2.30 na m. en zalestäten lie ich Empfang der eine Be. ten die Ra Upagen nach e um It Uh Die Stadt ist raßen herrscht* nagoge. den 9. Sept. 1890, ing, Verantu. Ne Ottmann, beibe in 2 . mach. erteilh 1 richt Physik, Me lementen des e goed. d. 3th. W 2 abgeholt.— Gewählt wurde in den Vorstand Die Anteile der einzelnen Kreise werden nach brochenen entgegengenommen. 1896. 00 Ausgabe Gießen, Mittwoch, den 9. September andeszeitun Gießen. Redaktion: 6 Kreuzplatz Nr. 4. 85 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. . Expedition: ö 24 Kreuzplatz Nr. 4. 9 Lokales und Provinzielles. * Gießen, 8. September. Das Kunst⸗ straßen⸗Wesen im Großherzogtum Hessen wird mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes eine einschneidende Aenderung erfahren. Bis 1881 wurden die chaussierten Straßen von Ge⸗ meinden, Wegeverbänden, Provinzen oder durch den Staat erbaut. Die veränderten Verkehrs⸗ verhältnisse brachte das Gesetz vom 27. April 1881, wodurch an Stelle der Gemeinden die Kreise treten. Zukünftig sollen alle Kunststraßen des Landes, einschließlich der bisherigen Staats⸗ straßen, Kreisstraßen sein; sie stehen mit Zube⸗ hör in deren Eigentum, Nutzung und Verwal⸗ tung. Die Beschlußfassung über die Strecken steht dem Kreistag nach Anhörung der beteiligten Gemeinden(diese stellen das Gelände) mit Zu⸗ stimmung des Provinzialtags zu. Der Staat überweist jeder Provinz jährlich eine Summe, aus der ¼ der Baulisten zu bestreiten sind. Die von der Straße berührten Gemeinden tragen neben den Kosten der Ortsdurchfahrt 8, den Rest trägt je zur Hälfte der Kreis und die une Zu den Kosten der Straßenunter⸗ altung leistet der Staat jährliche Zuschüsse und zwar an die Provinz: Starkenburg 337000 M. Oberhessen 323000„ Rheinhessen 340000„ Summa 1000000 M. Verhältnis des Staatsaufwandes für die Straßenunterhaltung während 1891/92 bis 1893/94 durch die Provinzialausschüsse festgesetzt und diese Summen werden jährlich von der Staatskasse direkt an die Kreiskassen abgeführt. Den Rest trägt je zur Hälfte Kreis und Provinz. Den Gemeinden bleibt auch fernerhin die Unter⸗ haltung der Feldwege, Ortsstraßen usw. Der leitende Techniker(Kreisbauinspektor) muß die Staatsprüfung für das höhere Baufach bestanden haben und wird mit den pragmatischen Rechten eines Staatsbeamten angestellt. Seine unter⸗ stellten Organe sind die Kreisstraßenmeister und Kreisstraßenwarte. Die Leitung und Beaufsich⸗ 3 Geschäfte des Kreisbauinspektors steht dem Kreisrat zu. * Gießen, 8. Sept. Gestern konstituierte sich in Lonys Bierkeller auf Grund beratener und angenommener Statuteu eine Kohlen⸗ Bezugs⸗Gesellschaft. Die Verwaltungs⸗ kosten dürfen laut Statut nicht mehr wie 3 pCt. betragen, während bei dem Bezugsverein des olizeirat 8 diese Kosten über 6 pCt. etragen haben. Die monatlichen Beiträge werden vom Kassierer kostenlos von den Mitgliedern A. Dickore, Vorsitzender, Peter Mulch, Rechner, Georg Merkel, Kontrolleur und Kassenbote, Magistratsgehülfe Nau, Schriftführer. Beifitzer wurden die Herren Bräutigam, Möbus und Schiffnie. Es meldeten sich zu dem neuen Verein, der bezweckt, seinen Mitgliedern billige und gute Kohlen zu verschaffen, 180 Mitglieder. Gießen, 8. September.(Besitzwechsel.) Die Baufirma Birkenstock und Schneider verkaufte ihr an der Westanlage 34 belegenes Haus mit Garten für den Preis von 38 000 4 an den Fruchthändler L. Bär(Mitinhaber der Firma Gebrüder Rosenbaum). Gießen, 8. Sept. Zu dem in dieser Woche in Berlin tagenden Deutschen An— waltstag werden sich von hier aus Justizrat Dr. Reatz und Rechtsanwalt Grünewald nach Berlin begeben. Gießen, 8. Sept. Mahn wort an die Eltern und Pfleger der Schulkinder. Sollen die Kinder gut schreiben lernen, so ist es u. A. von großer Wichtigkeit, daß sie den Federhalter auch fu Hause stets so halten, wie es der Lehrer im unterricht gebietet, nämlich: Daumen seitlich gekrümmt, den 2. und 3. Finger von oben(4. und 5. unten, dem 3. angelehnt)! An diese Art der Federhaltung muß sich das Kind fest ge⸗ wöhnen; ein Wechsel darf nicht geduldet werden. Zur Verhütung der Kurzsichtigkeit ist u. A. mit a Strenge darauf zu halten, daß des indes Augen mindestens 25 Centimeter von der Schreibfläche entfernt bleiben. Also! Kopf hoch! Gerade sitzen! * Butzbach, 7. Sept. Für das am 1. April hier einrückende Bataillon Infanterie ist eine Vergrößerung der Kaserne erforderlich eworden. Nachdem vor einigen Tagen die ergebung der Arbeiten stattgefunden hat, wurden durch den Unternehmer Rumpf von Hanau die Arbeiten in Angriff genommen und mit dem Umbau eines Teils der Kaserne begonnen, der innerhalb sieben Wochen fertiggestellt sein muß. Bad Nauheim, 7. Sept. Ein hiesiger Gütersensal sucht einen zusammenhängenden Güterkomplex von etwa 300 Morgen, der von der verlängerten Burgallee, dem Frauen⸗ wald, der Nieder⸗Mörler Gemarkungsgrenze, dem Johannisbergwald und dem dahlnführenden Fahrweg begrenzt wird, für einen noch nicht ge⸗ nannten Kaufliebhaber käuflich zu erwerben. Die Besitzer waren unlängst versammelt und er⸗ nannten zunächst eine Kommission, um die je nach der Lage und der Güte des Bodens ver⸗ schiedenen Preisverhältnisse festzustellen. Ein größerer Teil des Geländes soll den Besitzern gegen einen zivilen Pachtzins vorerst zur Be⸗ nutzung überlassen werden. 1 * Bad Nauheim, 7. Sept. Die hiesigen Bauhandwerker und Bauunternehmer beabsichtigen, sich wegen der freihändigen Ver⸗ hauses Nr. 6 beschwerend an die Kammern der Stände zu wenden. Diese Arbeiten mit Ausnahme der Installations⸗ und Heizanlagen sind angeblich im Interesse einer möglichst raschen Fertigstellung des Baues kurzer Hand dem Unter⸗ nehmer Morschel in Friedberg übertragen worden. * Darmstadt, 7. Sept. Die beiden Hoch⸗ stapler, die im vorigen Monat bei der hiesigen Volksbank auf einen gefälschten Chek Geld zu er⸗ schwindeln versuchten, werden sich demnächst vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten haben. Nachdem man sie hier festgenommen hatte, stellte sich heraus, daß sie auch in den Rheinlanden dasselbe Manöver gemacht haben, und es hat den Anschein, daß die Schwindler die Chekfälschung en gros betrieben haben. Mainz, 7. Sept. Infolge des jüngst in der Domkirche vorgekommenen Unglücksfalls ist von Seiten der bischöflichen Verwaltung die Erlaubnis zur Besteigung des Domturmes be⸗ schränkt worden.— Das Kreisamt verlangt von der Bürgermeisterei eine Verstärkung des Schutzmannskorps um 10 Mann, da das Korps bei der Ausdehnung der Stadt zu schwach sei. * Mainz, 7. Sept. Mainzer Woh⸗ nungsverhältnisse. Herr Dr. Cuny, Armenarzt und Wohnungs⸗Inspektor unserer Stadt, hat kürzlich in einer Versammlung von Aerzten einen Vortrag über:„Systematische Untersuchungen der ohnungsverhältnisse in Städten“ gehalten. Nach den polizeilichen Er⸗ hebungen in Mainz wurden zirka 13 Prozent der Mietwohnungen beanstandet, 16 Prozent der Schlafstellen und 5 Prozent der Schlafräume für Lehrlinge, Dienstboten u. s. w. Jetzt merke man sehr in den ärmeren Stadtteilen den wohl⸗ thätigen Einfluß des Gesetzes. Seit dem Auf⸗ hören der Ueberschwemmungen der niederen Stadtteile durch unsere Kanglisation und durch die Pumpstation seien die Parterre-Wohnungen fast alle ausgetrocknet. Für die unteren Klassen bestehe ein Wohnungsnotstand, der Maßregeln zur Abhilfe erheische. Mainz, 7. Sept. Der Verbandstag der hessischen landwirtschaftlichen Ge⸗ nossenschaften beschloß, das 1898 dae 0 des Verbandes im Jahre 1898 in großartiger Weise in Mainz abzuhalten, wo vor 25 Jahren der Verband gegründet wurde. Zum Verbands⸗Direktor wurde auf die Dauer von 6 Jahren abermals einstimmig Herr Kreis⸗ rat Haas in Offenbach gewählt, zu dessen Stellvertreter auf dieselbe Dauer Herr A. Dett⸗ weiler⸗Laubenheim bei Worms. Ferner wurde beschlossen, in Offenbach, im Anschluß an die dort bestehende milchwirtschaftliche Versuchsstation eine bakteriologische Abteilung zu errichten, für die das Ministerium die erforderlichen Mittel gebung der Arbeiten für Errichtung des Bade⸗ bewilligen soll. Vermischtes. dauern die Erdsenkungen noch immer fort. Nach einer stattgefunden, die hauptsächlich die obere Rammthorstraße traf. Während die Senkungen in der Gegend der Sanger⸗ gezogen. Nicht nur die Häuser, sondern auch die massiven Risse erlitten und mußten schleunigst ausgebessert werden. Eine große Zahl der geschädigten Hausbesitzer hat in den felder Bergbaugesellschaft angestrengt. — Johann Bückler, genannt Schinder⸗ hannes. Man schreibt der„Frankf. Ztg.“: Ein Stück „Sittengeschichte aus Deutschlands trübster Zeit“ nennt Karl Rauchhaupt die neuerdings von ihm herausgegebene „Aktenmäßige Geschichte über das Leben und Treiben des berüchtigten Räuberhauptmannes Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, und seiner Bande“(Kreuznach, Verlag von Ferdinand Harrach). Unsittengeschichte wäre wohl richtiger gewesen. akten aus dem Ende des 18. und Anfang des 19. Jahr⸗ hunderts vorführt. Die Länder am Rhein und der Mosel mit ihren zahlreichen waldreichen Gebirgszügen mit rauben⸗ den und sengenden Banden gefüllt und nirgends eine Obrigkeit, die im Stande wäre, dem Treiben der Räuber 5 ein Ende zu machen. Im Gegenteil, zuweilen finden wir, aus den Raubzügen seine Prozente zahlen läßt. hülfe zu üben, oder ebenfalls im Bunde mit den Dieben. Lande einreißen konnte, ist natürlich nur durch die kriegerischen und unsicheren Zeitläufe am Ende des vorigen Jahrhunderts zu erklären. berufen. des Schinderhannes, des einzigen rheinischen Räubers, von dem man, wie der Herausgeber bemerkt, noch jetzt an vielen Orten mit wahrer Begeisterung spricht. gebilde völlig zusammen. als ein Strauchdieb niedrigster Sorte. Mit Pferdestehlen fängt er an, mit der Plünderung und Mißhandlung Wehrloser endet er. Vor einem Gensdarmen läuft er schleunigst davon oder versteckt sich, und seine Hauptthaten find Ueberfälle und Ausplünderungen Handelsleute. nötige Genützt haben die Karten den Bürgern freilich nichts denn Bücklers Kumpane kehrten sich einfach nicht an da Entgelt förmliche Sicherheitskarten ausstellte, ganzen Darstellung noch als der verhältnismäßig Gut⸗ mütige der Bande erscheint. Als Anhang ist dem Werk⸗ chen eine Anzahl von Anekdoten beigefügt, die im Volke —— Marja, das Heldenmädchen von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vryburg (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Müde und gramumflort klang jetzt die Stimme des Boeren. Seine Wut war gestillt; nun wühlte der Schmerz in seinem Vaterherzen. Er hatte dem Präsidenten den hinterlassenen Brief Marja's hingereicht, und dieser hatte ihn mit einem Blick der Teilnahme auf den ganz Ge⸗ In diesem Augenblick ging draußen ein Mann vorüber, welcher frech hinaufblickte zu dem Präsi⸗ denten, ohne an seinen Hut zu rühren. Dom Paul, der für alles Fremde, Ungewohnte ein scharfes Auge hatte, fragte Witborg leise: „Kennst Du den Mann? Seine Miene gefällt mir nicht.“ N N „Ja, ich kenne den Schuft“, entgegnete Witborg ebenso:„Jakob Hambrock, ein Goldgräber von Lehdsdorp und der Sprecher der dortigen Uitländers, ein Kerl, der meines Erachtens ebenso leicht einem Menschen den Hals umdreht, wie einem Huhn. Er weiß ganz sicher, wer Du bist.“ Dom Paul zuckte die Achseln. i „ost er ein schlechter Kerl, umso leichter kann ich seinen Gruß entbehren.“ d 5 Jetzt ruhte sein Auge auf dem Brief Marja's on ihren Vater. Er schien betroffen. „Schweres Unheil droht dem Transvaal“, las er halblaut für sich,„und das Blut von Tausenden muß fließen, wenn Du mich verhinderst.“ Seine Stirn krauste sich. 195 „Seltsame Gründe führt Deine Tochter für ihre ernung an“, sagte er.„Sie hat eine Spur mir etwas dunkel, das im Staatsinteresse gelichtet werden sollte. Der Boer schüttelte unwillig mit dem Kopf. „Flausen! Ausreden, um mich von der rechten Fährte abzulenken. Ich aber lasse mich nicht dumm machen. Und nun zum Schluß, willst Du nach den Flüchtigen forschen und mir mein Kind wieder zuführen lassen, wenn man es findet? Der Präsident fuhr aus tiefem Sinnen auf. „Ja so—“ sagte er, sich erinnernd,„Du willst Dein Recht; es soll Dir werden, so weit es in meinen Kräften steht, es Dir zu verschaffen. Auf meine volle Unterstützung darfst Du rechnen.“ „Mehr verlange ich nicht.“ Der Boer entfernte sich mit kurzem Gruß. Er trabte wieder der Wüste zu, und Oom Paul blickte ihm gedankenvoll nach.. Ebenda ging Jakob Hambrock zum zweiten Male und wieder ohne Gruß vorüber. Der Blick, den er auf den Präsidenten richtete, hatte etwas frech Herausforderndes. 4 Oom Paul wurde aufmerksam. Was wollte dieser Mensch hier? Der Andere entfernte sich wieder, wobei er noch mehrmals den Kopf zurück⸗ wandte. Seltsam!* Der Präsident erhob sich und trat ins Haus. 15. Kapitel. Eine Spur. Seit dem rätselhaften Verschwinden des Fremden, den sie hilflos in der Wüste zurückgelassen hatte, fand Marja keine Ruhe mehr vor sich selbst. Immer wieder dachte sie an diese seltsame Be⸗ gegnung zurück, und immer wieder sah sie die Augen des Unbekannten, dessen Züge sich ihrem Gedächtnis tief eingeprägt hatten, fragend und forschend auf sich gerichtet. Sie verbrachte eine schlaflose Nacht. en— für— das sieht nicht aus wie das — einer Entführten. Da scheint Die wenigen Worte, welche er an sie gerichtet hatte, waren unvergessen. Sie gaben zu denken. Durch das viele Verweilen in der Einsamkeit war Marja überhaupt nachdenklich gestimmt. Dazu kam dann das eigentümliche Benehmen ihres Vaters, und seine in der Erregung gethanen Aeußerungen, welche auf einen furchtbaren Haß deuteten, den er gegen irgend jemand hegte. Durch all die Jahre ihres Heranwachsens und sorglosen Dahinlebens als Tochter und Erbin eines begüterten Mannes hatte er dieses Gefühl in seiner Brust verschlossen gehabt, und erst als er von dem Deutschen hörte, der auf der Suche nach jemanden war und sich so angelegentlich nach ihrer verstorbenen Mutter er⸗ kundigt hatte, war es emporgelodert mit einer ele— mentaren Gewalt. Der Haß war nicht begraben, er schlummerte nur, und der ihn aus diesem viel⸗ jährigen Schlafe erweckt hatte, war eben der Mann, dessen Weg sie in der letzten Stunde seines Erden— wallens hatte kreuzen müssen. In der letzten Stunde. Dieser Gedanke wollte in ihrem Kopf keinen Eingang finden. Sie zweifelte nicht, daß sie doch eine Spur finden werde, welche zu dem rätselhaften Verschwinden des interessanten Fremden einen Schlüssel hat. Gleich am nächsten Morgen brach Marja mit ihrer Herde wieder nach jener Stelle auf, an der sie den Deutschen verlassen hatte. Nach längerem Suchen glaubte sie doch schwache Spuren an Fußeindrücken gefunden zu haben, welche eine gewisse Uebereinstimmung zeigten und von denen, die ihr Vater und die Knechte hier zurückge⸗ lassen hatten, wesentlich abwichen. Mit dem feinen Späherblick des Wüstenbe— wohners ermittelte Marja darnach, daß jene eigen artige Fußspur nach der Stelle, wo sie den Ver— schmachtenden gefunden hatte, hinlenkte und dann in der entgegengesetzten Richtung weiter ging. Sie durfte kaum mehr zweifeln, daß der Deutsche na ihrem Fortgang wieder zum Bewußtsein erwacht durch die mondhelle Nacht— wohin? auf, als sie diese Entdeckung machte. Und sie kreis gänzlich fehlten. Nun wußte sie es, er hatte er den Schreckensort verlassen. teilung machte? Sie wußte es selbst nicht. eigentümliche Scheu hielt sie davon zurück. Sie selbst, ganz allein, wollte der gefundenen Spur weiter nachforschen, in der unbestimmten Hoffnung, irgendwie— wie, das wußte sie selbst nicht zu sagen— Gewißheit über den Verbleib und das fernere Schicksal des Fremden zu erlangen. Zu diesem Zwecke steckte Marja Abends ein Zeichen dort auf, wo sie die Spur verlassen hatte, um den Heimweg anzutreten. von Tag zu Tag. ständen folgte sie dem längst enteilten Wanderer Schritt vor Schritt durch die unermeßlich weite schattenlose Wildnis. Am dritten Tage machte sie eine weitere merk⸗ würdige Entdeckung, die aber das Dunkel, welches über dem Verschwinden des Deutschen lag, nur noch zu vertiefen geeignet war. die des Verschollenen einlenkte, welcher sie folgte. Marja schaute in der Richtung zurück, aus nun mit wachsendem Erstaunen, daß es die Rich- tung war, in welcher die Witborg Farm lag. (Fortsetzung folgt.) b. 14 — Erdsenkungen in Eisleben. In Eisleben längeren Pause hat am Dienstag wieder eine Erschütterung 19 hauser Straße etwas nachgelassen haben, ist die„böse Sieben“ in letzter Zeit außerordentlich in Mitleidenschaft Ufermauern des Grabens haben bis 15 Centimeter breite Denn es sind wenig erbauliche Zustände, die der Verfasser uns an der Hand der Prozeß: Daß eine derartige Wirtschaft in einem dichtbevölkerten Bald halten deutsche, bald französische Truppen die Moselgebirge besetzt; bald werden diese, bald jene Beamte von der ewig wechselnden Regie⸗ rung hingeschickt und nach kurzer Thätigkeit wieder abs Unter solchen Verhältnissen blüht das Gewerbe un bewaffneten Charakteristisch für die damaligen Zustär de ist es, daß der mit einer guten Dosis von Großmanns⸗ sucht ausgestattete Räuber den Landbewohnern für das Versprechen ihres„Hauptmannes“, der übrigens in der jetzt noch über Schinderhannes kursieren und ihn natürlich war und dann im Suchen nach ihr fortgeirrt war Ein unsagbare Freude wallte in ihrem Herzen wurde erhöht durch die weitere Erkenntnis, daß Fußeindrücke von reißenden Tieren im weiten Um gelebt und lebend allein, ohne fremde Beihilfe hatte Warum Marja ihrem Vater davon keine Mit⸗ Eine Und so trieb sie es 1 Unter den schwierigsten Um⸗ Sie fand eine zweite, derbere Fußspur, in welche 1 welcher diese zweite Fußspur kam, und sie erkannte 5 * 10 10 9 55 663 11 0 5 I letzten Monaten Entschädigungsklagen gegen die Mans⸗ 0 1 daß der Amtmann oder sonst ein Hüter des Gesetzes mit der Bande unter einer Decke steckt und sich von ihnen Dazu die Bürger größtenteils energielos und unfähig, Selbst⸗ Aber in der aktenmäßigen Darstellung schrumpft das Phantasie⸗ Schinderhannes entpuppt sich als einen rheinischen Karl Moor hinstellen, wie man ge⸗ sehen hat ohne jeden Grund. — Einen„Roman“ in 6 Ziffern, der vor kurzem einem in Friedenau lebenden Schriftsteller begegnet ist, und der sich mit Hülfe des Wortes„Ferien“ leicht lesen läßt, findet sich in einem Friedenauer Lokalblatte. Der Verfasser erzählt darin Folgendes: Ich genoß im Berner Oberland die herrlichen 123456. Ah! sagten die Dorfschönen, dem ist's gewiß um 132456 zu thun, sonst wäre er nicht von 1236 hierher gekommen. Bald fing in einem der Mädchenköpfe ein lieblicher Gedanke an zu 324156.„Bin ich nicht 124653 als manche Andere?“ sagte sie zu mir,„13245 mich.“ Ich stand wie auf 24536, denn ihr 54123 war mir sehr peinlich. Wenn auch ihre Worte ziemlich 1324 sein mochten, so war ihr Herz doch gewiß 3246. Wie gerne hätte ich ihre Rede mit einem goldenen 3241 erwidert, aber meine Pflicht gebot mir, schnell abzubrechen.„642, antwortete ich schmerzlich,„denn ich habe schon 2465.“ 5 8 — Wie viel bezahlt Berlin Miete. Im letzten Jahr wurden in Berlin, wie aus einer Statistik hervorgeht, an Mieten 330 Millionen Mark eingenommen. Eine interessantere, aber schwierigere Rechenaufgabe wäre: Wie viel Miete wird in Berlin schuldig geblieben? — Unglücliche Gewinner. Dem Herrn Schmalz in Burg, der durch seinen unglücklichen Lotterie⸗ „Gewinn“ mit einem Schlage in ganz Deutschland bekannt geworden ist, hat man den Trost gegeben, daß ihm durch die Ungültigkeit der Lotterie viel Aerger erspart worden sei. Man erinnerte sich so vieler Schwierigkeiten, die bei dem Verkaufe von Gewinnen, die in Wertgegenständen bestehen, zu überwinden sind. Das Glück, das die Kuh⸗ magd empfand, als sie eine Kesselpauke gewann, war gewiß nicht erheblich größer als die Freude, die dem Herrn Konsistorialrat zu Teil wurde, als Fortuna ihm einen Blasebalg„in den Schoß“ warf. Beide hatten sich mit ihrem Gewinn redlich zu plagen, bis eine besondere Gunst des Schicksals sie davon befreite. Mit Wehmut erinnern wir uns eines Herrn Pleschke, seines Zeichens Brureau⸗Assistent, der in einer landwirtschaftlichen Lotterie ceeine Volière gewann. Mit welchem Entzücken überbrachte er die frohe Botschaft seiner Gattin, und wie glücklich waren die Beiden, als sie glänzende Zukunftspläne ent⸗ warfen! Das Vogelhaus war von riesigen Dimensionen, ein Schmuck für jedes Rittergut. Natürlich wollte Herr Pleschte es verkaufen; denn was sollte er selbst, der nur einen Kanarienvogel besaß, mit einem Vogelhause an⸗ fangen, das beinahe so groß war wie seine ganze Woh⸗ nung! Selbstverständlich war es auch, daß er einen angemessenen, ziemlich beträchtlichen Preis für das Un⸗ getüm herausschlagen mußte. Seine Gattin kaufte sich mit Rücksicht darauf vorweg einen neuen Hut und einen modernen Sonnenschirm, er selbst bestellte sich bei seinem Schneider einen neuen Anzug und rauchte nur noch teure * Zigarren. Auf der Straße trug er den Kopf so hoch, daß die Leute sich sagten:„Ach, dieser Herr befindet sich in vorzüglichen Verhältnissen; er ist im Besitze einer kost⸗ baren Volière. Kein Wunder, daß er so große Sprünge macht.“ Herr Pleschke hat das Vogelhaus vorläufig in einem Schuppen untergebracht, für den er monatlich 10 Miete bezahlte. Dann suchte er durch Zeitungsinserate einen Käufer. Seine Frau hatte die gute Stube glänzend herausgeputzt, um die sich meldenden Villen⸗ und Ritter⸗ gutsbesitzer würdig empfangen zu können. Aber merk⸗ würdig, es kam Niemand. Herr Pleschke schrieb an die Direktionen aller Zoologischen Gärten und an alle Vogel⸗ liebhaber und Geflügelzüchter, deren Adressen er ermitteln konnte— aber ohne jeden Erfolg. Er hatte schon 40, Miete gezahlt, als der Schuppen ihm gekündigt wurde, weil der Besitzer ihn für eigene Zwecke verwenden mußte. Herr Pleschke— er hatte längst die teure Zigarre auf⸗ gegeben— war in Verzweiflung. Wo sollte er nun das riesige Vogelhaus unterbringen? Da kam ihm ein, wie er glaubte, sehr glücklicher Gedanke. Er wollte sich die Voliere auf demselben Wege vom Halse schaffen, auf welchem er dazu gekommen war— auf dem Wege der Lotterie. Seine Freunde fanden den Plan vortrefflich. Nachdem er ihnen— aufs neue von frohen Hoffnungen bewegt— eine Bowle zum Besten gegeben hatte, schickten sie ihm einen Mann zu, der den Vertrieb der Lose über⸗ nehmen sollte. Der Herr versicherte, daß er in kurzer Zeit den ganzen Vorrat unterbringen werde. So ver⸗ gingen für Herrn Pleschke acht Tage in angenehmer Er⸗ wartung. Da erreichte ihn plötzlich eine erschütternde Nachricht: Der Arrangeur seiner Lotterie hatte die sämt⸗ lichen Lose zwar abgesetzt, aber war mit dem Erlöse durchgebrannt. Schreckensbleich stürmte Herr Pleschke zur Polizei, um von dem unerhörten Vorgange Anzeige zu erstatten.„Herr Kommissar“, keuchte er mühsam hervor, „ich habe eine Volikre gewonnen... Ich gratu⸗ liere.“— O, thun Sie das nicht. Wenn Sie wüßten, 50 dieser Gewinn gebracht hat.. sein ganzes Mißgeschick und schloß mit dem Bericht über den flüchtigen Losverkäufer, dessen Gefangennahme und strenge Bestrafung er verlangte. Der Polizeibeamte machte ein sehr ernstes Gesicht.„Om, hm“, meinte er,„Sie haben also eine Lotterie veranstaltet? Hatten Sie denn eine Genehmigung dazu?“„Eine Ge⸗ nehmigung?“ stammelte Herr Pleschke, der neue Unan⸗ nehmlichkeiten auftauchen sah.„Nein, eine Genehmigung hatte ich nicht.“„Ah, das ist sehr schlimm. Kennen Sie denn nicht den§ 286 des Reichs⸗Strafgesetzbuches?“ „In meinem Leben habe ich noch nichts davon gehört“, rief Herr Pleschke erbleichend.„Nun, so sollen Sie ihn kennen lernen“, entgegnete der Kriminalkommissar.„Hören Sie nur:§ 286. Wer ohne obrigkeitliche Erlaubnis öffentlich Lotterien veranstaltet, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren...“ Der unglückliche Besitzer der Voliére stieß einen Schrei des Entsetzens aus.„.. wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren“, fuhr der Beamte gelassen fort,„oder mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. Den Lotterien sind öffentlich veranstaltete Ausspielungen beweglicher oder unbeweglicher Sachen gleich zu achten... Es thut mir leid“, fügte der Kommissar hinzu,„aber ich muß Ihr bedenkenfreies Geständnis zu Protokoll nehmen...“ Sollen wir das Unglück des Herrn Pleschke bis zu seinem Ende verfolgen? Es wäre zu aufregend und erschütternd für den Leser. Erwähnen wir nur noch, daß Herr Pleschke die Volière seiner Schwiegermutter schenkte. — Die Seeschlange wird jetzt wissenschaftlich untersucht werden. Von Australien kommt die Nachricht, daß der Leuchtturmwächter S. Smith am Kap Everard dem Zolldepartement berichtet hat, daß er nach stürmischem Wetter einen seltsam aussehenden Fisch am Strande auf⸗ gefunden habe. Das Ungeheuer ist 19 Fuß lang, 17 Zoll hoch und 6 Zoll breit. Das Maul ist flaschenartig. Aus dem Schlunde ragen zwei 3 Fuß lange harte Fühler. Der Fisch besitzt keine Schuppen und keine Zähne und nur eine längs dem Rücken laufende Flosse. Er hat ein silber⸗ artiges Aussehen. Das Geschöpf ist an den Professor der Naturwissenschaften an der Universität Melbourne, Sir Frederick Me. Coy gesandt worden. — Ein weiblicher Blaubart. In Mischar in Serbien ließ eine Frau ihren dritten Mann durch zwei ihrer Liebhaber erschlagen und in einen Brunnen werfen. Die Tochter des Ermordeten belauschte ein Ge⸗ spräch der Mörder mit der Mutter, worauf diese Alle verhaftet wurden. Es wurde nun festgestellt, daß auch die früheren zwei Gatten dieses Weibes auf dessen An⸗ stiften ermordet wurden. — Lebensdauer der Lokomotiven. Die Lebensdauer der Lokomotiven ist nicht so groß als viel⸗ fach angenommen wird. Kürzlich in England angestellte umfassende Untersuchungen haben vielmehr ergeben, daß dieselbe nur ungefähr 500 000 englische Zugmeilen durch⸗ schnittlich beträgt. Es wird also mit anderen Worten eine Lokomotive neueren Systems 500 000 Meilen durch⸗ laufen können, bevor sie derart abgenutzt ist, daß weitere welchen Aerger mir Und dann erzählte er Reparaturen nicht mehr als zweckmäßig und rentabel zu betrachten sind. Selbstverständlich sind während dieser Zeit gewisse Teile wiederholt auszubessern oder zu er⸗ neuern, so z. B. werden die Feuerbüchse 3 mal, die Rad⸗ bandagen 5—6 mal und die Triebwellen 3—5 mal er⸗ neuert. — Treue eines Hundes. Aus Laibach wird den„M. N. N.“ eine rührende Geschichte über einen Ab⸗ sturz und die Treue eines Hundes gemeldet. Am 24. August Nachmittags hörten die Grundbesitzer Franz Roz⸗ mann und Vinzenz Notsch in der Nähe der Svetschina Alpe ein entferntes eigentümliches Hundegebell, das aus einem tiefen Abgrund zu kommen schien. Da das Gebell anhaltend und sonderbar klagend war, schlossen die Beiden sofort, daß sich etwas Besonderes ereignet haben müsse. Sie gingen dem Tone nach und mußten tief klettern, um in den Abgrund zu kommen, aus dem das Gebell kam. Sie waren nicht wenig überrascht und erschrocken tief unten eine Leiche zu sinden und in dieser den Wirt Andreas Notsch aus Karnervellach zu erkennen, der offen⸗ bar von den steilen Hängen abgestürzt und auf dem Kopf, an der Stirne und den Füßen verwundet war. Das Gebell des Hundes, der neben der Leiche des Verunglückten Wache hielt, verstummte erst, als die Leiche aufgefunden war. Der verunglückte Wirt, ein 36jähriger kräftiger Mann, war Tags zuvor um 6 Uhr morgens auf die Svetschina Alpe gegangen. So viel sich vermuten ließ, machte er zwischen 8 und 9 Uhr vormittags auf dem Wege Rast. Man fand an jener Raststelle noch seine lederne Tasche mit Proviant, von dort stürzte er über einen Felsen drei Meter tief. Aus den im Sand vorge⸗ fundenen Fußspuren war zu entnehmen, daß Notsch den gelsen wieder erklimmen wollte. Dabei mußte er ausge⸗ glitten und an dem steilen Bergabhang über 400 Meter tief in den Abgrund gestürzt sein, wohin ihm sein Hund folgte, um Tag und Nacht, 30 Stunden lang, unter klagendem Gebell bis zur Auffindung der Leiche Wache zu halten. — Italienisches Gauertum. Seit Jahr und Tag fiel in Rom wegen seiner sinnlosen Vergeudung der sogenannte Advokat Cavaliere Giuseppe Chiera auf. Er ver⸗ kehrte mit Ministern, hielt die besten Pferde, kleidete sich wie ein Fürst, aß nie allein, sondern immer in verliebter, sehr kostspieliger Gesellschaft, und betrieb dabei pro forma das Geschäft eines Privatmaklers, der besonders große Grundstücke mit Vorliebe umzusetzen pflegte. Auf Grund anonymer Anzeigen, die ihn als das Haupt einer großen, internationalen Hochstabler⸗ bezw. Diebesbande hinstellten, wurde endlich zu seiner Festnahme geschritten. Er kam soeben von einer großen Reise nach Norden zurück, als die Polizeiagenten ihn am Bahnhofe aufhoben. In seiner Wohnung am Korso fand man ganze Haufen von Wertpapieren, besonders von Rentenbriefen, und auch über 70000 Lire bares Geld, nebst einer umfangreichen Chiffre⸗ korrespondenz, aus der hervorging, daß er thatsächlich seinen Erwerb im Verbrechen suchte. Wie sich inzwischen aus seinen Briefschaften herausgestellt hat, besaß er in der hohen römischen Aristokratie nicht weniger denn elf verheiratete Mätressen, die jetzt in ärgster Weise durch seine Verhaftung bloßgestellt sind. Anscheinend hatte er sie durch große Anleihen, die sie bei ihm machen durften, in seine Netze gelockt. Man spricht bereits von einem Riesenskandal, welcher aus diesem Prozeß für die„hohe“ römische Gesellschaft erwachsen werde. — Tausend⸗Meilen⸗Hefte. Tausend⸗Meilen⸗ Hefte werden in England auf der englischen North Eastern⸗Bahn seit kurzem ausgegeben. Die Ausgabe⸗ bedingungen stützen sich auf die anderwärts bestehenden Einrichtungen und die Ergebnisse, die Holland, Baden und Amerika damit erzielt haben. Die Hefte werden nur für die erste Klasse ausgegeben; ihr Preis beträgt 57/ Estrl., was einer Herabsetzung des normalen Fahrpreises um 20 Prozent entspricht. Jedes Heft enthält 1000 Ab⸗ schnitte, je einen für die Meile. Diese Hefte können nicht allein vom Käufer, sondern auch von dessen Familien⸗ gliedern und Gästen benutzt werden, sofern ihre Eigenschaft als solche vom Inhaber persönlich oder schriftlich dar⸗ gethan wird. Vor Beginn der Reise wird das Heft bei der Kasse vorgewiesen, sodaß der Beamte die der Länge der Reise entsprechende Anzahl von Abschnitten austrennen und dafür eine oder mehrere gewöhnliche Karten erster Klasse verabfolgen kann. Das Buch gilt zwölf Monate vom Tage der Ausstellung an. Damit es nicht auch für den alltäglichen Vorortverkehr benutzt werden kann, ist die Mindestzahl der jedesmal zu verwendenden Ab⸗ schnitte auf zehn festgesetzt. Die badischen Kilometerhefte werden bekanntlich für alle Klassen ausgegeben. Neueste Telegramme. 5 Hd. Berlin, 8. Sept. Eine gut be⸗ suchte Versammlung von Berliner Drechslern beschloß gestern, heute in allen Werkstätten Forderungen zu und falls diese nicht angenommen den, überall die Arbeit einzu Gefordert wird eine Arbeitszeit von 5 Stunden pro Woche mit 21 Mk. Min⸗ destlohn für schwächere Arbeiter und eine Lohnerhöhung von 15 Proz. für geübtere Arbeiter. 5 5 N Hd. Rom, 8. Sept. Wie bverlautet, soll der Zar als Trauzeuge der Prinzessin Helene von Montenegro und der deutsche Kaiser als Trauzeuge des Kronprinzen von Italien fungieren. Hd. Paris, 8. Sept. Trotz des Verbots des Ministers des Innern fand am Sonntag in Bajonne wieder ein Stierkampf statt, wobei 0 Stiere und ein Stierkämpfer getötet wurden. Hd. Paris, 8. September. Aus der Kasse der Sozieté general stahlen mehrere Indi⸗ viduen ein Packet Scheine sowie englische Banknoten im Werte von 75000 Franks. Die Diebe schickten dem Bankhause die inzwischen protestierten Checks zurück, behielten aber 20000 Franks in Banknoten, die Diebe sind nicht er⸗ mittelt. 0 Hd. Paris, 3. September. Die Blätter schreiben noch immer über die erfolgte Ausweisung der beiden deutschen sozia⸗ listischen Abgeordneten Bebel und Bueb. Der Matin erklärt, die ausländischen So⸗ zialdemokraten betrachteten Frankreich als ein sozialistisches Palästina. Man könnte jedoch nach dem Empfange der Abgeordneten Bebel, Singer und Liebknecht in Lille glauben, daß denselben die Lust vergangen sei, jemals wieder nach Frankreich zu kom⸗ men. Man habe in Frankraich schon mehr Agitatoren als nötig. 5 Hd. Brüssel, 8. Sept. Der frühere liberale Kabinettschef Bara hielt gestern in Tournaf eine politische Rede, in welcher er erklärte, die jetzige klerikale Regierung verweigere die Eifn⸗ führung der Proportional⸗ Vertretung, damit 500000 liberale Wähler oder/ der gesamten Wählerschaft ohne Vertretung im Parlament bleiben sollen. Der Redner kritisterte ferner die Regierung wegen der 40 Millionen neuer Steuern, welche sie dem Volk auferlegt habe. Hd. Venedig, 8. Sept. Der österreichische Dampfer Maria Cäsar, aus Trapani kommend, kollidierte mit einem italienischen Schiffe. Das 9 1 sank. Die Mannschaft konnte gerettet werden. Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ d. Görlitz, 3. Sept. Im gestrigen Trink⸗ Marktpreise. Gießen, den 8. September. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1— 1,05 Hühner⸗ eier per Stück 6— 7, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 16, Linsen 28 Pfg., spruch beim Paradediner hob der Kaiser hervor, daß der Zar Truppen nur im Kulturdienste, zum Schutze des Friedens verwendet wissen wolle. Die Zaren stimmten darin mit ihm vollständig über⸗ ein, die gesamten Völker des europäischen Welt⸗ teils zusammenzuführen, um sie auf Grundlage gemeinsamer Interessen zu sammeln zum Schutze der heiligsten Güter. Hd. Kiel, 8. Sept. Das Zarenpaar traf heute Vormittag um 10 Uhr hier ein und wurde von den Spitzen der Be⸗ hörden, dem Prinzen Heinrich nebst Gemahlin und dem Kronprinzen em⸗ pfangen. Vom Bahnhof begaben sich die Herrschaften nach der Landungs⸗ brücke und von dort mit Salonpinesse nach dem Schloß. Der Kronprinz kehrte so⸗ fort nach Berlin zurück. Eine Morgens unerwartet eingetroffene Monöverflotte begrüßte den Zaren mit Salut. —.— Bekanntmachung. Betr.: Die Vergebung der„Commer⸗ zieurat Heichelheim⸗Stiftung“. Aus rubr. Stiftung haben am 1. November J. J. 1500 Mk. zur Verteilung zu gelangen. Nach 8 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewerbung um die Gaben nur zugelassen werden: a) Personen, welche während des Feldzugs 1 1870/71 im Militärverhältnis gestanden 5 haben, b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß diese sub a und b bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstltzung bedürftig und würdig sind, und daß dieselben von der Zeit der Bewerbung rückwärts gerechnet, min⸗ destens zwei Jahre in Gießen ununter⸗ ö brochen gewohnt haben. 1 Die Bewerber werden hierdurch aufge⸗ fordert, sich bis zum 30. September l. J. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich oder zu Protokoll anzumelden und ihre Quali⸗ lilation zum Bezuge der Unterstützung näher zu begrilnden und zu belegen. Gießen, den 17. August 1896 Großh. Bülrgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff. Bekanntmachung. 1514 Die Stelle eines Hilfstechnikers bei dem ö unterfertigten Amt ist zum 1. Oktober d. J. mit einem jüngeren Techniker neu zu besetzen. 1 4 Refleltanten wollen ihre Gesuche unter Angabe der Gehaltsansprüche schriftlich und spä⸗ 1 testeus bis zum 16. d. Mts. bei uns 8 8 5 8 * N i 2 5 52 2 25 2 2 75 * K W. Dor ee r 55 in Uhr Vormittags und von 2—4 Uhr Nach⸗ Eichen⸗* SGrün mittags; Sonntags von 9—1 Uhr. 1003 1 0 Gold uh Ed. Rotte, Bahnhofstr. 51, III. I. bren⸗ Silber ꝛc. Eine einfach möbl. Stube sowie Fr. Riiger, Giessen, HKreuzplatz 4. NB. Wegen zu großen Jendranges bittet man oben angeführte v. Ahren⸗ Kränze und Vereiusabzeichen recht frühzeitig zu bestellen, damit eine prompte Lieferung möglich ist. 2 777... b Für Sünger⸗, Turner⸗, Krieger⸗ u. Kirchweihfeste dc. Lampions, Dekorationsfahnen, Schärpen. Nationalbänder in allen Farben, Luyras, Festrosen, Festbhoudets, ereins abzeichen 2 sind zu haben bei geöffnet. Freibank. 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