Gießen, Donnerstag, den 8. Oktober 1896. che Landeszeikung. Ausgabe Gießen. Redaktion: . Kreuzplatz Nr. 4. — Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 5 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 7. Okt. Der provisorische Lehrer an dem Schullehrerseminar zu Friedberg, Lehr⸗ amtsassessor Ernst Hensing ist zum Lehrer an dieser Anstalt ernannt worden.— Dem Bauauf⸗ seheraspirant Heinrich Schlapp aus Staufen⸗ berg ist die Rettungsmedaille verliehen worden. Gießen, 7. Oktober. Die Landtags⸗ wahlen im Großherzogtum lassen überall ein Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen erkeunen. In Mainz wurden die beiden Sitze, welche die Sozialdemokraten früher schon inne hatten, mit größeren Majoritäten wieder gewonnen. Ihre Stimmen vermehrten seit 1890 um 350.(1890: 1285, 1896: 1635.)— Offenbach-Land haben die So⸗ zialdemokraten ebenfalls behauptet. Für sie wurden 27 und für das Zentrum, welches mit Hochdruck gearbeitet hatte, nur 20 Wahlmänner 8.— Am bedeutendsten ist der Erfolg er Sozialisten in der Stadt Offenbach. Das dort bisher von dem nationnalliberalen Kammerpräsidenten Weber innegehabte Mandat haben sie erobert, trotzdem in Offenbach die 1155 in reicher Asterauswah, bürgerlichen Parteien geschlossen den Sozial⸗ demokraten gegenüberstanden. Für letztere wurden 1573, für die vereinigten Bürgerparteien 1352 Stimmen abgegeben. In der zweiten Kammer werden also jetzt 5 Sozialisten sitzen. Gietzen, 7. Oktober.(Viehmarkt⸗Be⸗ richt.) Auf dem gestern zur Abhaltung zuge⸗ lassenen Kuhmarkt war nicht ein einziges Stück Vieh aufgetrieben, so daß der zur Unter⸗ suchung des erwarteten Auftriebes zur Stelle anwesende Beamten⸗Apparat unverrichteter Dinge wieder abziehen konnte. Die Passanten amü⸗ 1. sich kostbar über den Viehmarkt ohne ieh. Ja, meinte ein alter Bürger aus der Neustadt: was brauchen wir bei der Klauenseuche einen neuen Viehmarktplatz. * Gießen, 7. Okt.(Viehmarktbericht.) Auf dem heutigen Ochsenmarkt war ein Ochse von Staufenberg aufgetrieben, der unter⸗ sucht und für gesund befunden, unverkauft wieder in die Heimat zurückbefördert wurde.— Der Auftrieb der Schweine belief sich auf 100—120 Stück. Käufer waren wenig am Markt. Ge⸗ handelt wurden Ferkel, 6 Wochen alt, mit 18 bis 22, 12 Wochen alt mit 30 bis 36 Kl. pro Paar. Fettvieh erzielte 48 bis 28. pro Zentner Schlachtgewicht. Drei Viertel des Auftriebes blieben unverkauft.— So muß es kommen. Aus dem westlichen Vogelsberg, 6. Okt. Gehört schon ein Gewitter Ausgangs Sep⸗ tember zu den selteneren Erscheinungen, so noch mehr ein solches im Oktober. Bei heftigem Sturme donnerte es heute Nachmittag recht 7— Die Kartoffelernte liefert ein viel besseres Ergebnis, als man es sich ver⸗ sprochen hatte. Trotz der langen Regenperiode tritt die Fäulnis der Knollen nicht allzu häufig auf. Manche Kartoffelsorten, wie Weltwunder, blaue Riesen und gelbe Rosen, sind in Anbetracht der abnormen Witterungsverhältnisse erstaunlich gut gediehen. Die gute Kartoffelernte verstopft — manche Lücken, die bei der Getreideernte ent⸗ standen waren. Auch die übrigen Hackpflanzen, wie Dickwurzel, Kohlrüben und Kohl liefern reiche Erträge. Bei Kraut und Wirsing sind wahre Riesenhäupter keine Seltenheit. Die Grummeternte konnte noch nicht beendigt werden. Ihr Ergebnis ist sehr gering, dazu wird das wenige Grummet noch sehr schlecht heimgebracht, so daß es wohl nicht selten noch verderben wird. Das junge Korn geht trotz der Nässe des Bodens recht schön auf. Die Saat ist noch nicht beendigt, da noch viele Aecker mit Hackgewächsen ausge⸗ D säet werden sollen.(D. Z.) Ein Flurschütze fand Mainz, 6. Okt. gestern früh vor dem Raimundigarten einen jungen Mann in bewußtlosem Zustand und sorgte für die Aufnahme in das Hospital. Der Be⸗ treffende war am Sonntag Abend nach Be⸗ endigung einer Festlichkeit von der beträchtlichen Höhe des Gartens abgestürzt und liegen ge⸗ blieben.— Zwei Metallschleifer aus Offenbach wurden auf dem Schloßplatz festgenommen und der Zivilbehörde übergeben, weil sie aus Ueber⸗ mut eine exerzierende Truppe neckten. — In der Cementfabrik Weisenau geriet heute der 21jährige Arbeiter Philipp Hähler aus Nieder⸗Saulheim in eine Maschine und wurde so fürchterlich verletzt, daß der Tod so— fort eintrat. * Mainz, 6. Okt. Wie bestimmt verlautet, soll die Reichstagsersatzwahl für den Wahlkreis Mainz⸗Oppenhe im in der ersten Hälfte des November sein.— Bis dahin wird wohl auch die Wahl in Gießen stattfinden. In Mainz wurde bekanntlich das Mandat später frei wie in Gießen. Schwurgericht. W. Gießen, 7. Oktober. (Fortsetzung.) Die Zeugen Georg V und Maurer Aßmann belasten den Angeklagten, ebenso der Bürgermeister von Rainrod. Als letzter Zeuge bekundet der Gendarm Meußler von Grebenau, daß er auf die Mitteilung des Bürgermeisters von Rainrod über den Fall am 17. Oktober in die Mangoldsche Wohnung sich begeben, um die Sache zu untersuchen. Die Ehefrau des Angeklagten hat ihm er⸗ zählt, ihr Mann sei am 13. Oktober in der Düringschen Wirtschaft hinausgeworfen und gestochen worden. Der Angeklagte hat sich dem Gendarmen gegenüber später so geäußert, daß dieser annehmen mußte, Mangold habe in Alsfeld absichtlich unrichtige Angaben gemacht, resp. den Vorfall in der Düringschen Wirtschaft verschwiegen, weil er an die Möglichkeit glaubte, daß die ganze Affaire privatim auszugleichen sein würde. Auf Antrag des Verteidigers wird das Protokoll der Schöffensitzung vom 14. Juli 1895 verlesen, in der der Angeklagte das falsche Zeugnis abgelegt haben soll. In diesem Protokoll ist von dem unter Anklage stehenden Satz, den der Ange⸗ klagte beschworen haben soll, kein Wort ent⸗ halten. Auf alle weiteren Beweise wird verzichtet. Die den Geschworenen vorzulegenden Fragen lauten: 1. Ist der Angeklagte schuldig, am 14. Oktober 1895 vor dem Großherzoglichen Schöffengerichte Alsfeld unter seinem Eide wissentlich Falsches bekundet zu haben? Hilfsfrage: Konnte die Angabe der Wahrheit gegen den Angeklagten selbst eine Verfolgung wegen eines Vergehens nach sich ziehen? 2. Im Falle der Verneinung der Frage 1: Ist der Angeklagte schuldig, den am 14. Oktober 1895 geschworenen Eid fahrlässig falsch geleistet zu haben? Hierauf nimmt Staatsanwalt Zimmermann das Wort zur Begründung der Anklage. Nach der Beweis⸗ aufnahme stehe es fest, daß der Angeklagte sich die frag⸗ liche Verletzung im Gesicht nicht an der Wagendeichsel zugezogen, sondern, daß diese von dem Fall herrühre, den er gethan, als er aus der Wirtschaft hinausgeworfen wurde, folglich hat der Angeklagte objektiv falsch ge⸗ schworen. Daß dieser Eid wissentlich falsch geschworen, sucht der Vertreter der Staatsbehörde an Hand der Protokolle der Voruntersuchung nachzuweisen, worin der Zeuge selber behauptet, er habe nicht gewußt, wo er sich die Wunde eigentlich zugezogen. Hierzu kommen die Zeugenaussagen, die einstimmig erklären, sie haben weder im Hofe der Düringschen Wirtschaft, noch auf der Straße einen Wagen gesehen. Auch die Bekundung der Zeugen gehe dahin, daß der Angeklagte diesen gegenüber nie be⸗ hauptet hat, er sei über eine Wagendeichsel gefallen. Hierzu komme weiter das Zugeständnis der Frau des Mangold und die Aeußerung des Angeklagten dem Gen⸗ darmen gegenüber. Der Staatsanwalt bittet daher, die erste Frage zu bejahen, die gestellte Hilfsfrage aber zu verneinen. Was die zweite Hilfsfrage betrifft, so be⸗ hauptet der Mangold selbst nicht, daß er fahrlässig falsch geschworen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Weidig wirft zuerst die Frage auf: hat der Angeklagte auch wirklich das be⸗ schworen, was man ihm nachsagt? Von den 15 Zeugen hat dies nur ein Zeuge behauptet, und dieser könne sich irren. Warum hat man nicht mehr Zeugen dafür zu erbringen gewußt! Wahrscheinlich, weil nicht mehr Leute in denselben Irrtum verfallen sind. Aber fest stehe, der Angeklagte sei betrunken gewesen, wenn dies auch im Wirtszimmer ihm vielleicht nicht anzumerken ge⸗ wesen. Als er in die Luft kam, äußerte sich der Rausch. Es ist nicht nachgewiesen, daß der Mann sich nicht an einem Wagen gestoßen habe, als er am 14. Oktober nachts nach Hause getaumelt sei. Sein Klient habe durchaus nicht behauptet, er sei im Hofe der Wirtschaft jüber einen Wagen gefallen. Wo der Wagen gestanden, kann der damals Betrunkene selber nicht angeben. Es ist daher wohl möglich, daß der Mann die Wahrheit gesagt. Hieran fügt der Verteidiger eine Selbstbetrachtung über das Delikt des Meineids. So streng wie der Staats⸗ anwalt die Sache hinstellt, dürfe man es mit dem, was unter Eid gesagt wird, nicht nehmen, denn wenn man jedes falsche Wort, welches unter Eid gesprochen, aber gar nicht zur Sache gehört, unter Anklage stellen wolle, dann würde der Vertreter der Staatsbehörde viele Anklagen wegen Meineid zu erheben haben. Der Verteidiger ist der An⸗ sicht, die vorliegende Sache sei überhaupt kein Gegenstand einer Meineidsanklage.— Der Staatsanwalt ist der An⸗ sicht, es komme gar nicht darauf an, ob die Bekundung wichtig ist oder nicht, die der Zeuge unter Eid macht. Hat er gelogen, so muß er bestraft merden, denn sonst würde die Rechtssicherheit bedenklich erschüttert werden. Noch ein Mal wiederholt der Vertreter der Staatsbehörde die Gründe, die für ein Schuldig im Sinne des Meineids sprechen und wiederholt seine Anträge. Der Verteidiger tritt nochmals für den Angeklagten ein. Die Geschworenen sollten nicht nach dem Buchstaben des Gesetzes urteilen, sondern sie sollten den gefunden Menschenverstand walten lassen. Nach der Rechtsbelehrung ziehen sich die Geschworenen gleich nach 5 Uhr zur Be⸗ ratung zurück. Um ½6 Uhr verkündet der Obmann, Fabrikant Busch⸗Gießen, den Wahrspruch, der dahin lautet, daß sämtliche Schuldfragen verneint seien. Hierauf er⸗ folgte die Freisprechung des Angeklagten. Gießen, 7. Oktober. Heute wurde in die Verhandlung gegen den 40 Jahre 2 alten, wegen Konkubinats und Körperverletzung vor⸗ bestraften Ludwig Ruppel von Herger sdorf ein getreten. Derselbe ist beschuldigt des Verbrechens wider die Sittlichkeit an seiner 13 jährigen Stieftochter, der er Gewalt angethan. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Fuhr. Neun Zeugen und ein med. Sachverständiger sind zu hören. Die Verhandlung findet hinter verschlossenen Thüren statt. Vermischtes. — Zigeunerpraris. In der Gegend von Glau⸗ chau stahl eine Zigeunerin einen Thaler. Sie erreichte damit ihren Zweck, nämlich in das Amtsgerichtsgefängnis zu kommen. Hier in den zwei engen Mauern, aber immerhin geschützt vor Wind und Wetter und unterstützt von fachkundiger Hand genas sie bald eines munteren braunen Knäbleins. Aus ihren späteren Erzählungen ging hervor, daß auch sie, sowie ihre Mutter, Großmutter und Urgroßmutter ꝛc. im Gefängnis geboren wurden, und daß es in ihrer Familie von jeher üblich war, zu dieser Zeit für ein derartiges sicheres Unterkommen Sorge zu tragen. — Ein Jubiläum— der Hausnummer. In diesen Tagen sind es gerade 100 Jahre, daß Berlin als erste vou allen Städten der Welt die einzelnen Häuser jeder Straße fortlaufend zu numerieren begann. Eest im Jahre 1803 folgte Wien, 1805 Paris diesem Beispiele. Vor⸗ her bezeichnete man die Häuser entweder nach den Eck⸗ häusern oder nach den Emblemen, die an den Häusern angebracht waren. Heutzutage ist diese Art der Bezeich⸗ nung lediglich noch in Gebrauch bei Gasthäusern, Hotels und Apotheken. — Ein alter Student. Aus Halle a. S., 29 September schreibt man: An unserer Universität studiert gegenwärtig der 50 jährige Doktor der Theologie Johannes Linke, bisher Archidiakonus in Altenburg, Medizin. Linke hat seinerzeit die Doktorwürde in Jena rite erworben und war als Hymnolog und Kanzelredner in seinem Amte sehr beliebt. Die Gründe, die ihn veranlaßt haben, aus dem geistlichen Amte zu scheiden, müssen demnach wohl schwerwiegender Art gewesen sein. — Die rarste Briefmarke. Der höchste Preis für eine Briefmarke wurde kürzlich in Amerika für ein Stück der sehr seltenen Marke erreicht, die der Postmeister James M. Buchanan im Jahre 1846 für den Postver⸗ kehr in der amerikanischen Stadt Baltimore verausgabt hat. Die Mekell Stamp Comp. in St. Louis hat diese Marke, von der überhaupt nur zwei Exemplare bekannt sind, an den amerikanischen Sammler W. A. Castle für den Preis von 4400 Dollar, d. i. etwa 18 500 Mark, verkauft. Die berühmte„blaue Maurtttus“, die schon für 6000 bis 8000, verkauft worden seln soll, ist da⸗ mit um ein Bedeutendes geschlagen worden. Preise von mehreren Tausend Mark für eine Briefmarke sind augen⸗ blicklich, wo das Briefmarkensammeln besonders in Eng⸗ land, Frankreich und Amerika so sehr in der Mode ist, gar keine Seltenheit mehr. — Das Tandem vor Gericht. Das jetzt allenthalben immer mehr in Gebrauch kommende Doppelsitz⸗ Niederrad hat eine für das Radfahrrecht höchst wichtige gerichtliche Entscheidung hervorgerufen. Es waren nämlich, der Hauptstraße auf dem für Fußgänger bestimmten Wege gefahren waren, deshalb aufgeschrieben und je mit einer Strafe von 3„ belegt worden. Während der auf dem Rade vorn Sitzende die Strafe bezahlte, erhob der Andere Einspruch und wurde vom Schöffengerichte frei⸗ gesprochen. Aus der Begründung ist hervorzuheben, daß dem auf dem hinteren Sattel Sitzenden eine Einwirkung auf die Fahrrichtung in keiner Weise zustand, da diese lediglich in der Hand desjenigen lag, der den ersten Sitz Schwester Adele. Novelette von A. Schöbel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Und mit dem Sommer kam die Genesung für den Schwerverletzten. Stundenlang lag er da, die weit offenen Augen auf seine Pflegerin gerichtet. Längst konnte er Briefe empfangen und in Kürze beantworten, längst konnte er Besuche annehmen. Schwester Adele zog sich bei solcher Gelegenheit siets diskret zurück. Jüngere und ältere Architekten und Offiziere kamen, kein weibliches Wesen. Die Mutter des Verunglückten, eine gelähmte Frau, lebte in Dresden und mußte dem Sohn fern bleiben. Anfangs durch die Freunde, später von ihm selber, erhielt sie tröstliche Nachrichten über das Befinden des einzigen Kindes. 5 Die kräftige Natur des jungen Baumeisters überwand schneller, als die Aerzte es berechnet hatten, den schweren Unfall. Die baldige Ent⸗ lassung aus dem Krankenhause zur völligen Stärkung in einem Badeort wurde in Betracht gezogen. Von dem Tage an, da man ihn von diesem neuesten Plan in Kenntnis gesetzt hatte, schien den Genesenden ein Gedanke zu beschäftigen. Immer sinnender hing sein Blick an den Zügen der jungen flegerin. Er befragte sie nach ihrer Kindheit, ihrer ersten Jugend. Er ließ sich erzählen, wie alles in ihrem Leben hingedrängt habe auf den Be⸗ uf einer barmherzigen Schwester, 1 cal eee abel,. n I 1. und wie alles so nd natürlich gekommen sei. „Barmherzige Schwester!“ wiederholte ernst der junge Baumeister.„Es klingt so schön, so heilig! Aber es paßt so schlecht zu Ihnen, Schwester Adele!“ Er richtete sich auf.„Können Sie denn nicht ein einziges Mal die häßliche Haube ab⸗ nehmen?“ Sie schüttelte den Kopf. „Wenn ich Sie nun darum bitte?“ Er hatte es leise und iunig gesagt. Das Lied klang auf vor ihrer Seele, sie mußte der heimlichen Küsse auf ihre Hand gedenken. Ihr schwindelte„Es ist gegen die Ordnung“, murmelte sie. Und dann, wie schlafwandelnd, schob sie mit einer müden Bewegung die Haube zurück. All die goldigen Löckchen, die darunter ihr heimliches Spiel getrieben hatten, schimmerten auf— Schwester Adele stand da, voll süßen Liebreizes, die Stirn demütig gebeugt, die Wimpern lang und schattig auf die erglühenden Wangen gesenkt. Entzückt betrachtete sie der junge Mann.„Ein Brautkranz gehört auf dieses Köpfchen“, rief er. „Nicht die Krone der Märtyrin! Schwester Adele, oh, könnt' ich Sie glücklich sehen—“ Sie wollte die Augen aufschlagen— da klang Geräusch von Schritten im Gang. Voller Schrecken rückte sie die Haube in die Stirn. Durch die Thür⸗ spalte schob sich Schwester Gertrudes wie von Spinnweben überhangenes, geheimnisvolles Gesicht. Ihre kalten Augen glommen so eigentümlich in die Szene hinein.„Es ist Zeit zu ruhen, Schwester Adele,“ sagte sie kühl und ernst. Ruhen! Mit klopfenden Pulsen eilte die junge Pflegerin über den Korridor in ihr stilles Zimmer. Sie warf sich quer übers Bett, die Arme ausge⸗ breitet, das fiebernde Antlitz in die Kissen gepreßt. Wie ein umgestürztes Kreuz lag sie da.— Als Schwester Adele zum Nachtdienst antrat, fand sie ihren Kranken noch wach. Die Gedanken hätten ihn nicht schlafen lassen, die Gedanken an sie Die junge Schwester sank auf ihren Stuhl. Sie starrte in das Licht, das unter einer Kuppel mild brannte neben dem Bilde des Erlösers. Wie unter Schleiern hervor drang die geliebte gefürchtete Stimme an ihr Ohr.„Seien Sie mir nicht böse, Schwester Adele, aber ich kann's nicht mitansehen, daß Sie hier so vergraben sind in dem traurigen Hause—“ Sie preßte beide Hände auf die Brust. Wie eine Flamme branute plötzlich ein Wunsch in ihrem Innern auf, der Wunsch, daß er ihr die Hand reichen möge, um sie aus der kühlen Dämmerung hinauszuführen in die Sonne. „Schwester Adele, glauben Sie nicht, daß es auch draußen in der Welt eine Mission für Sie geben könnte, eine Mission, die besser paßt für rote Lippen und ein junges Herz als Ihr Wirken hier? Ihre sauften Hände würden genug zu thun finden draußen. Sehen Sie, da ist meine alte Mutter, — sie ist gelähmt, und ihre Pflegerin wird sie demnächst verlassen. Vielleicht könnten Sie—“ Schwester Adele war aufgesprungen. An allen Gliedern zitternd stand sie neben dem Krankenbett. „Um Gotteswillen, schweigen Sie, schweigen Sie“, murmelten ihre Lippen, während ihre Wimpern sich senkten, als lausche sie einer fernen Musik und ließe sich überfluten von Zauberklängen.„Mein Ge— lübde“, stieß sie hervor— Er schob die Brauen zusammen.„Oh— Ihr Gelübde! Es ist kein Nonnengelübde! Es bindet nicht für Zeit und Ewigkeit. Sie dürfen's zurück⸗ legen in die Hände, die es empfingen. Es giebt aber süßere, seligere, heiligere Gelübde, Schwester Adele— Er fühlte plötzlich seine Lippen verschlossen, von heißen, zuckenden Fingern. Die goldbraunen Augen Schwester Adeles leuchteten nahe vor seinem Gesicht. Ein Strahl von Seligkeit flog ihm daraus entgegen. Er lehnte sich in die Kissen zurück. Mit einem Lächeln um den Mand schlief er ein. Und neben seinem Bett saß hütend, wachend Adele, die zittern⸗ den Hände gefaltet, das weiße Gesicht betend empor⸗ gerichtet,— wie ein Engel, der zurückbebt vor der Schwelle des Paradieses——— Der junge Baumeister sollte nur noch für kurze Zeit im Hospital verbleiben. Neue Pläne fingen an, ihn zu beschäftigen. Auch schrieb er jetzt täglich an seine Mutter umfangreiche Briefe. (Schluß folgt.) laut„M. N. N.“, zwei Brüder, die wegen des Schmutzs Le — einnahm. Dieser ist aber wegen der Uebertretung bereits bestraft und hat die Strafe erlegt. Eine weitere Be⸗ strafung des zweiten Fahrers erscheint aber ebenso wenig zulässig, wie die des Insassen eines Fuhrwerks, welch letzterem die Fahrräder gleichzustellen sind, wenn sich der Kutscher eines Verstoßes gegen eine polizeiliche Verord⸗ nung schuldig gemacht hat.— Ob diese Auffassung überall geteilt wird, erscheint uns sehr fraglich, weshalb Tandemfahrer gut thun, einstweilen nicht darauf zu sündigen. 5 — Das Alter der Holzschiffe. Man schreibt aus Sydney: Der Umstand, daß vor kurzem nach einer Pause von langen Jahren das erste größere Holzschiff in England fertig gestellt worden ist, veranlaßt den „Morning Herald“ zu einer interessanten Uebersicht über das Alter der in Australien, wo die Verwendung von Holz für den Bau kleinerer Fahrzeuge voraussichtlich noch so manches Jahr geschehen wird, beheimateten hölzernen Segelschiffe, soweit dieselben nämlich noch für irgend einen Zweck in Dienst gestellt sind. Es finden sich darunter alle Klassen von Fahrzeugen, vom unscheinbaren Kutter bis zum stolzen Vollschiff. Als ältestes Schiff dürfte dabei ein in Hobart, Tasmanien, beheimatetes Packschiff, das im Jahre 1810 vom Stapel gelassen wurde und noch heutigen Tages für den Walfischfang benutzt wird, zu betrachten sein, dann folgen zwei kleinere Fahrzeuge von etwa 150 Tonnen, deren Bauzeit in das Jahr 1814 fällt, während ein viertes von einer Werft in Java ab⸗ lief, als man sich im fernen Europa zum Entscheid ungs⸗ kampf von Waterloo rüstete. Ein fünftes Fahrzeug, das neuerdings als Bark getakelt wurde, wurde 1825 in Plymouth vom Stapel gelassen, u. s. w. Außerdem weisen die australischen Register 14 Fahrzeuge auf, die aus den dreißiger Jahren stammen, 52, die in den vier⸗ ziger Jahren gebaut und 142, die in der Zeit von 1851 bis 1860 vom Stapel gelaufen sind. Interessant ist hierbei auch ein Vergleich mit den in der„Britis! Mer- cantile Shipping List“, enthaltenen Angaben über das Alter der noch heute unter britischer Flagge dienstthuenden Holzschiffe. Es befinden sich darunter 1 Schiff von 122 Jahren, 3 Schiffe von 105 bis 110 Jahren, 4 von 100 bis 105 Jahren, 13 von 95 bis 100 Jahren, 14 von 90 bis 95 Jahren u. s. w. Auch unter den Fahrzeugen der deutschen Handelsmarine dürfte sich voraussichtlich noch mehr wie eins befinden, das auf ein hohes Alter zurück blicken kann. — Blumen als Strumpfbänder. Zu jeder Zeit hat der Erfindungsgeist der Pariserin die Welt durch neue, oft sinnlos verschwenderische Verwendung von Blumen zu verblüffen gesucht, aber der diesjährigen Salson ist vollends beschieden, die kostbarsten Erzeugnisse der Gewächshäuser als Material für— Strumpfbänder aufgegriffen zu sehen. Strumpfbänder von Primeln, Hyacinthen, Narcissen, Veilchen und Lilien werden nach der„Allg. Ztg.“ auf Bällen und festlichen Empfängen in Paris getragen. An sich ist ja die Idee dieser Mode nicht eben unschön. Die kostbar gekleidete Dame soll dem⸗ nach bei jeder Bewegung die zartesten Düfte ausstrahlen, und dazu sind auch die kostspieligsten Nachahmungen von Blumen nicht fein genug, sondern es genügen eben nur die duftenden echten Blüten. Dementsprechend trägt jedes zur Abendtoilette gehörige Kleidungsstück einen reichen Ballast von der Lieblingsblume der Trägerin. Sie werden in Sträußen an den bauschigen Besatz des Unterrocks ge⸗ heftet, und selbst das gestickte Corset trägt seinen Blüten⸗ kranz. Das neue Strumpfband verdankt seine Erfindung lediglich dem Trachten nach vollkommener Harmonie von Duft und Farbe. Je stärker der natürliche Geruch der Blume, als desto geeigneter gilt sie für den Besatz des Strumpfbandes. Veilchen der üppistgen Zucht stehen in höchster Gunst und werden regelmäßig an Strumpfbändern angebracht, die mit lila- und lawendelfarbeneu, zart grünen oder weißen Toiletten getragen werden. Der süße Früh⸗ lingsduft von Maiglückchen ist indessen wohl ebenso be⸗ liebt, und selbstverständlich braucht die Rose auch am Strumpfband ihren Nebenbuhlerinnen nicht zu weichen. — Anläßlich des fortwährenden Regen⸗ wetters und der dadurch in der Stadt Trier verur⸗ sachten Unannehmlichkeiten, hat ein arg an„Dichteritis“ Leidender der„Tr. Ldsztg.“ folgenden poetischen Erguß gesandt: An den Herrn Jupiter Pluvius! Lieber„Pitter“, hab' Erbarmen Mit uns Bürgern Triers, den armen. Seufzend sehen wir das Naß Rinnen ohne Unterlaß. Denke dran, daß die Kanali Station uns fehlt, quod mali; Plätze, Straßen sind voll Schmutz, Glaubst Du, er gereicht zum Putz? Weil antik der Straßen Pflaster Sind ihm eigen manche Laster, Löcher da und Gruben hier, Dunkler Pfützen Standquartier. So erhöre unser Flehen, Laß den Wind doch bald sich drehen, Sonst muß künftig Jedermann Einen guten Christoph han. — Katzenausstellung in Paris. Die seit längerer Zeit in Paris angekündigte Katzen⸗Ausstellung ist am letzten Freitag im Jardin d'Acclimation eröffnet worden. In Anbetracht der vielen Hauskatzen, die in Paris gehalten werden, ist die Zahl der Aussteller, etwas über 300, gering. Viele Leute konnten es aber nicht übers Herz bringen, ihre Lieblinge drei Tage lang in einen Käfig zu setzen. Besonders gut vertreten war die in Paris mit Vorliebe gepflegte Rasse der sogenannten Angora⸗Katzen. Ein prächtiger schwarzer Kater, mit langem Haar, funkelnden goldenen Augen, errang den 1. Preis. Für eine Katze fremder Rasse, eine sog. Cyper⸗ Katze, gewann der bekannte Senator und ehemalige, zweifelsohne auch zukünftige Minister Waldeck⸗Rousseau einen 2. Preis. In der Ausstellung fanden gar „rührende Szenen“ zwischen den Tieren und ihren Be— sizern statt. Welche Ausbrüche der Zärtlihkeit, welche Koseworte, wenn man endlich unter den 300 Käfigen den richtigen aufgefunden hatte und nun„Minon“ oder „Minette“ die mitgebrachten Leckerbisseu überreichen konnte! Wie gut und reinlich auch die Käfige gehalten waren, so sahen die meisten Tiere melancholisch aus und hatten viele die reichlich gebotene Kerkerkost bestehend aus gericht wurde von dem Akademiker Frangois Coppse prä⸗ sidiert, welcher ein großer Katzenfreund ist. — Die Hinterlassenschaft eines Sonder⸗ lings. Aus Wien berichtet das Neue Wiener Tageblatt: Am 7. Juli wurde in Dornbach der ehemalige holländische Schiffskapitän Heinrich Dierksen, der seit Jahren daselbst das Leben eines Einsiedlers führte und mit keinem Menschen Beziehungen unterhielt, in einem Zimmer seines kleinen Hauses tot im Lehnstuhle aufgefunden. Er war etwa 8 Tage vorher einsam gestorben. Durch die in den Blät⸗ tern veröffentlichten Mitteilungen erlangten ein in Holland wohnender Bruder, sowie ein Neffe in Deutschland, die einzigen Verwandten Dierksens, Kenntnis von dem Tode desselben. Vor einigen Tagen wurde nun die Versteigerung der Habseligkeiten des Verstorbenen vorgenommen, bei welchem Akte auch die beiden Verwandten anwesend waren. Das Haus wurde um den Preis von 8000 fl. erstanden. Kurz vor dem Verkaufe des Hauses wurde ein Sparkassenbuch, auf eine Einlage von 1020 fl. lautend, vorgefunden, das in einer Maueröffnung versteckt war. Wie ferner erhoben wurde, hatte der Sonderling bei einer Bank in Holland ein Depot von 60 000 holländischen Gulden liegen, welches Depot nun ebenso wie das Spar⸗ kassenbuch den Erben ausgefolgt wurde. Wir erinnern hier daran, daß die Beerdigung Dierksens auf Kosten des Arimathäa⸗Vereins in einem Schachtgrabe des Zentral⸗ friedhofes vorgenommen werden mußte, da blos 12 fl. an baarem Gelde von der Gerichtskommission im Hause vor⸗ gefunden wurden. Sein Vermögen und die Besitztitel desselben hatte Dierksen so gut versteckt, daß sie trotz em⸗ sigster Nachforschungen erst nach vielen Wochen aufgefunden wurden. 5 — Auswandererloos. Ueber eine bemerkens⸗ werte Gerichtsverhandlung wird aus New Vork berichtet: Vor den Schranken stand ein junger Deutscher, Namens Rabeneck, unter der Anklage, im vergangenen August einer Frau auf der Straße die Börse entrissen zu haben. Der Angeklagte gestand seine Schuld ein, wandte aber ein, daß er durch Hunger zur Strafthat getrieben worden, da er dem Hungertode nahe gewesen sei. Der Polizist, der ihn verhaftete, bezeugte, daß Rabeneck bei seiner Verhaftung so schwach gewesen, daß er kaum stehen konnte. Die Prüfung seines Vorlebens ergab die Wahrheit aller seiner Angaben, insbesondere der Thatsache, daß er der Sohn eines in Koblenz ansässigen deutschen Adeligen sei. Die Geschworenen mußten ihn zwar schuldig sprechen, empfahlen ihn aber der Gnade des Richters und erklärten, falls dieser den Urteilsspruch suspendieren würde, die nötigen Mittel aufbringen zu wollen, um ihn nach Koblenz zurück- zuschaffen. Der Richter unterließ die Verurteilung und die Geschworenen schossen Geld zusammen, um dem Ange⸗ klagten Kleider zu kaufen. Darauf gingen sie mit ihm zum Bureau einer Dampfergesellschaft, kauften ihm ein Billet, versahen ihn mit Taschengeld und versicherten sich noch persönlich seiner glücklichen Abfahrt. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 7. Okt. Der Lokal⸗ Anzeiger meldet, daß eine Unter ⸗ suchung gegen die in dem Prozeß Milch und Kalbslunge, nicht einmal angerührt. Das Preis⸗ Hermann Friedmann genannten Geld⸗ männer wegen Wucher 1 714 15 9 Ke Hd. ünchen, 7. Oktober. König der Belgier wird in den nächsten Tagen zum Besuch des könig. lichen Hofes hier eintreffen. Man bringt diesen Besuch mit der bevor⸗ stehenden Verlobung des Prinzen Rupprecht von Bayern in Verbindun Hd. Thorn, 7. Oktober. In dem Mo 10 prozeß Kopistecki verneinten die Geschworenen 7 u den Gulg N ae des aron von der Goltz, worauf der An e 6 genung Paris, 7. Oktober. Die gestern veranstaltete Illumination 5 ben glänzend. In den Hauptstraßen war jedes Haus prächtig illuminiert. An verschiedenen Stellen wurde prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. Hd. Cettinje, 7. Okt. Der Kronprinz von Italien traf gestern hier ein und wurde groß⸗ artig empfangen. Der Volkstrubel war ein un⸗ bend e loniki, 7. Ot Saloniki, 7. Okt. Zwölf Schi englischen Mittel meerflotte ind geen 115 hiesigen Hafen eingelaufen. Hd. Madrid, 7. Okt. Auf Cuba kam es neuerdings zu heftigen Zusammenstößen 1 en 9 7 ae Letztere er⸗ itten bedeutende Verluste. Zwei ihrer Fü sind gefallen. n we Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ d. Paris, 7. Okt., nachm. 2 0 Bei dem gestrigen Diner im Elysee. Präsident Faure eine Ansprache an den Zaren, in welcher er ausführte, die An⸗ wesenheit des Zareu besiegele die Bande, welche zwei Länder in zusammenstim⸗ mender Thätigkeit vereinige. Die Ver⸗ bindung des großen Rußland mit der arbeitssamen Republik habe bereits ihren wohlthätigen Einfluß auf den Weltfrieden ausgeübt, worin die Union auch weiter fortfahren werde. Der Zar erwiderte, er sei von der Aufnahme kief gerührt. Wertvolle Bande vereinigten beide Nationen. Diese Freundschaft könne durch Beständigkeit nur wohl⸗ thätigsten Einfluß ausüben. Er bring auf das Wohl Frankreichs und das jenige des Präsidenten. 1 ö Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ 1 Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, belde in Gleßen. 5 Kgl. Preuß. Staatsbahnen, Gr. Gberhessische Eisenbahnen, Gr. Oldenburg. Staatsbahnen ꝛc. Tarif für die Beförderung von Leichen, lebenden Tieren und Fahr⸗ zeugen. Am 1. d. Mts, ist ein neuer Tarif für die Beförderung von Leichen, lebenden Tieren und Fahrzeugen in Kraft getreten, der unter Ande⸗ rem den Verkebr der Oberhessischen Bahnen mit Stationen der Preußischen und Olden— burgischen Staatsbahnen, der Dortmund⸗ Gronau⸗Eutscheder, Eisern-Siegener ꝛe Bahnen umfaßt, Nähere Auskunft erteilen die Güterabferti— gungen. Gießen, den 2. Oktober 1896. Gr. Direktion. Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen für die Erbauung eines Bahnmeistermagazins, Her- stellung einer Reinigungsgrube mit Entwässe⸗ rungsanlage, Erweiterung der Güterabfertigung, Versetzen und Unterkellern eines Magazin⸗ gebäudes auf Bahnhof Friedberg sowie Er⸗ bauung eines Güterschuppens auf Haltestelle Groß⸗Linden sollen zusammen oder geteilt vergeben werden. 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