— . derh 7 ern, Sammet, ragen, Tücher, inder, alle kelgarn⸗ Sticken rhemden, hirme —— 2———————ů— ů— — Gießen, Donnerstag, den 10. Dezember 1896. e Krenzplat Nr. 4. 9 N n Fkbokales und Provinzielles. 0 0 1 pheeint es uns and get auf verschiedene Punkte Inzuweisen, 1„das shnlichetten zu schützen: Die Verpackung der F er nicht geeignet und werden von * 1 it einer dauerhaften, 1 Stoff bestehen und 1 licht auf der Umhüllung aufgeklebt sein.— dem Verpackungsstoff etwa noch befinden, öder unkenntlich gemacht sein. aber wird angeraten, die Pakete möglichst früh⸗ * und nicht etwa in auflieferung einerseits leicht Verzögerungen ein⸗ 0 Winterstein war für führte ihre Rolle in außerordentlich 5 W prächtige Leistung zu Posiztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Ausgabe Gießen. ische Landeszeitung. Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: 1 — Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 2 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. S Gießen, 9. Dez. Beim Heran nahen es Weihnachts Paketsverkehrs er⸗ deren Beachtung für die Absender on Paketen besonders wichtig und geeignet Publikum vor Nachteilen und Unan⸗ akete muß fest und dauerhaft sein. Schwache chachteln, Zigarrenkisten und dergl. sind S Post nur heförderung angenom „auf Gefahr des Absenders“ zur men.— Die Pakete müssen n deutlichen und chrift versehen sein, sodaß hollständigen Auff ch ohne die Begleit⸗ suötigenfalls das Paket au dresse bestellt werden kann. Es empfiehlt sich, P aß dem beigefügt Inhalte der Paketsendungen ein Zettel wird, der die vollständige Adresse ent⸗ sält.— Die Paketaufschrift muß auf en Paketen selbst niedergeschrieben oder an henselben so haltbar befestigt sein, daß sie nicht bährend der Beförderung durch Zufall abgerissen aber abgestreift werden kann.— Sogenannte . 8 welche bei der Versendung von Ge⸗ gel, Hasen und sonstigem Wildpret vielfach herwendet werden, müssen aus dauerhaftem gut befestigt sein. Bei Flesschsendungen und anderen Gegenständen in beinwandverpackung darf die Aufschrift! g die sich auf müssen bor der Ablieferung vollständig beseitigt Ganz besonders Aeltere Aufschriften u. s. w., den letzten Tagen vor weil bei der in diesen em Feste abzusenden, stattfindenden Massen⸗ 5 wie allbekannt, ktleten können, andererseits Pakete, die nicht ganz dauerhaft verpackt sind, leicht Beschädigungen durch andere schwere Pakete ausgesetzt sind. „Gießen, 9. Dezember.(Aus Versehen 7 zurückgeblieben.) Das Stadttheater⸗ nsemble unter der Direktion Helm⸗Kruse erfreut sich fortwährend steigender Beliebtheit. Gestern Abend war das Theater wieder recht gut besucht. Zur Aufführung gelangte Max albes„Jugend“. Frau Käthe Basté, welche die Anna spielen sollte, trat nicht auf. Fräulein von sie eingesprungen und eschickter Weise durch. Das Publikum, welches keine Ahnung hatte, warum Frau Basté nicht pielte, war wohl anfänglich ungehalten, aber k. v. Winterstein verstand es, schon in den ersten Szenen das Publikum für sich zu ge⸗ innen und lebhafter Beifall wurde ihr für die Teil. Das gestrige Zu⸗ sammenspiel war ein vorzügliches. Alle Mit⸗ wirkenden waren am richtigen Platz. Herr mittag tagten in Aufgenommen in den wehren von Ludwigs Frei⸗Weinheim und in Offenbach. 251 freiwillige Feuerwehren. 9. Dez. wurden mehr Fruchtmarkt schnitts preise gezahlt: Weizen Ztr., Roggen 6,75 , pro Ztr., Erbsen * Nieder⸗Ohmen, 8. Dezember. Ein schon bejahrter Mann aus einem Orte der Umgegend geriet an einem Abend der ernste Lebensgef Nacht kam er vom re in den zur Zeit mit Wa ben der Ohm. Mühlgra en, wäre ihm nicht durch fehlbar ertrinken müss zufällig vorübergehende, Die angekündigte Gastin, H erstarrten aus ein hiesiges H versehen wurde. * Gedern, 8. Dez. jährlich für große sich eben chröder als Pasto Fritzschler als Kaplan boten sehr Anerkennens⸗ wertes. Herr Kuner spielte den blödsinnigen Amandus, den Stiefbruder der Anna, recht gut, ebenso Herr Goldbach den jungen Studenten Hartwig.— Es wäre zu wünschen, daß die „Jugend“ noch einmal wiederholt würde. Gießen, 9. Dezem Der bedeutende Erfolg, den am Sonntag die Aufführung des Lustspiels„Renaissance“ zu verzeichnen hatte, ließ eine Wiederholung des tückes wünschenswert Direktion hat sich nun auch hierzu eutschlossen. Das Stück wird morgen Donnerstag zum zweiten Male aufgeführt, worauf hiermit ganz besonders hingewiesen sei.— Am Freitag geht die in Gießen lange nicht gesehene Posse„Kyr itz⸗ y ritz“ in Szene. In derselben wirkt Fräu⸗ lein Cela Enrici vom Frankfurter Stadttheater als Gast mit. tückes als * Gießen, 9. Dez. in der Liebigstraße, von denen wir meldeten, wurden gestern Nach Direktors Bergen und mit gutem Erfolg vorgenommen fortgesetzt werden. zeigte sich in einer Tiefe von 1 einer Länge von 5 Meter. 9. Dez. Frankfurt a. M. die Dele⸗ mi De * Gießen, hessi Ve 0 er ierten der Da * Grünberg, ilfe geworden. Sie d aus, wo bei dem Or nehmen. von den aufgepflanzt worden. Waggons Christbäume dann mit Achse nach Station Gedern gebracht. Den Gasthof„Schmalb 30 Wagen. 5 Gr . pro Ztr., ahr. chten Wege ab und stürzte em Wasser und brachten ihn in Holzmengen liefert, Dort sind ganze Reihen Schichten⸗Holz Rainröder und Gedener Fuhrleuten Auch werden da mehrere 0 r Koppe und Herr ber.(Stadttheater.) erscheinen. Die si Die Sprengungen ttag in Gegenwart des des Ingenieurs Förtsch und sollen heute prengende Felsen 2 Meter, bei Am Sonntag Nach⸗ r zu s schen Feuerwehren. rband wurden die Feuer⸗ alle, Neckarsteinach und Firma Huppe u. Bender oßherzogtum besitzt nun⸗ Auf dem letzten folgende Durch⸗ 8,05 S pro Hafer 6,09 9,00. pro Ztlr. vorigen Woche in In der stockfinsteren sser hoch angefüllten Hier hätte er un⸗ von hier kommende Leute zogen den bereits Halb⸗ er mit warmen Kleidern Was der Oberwald läßt te Hartmannshain wahr⸗ zusammengefahren und ach“ passieren täglich über kauft worden; ging sogar m M in fremden Besitz über. heimer Friedberger Grenze wird dermalen eine an der Bad Nauheimer— ine Dampfwäscherei, beide enaufwand erbaut. Hühner⸗Brutanstalt, Schwalheimer Grenze ei Anstalten mit erheblichem Kost Herr Oberbürgermei zwei Schreiben ein, der Obstbauschule h des O berhessischen Dank für hervorragende Beteili beiden Institute an der Kasseler Obstausstellung Des ferneren wurde im daß die habe. e der Fried⸗ ausgesprochen wurde. Auftrage der Preisrichter bedauert, Schule Wieder ein Zeichen, wie die Organ und die Einrichtungen derselben berger Schule Grenzen Hessens hinaus Anerken⸗ au nung finden. Generalkonsul des Freistaates Para definierte Konsul * Bad Nauheim, 8. Dez. stärker als je. D. Z.) Friedberg, 8. Dezember. Von dem tzenden der Kasseler ster Westerburg lan außer Preisbewerb ausgestellt über die * Darmstadt, 8. Dezember. Manfred A. Hecht zu furt a. M. ist zur läufig zugelassen worden. Valentin Eichhorn wegen mehrfacher Körperver Schwurgericht, sein mann ist der handelt sich um jene Affaire, vom 25. zum 26. Mai bei Offenbach ab und bei welcher der Bayer sein Leben lassen Verhandlung wurde von Eichhorns Vormittag nach mußte. betet Eichhorn vor das Haus rückten, a pala nen und dann erklärten, zustellen. Später kehrten sie zurück, einer benachbarten Gärtnerei allerh und es bedrohte namentlich pie Angeklagten Eichhorn, wobei die Strolch usw. nicht die schlimmsten waren. verließ, obgleich die Affaire st ein Haus nicht. Dagegen forderte er um Uhr Nachts den Mitangeklagten Helfmann mitzukommen, ob die Bursch demolieren würden, a 0 Infolge der abermaligen Steigerung der Fremden⸗ frequenz in der diesjährigen Badesais der Besitzwechsel Oekonomiehofraite ist zu 18 500 4 erworben und nach wenigen Monaten zu 29 000 XA. ver⸗ eine Villa in der Viktoriastraße it einem Nutzen von etwa 40000 An der Bad Nau⸗ H sechsläufigen Revolver, abfeuerte, um, Arbeiter zu schrecken, on ist Eine Vor⸗ Obstausstellung, gten hier worin der Großh. Direktion ier und dem Vorstand Obstbau vereins der ung dieser Der zum gu ay Frank⸗ Ausübung der konsularischen Funktionen auch im Großherzogtum Hessen vor⸗ * Sarmstadt, 7. Dez. Heute stand der Verwalter einer Russenbrennerei in Offenbach Totschlags und letzung vor dem Arbeiter Heinrich Helf⸗ Körperverletzung angeklagt. Es die sich in der Nacht spielte Russenmacher Friedrich In der heutigen festgestellt, daß eine Anzahl Arbeitern am kfinastsanmaß Frankfurt gefahren waren un egen Abend in angetrunkenem Zustand dem seligkeiten und zwar einer nach dem Andern die Arbeit ein⸗ verübten in and Unfug Bayer den orte Lump, Eich⸗ horn, der sonst als jähzornig geschildert wird, undenlang währte, da er angeblich nachsehen wolle, en die Ware und die Fabrik nicht ber, so behaupten wenig⸗ 0 U d — ihre drei auf stens beide Angeklagten, zu thun gewesen, einige zur Weiterarbeit zu beweg zu ihrer Sicherheit gehörige und machten sich a die Arbeiter, wie bekunden, schlafend in einem Kornacker, Eichhorn hieb mit seinem N58. Arbeiter wurden — Schuß in das linke Auge, drohte hiesig eines kleine Unhold machte sich a Messer an die Arbeit. eine Nachbarsfrau den hinzu und entwand dem Kinde das Messer. hilflosen Opfer war am Halse leider bere eine erhebliche bedauerliche Vorfall ma nung sein, einesteils die Kinder vor bewahren, drohungen mit usw., die oft scherzweis nicht zu Gehör zu bringen. es sei ihnen auch darum der entlaufenen Arbeiter en. Beide hatten sich Prügel mitgenommen uf die Suche. Sie fanden die Ueberlebenden einstimmig el blind zu, in der linken ich einen scharf geladenen aus dem er drei Schüsse wie er glauben machen will, die wie die Anklage aber be⸗ an Bayer zu rächen. Mehrere durch die Schläge unerheblich erletzt, dagegen erhielt Friedrich Bayer einen die Kugel drang in Medi⸗ and hatte er plötz auptet, um sich as Gehirn und war nach Aussage des flat tödl Dr. Pfannmüller von Offeubach ab—⸗ olut tödlich. Fehlens eines Zeugen ausgesetzt. en en Die Verhandlungen waren 10 Diesel en Donnerstag fortgesetzt werden. * Seligenstadt, 8. Dez. Dieser Tage be⸗ das zweijährige Söhnchen er Bürgersleute das“ jährige Bübchen Nachbars mit Halsabschneiden. Der uch wirklich mit einem um Glück beobachtete organg, sprang rasch Dem its Wunde beigebracht. Der g allen Eltern eine Mah⸗ Messern zu anderseits ihnen aber auch Be⸗ „Hals⸗ und Ohrenabschneiden“ e hing worfen werden, * Mainz, 8. Dez. Die sozialdemokra⸗ tische Partei rüstet sich, wie der„Kl. Pr.“ geschrieben wird, bereits, die bei der letzten Reichstagswahl erlittene Niederlage auszu⸗ gleichen. So hat sie die etwas eingerostet ge⸗ wesene Parteiorganisationsmaschine neu in Stand gesetzt. Dazu hat sie die Stadt Mainz in soviel Bezirke geteilt, als bei der letzten Reichstags⸗ wahl funktionierten, und hat für jeden Bezirk einen Vertrauensmann ernannt. Am Sonntag Nachmittag fand eine Konferenz von Vertrauens⸗ männern des Wahlkreises statt. Vertreten waren Mainz, Kastel, Amöneburg, Kostheim, Weisenau, Hechtsheim, Bretzenheim, Gonsenheim, Finthen, Mombach und Budenheim. Es wurde ein ähnlicher Organisationsplan für den ganzen Wahlkreis beschlossen. Während bisher der ganze Wahlkreis außer der Stadt Mainz einem Ver⸗ trauensmann unterstand, sind jetzt deren z wei ernannt worden, und zwar Conrad-⸗Mainz für den Mainzer Landkreis und Stock⸗Mainz für den Kreis Oppenheim. Schwurgericht. W,. Gießen, 8. Dezember. Am Nachmittag wird in der gestern unterbrochenen Verhandlung gegen Balser und Reitz wegen Mein⸗ Mächte der Finsternis. Roman von Helmuth Wolfhardt. (Fortsetzung.) Auch die grausige Stätte der Vewüstung ließ sich jetzt in ihrer ganzen Ausdehnung übersehen. Sie glich einem Schlachtfelde, auf welchem Heere von Titanen mit einander gekämpft hatten. Nur die Lokomotive und der Tender waren oben auf dem Bahndamm geblieben; doch hatte sich das Vorder⸗ teil der ersteren tief in den Boden eingewühlt, während die hinteren Räder hoch über den ver⸗ bogenen und geborstenen Schienen standen. Alle übrigen Wagen des langen Zuges waren durch die furchtbare Wucht des bei der Enigleisung erfolgten Stoßes umgestürzt und über die Böschung des Dammes hinabgeworfen worden. Einige von ihnen lagen und standen noch halb aufrecht an dem Abhange, leidlich guten Landstraß Feldweg einbogen, Langsamkeit Die als glutrote Pun tenden Fackeln am Eisen ja die Stelle, welche e Gefahr hin, in dem ur Graben oder einen S denn ihn verzehrte. während die anderen zumeist bis zur Untennt⸗ lichkeit ihrer ursprünglichen Form zertrümmert— drunten auf dem vom Regen erweichten Wiesen⸗ boden lagen. Mehrere hundert Schritte von der Stelle ent⸗ fernt, an welcher die Entgleisung erfolgt war, hielt der zur Hilfeleistung von Hollingstadt entsandte Extrazug. Zwischen ihm und der Uunglücksstätte bewegten sich unablässig dunkle Gestalten, die im roten Flackerlichte der qualmenden Fackeln ge⸗ spenstisch, schattenhaft und unheimlich verzerrt er⸗ schienen. Düster glühende Fackeln unt Blend⸗ laternen mit grellweißem Licht huschten auch unter den Trümmern umher, das Gesammtbild der nächt⸗ lichen Scene zu einem noch seltsameren und schau⸗ rigerem machend. sprang ohne jede vorwärts, einmal b Boden eins schmutzigen L sicht spritzte. Rodewald aus Rücksicht auf ank und dem Schauplatz der K schmetterten Inhalt e kletternd, welche eben d sonenwagen, herzzerreißendes licher Wesen verriet, Aus der Richtung kam ein mit zwei Pferden Wagen. 5 und ihre Flanken flogen. übel die rasende Eile ihres L barhäuptigen, vom Regen dur Antrieb der rasenden Ungeduld folgen, Dem Kutscher einige rasche Worte näherte er sich einer Gruppe amit beschäftigt waren, einen der Per⸗ unter welchem dumpfes Stöhnen und Wimmern das Vorhandensein mensch⸗ vom Dorfe Ragosewo her bespannter leichter Die Pferde waren mit Schaum bedeckt, Jetzt, wo sie von der e in einen schlecht gehaltenen mußte der Kutscher wohl oder aufes mäßigen. Dem chnäßten Manne aber, welcher in dem offenen Wagen saß, schien diese des Vorwärtskommens kle auf dunklem Grunde leuch— unerträglich. bahndamme bezeichneten ihm r suchte, und selbst auf die bekannten Terrain in einen umpf zu geraten, mußte er welche zuflüsternd, dem Wagen. Querfeldein, Weg und Steg, stürmte er unbekümmert darum, daß er mehr als is über die Knöchel in den schlammigen daß ihm das Wasser der achen, welche er durchwatete, ins Ge⸗ Mit keuchender Brust und in seiner Atemlosigkeit keines Wortes mächtig, stand er auf astrophe. Ueber den zer⸗ s Gepäckwagens hinweg⸗ von Männern, at ine notdürftig in die Höhe zu richten. Keiner von ihnen besitzer welcher er barsche Weisung, nich rüstig mit anzugreifen, zahlbarem Werte sei. Mit zuckendem ging er weiter. Zwei Mäuner, die durch amter gekennzeichnet und mit der Eutsch vertrat ihnen Rodewald den Weg. „Seien Sie barmhe er.„Mein einziges sich in diesem Zuge, unglückt oder gerettet ist. allen Passagieren mit dem Leben davon?“ schnitt. stunden des H und es war ja auch gemäß Antwort zu geben. trifft dies auch bei ihrer Tochter zu.“ finden?“ „Ich selbst werde Sie zu ihnen führen. hatte Zeit, dem Guts⸗ Rede zu stehen und statt der Auskunft, nach verlangte, erhielt Rodewald nur die t müßig zu stehen, sondern wo jede Hand von uube⸗ Antlitz und weit geöffneten Augen ihre Uni⸗ formen als ein Offizier und ein höherer Bahnbe⸗ wurden, kamen ihm entgegen, lossenheit eines Verzweifelten rzig, meine Herreu“, stammelte Kind, meine Tochter befand und ich weiß nicht, ob sie ver⸗ Kam denn keiner von Die beiden Herren sahen einander an. In der Stimme des Fragenden und in dem Ausdruck seiner Worte war etwas, das ihnen tief in die Seele Aber sie hatten in diesen wenigen Nacht⸗ erzzerreißenden schon sehr viel erlebt, ihre Pflicht, ihm der Wahrheit „Unter Denjenigen, welche ganz unverletzt ge⸗ blieben sind, befindet sich meines Wissens allerdings tein weibliches Wesen“, sagte der Beamte,„aber ein Teil der vorgekommenen Verwundungen ist ohne Zweifel nur leichter Natur. Hoffentlich, mein Herr, „Und wo— wo kann ich die Verwundeten haben aus den Wagen des Hilfszuges, so gut es sich thun ließ, ein Lazarett gemacht.“ Wenige Minuten später hatten sie den Zug er⸗ reicht. Rodewald wollte den ersten der an die Lokomotive angehängten Gepäckwagen ersteigen; aber sein Begleiter hielt ihn zurück. „Nicht dort hinein!“ sagte er.„Lassen Sie uns hoffen, daß Ihre Tochter sich nicht da befinde.“ Der Gutsbesitzer verstand den Sinn dieser Worte; aber indem er sich erschauernd von dem unheimlichen Wagen abwandte, fiel sein Blick auf vier langsam näher kommende Gestalten, deren jede eine kleine Blendlaterne auf der Brust trug, und die auf ihren Schultern einen langgestreckten, dunklen Gegenstand brachten. Und es war, als ob sein Fuß am Boden festgewurzelt sei. Er wollte dem voran⸗ geschrittenen Beamten folgen; aber er war außer Stande, seine Augen von den vier Männern hin- weg zu wenden, die nicht mit einander sprachen, deren Schritte auf dem weichen Boden nicht ver⸗ nehmlich waren und die um dieser Lautlosigkeit willen mit ihrer schauerlichen Last wahrhaft ge⸗ speustisch erschienen. Als sie an dem ersten Wagen angekommen waren, ertönte ein mit gedämpfter Stimme ge⸗ sprochenes Kommandowort, und sie hoben die Bahre von ihren Schultern. Ein schmaler Lichtstreifen aus der Laterne des Einen fiel über den darauf liegenden Körper hin. Rodewald sah nichts weiter als eine reiche, aufgelöst herabfallende Welle goldig schimmernden Blondhaares, aber trotz der Gexing⸗ fügigkeit dieses Erkennungszeichens stürzte er mit einem dumpfen Aufschrei auf die Bahre zu. Wir (Gortsetzung folgt.) 1 C 90 2 .—— rr — — eids fortgefahren. Das zahlreiche Auditorium, welches sich im Zuhöreraum eingefunden, sah mit Spannung der Vernehmung der auf Veranlassung des Verteidigers ge— ladenen Zeugen entgegen. Man war vom Resultat der Vernehmung allgemein enttäuscht. Jordan wollte erst überhaupt keinen Eid leisten, es machte den Eindruck, als wenn der Mann seit seiner Eidesleistung vor dem Schöffen⸗ gericht Bad Nauheim eidesscheu geworden sei. Nur mit großer Mühe glückte es, von diesem Zeugen etwas Positives herauszubekommen. Er will gesehen haben, daß der Angeklagte am Himmelfahrtstage einen Schlag mit dem Bierglas auf den Kopf bekommen habe, und zwar, als er in gebückter Haltung sich befand. Ob er etwa den Austeiler dieses Hiebes zuerst am Halse gepackt, hat er nicht gesehen. Der Zeuge Chr. Weiß 1 soll darüber vernommen werden, ob der gestern vernommene Michel IV von Stein⸗ surt, der Mann, der den Schlag mit dem Bierglase geführt hat, am Tage dieser That betrunken oder wenigstens an⸗ getrunken gewesen. Auch aus diesem Zeugen ist schwer ein glattes Zeugnis herauszubekommen. Er giebt zum Schlusse die Erklärung ab: man war am Himmelfahrts⸗ tage betrunken auf dem Festplatze. Der letzte heute erschienene Zeuge weiß überhaupt nichts zur Sache zu sagen, da er sich der Vorfälle gar nicht mehr erinnern will. Damit ist die Beweisaufnahme erledigt. Der Gerichtshof hat für die Geschworenen folgende zu beantwortende Fragen formuliert. 1. Wegen des Angeklagten Balser: Ob derselbe einen Meineid geleistet? Im Falle der Bejahung der Frage: Hätte die Angabe der Wahrheit für den Angeklagten eine Verfolgung wegen eines Vergehens nach sich ziehen können? Im Falle die Schuldfrage wegen Meineids verneint wird: Hat Balser fahrlässig vor dem Schöffengericht einen falschen Eid geleistet? 2. Wegen des Angeklagten Reitz: Ob derselbe in zwei Fällen einen Meineid geleistet?(Reitz hat in beiden Verhandlungen am 9. und 16. Juli vor dem Schöffengericht ein und dieselbe Aussage gemacht.) Konnte die Angabe der Wahrheit bei der zweiten Vereidigung denselben einer Verfolgung wegen eines Verbrechens aus⸗ setzen? Im Falle der Verneinung einer oder der anderen oder beider Meineidsfragen: Liegt fahrlässiger Falscheid vor? Sind die Begangenschaften als eine fortgesetzte Handlung zu betrachten? Hierauf nimmt zur Begründung das Wort Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich und plaidiert für schuldig des Meineids für beide Angeklagte. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald, schildert den Geschworenen das Leben und Treiben eines Volks⸗ festes, wie das am Himmelfahrtstage bei Steinfurt ab⸗ gehaltene. Die Gemüter der festfrohen Menschen seien erregt. Die Geschworenen wüßten ja aus eigener An⸗ schauung sich wohl ein Urteil zu bilden über das Durch⸗ einander bei solchen Veranlassungen. Es bedürfe gar keines speziellen Beweises, daß es wahr sei, was Weiß 1 heute bekundet. Man war angetrunken; der Eine mehr, der Andere weniger. Die Beobachtungsgabe der in feucht⸗ fröhlicher Stimmung verweilenden Menschen ist bei solchen Anlässen getrübt. Die Geschworenen bitte er, sich nur die ganze Situation zu vergegenwärtigen, und sie würden sich mit ihm, dem Verteidiger, sagen müssen, es gehe nicht an, wie es die Staatsbehörde thue, sich hier auf die eine Seite zu stellen und nur den vier Belastungszeugen zu glauben. Diesen ständen doch die Aussagen der beiden Angeklagten, die beschworen seien, gegenüber, und so lange diesen nicht überzeugender bewiesen, daß sie falsch ge⸗ schworen, was sie in der Sache Michel vor den Schöffen ausgesagt, falle deren Zeugnis doch auch in die Wagschale. Hierzu komme noch die Deposttion des heute vernommenen Zeugen Jordan, der in Bad Nauheim übereinstimmend mit Balser und Reitz belastend für Michel ausgesagt, der zwar durch seine darauf erfolgte Verhaftung wegen Mein⸗ eids eingeschüchtert und ängstlich gemacht, heute vernommen mit der Wahrheit nicht herauswolle. Dieser Zeuge hat übereinstimmend mit den beiden Angeklagten beschworen, was sie in Bad Nauheim bekundet. Den vier Belastungs⸗ zeugen stehen diese drei beschworenen Aussagen gegenüber, und es gehe nicht an, hier von einer erdrückenden Be⸗ weislast zu sprechen, wie es der Erste Staatsanwalt ge⸗ than. Darin stimmt der Verteidiger mit dem Ersten Staatsanwalt überein, daß, wenn die Jury nicht zu einem Schuldig wegen wissentlich falschen Eides kommen sollte, von dem er behaupte, er sei nicht geschworen, auch von Fahrlässigkeit keine Rede sein könne, darum bitte er die Geschworenen, ein Nichtschuldig auszusprechen. Nach kurzer Beratung verkündete der Obmann, Prof. Netto⸗Gießen, den Wahrspruch der Geschworenen: Er lautete auf nichtschuldig für beide Angeklagte wegen des Meineides sowohl, als wegen etwaigen fahrlässigen Falsch⸗ eides. Infolgedessen sprach der Gerichtshof die Angeklagten frei, legte die Kosten einschließlich der geladenen Zeugen, jedoch ausschließlich der der Wahlverteidigung der Staats⸗ kasse zur Last. Gießen, 9. Dezember. Heute Vormittag eröffnet Landgerichtsrat Müller um 88¾ Uhr die Sitzung gegen den Landwirt Heinrich Eckstein II von Kirdorf wegen Meineids. Die Anklage vertritt Gerichtsassessor Dr. Friedrich. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Metz. Es sind über 30 Zeugen zu hören. Die Verhandlung ist auf zwei Tage anberaumt. Ursprünglich sollte auch der Landwirt Ludwig Pauli II von Kirdorf wegen Anstiftung und unternommener Verleitung zum Meineid mit angeklagt werden, doch ist diese Angelegenheit von der Beschluß⸗ kammer des Landgerichts insoweit eingestellt, als die Sache vor dem Schwurgericht hätte verhandelt werden müssen. Der dem Angeklagten Eckstein zur Last gelegte Meineid soll am 4. Februar d. J. vor dem Schöffengericht zu Homberg in der Privatklagesache Georg Ludwig Pauli II gegen den Briefträger Heinrich Wahl von Kir⸗ dorf geleistet sein. Neueste Telegramme. Hd. Budapest, 9. Dez. In der Ange⸗ gelegenheit der Inanspruchnahme des Militärs bei den Wahlen ordnete der Handelsminister auf höheren Befehl an, daß das Militär in Zukunft bei den Wahlen lediglich zur Verhütung von Ruhestörungen ver⸗ wendet werden soll und im Uebrigen alles unterlassen werden müßte, was eine freie Ausübung der Wahl verhindern könnte. Hd. Brüssel, 9. Dez. Aus einer Unter⸗ redung, welche der Spezial Korrespondent des „Etoile belge“ mit dem Schriftführer der Hafenarbeiter in Antwerpen, Je hatte, geht hervor, daß augenblicklich werpen kein Ausstand zu befür Jansen erklärte, alle beladenen ane Schisse, welche von Hamburg kommen, boykottiert werden. Befragt, ob der in Hamburg ein Werk des englischen sei, erklärte der Schriftführer, daß dies Fall sei, sondern derselbe sei seit läng vorbereitet gewesen. Die Entsendung Tom habe keinen offiziellen Charakter, sondern d sei nur auf besondere Bitte der Hafen nach Hamburg gekommen. Weiter erklärte daß im Falle eines unvorhergesehenen St Antwerpen der Unterstützungsfonds genügen groß sei, um während 14 Tagen bis drei Wochen 0 die Streikenden zu unterstützen. Hd. Belgrad, 9. Dez. Die Ha 5 Vertrags⸗Verhandlungen sud ins Stocken geraten. Die Beziehungen wischen dem Fortschritts⸗Klub und dem Kabinett sind spannt, da die Partei durchaus ein Kabinen Garaschinin wünscht. Man erwartet mit nung die Rückkehr des Königs, um die Differenzen beilegen zu können. Der Unterrichtswnlsen 0 und enthält sich vorläufig jeder Amtshandlung 11 6 hält seine Demission aufrecht. 3 13 gehe 1 A, saß el. b en 10 ür die Ver ne Fobokt ment Sterbefäãlle. Am 8. Dezember. Philipp Meurer, 729 alt, Landwirt von Hüblingen, Amt Re Gestorben in der alten Klinik. Die Leiche 0 in die Heimat verbracht. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. teur: Wilhelm Sell, Druck von E. 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