige Gute an dem Entwurf waren die Bestimmungen über die schärfere Bekämpfung des Betruges, der dadurch ausgeübt wird, daß 4 und da Margarine zum Preise der Natur⸗ butter verkauft wird. Solche Bestimmungen hätten im Reichstage auch eine Mehrheit gefunden. die Junkerbestrebungen bezüglich der Marga⸗ — rine ebenso energisch zurückwies, wie den An⸗ trag Kanitz und den Bimetallismus. Bekanntlich haben ja diese drei Junkerwünsche auch im Reichstage keine ausreichende Gegenliebe gefunden.— Die inzwischen Gesetz gewordene Vorlage der Regierung betreffend den unlauteren Wett⸗ bewerb fand den Beifall der Kammer. Ob dieses Gesetz das halten wird, was sich viele von ihm versprechen, ist mehr als zweifel⸗ haft. Unzählige Prozesse werden das erste sein, was dieses Gesetz im Gefolge hat. Wenn es wirklich gelingen sollte, bei allen Geschäftsleuten absolut zuverlässige Angaben über ihre Waren und ihren Betrieb zu erlangen, dann wird das dem Handwerk wie dem kleinen Kauf⸗ mann nicht sonderlich viel nützen. Die Hauptfeinde des Handwerks und des Kaufmanns sind die geldmächtigen Großfabri⸗ kanten und Bazarinhaber. Die haben es aber nicht nötig, unwahre Angaben zu machen. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 11. September. Uni versitäts⸗ Neubauten. An der Zugangsstraße zu der erst in diesem Jahre fertig gestellten Psychiatrischen Klinik hat der Staat im vergangenen Jahre mit einem Kosten⸗ aufwand von ca. 130 000 Mark, die Errichtung eines weiteren wissenschaftlichen Instituts begonnen, welches in wenigen Wochen vollendet sein wird. Wir meinen das nach Plänen des Bau⸗Bureaus für Universitäts⸗Neubauten errichtete Hyginische Institut. Der Bau macht in seiner ganzen Durchbildung einen ruhigen, vornehmen und monumentalen Eindruck, er fügt sich den Bauten unserer Kliniken, soweit sie auf dem Seltersberg errichtet sind, harmonisch an nnd bildet doch für sich ein charakteristisches Ganze. Das Hauptgebäude welches eine Front von etwa 40 Metern besitzt, liegt etwas höher als das Niveau der Straße und wird von dieser durch einen 12¼ Meter breiten Vorgarten getrennt. Von der Straße führt eine breite, steinerne Treppe, den Vorgarten terassenartig querend, direkt zu dem Hauptportal des Hauses. Eine geschmackvolle Sandsteinarchitektur giebt dem Mittelbau und somit dem ganzen Gebäude einen vornehmen An⸗ strich. Die Facade des etwas höher gehaltenen Mittelbaues so⸗ wohl als auch die der beiden Flügelbauten ist bis zur Fenster⸗ höhe des Parterregeschosses aus quadratisch behauenen Werk⸗ steinen ausgeführt, worauf sich bis zur ersten Etage roter Verblendziegelbau anfügt, während diese selbst mit leder⸗ farbenen Verblendern, durch Linien aus rotem Material wirkungsvoll gehoben, ausgeführt wurde. Kräftige, aber einfach gehaltene graugrüne Sandsteinumrahmungen der Fenster dassen sich den Formen der etwas reicheren Sand⸗ steinarbeiten des Portals im Mittelbau harmonisch an. Ein hinter dem Hauptgebäude besonders errichtetes Ge⸗ bäude, welches als einfacher Verblendbau gehalten ist, wird als Unterkunft für größere Versuchstiere dienen und schließt gleichzeitig einen Verbrennungsofen in sich, vermittels dessen die Tierkadaver vernichtet werden, nachdem dieselben wissenschaftlichen Zwecken gedient haben. Die Bedachung des Mittelgebäudes besteht aus einem mit Schiefer ge⸗ deckten Zeltdach, während die Dachung der Seitenbauten teils in Schiefer⸗, teils in Holzcementdeckung ausgeführt wurde. Das Institut, welches spätestens Ende Oktober zur Benutzung übergeben werden soll, und auf einem ca. 3900 Quadratmeter großen Gelände eine Bebauungs⸗ fläche von ca. 750 Quadratmeter umfaßt, wird nach seiner Fertigstellung von einer parkartigen Anlage umgeben sein. Der Bau wird für unsere Vaterstadt eine Zierde ersten Ranges werden. Gießen, 11. September. Die Gendarmerie verhaftetete heute den Tischler Peter Biehl von Schwalbach, welcher seit voriger Woche hier Wohnung genommen. Derselbe wird von Wetzlar aus steckbrieflich wegen Unterschla— gung verfolgt. Gießen, 11. Sept. Vergangene Nacht ver⸗ unglückte ein junger Mann dadurch, daß er beim Nachhausegehen von dem Trottoir auf der Mäus⸗ burg ausglitt und hierbei ein Bein brach. Gießen, 11. Sept. Die Akrobaten⸗ Familie Knie, welcher bekanntlich der beste Ruf vorausgeht, ist hier eingetroffen und wird morgen Samstag Abend auf dem Brandplatz einen Cyklus von Vorstellungen eröffnen. Die Künstlerschar ist keineswegs zu verwechseln mit derjenigen Truppe, welche vor kurzer Zeit unter gleichem Namen mit nur wenig Erfolg hier gastierte. Die morgen hier auftretenden Künstler sind teils Kinder und Angehörige, teils Schüler des weltbekannten Akrobaten und Seil⸗ künstlers Knie, dessen Tod erst vor kurzer Zeit durch die Blätter gemeldet wurde.(S. Inserat.) * Lollar, 11. September. Zu leicht be⸗ funden wurde vor wenigen Tagen ein Laib Brod, den ein Mitglied des Konsum⸗Vereins bei einem hiesigen Bäckermeister gekauft hatte. Beim Nachwiegen stellte sich heraus, daß drefi⸗ viertel Pfund am eigentlichen Gewicht fehlten. Wir lassen es dahin gestellt sein, ob hier ein Versehen oder absichtliche Uebervorteilung vorliegt, jedenfalls könnte von Zeit zu Zeit un⸗ erwartete Revision des Gewichts von Seiten der Behörde nichts schaden. Friedberg, 10. Sept. In der verflossenen Woche wütete in der Gemarkung Steinfurth ein heftiger Wirbelsturm, der an einzelnen Stellen beträchtlichen Schaden anrichtete. Schon ziemlich kräftigstämmige Bäume wurden aus dem Boden gerissen und eine Strecke weit fortge⸗ schleudert. Das Obst wurde massenweise von den Bäumen geschüttelt. * Darmstadt, 10. Sept. Nachdem der preußische Entwurf einer Abänderung der Gewerbeordnung nebst Begründung ver⸗ öffentlicht worden ist, hat die hesstsche Zentral⸗ stelle für die Gewerbe im Großherzogtum Hessen eine Aeußerung der Vorstände der Ortsgewerbe⸗ vereine, sowie auch einzelner Mitglieder des Landesgewerbevereins bis spätestens 10. Oktober d. J. darüber für wünschenswert erachtet: 1. Ob ein Bedürfnis zum Erlaß so eingehender Bestimmungen zur Herbeiführung einer Zwangs⸗ organisation für das Handwerk im Großherzog⸗ tum Hessen anzuerkennen ist, 2. ob die Bestim⸗ mungen des Gesetzentwurfs geeignet sind, eine Besserung in den Verhältnissen des Handwerks herbeizuführen, 3. welchen Einfluß der Entwurf, wenn er Gesetz würde, auf den Bestand des Landesgewerbevereins äußern wird, 4. im Falle der Verneinung der Frage 1 und 2, welche andere Maßnahmen elwa zu ergreifen sein wür⸗ den, um das, was der Entwurf aensc er⸗ strebt: genossenschaftlicher Zusammenschluß des Handwerks und bessere Ausbildung der Lehrlinge für ihren Beruf zu erreichen. * Offenbach, 10. September. Von be⸗ freundeter Seite wird dem hiesigen Abend⸗ blatte mitgeteilt, daß am Samstag in Darmstadt in der Kaserne des 115. Infanterie⸗ Regiments eine große Spind durchsuchung nach sozialdemokratischen Schriften stattgefunden hat, bei welcher nichts gefunden wurde. Eine frühere Spindrevision war nicht so gut verlaufen, denn ein Soldat wurde mit der schweren Strafe von 14 Tagen Arrest be⸗ legt, weil bei ihm eine Nummer des„Offen⸗ bacher Abendblattes“ gefunden wurde. Der junge Mann ist aus einem Nachbarorte und hatte von seinen Angehörigen eine Sendung Nahrungs⸗ mittel erhalten, welche in das erwähnte Blatt verpackt waren. * Mainz, 10. September. In der letzten Nacht verstarb im hiesigen Rochushospital ein Schlosser aus Großgerau, den man gestern Abend mit einer Schußwunde auf der Gustavs⸗ burg schwer verletzt aufgefunden hatte. Die Gendarmerie hat einen Mann aus Sprendlingen in das hiesige Gefängnis eingebracht, der eines Raubmordversuches verdächtigt wird. * Mainz, 10. September. Zwei jugend⸗ liche Durchgänger aus Eltville, von welchen der eine reichlich mit Geld versehen war, hat die Polizei heute hier festgenommen und die Eltern benachrichtigt.— Von dem im preußisch⸗hes⸗ sischen Staats bahnbetriebe zur Verwen⸗ dung kommenden neuen Fahrmaterial sind bis jetzt im Ganzen 12 Personenwagen III. Klasse eingetroffen. Dieselben sind in der Waggonfabrik von Gebr. Gastell in Mombach erbaut und führen die Aufschrift Groß h. Hessische Staatseisenbahn. Sie sind zweiachstg, und durchgehend und zu acht Sitzabteilungen eingerichtet, wovon die eine Hälfte für Raucher, die andere Hälfte für Nichtraucher und Frauen bestimmt ist. Entgegen der seitherigen Heizvor⸗ richtung laufen in diesem Wagen die Heizrohre längs des Bodens der Seitenwände hin, wodurch eine geichmäßigg Temperatur erzielt wird. * Mainz, 10. Sept. Das„Mainz. Journ.“ ist in der Lage zu erklären, daß Herr Pfarrcu⸗ ö Marja, das Heldenmädchen von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Von der stillen Farm, das wußte sie aus frühe⸗ ken Beobachtungen, führte eine breite Reitspur nach Westen— der Weg, welchen die sehr zahlreichen berittenen Verschwörer genommen und für das Auge der Wüstenbewohnerin deutlich erkennbar ge— macht hatten. An der Stelle im Buschland angelangt, wo die Verschwörer Halt gemacht hatten und dem An⸗ scheine nach abgesessen waren, stieg auch sie vom Pferde. Sie sagte sich, daß Leute von so ausdauernder Reitkraft hier nicht abgestiegen waren, um zu rasten. Sie mußten eine andere Absicht damit ver⸗ — bunden haben und die konnte nach Marja's Ansicht 1 nur die sein, hier den Leichnam des im Kampfe Erschossenen zu verscharren. Was erst nur ahnend in ihrer Seele aufge⸗ stiegen war, der Verdacht, daß der Deutsche nicht der Führer, sondern das Opfer der Verschwörer ge⸗ worden, hatte sich jetzt schon mehr zur Gewißheit gesteigert. Sie wollte den Mann ihrer Wahl un⸗ schuldig wissen, und ihr erstes Bestreben ging da⸗ bin, nach Beweisen hierfür zu suchen, selbst für den Fall, daß ihr e ite blieb, als am Grabe des ungerecht Ermordeten für sein Seelenheil zu beten und ihren Racheschwur zu erneuern. Ihrem Falkenauge entging nichts, Spur, und die Spuren, das heißt, di Fußeindrücke waren hier, in dem weichen boden erst leicht erkennbar. Es dauerte auch gar nicht lange, so erkannte arja, daß eine vereinzelte Hufspur an dieser Waldstee zu dem Haufen der übrigen Pferde keine leiseste die Huf⸗ und 5 Wald⸗ heranführte.— Heran— und nicht hinweg von der Raststätte. Das war doch sonderbar.. Marja ging in gespannter Erwartung jener Spur nach. In nicht zu weiter Ferne kennzeichnete sich die Stelle, wo die Verschwörer den ahnungslosen Flücht⸗ ling überrascht und diesmal ohne Kampf in ihre Mitte genommen und fortgeführt hatten. Marja stand vor einem Rätsel. 37 Fußeindrücke ringsum machten es augenfällig, daß die abgesessenen Verschworenen den einsamen Reiter hier erwartet und zu der Stelle geführt hatten, wo sie selbst ihre Pferde zurückgelassen. Kopfschüttelnd und auf's Neue von beun⸗ ruhigenden Zweifeln befallen, hatte Marja die ver⸗ einzelte Pferdespur noch eine Strecke weit verfolgt und nun erkannt, daß dieselbe in gerader Linie nach der stillen Farm hinwies, während die große Zahl der Verschwörer um diese gerade Linie herum einen Halbkreis beschrieben hatten. Ein solches Zusammentreffen konnte ein rein zufälliges sein, umsonst würden die Reiter ihre Pferde nicht an anderer Stelle verlassen haben, um die Strecke bis hierher zu Fuß zurückzulegen. Das konnte nur auf Grund einer Verabredung geschehen sein und ferner sagte sich Marja, daß man so nicht einen gewöhnlichen Genossen, sondern nur einen Führer empfange. 5 Wenn der Deutsche nun doch jener Führer war? Wenn er diesen einsamen Weg einschlug, um die Verfolger von seiner Fährte abzulenken? Das wäre ein Beweis dafür, daß er mehr zu fürchten hatte, als sie alle, oder daß seine Bewah⸗ rung vor Gefangenschaft oder Verwundung richtiger war, wie die Aufhebung und Vernichtung der ganzen Bande. Die Wiedervereinigung nach Be⸗ seitigung der Gefahr war gelungen und gemeinsam setzten die Verschwörer dann ihre Flucht nach der Westgrenze fort. Marja konute nichts Anderes denken, und da imz weiten Umkreis der Hauptlagerstätte die Erde nirgends gelockert war, dürfte sie sich versichert halten, daß man hier einen Toten nicht verscharrt atte. f Immer neue Rätsel reihten sich an das erste. Das Bild des Deutschen begann sich auf dem klaren Spiegel ihrer Seele, wo es so lange im Schimmer einer schönen Verklärung geruht, noch einmal zu trüben. Ihre eruste Auffassung war doch die richtige gewesen— er gehörte zu diesen Leuten und kaum durch sie dem Tode des Verschmachtens ent— rissen, hatte er seine letzten Kräfte aufgeboten, um jene zu erreichen. Neue Kämpfe, neue Schmerzen rasten in der Brust der Unglücklichen. Und doch mußte sie auf ihrem Wege beharren, denn das Vaterland war in Gefahr. Ihre Thränen gehörten dem verlorenen, Geliebten, ihre Thaten dem Vaterlande. Dem mußte sie dienen. Nachdem Marja am Ufer des Nyl angelangt war, erkannte sie, daß die Reiter durch eine hier befindliche Furth hindurchgegangen waren, was sie einigermaßen überraschte, denn sie hatte gehofft, daß die Spur nach der Stadt Nylstrom führen und sie dort vielleicht den wahren Verschwörungsherd ent— decken würde. Erst nach Durchquerung des Flusses erkannte sie, daß das Gros der Reiter am jenseitigen Ufer zurückgeblieben war und daß nur eine kleine Kaval⸗ kade den Wüstenritt nach der Westgrenze zu fort— gesetzt hatte. Marja kehrte sofort noch einmal um und stellte fest, daß die Abreitenden sich in zwei Haufen ge⸗ teilt hatten, deren einer in der Richtung auf Pretoria, der andere auf die nahe bei einander liegenden Goldfelder von Pietersburg und Leydsdorp zugeritten war. Das entsprach auch ganz ihrer Voraussetzung, ergaben doch die Aufzeichnungen auf dem von ihr gefundenen Papier, daß bei jener nächtlichen Zusammenkunft auf der stillen Farm Vertreter aus allen Gauen des Transvaal zugegen gewesen waren. Wohin aber wollten die nach Westen gehenden Verschwörer? Da gab es keine Goldfelder und keine Ortschaften. Wollten sie hier in der weglosen Wild⸗ nis'twa einen geheimen Verschwörungssitz, eine Lagerstätte für Waffen und Munition finden? Wies die Spur nach Betschuanaland? Marja mußte jetzt auf Alles gefaßt sein. Sie schlug an einer verdeckten Stelle ihr Lager auf und setzte in der Frühe des nächsten Tages ihren einsamen Ritt ins Unbekannte fort, nachdem sie zuvor noch ihr Gesicht und ihre Hände mit Erde abgerieben hatte, um sich nicht durch die Zartheit ihrer Haut als verkleidetes Weib zu verraten. Am Nachmittag dieses Tages sah Marja in einiger Entfernung von der Reitspur, die sie sorg⸗ samst verfolgt hatte, eine Rauchsäule aufsteigen. Sie wollte die Möglichkeit, vielleicht von An⸗ siedlern etwas Näheres zu erfahren, nicht unbenutzt lassen, merkte sich genau die Stelle, wo sie die weiter nach Westen führende Fährte verließ und ritt dann seitlich in gerader Linie auf die Rauch- säule zu. Marja wandte bei der Annäherung jede ge⸗ botene Vorsicht an. Sie fand nicht, was sie er⸗ wartet, eine Farm, sondern ein Wilden-Camp, in welchem glücklicherweise zur Zeit nur Weiber, Greise und Kinder anwesend waren. Marja ritt heran, das Gewehr in der Rechten, die Zügel in der Linken haltend. (Fortsetzung folgt.) rat Forschner nicht daran denke, für den Reichstag oder den hessischen Landtag zu kandi⸗ dieren.— In einem Flugblatt empfiehlt sich der Landwirt und Geometer Michael Wolf zu Stadecken als Kandidat der deutsch⸗sozialen Re⸗ formpartei für die Reichstagswahl. Es hat also mit der früher mitgeteilten und später bestrittenen Kandidatur doch seine Richtigkeit.— Laut Anordnung des Großherzogl. Ministeriums müssen die Wählerlisten für die bevorstehende Landtagswahl vom 21. bis 23. September zur Einsicht der Wähler offen liegen. Die Zahl der Wähler hat gegen die letzte ahl um rund 1900 zugenommen und beträgt jetzt 10079. Vor 6 Jahren betrug ihre Zahl 8168, wovon nicht ganz die Hälfte abstimmten. Es entfielen damals auf den sozialdemokratischen Wahlmänner⸗ zettel 1285, auf den nationalliberalen 957 und auf den ultramontanen Zettel 829 Stimmen. Da nach dem hessischen Wahlgesetz die relative Mehrheit genügt, so war die Sozialdemokratie Sieger geblieben. * Alzey, 10. September. Die Stadtver⸗ ordneten⸗Versammlung wählte gestern mit 10 von 14 Stimmen— drei Zettel waren unbe⸗ schrieben— Herrn Theodor Wolf zum Ersten Beigeordneten. Die städtische Verwaltung besteht nunmehr aus einem Katholiken(Bürger⸗ meister), einem Juden(1. Beigeordneter) und einem Protestanten(2. Beigeordneter). Vermischtes. — Andrees Nordpolexpeditions⸗Projekt. Oberingenieur Andree ist, wie bekannt, dieser Tage wieder an Bord der„Virgo“ in Gothenburg eingetroffen. Daß ungünstige Windverhältnisse die Abfahrt des Polarballons verhindert haben, schwächt selbstverständlich in keiner Weise das Interesse für diese Expedition, deren nach jeder Rich⸗ tung so vorzügliche Inswerksetzung sich bei den Vorberei⸗ tungsarbeiten auf Spitzbergen vollauf gezeigt hat. In Schweden bringt man denn auch Andree nach wie vor das größte Vertrauen entgegen; wie sich zeigt, sind die Männer, deren Opferwilligkeit das Zustandekommen des Andreeschen Luftballons zu danken ist, bereit, die Expedition auch fernerhin zu unterstützen, so daß die Ausführung für nächstes Jahr, was die finanzielle Seite betrifft, bereits jetzt als vollkommen gesichert zu betrachten ist. Soeben hat auch Dr. Nobel, einer der Hauptzeichner, an Andree gedrahtet, es sei selbstverständlich, daß er auch zur nächst⸗ jährigen Expedition beitrage. Die neuen Kosten, die er⸗ forderlich sind, berechnet Andree unter Voraussetzung, daß ein Fahrzeug des Staates die Expedition kostenfrei zur dänischen Insel bringt, auf etwa 45000 Kronen, wovon verschiedene Tausend für neue Schwefelsäure und Eisen zu den Wasserstoffapparaten erforderlich sind. Der Ballon stand vom 27. Juli bis 17. August 6 Uhr morgens gefüllt. Man wollte ihn schon am 14. August einpacken, als man sich noch zu zweitägigem Warten entschloß. Die Ballonhalle ist zurückgelassen worden, alle losen Luken sind herausgenommen und das Haus gehörig versteift worden, damit es den Winterstürmen widerstehen kann. Das Gebäude kann mit Leichtigkeit in drei bis vier Tagen in Stand gesetzt werden. Die eine Hälfte des Wasserstoffapparates ist gleichfalls mit zurückgebracht worden. Alle Apparate haben ausgezeichnet gearbeitet und Alles ging nach Berechnung, ebenso verlief Aus⸗ packung, Füllung, Leerung und Einpackung des Ballons vorzüglich. Es fehlte nur südlicher Wind, aber der blieb hartnäckig aus oder war zu schwach. Es war mindestens vier Meter Windgeschwindigkeit nötig, um den Ballon mit einiger Schnelligkeit nordwärts zu treiben, aber die südlichen Winde, die sich hin und wieder einstellten, näherten sich der Windstille und dauerten manchmal nur einige Stunden. Die Expedition befand sich auf 79 Gr. 43 M. nördlicher Breite, und bis auf drei Grad nörd⸗ licher ist das Polargebiet bekannt. Der Ballon würde also 330 Kilometer gegen Nord zurücklegen müssen, ehe er in unbekanntes Gebiet käme, und unter den genannten Umständen würde die Auffahrt nichts weiter als eine einfache Luftballonreise mit einem anderen Kurs als nach dem Nordpol selbst gewesen sein, daneben hätte man noch riskieren können, Ballon und Instrumente zu verlieren, abgesehen von dem Verlust, der an der Ballonhalle ent⸗ steht, da bei der Auffahrt die eine Hälfte niedergestürzt wird und nicht mehr zu gebrauchen ist. Die in den Zeitungen erwähnten Undichtigkeiten im Ballon waren ohne jede Bedeutung und konnten mit größter Leichtigkeit beseitigt werden. — Die Raubjagd auf Elfenbein. Den be⸗ deutendsten Ausfuhrartikel Afrikas bildet das Elfenbein, ja man kann wohl sagen, daß das Elfenbein es war, welches zuerst den Besitz afrikanischer Ländergebiete euro⸗ päischen Völkern wünschenswert erscheinen ließ. Allein aus Deutsch⸗Ostafrika wurden im Jahre 1893/94 13 923 Stück Elefantenzähne exportiert! Als Gewicht der jähr⸗ lichen Gesamtausfuhr werden 800 000 Kilogramm ange⸗ nommen, welche einen Wert von 16 Mill.“ repräsen⸗ tieren. Nimmt man als Durchschnittsgewicht eines Zahnes 10 Kilogramm an, so ergiebt sich, daß in Afrika jährlich 40 000 Elefanten getötet werden, unter denen sich leider auch ganz junge Tiere befindeu. Mag nun der Reichtum dieses Weltteils an Elefanten auch uoch so groß sein, so wird er doch einem solchen Vernichtungskampf nicht lange mehr widerstehen können. In der That sind diese Säuge⸗ tiere in fast allen Küstengebieten, sowie in dem größten Teil Südafrikas gänzlich ausgestorben, so daß die Kara⸗ wanen tief in das Innere dringen müssen, um des Elfen⸗ beins habhaft zu werden. Nur im Kamerunlande und im Gallalande werden zu gewissen Jahreszeiten noch in un⸗ mittelbarer Nähe der Küsten Elefanten erlegt. Unter diesen Umständen kann es leicht dahin kommen, daß schon unsere Enkel den afrikanischen Elefanten als ausgestorbenes Tier nur noch im zoologischen Museum zu Gesicht bekommen. Alle Gegenmaßregeln, wie Jagdverbote und dergleichen haben sich bisher als illusorisch erwiesen, und es wird nötig sein, dem Vorschlag des Grafen Pfeil nachzukommen, welcher empfiehlt, die Elefanten in Afrika zu schonen und zu pflegen, so wie es in Indien bereits geschieht. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 11. Sept. Im Sitzungssaale des neuen Reichstagsgebäudes fand gestern Abend die Begrüßungssitzung des deutschen An⸗ waltskages statt. Erschienen waren ca. 3000 Damen und Herren: Justizrat Levy hieß im Namen des Haupt⸗Ausschusses und des Vor⸗ standes des deutschen Anwalt⸗Vereins die Mit⸗ glieder herzlich willkommen, worauf Justizrat Deist aus Leipzig als Vorsitzender des deutschen Anwalt⸗Vereins den Ehrengästen und Vertretern der Behörden für ihr Erscheinen dankte. Justiz⸗ minister Dr. Schönstedt hieß im Namen der preußischen Justizverwaltung alle herzlich will⸗ kommen und sprach seine Genugthuung darüber aus, daß der deutsche Anwaltstand nach besten Kräften dazu beigetragen habe, das Werk des bürgerlichen Gesetzbuches zu gedeihlichem Ende zu führen. Doch es harrten noch andere große Aufgaben der Lösung und er hoffe, daß auch dazu der deutsche Anwaltstand bereit sein werde, selbst wenn es auch einmal gelte, dem Allgemein⸗Interesse das Standes⸗Interesse zum Opfer zu bringen. Die preußische Justizver⸗ waltung werde stets darauf bedacht sein, Rat⸗ schläge zu befolgen oder Notiz zu nehmen von den Wünschen der Anwälte, die praktische Er⸗ fahrungen mit theoretischem Wissen verbänden. Nachdem Bürgermeister Kirchner den Gruß namens der Stadt Berlin dargebracht, sprachen noch Vertreter der Wiener, Bruͤsseler und Pester Anwaltskammer. Hd. Bu dapest, 11. September. Auf der Uuntergrundbahn geriet gestern Abend 11 uhr ein vollbesetzter Waggon infolge Kurzschlusses in Brand. Die Passagiere konnten sich nur mit größter Mühe mitten auf der Strecke durch Ab⸗ springen vom Wagen retten. Hd. Brüssel, 11. Sept. Die Sunslater dite 0 erklärt, daß alle n den des Engländers Par⸗ minter auf Erfindung beruhen. Hd. London, 11. September. Professor Röntgen wird demnächst in London erwartet, wo er einen achttägigen Aufenthalt nehmen wird. Derselbe ist von mehreren wissenschaftlichen Ge⸗ sellschaften eingeladen worden, welche ihm einen großartigen Empfang bereiten werden. Hd. Paris, 11. September. Von den Opfern des Cyelons befinden sich allein in den Spitälern 18 schwer Verletzte, von denen sich 7 in gefährlichem Zustande Ortsstatut für die Stadt Gießen, betreffend die Errichtung eines Arbeitsnachweises für die Provinzialhauptstadt Gießen. betreffend die Städteordnung für das durch Beschluß der Stadtverordneten-Ver⸗ sammlung vom 16 Juli 1896 nach Anhörung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 28. Juli 1896 unter Nr. M.⸗J. weis eingerichtet, für welchen folgende Bestimmungen maßgebend sind. 1 Auf Grund des Artikel 52 und 53 des Gesetzes, Großherzogtum Hessen vom 13. Juni 1874, wird 21937 für den Bezirk der Provinzialhauptstadt Gießen ein Arbeitsnach Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern(Ar⸗ beitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen und zwar überall beiderlei Geschlechts) Arbeit zu vermitteln. 8 2. Die Leitung und Verwaltung des Arbeitsnachweises ist einer städtischen Deputation übertragen, welche besteht: 1) aus dem Bürgermeister oder dem von ihm als Vorsitzender, 2) aus acht von der Stadtverordneten⸗Versammlung gewählten Mitgliedern, von welchen je die Hälste Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sowie mindestens je drei Arbeitgeber und je drei Arbeitnehmer vorbehältlich der in dem nachfolgendem Satz enthaltenen Einschränkung Beisitzer des Gewerbegerichtes sein müssen. Gemäß Artitel 52 der Städteordnung müssen mindestens zwei Mitglieder Stadtverordnete sein; es ist daher, soweit zur Deckung dieser Mindestzahl erforderlich, die Wahl nicht auf die Beisitzer des Gewerbegerichtes beschränkt. Sämtliche Mitglieder der Deputation müssen nach Artikel 13 u. ff. der Städteordnung stimmberechtigte und wahlfähige Mitglieder der Stadtgemeinde sein. Die Amtsdauer erlischt: a) für diejenigen Mitglieder, welche Stadtverordnete sind, mit der nach der regel mäßigen Ergänzung der Stadtverordneten⸗Versammlung stattgehabten Einführung der neu gewählten Mitglieder derselben, bp) für die übrigen Mitglieder mit dem Ablauf der Zeit, auf welche die Beisitzer Städt. Schlachthaus Freibank. Von heute bis Samstag Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Die Freibank bleibt bis 10 Uhr Abends geöffnet. meisterei. Für einen in Zwangserziehung ste⸗ henden 15 jährigen Jungen wird eine Lehrstelle gesucht. Nähere Auskunft erteilt das Armen⸗ amt, Zimmer Nr. 3 der Bürger⸗ Ein ausgelernter Buchbinder sucht Stelle auf sofort oder 1. Okt. Näheres 1029) Marburg, Weidenhäuserstr. 48. und dazu beauftragten Beigeordneten Ein Kind Bechthold, Gießen, Wolfstraße 21 I. findet liebevolle Pflege. 1022 produzieren. zu vermiten. Eine einfach möbl. Stube Neueuweg 43. (1004 GeId 944) Freundlich möbliertes Zimmer zum 1. Oktober zu vermieten. Mäusburg 12, III. Stock. Aunst⸗Anzeige. Die weltberühmte Familie Anie ist in Giesten eingetroffen und wird sich am Samstag, den 12. September auf dem Brandplatz i Die Vorstellung besteht in der a 0 1 höheren Gymnastik, Akrobatik, Tänze auf La . 1 1 er Wile a dem englisch gespannten Tanzseil. Herr Rudolf Knie wird sich als Jongleur und Equilibrist auszeichnen. befinden. Außer diesen sind noch 30 Verletzte und 2 Tote konstatiert. D war eine Windhose, die auf ei Punkte niederging. Das Sturn faßt ein kreisförmiges Territorin nur 100 Meter Durchmesser. Na männischem Urteil wurde der Stu einen starken Luftdruck hervor welcher, vom Ozean kommend, sice Norden fortsetzte. Der Golf von G gilt als Ausgangspunkt der Natur nung. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 13. September, 15. nach Trinktatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche: Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und Abendmahl für die Matthäusgemeinde. Anmeldung dazu wird bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Nächstkünftigen Sonntag, den 20. September, findet Beichte und hl. Abendmahl für die Markusgemeinde statt. In der Johanneskirche: Vormittags 7¾ Uhr; Pfarrer Dingeldey. Christen⸗ lehre für die Neukonfirmierten aus der Lulas⸗ gemeinde. 1 Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr. Kindergottesdienst für die Johannes⸗ gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.. Nächstkünftigen Sonntag, den 20. September, wird eine Kollekte für die Kaiser⸗Wilhelm⸗Stiftung für deutsche Invaliden erhoben werden. 1 Marktpreise. 9 Gießen, den 10. September. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,05— 1,10 Hühner⸗ eier per Stück 6—7, Enteneier—, Gänseeier——, Küse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 16, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 60— 70 Pfg., Hühner p. St. 90— 1,10, Hahnen 50— 70, Enten 1,60— 1,80, Gänse per Pfund 00—00, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70—72 Kalbfleisch 50—, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln per 100 Kilo 4,50— 6,00, Zwiebeln per Zentner 3,50— 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Sterbefãlle. 14 Am 8. September. Christian Müller, 24 J. alt, Hausbursche von Königsberg, Kreis Bieden⸗ kopf. Gestorben in der alten Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne. dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. die folgenden Tage 1 J des Gewerbegerichts gewählt waren. 3 Die Sitzungen der Deputation werden von dem Vorsitzenden nach Bedarf oder im Auf- trag von fünf Mitgliedern, jedoch mindestens alle drei Monate einberufen. Die Deputation ist beschlußfähig, wenn alle Mitglieder geladen und einschließlich des Vorsitzenden fünf Mit⸗ glieder und zwar wenigstens zwei Arbeitgeber und zwel Arbeitnehmer versammelt sind. Sind die Mitglieder zum zweiten Male zur Verhandlung über denselben Gegenstand einberufen aber dennoch nicht in genügender Zahl erschienen, so sind die Erschienenen über diesen Gegenstand unter allen Umständen beschlußfähig. Die Beschlüsse der Deputation werden nach Stimmenmehrheit gefaßt; insoweit bei der Abstimmung Arbeitgeber und Arbeitnehmer in ungleicher Zahl anwesend sind, haben sich die überzähligen Mitglieder der stärkeren Seite und zwar zunächst die dem Lebensalter nach jüngeren der Abstimmung zu enthalten. 8 4 Alle Kosten für Errichtung und Unterhaltung des Arbeitsnachweises trägt die Stadt Gießen; die Arbeitsvermittlung selbst erfolgt unentgeltlich. 8 5. Die für den Arbeitsnachweis erforderlichen Beamten werden nach Anhörung der De putation auf Beschluß der Stadtverordneten ⸗Versammlung durch die Großh. Bürgermeisterei Gießen auf Widerruf angestellt und entlassen. § 6. Die Mitglieder der Deputation erhalten, soweit sie nicht zugleich Stadtverordnete sind, für jede Sitzung, welcher sie beiwohnen, eine Entschädigung von zwei Mark, und falls die Sitzung mehr als einen halben Arbeitstag in ch nimmt, eine solche von vier Mark. Bei Streitigkeiten, welche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die Bedingungen der Fortsetzung oder Wiederaufnahme des Arbeitsverhältnisses entstehen und zu Ausständen oder Aussperrungen führen, stellt der Arbeitsnachweis seine Thätigkeit für die Beteiligten ein, sobald das dafür zuständige Gewerbegericht, oder im Falle der Unzuständigkeit des Letzteren die Deputation für den Arbeitsnachweis auch nur von einem der streitenden Teile als Einigungsamt angerufen wird. Soferne vor diesem Einiguugsamt weder eine Vereinbarung noch ein von beiden Teilen anerkannter Schiedsspruch zustande gekommen ist, beschließt die Deputation, ob der Arbeitsnachweis für die Beteiligten wieder aufgenommen oder bis zur Beilegung des Streites eingestellt bleiben soll. 8 8. Die Geschäfte des Arbeitsnachweises werden nach einer Geschäftsordnung, die von der Stadtverorbneten-Versammlung nach Anhörung der Deputation erlassen wird, geführt.— Die Vertretung der Anstalt erfolgt durch den Vorsitzenden der Deputation. 5 9 1 8 8.9. Der Arbeitsnachweis tritt mit dem 1. November 1896 in Wirksamkeit. Gießen, den 5. September 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Gasthaus„Zum deutschen Io“ Vereinszimmer iu vergeben, Mittagstisch im Abonnement. g sowie ——0—ĩ%ͤ— ß.. ˙. 0— 7j§⏑—— ̃—— auf erststellige Hypotheken besorgt 529 H. C. Werner, Eichgärten 10. Neues Sauerkraut und frisch eingemachte 5 Gurken 5 empfiehlt 5 Joh. 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Derselbe wird von zuheben ist der schwankenden Standpunkt aus mit seiter nie 7 den Büͤchse kleine Ballons aus der Luft herunterschießen.— In jeder Vorstellung nes Programm. K 1771 Aufang an Wochentagen abends 8 Uhr, an Sonntagen nach 5 3 Uhr und abends /8 Uhr.„ J Die umstehenden Zuschauer bezahlen 20 Pfg. und bei Be⸗ steigung des hohen Seiles 10 Pfg. Kinder 3 Pfg. Da die Familie Knie schon 60 J ierher k i Beifall erung: hat, so hofft sie auch dieses Mal auf 15 111 fach. Erber aged e kamilie Kule. Jlexander Sl., rater. 3 Herr Rudolf wird den Parademarsch hinauf und herunter zur Aufführung bringen und mit e Frtisinniger Verein. General- Versammlung Montag, den 14. Sept., abends 9 Uhr in den oberen Lokalitäten der Restauration Feidel(Bavaria! am Kanzleiberg. 15 Reichstagswahl. Landtagswahl. 5 Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ersucht um zaͤhliges Erscheinen Der Vorstand. Tagesordnung: ile 1217 Bohnen e Ge m 10 Aölchnende 6 fachen igen, He Aa an i. e de Alf berchtig. dultam Erlach ct schwer durch ichen dez Berke dit ewa den a nisen wir m danberwoltungen begnügen. 10 un die uc demnächt a dle wid! Trotz alledem kungen, eine Vel wetlangen, die leit Aue kömmt. E chen der Kan eommerfahrka 2 ße Mehrheii k nicht in der Aurderneh, Bork ö Adern floh ist, Tf den Schiffenbe n, so kommt! aten zugute, d 0 Urmäßsgung zu fe „Die Handels Alassung genonn erfrühzuges, Juseck aus fh babe dunn hen Bahnen fü auf Grund chürfnise Rech Rächer Ort salgen anderen n Aeungssetig hide zu gen sachtung eines werbung in Ig uweiterte — Marja, 5 von Neitroman ö I Ire Ersche winnen ler deen in den U m Ang sie bz Au ante . Jumesan den alle 1 5 Hals ber ae dur Aiden am ein dali in jede