rache an hte die n e die Dan sammensin e. Die Ven and mit hy abe ber auf in die lan de. Der Ju ufnahme f vereinigig Freundschah nur wohl. „ Er ttith s und daß — rg, Verantn. Ottmann, bee ischen zum Ver⸗ ehlen dies 1 Genuß⸗ igsmittel unges. kohol, da⸗ u Malz- zehalt, rnährung und be⸗ l Porter⸗ Flasche es Ouau⸗ Hau. öhrle, grauerti, en. 6 — II 10 e Fal 10 uli, Nu Poppe rasse 1 10 Ia gane l vorität Stiftun weihe, 0 1 nte 1 g Alten un ip. tung 11. 6 617% f the! 4 1% —— Gießen, Freitag, den 9. Oktober 1896. Ausgabe Gießen. ische Landeszeilung Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Lokales und Provinzielles. Gießen, 7. Oktober. Nach den bis jetzt borliegenden Landtags⸗Wahlergebnissen dürften die Oppositionsparteien in die neue Kammer um 2 Sitze verstärkt einziehen, so daß künftig die nationalliberale Mehrheit nur 30 gegen 20 Oppositionelle betragen wird. Es wird nun obzuwarten sein, ob die Nationalliberalen bei ihrer bisherigen Taktik verharren und auch fernerhin Präsidium und Ausschüsse allein nach Willkür gestalten werden. * Gießen, 8. Okt. Am 15. d. Mts. tritt ein Polizel⸗Reglement betr. Anschlag von Be⸗ kanntmachungen, gewerblichen Anzeigen, öffentliche Ankündigungen, Versammlungen ꝛc. in Kraft. (Siehe Inserat.) Gießen, 8. Okt. Dem Vorstand des hes⸗ sischen Anwaltstages gehören von hiesigen Rechtsanwälten an die Herren Dr. Gutfleisch Bafst und Dr. Reatz. Gießen, 7. Okt. Nächsten Sonntag, 11. Oktober, feiert der Gesang verein„Harmo⸗ nie“ in Steins Saalbau sein 50 jähriges sfest, verbunden mit Fahnen⸗ onzert und Ball. Die eingeladenen Vereine haben fast vollständig zugesagt, sodaß der gesangliche Teil des Programms von reich⸗ haltiger Abwechselung sein wird. Der Lahn⸗ thalsängerbund wird unter anderem mehrere 1 Chöre mit Musikbegleitung vortragen. ie hiesige Sängervereinigang wirkt unter der tüchtigen Leitung des Herrn Franz Bauer mit. Ein gutes Gelingen des Festes steht, nach alledem zu urteilen, außer Frage. * Gießen, 7. Oktober.(Sta dttheater.) Der heutige Theaterabend bringt als Novität das Zaktige Schauspiel von Felix Philippi„Der Dornenweg“. Auf allen Bühnen mit groß⸗ artigem Erfolge aufgeführt, wird das Stück auch hier seine Wirkung gewiß nicht verfehlen, umso⸗ mehr, als das Ensemble erwiesenermaßen aus durchweg tüchtigen Kräften besteht, die ihr ganzes Können einsetzen, um der Direktion das beste Renomms zu sichern. Da nun feststeht, daß man bon unserem Stadttheater nur vorzügliche Leistungen zu erwarten hat, muß es umsomehr befremden, daß sich unser Publikum immer noch passiv verhält. Hat es etwa an der seither un⸗ praktischen Einrichtung des Billets⸗Vorverkaufs gelegen? Es wäre doch ein zu winziger Grund, wenngleich es im Interesse der Bequemlichkeit des Publitums liegt, daß man die Vorverkaufs- stelle inmitten der Stadt errichtet, und nicht so abgelegen, wie es seither der Fall gewesen ist. Ein gutes Theater sollte man diesen kleinen Mißgriff nicht entgelten lassen. Dem Uebelstand ist nun abgeholfen, seitdem Herr Ernst Chal⸗ lier den Vorverkauf der Billets bereitwilligst übernommen hat.— Morgen Freitag wird nun ein Gast in unserem Theaker erscheinen. Es ist der Direktion gelungen, Fräulein Bertha Gie⸗ seke vom Franffuürter Stadttheater zu einem einmaligen Auftreten zu gewinnen und zwar in dem Lustspiel„Tilli“ von Francis Stahl. Wir sprechen den Wunsch aus, daß die Bemühungen der Direktion, die keine Kosten scheut, um den Anforderungen des Publikums zu entsprechen, demnächst besser belohnt werden. Grünberg, 8. Okt. Vor einigen Tagen ereignete sich hierselbst ein recht bedauerlicher Unglücksfall. Beim Einernten von Wall⸗ nüssen stürzte ein hiesiger Einwohner so un⸗ aa vom Baum, daß er das Genick rach und augenblicklich starb. Zwei andere Männer stürzten von demselben Baum und zogen sich mehr oder weniger Hautverletzungen zu. * Grünberg, 8. Okt. Die Durchschnitts⸗ preise der auf dem letzten Wochenmarkte ver⸗ kauften Früchte stellen sich pro 50 Kilogramm bei Weizen 7,34 Mk., Korn 6,49 Mk., Hafer 6,32 Mk. * Bad Nauheim, 7. Okt. Der mit dem Ingenieur Wilhelm Meyer am 4. Mai 1863 auf 35 Jahre wegen der städtischen Gasbeleuch⸗ tung abgeschlossene Vertrag läuft den 4. Mai 1898 ab. Der hiesige Gemeinderat hat nun in seiner gestrigen Sitzung im Interesse der Stadt und des Bades die Einführung der elektrischen Beleuchtung der Stadt zu dem bezeichneten Zeit⸗ punkt für ein dringendes Bedürfnis erklärt, weil sonst zu befürchten stehe, daß noch weitere Hotels und andere größere öffentliche Etablissements selbst für elektrische Anlagen sorgen würden und deren Kundschaft für das Unternehmen verloren gehen werde. Die Bürgermeisterei wird nun Namens der Stadt ein Ausschreiben erlassen, um Unter⸗ nehmer zu Offerten zu veranlassen. *Darmstadt, 7. Okt. Großherzog und Ministerium genehmigten die Ausführungen der elektrischen Straßenbahn nach dem Be⸗ schluß der Stadtverordneten.— Bei Auerbach an der Bergstraße wurden gestern in einer Kalksteingrube durch herabstürzende Fels⸗ massen zwei Arbeiter, beide Familienväter, getötet. Einem dritten Arbeiter wurden beide Beine abgequetscht. * Darmstadt, 7. Oktober. Aus dem 13. Landtagswahlbezirk(Ried, seitheriger Vertreter der nationalliberale Hechler) wird gemeldet, daß, nachdem in Griesheim die Wahlmännerwahlen sind, die Wahl des zum Bunde der Landwirte und den Reformern nahestehenden Landwirts Graf in Büttelborn wahrscheinlich ist. Jeden⸗ falls sind die Chancen für Hechler sehr gering. * Darmstadt, 7. Okt. Das russische Kaiserpaar trifft am Samstag Vormit⸗ tag 9 Uhr auf dem Ludwigsbahnhof ein. Nach Ueberführung des r En in die Main⸗Neckarbahn findet dort offizieller Empfang statt. Am Abend werden die hiesigen Vereine vor dem Alten Palais eine Serenade darbringen. * Mainz, 7. Oktober. Vor dem Schwur⸗ gericht stand heute der Kohlenhändler Benedikt Eifler von Kostheim unter der Anklage des be⸗ trügerischen Bankerotts. Der Angeklagte hat nach ausgebrochenem Konkurs eine Reihe kleiner Geldbeträge einkassiert und für sich be⸗ halten. Die Geschworenen erklärten ihn für schuldig, billigten jedoch angesichts der Notlage, in der sich der Angeklagte befunden, mildernde Umstände zu, worauf das Gericht ihn zu 3½ Monaten Gefängnis verurteilte. * Mainz, 7. Okt. In unserem Nachbarorte Weisenau hat sich heute Morgen ein Un⸗ glücksfall zugetragen. Der Cementarbeiter Hehler aus Ober-Saulheim geriet in den großen Treibriemen der Fabrik und wurde, 05 die Maschine stillgestellt werden konnte, mehrere Male in dem Maschinenraum herumgeschleudert und zu einer unförmlichen Masse verstümmelt. Der Tod war sofort eingetreten.— Das Schwurgericht verhandelte heute gegen die 25jährige Köchin Maria Anna Elisabeth Lang aus Markwei, die angeklagt ist, am 20. Juli d. J. ihr uneheliches Kind während der Geburt getötet zu haben. Das Urteil lautete auf 17 Monate Gefängnis. Mainz, 7. Okt. Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Schmitt⸗Mainz will in Gemeinschaft mit den übrigen Zentrumsmit⸗ gliedern des hessischen Landtags in der nächsten Sesston einen Gesetzentwurf über die Wahl⸗ pflicht der Wahlberechtigten einbringen.— Bei dem gestern Abend vom Worms kommenden Personenzug Nr. 19 ist kurz nach der Ausfahrt in Nierstein der Hilfsschaffner Nuß baum vom Trittbrett gestürzt. Nußbaum ist eine Zeitlang besinnungslos liegen geblieben; er hat verschiedene Verletzungen im Gesicht davongetragen. Er wurde mit dem nächsten Zug nach Mainz verbracht.— Vor kurzem reiste ein hiesiger Herr auf 14 Tage von hier fort, um sich zu erholen. Er hinterließ weder seiner Familie, noch seinen Freunden den Ort seines Reisezieles. Die Tochter des Herrn wollte auf die Dauer der Abwesenheit ihres Vaters zu nahe wohnenden im soztialdemokratischen Sinne ausgefallen Verwandten sich begeben. Kaum war das Mäd⸗ chen von hier abgereist, als es schwer erkrankte und alsbald verschie d. Als der Vater wieder zurückkehrte, lag sein unglückliches Kind bereits 10 Tage unter der Erde. Schwurgericht. W. Gießen, 8. Oktober. Heute Vormittag wirb nach Bildung der Geschworenen⸗ Bank in die Verhandlung gegen Vitt und vier Genossen wegen Landfriedensbruch eingetreten. Die Anklage wird vertreten durch Gerichtsassessor Dr. Friedrich. Fünf Verteidiger nehmen im Saale Platz. Die Angeklagten und deren Verteidiger sind die Folgenden: 1. Heinrich Wilh. Vitt, 32 Jahre alt, Ziegelelarbeiter von Erks⸗ hausen(Rechtsanwalt Dr. Fuhr), 2. Ferdinand Joh. Fischer, 20 Jahre alt, Tagelöhner von Ober-Erlenbach (Rechtsanwalt Rosenberg II), 3. Friedrich Fischer, 27 Jahre alt, Taglöhner von Ober⸗Erlenbach(Rechts⸗ anwalt Hirschhorn), 4. Johannes Stein, 30 Jahre alt, Ziegeleiarbeiter von Rautenhausen(Rechtsanwalt Metz), 5. Joh. Hade, 22 Jahre alt, Ziegelelarbeiter von Schwarzenhassel(Rechtsanwalt Kraft). Vitt und Hade sind vorbestraft. Außer Fischer und Hade sind die Angeklagten verheiratete Männer. Die Angeklagten sind beschuldigt, daß sie in der Gemarkung Ostheim am 12. Juli 1896 an der Zusammenrottung einer Menschen⸗ menge, welche mit vereinten Kräften Gewaltthätigkeiten gegen Personen beging, teilgenommen und hierbei selbst Gewaltthätigkeiten begangen haben; Verbrechen aus§ 125, Abs. 2 des R.⸗Str.⸗G. Es sind über 20 Zeugen, dar⸗ unter 3 Gendarmen, zu hören. Der Thatbestand der Anklage ist nach der Darstellung der Anklagebehörde der folgende: Am 12. Juli d. J. wurde zu Ostheim das Gesangs⸗ fest des Wetterauer Hausberg⸗Sängerbundes abgehalten. Der Bürgermeister des Ortes hatte das Aufstellen von Buden zu diesem Feste untersagt. Trotzdem erschien einige Tage vorher in Ostheim ein Budenbesitzer und erklärte, er würde seine Bude doch aufstellen, auch wenn zehn Gendarmen ihn daran hindern wollten. Das Kreisamt, von dieser Willenserklärung jenes Mannes in Kenntnis gesetzt, benachrichtigte die Gendarmerie⸗Station Butzbach von diesem Vorkommen, und so erklärt es sich, daß am Tage des Festes die drei Gendarmen Schwarz, Ebert und Seng in Ostheim auf dem Festplatz anwesend waren. Die Beamten behaupten nun, daß sie bereits am Nachmittag von Russensteinbrennern belästigt wurden, und als ste gegen Abend einen derselben, den Wilhelm Schade, der sich besonders auffallend benommen hatte, nach seinen Legitimationspapieren befragten, soll derselbe sich dumm gestellt und dabei frech benommen haben. Auf wieder⸗ holtes Verlangen nach seiner Legitimation habe derselbe nur immer gefragt:„Was für eine Portion?“ Um der Komödie ein Ende zu machen, forderten die Gendarmen den Schade auf, mit zur Bürgermeisterei zu kommen. Dieser habe sich entschieden geweigert, mitzugehen, sodaß er verhaftet wurde und mit Gewalt dorthin transportiert werden mußte. Unterwegs nach der Bürgermeisterei schlug der Arrestant wie ein Wütender um sich, sodaß die Gen⸗ darmen Mühe hatten, den Rasenden von der Stelle zu Schwester Adele. Novelette von A. Schöbel. Nachdruck verboten.) (Schluß.) Daneben aber fand er Zeit genug, mit der jungen Schwester zu plaudern, herzlich, innig. Aus all seinen Worten, aus jeder vagen Anspielung formte sich's ihr zu unabweisbarer Gewißheit, daß er ihr Schicksal auf dem Herzen trage, daß er sie liebgewonnen habe in den schweren Tagen hier. 7 Und sie zitterte vor der entscheidenden Frage. Sie wagte es nicht, den Gedanken auszudenken, was danach kommen sollte, danach——— An einer bestimmten Grenze hielt ihre Phantasie erschauernd inne. Aber unbewußt umgab sie den Genesenden mit — einer heißen stummen Zärtlichkeit, und ihre Stimme schwebte um sein Ohr gleich einer Liebkosung. Ihr war's, als trüge sie ein verbotenes Festkleid, von dem sie doch nicht wußte, ob man's ihr lassen, ob man's ihr abreißen würde, sobald man es entdeckte. Und in schmerzlich süßer Angst erwartete sie die Stunde des Abschieds, die alles entscheiden bn die ihr selber eingeben sollte, das Rechte zu thun.— Man hatte ihr im Büreau der Anstalt die Wert⸗ lachen des Baumeisters eingehändigt, die man seit einer Einlieferung aufbewahrte. Zaum letzten Mal ging sie zu ihm, auf den schon ber Wagen harrte, der ihn fortführen sollte. Stumm legte sie seine Uhr vor ihn hin, eine Busennadel und den zürbrochenen Ring, den man ihm vor der Operation abgenommen hatte. g Lächelnd bob er die Trüchmer auf.„Blessiert wie ich. Aber das Beste ist unverletzt geblieben“, Er bückte sich tiefer.„Der Name, der drin steht, und die Jahreszahl. Beide sind unversehrt. 1892! Drel Jahre wartet sie nun schon auf mich! und wie hat sie meine alte Mutter in der Zeit gepflegt! 2 e 1 And dann, als ich endlich eine gute Anstellung ge, unden hatte,— da wär's beinahe aus gewesen! Arme kleine Abele!— Sie heißt Adele, wie Sie, und gleicht Ihnen—— In meinen Fieberträumen hab' ich Sie ja beide verwechselt! Und weil Sie ihr so ähnlich sind, wünscht' ich so sehr, daß Sie zu meinem Mutterchen gingen, nach meiner Hochzeit—“ 5 Er sah auf. Ein ächzender Wehlaut hatte ihn unterbrochen. Der Mann erschrak vor dem, was er da ablas von dem Gesicht des jungen Weibes in der klösterlichen Tracht. Die Thränen schossen ihm heiß in die Augen und blendeten ihn. Die plötzliche Erkenntnis dessen, was er heraufbeschworen, mit seiner unbefangenen Zutraulichkeit, mit der Kundgebung seines heftigen Mitleids, das sich die junge Schwester trügerisch gedeutet, raubte ihm fast die Besinnung. „Schwester Adele“, stammelte er fassungslos. „Oh mein Gott, werden Sie mir verzeihen können?“ Sie nickte heftig. Aber ihre Augen flehten ihn an, zu gehen, sie allein zu lassen. 5 Er schämte sich, es zu thun, hinauszugehen in die Welt, in den Sonnenschein, in das Leben, und sie zurückzulassen an dem traurigen Ort. Eine Sturmflut von Worten drängte in seinem Innern empor. Aber er mußte schweigen. Er konnte, er durfte hier nicht trösten. 5 Langsam schritt er zur Thür, den Kopf gesenkt. Wie ein Wegelagerer kam er sich vor, der eine wehrlose Frau beraubt hat. „Leben Sie wohl, Schwester Adele“, sagte er mit erstickter Stimme.„Liebe Schwester Adele.“ Und er betonte das Wort„Schwester“. „Werden Sie glücklich“, entgegnete sie tonlos. Und dann war er fort.— 355 Die junge Diakonissin legte den Kopf auf die Kissen, zwischen denen ihr Liebstes gelitten und ge⸗ ruht. Eine ungeheure kalte Leere war in ihr. „Der Kampf ist das Glück“, murmelte sie mit todtblassen Lippen.„Und ich bin glücklich gewesen.“ Sie stöhnte. Und dann erhob sie sich und ordnete das Zimmer für einen neuen Gast. Zwischen Liebe und Pflicht. Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.) „Sagen Sie, Deutscher, glauben Sie an— Ge— spenster?“ fragte mich der Polizei-Sergeant mit einem halb belustigten, halbspöttischen Zwinkern seiner kleinen, stechenden Augen. „Nein, Sergeant, ich glaube nicht an Ge— spenster“, entgegnete ich prompt in streng⸗dienstlicher Haltung. „Ich auch nicht“, nickte er beifällig, und dann bückte er sich wieder über das Aktenstück, welches aufgeschlagen vor ihm auf dem Tisch lag. Das war die allerdings sonderbare Einleitung zu dem merkwürdigsten Erlebnis in meiner lang— jährigen Thätigkeit als berittener Polizist im wilden Innern von Australien. „Eine sonderbare Sache“, sagte mein Vorge— setzter kopfschüttelnd und halb für sich.„Ich weiß auch nicht, ob Sie ihr gewachsen sein werden.“ Das trieb mir das Blut zu Kopf. „Sergeant, ich bin Soldat gewesen“, erinnerte ich.„Ein ehemaliger Ziethen-Husar, der sich im großen Krieg das eiserne Kreuz verdient hat, kennt keine Furcht“ „Wohl, Deutscher, so war es auch nicht gemeint“, lenkte er ein.„An Ihrem Mut habe ich noch niemals gezweifelt und Ihre militärische Akkuratesse in allen Punkten des Dienstes ist geradezu muster— haft. Damit kommen wir aber in dieser Sache nicht weit. Hier handelt es sich um ebenso viel Schlauheit, wie Verwegenheit, zunächst überhaupt nur um Spionage, dann allerdings auch um rasches, selbständiges Handeln, wenn der dazu ge— eignete Moment gekommen scheint. Ich fürchte ge⸗ rade von Ihrem zu mutigen und militärischen Vor⸗ gehen, daß Sie sich nutzlos opfern und uns um einen schönen Erfolg bringen werden. Das möchte ich nicht. Ich würde Sie ungern verlieren.“ Diese mysteriösen Andeutungen machten mich natürlich erst recht gespannt auf diesen außerge⸗ wöhnlichen Fall. Das Geheimnisvolle reizt immer und bisher hatten wir es hier nur mit offenen Verbrechen und gemeinen Verbrechern zu thun gehabt. „Wenn Sie mir einen Einblick gestatten wollten“, sagte ich,„dann würde ich eher in der Lage sein, zu beurteilen, in wie weit Ihre Befürchtungen zu⸗ treffen oder nicht.“ „Gut, ich will Ihnen den Fall unterbreiten“, nickte der Sergeant.„Setzen Sie sich und brennen Sie sich eine Zigarre au. Wir wollen die Sache außerdienstlich behandeln. Sie sollen selbst darüber bestimmen, ob Sie diese geheimnisvolle und nicht gefahrlose Mission übernehmen wollen oder nicht. Thun Sie es, dann erteile ich Ihnen einen Urlaub auf unbestimmte Zeit. Die Uniform müssen Sie ausziehen. Und nun hören Sie zu.“ Nachdem ich dem freundlichen Sergeanten für das mir bewiesene Vertrauen gedankt und es mir bequem gemacht hatte, begann er: „Sie wissen, daß wir hier auf einen verlorenen Posten gestellt sind. Eine Polizei-Station, die nicht mehr ist, als ein Blockhaus, mitten in der Wildnis und mit nur vier Mann Besatzung, von denen immer Drei unterwegs sind, ist kein begehrenswerter Aufenthalt, zumal in einem Distrikt, der in der Kriminal⸗Statistik Viktoria's eine traurige Berühmt⸗ heit erlangt hat. Wir sind hierher gesandt, um mit dem nach der Grenze verdrängten Räuber-⸗Un⸗ wesen gründlich aufzuräumen, und das dürfte, aller Wahrscheinlichkeit nach, auch am Grund dieser Sache stecken.— Kennen Sie die sogenannte tote Schlucht.“ „Ich— habe davon sprechen hören“, erwiderte ich zögernd. „Sagen Sie doch lieber, Sie kennen sie nicht“, meinte der Sergeant kurzweg.„Das erschwert Ihnen Ihre Aufgabe.“ „Also dort liegt das Feld meiner Thätigkeit?“ fragte ich ablenkend. (Fortsetzung folgt.) — 2 2 2 2 — — 1 bringen. In der Bürgermeisterei angelangt, tobte Schade weiter, so daß man denselben in das Wachtlokal ver⸗ bringen mußte. Die Gendarmen konnten ihre Absicht, die Personalien des Verhafteten festzustellen und ihn dann wieder zu entlassen, unter diesen Umständen nicht aus⸗ führen. Unterdessen erfuhren die übrigen Russensteinbrenner die Festnahme ihres Genossen und trafen Anstalten, den⸗ selben zu befreien. Der Angeklagte Vitt zog mit einigen Anderen vor die Bürgermeisterei und verlangte Schades Freilassung, nachdem er diesem zugerufen, die Fenster des Wachtlokals zu zertrümmern, was dieser auch prompt besorgte. Um weiteren Exzessen aus dem Wege zu gehen, beschlossen die Beamten, den Arrestanten Schade in das Amtsgefängnis nach Butzbach zu bringen. Der Gendarm Ebert sollte den Transport übernehmen. Wachtmeister Schwarz schloß sich als Begleiter bis zur Gemarkungs⸗ grenze dem Transport an. Als die drei die Bürger⸗ meisterei verließen, soll der Angeklagte Vitt mit 4 bis 5 Genossen sie umringt und gerufen haben:„Der kommt nicht nach Butzbach, der bleibt hier!“ Die Gendarmen wollen nun mehrfach zum Zurückbleiben aufgeforder: haben, während der Transport von den Russenbrennern bis zum Festplatz, den der Zug zu passteren hatte, be⸗ gleitet wurde. Hier soll nun vereint der Ruf ertönt sein; „Russenmacher herbei! Auf sie!“ und im Nu sollen die Gendarmen von 20—30 drohenden Menschen umringt gewesen sein, die danach getrachtet hätten, den Gefangenen Schade mit Gewalt zu befreien. Der Gendarm Seng kam seinem bedrängten Kollegen zu Hülfe und nachdem mehrfachen Aufforderungen zum Trotz die Menge nicht Raum gewährte, im Gegenteil gegen die Beamten Schläge, Stöße und Püffe austeilten, da zogen die Gendarmen ihre Waffen und machten sich Luft damit. Aufs neue sollen nun die aufgeregten Menschen versucht haben, den Transport dadurch zu hindern, daß sie in drohender Haltung die Gendarmen einschlossen, sodaß der Wacht⸗ meister Schwarz seinen Revolver schußfertig machte, worauf erst die Tumultuanten zurückwichen und den Weg frei⸗ gaben, sodaß Schade unangefochten nach Butzbach ver⸗ bracht werden konnte. Die Beamten behaupten, daß sie unterwegs an einem förmlichen Barrikadenbau vorüber⸗ gekommen, den die Russensteinbrenner errichtet, und von dem aus sie einen weiteren Angriff gegen sie zur Be⸗ freiung des Arrestanten Schade unternehmen wollten, woran dieselben aber verhindert wurden oder dessen Aus⸗ führung unterblieb, weil mehrere Butzbacher Dragoner auf der Bildfläche erschienen. Die Anklage behauptet nun, die fünf Angeklagten seien die Rädelsführer der erregten Menge gewesen, sie seien es auch gewesen, die bei dem Angriff iu erster Linie gekämpft hätten. Die Angeschuldigten schildern übereinstimmend die Sache in einem anderen Lichte, wie es die Anklage be⸗ hauptet. Sie bestreiten ihre Schuld und geben an, daß der Auflauf am Abend vor dem Festplatz von den Be⸗ amten herbeigeführt worden sei, weil diese den Arrestanten unmenschlich behandelt hätten. Sie wollen nur aus Neu⸗ gierde dem Gefangenen⸗Transport gefolgt sein und be⸗ sonders die Gendarmen nicht angerührt haben. Richtig sei, daß Vitt gerufen habe: Russensteinbrenner herbel, helft mir, aber das sel geschehen, weil der Gendarm Seng ihn ohne Ursache zu Boden geworfen und in Ge⸗ meinschaft mit zwei Zivilisten auf ihm lag und den unter ihnen Liegenden bearbeitete. Es seien mindestens 50 bis 60 Menscheu gewesen, die den Transport nach Butzbach zu vom Festplatz aus ein Stück begleiteten. Da habe der Gendarm Seng plötzlich den Säbel gezogen und habe damit auf der Chaussee hin und her gefuchtelt. Die Angeklagten bestreiten, weder eine Schießwaffe gehabt zu haben, noch hätten sie an einem Barrikadenbau geholfen. Sie bestreiten überhaupt, einen solchen Bau gesehen zu haben. Die beiden Fischers sind mit dem Angeklagten Vitt verfeindet, so daß dieselben sich den ganzen Tag aus dem Wege gegangen sind.(Die Verhandlung dauert bei Schluß der Redaktion fort.) Vermischtes. — Die Aerzte und ihre Inserate. Man berichtet aus Wien: Mit Rücksicht auf eine Bewegung in Aerztekreisen, welche sich gegen die inserierenden Spezialärzte wendet, haben diese Letzteren an das Präsidium des Aerztekammertages eine Zuschrift gerichtet, in welcher sie ihrem Standpunkt verteidigen. Der vor Jahresfrist abgehaltene Aerztekammertag hatte den Be⸗ schluß gefaßt, die Frage des Annoncierens der Aerzte vorläufig unentschieden zu lassen, bis die Wiener Kammer über ihre Stellungnahme zu dieser Angelegenheit klar ge⸗ worden sei, worauf sich ihren Vorgehen die anderen Kam⸗ mern anschließen würden. Seither hat sich die Wiener Aerztekammer in sehr entschiedener Weise gegen das In⸗ serieren der Aerzte ausgesprochen. In der Zuschrift wird darauf bingewiesen, daß das Institut der annoncierenden Aerzte in Wien ein Bedürfnis des hilfesuchenden Publi⸗ kums geworden sei und sich auch in anderen Ländern spe⸗ ziell in Frankreich, England und Deutschland eingebürgert habe. In allen diesen Ländern herrsche die Anschauung, daß eine schlichte, würdige Annonce, die sich von allem Marktschreierischen fern halte, keinem Stande und keinem Individuum zur Schande gereichen könne. Zum Schlusse wird an den Aerztekammertag die Bitte gerichtet, die Ver⸗ sammlung möge beschließen:„Das Inserieren in be⸗ scheidenster Weise nach Vorlage des Textes an den Ehren⸗ rat sei zu gestatten, beziehungsweise den schon seit Jahren inserierenden Spezialärzten sei der weitere Gebrauch des Inserates nicht zu verbieten.“ — Ein wunderbarer Rehbock. Gelegentlich einer Pirsche in meiner Jagd bei Externstein im Teuto⸗ burger Walde wurde ich, so schreibt der bekannte Maler Professor Kroener dem„Weidmann“, durch einen Rehbock an die Erzählung vom Vogel Strauß erinnert, der bei Verfolgung seinen Kopf in einen Busch oder Strauch stecken soll, um nicht gesehen zu werden. Nach einem starken Gewitter unternahm ich eine Pirsche in Begleitung des mir bekannten Lippeschen Försters Hollmann und erlegte einen starken Rehbock. Als derselbe aufgebrochen und in dem Rucksack auf dem Rücken des Försters ge⸗ borgen war, nahmen wir einen zweiten Bock(Gabelbock) auf einer mit Büschen und Sträuchern bestandenen Lich⸗ tung wahr. Da mir dieser zu gering war, wollte ich nicht schießen, aber den Versuch wagen, mich anzupirschen. Ungefähr 60 Schritte vom Bock erntfernt, mußte er uns wohl geäugt haben, denn er machte sich plötzlich klein und zog schleichend dem nächsten Busch zu. Der Kopf ver⸗ schwand in den Blättern, und wie angenagelt stand der Bock da— jedenfalls hielt er sich für völlig gedeckt. Weiter pirschend, waren wir bis auf sechs Schritte heran, und ich wollte ihn jetzt tot schießen, da wir ihn für krank hielten, kam dabei aber immer näher, sodaß ich mir den Spaß erlaubte, ihn auf einen ge⸗ wissen Körperteil zu klopfen. Dies hielt er aber nicht aus, verschwand vielmehr mit einigen hohen Fluchten in der sicheren Dickung und fing nun an zu schelten, wie ich selten einen Bock gehört habe; er konnte sich überhaupt nicht beruhigen ob dieser merkwürdigen Ueberraschung. Wir hörten ihn noch lange schmälen, er war demnach ganz gesund. Ich habe ein derartiges Sich⸗Stecken eines Rehbocks bislang noch nicht beobachtet.— Jägerlatein? Letzte Nachrichten. * Gießen, 8. Oktober. Der Saal des Cafe Leib war gestern Abend überfüllt. Schon um 8¼ Uhr waren alle Stühle im Saal ver⸗ griffen und immer noch strömte die Menge zu, um dem Vortrag von J. Lützen beizuwohnen. Lützen ist aus den Vorjahren noch in guter Er⸗ innerung, seine früheren Vorträge, die er bei uns gehalten, sie waren beide Male gut besucht. Jens Lützen sprach gestern Abend mit Begeiste⸗ rung über das, was er selbst erlebt und selbst geschaut. Er schilderte seine Reise nach Spitz⸗ bergen, die er von Hamburg aus unternommen, um Andree aufzusuchen, um Zeuge zu sein von dessen Ballonfahrt nach dem Nordpol, die aber unterblieb, weil der dazu nötige Süd⸗-Wind aus⸗ geblieben war. Die an Ort und Stelle auf⸗ genommenen Lichtbilder gaben den Hörern ein anschauliches Bild nicht nur über die Gegenden, die Lützen passierte, als er gen Norden steuerte, sondern sie führten uns auch direkt zu Andree und seinen Einrichtungen, die er auf der Dänen⸗ Insel getroffen, um seine Ballon⸗Expedition vor⸗ zubereiten. Von hier drang Lützen mit seiner Reisebegleitung nach Norden ins freie Wasser solange vor, bis die schwimmenden Eisberge ein glattes Vordringen hinderten. Man wollte wenigstens so 12510 als es möglich war, sich dem Nordpol genähert haben. Von hier gings nach Norwegen, nachdem man vergeblich versucht hatte, die Sonnenfinsternis zu beobachten.— Der Vortragende erntete reichen Beifall. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 8. Okt. Wie mehrere Blätter melden, wird der Bundesrat heute zu seiner zweiten Sitzung nach den Ferien zusammentreten. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Vorlage betreffend das Börsen⸗Register. Hd. München, 8. Okt. Die Nachricht von einer bevorstehenden Verlobung des Prinzen Rupprecht von Baiern wird heute offiziös dementiert. Hd. Paris, 3. Oktober. Wie verlautet, hat der Zar die Absicht geäußert, noch einen Tag länger, als im Programm vorgesehen, hierselbst zu verweilen. Hd. Paris, 8. Oktober. Gestern Abend um 5½ Uhr fuhr das Zarenpaar nach dem Stadt⸗ hause. Auf dem ganzen Wege bildete eine un⸗ geheure Menschenmenge Spalier. Trotz des polizeilichen Verbots hatten zahlreiche Neugierige die Geländer der Brücke Henry IV. erklettert. Auf dem Platz vor dem Stadthause bot sich den Blicken ein großartiges Schauspiel dar. Tau⸗ sende von elektrischen Glühlampen warfen ihr schimmerndes Licht auf den Platz, wo eine viel⸗ ee 2 Lokal⸗Polizei⸗Reglement, betr. den öffentlichen Zettelanschlag Nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung Ministeriums vom 9. September l. J. zu Nr. M. J. 25073 für den Bezirk der Stadt Gießen verordnet wie folgt: 9 Bekanntmachungen, gewerbliche Anzeigen, öffentliche A lustigungen, Versammlungen und Aufführungen, soweit dies interessen dienen, dürfen innerhalb der Stadt Gießen und Auszahmebestimmungen in§ 2 und 8 3, nur an den von schlagssäulen und angebrachten Tafeln angeschlagen werden Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen dazu berechtigten Per Erlaubnis Großberzogl. Polizeiamts Gießen und haben einen auf Namen lautenden von Groß herz glichem Polizeiamt Gießen auszustellenden n bei sich zu führen. 8 Im Uebrigen ist die Anbringung der in§ 1 erwäh Zustimmung des Eigentümers des betr. Gebäudes ꝛc. und daß die Plakate auf einer, von Großherzoglichem Polizeiamt Anschlagstafel befestigt werden. 3 8 Die Bestimmungen der 88 1 und 2 beziehen sich nicht auf Bekanntmachungen, welche von Grundstückseigentümern oder Mietern ausschließlich eigenen Grundstücken, Häusern oder Mietsräumen ausgehä 4 8 4. Zuwiderhandlungen gegen obige Bestimmungen, sowie absichtliche Beschädigung, Be⸗ schmutzung und widerrechtliche Benutzung der Anschlagstafe schlägen von denselben, werden, unbeschadet höherer allgem Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft. 8 5. Vorstehendes Lokal-Polizei-Reglement tritt am 15.4 Oktober l. J. in Kraft. Großherzogliches 178 Gießen. v. echtold. Gießen, den 6. Oktober 1896. in der Stadt Gießen. wird mit Genehmigung Großh. nkündigungen, insbesondere von Be⸗ elben nicht den öffentlichen Verkehrs⸗ deren Gemarkung, vorbehältlich der der Stadt Gießen errichteten An- und zwar nur durch die seitens sonen. Diese bedürfen bierzu der nten Bekanntmachungen ꝛc. nur mit unter der Voraussetzung zulässig, Gießen hierzu für geeignet erklärten ambusger Fngos- Feberbesätze, Plüsech, Sammt, Seidenstoff wueranswah Unterzeuge, Schulterkragen, Capotten, Strümpfe, Handschuhe, Krimmer, Astrachan, Wollplüsch für Capes und in Streifen, empfehlen zur Jahreszeit tausendköpfige 90 hin und her wogte. Das voll mit grünem Sammet ausgeschlagen. Das Zarenpaar wurde vom Präsidenten des Gemeinde⸗ rats Herr Baudin empfangen, der dasselbe in den Saal des Preyots geleitete, der mit präch⸗ tigen Blumen und Laubwerk geschmückt war u durch elektrisches Licht beleuchtet wurde. d Wände waren mit kostbaren Tuchen ausgeschlagen und mit russischen Fahnen geschmückt. Die Stoffe wurden durch russische und französische Wappen⸗ schilder zusammen gehalten. Die Majesta stiegen die 43 Stufen 1 große Treppe 1 zwischen einer Doppelreihe Pariser Gardisten mit präsentierten Säbeln hinauf. Um 5 Uhr trat das Zarenpaar unter die Marquise, wo Herr Baudin umgeben von einer doppelten Reihe von republikanischer Garde dem Zaren den Willkom⸗ mengruß entbot und die Mitglieder des Ge⸗ meinderats vorstellte. Hierauf begab man sich in den großen Saal, wo die Mitglieder des dip⸗ lomatischen Korps Aufstellung genommen hatten. Hd. Paris, 3. Okt. um Mitt explodierte auf dem Concordienplatz ein Sprengkörper, der mit Nägeln gefüllt war. Der kaiserliche Wagen, der eine halbe Stunde vorher nach dem Comedie francaise uhr, ging genau über dieselbe Stelle. Ez handelt sich indes nur um einen schlechten Scherz. Die Explosion geschah zu einer Zeit, zu der der Concordienplatz fast völlig men⸗ schenleer war. Es wurde nur eine Person, und zwar über dem Auge verletzt.— Nacht 5 1155 wurden mehrere Anarchisten ver⸗ aftet. Hd. Amsterdam, 8. Oktober. Aus Atchin wird gemeldet, daß die holländischen Truppen den Rebellen auf der Jusel Lombock eine blutige Niederlage beigebracht haben, 40 Insurgenten wurden getötet, 25 gefangen ge⸗ nommen. d. Brüssel, 7. Okt. Der Genter Sozia⸗ listenführer Anseele hat an alle errsgen Blätter ein Rundschreiben gerichtet, in welchem er ein. gehend die gegen ihn erhobenen Anschuldigun widerlegt. Er droht denjenigen Blättern, bels seine Verteidigung nicht aufnehmen, mit der Ver⸗ leumdungsklage. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 10. Oktober 1896. Vorabend: 5.30 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Sabbathausgang: 6.30. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Lager— Henande Salomon& L 1155 in reicher Damen- und Kinderröcke, Schürzen, Damen- und Herrenwäsche, Cravatten N* ö eee in ihrem Privatinteresse an ihren gt oder angeschlagen werden. ln und Säulen, Abreißen von An⸗ einer Strafbestimmungen mit einer Städt. 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