ießen, „ Lau⸗ Kteises fissonen rburg, berg e Leser usgabe ting also in anderes u bieten gen 90 Landes⸗ — intw. Re⸗ Ottmann, 1 8 2 2 —— — Gießen, Sonntag, den 12. Jannar 1896. che Ausgabe andeszei Gießen. fung. Redaktion: 5 7 Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: 24 Kreuzplatz Nr. 4. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile. E bonmementspestelüngen „Hessische Landeszeitung“ auf die nehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen. Kein anderes hiesiges oder auswärti— ges Blatt bietet annähernd die Vor— teile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird. Preis nur 60 Pig. monatlich einschließlich Trägerlohn. Gießener Neu⸗ und Umbauten im Jahre 1895. Spezialbericht der„Hess. Idztg.“ 5(Schluß.) i Wir biegen nunmehr den Eisenbahn-Viadukt benutzend in die Rodheimerstraße ein, um über die Lahnbrücke nach Sachsenhausen zu gehen, wie der Gießener Volkswitz den durch den Eisenbahn— damm und die Lahn von der übrigen Stadt ge— trennten Stadtteil genannt habe. Rechts grüßt uns von der Höhe der altersgraue Gleiberg. Doch sehen wir uns in diesem Stadtteil nach baulichen Veränderungen des Vorjahres um. An den aus roten Backsteinen erbauten städtischen Schlachthof hat man—auch ein Zeichen der Zeit!— die Frelbank vergrößert. Durch einen weiteren Anbau ist ein neuer Stall entstanden, über dem im 2. Stocke eine Wohnung für einen Schlacht⸗ hofswärter errichtet ist. Auf der anderen Seite der Rodheimerstraße läßt der Steinbruchbesitzer Valentin nach Pläuen des Architekten Kockerbeck einen Neubau aufführen, der bis jetzt zwar nur im Rohbau fertig doch unsern vollen Beifall findet. Als Putzbau gedacht, mit gut wirkender Blendsteingliederung durchsetzt, ist das Gebäude mit seinem stolzen Giebel, den schmucken Erkern am Dach, seinem der Architektonik des Ganzen entsprechenden Turmbau eine Zierde dieses Stadt⸗ viertels. Betrachten wir uns noch die beiden neu erbauten Wohnhäuser der Firma Birken⸗ stock und Schneider an der Westanlage und Schanzenstraße Ecke, von denen nur das Eck— gebäude eine einigermaßen wirkende Fagade besitzt, so wären wir eigentlich mit unserem Rundgang zu Ende, wenn wir nicht hoch oben im Süden außerhalb der Stadt vergessen hätten, der jetzt fertig gestellten neuen Werkstatt der Oberhessischen Eisenbahn und dem daneben angelegten bis jetzt unter Dach gebrachten Heyligenstädtschen neuen Etablissement unseren Besuch zu machen, doch verschieben wir dieses, bis diese großartig ange— ee genommen worden ind. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 11. Januar. Der Provinzial⸗ ausschuß genehmigte heute Vormittag u. A. das Gesuch des Spezereihändlers H. Arnold II in der Marktstraße um Konzession zum Klein- handel mit Brauntwein über die Straße, allerdings mit der Einschränkung, daß sich diese Erlaubnis nur auf Nordhäuser, Rum, Arak, Cognak und feinere Liköre beziehen soll. * Gießen, 10. Januar. Vom Schöffenge— richt wurde der Meister Rohrbach[Vwegen Be- leidigung des Philipp Georg Rechts zu 50 Mark Geldbuße sowie Tragung sämtlicher Kosten verur— teilt. Dem Beleidigten wurde die Publikations- befugnis zugesprochen. Die Beleidigung wurde am Wirtstisch in Lollar verübt. 5 * Gießen, 10. Jan. In der ersten dies— jährigen Monatsversammlung des neu gegrün⸗ deten Seltersberg vereins beschäftigte man sich gestern Abend mit der Pflasterung des Bürgersteiges der oberen Frankfurterstraße bis zur Psychiatrischen Klinik. Von der ehemals von Rabenau'schen Besitzung seien die Trottoirs bei schlechtem Wetter kaum passierbar; durch eine an dieser Seite vorzunehmende Regulierung und Pflasterung würden auch die Straßengräben in Fortfall kommen. Man beschloß, um baldige Inangriffnahme dieser Pflasterarbeiten beim Stadtvorstand vorstellig zu werden. * Gießen, 11. Januar. Der Vorsitzende der hiesigen Ortskrankenkasse, Herr Bau⸗ unternehmer Winn, hat im Auftrage des Ge⸗ samtvorstandes mit den unten benannten Aerzten neue Verträge abgeschlossen. Nach dem neuen Vertrag erhalten die Aerzte jährliche Pauschal— summen und übernehmen dafür die Behandlung der erkrankten Mitglieder in den betr. Orten. Dr. Zinßer-Gießen für Gießen, Heuchelheim, Klein⸗Linden, Wieseck, Watzenborn, Steinberg, An⸗ nerod, Hausen, Kinzenbach, Dudenhofen. Dr. Bock⸗ ler⸗Großen-Buseck für Alten-Buseck, Reis- kirchen, Saasen, Lindenstruth, Harbach, Burkhards— felden, Oppenrod u.(gemeinsam mit Dr. Seipp⸗ Lich) Hattenrod. Dr. Gengnagel-Großen⸗ Buseck für Rödgen, Trohe, Beuern, Bersrod. Dr. Seipp⸗Lich für Lich, Garbenteich, Dorf— Güll, Oberhörgern, Eberstadt, Muschenheim, Birklar, Bettenhausen, Langsdorf, Steinbach, Albach, Nonnenrod, Ettingshausen, Hattenrod, Münster, Niederbessingen, Oberbessingen. Dr. Platz⸗Großen-Linden für Großen⸗Linden, Allendorf a. d. Lahn, Leihgestern, Hörnsheim, Hochelheim, Lützellinden, Dornholzhausen. Dr. Seipp⸗Krofdorf für Krofdorf, Wißmar, Launsbach und Gleiberg. Dr. Klingelhöfer— Rodheim für Rodheim, Vetzberg, Fellingshausen, Crumbach, Frankenbach und Bieber. Dr. Reiff⸗ Lang⸗Göns für Lang⸗Göns, Holzheim, Grü— ningen, Niederkleen und Kirch-Göns. Dr. Wagner-Londorf für Londorf, Bellersheim, Hachborn, Treis a. d. Lumda, Allendorf a. d. Lumda, Climbach, Allertshausen, Kesselbach, Odenhausen, Geilshausen, Oppenborn, Rüd⸗ dingshausen, Reinhardtshain. Durch die neuen Abmachungen mit den Aerzten, welche übrigens der Ortskrankenkasse sehr koulant entgegen— kamen, erwächst derselben eine nicht un⸗ bedeutende Ersparnis an Aerzte-Honorar, wofür im Vorjahr allein ca. Mk. 9500.— ge⸗ zahlt wurden. Bei Unglücksfällen und plötzlich auftretendem Krankwerden der Mitglieder ist übrigens jeder dieser Aerzte verpflichtet unent— geltlich Hülfe zu leisten, wenn auch das be— treffende Mitglied in einem anderen Kassenbezirk wohnt als in dem, wo es der plötzlich gebotenen ärztlichen Behandlung bedarf. * Gießen, 11. Januar. Wir wollen auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, daß sich alle Militärpflichtigen, die vor oder im Jahre 1876 geboren sind, behufs Ein⸗ tragung ihrer Namen in die Rekrutierungs⸗ stammrolle in der Zeit vom 10. bis 25. Jauuar dieses Jahres bei der Bürgermeisterei dahier zu melden haben. Diejenigen, welche nicht in Gießen geboren sind, haben ihren Geburts— schein mitzubringen. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. * Gießen, 11. Januar. Während die in Langenhain(Kreis Friedberg) und Londorf ausgebrochene Maul⸗ und Klauenseuche wieder erloschen ist, ist dieselbe neuerdings in Nieder-Seemen(Kreis Schotten) auf— getreten. Für die beiden erstgeuannten Orte sind die Sperrmaßregeln aufgehoben, für Nieder-Seemen angeordnet. * Gießen, 11. Januar. In unserem heu⸗ tigen Annoncenteil finden unsere Leser die „Satzungen, betr. die Bildung und Ver⸗ waltung eines Stadterweiterungs⸗ fonds“ für Gießen. Dieselben sind von der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen und haben die ministerielle Genehmigung gefunden. D. Z. Ober-Ohmen, 11. Jan. In hiesiger Gemeinde beabsichtigt man die Gründung einer Molkerei. Ob das Unternehmen durch eine Ge— nossenschaft oder eine Aktiengesellschaft geführt werden soll, ist bis jetzt noch nicht entschiedeu. Die zu errichtenden Molkereigebäude sollen in unmittelbarer Nähe der Staatsstraße nach Ulrich⸗ stein errichtet und der Betrieb mittelst Dampfs geschehen. Daß es der geplanten Molkerei an Milchzufuhr nicht mangeln wird, dürfte als sicher anzunehmen sein, da die Orte des oberen Ohmthals seither ihre Milch zu den Molkereien nach Nieder-Ohmen und größtenteils nach dem entfernten Grünberg lieferten. Das Molkerei⸗ wesen hat in unserem Kreise einen Aufschwung genommen, den man vor einem halben Jahr- zehnt kaum geahnt hätte. Die Zufuhr an Milch zu den Molkereien ist ganz bedeutend gewachsen; so verarbeitet z. B. die Molkerei Nieder-Ohmen täglich durchschnittlich 3600 Liter Milch. 1. Vilbel, 9. Januar. Wir meldeten s. Zt. die Verhaftung zweier Personen, die wegen des dringenden Verdachts, in Petterweil gegen einen Rentner einen Raubmordversuch verübt zu haben, erfolgt war. Nunmehr ist das Verfahren gegen dieselben eingestellt. Darmstadt, 10. Jan. Auch in unserer Stadt wollen die Rechtsanwälte gleich ihren Kollegen in Mainz und Gießen die Sonn⸗ tagsruhe einzuführen. In der gestern abge⸗ haltenen Monatsversammlung des Anwalt⸗ vereins berichtete der Vorsitzende über die Durchführung der Sonntagsruhe für die An⸗ waltbureaux. In den Zeitungen sei eine bezüg⸗ liche Bekanutmachung erfolgt. Im übrigen sind die Interessenten durch geeignete Vermerke in den Briefen der Anwälte und Anschlag an den Geschäftsstuben verständigt. Von Mainz ist berichtet, daß in einer am 30. Dezember v. J. stattgehabten Versammlung die Anwälte sich ein⸗ stimmig für Durchführung der Sonntagsruhe ausgesprochen haben, dabei aber gleichzeitig in einem zur Zeit im Umlauf befindlichen Zirkular die strikte Durchführung der Sonntagsruhe seitens aller Mainzer Anwälte verlangt wird. In Gießen hat die Mehrzahl der Anwälte schon seit Mai v. J. die Sonntagsruhe eingeführt, F. Z. Darmstadt, 11. Jan. Der Commls Schlosser aus Rambowich, in der hiesigen Firiale des Mainzer Warenhauses bedienstet, wurde heute durch schöffengerichtliches Urteil wegen Betrugs ⸗ versuchs zu 25 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er bei Verkauf halbwollener Stoffe solche als rein wollene bezeichnete und vorgespiegelt hatte, die Ware sei früher„zu bedeutend höherem Preise“ verkauft worden. Die Anklage ist durch den Detaillistenverein veranlaßt worden. th. Lampertheim, 11. Jan. In anderen Städten möchte man das Oktroi gern los sein und hier soll es eingeführt werden. In dem städtischen Voranschlag heißt es:„Da es un⸗ thunlich ist, die von Jahr zu Jahr sich meh⸗ renden unabwendbaxen Bedürfnisse lediglich durch Steigerung der Umlagen zu decken, so schlägt der Gemeinderat statt einer sonst unvermeidlichen Steigerung der Umlagen im Betrage von 10 000 Mk. vor, die Einführung eines Oktrois auf Bier in der Höhe von 1 Pfg. pro Liter(Einfuhr 5000 hl.) und auf Steinkohlen in der Höhe von 5 Pfg. pro Zentner(Einfuhr 122200 Zenkner) zu bewerkstelligen. Die Brutto-Einnahme an Oktroi ist auf 11110 Mk. geschätzt, wovon nach Herrn Nepomuk Malzhnbers erste und letzte Liebe. Von Gottfried König. (Schluß.) Sie zeigte ihm alles, was es nur irgend zu sehen gab. Er mußte Küche und Keller bewundern, zu Taubenhäusern und Bodenkammern hinauf⸗ klettern und in Pferde-, Kuh- und Schweineställen herumkriechen, wobei sie ihm in ihrem reizenden Plattdeutsch die ernsthaftesten Belehrungen über Trockenfütterung, Düngerverwertung und sonstige ökonomische Vor- und Nachteile zum Besten gab. Malzhuber staunte immer von Neuem. Und wenn Lise sein Staunen bemerkte und sah, wie er sich den Schweiß von der Stirn und den Staub von der Brille wischte, dann lachte sie hell auf, daß die weißen Perlzähnchen blitzten, und Malzhuber lachte mit, er mochte wollen oder nicht. Das wäre nun alles ganz gut gewesen, wenn Malzhuber nicht an seinem immer mehr sich ver— wirrenden Denkvermögen mit Schrecken wahrge— nommen hätte, daß er anfing, jener unerforschlichen Zaubermacht anheimzufallen, die man gemeinhin „Liebe“ neunt. Doch lag ihm das entsetzliche Bei— spiel des unglücklichen Beudemann mit furchtbarer Deutlichkeit im Sinne, und angstvoll beschwor er den Pythagoräischen Lehrsatz vor sein geistiges Auge, beschäftigte sich eingehend mit der Kongruenz der gleichschenkligen Dreiecke und den Gesetzen der grie— chischen Syntax. Es half alles nichts! Tief me⸗ lancholisch gestaud er es endlich sich selber: Er liebte! Morgens wenn er aufstand und noch damit be— schäftigt war, seinem Aeußeren den gesellschaftlichen die weißen Vorhänge auf den Hof hinaus, wo das geliebte Wesen mit nackten Füßchen stand und dem Geflügel das Futter streute. Dabei seufzte er„elegisch“ „Elise“ und es kam dänn vor, daß er Weste oder Kragen anzulegen vergaß oder ungewaschen in das Frühstückszimmer trat, um Lisen mit einem schüchternen„Guten Morgen“ zu be— grüßen. Einst geschah es sogar, als er der heim— lich Geliebten durch den Blumengarten nacheilen wollte, daß ihm ein tückischer Rosenstock seinen besten Staatsrock auf dem Rücken fein säuberlich in zwei gleiche Teile zertrennte und ein andermal fiel er auf der Bleichwiese über einen Graspflock, verlor die Brille und verwickelte sich im Fallen immer mehr in die nasse Leinwand, aus der ihn Lise endlich als rettender Engel erlöste. Das Alles aber war nur geeignet, die heißen Flammen seiner jungen Liebe zu immer heftigerem Lodern zu entfachen und als Brösicke unverhofft eine kleine Reise unternahm, faßte Malzhuber den heroischen Entschluß, sich der Geliebten zu erklären. Das war nun durchaus nicht leicht, und bänglich klopfte sein Herz vor dem entscheidenden Momente, den er weiter hinausschob. O armer Nepomuk, hättest Du geahnt, daß allabendlich im Dämmern hiuten in der Laube des Obstgartens Lisens weicher Arm sich zärtlich dem jungen Verwalter um die breiten Schultern legte und ihr kleiner Mund den Weg so schwer zurück— fand von seinen schnurrbärtigen Lippen! Längst hatte Lise die Wandlung von Malzhuber's Onkel⸗Gefühlen mit stillem Lachen erkannt. Heute aber schwante ihr Unheil, und sie vertraute ihrem Franz die schlimmen Ahnungen ihres sorgenschweren Schliff zu verleihen, blinzelte er verstohlen durch Herzens. Eine Weile fluͤsterten sie zusammen, dann nickte sie befriedigt und flog heiter fingend in's Haus zurück. Der Tag verstrich. Beim Mittagessen würgte Malzhuber krampfhaft an jedem Bissen, sah mehr in Lisens braune Augen, als auf seinen Teller und goß richtig die Bratensauce über das schneeweiße Tischtuch. Aber er schwieg. Bis zum Abend trug er stumm die Last seiner Liebe. Da hielt es ihn nicht länger. Der Mond war aufgegangen und vom Fenster aus sah der Liebende die schlanke Ge— stalt Elisens in der Laube verschwinden.„Jetzt, oder nie!“ dachte er und eilte spornstreichs in Hemdärmeln und Pantoffeln dem teuren Mädchen nach. Schon war er im Gemüsegarten angelangt und fühlte sein Herz stürmisch zum Halse hinauf— schlagen, da hielt ihn die verschlossene Thüre in seinem siegreichen Vordringen auf. Verzweifelt blickte er umher und entdeckte endlich mit dem Scharfblick der Liebe eine Lücke im Zaun. Ein kurzer Augenblick der Ueberlegung, dann sah man den Herrn Oberlehrer Nepomuk Malzhuber auf allen Vieren dem Ziele seiner Sehnsucht entgegenkriechen. Er guckte gerade halben Leibes unter dem Zaun hervor, während sich die hinteren Extremi— täten noch auf der jenseitigen Grenze befanden, da fühlte er sich auf einmal sehr energisch an dem Teile seines Körpers gepackt, auf dem er gewöhn— lich saß.„Hebben wi Di endlich, Du infamigter Appeldieb!“ tönte es hinter ihm und zugleich ha— gelten dichte Hiebe auf die Kehrseite des unglück— lichen Liebhabers hernieder.„Räuber, Mörder,“ schrie er mit schreckerstickter Stimme, doch immer schneller fielen die Schläge.„Laßt mich los,“ ächzte er dann,„ich bin der Oberlehrerer Heinrich Nepo— muk Malzhuber aus Grüneberg!“ Aber auch diese gütliche Vorstellung fruchtete nichts, und mit dem ——— Seufzer„Elise“ schloß er endlich todesmakt die Augen. * 2* Als er erwachte, lag er in einem bequemen Lehnstuhl und sah Elisen mit nassen Tüchern und Binden um sich beschäftigt. Lachend und weinend gestand sie ihm, daß sie mit ihrem Franz in der Laube gesessen, als sie seinen Hülferuf gehört, und wie Franzeus starker Arm ihn gerade noch zu rechter Zeit von seinen Peinigern gerettet. Das gute Mädchen ahnte Franzens Tücke nicht und bat den„lieben Onkel“ mit heißen Thränen, ein gutes Wort beim Vater einzulegen für seinen hilfreichen Retter. Er sei so brav, so seelensgut, und sie liebten sich heimlich schon lange, aber Brösicke wollte nicht, daß sie den armen Verwalter nähme. Elisens Thränen schmolzen langsam die Eis— rinde der verschmähten Liebe von Malzhuber's Herzen hinweg, und als er nach einigen Seufzern die Bitte des Mädchens zu erfüllen versprach, da fiel sie ihm schnurstracks um den Hals und küßte ihn so stürmisch, daß ihm der Atem zu vergehen drohte. ** * Und er hielt Wort. Am Abend seiner Abreise feierten die beiden Glücklichen ihre Verlobung und Hinrik sowohl wie der überselige Franz beteuerten ihm unter Lisens tiefem Erröten, daß der erste Junge heißen sollte, wie sein liebenswürdiger Onkel: Nepomuk. Malzhuber aber kehrte zurück zum Schopen⸗ hauer und urteilte fortan milder über die Liebes briefe der Sekunda. 9 4 1 7 5 Abzug der Erhebungs- und Kontrollkosten im Betrage von 10 Prozent eine Rein-Einnahme von 10000 Mk. verbliebe“. Dem armen Mann die Kohlen zu verteuern und aus dem fast einzigen Genußmittel des werkthätigen Volkes— dem Biere— noch eine indirekte Steuer heraus⸗ zuschlagen, fällt anscheinend nicht schwer. Größere Vermögen aber direkt zur Steuer heranzuziehen, ist„unthunlich“. Warum denn? Zivilstand der Stadt Gießen. Geburten. Dem Fabrikaufseher Heinrich Bellof 30. Dezember 1895. 1 Sohn, Otto. 30. Dezember 1895. Hans Peter Karl. 31. Dezember 1895. Dem Schreiner Ludwig Becker 3., 1 Sohn, Ludwig Karl Adam Franz. 1. Januar 1896. Dem Bergmann Peter Philipp Horst 1 Sohn. 2. Januar 1896. Dem Arbeiter Gilbert Neun 1 Tochter. 3. Januar 1896. Dem Fuhrmann Theodor Simon 1 Tochter, Minna Luise Elisabeth Katharine. Aufgebote. 28. Dezember 1895. Moritz Docter, Veterinärarzt zu Büdingen mit Fanny Docter hierselbst. 6. Januar 1896. Eugen Hermann Letsch, dahier mit Bertha Mickel hierselbst. 7. Januar 1896. Johann Georg Friedrich Schmidt, Küfer dahier mit Helene Klohr zu Gimmeldingen. 8. Jauuar 1896. Georg Hartmanu, Schlosser dahier mit Elisabethe Seibel zu Ettingshausen. 9. Januar 1896. Wolf Wertheim, Kaufmann zu Geln⸗ hausen mit Auguste Stamm hierselbst. 10. Januar 1896. Dr. Hermann Schiller, pract. Arzt zu Breslau mit Elisabeth Meinecke daselbst. Eheschließungen. Heinrich Christian Gottlieb Henkel, Dem Heizer Heinrich Janz 1 Sohn, Kaufmann 7. Januar 1896. alt, Ehefrau von Taglöhner Johannes Brück dahier. . Januar 1896. Heinrich Karl Kümmel, 63 Jahre alt, Schreiner dahier. 7. Januar 1896. Auguste Emma Noack geb. Bansa, 31 Jahre alt, Ehefrau von Dr. Georg Franz Noack, pract. Arzt zu Stolberg im Rheinland. 7. Januar 1896. Auguste Nohl, 28 Jahre alt, Näherin von Reichelsheim, Kreis Friedberg. 7. Januar 1896. Friedrich Hüter, 71 Schneider dahier. 10. Januar 1896. mann dahier. ——— Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag, den 12. Januar. 1. nach Epiphanias. Landes-Missionsfest. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dr. Grein. 1 Jahre alt, Carl Väth, 47 Jahre alt, Kauf⸗ Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Gre iu. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für die Matth äusge⸗ meinde. Anmeldungen im Pfarrhaus erbeten. Collecte zum Besten der Heidenmission. Nächstkünftigen Sonntag, den 19. Januar, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Marcusgemeinde im Abendgottesdienst statt. Donnerstag den 16. Januar, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der Stadtknabenschule: Bibelstunde. Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lucasge⸗ meinde. Pfarrer Dingeldey. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. In allen Gottesdiensten Collecte für die Heidenmission. Montag, den 13. Januar, Abends 8 Uhr, Bibel⸗ stunde im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Letzte Telegramme. Hd. Coblenz, 11. Jau. Heute Morgen 3 Uhr 40 Minuten wurde hierselbst ein Er dst oß verspürt. Hd. Triest, 11. Jan. Seit gestern herrscht hier eine furchtbare Bora. Die Stadt ist ver⸗ ödet. Zahlreiche Unglücksfälle sind vorgekommen. Der Schiffsverkehr ist teilweise gestört. Der Statthalter Rinaldini, welcher aus Parenzo mittelst Schiff nach hier reisen wollte, mußte die Fahrt unterbrechen und die Reise per Bahn fort⸗ setzen. Hd. Paris, 11. Jan. Libre Parole ver⸗ öffentlicht einen äußerst heftigen Artikel gegen den Minister Berthelot und dessen Haltung in der Transvaal-Angelegenheit. Ein offiziöses Blatt hatte angedeutet, man habe aus Petersburg noch keine Weisung erhalten, was die Libre Parole armselig und erbärmlich nennt. Wir verzeihen Rußland, so sagt das Blatt, daß es öfter unsere Millionen in Anspruch nimmt, allein wir wollen in politischen Angelegenheiten nicht hinter der russischen Regierung marschieren. Wir wollen alle mit denen zusammengehen, welche England, das Räubernest, zerstören und züchtigen wollen. Hd. Paris, 11. Jan. In gewissen Kreisen wird versichert, Arton werde bei der Lord⸗ kammer gegen seine Auslieferung appel⸗ lieren. Man glaubt jedoch, daß er weiter nichts als eine Verzögerung seiner Auslieferung herbei⸗ führen werde. Hd. Paris, 11. Januar. Der Rappel will nichts von einer Gemeinschaft zwischen Rußland, Frankreich und Deutschland wissen. Die Autorité Hd. Paris, 11. Januar. Die Verhaftung von Saint Ceres ist der Gegenstand lebhaftester Erörterungen. gegen denselben außerdem die Anklage wegen Spionage erhoben werde auf Grund der bei Herrn Civry aufgefundenen Schriftstücke. Außer⸗ dem sind mehrere Offiziere in dieser Anklage kompromittiert. Man erwartet weitere sentationelle Verhaftungen. Hd. Paris, 11. Januar. Anläßlich der Centenarfeier des Instituts de France erhielt Professor Virchow das Kommandeur⸗Kreuz der Ehrenlegion. 5 Hd. London, 11. Jan. Heute wird ein Ministerrat stattfinden, dem man große Wichtig⸗ keit beilegt. Gerüchtweise verlautet, die Regierung habe die Bewilligung zur Bildung eines zweiten Geschwaders erteilt. Hd. Sofia, 11. Jan. Aus Konstantinopeler Briefen des Exarchen Gregor geht hervor, daß seine Mission bei dem russischen Botschafter Nelidow, Versprechungen für die Anerkennung Bulgariens zu erhalten, erfolglos geblieben ist. Hd. New⸗Pork, 11. Jan. Durch den Einsturz einer Brücke über den Ohio stürzte ein vollbesetzter elektrischer Tramway-Wagen aus einer Höhe von 150 Fuß in den Fluß. Von den Insassen des Wagens konnte nur ein einziger gerettet werden. Hd. Johannesburg, 11. Jan. Die Ruhe ist wieder hergestellt. 22 Rädelsführer wurden verhaftet, darunter Oberst Rhodes, ein Bruder Cecile Rhodes. Einige Blätter behaupten, daß Metzger dahier mit Emma Schäfer zu Rennerod. Brief an die Corinther, Capitel 6. Pfarrer Dingeldey. glaubt nicht, daß Frankreich jemals ein Bünduis Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ jed Sterbefälle. Die nächste Abendmahlsfeier für die Johannesgemeinde mit Dentschland abschließen werde. Der Gaulois dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, u le 4. Januar 1896. Kaspar Seim, 66 Jahre alt, Wagner wird am 26. Januar, diejenige für die Lucasgemeinde führt aus, Frankreich könne aus der gegenwärtigen beide in Gießen. Kein von Otterbach. am 2. Februar, jedesmal im Abendgottesdienst gehalten Lage keinen Vorteil ziehen, da es keine stabile 8 9. Januar 1896. Katharine Brück geb. Dörr, 67 Jahre] werden. Regierung besitze. eb 9 9 1005 ———ñ—.——.ñ——.ñññ——— telle d. . a ö 1 2 1 8 Alle ins Graveurfach einschlagenden det E 1 0 Sa tz u n 9 e! 2. N Holzversteigerungen 17 25 1 Arbeiten, sowie Ausschneiden von Schab⸗ 0 betreffend die Bildung und Verwaltung eines Stadterweiterungsfonds für die Alsfeld. Oberförsterei Eudorf. Dominialwalddistrikt Görzerholz[ lonen und Monogramms verfertigt Nach Provinzialhauptstadt Gießen.(„Thonau“) bei Fischbach, an den Straßen Alsfeld—Reibertenrod— Holzburg H. Rüger, Graveur, . und Heidelbach—Fischbach gelegen. 360 Kiefern⸗Stämme(Schnitt, und 89) Kreuzplatz 4. in f Zur Erleichterung eines, zum Nutzen der Stadt Gießen erfolgenden, vor— 1 1 0 40 mittleren Durchmesser und mit bis 26 Mtr. Länge, Pn. Sauerkraut. P. Pf 10&, 5 orglichen Ankaufs von Grundeigentum zu Zwecken der Stadterweiterung, wie 3 5 5 Speise- und Salat- 6 f n Straß 7 Zw 85 reitag, den 17. Januar, von Vormittags 9 Uhr an. 8 lle zur Vorbereitung von Straßeuregulierungen wird ein 16 01 5 5 i if 55 95 5 b kartoffeln, Alle Arten — 0 as Holz lagert in ilom. Entfernung vom Bahnhof Alsfeld und kann Gemüse in osser Auswahl schl Stadterweiterungsfond auf chaussirten Straßen dahin abgefahren werden. zum billigsten N fänschle gebildet und für denselben eine Nebeurechnung zur Stadtkasse eingerichtet. Auszüge mit Dimensionen auf rechtzeitiges Ersuchen unentgeltlich. J. Hankel. 8 2. 5 5 5 40) Schlossgasse 6. Lok Dem Stadterweiterungsfond ist zu Lasten der Bermögensrechnung der Domanial-⸗Fischerei⸗ und Jagdverpachtungen. Mehrere jüngere 6 Stadt ein Grundvermögen von 150 000 Mk., in Worten Einhundertfünfzigtausend 2 1 1 Mark(zunächst zwecks Aukaufs der vormals v. Rabenau'schen Besitzung) über⸗ Fischereien. u rer unsert wiesen worden; eine spätere Verstärkung dieses Grundvermögens bleibt vor— 6 11 r e 95 5 a d 115 1 e der 9995 emarkung Burg-Gemünden und dem Mehlbach in der Gemarkung ringshausen(Fischerei⸗ 5 5 f; 8 behalten. 8 3 bezirk I); in der Felda in der Gemarkung Nieder-Gemünden(Fischereibezirk II); in 55 Ohm für Artikel, welche in jeder Fa⸗ hinausg 5 8 3. 5 a f von der Einmündung der Felda bis an die Homberger bezw Wäldershäuser Grenze mit dem mlie leicht verkäuflich gegen hohe wohl 9 Der Stadterweiterungsfond hat dieses Grundvermögen(seine Kapitalschuld sogen. Hirschbächlein in der Gemarkung Nieder-Gemünden(Fischereibezirk III); Provision sofort ef cht. Cau⸗ 1. an die Stadt) mit jährlich 3 ¼ pCt., in Worten drei und einhalb Procent, zu 2. Oberförsterei Nieder⸗Ohmen: Im Seenbach in den Gemarkungen Flensungen 5 r 5 ton sosor ge 1 Cau⸗ gebildet verzinsen 1925 mne 1 1000 Triebmühle bei Merlau, im Ilsbach, im Ilsdorfer, Herrumüllers- und tion nicht erforderlich. Näheres zu geitweili 79 5 8 8 2 riebmüllers-Mühlgraben, Gemarkungen Ilsdorf und Kirschgarten ischereibezirk I); in der f 1 f Kapitalien des Fonds, deren Aulage in Grundeigentum vorübergehend Ohm in den Pim kimgen Weissas en Kirschgarten und Merlau, 15 im Kirsch 79055 Mübl⸗ erfragen bei C. Stiasny, Bahn⸗ fab 10 5 3 Cilauff unterbleibt, sind bei der Stadtkasse verzinslich auzulegen; es werdey dafür seitens graben(Fischereibezirk II); in der Ohm in der Gemarkung Nieder⸗Ohmen zwischen der Ober⸗ hofstraße 11. 1 6¹ der Stadtkasse dieselben Zinsen und Bedingungen gewährt, welche der Stadtkasse Beate und noten 1 im 5 l enen 7 1 5 t f 5 F. j f 5 graben, im sogen. Grundelwasser und im Mühlgraben von der Papiermühle bis in die m, 2 1 14 ö im Contocorrentverkehr für ihre 12 88 5 zukommen. Nieder-Ohmen(Fischereibezirk III); in der Lumda Gemarkung Lumda CFischerei⸗ irtsehaft A nnn, 8. 4. ezirk IJ);. lber Die Verwaltung des Stadterweiterungsfonds ist der städtischen Bau⸗ 3 Oberförsterei Grünberg; Im sogen. Linsenbach in den Gemarkungen Grün: an eine Brauerei oder einen Aalen deputation Übertragen; dieselbe hat iusbesondere über den Ankauf und Verkauf[ fur. e 8 Harbach ee e im Lauterer Forellenbach nebst altem Bach kautionsfähigen Wirt zu ver- f zul von Grundeigentum des Fonds zu beschließen und ist berechtigt, innerhalb der bezirk II). arkung Lauter, sowie in einem kleinen Teil der Gemarkung Wetkerfeld(Ijischerei⸗ pachten od. zu verkaufen Näh. Kreuzpl. 4. ue u verfügbaren Mittel des Fonds den Ankauf von Grundstücken auch ohne Vorbe— d 80) 5 1 halt der Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung zu vollziehen, wenn 8 1 5 Jagden. 5 5 5 G ˖ öbli t 8 ber f außer dem Vorsitzenden mindestens zwei Dritteil der Mitglieder der Deputation 10 g e e 1 2 e e 5 9 ut moblirte arme Die für den Ankauf stimmen, wogezen für den Ankauf von Grundstücken in jedem faanialwaldbißeitten selensungerkopf, Alter Hergwald und Erlen der Forstwartei Lehuheim Zim daß di Fall die Genehmigung ebenso der Stadtverordnetenversammlung wie der Aufsichts⸗ 59 ha Caen e aufe aher Segal und feen e. 1 85 III E + 1 175 behörde vorzubehalten ist. Sberförsterei Grünberg: In den Domanialforstwarteien Neinbardshain und] mit Kabinet für sofort oder später zu e 8 5. 219 5 5 ha e I); dem sogen. Queckbörner Wald in der 1 0 1 vermieten. 1 gts 1 8 8 55 5—— a(Jagdbezirk II); in der Domanialforstwartei Weickartshain— 259 ha(Jagdbezir 7 elsa Auf 1. Januar jeden Jahres hat die Deputation den Voranschlag des III); in der Gemarkung Göbelurod mit Ausnahme der Domanialwaldungen— 313 ha(Jagd ⸗ 1 Marburgerstr. 22 U. ds Inf Stadterweiterungsfonds für das kommende Jahr der Bütgermeisterei zur budget⸗ J bezirk IV); im Domanialwalddistrikt Breiteloh bei Beltershain— 48 ha(Jagdbezirk VIII). N Tücht. Mädchen können ls Ri mäßigen Behandlung und Genehmigung durch die Stadtverordnetenversammlung Mittwoch, den 3. Februar l. J., Nachmittags halb zwei Uhr. für sogleich und später gute Stellen be- bn I vorzulegen, etwaige Verstärkung des Grundvermögens nicht minder wie eine etwaige dauernde Verminderung desselben durch Rückzahlung von Schuldbeträgen des Fonds sind im Voranschlag zu wahren. § 6. Auf 1. Oktober jeden Jahres ist sodann die von der Stadtkasse aufgestellte und von der Deputation gutgeheißene Rechnung des Fonds der Bürgermeisterei zur Prüfung und Genehmigung der Rechnung durch die Stadtverordnetenver⸗ sammlung vorzulegen, begleitet von einem Vermögensnachweis, welcher insbesondere zu enthalten hat eine von der Baudeputation nach bestem Wissen und Gewissen aufgestellte und von den Mitgliedern derselben unterschriftlich anerkannte Wert⸗ schätzung des aus Mitteln des Fonds angeschafften Grundeigentums. 8 7. Jusoweit danach einerseits im Vermögensnachweis das Vermögen des Fonds dessen Kapitalschuld an die Stadt übersteigt und andererseits die laufenden Ein⸗ nahmen des Fonds zur Verzinsung seiner Schuld nicht ausreichen, dürfen die fehlenden Zinsbeträge auch aus dem Kapitalbestand des Fonds entnommen werden; reichen dagegen die laufenden Einnahmen des Fonds sammt dem Vermögens- überschuß nicht aus zur Bestreitung der Schuldzinsen, so hat die Stadtverordneten— 0 versammlung zu beschließen, ob vorübergehend auf die Abführung von Schuld— zinsen an die Stadtkasse verzichtet, oder ob unter Aufhebung dieser Satzungen der Stadterweiterungsfond aufgelöst werden soll— Gießen, den 7. Januar 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach§ 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf⸗ schlags von Fünf vom Hundert pro Monat December 1895 für den Lieferungs⸗ verband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 14,10, Heu Mk. 5,00, Stroh Mk. 4,20. Gießen, den 8. Jauuar 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gag ern. 9 Submissionen. Giesen. Die Lieferung des Bedarfs für 189697 von etwa 15880 kg Petroleum, 230 ebm Brennholz, 436 Haarbesen, 152 Piassavabesen, 299 Besen⸗ stiele, 35 kg weiße Seife, 410 kg grüne Seife, 940 kg krystallisirte Soda, sowie die An⸗ und Abfuhr der Steinkohlen, werden am 1. Februar 1896, Vor⸗ Zusammenkunft: Gasthaus zum Hirsch in Grünberg,. 8 Personen, welche diese Fischereien oder Jagden zu pachten beabsichtigen und deren Qua⸗ lifikation hierzu nicht uotorisch vorliegt, haben sich binnen 14 Tagen bei den genannten Ober⸗ förstereien hierüber auszuweisen. Gewünschte nähere Auskunft wird von denselben, sowie dem einschlägigen Schutzpersonal erteilt 22 72 2 e eee,, ,. Nes elt Kalk& Dolom ant 12 Hudrau- Lee meenn n fe een Russellsteine n Stücten und U a gemahl en. li * Anegenschirme für Herren, Damen und Kinder in grosser geschmackvoller Auswahl zu den billigsten Preisen empfehlen Geschw. Aron. Korsett-Special- Geschäft, 25 Seltersweg 25. . mittags 10 Uhr, in dem Geschäftszimmer der Garnisonverwaltung in Gießen verdungen. e S 2 . AK AKS 8 5 3 5 8. 2 2 2 8 * kommen.— Gesucht ein besseres 1 16. und Mädchen zur Stütze der Frau für so⸗ Uhr; gleich Frau Schmidt, Patro 82) Neustadt 59. echten. 715 ö chen der S. Tamilien-Wohnungen 48 in allen Größen und Lagen weist aus- nu 9 fährlich nach der Gießener Wohuungs⸗ Bunte nachweis, Bahnhofstraße 11. Täglich wal geöffnet. dae Tausende und aber Tausende] a i! von Wäscherinnen gebrauchen heute nur du. 9 Luhn's 0 Mieth Salmiak-Terpentin-Kernseife für die feinste bunte und wollene Wäsche. Farben halten! 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